Indiana Tribüne, Volume 29, Number 61, Indianapolis, Marion County, 3 November 1905 — Page 3
Jndiana Tibüne, S. November 1905
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ituation
In St. Petersburg angeblich besser, Städten um so schlechter.
Revolution zu Helsingfors. Deputation der Bürgermeister bei deutschem
Reichskanzler. Der König voa Griechenland confenrt mit dem Kaiser.
Nuklan. Revolution. Warschau. 2. Nov. Jnfan. !er!e feuerte heute Nachmittag in eine Menschenmenge ; 2 Personen wurden getödtet, 7 verwundet. In vielen Theilen der Stadt kam es zu kleineren Krakehlen. Die Sozialisten greifen die patrioti schen Umzüge an. Orel, 2. Nov. Antisemitische Krawalle hat es hier gegeben. Viele Personen wurden getödtet oder verwundet; Laden wurden geplündert. Odessa, 2. Nov. Hier herrscht Anarchie. Banden von Hunderten sogenannter Loyalen", durchziehen mit Fahnen und Heiligenbildern unter Absingung der Nationalhymne die Straßen und zer trümmern AlleZ was ihnen in den Weg kommt. Von der Polizei werden sie noch unterstützt. Odessa. 2. Nov. Beständig fallen Schüsse in der Stadt,. zeitweise hört man auch eine Salve. Jede? Hau und jede Wohnng ist verbarri kadirt. Die Infanterie Patrouillen machen die vorgeschriebenen Wege; sie feuern nur, wenn sie angegriffen wer den. Die Kossacken sollen über 100 Mann durch Bomben verloren haben, sowie durch Schüsse, die aus Fenstern abgefeuert wurden. ES ist gefährlich sich auf die Straße zu wagen. Moskau, 2. Nov. Die Advo. katen beschlossen heute an Graf Witte die Forderung zu stellen, daß Gen. Trepoff von seinem Posten entfernt werde, dem Stadtrath soll gestattet werden, eine Miliz zu organisiren. Wenn letztere Forderung nicht erfüllt werde, würden die Advokaten eS selbst übernehmen eine Miliz x bilden. Zwischen Loyalen" und Nevolutio nären kam eS heute zu verschiedenen Konflikten. Revolution. Sebaftopol, 2. Nov. Während deS gestrigen Aufruhrs wurden 6 Per fönen getödtet und 60 verwundet. Alle Banken. Schulen und Läden find ge schlössen. Die Schwarze Meerflotte mit Admi ral Viriless's Flagge gehikt. kam heute von der türkischen Küste hier an. St. Petersburg, 2. Nov. Ein kräftiger Regen erwies sich heute als besseres Mittel gegen Demonftralionen wie Polizei und Militär. Die Menge zog eS vor unter Dach zu bleiben. Da die Polizei 3 Mitglieder des StreilkomiteS verhaftet hatte, schickte dasselbe eine Deputation an Graf WUt?, aus dessen Veranlassung Gen. Trepoff ihre Entlassung anordnete. HelsingforS, Finland. 2. Nov Die Krisis dauert fort. Etwa 4000 Freiwillige haben sich gemeldet und die Hotels wurden inHofpitüler verwandelt; die - vom freiwilligen Rothen Kreuz geleitet werden. Die Aufregung ist groß und eS ist viel Blut vergossen worden. Odessa, 2. November. Heute Nachmittag wurde das Kriegsrecht er klärt. Die ganze Garnison ist aus gerückt und hat die Stadt besetzt. Die Polizei hat wieder die Controlle über nommen. Allen Taern ist verboten worden, ihre Häuser näiCU&T Abend? zu verlassen, und alle Lichter müssen gelöscht werden. An vielen geeigneten Stellen sind Maxim.Geschütze aufge stellt worden. Unter diesen Umständen ist eine. Wiederholung der schrecklichen Scenen unmöglich. Die friedliebenden Bürger freuen sich sehr über die Aus ficht aus die Wtederyerfteuung von Ordnung und Sicherheit deS Lebens und Eigenthums. Die Lage besser. St. Petersburg, 2. Nov. Die Aussichten, daß das Land, vor läufig wenigstens wieder zur Ruhe kommt, sind heute weit besser. Die Massen der Sozialinen scheinen der Anficht, daß sie vorläufig nid) weiter gehen können.
