Indiana Tribüne, Volume 29, Number 63, Indianapolis, Marion County, 6 November 1905 — Page 5
Jndiana Tribüne. 6 November
Der erste deutsche Tag in ort lVayne Wird vom dortigen Dcutschthum mit einem riesigen Erfolge begangen.
lSpezialdexesche der Jndiana Tribüne". Fort Wayne, 5. Nov. Trotz deS regnerischen und unfreundlichtn Wetters war das Temple Thea ter, in welchem die offizielle geier des deutschen TageS abgehalten wurde, so übersüllt, daß nur noch Stehple zu haben waren. Für die Indianapoliser Güfte, Herrn und Frau Joseph Keller, Herrn H. O. Thudium und G. Pohlmann waren Ehrenplätze reservirt vorden. Eröffnet wurde die Feier mit eiuem vom bedeutend verstärktem Or cheger dorgetragenen Marsche, welchem sich zwei von dem Euphonium Quartett vorgetragene Lieder anschlössen. Die sen solgte Bürgermeifter Berghoff mit einer Ansprache, welchem DaS Deutsche Lied- von Kallivode, vom Massenchor der Vereinigten Gesangvereine folgte. Das Lied machte auf das Publikum in seiner musterhaften Vorführung einen packenden Eindruck. DaS vom - Indianapolis Verband deutscher Vereine eingesandte Glück wunsch'Telegramm wurde unter rieft gem Reifall verlesen. Dasselbe lautete: An das Deutschthum von Fort Wayne sendet treudeutschen Gruß und Glück wünsch zur heutigen Feier der Verband deutscher Vereine von lJndianapoliSl Fritz Francke, Präsident.Nach Durchführung eines interessan ten Mufik-ProgrammS stellte HerrMack'1 roitz, der Vice.Prüsident des EtaatZver bandeö, Herrn Joseph Keller von In dianapoliS, den rationalen VicePrüfidenten des deutschen Verbände, als Redner vor. ' Herr Keller hielt, nachdem der ihn begrüßende Zuruf verhallt' war, die folgende Ansprache: Werthe Damen und Heren! ES ist eine gewaltige Bewegung, die in den letzten Jahren daS deutsche BedötterungS'Element der Ver. Staaten erfaßt hat. Amerikaner deutschen Ursprunges fchaaren sich allenthalben zusammen, nicht um ein ttleinDeutschland hier zu gründen, nicht um einen Staat im Staate zu schaffen, und um Gottes Willen nicht um eine deutsche politische Partei in's Leben zu rufen, sondern sie sind allein von dem Triebe beseelt, dem neuen Vaterlande das Deutschthum zu erhalten, ihm die Schütze einer vielhun dertjährigen Kultur eigen zu mache, ihm die schönsten und besten Gaben zu Füßen zu legen, die uns Altdeutschland als herrliches Erbe mit auf den Weg gegeben. Im Laufe der Jahrhunderte gingen in der alten Welt die germani sehen Stämme auseinander, und in der neuen erscheinen sie wieder, um im ge meinsamen Schaffen das Beste der alten Kulturftaaten hier zu verpflanzen. Die angelsächsischen Puritaner lan beten zuerst an den Gestaden Amerikas, aber das Geschick ließ deshalb hier kein NeU'England erstehen, u. trotzdem daß ein Viertel unserer Bevölkerung deut schen Ursprunges ist, ist kein Neu. Deutschland hier geschaffen worden, sondern einIAmerika ist rjjer erstanden, oder wird erstehen, das nicht nur sei nen Namen, seine Freiheit, seine Kul tur. ja seine Größe dem teutonischen Geiste zu verdanken hat. Die deutsche Bewegung, die inzwischen in 32 Staa ten Fuß gefaßt hat, ist ein rein patrio tische, und verdientdeZhalbAnerkennung und Unterstützung aller edel denken den Menschen. Schon im Jahre 1837 versuchten hervorragende Deutsch. Ame rikaner die Bürger deutschen Stammes hier