Indiana Tribüne, Volume 29, Number 60, Indianapolis, Marion County, 2 November 1905 — Page 5

Jndiana Tribüne, 2 November 1905

, In ZlammenschrZfi. i Nrvellette nach dem Englischen von Sophie l ' Spiegel. Julia," begann ich, ich werde jetzt wie ein alter holländischer Onkel mit Dir reden. Das junge Mädchen lachte laut auf: . ut also, dann werde ich die Rolle der aufmerksam lauschenden holländischen Nichte übernehmen." Recht so," pflichtete ich ihr bei, die Geduld der Holländer ist sprichwörtlich. .Bist Du bereit?" . Vor dem Schreiblisch stand ein großer, bequemer Sessel. In den ließ sich das reizende Geschöpf mir gegenüber mit einer drollig gravitätischen Verbeugung nieder. Draußen sauste ein wilder Frühlingssturm, und der Regen schlug gegen die Fensterscheiben. Es kann nicht gut hier innen regnen," ertgegnete Julia ttxa spöttisch, nachdem ich die obige Thatsache festgestellt atte. In dem teppichlosen kleinen Zimmer mit den wenigen dürftigen Möbeln, in dem wir saßen, war es empfindlich kühl, und ein wärmendes Feuer im O'fen hätte nichts geschadet. Julia," fing ich etwas stockend an, . als Dein Vater starb, überließ er unsere gegenseitigen Wohnstätten der . Einsamkeit und Dich mir." Ein trauriger Zustand für die beiden Vermächtnisse," unterbrach sie mich launig. Ohne auf ihre Bemerkung zu achten, fuhr ich fort: Ich wurde Dir zum Vormund bestellt und versuchte mein Bestes, Dir das Leben in dem kleinen Ort behaglich zu machen. Fürstenberge hat ja auch seine Vorzüge " Nur sehr beschränkte," erklärte mein Müttdel kurz. Wie dem auch sei," gab ich zurück, Du fühltest Dich dort nicht befriedigt. Großstadtluft" mußtest Du haben und einen Beruf". Die erstere ließ sich leicht erreichen. Ich sehe Dich hier wie einen Junggesellen wohnen allein und unvehiitet, in einem Raum, den Du höchstwahrscheinlich mit .dem hochstrebenden Namen Atelier" odet Studier" benennst und den ich sehr, sehr unpassend finde." Du bist entsetzlich unmodern." Mag sein. Meine Ansichten haben sich zuHause entwickelt, und ich stamme nun einmal aus Fürstenberge. Jedenfalls halte ich dieses unabhängige Nichtsthun unwürdig Deines Vaters Tochter." Ich habe einen Beruf." fuhr sie auf. . Was für einen, wenn ich fragen darf?" Was geht das Dich an," Sehr viel, denn ich bin Deinem verstorbenen Papa für Dich verantwortlich. Und keine Frau von Bildung hat es nöthig, einen Beruf zu ergreifen, der " Ich muß doch leben." Hart und trotzig stieß sie die wenigen Worte heraus, und doch kam es mir vor, als ginge ein Beben durch ihren schlanken Körper. Mit einerStimme, der ich vergebens einige Festigkeit zu geben suchte, sprach ich weiter. Kind, hast Du noch niemals daran gedacht. Frau Roderich Madrach zu werden?" Ich bin nämlich selbst Roderich Madrach. Jetzt lachte sie leise auf und erwiderte: Ich versuche so wenig wie möglich an unangenehme Dinge zu denken." Vorhin, bei meinem Eintritt, hatte ich sie dabei gefunden, unsichtbareBuchhaben mit Hülfe eines Streichholzes auf ein Löschblatt zu zeichnen. Nun griff sie wieder nach dem PhosphorHölzchen, um in - ihrer Beschäftigung fortzufahren. Ich hielt sie davon ab, und nachdem ich mir ihre Erlaubniß erbeten hatte, steckte ich mir eine Cigarette mit dem improvisirten Bleistift an. Der Gegenstand eignet sich wirklich nicht zum Scherzen," nahm ich dasGesprach in sehr ernstem Ton wieder auf. Dein unleugbares Talent, mitGegenantworten zu schlagen, führt Dich zu weit. Ich will keine Proben Deiner Schlagfertigkeit, ich will wissen, ob Du schon einmal daran gedacht hast, mich zu heirathen." Auch nicht mit dem entferntesten Gedanken." klang es prompt zurück. Wirklich noch niemals, keine einzige Sekunde lang?" fragte ich bittend. 'Nein, Rody. Du bist der interessanteste, unterhaltendste, liebenswürdigste Vormund aber als Mann mir vollständig ungefährlich. Bedenke doch nur den Unterschied der Iahte." Ich bin gerade vierzig geworden." Und ich zwanzig," rief sie trwmphirend. In der Familicnbibel steht ' es, und jeder Irrthum ist ausgeschlossen, denn" sie lächelte mich schelmisch an ich habe die Eintragung selbst besorgt." Es hat keinen Zweck, darüber zu streiten," entgegnete ich matt. Ich bin alt genug, um allein leben zu können, und jung genug, um Dich mit ganzer Leidenschaft zu begehren. Wenn Du mir jedoch versicherst, daß Du nie auch nicht ein einziges Mal daran gedacht hast, meine Frau zu werden, dann ist die Sache endgültig abgethan." , Und darum Und darum kehren wir wieder zu dem Anfangspunkt unseres Gespräches zurück. Du mußt mir r-rlauben, für Dich zu sorgen, damit Du nicht wie die Männer in den Kampf um das täaliäie Brot einzutreten brauchst. Es