in NNilprM Hl llill H V-il I
26 Mann iu der Ostsee umgekommen.
Die Streirführer haben eingesehen, daß sie bald in der Mmorität sein werdm und haben den Streik für beendet , erklärt. Die Führer der Bahnbedienfteten haben formell diesem Beschlusse noch nicht zugestimmt aber es laufen wieder Züge auf der Moskauer Bahn und an deren Linien. Das Rückgrat des ei... r.:- ..5.. wll(UC3 lUJCUli UIUIVUUI. " Gen. Trevoff bat eine andere Bro klamation erlassen, in welcher er der Bevölkerung mitthellt, daß alle Refor. . rm n . . mm, ote ourcy oas icamsen getragn feien, nicht plötzlich ausgeführt werden können, da es Zeit nehme. Gesetze zu ,ntm?rk,n I,nd in .Grast m hkm. c.t . ..w.rr nrr. . m.ti U l r Cüuyniivui iiiu( vus iuy rw r v v rw n - a rw tti B r . r v rm rm i t m ruhig verhalten und der Regierung helsen die Ordnung ausrecht zu er halten. Andernfalls falle die Verant Wartung für gewaltiame Maßregeln nicht auf die Regierung. Deutschland. Bürgermeister . Adord. nung beim Kanzler wegen Fleischnoth. Berlin. 2. Nov. Reichskanzler Fürst v. Bülow empfing heute die Abordnung der Bürgermeister, welche aut Beschluß deS Deutschen Städte ageS in Sachen der Fleischtheuerung bei ihm vorzusprechen hatte. ES waren die ersten Bürgermeister von Berlin, Dresden. Karlsruhe. München, Straß bürg und Stuttgart zugegen. Der Oberbürgermeister von Frankfurt a. M.. Dr. Adlckes. hatte nch wegen Krankheit entschuldigen müssen. Fürst v. Bülow besprach mit den Herren auf das Eingehendste die Fleischnoth und ih Ursachen und iqeniie oe or,mgen zur Aoueuung der Kalamität aufmerksames Gebör. r machte sich anheischig W Empfeh. lungen in ernste Srwügung zu ziehen. König Georg. Berlin. 2. Nov. König Georg von Griechenland verbrachte den gröbe ren Theil deS Tages bei Kaiser Wil Helm. Man weiß, daß der Zweck des Beluches ein nustausa) der Anstchten Über die maceoonische Frage und Grie chenlands Beziehungen zu Rumänien ist. DeöKaiserSVolkSlieder buch. Berlin, 2. Nd., Die vom Kaiser eingesetzte Kommission, welche eine Sammlung deutscher Volkslieder für '1 den Münnergesang herausgeben soll. hat eine Tagung abgehalten, an wel. cher Vertreter der bedeutendsten Ge langvereine Deutschlands. Oesterreichs und der Schweiz tbeilnabmen. ' Das Werk wird im Mai des nächsten Iah. reS erscheinen. Mitarbeiter find viele namhaste Musiker der drei Länder. DaS sozialdemokratische Parteigezänk. B e r l i n , 2. Nov. Der sozialde. mokratische Parteivorstand veröffentlicht im Vorwärts" eine lange Erklärung an die Parteigenossen über den vieler. wähnten Streit in d:r Redaltion des Hauptorgans, welcher schon die Berad schiedung einer ganzen Reihe von Redaktionsmitgliedern zur Folge gehabt i. a cm . iCii -f..- . !. v-c um. nllln oeziveliett aoer niqi, oav mu vieler Erklärung noch meyr Oel in's Feuer gegossen )st und daß noch 0 t a M ftr M MMI H pariere Vlngnne gegen die Willkür des Vorstandes das Resultat sein wer tn Postdienftdurch Dampfer. R er l i n 9 ?nh. 7,,? ßthnknhn. dienst mit St. VeterSbura ist noch nicht wieder eröffnet und man weiß auch nicht, wann dies der Fall sein wird. Die russische Post wird durch Dampfer befördert. Der Dampfer Thessalia ging gestern Abend von Swinemünde mit einem Depeschensack für die deutsche Botschaft in St. Petersburg und eini gen Passagieren ab. Die Gesellschaft schickte den Dampser aus ein Ersuchen der russischen Regierung, das schon vor Erlaß deS Manifestes gestellt worden
war.