einander näher zu bringen, und im Herbste desselben Jahres beriefen Männer wie Grund, Roebling, Roedter u. A. die bekannte PittZburger Konvention; doch eine' Einigung des DemschthumZ kam damals nicht zu Stande. Später im Jabre 1833 wurde auf Anregung von Prof. Dr. Adolph Seidensticker und Dr. Gottfried Kell ner von Philadelphia die Zweijahrhun dert'Feier der ersten deutschen Einwan derung beinahe im ganzen Lande be gangen, und seit jener Zeit datieren die in den meisten Staaten eingeführ ten Deutschen Tag." Diese Deutschen Tag'Feiern haben sich Dank der unse rem Stamme angeborenen Zähigkeit und Ausdauer in allen größeren Be völkerungScentren eingebürgert, ob gleich man uns anfangs verhöhnte und
mit fchelen Augen ansah, weil wir die seS Fest auf deutsche Art feierten., in deutscher Weise UnS freuten und in deutscher Sprache redeten. " Und wenn je ein festlicher Anlaß ver. dient, als gut amerikanisch bezeichnet zu werden, so in" es auch dieser, der uns heute hier zusammenführt. Wir feiern ja das Andenken an jene Pioniere, die vom ersten Augenblick ihrer Landung an, ihrem neuen Vaterlande Alles ga Un, was sie' hatten; die Kraft ihrer Hände und die Schärfe ihres Geistes; sie brachten mit sich Aufrichtigkeit, Pflichttreue, Gewissenhaftigkeit, Frei, heitöliebe und vor Allem jene herrliche Gabe, mit der unser Schöpfer den deut schen Stamm allein gesegnet hat, daS deutsche Gemüth". Warum den Deut. schen schmähen, wenn er solchen Samen hier zu pflanzen sucht? Warum solche Feste als unamerikanisch betrachten, wenn durch dieselben der EinheitSge danke gefördert und das Kulturwerk der Deutschen erhalten wird? ES war in Pennsylvanien, wo zuerst die verschiedenen deutschen Körperschaf, ten und Verbände zu einem Central körper sich vereinigten; andere Staaten folgten im Laufe der Zeit und man war jetzt dem Zeitpunkte nahe, diese verschiedenen Verbindungen zu einem Bunde aller Deutschen, zusammen' zu schmelzen. Der große Schritt wurde gewagt und am 6. October 1901 wurde von Vertretern 'von 22 Staaten der Deutsch. Amerikanische Nationaltund der. Vereinigten Staaten- gegründet. Was vor Jahren noch als Traumbild galt, ward verwirklicht; erst die Nach weit wird zu würdigen wissen, was jene Männer an jenem denkwürdigen Tage begannen. In Jndiana wurde auf Betreiben des Verbandes deutscher V'.un von Indianapolis im August kcrigen JahreS der StaatSverband deutscher Vereine" in'S Leben gerufen und zweimal waren Vertreter aus ver schiedenen Städten zur Convention ver einigt. Auch in Ihrer schönen Stadt haben deutsche Männer und deutsche Vereine angefangen, PionierArbeit zu verrich ten, und haben sich den Dank des Deutschthum? deS Staates verdient. Der StaatZverband deutscher Ver
eine, meine Freunde, betreibt keine Parteipolitik, bekümmert sich' absolut nicht um religiöse Fragen, sondern er erstrebt in erster Linie, das EinheitSge fühl unter der Bevölkerung deutschen Ursprunges zu wecken und zu fördern. Er verlangt Anerkennung für die Ver. dienste, die der deutsche Stamm am Aufbaue dieses Landes sich erworben hat, und bekämpft jeden Versuch .zur Schmälerung dess.'lben. Wir fühlen, daß viele der hiesigen Gesetze und Einrichtungen im schroffen Gegen satze zu unserer eigenen, angeborenen Anlage stehen. Wir empfinden, daß uns Willkür als Recht