Indiana Tribüne, Volume 29, Number 61, Indianapolis, Marion County, 3 November 1905 — Page 7

Jndiana Tribune, 3 November 1903

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ö Die brennende Frage 0 " 0 Humoristischer Noman 6 von M als tiatx Crtinrtdj Ö--0-,0--0--0--Q'-0 (Fortsetzung.) . Ich auch nicht," bestätigte die Gräfin nach einer Weile. Aber trotzdem muß etwas geschehen. Es ist ganz unmöglich, der Sache ruhig zuzusehen." Ja, was soll denn da aber noch geschehen?" fragte der Graf. Tu wirst Eibenthal sagen, datz es seine Pflicht ist, die Jsä zu heirathen, da er sie kompromittirt hat, und wirst selbst als Frciwerber für ihn bei ihrer Mutter anhalten." Tonnerwetter!" rief der Graf, stehen bleibend, das fällt mir gar nicht ein!" Was fällt Dir nicht ein?" Tu hast mir doch eben selbst gesagt, daß sie ihn nicht will!" Nicht will? Sie muß wollen! So wahnsinnig wird sie ja doch wohl nicht sein, den Eibenthal auszuschlagen, wenn er uin sie anhält. So ein dummes Ding sagt vorher manches. Aber wenn es drauf und dran kommt, macht sich die Sache gewöhnlich doch noch etwas anders. Und deshalb eben mußt Tu das in die Hand nehmen." Ich begreife gar nicht, Margarethe, was D i r eigentlich daran liegt?" Was m i r daran liegt? Aber lieber Joseph, nimm mir's nicht übel, manchmal verstehe ich Dich nicht. Die Eibenthals haben sich hier in der Gegend ansässig gemacht, über kurz oder lang wird der Hauptmann das Gut übernehmen, es heißt ja ohnehin, daß er seinen Abschied wird nehmen müssen, weil sein Arm steif bleibt; er ist ein netter Mensch, da will ich ihm also behilflich sein, seinen Stammbaum zu meliorisiren. Bitte,' bleib nia)t stehen.. Tu wirst Dich erkälten." Nun ja," sagte der Graf weiter gehend. Die Jsa ist ja im Grunde genommen ein nettes Mädchen " Ach was. nettes Mädchen!" rief die Gräfin, deren schwache Seite die Eifersucht war, erbost. Hübsch ist sie durchaus nicht! Erstens furchtbar mager und dann diese rothen Lippen! Gerade als ob sie sich schminkte! Aber aus guter Familie ist sie, und darauf kommt es an! Fahre nur heute Abend noch zu Eibenthal, das wird Dir gut thun, und bringe die Angelegenheit gleich in's Reine." Mir kommt es vor, als ob ich ein wenig Fieber hätte," wagte der Graf schüchtern zu entgegnen. Ztlllt Tu Dich nicht davon überzeugen, lieker Joseph?" sagte die Gräsin scharf. Gewiß." Der Graf nahm ein grünledernes Futteral aus der Brusttasche seines Rockes, öffnete es und zog ein Thermometer beraus, das er sich unter die Achselhöhle klemmte. Nach einer Weile nahm die Gräfin das Thermometer unter dem Arme des Grafen hervor und las. Ganz unbedeutend," fagte sie. Wenn Tu ein Glas Mandelmilch trinkst, wirst Du sofort wieder in Ordnung sein." Aber " Nichts aber!" rief die Gräfin erbost. Du trinkst Mandelmilch, läßt Spannen uno sayrn augenvttcrnu, nach Murstetten. Ich kenne Deine Ausflüchte. Ich habe mich heute mit diese? undankbaren Person ärgern müssen, und Tu bekommst bei dem bloßen Gedanken an eine Unterredung mit Eibenthal, der doch ein vernünftige: Mensch ist, Fieber. Ich lasse mich nicht blamiren," fuhr die Gräfin' fast schreiend fort. Die Sache muß arrangirt werden. Und zwar heute noch!" Der Graf trank zwei Glas von dem verordneten Beruhigungsmittel, zog ein Paar Sandalen an und befahl, anzuspannen. m Der alte Eibenthal, der stets über die kostspielige Bewirthung schimvfte. wenn Gäste zu ihm 'kamen, und doch unglücklich war, wenn sie ausblieben, stand in einem Drillichanzuge, einen mächtigen alten Panama auf dem Kopfe (dem Kostüme, in dem er seine Gemüseplantagen , zu inspiziren pflegte), schon seit geraumer Zeit vor dem Einfahrtsthore seines Schlosses und spähte in die Ebene hinaus, angeblich. um das Wetter zu beobachten. Endlich entdeckte er am Horizonte t einen Einspänner, neben , dem ein ' Mann auf dem Zweirade daherrollte. Das Wägelchen des Barons Kriegstein, von Victor Bäumcher begleitet. Sofort rannte er nach der Küche, um selbst, wie er stets that, seine Anordnungen bezüglich des Abendessens zu treffen. Schloß Murstetten. das in nicht allzulanger Zeit fünfmal den Besitzer a,cwechselt hatte und das durch jeden die.ser Besitzer um irgend einen Anbau erweitert worden war. ein Gewächshaus, ein paar Thürme, einen Seitenflügel Anbauten, Verbesserungen und Verschönerungen, die zusammen mindestens eine halbe Million gekostet hatten, ungefähr den fünften Theil der Summe, für die der aeschäftskluge Ba-

