Indiana Tribüne, Volume 29, Number 59, Indianapolis, Marion County, 1 November 1905 — Page 4

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Jnvtana Tribüne, l November 1905

Indiana Tribüne. HeraulAesti von der utenbe ; Indianapolis, Ind. HnrZj O. Thudin Präfldent. WeschSftölocal: No,;31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE L6S.

tanterei Kt the Pott Office ot Indianapoli a second clast matter. Freude im Zarenreiche? In Rußland hat das Zarenmanifeft einen Freudentaumel hervorgerufen und-'zum ersten Male in, der Geschichte des Landes erlaubt man den Bürgern diese Freude laut und ungezügelt zum Ausdruck zu bringen. Wenn bei früheren Gelegenheiten daS'Volk seiner Begeisterung Ausdruck glben wollte, so waren die Polizei und die 'Kossacken auf der Hut, daß die Freude in gewissen Schranken blieb, denn selbst der Freude durfte man nicht zu .viel Freiheit gewähren,, immer mußte das Volk sich bewußt fein daß die ; Knute über ihm schwebe, stets be denken, daß es seine Gefühle nach obrigkeitlicher Bemessung zu richten habe. Dieser unablässige Druck wurde gestern zum ersten Male gehoben. DaS Volk durfte sich freuen, nicht über die Niederlage der Regierung oder einen Volkssieg, sondern über daS Geschenk bt Zaren, eine Verfassung für Ruß land. Wir glauben nicht fehl zu gehen, wenn wir behaupten, daß der Zar, nun er sich , von der Hofpartei logesagt hat, selbst der Zufriedenste in seinem Reiche ist. Zum ersten Male ist er von der Furcht vor Meuchelmord befreit, zum ersten Male sieht er . frohe Minen im Volke, wo sonst düstere Verstimmung herrschte. ES ist nicht anzunehmen, 'daß sein Manifest auf Täuschung berechnet ist. Im Gegentheil, man kann erwarttn, daß, da er nun den Effekt der gewähr .ten 'Freiheit sieht, er sein Wort halten wird. DaS Volk würde einen Betrug nie verzeihen und Graf Witte würde sich zu einem solchen nicht leihen. Wohl werden die erbittertsten, un in den Radikalen mit Argwohn die Vorgänge bewachen, aber auch sie wer den sich mit den durch die kurze Revo lution erzielten 'Errungenschaften zu frieden geben,lwenn sie sehen, daß ihr Mißtrauen aeaen die Absichten deS Zaren unbegründet ist. Die obenZ geschilderte rosige Hoff nung auf Ueberbrücken der Differenzen zwischen Volk und Regierung kann aber den nüchternen Beobachter der Vor gänge in Rußland nicht täuschen. Die Wurzeln der VolkSverftimmung liegen zu tief als daß dieselbe durch ein blo ßeS Manifest des Zaren beseitigt wer den könne. . Daß daS Volk jubelt, ist ja richtig, aber dieser Jubel gilt wohl weniger den vom Zaren gemachten Zugeftänd Nissen als der- nun offen zu Tage ge tretenen Schwäche der Regierung. Die VolkZmassen gaben einfach ihrem TriumphgefÜhl.AuSdruck. Sie feiern den der Regierung abgerungenen Sieg. Das leicht in seinen SUmmungen umschlagende'rusfische Volk war selbst verständlich höchlichst überrascht, als die Zarenregierung seine Forderungen, anstatt wie gewohnt mit Pulver und Blei, mit einem viel gewährenden Ma nifefte beantwortete. Der Ausdruck der Freude und der Jubel, wie er in den Depeschen geschil dert wird, lantQlso nicht so ausgelegt werden, als ob ksie der angebahnten Versöhnung zwischen Volk und Dyna ftie gelten. In den AuSbrüchen der Freude war keine Ovation für Nikolaus oder Witte bemerkbar. Die Volksmassen brachten Hoch? aus die Revolution und die Freiheit aus. Blinde Ergebenheit feinen Führern gegenüber ist eine Eharactereigenschaft des russischen Volkes. Wie eö am Sonntag, den 1. Januar, im blinden Vertrauen auf Väterchen, des Zaren, dem Priester Gapon in die Todesfälle folgte, so wird es nun den Führern der revolutionären Bewegung folgen. Ja, man kann füglich be Häupten, daß dies Vertrauen in die Revolution durch das dem Zaren ab gerungene Zugeftändniß nun ein sei fenfefteS geworden ist. Wenn die Führer, nun den; Volke erklären, daß die Versprechungen deS Zaren unzulänglich sind, daß auSge

dehnte Freiheiten zu erlangen sind.