Der neue Bischof von Eich
statt. München, 2. Nov. Einer telcgravhischen Meldung zufolge ist der bisherige Abt Leo Mergel vom Vene dittlner.Kloster in Metten vom Prinz i r ..:iu.tv . mirx-t u-.. icycmcii uiiyoio zum iiyo uuu Eichstütt ernannt worden an Stelle deZ unlängst verstorbenen Bischofs Dr. Freiherrn Leonrod. MutbmaKlicker Selbst. m'o r d t? e r s u s, eines ftUfflt.niMlttf, n a n t S. I r a u n s ch w e i g. 2. Nov. Hier . o.lllBMl h Bx,lh hftm horli. m Hen-Regiment No. 17 in seiner Wohnung mit einer schweren Schuß' f Brust aufgefunden. Die cinem Duell wurde dementirt, wahrscheinlich liegt ein Selbst. moxtm Ä , A . , . . . voqiqutiireiilnyar. - . . , l o t t e n b u r g. B e r l i n, 2. Nov. ES wird be fürchtet, daß der Kampf der Studenten hfr c3KJhn?fiJhn sSnfifms Im sffiftrTnt ... tenburg, welcher nunauch gegen den Kultusminister Dr. Studt von neuem entbrannt ist, eine noch schlimmere im vp . . rl e yeroettuyren wlro. wie lm ver gangenen bemettr. Morgen findet eine Proteftversammlung der Stuben ten . statt, welche durch die Auflösung des Studentenausschusses veranlaßt worden ist. Gegen Verkauf deutschen Grundbesitzes an Polen. Posen, 2. Nov. Der Gesammk. auSschuß deS Deutschen Oftmarken Vereins hat sich in einem geharnischten Beschluß gegen den Verkauf von deut schern Grundbesitz an Polen auSge sprachen und ihn als Verrath am Deutschthum gebrandmarkt. Er ver. langt die größte Wachsamkeit, um den Uebergang deutscher Güter in polnische Hände zu verhüten, und eine Beschleu mgung oes VeZchaftSgangs der An fiedlungSdehörde, damit ein resolutes Zugreifen nicht ansgeschlossen ist. Eine Plenar Versammlung deS Deutschen Oftmarken Vereins findet morgen in Köln statt, und el ist .nmnebmen. dak der in Rede siebende ß den Grundton für die Beratbunaen anaeben wird. manlkttch. Verdruß mit dem Sultan. Paris. 2. Nov. Es scheint, daß sortgesezte Weigerung per Psotte, ton Fknanzplan der Mächte für Macedonien anzunehmen, dieselben nöthigen wird. I eine gemeinsame Flottendemonstration zu machm. Der Sultan hatte schon oen esormpian angenommen, qai je doch die Sache in WiedererwSgung ge zogen, da er hofft, daß die Mächte sich nicht einigen können. Man erwartet, daß Rußland und Oesterreich die Jni' tiative in d?r Sache ergreifen werden. Trubel mit v arlö, vion. Vas auswärtige rw vf. m . . üm 0ie cyricyl eryauen, oav vle venezolanische Regierung die Besörde. 'UNg von Depeschen nach den Ver. Staaten, Großbritannien und Frank. ich suspendirt hatte. Der amerika. Ulsche und der britische Gesandte haben proteftirt. der französische nicht, da die diplomatischen Beziehungen zwischen ranlretcy unv Venezuela adgedroqen sind. Die Suspension dauerte nur ei. nen Tag. Schweden. 26 Opfer des Meeres. Stockholm, 2. Oct. Wie jetzt erst bekannt wird, collidirten wüh der neulichm Stürme in der Nord ttt öcl schwedische Damvker oban unb die russische Barke .AntareS". ide Fahrzeuge gingen unter und 26 I " " Seeleute fanden den Tod in den Wo acn. Die beiden Eavitäne. ein im mermann und ein Koch wurden, nach I m sie an SSiffStrümmer anaeklam ,t lange auf den Wellen umherge trieben waren, von einem deutschen Dampfer aufgefischt und in Helfinz vorg gelandet. Norwegen. Für Monarchie. Christiania, 2. Nov. Die Re gierung erließ heute eine Proklamation, in welcher sie dem Volke empfiehlt, bei dem . bevorstehenden Referendum für eine Monarchie zu stimmen, welche auf einer Konstitution ähnlich der britischen und italienischen beruhe. Die Protta mation sühlt aus, die besten Freunde Norwegens in Europa seien der An ftcht. daß durch Beibehaltung der mo