ron Eibenthal bei einer zwangsweisen Veräußerung das Gut entstanoen war von einem prachtvollen Parke umgeben, der nebst btn wundervoll gehaltenen Gemüseplantagen den Stolz des alten reichen GeiMlses bildete.

. Schattige Laübengänge zogen sich bis an den Fluß hinunter, Lusthäuschen, mit wildem Wein und Epheu bewachsen, flankirten den erhöhten Weg. der sich längs der Mauer hinzog. In dem einen dieser kleinen Lusthäuschen, zu dessen geöffneten Fenstern die milde Abendluft hereinströmle. ruhte auf einer japanischen Bambuschaiselongue, die Augen träumerisch über den Strom in die dämmerige Ferne gerichtet, der verwundete Eugen. Er trug den Arm in einer schwarzen Binde. Die Ver wundung war nicht so schwer gewesen, wie man zuerst geglaubt hatte, obwohl eine Steifheit des Armes wahrscheinlich zurückbleiben würde, da eine Sehne durchschnitten war. Seine starke Natur, der Aufenthalt in der kräftigenden Landluft hatten ihn bald die ersten kritischen Tage überwinden lassen, er sah noch ein wenig blaß aus, allein er sprach bereits davon, bald nach der Stadt zu fahren, um sich seinen Borgesetzten vorzustellen und persönlich um den nothwendigen längeren Urlaub einzukommen. Laute Stimmen, die sich näherten, weckten ihn aus seiner Träumerei. Er richtete sich auf. Der. Kiesweg daher kam sein Vater mit Baron Krieg stein, Nannie Kriegstein und Victor Bäumcher. Hier bringe ich Dir angenehme Gesellschaft." sagte der Ueine Alte, dessen mageres Gesicht unter dem RiesenstrohHute fast verschwand. Ah. das ist wirklich eine angenehme Ueberraschung," erwiderte Eugen, indem er galant der dicken Baronesse Nannie die handschuhlose Rechte küßte. Ein hübsches Fleckchen haben Sie sich da ausgesucht," sagte Kriegsiein, indem er an's Fenster trat. Ich glaube, man kann die Stadt von hier aus sehen." O nein, die ist . dem Auge wohl kaum erreichbar." entgegnete Eugen. Sie sagen das .dem Auge,' als ob Sie meinten, daß es etwas anderm nicht unerreichbar wäre. Und damit haben Sie recht. Es wird eine Zeit kommen, und ich hoffe, sie ist nicht mehr weit, da Niemandem mehr irgend ein Ort unerreichbar ist in des Worts verwegenster Bedeutung. Doch, lieber Eugen, ich habe ... ich will mir mit Ihrem Vater noch die neuen Gemüsebeete ansehen, Victor interessirt das auch " Gewin! Das beißt. Gemüse sind mir im Grunoe genommen zanz pimpe, ich bin mehr für Beefsteaks und Mousseuf, aber mitjefangen. mitlehangen!" sagte Bäumcher und lachte laut. Eugen runzelte die Stirn. Eine Terz, nicht wahr?" fuhr Bäumcher Eugen zutraulich angrinsend fort. Kenne das, das kitzelt. Selbst auf Mensur gestanden." Eugen wandte sich ostentativ ab. Kommen Sie, Victor," sagte Kriegsiein. Lassen Sie sich also in Ihrer Ruhe nicht stören." fuhr der Baron fort, Nannie wird Ihnen ein wenig die Langeweile vertreiben." Baron Kriegstein war heute zappeliger denn je, er zupfte unausgesetzt nervös an den Enden seines langen grauen Schnurr bartes und hatte es ungeheuer eilig, zu den Gemüsebeeten zu kommen, in Wahrheit jedoch mit dem alten Eibenthal und Victor allein zu sein. Denn heut: sollte ein Hauptkouv gegen den alten Geizhals ausgeführt werden. Heute mußte der Millionär unbedingt für das Unternehmen" geWonnen werden, für das selbst die schier unerschöpfliche Geldquelle Wieners nicht' mehr genügte, deshalb war auch Victor auf seinem neuen Zwcirad. das ihm die Fabrik richtig geliefert hatte, mitgekommen. Der alte Eibenthal ahnte noch nicht, wie theuer ihm die neuen Gemüsebeete zu stehen kom men sollten. Ich bin wirklich froh," sagte Nannie, die sich, als die Herren gegangen waren, auf einen Stuhl neben die Chaiselongue Eugens gesetzt hat!(. daß es Ihnen wieder so gut geht. Wir alle waren sehr in Anst um Sie." Nannie bohrte ihre Augen in das Muster der Bastmatte, die den Fuß-

