Indiana Tribüne, Volume 29, Number 61, Indianapolis, Marion County, 3 November 1905 — Page 6
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Europaische Nachrichten. Kessen'Zarmstadt. Darmstadt. Kürzlich wurde
der , Streaenaroelter Ludwig Schmnloser aus Aryelllgen, als er versuchte. noch vor einer fahrenden Lokomotive über die Brücke der Mam - NeckarBahn, welche in der Nähe der Hammelstrift über die Ried- und Mainzer Bahn führt, zu gelangen, von der Lokomotlve angestoßen. Er fiel infolge dessen von der Brücke herunter auf die Böschung des unterenBahnkörpers und trug schwere innere Verletzungen davon. Von der Sanitätswache der Merck'schen Fabrik wurde Schleinkofer verbünde und dann mittelst des städtischen Krankenwagens m das Krankenhaus verbracht. Der Unglückliche rst bald darauf seinen Verletzungen erlegen. Vrernheim. Hie? versetzte nach einem Wirthshausstreit der Händler Wilh. Kaempf dem Taglöhner Weidner einen Messerstich in den Kopf. Die Waffe drang bis m's Gehirn. Der Getroffene, welcher über eine sonderbare Konstitution verfügt haben muß. begab sich trotz d schweren Verwun dung wieder in's Wirthshaus zurück und trank noch mehrere Glas Bier. Dann legte er sich im Freien Mafen. Spater machten sich die Folgen der Verletzung in Lähmungserscheinungen bemerkbar, die allmählich den ganzen Körper ergriffen und den Tod herbeiführten. Kaempf wurde verhaftet, leugnet aber die That. G r e ß e n. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr beging in festlicher Weise unter Theilnahme der Behörden und Betheiliquna der aanzen Bevölkerung die Feier ihres 60jährigen Bestehens. Aus diesem Anlaß hat der Großherzog dem hiesigen Kreisfeuerwehr - Jnspektor Martin Loos das silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen, dem Georg Schneider, Karl Neuling, Ludwig Friedrich, Franz Wiegandt, Robert Sattler, Georg Atzbach und Philipp Mootz, sämmtlich hier wohnhaft, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift Für Verdienste", dem Karl Moll Hierselbst das Band des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen verliehen. Mainz. Kürzlich stürzte em TLnchergeri'.st zusammen, wobei der 60jährige Tüncher Johann Vlenz von hier abstürzte und sich erheblich verletzte. Er wurde in's Rochushospital gebracht. Wayern. München. Unter den kürzlich mit dem Rothen Adlerorden 4. Klasse Dekorirten befindet sich auch der hier wohlbekannte k. bayerische Zollmspektor Adolf Kätzlmeier m Frankfurt a. M., der lange Zeit am Münchener Hauptzollamte 1 thätig -war. 1 A n s b a ch. Der rn Burgfarrnbach einquartiert gewesene Ulanenunteroffizier Ott von hier, der von dem Taglöhner Peter Knorr überfallen und mit einem Holzscheit Niedergeschlagen wurde, ist, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, im Militärlazar'eth Nürnberg gestorben. D l l l ? n g e n. Die Leiche des kürzlich hier in der Donau verunglückten pensionnten Volksschullehrers Wendelin Kanzler wurde bei Menning unterhalb Jngolstadt aus der Donau gezogen und nach hier uoergeführt, wo die Beerdigung stattfand. Elsensteln, Kürzlich sind hier bei einem Brande der Schuhmacher Watzka, seine 16jährige Tochter und die 20jährige Nichte des Schuhmachers auf gräßliche Weise um's Leben ge kommen. Die Frau des Watzka und einer seiner Söhne erlitten lebensgefährliche Brandwunden. Kannenbach. HZer wurde der