aufgedrungen wird, daß wir Gesetze zu beobachten ha ben, die nicht dem Geiste der Zeit ent. sprechen; wir fühlen die Vergewalti gung unseres inneren Menschen, und spüren, daß irgendwo und durch ir gendjemand an unö gesündigt wird.. Wir sollen, was wir nicht können, wir dürfen nicht, was uns die Natur ge bietet, und deshalb meine Herren hat unser letzter StaatSkonvent in EvanS viSe mannhaft und unerschrocken ge sprachen, und deutlich genug hat sich das Komite für perlönliche Freiheit in jener Resolution, die hier in Fort Wayne das Licht der Welt erblickte, ausgedrückt, und feine Sprache sollte nicht verfehlen, das liberale Ele ment aus seiner Indifferenz auf zurütteln. Einem Theile deS amerika Nischen Volkes muß verständlich ge macht werden, daß Toleranz zu üben eine Tugend ist, und daß jeder Bürger das von der Konstitution garantirte Recht besitzt, nach seiner Art daS Leben zu genießen. Der geborene Amerika ner muß verstehen lernen, daß Freude am Leben zu den schönsten Dingen deS Daseins gehört, und daß wir Deutsche vernünftigem Lebensgenüsse und nicht frivoler Roheit und wüster AuSge lassenheit huldigen. In der deutschen Familie, bei deutschen Festen, wo man unschuldigem, herzerfreuendem Ver gnügen sich hingiebt, kann der Ame, rikaner wahre . Mäßigkeit studiren.
Wer vermag den Segen zu ermessen, sagt Dr. Julius Goebel, der vom deutschen Hause,, der Pflanzstätte ge. sunder Lebensweise und sittlicher Zucht, des PflichtgeMS und schöner GemüthSwärme in englisch.amerikanische Familien geströmt ist ? ' In die düstere prosaische LebenSauf fassung deS PuritaniSmuS hat der Deutsche den Frohsinn und die Poesie des Lebens getragen, in die trostlose Askese die gesunde Sinnlichkeit, in den rohen Materialismus die Schüung der idealen Güter.- " Vom Deutschen kann der Amerikaner lernen, daß Religion und Sittlichkeit keine getrennten Gebiete find, daß man am Sonntag- nicht betend auf' den Knieen liegt, und am Montag den Nächsten betrügt. Von unö Deutschen kann der Ameri
kaner den Sinn für Pflichtgefühl erer ben; denn der Deutsche befitzt denselben in ausgeprägtem Maaße. Der Man an Pflichtgefühl ist eS, und die angebo rene Habsucht, die hier in diesem Herr lichen Lande, die Wohtfaört deS Ge." meinwesenS zu unteegraben drohen. Ich gedenke jener New Vorker Finanz gewaltigen, die schon seit Jahren Witt wen und Waisen in schamlosester Weise bestohlen haben, ich erinnere Sie an die entsetzliche Slocum.Affaire, wo hun derte von Menschenleben der krassesten Fahrlässigkeit zum Opser fielen, ich denke an die Tausende von Bahnan gestellten und Passagieren, die in den letzten Jahren auf unseren Bahnen ihr Leben eingebüßt, trotz der Errungen schaften, die das menschliche Wissen auf dem Gebiete des Eisenbahnwesens ge macht hat. Sollte da, meine Freunde. das Volk nicht zur Einsicht gelangen, daß die frevehafte Sucht nach Geld und das sündhaft übertriebene Haschen nach Reichthumund Stellung Fahrlässigkeit, Pflichtvergessenheit und sogar Diebstahl heraufbeschwören! DaS Volk muß ver stehen lernen, daß die immerwährende Mißachtung der Menschenrechte, und die fortwährende schamlose Verletzung der Gesetze nicht für alle Zeit unbestraft hingehen dürfe. Aber meine Freunde! Wenn das deutsche Pflichtfühl, und deutsche Ehrlichkeit Besitz der noch im. mer im Werden begriffenen ZukunftS Nation werden soll, so kann dieS cber ja nur geschehen, wenn daS Deutschthum hier erhalten bleibt v. . ' ,i -X .