boden bedeckte, schwieg ein paar 'ekünden und fuhr dann, indem sie ein wenig erröthete, plötzlich fort: Ihr Bruder weiß doch, was Ihnen vassirt ist, und wird sich wohl auch sehr geängstigt haben." Papa hat es ihm mitg?!beilt." antwertete Eugen und ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Mein Bruder hat mir auch geschrieben und mir aufgetra gen, Sie zu grüßen. Ich habe ihn zuletzt auf dem Annenball gesehen; er mußte, am Tage darauf in Dienst. Aber er kommt noch vor dem Herbstmanöoer nach Murstetten." Noch vor dem Herbstmanöver?" Ja. vor dem Herbstmanöv:r." Nannie strich sich eine Strähne ihres flachsblonden Haares, daö ihr über die Stirn heruntergefallen war. zurück. Sie werden Ihren Bruder jetzt sehr vermissen." Gewiß." Ich vermisse iminen Bruder' auch sehr. Mein Bruder hat mir einem Kollegen eine Reise gemacht und jetzt hab' ich Niemanden." Sie sah mit einem ängstlichen Blicke auf Eugen. Sie bedrückt etwas, Baronin," sagte der Hauptmann theilnahmsvoll. .Ich sehe es Ihnen an. Darf ich erfahren, was es ist? Wenn ich Ihnen helfen kann " Ach Gott, mein Papa " Was ist mit Ihrem Papa? Sprechen Sie frei; ich tankt Ihre Offenheit

nicht mißbrauchen.