in den fünfzig Jahren stehende Gut ler Kajetan Schmidhuber todt vor dem Bette aufgefunden. Sein Junge sah ihn schon längere Zeit liegen, glaubte aber, der Vater schlafe so lange, bis er endlich doch zum Bürgermeister ging und Anzeige machte. Schmidhuber lebte mit seiner Frau m Streltlgke:ten. die Frau hatte ihn verlassen. Lindau. Der Gehilfe August Vaumann wollte im hiesigen Bahnhof auf einen noch rm Gange befindlichen Schnellzug aufspringen, kam aber zu Falle und wurde schwer verletzt unter dem Zuge hervorgezogen. Pleinfeld. Vor Kurzem ge rieth der beim Bahnmeister beschäf tigte Vahnarbeiter Joseph Zottmann beim Verschieben mehrerer Wagen, die er zusammmkoppeln sollte, zwischen die Puffer zweier Wagen, wodurch ihm der Brustkorb vollständig eingedrückt wurde. Der Tod trat sofort ein. Sixthaselbach. Während eines letztens über unsere Gegend aezo genen Gewitters schlug der Blitz in das Anwesen des Oekonomiebesitzers Obermeier Hierselbst. Eine Person wurde getödtet, sechs Personen wurden betäubt. . W u n s i c d 1 1. Die Kaiserin ha! der hiesigen Schlltzengesellschaft zum hundertjährigen Jubiläumsschießen ein prächtiges Brustbild, den Kaiser in der Uniform des Garde - KürassierRegiments in Lebensgröße darstellend, als Geschenk übermitteln lassen. WUrttemverg. Stuttgart. Der rm zeitlichen Ruhestand befindliche Oberjustizrath Egaert, Vorstand des vormaligen hie-
sigen Zuchthauses, wurde im aktiven Dienst wieder angestellt und unter Belassung in seinem persönlichen Rang auf der 6. Rangstufe zum Vorstand des Landesgefängnisses Hall ernannt. G ö p p i n g e n. Hier ist das Dampfsägewerk von Joh. Weber voll-
ständig niedergebrannt. Der Schaden an Gebäuden, Maschinen und Holzvorrathen betragt weit über 150,000 Mark. Herbrechtinaen. Vor Kurzem feierten in außergewöhnlicher Rüstigkeit der Bauer -Geora Ischinaer und seine Frau das Fest der goldenen Hochzeit. Der Ehemann ist 84, seine tfrcm l Jahre alt. I s n y. In der in de r Wasserhorstraße gelegenen Bierbrauerei Äum Ochsen, G. m. b. H., die zugleich auch Rasthof ist, brach aus unbekannter Ursache Feuer aus, das nach angeTL I oit I . I f t firengier yaiigieir oer euerweyr, oie sich sofort auf die Rettung der innliegenden Gebäude richtete, gelöscht werden konnte. Das mittlere Gebäude des Anwesens, die Wirthschaft, ist abgebrannt, ebenso von der Brauerei der obere The'ü. Neckarweihingen. Unlängst ertrank beimBaden in der hiesigen Mini" irjc . ; r -.... . , rr tliarfcyloimmicyllie oer unierossizier Schlotterbeck von der 5. Compagnie des Infanterie - Regiments No. 121. Die Leiche wurde geborgen. Reu Hingen. Mit der dieser Tage verstorbenen Frau Lene Aickelin, geb. Engel, Wittwe des ehemaligen Photographen Aickelm, ist die letzte hier noch wohnhafte Nichte Friedrich List's aus dem Leben geschieden. Sie war die Tochter einer Schwester des großenNationalökonomen und erreichte ein Alter von nahezu 94 Jahren. S ch r a m v e r g. Oberreallehrer Bauer von Alpirsbach hat sich in Vöhrenbühl, Gemeinde Lauterbach, wo er sich zur Kur aufhielt, aus Furcht, in eine Irrenanstalt verbracht zu werden, in die Brust geschossen. Er wurde sofort in das hiesige Spital gebracht, wo er bald darauf starb. Tübingen. Dieser Tage ist hier der ordentliche Professor des Vermaltungsrechtes Dr. v. Jolly infolge eines Schlaganfalls im 63. Lebensjahre unerwartet rasch gestorben. Zuffen ya usen. Vor ewiger Zeit beging der älteste hiesige Bürger, Jakob Scholpp sr., der voriges Jahr seine diamantene Hochzeit feierte seinen 90. Geburtstag. 