'narchischen RegierungSsorm die Be
Ziehungen Norwegens zu andern Län dem sich besser gestalten würden. Die Radikaleid und Sozialisten erließen eine Erklärung, in welcher sie eine Republik empsehlen. Nachrichten von Capitän A m u n d s e n. Christiania, 2. Nov. Von dem kühnen norwegischen Forscher Ca Pitün Amundsen, der am 17. Juni 1903 mit - dem kleinen Walfischfänger Gjoa" von hier abging, um den mag netischen Nordpol und die nordwestliche Durchfahrt aufzusuchen, find endlich Nachrichten eingetroffen. In einem im September 1904 geschriebenen Briefe meldet der-Capitün, daß er fich auf King William'S Land befinde und iu diesem Herbste San Francisco zu erreichen hoffe. Er hat daher offenbar die gesuchte Passage entdeckt. Er und seine acht Begleiter erfreuten 'fich bei Absenkung des Schreibens der besten Gesundheit. Jamaica. Schiff gescheitert. Kingston, 2. Nov. Die norme gische Barke Undal, welche am 26. Sept. von Liverpool absuhr und nach diesem Hzfen bestimmt war, scheiterte gestern an Morant CayZ. Oegerreich'Ungarn. Franz Kossuth schwer er krankt. Wien, 2. Nov. Franz Kossuth, der Führer der ungarischen Opposition, ist in Budapest schwer erkrankt. LindequiftinKapstadt. Berlin, 2. Nov. Der neuer nannte Gouverneur von Deutsch.Süd westafrika, Herr v. Lindequift, ist in Kapstadt eingetroffen und wird von dort die Reise nach Swakopmund fort setzen. Der seitherige HSchftkomman dirende der Truppen im Schutzgebiet, Generalleutnant v. Trotha, welcher be kanntlich abberufen ist, wird am 12. Dezember in Hamburg zurückerwartet. In seinem neuesten telegraphischen Be richt verkündet General Trotha. daß die Kraft der Rebellion gebrochen und die Hauptaufgabe gelöst sei. Der Kleinkrieg werde fich aber noch lange hinziehen. Allgemeines Stimmrecht. Wi e n , 2. Nov. Aus guter Quelle verlautet, daß Kaiser Franz Josef be schloffen hat, Oesterreich allgemeines Stimmrecht zu gewähren und der Pre mierminiiitt angmiesm bat, ein dieZ. bezügliches Gesetz zu entwerfen. Man nimmt an,' daß der Kaiser mit dieser Maßregel die Sozialiflen beschwichtigen und der ungarischen Opposition ein Paroli bieten will. rolnanz ourcy Gewalt p a s s i t t. Eine höchst ungewöhnliche Szene spielte sich unlängst im . j i . , . Äitzunas aale des ctadtraths von Omaha, Neb., ab, als der Mayor Polizisten vor den Thüren aufstellte und drei Stadtrathsmitglieder gewaltsam verhindern ließ, das Sitzungszimmer zu verlassen, so daß ein Quorum beisammen bleiben mußte. Die Ma?orl tät passirte dann eine Ordmanz, derzufolge ein Kontrakt für die Lieferung von Gas an die Stadt mit der Omaha Gas Company abgeschlossen wurde. Die Minorität batte den Kontrakt auf's