ist unweiblich, es raubt Dir, die Ju gend, die Lebensfreude, es paßt sich einfach nicht." . V t In Berlin, in London, in Paris findet man nichts dabei." Das mag sein. Man gestattet Euch jetzt bedeutend mehr Freiheiten als früher. Doch " ich zog meine Uhr hervor, um nach der Zeit zu sehen ich muß fort. Ein vernünftigesWort ist ja ohnedies heute mit Dir nicht zu reden. Verschieben wir also die De batte." " ' Ich stand auf, und mein Mündel bat mich nicht, zu bleiben. Daß ich ihr so gleichgültig war, schmerzte bitter, aber sie sollte es nicht erfahren! Dennoch wagte ich einen letzten Versuch. Eine Zukunft mit mir " begann ich da sah ich sie gähnen. Oder kam es mir nur fo vor? Jedenfalls hielt sie das Taschentuch vor den Mund. Empört wandte ich mich von ihr ab und schritt dem Ausgang zu. Bitte, drehe doch das Licht aus,tönte da ihre Stimme hinter mir. Ich bin müde und will schlafen gehen. Du findest Deinen Weg ja auch im Dunkeln." An der Schwelle der Schlafstubenthüre blieb sie stehen, sah über die Schulter nach mir zurück und blickte mich mit einem eigenthllmlichenAus druck an. Gute Nacht, Rody." Um ihrem Wunsche zu. folgen, mach te ich wieder kehrt, näherte mich dem Gasarm übe? dem Schreibtisch und drehte den Hahn zu. Erschrocken fuhr ich zurück. Unter meiner linken aufgestützten Hand entwickelte sich in der Dunkelheit plötzlich ein heller Schein. Offenbar hatte Julia's chirographische Kunst die Tischplatte in Brand gesetzt. Ich faßte . eine Ecke des Löschblattes und hob es behutsam in die Höhe. WaZ war das? Es brannte nicht es glühte nur, wo der Phosphor mit dem feuchten Papier in Berührung gerathen war. Sieben Reihen von drei Worten hoben sich in leuchtender Flammenschrift davon ab. Und auf jeder der sieben Reihen stand: Frau Roderich Madrach." Mit einen: Sprung -war ich bei dem geliebten Mädchen, dessen helle Gestalt sich plastisch von der Dunkelheit abhob. ' Wann hast Du das geschrieben?" fragte ich mit heiserer Stimme. Kurz, ehe Du kamst," gestand sie mir zaghaft. 5h. Du greuliche Verstellerin," jubelte ich und preßte sie stürmisch az mich. Ob, Du schrecklich dummer Mensch," lachte sie und wollte sich mtU nen umfafsendenArmen entziehen, Du zerdrückst mir ja meine ganze Frisur Vlück im Spiel und in der Siebe.

Humoreske von Adolf Thiele.