'Maden. Karlsruhe. Im 71. Lebensjähre starb hier Ministerialdirektor a. D. Staatsrath Eugen Zittel. I dem Verstorbenen ist ein tüchtiger Be amter, der dem badlschen Staate nahezu 50 Jahre hindurch treue und werthvolle Dienste geleistet Hat, dahingegangen. E b e r b a ch. Hier wurde der 23jährige Adolf Kienzer, der für nicht vollnnmg galt, verhastet, well er eine Menge Einbrüche und andere Diebereien begangen hat. Außer einem Laaer gestohlener Gegenstände förderte die Haussuchung ein wahres Arsenal zu Tage. Bei semer Verhaftung schoß Kienzer auf den Polizeidiener, traf aber nicht. Im Amtsgefangnlß oe ging er dann durch Erhängen Selbst mord. Gernsbach. Dieser Tage wurde hier Frau Elisabeth Händel zu Grabe getragen. Sie hat em Alter von nahezu 100 Jayren erreicht und war trotz der hohen Last der Jahre noch überaus rüstig. Heidelberg. Unlängst beging der Vertreter der praktischen Theologie an der hiesigen Universität Geh. Klr chenrath Professor Dr. H. Vassermann sein 2ojähriges Jubiläum als o. Professor. Wassermann ist 1349 in Frankfurt geboren. Leustetten. Kürzlich brannte das Anwesen des Landwirths Eduard Stehle nieder. Der Schaden beträgt ca. 9000 Mark. Von den Fahrnissen konnte nur Weniges gerettet werden. Mannheim. Musikdirektor Al brecht Hanlein feierte mit seiner Ge mahlin das Fest der silbernen Hoch zeit. Pforzheim, Glasermeister Ad. Schwerdt sr., der auf dem Glasdache des inneren Bahnsteiges mit Reparaturen beschäftigt war, brach bei der Arbeit durch und stürzte so unglücklich, min er nacy rurzer Jen oen erlittenen Verletzungen erlag. Reisen. Ein gräßliches Unglück hat sich in der Mühle der Wittwe Heinrich Muller hier ereignet. Der 20jährige Mühlbursche Peter Büchler aus Schönmattenwag wurde vom Kammrad erfaßt und in 'das Mühlwerk gezogen, wo er am ganzen Körper, besonders aber am Kopfe, furchtbar zerquetscht wurde. Der bedau ernswerthe Bursche, der in diesem Herbst zum Militär einrücken sollte, war sofort eine Lerche. Wyhlen. Hier wurde das An Wesen des Eduard Strohm durch Feuer zerstört, wodurch ein Schaden von etwa 5000 Mark entstand, yeinpfakz. Dudenhofen. Vor einiaer Aeit betraf den Bäcker und Wirth Adam Meier hier ein schweres Unglück. Meier besitzt einen Gasapparat, den er mit Gasolin anfüllte. Er ließ jedoch aus Vergeßlichkeit den Hahn offen stehen, so daß sich bei dem in Thätigkeit befindlichen Apparat der ganze Kellerräum mit Gas. anfüllte. Meier erin-
nerte sich, da sich der Gasgeruch bemerkbar machte, daß er die Schließung des Hahnes vergessen, ging in den Raum und schloß den Hahn. Als nun die Dämmerung eintrat, wollte
Meier sich nochmals von der richtigen Thätigkeit des Apparates überzeugen. gmg in den Raum, zündete em Zündholz an und das Unglück war geschehen. Meier wurde durch die Explosion des Gases gegen die Thür geschleudert und erlitt sehr schwere Brandwunden. Eisenberg. Kürzlich verunglückte dahier in einer Thongrube der Erdgrubenarbener Georg Muller von hier, indem er durch herabfallende Thonmassen erschlagen wurde. Er wurde zwar noch lebend hereingebracht. starb aber, bevor die Aerzte mit operativen Eingriffen beginnen konnten. Kaiserslautern. Hier ließ sich