- .if Joseph Keller. und es ist demgeniäß kein Angriff auf unseren amerikanischen Patriotismus, wenn wir trachten, das Deutschthum lebendig zu machen, und ich möchte an dieser Stelle mit Karl Scyurz sagen, daß eS hier keinen edleren und auf richtigen Patriotismus giebt, als jenen, der in der deutschen Sprache seinen Ausdruck findet." Der Staatsverband deutscher Vereine arbeitet für die Einführung deS deut schen Unterrichts in den öffentlichen Schulen, und der letzte Konvent be schloß, in allen Zweigen Ausschüsse zu ernennen, die mit der Exekutive für die Verwirklichung dieser Aufgabe arbei ten; aber meine Damen und Herren, um auch in dieser Angelegenheit er folgreich zu sein, muß das Deutsch thum der verschiedenen Zweige geschlossen Hand in Hand gehen, es sollten all: deutschen Vereine dem StaatSverbande sich anschließen und in größeren Orten zu Städteverbünden sich vereinen. Wir dürfen nie aus dem Auge lassen, daß, wenn der Deutsche hier seine Kul turmisfio'n recht erfüllen soll, ibm die Sprache erhalten bleiben muß; raubt dem Deutschen seine Sprache, so hört er aus, Deutscher zu sein; das Gemüths leben hört auf. wenn wir einer Sprachr uns bedienen, der die Ausdrücke dafü fehlen. Darum laßt uns unsere Sprache er halten, laßt es uns angelegen fein, die selbe gut und rein zu sprechen,' auf daß die Worte eine? amerikanischen Päda
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gogen, auf uns sich beziehend, sich nicht bewahrheiten möchten, welcher sagte: flt gebildeten Amerikaner werden bald deutsch sprechen und die üngebilde ten Deutsch.Amerikaner siej nicht mehr vergehen können". Bewahret die deutsche Sprache, die sich wie keine zweite dem ganzen mensch lichen Empfinden und Gedanken an schmiegt, die zart klingt, süß und milde, und dröhnen kann wie Donner, und die schon in den Gesetzen der Be tonung deutsche Eigenart wiedergiebt. Von der Silbe bis zur kunstvollen Pe riode und zum formvollendeten Verse ist jeder Theil der Sprache - eng ver wachsen mit dem Geiste und der Seele deS Volkes. .', Ihr deutschen Frauen und Männer Fort Wayne'S, sprecht der Eltern Sprache auch in Eurem Heime! Wo der Mutter traute Laut da? Kind zuerst vernimmt, dort liegt vor Allem die Zu kunft der Sprache. Was in der Fa milie verloren geht, kann die Schule nie voll ersetzen. Jene Eltern sind pflichtvergessen, die ihren Kindern den Schatz der deut schen Sprache vorenthalten. . Die heute im rastlosen Leben vorhan dene Anspannung steigert die Ansprüche an die körperliche Kraft und deshalb hat der Nationalbund und die ihm un terftellten Zweige eS sich zur Aufgabe gemacht, die Einführung des Turnun terrichtS in den öffentlichen Schulen zu erstreben. Wir erklären uns für die Befreiung der Schule von der Politik, und wollen darauf achten, daß in unseren Schulen den Kindern Sinn für Gewissenhaftig keit, Gerechtigkeit und edler Bürger Pflicht beigebracht wird. In den Zwei gen des Verbandes wird Material für dernfchamerikanische Geschichte gesam melt, und die .Ergebnisse werden dem Ausschuß für historische Forschung über mittels. Wir wissen, daß dem deutschen Stamme nicht die Anerkennung gezollt wird, die er sich redlich verdient hat. Seine Thaten werden verkleinert und entstellt, deutsche Namen werden um geändert, und deshalb muß die ameri kanische Geschichte umgeschrieben wer den, die Arbeit muß gebucht werden, welche die, Amerikaner deutschen Ur sprungS für ihr neues Vaterland ge