In der Gastwirthschaft zur Amsel" ging es heute recht lebhaft zu. Besonders, als die Rede auf die neue Kirchenbaulotterie kam, erhitzten sich dn Geister. Allerlei Meinungen wurden laut; während ein schnurrbärtiger Eisenbahnoberschaffner sagte: Ach was, in: Lotterie ist und bleibt eine freiwillige Steuer für die Dummen!", entgegnete ein kahlköpfiger, kleiner Geschäftstreis bender, von seinen Bekannten der Commercienrath" genannt: So? Da gehören wohl alle diejenigen, die geMinnen, auch zu den Dummen? Glauben Sie denn, daß überhaupt alle, die in der Lotterie spielen, ihre fünf Sinne nicht beieinander haben?" . Diese Argumente zogen, und als nun der Herr Commercienrath" einen Prospekt der Lotterie hervorzog mit den so hübsch abgerundeten Sümm-chcn,-und als er dann eine Anzahl der so appetitlich aussehenden Loose zum Verkauf stellte, da waren verschiedene unter den Anwesenden, die dem Glück die Hand boten". Einem der Gäste, dem Schriftsetzer Rocktäschel, einem soliden,- ruhigen jungen Manne, wollte dies noch nicht einleuchten. Wenn Sie nicht spielen wollen", munterte ihn der Commercienrath" auf, so schenken Sie doch Ihrer Braut ein paar Loose! Mit Loosschenken hat man bei der Lotterie oft das meiste Glück." Rocktäschel dachte jtach. Die Ausgabe war nicht so groß und, wenn er gewönne, welcher Lichtvlick, dann konnten sie endlich ohne Sorge heirathen.' Na, meinethalben!" seufzte er, zog zwei Loose aus der Hand des zuvorkommenden Commercienraths" und erleichterte sein Geldtäschchen, das heute gerade gut gefüllt war. Rathe einmal, was ich Dir mitaebracht habe!" Mit diesen Worten redete er seine Braut an, als er sie am nächsten Tage abholte. Das hübsche Mädchen sah ihn halb von der Seite an und sagte schnippisch: Ra, es wird wohl was Rechtes sein!" Zwei Lotterieloose!" fuhr Rocktäschel fort, ohne durch den wenig freundlichen Empfang verstimmt zu werden. So?" erwiderte Emma ziemlich gleichgültig. Ich gewinne ja doch nichts, das ist zum Fenster hinausgeworfenes Geld; Du hättest mir auch etwas Solideres mitbringen können!" Der geduldige Rocktäschel erwiderte hierauf nichts, sondern rrat mit ihr den gewohnten Sonntazsspaziergang an. Wie gewöhnlich, kam es dabei sehr bald zu dem Widerstreit, daß er in die Natur hinausstrebte, während sie für möglichst von Menschen belebte Gasthäuser eingenommen ' war. Mit

derselben Regelmäßigkeit, mit der dieser Streit eintrat, gab auch Rocktäschel. nach, weniger aus Schwäche,' als weil er sich sagte, seiner Braut ein Begriff, den er sehr hoch schätzte müsse er das Leben nach seinen Kräften möglichst angenehm machen. Wie gewöhnlich, bestand auch heute Emma's Dank für sein Nachgeben darin, daß sie sich mit allen möglichen andern Leuten lebhafter unterhielt als mit ihrem. Bräutigam. So klug sich Emma auch für gewöhnlich vorkam, so hatte sie sich diesmal doch getäuscht. Während, das eine der beiden Loose zwar zur Theilnahme an dem wenig beliebten Nietenballe" berechtigt hätte, gewann sie auf das andere das Sümmchen von dreitausend Mark. Rocktäschel, der in Der Druckerei, in der er der schwarzen Kunst" huldigte, das glückliche Ereignitz erfahren, konnte die Mittagsstunde kaum erwarten, und er überging heute sogar das Mittagsessen, um' seiner Verehrten die 5iunde bringen zu können. Emma war sehr erfreut und zählte gleich alles Mögliche auf. was sie für das Geld kaufen wollte, wobei Plüschm'öbel, Wäsche mit Spitzen und ein rothlackirter Kanarienvogelkäfig eine Hauptrolle spielten. Freudestrahlend kehrte Rocktäschel in iie Druckerei zurück und beschwichtigte seinen knurrenden Magen mit dem Troste, daß er nun heirathen könne. Als er nach - des Tages Last und Hitze seiner Erkorenen einen kleinen Besuch machen wollte, erfuhr er von ihrer Mutter, die ihn merkwürdigerweise recht kühl empfing, iaß Emma ausgegangen sei. Der junge Mann empfahl sich höflich und begab sich in die Amsel", und wenn der wackere Gutenbergjünger heute zur Feier des Tages eins über den Durst trank, so durfte ihm das Niemand verdenken. Am anderen Morgen, als er gerade sein drittes Glas Wasser trank, wurde ihm ein Brief überbracht. Von Emma?" fragte er sich ganz harmlos. Was hat mir denn die zu schreiben?" " Der Brief lautete: Lieber Franz! Du wirst wohl entschuldigen, daß ich Dich nicht heirathen kann. Mein Herz gehört nämlich einem Andern. Ich habe ihn Sonntag vor vierzehn Tagen kennen gelernt, und wie der nun von meinem Glück gehört hat, da hat er mir sein Herz angeboten und gesagt, er hätte auch was, und da paßten wir schön zusammen, und a habe ich ihm auch mein Herz geschenkt. Nimm mir'Z nicht übel, aber Du weißt ja, eine sc gute Gelegenheit kommt nicht gleich wieder für mich. Mit freundlichem Gruß