0 wird das Volk ihnen gläubig folgen, denn auch sein Appetit ist mit dem Essen gestiegen. . ' Der Freudentaumel des russischen Volkes gilt nicht der gezeigten Milde des Zaren, sondern dessen nun an den Tag gelegten Schwäche, er gilt der Nieder. läge der. verhaßten Regierung und dem Siege des Volkes. Erwerbsthätigkeit in den Hauptkulturländern. AIS das beste Mittel, ein Bild von dem wirthschaftlichen Charakter eines Landes zu gewinnen und internationale Vergleiche der Erwerbsthätigkeit in ver schiedenen Ländern anzustellen, hat sich bis jetzt das Zahlenmaterial der Be russzählungen erwiesen. Für die wich tigften Industrieländer der Erde liegen bereits mehrere solche Erwerbsstatiftiken vor, so daß es möglich ist, sowohl die betreffenden Länder mit einander zu vergleichen, als auch die Tendenz der wirthschaftlichen Entwickelung in jenem Lande aus dem Zahlenmaterial abzu lesen. Dabei tritt überraschend die Thatsache hervor, daß in den drei be deutendsten Industrieländern, nämlich -wm m Mfe. .. iP r . fc. ln GroMtlanmen, neuiiazlano uno den Ver. Staaten daS Bild der Ent Wickelung bis in die Einzelheiten durch' gehend Uebereinstimmung zeigt. Müh rend in allen anderen Industrien der Prozentsatz der in ihnen beschäftigten Bevölkerung im Steigen begriffen ist, ergibt sich für die Textilindustrie in jedem der drei genannten Länder eine Abnahme an Arbeitskräften. DaS tritt am deutlichsten in England hervor, wo sowohl in der Wollen wie in der Baumwollen, der Flachs und Leinen und der Seiden'Jnduftrie in dem Jahrzehnt von 1891 bis 1901 durchgängig eine Verringerung der beschäftigten Arbeiterzahlen zu konftatiren ist. In Deutschland tritt diese Tendenz am deutlichsten für Seide, Flachs und Leinen, in den Vereinigten Staaten für die Wolleninduftrie hervor. Zwei felloS haben die verbesserten Maschinen ihren Antheil daran, daß jetzt mit tue niger Arbeitskräften die gleiche Menge an Fabrikaten hergestellt werden kann. wie vor 15 Jahren. Zum Theil er lläitv sich dieser Rückgang dieser einst bedeutendsten Beschäftigungsgelegenheit für Fabrikarbeiter doch wohl aus der mit der übrigen Entwickelung nicht Schritt haltenden, also relativ zurück gehenden Ausdehnung deS Exportes von Textilwaaren in fremde Länder, befon derS nach Rußland. Am schlagendsten tritt in den Tabellen aber die außer ordentlich gestiegene Bedeutung der Eisen und Stahlindustrie und deS Bergbaues herdor. So ist z. B. in 10 Jahren die Zahl der in der Eisen und Stahlindustrie beschäftigten Per. sonen in Großbritannien von 971,090 auf 1,249.000 gestiegen. Kamen 1891 auf 10,000 Einwanderer der Gesammt bevölkerung Großbritanniens 257 in der Eisen nndStahlinduftrie Erwerbs fähige, so war diese Zahl 1901 bereits auf 301 gistiegen. Den gleichen Zu wach? von etwa 800,000 Arbeitern pro Jahrzehnt zeigt aber auch die deutsche und amerikanische Arbeiterftatistik. Ueberhaupt ergibt sich, daß die für den Weltmarkt arbeitenden Industrien, wie die Papier, die chemische Industrie und die Glasindustrie einen größeren Auf schwuna genommen haben, als die mehr auf den heimischen Markt be schränkten ErwerbZzweiae. x. B. die Lederindustrie. Daß sich in allen Kulturländern der Schwerpunkt der Erwerbsthätigkeit in der neuesten Zeit immer mehr von der Landwirthfchaft auf Industrie und Handel verlegt, ist an der Hand der vorliegenden Statistik leicht nachzuweisen. Stellt man von je 1000 Erwerbsthätiaen die Zahl der in der Land und Forftwirthschaft beschäf tigten Personen den in Industrie und Handel Ingestellten gegenüber, so zeigt sich, daß nur noch in vier Ländern Europas die Zahl der landwirthschast lich beschäftigten Bevölkerung die der industriell und kaufmännisch thätigen übersteigt. Diese Länder sind Oester reich, Dänemark, Schweden und merk würdigerweise noch Frankreich, für das allerdings nur die Zahlen bis 1896 vorliegen. In Oesterreich und Schwe den zeigt die Verhälwißzah! der land wirthschaftlichen Bevölkerung ebenfalls einen starken Rückgang. Nur Däne mark hat einen verhältnißmäßig hohen Aufschwung der Landwirthschaft in den letzten 15 Jahren zu verzeichnen. Daß eö diesen Fortschritt einzig und I allein der systematsch, betriebenen und