der Anfang der 40er Jahre stehende Fabrikarbeiter Peter Hofer auf dem Rangierbahnhofe überfahren. Der Kopf wurde ihm vom Rumpfe getrennt. Dieser Tage starb nach kurzem Leiden einer der ältesten Mitbürger unserer Stadt, der 84jährige Ziegeleibesitzer Daniel Keller. Ludwigs Hafen. Die vor ei niger Zeit im Stadtpark aufgefundene Leiche ist mejemge des 56iahrigen Da niel Rüder aus Höhn - Urdorf. Der Mann hatte fünf ärztliche Zeugnisse über ein unheilbares Rückenmarksleiden in der Tasche und hat die That jedenfalls aus Verzweiflung hierüber begangen. Sankt Martin. Letztens hat sich der in den 30er Jahren stehende Andreas Moll hier in seiner Vehausung erhängt. Mißliche VermögensVerhältnisse waren die Veranlassung zu seiner That. I e i s k a m. AIs der hiesige Äckerer Jak. Ullmeyer seinen Wagen beHufs Reparatur zur Schmiede brachte, fiel er daselbst zu Boden und war sofort eine Leiche. Es scheint, datz ein Herzschlag seinem Leben ein Ziel gesetzt hat. Ullmeyer ist etwa 50 Jahre alt. ßrsakZ'Lothrinaen. Stranbura. Verlieben wurde dem hiesigen Geheimen Rechnungsrath Höper, bisher Bureauvorsteher im Minisierium für Elsaß - Lothringen, der Rothe Adlerorden dritter Klasse mit der Schleife, dem Katasterkontrolleur a. D. Alfred Barty.mer elv t unv ocm Oberlehrer a. D. Johannes Ziemendorf zu Mühlhausen der Rothe Adlerorden 4. Klasse. Diedenhofen. Die Leiche des am 5. September 1839 hier geborenen Anton Baun ist aus dem Rbein-Mar-ne - Kanal zu Nancy gezogen m M, , I und m's anatomische Institut georacyl worden. Sie trug keine Spuren von Verletzungen. Hayingen. Die Firma de Wendel beabsichtigt zwei neue Hochöfen zu errichten. Diese sollen m ver 'caye des Werkes Platiniöre, wo sich noch keine Oefen befinden, erbaut werden. Kneuttingen. Ein gräßlicher Unglücksfall ereignete sich hierselbst. Der Hüttenarbeiter Vlasius war mit Schmieren einer Vumpmaschine beschäftigt. Er kam dem Zahnrade zu nahe und wurde von demselben an der Lendengegend erfaßt und elendiglich zermalmt. R e i ch w e i l e r. Der Ackerer Becke: von bier wollte mit seinem Pferde nach Hause fahren. Das Thier ging gegen die Tränke zu. Becker gab ihm einen Fußtritt, blieb aber mit dem Fuß in den Stränaen hänaen und wurde 500 bis 600 Meter weit geschleift. Er erhielt o schwere Verletzungen, daß er starb. Die Nase war ibm vollständia aus dem Gesichte gerissen; außerdem hatte er Arme und Beme doppelt gebrochen. Mecilrenvurg. Schwerin. Dieser Tage feierten' das Fest der nldenen Hochzeit der Leibsatteldiener a. D. Heinrich Behrns und Frau hierselbst, das Schiffszimmermann.Lange'sche Ehepaar und das Arbeitsmann Lüttich'sche Ehepaar, beide in Ribnitz. Der Großherzog ueß den Jubelpaaren je em huldvol les Glückwunschschreiben zugehen. 'B Z e st o w. In feinem 72. Lebensjähr starb hier der Pastor emer. Eduard Niemann, früher zu Kessin. Der Dahingeschiedene wurde als Sohn des Pastors Nlemann zu Hohen-Vie cheln geboren, er war von 1860 bis 1864 Lehrer an der Realschule zu Schwerin, 1864 bis 1867 Rektor in Doberan und wurde am 20. Januar 1867 durch Stimmenmehrheit zum Pastor in Kessin gewählt. Johannis 1890 trat er in den Ruhestand und verlegte seinen Wohnsitz nach Rostock. P a r ch i m. 