Bitterste bekämpft und beabfichtigte das Zustandekommen eines Quorums zu verhindern. Des Kindes Schutzengel. Ein neun Jahre altes Mädchen Namens Anna Lutz in Evanston, Jll., stand mit ihrem Hündchen an einem Bahnübergang, als sich das Thier losriß und auf das Geleise rannte, emem heraneilenden Frachtzug gerade in den Weg laufend. Um ihren Liebling zn retten, lief das Mädchen dem Thierchen nach, wobei Beide von dem vor der Lokomotive befindlichen Kuhfänger" erfaßt wurden. Glücklicher Weise konnte sich das Mädchen festhalten, und m dieser Position wurde es dre: Mei len mitgeschleppt, bis man seine Lage bemerkte. Den geretteten Hund im Arm eilte die Kleme davon, nachdem sie ihr Erlebniß erzählt hatte. Starben an demselben Tag. Eine Stunde nach dem Tode seiner treuen Lebensgefährtin starb dieser Tage der, 67jährige August Weitzel :n McDonald. Pa. Weitzel war ebenso alt wie seine Gattm; fast an dem glei chen Tag und in demselben County ge boren, waren sie schon als Kinder un zertrennliche Gefährten. In fehr jugendlichem Alter wurden sie zum Bunde für's Leben miteinander vereint und waren seitdem nie von einander getrennt. Frau Weitzel war schon seit längerer Zeit krank uno wurde stets don ihrem Gatten gepflegt. Als sie starb.' stieß Weitzel emen Schrei aus. stürzte zu Boden und war innerhalb einer Stunde todt. Gemeinsam wurden ihre sterblichen Ueberreste in's Grab aeleat.
Ein kbclzcrflreukr. Die Bekämpfung deS NcbelS mit Hilss der lcktrizität. Der englische Physiker Sir Oliver Lodge hat einen elektrischen Nebelzerstreucr erfunden. Es ist dies eine Dynamomaschwe in Verbindung mit den Cooper-Hewittschen Quecksilberdampf-' Gleichrichtern, die bei sehr hoher Spannung arbeiten und deren Benutzung die Anwendung von WechselstromDynamos und Transformatoren gestattet, so daß man eine beständige Entladung , nach einer Richtung hin bewirken kann. Im Jahre 1904 wurden mit diesem Nebelspalter Versuche in größerem Umfange an der Birminghamer Universität ausgeführt. Dann brachte Lodge auf dem Dache des liniversitätsgebäudes in Liverpool einen Draht an, der mit der im- Innern des Hauses aufgestellten Batterie verbunden war, und dem er bei Nebel elektrische' Entladungen- ausströmen ließ. Es gelang auf diese Weise, ein Gebiet von 50 Sards im Durchmesser vollständig klar zu machen. Lodge versuchte hierauf, den Nebel im Liverpooier asen zu zerineuen. inoem er an zwei aeqcnuberlleqenden Punkten 'Vorrichtungen. 'für elektrische Entladüngen' anbrachte, die wiederum mit Elektrisirmaschinen verbunden wurden. Diese erwiesen sich zedoch als , zu schwach, und em besserer Erfolg war erst zu verzeichnen, als Lodae zwölf Quecksilber-Bogenlampen in Gruppen ausstellte, durch die er emen starken Wechselstrom sandte. Er ließ zwischen den einzelnen Gruppen starke Funken überspringen, die in der That eine baldlge Aufhellung des Nebels herbeiführten, ohne ihn jedoch vollständig beseitigen zu können. Lodge hofft, bei weiteren Versuchen Mit noch stärkeren Maschinen und Strömen befriedigendere Resultate zu erzielen. Japanische Studentinnen. Die japanische Mädchen- und Frauen-Universität zu