erfolgreichen Ausfuhr seiner landwirth schaftlichen Producte verdankt, kann keinem Zweifel unterliegen. Für Deutschland und Großbrltan nien nimmt die Zahl der in der Land wirthschaft beschäftigten Personen be ständig ab. Großbritannien hatte 1901 nur noch zwei Millionen landwirth. schaftlicher Erwerbsthätige, Deutsch, land im Jahre 1895 noch acht Millio. nen. Die Zahl htx landwirtschaftlich thätigen Bewohner Großbritanniens stellt sich danach nur auf 42 Prozent der in Hauptzweigen der Industrien beschäftigten Erwerbsthätigen. In Deutschland üoerwiegt, noch immer die Zahl der landwirthschaftlich Thätigen. Aber infolge der industriellen Entwicke lung wird sich auch hier das Verhält, niß sehr bald umkehren. Die Ver einigten ' Staaten verdanken eö trotz ihrer außerordentlichen Fortschritte in

den wichtigsten Industriezweigen der Erschließung immer neuer Ackerbau. diftrikte, daß das Uebergewicht 1 der Lanvwirthschaft sich erhalten hat und daß das Zahlenverhültnlß der beiden BevölkerungSgruppen von 1890 bis 1900 sich kaum merklich verschoben hat. GrnndeigenthumS Uedertragungen. Christen Kealing u. A. an Otto A. Kuehrmann, Theil von Lots 12 und 13 in Kealing'S Place Add., 41 bei 130.14 Fuß, vacant, Ostseite der Gray Str., nördlich von Washington Str. $550. Union Trust Co., Trustee, an Cd ward I. Craig, Lot 95 in Boulevard Square, 40 bei 131 Fuß, verbessert. Oftseite der Park Ave., nördlich von 30. Str. $525. Hiram Byrkit an Albert L. Mar shall, Theil von Lot 133 in Spann & CoZ. 1. Woodlawn Ädd., 26 bei 125 Fuß, verbessert, südwestliche Ecke der Laurel Str. und gleicher Ave. $1,400. Meridian N. Parr an Alex Alexan der, Lot 13, Sq. 4. Lincoln Park Add. 40 bei 140.93 Fuß, westliche Seite von Alabama Str.. nördlich von 22. Str-. $4500. . Samuel Siegel an Thomas Keating. Theil von Lots 4, 5 und 6, Brown & Morrisons Subd., Außenlot 35, 62.6 bei 195 Fuß, nordöstliche Ecke von Walnut und Illinois Straße. $16.000. ThamoZ Keating an John R. Welch. LotS 7, 8 und 9, ReisnerS West In dianapoliS Add., 120 bei 137.5 Fuß, westliche Seite von Lee Str., südlich von Lambert Str. $2500. Central Bond Co. an Merrill Moo reö, Lot 19, Russell? Erben Subd., Außenlot 123, östliche Seite von Ruf. sell Ave., südlich von Merrill. $4000. William L. Rice an Lou Gross, 'Üll 112, West Park Addition. 33 bei 135 Fuß, Verb.. Westseite der HolmeS Ave., nördlich von Ohio Str. $2300. John M. Shaw an Henry R. Car roll. Lot 10, Block 33, Burton'S Nord Indianapolis Addition, 30 bei Fuß. Verb., Westseite der Northwestern Ave., südlich von Udell Str. $6000. Joseph H. Nahrup an Mary Nah. rup, LotS 19, 20 und 24. Square 1. Nicholö' North Park Addition, 40 bei 120 Fuß, vacant, Westseite der'Dela. wäre Str.. südlich von 30. $1000. George Dwer an Louise M. Horst mann, LotS 44 und 45, Cooper'SPro spect Str. Addition, 80 bei 136 Fuß, vacant, Oiifeite der Keystone Ave., südlich von Prospekt Str. $600. Theresea Oliver an Robert Ramsey,' Lot 37 in Butter Grove Addition, 42.5 bei 132.5 Fuß, verbessert, Westseite der Bellefontaine Str., nördlich von 14. Str. $3500. George Miller an Olioe Mallock, Lot 55 in Oxford Place Addition, 32 bei 163 Fuß. vacant. Oftseite der Oxford Straße, nördlich von Washington Str. $1000. William Bacon an Luther P.Brush, Loth 75 in Smith und Purcell's Sub division von Joneö' Addiiion. 30 bei 120 Fuß, verbessert. Nordseite der 22. Straße, östlich von Cldridge Straße. $1500. , Herbert M. Knapp, Trustee, an Luther T. Brush, LotS 5, 6, 7. 8. 10 und 11. Block 14, Armstrong's 1. Add., 40 bei 145 Fuß jede, vacant, nördliche Seitl der 30. Str.,öftlich von Buckeye Str. $1,800. Ena S. McElwalne an Albert Bronn, Theil von Lot 2, Block 2, Nortj Park Abb., 50 bei 165 Fuß, verbesert, östliche Seite der Illinois Str., nahe 30. Str. $3,000. William Marseeschky an Martin MoewS. LotS 6 und 7, Marseeschky's Subd. 80 bei 17L Fuß, vakant, West' liche Seite der Tacoma Ade., südlich von Nowland Ave. ' $500.

wiegen mw Messen.