' Deine gewesene Emma Rocktäschel war doch zuerst verblüfft. Dann aber lachte er hell auf, so daß ihn seine College verwundert ansa hen, und stürzte sich in seine Arbeit. Freilich rumorte es noch tüchtig in ihm, und wenn man ihm jetzt sein eigenes Todesurtheil zum Setzen gegeben hätte, er hätte es, ohne es zu merken, gesetzt, so sehr waren seine Gedanker bei dem Schicksalswechsel. Als er jedoch zu Mittag einen kurzen Weg in's Freie machte, da jubelte es ordentlich in ihm auf. Was tx längst gefühlt, aber sich nicht klar gemacht hatte, jetzt gestaltete es sich zu Worten, und freudig rief er aus: Na, der kann sich gratuliren zu dem liebevollen Wesen! ' Hat sie auch Glück im Spiel gehabt, unendlich größer ist doch das Glück, das ich in der Liebe hatte, das Glück, sie losgeworden zu sein!" Künstlicher Vlumenduft.

Eine ganze Reihe von Parfüms, die sich im Handel befinden, haben 'nichts mit den Blumen gimein, die ihnen den Namen geben. Oft entstammen sie heimischen Stoffen, die mit der Pflanzenwelt überhaupt nicht in Verbindung stehen. Natürlich werden auch verschiedene Parfüms aus wirklichenBlumen hergestellt. Es sind dies aber die theuersten, und dies ist . leicht verständlich, wenn man in Erwägung zieht, daß z. V. zu einem Pfund Rosenöl 400,000 Rosen nöthig sind, und daß dieses Pfund ungefähr $25 kostet. Deshalb wird Rosenöl auch besonders viel, namentlich mit Sandelholz, verfälscht. Der feine Mandelduft, der den Blumen Nbe Mandelbaums entströmt, wird täuschend mit Hilfe eines Stoffes nachgeahmt, der aus der Steinkohle gewonrien. wird. Insofern steht das falsche Bittermandelöl über dem echten, als es. keine Blausäure, das starke Gift, enthält, das sich in vielen Kernfrüchten, namentlich im Kern der Kirsche, Pflaume und Aprikose, in besonders hohem Grade aber in den bittern Mandeln vorfindet. Im Gebirge.

Wirth (um vier Uhr): Heda, auö dem Bett; Sie wollten doch amal a Sonnenaufgang sehen! Tourist: Lassen's mich zufrieden, ich bin noch zu müd'! Wirth (um sieben Uhr): Sie, wollen's denn nicht aufsteh'n; der Wagen fährt ab ins Gebirg'; wenn Sie a herrlicke Tour machen woll'n . . .

Tourist: Morgen heut' bin ich zu

mud'!

Wirth (um neun Uhr): Sie, frisch

angesteckt t eben worden! -Tourist: Gleich bin ich da!