Dieser Herr Bäumcher " Sie stockte. , Nun?" Ich glaube, er hat einen sehr schlechten Einfluß auf .Papa. Es ist ein schrecklicher Mensch!" Allerdings ... Wäre er nicht mit Ihrem Herrn Vater gekommen, so " Und'Hermann ist fort, und Mama getraut sich nicht " Sobald ich Gelegenheit habe, mit Ihrem Herrn Vater zu sprechen, werde ich ihm meine Meinung über den Herrn sagen." Es wird nichts nützen. Er ist ihm unentbehrlich bei seiner Erfindung." Der Hauptmann konnte sich nicht halten, trotz des traurigen Gesichtes Nannies laut aufzulachen. Sie lachen?" sagte Nannie kummervoll. Pardon, Baionin," sagte Eugen, ich lache ja nicht eigentlich über die Erfindung, aber . . ." Lachen Sie nur, die Erfindung ist noch nicht das Schlimmste." Nicht das Schlimmste?" Herr Bäumcher . . ." Sprechen wir doch nicht von diesem Herrn Bäumcher." Sie sah ihn hilflos an. Plötzlich wurde sie purpurroth und stammelte: Herr Bäumcher will mich heirathen." Aber das ist ja eine haarsträubende Frechheit!" rief Eugen aufspringend. Das ist unmöglich!" Er hat es Papa angedeutet, und Papa findet es vorläufig wenigstens gar nicht haarsträubend, er hält Herrn Bäumcher für ein Genie. Wenn die Erfindung erst fertig ist. dann will er seine Bewerbung nicht zurückweisen. Mama 'weint nur. Meinem Bruder habe ich schon geschrieben, habe aber noch keine Antwort. Jetzt wissen Sie. was mich drückt. Ich hale heute mitfahren müssen gegen meinen Willen oder vielleicht habe ich mich überreden lassen, weil ich eine Ahnung hatte, daß ich einen Menschen finden würde, dem ich mein Leid klagen könnte." Das war fr klug von ?lhnen." sagte der Hauptmann, ich glaube, ich kann Ihnen helfen." , j Sie?" Sie blickte auf. ..Ja, Baronin. Ahnen Sie nicht, wie ich Ihnen helfen könnte?" Um Gottes willen. Graf Unqnad kommt." rief Nannie. die dem offenen Eingange gegenüber saß, plötzlich. Ich werde zu Papa nach den Gemüsebeeten gehen. Ich danke Ihnen." Sie drückte Eugen die Hand und eilte davon. Nach ein paar Minuten trat G?af Ungnad. der von der andern Seite den Weg gekommen war, ein. Trotzdem die Luft sich schon abgelüblt hatte, schwitzte und prustete der dicke Baron doch genau so, wie seine Gattin es Mittags bei Jsaura gethan. Man sagte mir. daß ich Sie hier treffen werde. Nun, mein Lieber, erfreulicherweise so ziemlich wieder murn ter?" Ja. Ich danke. E macht sich. Bitte, nehmen Sie Platz. Oder soll ich Sie zu meinem Vater führen? Er zeigt Baron Kriegstein seine neuen Gemüsebcete." Nein, nein." schnaufte Ungnad, es ist mir im Gegentheil sehr lieb, Sie allein hier zu treffen. Denn ich komme gewissermaßen " .Nun?" Auch meine Frau meint " Was meint die Frau Gräfin?" Komtesse Jsa " Ich bitte, lieber Graf," sagte Eugen ernst, kein Wort weiter. Ich errathe, was Sie mir sagen wollen. Ich weiß, was ich zu thun habe." Aber um so besser, um so besser," rief der Graf erleichtert. Dann erlauben Sie also meine Frau meint, und ich bin selbstverständlich mit dem größten Vergnügen bereit dazu daß ich für Sie als Freiwerber zu Gräfin Thereje gehe!" Um diesen Dienst kann ich Sie leider nicht bitten. Ich danke Ihnen." Aber " Ich werde thun, was ich zu thun für meine' Pflicht erachte. , Aber ich ganz allein. Wie gesagt, ich danke Ihnen, Herr Graf." Nun gut, wenn Sie es nicht für nöthig halten " In diesem Augenblick hörte man die laute Stimme Victor Bäumchers. der mit den beiden alten Herren und Nannie den Weg von den Warmhäusern her kam. Ungnad und Eugen gingen den Kommenden entgegen. Tcr alte Eibcnthal sah sehr blaß aus, er schien zerstreut und blieb auch den ganzen Abend über einsilbig.. Desto lauter schnatterte Victor, und trank bei Tisch eine Flasche Rheinwein nach der andern leer, daß schließlich seine Nasenspitze so funkelte wie die Laterne an seinem neuen Zweirad. Auch Baron Kriegstein war ungeHeuer aufgeräumt und hielt lange Reden über seine Erfindung und ihre Folgen. Das Jahrhundert," sagte er. neigt sich dem Ende zu. deshalb darf keine Zeit verloren werden. Dieses Jahrhundert nennt man das Jahrhundert der Erfindungen, ich glaube, vorderhand nicht ganz mit Recht. Denn die bedeutendsten Erfindungen wurden zu Ende des vorigen Jahrhunderts gemacht und die Verwerthung der elektrischen Kraft liegt noch in .den Kinderschuhen. Man spricht heute zwar von einem Fernseher, aUt ich glaube nicht an ihn, bis ich ihn in der Nähö gesehen habe." .Bravo!" rief BgumcherMem er

sich von Neuem 'einschenkte.' Daraus trinken wir einmal!" ' Ich erlaube mir. an ihn nicht zu glauben, bis ich ihn in der Nähe gesehen habe." wiederholte Kriegstein. Das Jahrhundert wird seinen Ehrentitel erst verdienen, wenn es durch meine' Erfindung, diese Erfindung katerochen, gekrönt worden ist. Ja. meine Herrschaften, sozusagen, vor Thorschluß werde ich dem Jahrhunderte die Krone auf's Haupt setzen, dem nachsten Jahrhundert ist die Ernte meiner Aussaat vorbehalten. Meine Erfindung wird von dem Augenblicke an, da ich mich mit mächtigen Schwingen triumphirend über die Häupter der Zweifler erhebe, gewaltige Bewegungen so