Bestrebungen für die Einheitlichkeit von . Mah und ewicht im llterthum. ' Wie man in der Gegenwart bestrebt ist. für die modernen Kulturstaatcn d!e Einheitlichkeit von Maß und Gewicht herzustellen und zu verbürgen, so war man auch schon im Alterthum mit Rücksicht auf den Weltverkehr bemüht, eine Ausgleichung der verschiedenartigen Maße herbeizuführen. Wiegen und Messen gehören zu den ältesten Errungenschaften der Mensck, ; I heit. Die Entwicklung von Handel und Verkehr brachte das Bedürfniß genau normirter Maße und Gewichte; mit der Ausdehnung der athenischen Handelsmacht über den damals bekannten Erdkreis erwuchs die Nothwendigkeit, gleiches Maß und Gewicht für alle zu schaffen oder wenigstens die gebrauchten Maße miteinander auszugleichen. Eichmeister (Metronomen) übten die Kontrolle über die AufrechtHaltung von richtigem Maß und Gewicht, sie führten die Aufsicht über alle Maße und Gewichte und hatten darauf zu sehen, daß die Verkäufer in ihrer Verwendung ehrlich zu Werke gingen. Zu den Obliegenheiten dieser Beamten gehörte es daher, nach den vorhandenen Mustermaßen geeichte Maße und,GeWichte anfertigen zu lassen und ihre Richtigkeit durch einen Stempel zu gewährleisten. Die Urmaße, nach denen diese Normalmaße hergestellt wurden, waren in dem Tempel der Athene auf der Akropolis niedergelegt, unter d:ssen Schätzen ihrer bereits eine Urkunde aus dem Jahre 335 v. Chr. gedenkt. Wichtiger noch als für Athen wurde die Herstellung einheitlicher Maße und Gewichte für das römische Weltreich, das die bekannten Länder nicht nur mit seinem Handel, sondern auch mit seiner Herrschaft umspannte. Von der Ausgleichung der örtlichen Maße mit den amtlichen des Reichs , geben die Eichtische Kunde, wie man sie unter anderem auf den griechischen Inseln, in Bregenz am Bodensee und in Pompeji gefunden hat. Aeltere zum Theil noch lesbare Inschriften auf diesen Eichtischen lassen erkennen, daß mit den dargestellten Maßen eine Aenderung vorgenommen worden ist, daß der Tisch aus vorrömischer Zeit stammt und ursprünglich grieckisch-oskische Maße enthielt, die den römischen weichen mußten. Nicht nur die Namen der deutschen Maße, wie Meile, Pfund und andere, sind der lateinischen Sprache entlehnt, auch ihre Normirung und damit der für diese gebräuchliche Ausdruck wurden den alten Germanen durch die Römcr bekannt. Normalmaße, nach denen die im Verkehr gebrauchten Vorrichtungen bestimmt waren, haben sich in den verfchiedensten Theilen des römischen Reichcs gefunden, für alle standen