Ein merkwürdiger Fall von Panik trug sich unlängst in Louisville zu. Dem Neger Al. May war seine bessere Hälfte gestorben. May hatte in geziemender Weise Vordere!tungen für die Bestattung getroffen und auch wie es nun so üblich ist eine aus schwarzer Crepe verfertigte Schleife an der Hauptthüre befestigt. An dem Tage, an welchem die Beerdigung stattfand, waren schon zeitig Morgens Maurer nach dem Hause gekommen, um an der Außenseite Reparaturen vorzunehmen.' Um Vorübergehende vor Schaden zu bcwahren. stellten sie zwei Kalkwasserfässer vor das Haus auf's Trottoir . und befestigten daran Zettel, auf welchen in weithin sichtbarer Schrift das Wort Gefahr" gemalt worden war. Passanten, die an dem Hause vorftigclp wollten und die Warnungstafeln sahen, zugleich aber auch die an der Thüre angebrachte Erepeschleife. brachten diese Dinge sofort in Zusammenhang und flohen, vom Entsetzen ge packt, die Stätte. 'Erst nachdem sie eine geraume Entfernung gelaufen waren, wagten sie sich umzublicken - und athmeten erleichtert auf. Natürlich waren sie der Ansicht, daß eine furchtbare Krankheit, wie Cholera, Pest oder gelbes Fieber, von der sie leicht hätten angesteckt werden können, in dem Hause ein Opfer gefordert hatte. Frau May war aber eines natürlichen Todes gestorben und ruht jetzt friedlich in der kühlen Erde. Der kürzlich in New York verstorbene Millionär George William Cast hatte in einer letztwilligen Verfügung bestimmt, daß sein Körper nach seinem Ableben dem Secirtisch zwecks anatomischer Studien überwiesen werden solle. Die kürzlich im Bellevue Medical College vorgenommene Sektion ergab denn auch einen Befund, der für die Mediciner im hohen Grade interessant war. Es stellte sich nämlich heraus, daß die Bauchspeicheldrüsen des Körpers fast vollständig zerfallen, und daß der Drüsenschwund bereits seit Monaten zu einer vollenveten Thatsache geworden war. Wie die Aerzte behaupten, ist es ein in der Geschichte der Pathologie fast einzig dastehender Fall, daß ein Mann ohne Bauchspeicheldrüse' einem Organ, das neben der Galle außerordentlich wichtige Verdauungs - Funktionen zu ver richten hat, Monate lang hat leben können. Im Uebrigen ergab die Autopsie der .Leiche, daß die Diagnose. der Aerzte in Bezug auf das zum Tod führende Leiden des Verstorbenen korrekt war. Der Magen wies Geschwüre auf, welche seine Wände durchbrochen hatten, außerdem 'wurden zahlreiche Steine in der Galle des Köpers gefunden. Die Leiche wurde genau wie diejenige jedes anderen armen und unidentifizirten 'Todten behandelt, sie lag, bevor sie auf ' den Secirtisch gelangte, in einer Reihe von Schicksalsgenossen; sie ward zerschnitten und zerlegt wie jene, und die Ueberreste werden später verbrannt werden. Der köstliche Sarg, in dem sie nach dem Bellevue. Hospital gelangte, wurde von den Begräbnißbeamten vernichtet, und der wundervolle Blumenfllzrjmit dem er bedeckt war, wurde unter die Patienten des Bellevue Hofpitals vertheilt. Eine kleine, zierliche Japanerin, Frl. Niaso Sota, welche den Sportsmann und Athleten I. McCullum auf der 123. Str. per Jiu-Jitsu zu Boden geworfen hatte, gab dieser Tage im Harlem Polizeigericht zu New Aork von dem Richter und einer vergnllgten Schaar Neugieriger eine praktische Demonstration ihrer Kunst. Das Fräulein erschien in Begleitung des Dolmetschers Koyta Ioshmure im Gericht und wurde zunächst gefragt: Was hat Ihnen McCullum gethan?" Sie fagt, er habe sie an der Schulter gepackt", antwortete, der Dolmetscher für die kleine Dame. Hat er sie angesprochen?" Dazu, habe ich ihm keine Zeit gelassen, sagte sie," erwiderte Yoshmura. Was thaten Sie also?" setzte der Magistrat das Verhör fort. Fräulein Sota führte zunächst mit dem Dolmetscher eine lebhafte Conversation, zu deren Schluß der Dolmetscher bemerkte, daß die Japanerin das nicht so ohne Weiteres erklären könne. Schlage vor, daß sie dem Magistrat vordemonstrirt, was sie that," suggerirte der Blaurock, welcher die Verhaftung McCullum's vorgenommen hatte. Der Vorschlag 'wurde dem zierlichen Fräulein verdolmetscht und fand ihren lächelnden Beifall, Herr McCullum aber trat' unwillkürlich einen Schritt zurück, er schien wenig Neigung zu spüren, zum zweiten Mal 'das Experiment mitzumachen. Der Dolmetscher trat an seine Stelle, legte seine Hand auf Fräulein Sota's Schulter, wie es McCullum gethan, im nächsten Augenblick packte die Dame mit einer blitzartigen Bewegung den andern Akm des Mannes, stellte eines ihrer kleinen Füßchen vorwärts und zum unbeschreiblichen Vergnügen der Gerichtscorona flog der 165 Pfund schwere Mann über das Köpfchen Niasos und lag stöhnend auf seinem Rücken. Ich flog noch höher und fiel noch härter", bemerkte McCullum, sich nachdenklich den Rücken reibend. Der Arrestant erklärte 'dann weiter, er habe geglaubt, Frl. Sota zu kennen, deshalb habe er sie angefaßt, er habe keinerlei Ungebührlichkeit beabsichtigt. Der Kadi aber verurtheilte ihn trotzdem zu $3 Strafe, und Fräulein Sota verließ fröhlich lächelnd mit ihrer Begleitung das Ge-richt.

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