fort zum Stillstand bringen und noch gewaltigere entfachen. Ich meine, sie wird das Kriegsgeschrei und den Nationalitätenhader in die Kinderstube oder in's Narrenhaus bannen, ' man wird abrüsten, es wird sozusagen keine brennende Frage mehr geben, weder in sozialer noch in nationaler Beziehung, man wird sich zu neuen Thaten des Friedens und der Menschenliebe waffnen!" Tarauf trinken wir einmal!" rief Viktor und schenkte sich abermals das Glas voll. Schurken!" murmelte der alte Eibenthal, als die Gäste endlich davongefahren waren, indem er in einen Lehnstuhl sank. Was ist denn, Papa?" fragte Eugen besorgt. Sie haben mich um einen großen Theil meines Vermögens gebracht " stammelte der Alte. Wie?" Sie haben mich nicht aus dem Zuckererbsenbeete herausgelassen, bis ich für Dings das Unternehmen t t taufend Gulden gezeichnet habe." Eugen brach in ein schallendes Gelächter aus. Während Graf Ungnad in seinem Wagen durch die Nacht dahinfuhr, dachte er an den Ausgang seiner Sendung. Ein unbehagliches Gefühl überkam ihm dabei. Er hatte seine Sache nur halb durchgesetzt, und seine Frau hatte recht, wenn sie ihm zürnen würde. Uebrigens, fuhr er in dieser Gedankenreihe fort, es war nicht möglich, bei meinem leidenden Gesundheitszustande durfte ich mich nicht nocb mehr aufregen. Jcy glaube wirklich, das Lieber hat zugenommen. Ob es wohl gut sein wird, wenn ich von morgen ab zu der Citronenkur meine Zuflucht nehme? Cie foll Wunder thun, wie in dem gelben Heftchen steht, das man mir neulich aus der Stadt unter Kreuzband zugeschickt hat . . . Auch gegen Rheumatismus soll sie, glaube ich, helfen ... Ja. Margarethe und ich. wir werden von morgen an eine Citronenkur durchmachen.' das wird uns beiden gut thun . . . Freiwerber oder nicht Frciwerber, die Gesundheit ist die Hauptsache; wie man sich die Gesundheit erhält, das ist die brennende Frage in unserem ungefunden Jahrhunderte 10. Kapitel. ugen Eibenthal saß in die Polster zurückgelehnt im Wagen und athmete mit dem dankbaren Behagen des Genesenden in tiefen Zügen die würzige Morgenluft. Eine wunderbare Ruhe war in ihm eingezogen, ttnD wie öie sommerliche Landschaft so klar und sonnenverklärt lag das Leben vor ihm. Seit dem Zweikampfe, seit dem Erwachen aus der tiefen Ohnmacht, die der starke Blutverlust verursacht, hatte er ein Gefühl reineren Lebens, einer gesteigerten Schwungkraft' der Seele, eines sanfteren und gleichmäßigeren Herzschlages, und alle seine Gedanken waren leicht, als hätten sie Flügel. Es war, als ob nur das Unreine und Böse aus seinem Blute gewichen sei. Er dachte sogar ohne Groll seines verkommenen Gegners, der ihm jetzt wie ein Werkzeug der Vorsehung erschien, ihn auf den rechten Weg zu lenken. Denn er war wohl jetzt auf dem rechten Wege. .Während der kurzen Tage seines Wundfiebers war es ihm klar und immer klarer geworden, daß er Jsa, die stolze Jsa. liebte. Als sich gestern Graf Ungnad ihm als Freiwerber angeboten hatte, durfte er dem plumpen, aber doch gutmüthigen Manne sagen, daß er längst wisse, was zu thun er für seine Pflicht erachte. Ungnads Plumpheit hatte ihn kaum verletzt. Nicht Ungnad allein, alle Welt würde wohl den Schritt, den er jetzt zu thun im Begriffe war, erwarten und billigen. Ein Glück für ihn, daß er dabei nicht der Konvenienz ein Opfer zu bringen brauchte, daß er nicht als ein Gezwungener, ein durch die Umstände Getriebener um Jsa zu werben ging. Warum er nicht schon längst geworben hatte? Darüber wußte er sich selbst nicht ganz klare Rechenschaft zu geben. Bei der ersten Begegnung mit Jsa vor länger als zwei Jahren schon hatte er die Empfindung gehabt, das Wesen, das sein unbefriedigtes Herz bisher vergebens gesucht, vor sich zu sehen. Seine Seele war ihr jauchzend zugeflogen freilich nur seine Seele vielleicht hatten auch seine Augen gesprochen und auch in ihren Augen hatte es damals be! jener ersten Begegnung seltsam aufgeleuchtet. ' (Fortsetzung folgt.) j Der Weinbau in Frankreich beschäftigt 2,000.000 Men-schen.

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