'Der König von Preußen hat dem Gymnasiallehrer Reumann den Kronenorden 4. Klasse veruehen. R e d e f Z n. Letztens begab sich der Müllerlehrlmg Withun, der beim Mllhlenpächter Hahn hierselbst in der Lehre war, nach der großen Freischleuse an der Sude, um die dort von sei nem Meister aufgestellten Fischnetze nachzusehen. .Hierbei ist Withun, der an epileptischen, Anfällen schon früher gelitten hat, wahrscheinlich msolge el nes solchen Anfalles, in die Sude ge fallen und ertrunken. Die Leiche des Verunglückten wurde später an einer flachen Stelle im Wasser aufgefunden. Deutlich. Gast (der seit mehreren Stunden bei einem Schoppen Bier sitzt): Fellner, was zum Lesen!" .Hier, bitte die Speisekarte!" '
?cr todte Zug. Militar-Humoreske von Teo von Torn. Die Ausbildung der 'Truppe ist nach richtigen Gesichtspunkten erfolgt, wenn sie das kann, was der Krieg erfordert, und wenn sie auf dem Ge-
echtsfelde nichts von dem wieder abzustreifen hat, was sie auf dem Exerzierplatz erlernte. Also steht es geschrieben und zwar , mit fetten Buchstaben am Schlüsse des 2. Theiles des Evangelii, o dem Soldaten gegeben ist m dem Exerzier - Reglement für die Jnfanerie Neuabdruck unter Einfügung der neuen Notirung der Signale vom Juni 1897." Dieser Satz ist das Agens allen Schleifens und Bimsens. Er ist das eherne Gesetz, dem jeder Vorgesetzte nachzuleben hat, bis die Erde ihn deckt oder der Cylinderhut. Im Verfolge dieses Satzes hebt der Rekrut aus Kachubien erst das unke und dann das rechte Bein, und immer wieder, bis er unter der freundlichen Zurede seines Unteroffiziers gelernt hat, die besagen beiden Beme ohne zu schlankern vorwärts zu bringen, die Fußspitzen ein wenig nach unten und auswärts zu biegen und dann den einen Fuß ganz flach und leicht in einer Entfernung von 80 Centimeter vom andern auf den Boden zu setzen. Im Verfolg dieses Satzes liegt es ferner, wenn ein verzweifelnder Häuptling vermeint anstatt einer Kompagnie eme KämetKarawane zu leiten, wobei er die Herren Leutnants nur aus Höflichkeit ausnimmt. Endlich bedingt dieser Satz auch, daß die richtigen GesichtsPunkte" auf dem Gefechtsfekde erprobt werden. Da es leider nicht möglich ist. alle Jahre rm September einen Krieg anzufangen, so vollzieht sich die erforderliche Probe auf die Gesichtspunkte und auf das, was der Krieg erfordert, im Manöver. Es gibt namentlich unter den Eivilisten unkluge Leute, welche den Werthdieser militärischen Einrichtung bedeutend unterschätzen. Sie sind der rw n- ri r v i ceinung: im zrnniaue rommi es erftens immer anders und zweitens wie man denkt. Aber das ist durchaus nicht der Fall. Es ist selbstverständ-' lich, daß zwischen einem Manöver und emem wirklichen Kriege kleine Unterschiede bestehen Unterschiede, etwa wie zwischen einem richtigen Gewitter und Theaterdonner. Wie man jedoch in unserer naturalistischen Zeit bestrebt ist, die Bühnenerscheinungen der Wirklichkeit möglichst ähnlich zu machen, so geschieht das auch, mit den großen Kriegsspielen im Gelände. Einer der größten Wirklichkeitsfanatiker war der Oberst von Ramsen. Nach seinem Wunsch und Willen war das Manöver em peinlich genaues Spiegelbild des Ernstfalles, bis in die kleinsten Einzelheiten. Im Regiment ging die Sage, daß er vor dem Abzug m's Manöver sein Haus bestelle, em rechtsgültiges Testament errichte, seine Kinder segne und von der rundlichen kleinen Frau Oberst einen so zärtlichen, tiefbewegten Abschied nehme, als wenn das Loch in den Vogesen' thatsächlich wieder