Tokio hat jüngst einen interessanten Bericht über ihre Wirksamkeit . im Schuljahre 1904 1905 veröffentlicht, aus welchem hervorgeht, daß wahrend die Vater und Brüder, die Gatten und die Verlobten auf dem Kriegsschauplatze den Russen gegenüberstanden, so und so viele Töchter und Schwestern, Braute und Gattinnen zu Tokio fleißig die Vorlesungen der dortigen Frauen-Universität frcquentirt und manche auch einen akademischen Grad erworben haben. Diese Universität besteht seit drei Jahren und umfaßt drei Abtheilungen. Die eine ist halb wirthschaftlicher, halb gewerblicher Natur und trägt dem Bedürfnisse des praktischen Lebens Rechnung; der Hauptgegenstand der zweiten ist die japanische, der Hauptgegenstand der dritten die englische Literatur. Viele Studentinnen wohnen auch nach englischem Muster im Umversitätsgebäude selbst und haben beim Emtrüte eme ganze Reihe von Gelöbnissen zu leisten. Welcher Art diese sind, geht aus einer recht ungalanten Aufnahmebedingung hervor. Danach muß jede junge Dame. die stch studirenshalber in Tokio aushält und Studentin oder Pensionärin der dortigen Nniversttät wird, einen Bürgen namhast machen, der für ihr Wohlverhalten gutsteht. Dieser Bürge muß cm angesehener Mann sein uno mindestens 20 Jahre zählen. An der Universität sind neben englischen auch heimische weibliche Lehrkräfte thätig. Interessanter Gräberfund. Aus Metz. Elsaß-Lothringen, wird von einem Graberfund berichtet, der den Beweis geliefert hat, daß bei den Romern bereits im 3. und 4. Jahr hundert Nachbestattungen stattgefunden haben müssen. Der aufgefundene Steinsarg mit kolossalem Verschlußdecke! enthielt deutliche Spuren einer solchen Nachbestattung. Das Erstbegräbniß stammt aus der Mitte des 3. Jahrhunderts, die Nachbestattung nach den Knochenresten und deren Lage,' so wie nach den gefundenen Beigaben, eine langhalstge Flasche aus feinem Glase, ein ebensolches Trinkglas und ein sogenannter Faltenbecher, kann aber erst in spät römischer Zeit gegen Ende des 4. Jahrhunderts stattgefunden ha ben. Um die Forschungen auf diesem lange umstrittenen Gebiete zu erleich tern, ist der Steinsarg genau in der aufgefundenen Lage im Metzer Mu seum aufgestellt worden. Starke Nerven. Eine 55 Jahre alte Frau Martha Hall in Eincinnati, O.. mußte sich unlängst einer Amputation unterwerfen. Diese wa? insofern bemerkenswerth, da die Patientin bei völligem Bewußtsein war. als ihr, das rechte Bein am Knie abgenommen wurde. Frau Hall empfand jedoch nicht die geringsten Schmerzen, da man ihr Betäubungsmittel wie Kokain, etc. in die Wirbelsäule gespritzt hatte, was das Gefühl, aber nicht das Bewußtsein tödtete. Verheerender Wirbelst u r m. Durch einen Wirbelsturm wurden in der italienischen Provinz Caserta Bäume- entwurzelt; von den Landhäusern wurden die Dächer fortgeweht, durch die enorme Menge Regen wurden die Felder und Wiesen in Seen verwandelt. Im Orte Grazzanise erhielten die Mauern der Häuser große Nisse. In Vrezza wurde ein Bauernhaus in der Mitte auseinandergerissen. Eine Person wurde getödtet. eine große Anzahl verletzt. ' '
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