lejftet,haben. Die Masse der Deutsch Amerikaner weiß heute kaum mehr als das Dürftigste über die Vergangenheit seines VolksthumS sagt Dr. Goebel, und.dieser Mangel an geschichtlichem Rückhalt, dieses Gefühl nur von gestern zu datieren, hat nicht wenig dazu bei getragen den Deutschen dem Amerika nerthum zu assimilieren, oder ihn sich mit seinen ähnlich geschichtSloS fühlen' den Landsleuten absondern zu lassen. Wie ich Ihnen schon vorher erwähnt habe, enthält sich der Nationalbund der Einmischung in Parteipolitik; jedoch auch auf politischem Gebiete, sollten seine Grundsätze durch politische An griffe gefährdet werden. Wir gehen von dem Grundsatze aus, daß das Recht Aemter zu bekleiden Gleichberechtigung aller Bürger ist, und daß wir Männer im Amte sehen' wollen, welche sich ver pflichten, die Rechte der Deutsch. Ameri kaner anzuerkennen. ES sollen Bürger an der Spitze des Gemeinwesens stehen, welche den Ein wanderer nicht als Eindringling be trachten, und welche die guten deutschen Sitten achten und ehren. Wir verlan gen nicht mehr, als uns gebührt, aber was uns gehört, soll man nnS nicht nehmen, und noch niemals, meine Da men und Herren, sind in der Welt Deutsche auf die Dauer da unterlegen, wo sie entschlossen waren, zu siegen. Darum einigt euch Ihr deutschen Männer, einigt Euch ihr deutschen Ver eine, schdart Euch zusammen Unter der Fahne deS deutfchamerikanischen Na tional.BundtS, um Mann für Mann einzustehen für die Ziele, die uns ge stellt sind. Alle ohne Unterschied deS Standes, der Religion und Politik. Ueberbrückt kleine Hemmnisse und Vor urtheile, die im Privatlebenden Mensch vom Menschen trennen mögen, denkt allein an das, was uns hier einigen sollte und einigen muß, die Sprache, die Sitte, eine zweitausendjährige Kul tur, die großen Männer, die unsere Rasse berühmt gemacht, und die uns Allen gemeinsam angehören. Ihr deutschen Kirchengemeinden, die Ihr die stärksten Horte deutscher Sprache und deutschen Lebens geblieben seid, Ihr geselligen und Wohlthätigkeitsvereine, helft uns an diesem gemeinsamen Eini gungswerk, und die Stellung, die wir UN's dann gemeinsam errungen, ist im
sere Thaten o'unS gilt dann Schil ler's Wort:'
V .Rühmend darf'S der Deutsche sagen, , Höher darf daS Herz ihm schlagen, ' Selbst erschuf er sich den Werth. Wir haben hier ja .keine Sonder Interessen, Amerika ist unsere Helmath, die Ehre Amerikas ist unsere Ehre, seine Zukunft ist unsere Zukunft, und wir haben ja nichts Weiteres im Auge, als das Wohl des Landes, das uns Ob dach gegeben, und für das zu verbluten wir jeder Zeit bereit sind; doch auch Deutschlands Wohl und Wehe finden tiefempfundenen Nachhall in unseren Herzen, und mit der letzten Faser un sereS Seins hängen wir am Lande, das uns geboren, und ich möchte Ihnen hier die Worte von Kretz zurufen: ..Land meiner Väter, länger nicht das meine, So heilig ist kein Boden, wie der Deine, Nie wird dein Bild aus meiner Seele schwinden. Und knüpfte dich an mich kttn lebend Band, Es würden mich die Todten an dich