einmal undicht geworden wäre. Schon viele Wochen vor dem Feldzug" sorgte er dafür, daß den Mannschaften nicht nur der letzte Drill, sondern auch eine gewisse Kriegsbegeisterung imputirt. wurde. In den Jnstruktionsstunden mußte auf die bevorstehenden glorreichen Tage" hingewiesen werden und wehe dem Offizier, der es in dieser Richtung an dem nöthigen Nachdruck und sittlichen Ernst fehlen ließ. Leutnant Mathesius, welcher überhaupt geneigt war. alle Dinge von der humoristischen Seite zu nehmen, hatte vierundzwanzig Stunden Helgolano" bekommen, weil er das Lonmot aufgebracht: Zwischen Krieg und Manöver besteht für einen tapferen Regimentskommandeur nur folgender Unterschied: Im Kriege wird er erschossen, im Manöver ist er erschossen. Die Bestrafung war durchaus am Platze, denn der Witz entbehrte jeder thatsächlichen Unterlage. Oberst von Ramsey galt als ein hervorragend befähigter Stratege, dem nach dem Manöver die rothen Streifen winkten. Er hätte sie längst gehabt, wenn der Himmel sein allabendliches Stoßgebet erhört und ihm einen einzigen kleinen Krieg beschert hätte. Das Regiment war im Manöver. An einem der heißesten Schlachttage hielt der Oberst auf einem Hügel, von dem aus er die Thätigkeit seiner weit auseinandergezogenen Truppen controlliren konnte. Sein Soldatenherz hüpfte vor Freude wiewohl es im Grunde - dazu wenig Veranlassung hatte. An höherer Kommandostelle war ein schwerer taktischer Fehler gemacht worden ein Fehler, der leicht auf ihn zurückfallen konnte. Ist es doch eine bekannte und nicht nur beim Militär beobachtete Erscheinung,' daß die höheren Götter für eine Dummheit immer die niederen verantwortlich machen. Das Regiment war in geradezu unverantwortlicher Weise durch denBrigadekommandeur exponirt worden. Im Ernstfalle wäre . nicht ein Tornister gesund geblieben. Die Schiedsrichter vertheilten denn auch an allen Ecken und Enden die gelben ??äbnlein mit dem schwarzen Kreuz. welche anzeigten, daß die betreffenden Truppen todt oder schwer verwundet.
jedenfalls aber außer Gefecht gesetzt seien. Trotzdem sah der Oberst mit leuchtenden Augen auf das wundervolle militärische Schauspiel bis plötzlich, sich sein Antlitz verfinsterte. Er schaute angestrengt durch sem Prismenfernrohr, schüttelte den Kopf und schaute wieder. Hören Sie mal, Schmeeling wandte er sich darauf an seinen Adju tanten, da drüben jenseits des Flurbache, am Waldrand da ist doch ein Zug der dritten Kompagnie unseres zweiten Bataillons?" Zu Befehl, Herr Oberst," erwiderte der Adjutant, nachdem er ebenfalls durch seinen Krimstecher hinübergeäugt. Sind denn die Leute nicht todt?" Zu Befehl, Herr Oberst. Der Zug ist außer Gefecht gesetzt." Ja, zum Donnerwetter nochmal nennen die Leute das todt sew? Die Kerls hüpfen ja herum wie die Wahnsinnig gewordenen Lämmerschwänzel Spielen Ringelreigen oder Verstecken oder sowas! Da soll doch ein dieser und jener 'reinschlagen! Wer .ist der Zugführer?" Leutnant Matthesius, wenn ich nicht irre." Natürlich, Herr Leutnant Matthesius! Faule Witze machen, das kann er. Sonst aber auch nichts. Nicht einmal todt stellen kann er sich. Wie oft habe ich gesagt, daß auch in dieser Hinsicht der Wirklichkeit nachgekommen werden muß. Wer todt ist, bleibt auf dem Fleck liegen, bis die Sanitätskolonne sich seiner annimmt oder die Uebung überhaupt abgeblasen wird.