binden. Die deine Erde deckt, mein Vaterland." Wir wollen sümpfen, gegen die Schwächen, die uuS ja auch von Hause aus anhängen, wollen aber die starken, die guten Eigenschaften hegen, fle lebendig und zugänglich machen allen Gliedern unserer Volksfamilie. Dann, meine Freunde, erfüllen wir unsere Pflicht dem neuen Vaterlande gegenüber in schönster Weise. JedeS deutsche Fest möge unS dran erinnern, daß wir eS im germanischen Geiste, als Verfechter des deutschen Ge. dankenS, im Gefühle unserer Zusam Mengehörigkeit und Brüderlichkeit zu begehen haben. ES belebe unS, und stärke uns in diesen Tagen der deutsche. Geist, und Jene, die unS schnöde ihren guten Willen versagen, möchte ich an Blüth. gen'S herrliqe Worte mahnend er innern: Wo der fremde Einfluß droht, Deutsche Lehrer, statt zu klagen. Eh' das Haupt ihr hebt zum Beten, Laß't die Kinder also sagen: Hilft unS auch die Treue wahre n, Herr, dem Stamme unserer Väter, Wer verleugnet, daß er deutsch. Sei wie Judas, der Verräther. Rauschender Beifall bewies, daß die Worte des Redners Wiederhall in den Herzen der Anwesenden fanden. Frl. H. Schilling trug nun den vom Redakteur der Freie Presse", Herrn Tröndle für die Gelegenheit ge dichteten Prolog vor und erntete reichen Beifall. Ein wirksames lebendes Bild schloß die schöne Feier, welche für die Erfül lung der VerbandSbestrebungen die schönste Anregung gab. H. O. Th. - Denkmal eines irrzchttährigen. In Avesnes-sur-Helpe im französischen Norddepartement wurde jüngst in Gegenwart des Kriegsministers Verteaux dem kleinen Trommle? Stroh oder Strop, der sich in der Schlacht bei Wattignies (16. Oktober 1793) besonders ausgezeichnet hatte, ein Denkmal gesetzt. Stroh hatte sich als Kjähriges Bürschlein dem 89. französischen Infanterieregiment angeschlossen und das Amt eines Trommlers übernommen. Als nun bei Wattignies die Franzosen unter Jourdan von den Oesterreichern hart bedrängt wurden, machte der kleine Trommle? unter eigener Verantwortung eine Schwenkung," stellte sich bei den Oesterreiche?n auf -und trommelte aus Leibeskräften zum Angriff. Die Oesterreichs? glaubten sich umzingelt und gerieten in Unordnung; als ihre Grenadiere schließlich den kleinen Helden bemerkten, schlugen sie erbittert auf ihn los, während er immer weiter trommelte. Er starb mit den Worten: A mois, les Patrioten!" (Zu Hilfe. Ihr Patrioten.) Diese Worte stehen auch auf dem Sockel des Denkmals, das den jugendlichen Trommler darstellt, wie er zum Angriff trommelt. Gedankensplitter. Die Liebe einer Mutter theilt sich nicht zwischen den Kindern sie vervielfältigt sich. Unter ungeschlifsenen Leuten kommt es leicht zu Reibungen. Wieviel Glück heucheln .die Frauen, um ihre Freundinnen zu ärgern. Auch Güte kann zur Leidenschaft werden. Eine interessante Oper a t i o n wurde kürzlich in einem Hospital in Columbus. O.. vollzogen, indem einem gewissen W. L. Kerr ein neues Paar Augenlider eingesetzt wurde, Kerr war durch eine Naturgasexplosion schlimm verletzt wo?den. wobei seine unteren Augenlider fast ganz abgebrannt wurden. Man bil dete nun neue Lider aus der Haut don Kerrs Vrm. Die Augen wurden dann genaht und verbunden. DaS Augenlicht war nicht in Mleiden-' schaft gezogen worden. : . 4. . - - 4 " ' - S i
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