Schicken Sie sofort eine Ordonnanz herüber: Der ganze Zug wird bestraft, wenn sich noch em Mann von der Stelle rührt. Keine Bewegung will ich mehr bemerken." Die Ordonnanz ritt ab, aber der Effekt blieb aus. Die Todten an: Waldrande schienen ein Kasperlethea ter aufzuführen, so mobil bewegten sie sich umeinander. Der Oberst war zunächst starr. Dann setzte, er seinem alten Friedrich Wilhelm ein paar Eisen ein, daß er Quiek machte und noch etwas und stürmte in wilder Pace über das Schlachtfeld. Je näher er vlam, desto deutlicher wurde es. daß die Erschossenen sich an einem Krakowiak oder einem ähnlichen temperamentvollen Tanze vergnügten. Herr Leutnant! Herr Leutnant Matthesius!" schrie der Oberst schon von Weitem. Plagt Sie der Teufel oder wissen Sie nicht, wie man sich zu benehmen hat, wenn man todt ist?! Ich erkläre Ihnen, Herr Leutnant " Der Oberst blieb die Erklärung und jedes weitere Wort schuldig. Leutnant Matthesius hielt sich nicht einmal ruhig, als er vor seinem Kommandeur stand. Er schudderte zusammen und kratzte sich, als wenn er in einer oberbayerischen Sennhütte übernachtet hätte. Verzeihen der Herr Oberst pBcr hier kann man unmöglich todt bleiben. Wir liegen auf fünf rebellisch gewordenen Ameisenhaufen. Bitte gehörfamst, an einer anderen Stelle sterben zu dürfen." Das geänderte Bild. Der berühmte Maler Adolf v, Menzel erzählte eine Geschichte von einem' Bilde, das sein Freund Markheim an eine vornehme Kunstliebhaberin verkauft hatte, die später fand, daß das Bild sie nicht so befriedigte, wie es ihr beim ersten Eindruck erschien. Sie ging mit dem Bilde zu einem anderen Maler und sagte diesem: Ich finde, dem Bilde fehlt etwas Leben; würden Sie vielleicht einen Mann und eine Frau auf den Weg malen, der durch den Mittelgrund geht?" Gewiß." sagte der Maler und that, was gewünscht war. Als er nachher Markheim traf, erzählte er ihm: Ich habe mir gestattet, auf Wunsch der Baronin, der Sie Ihr Bild verkauften, ein Menschenpaar auf den Weg zu malen." Markheim stutzte: Auf d.?n Weg?" fragte er, auf welchen Weg?" Nun den Weg. der mit!en auf der Landschaft erscheint." Ich wüßte nicht, daß ich einen Weg darauf gemalt hätte." meinte Markheim. Schließlich gingen beide Maler nach dem Hause der Paronin, um sich das Bild anzusehen. .Also," sprach der Maler, hier ist Ihr Weg und hier sind meirte Bauern, die darauf spazieren." Menschenskind!" schrie Markheim auf. was ist Ihnen eingefallen, das ist ja kein Weg, auf dem Ihre Bauern laufen das ist ja ein Fluß." I m E i s e r. Erster Schauspieler: Renommiren Sie nicht so mit der günstigen Kritik Ihrer letzten Leistung die ist doch wieder von Ihnen bezahlt! Zweiter Schauspieler: Unverschämte Behauptung! Merken Sie sich das von mir ist überhaupt nichts bezahlt!" Von der Schmiere. Direktor (zu einem unbeliebten Schauspieler, der sich hinter die Coulissen flüchtet): Sie müssen unbedingt nochmal hinaus. . . Der Herr Bürgermeisie? hat bis jetzt immer daneben ge-troffen!"