die Urmaße auf dem Kapital , in Rom, wo sie zum Schutze gegen Beschädigung dem Jupiter Tarpejus geweiht waren. Als bei dem Sturm der Soldaten des Vitellius auf das Kapital der Jupitertempel im Jahre 69 n. Chr. in Flam men aufging und mit ihm das Reichsarchio und die Urmaße vernichtet wur den, ließ der Kaiser Vespasian diese wiederherstellen. Zu den unter seiner Regierung geeichten Maßen gehört der sogenannte farnesische congius" (Flüssigkeitsmaß) in der königlichen Antikensammlung zu Dresden. Dem Schutze der Gottheit stellte auch der oftrömische Kaiser Justinian die Lffentlichen Maße anheim und ließ sie deshalb in den Kirchen aufbewahren. Die cbwarz- und Weiftlackirtcn. Die Droschkenkutscher m mit dem schwarzlackirten Hute sind vom Berliner Straßenbild verschwunden, und die Weißen, die einst so ironisch vonihren Gefährten begrüßt wurden, haben gesiegt, im Laufe eines Jahrzehnts. Noch bis vor 12 Jahren kannte man nur Schwarzlackirte erster und zweiter Klasse. Dann kamen mit den FahrPreisanzeigern die Weißlackirten" auf. Schwarzlackirte" gab es bis zuletzt noch 342. Die vom Polizeipräsidenten an sie ergarMne Aufforderung, fortan weiße Hüte zu tragen und gleichfalls mit Fahrpreisanzeigern zu fahren, gefiel ihnen so wenig, daß sie durch AbOrdnungen zweimal bitten ließen, es beim alten zu belassen, aber jedesmal wurde ihre Bjtte abgeschlagen. Die Schwarzen machten insofern bessere Geschäfte als die Weißen, als sie bei größeren Fahrten mit den Fahrgästen einen höheren Preis vereinbaren konnten, während den Weißen stets die Uhr zeigt, was sie zu verlangen haben. Spiel endete mit Tod. Durch kindliches Spiel ist. in Masontown, Jll.. ein schweres Unglück entstanden. Ein acht Jahre alter Knabe Namens Silvey La Clear baute seinem zweijährigen Brüderchen einen Minia tur-Kalkofen, und als das Ding sich nicht richtig anzünden lassen wollte, holte der Knabe eine Petroleumkanne, deren Inhalt er darüber ausgoß. Die Folgen waren schrecklich. Das klein: Kind wurde von den jäh empor schlau genden Flamnzen erfaßt. Die Mütter eilte herbei, es zu retten, was vergeblich war und sie erlitt selbst tödtliche Brandwunden. Der kleine Unhcilstifter blieb unversehrt. Von den 3412 P u m p -werken in den Oelfeldern von Baku, Kaukasien, sind 1996 wahrend der jüngsten Unruhen in Flammen aufgegangen. '

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Berlin als WcinflM. Kkbenkuliur in der Mark unter den Hohe zollern-J-ürstkn. Noch im 17. Jahrhundert gedieh auch an der Spree der edle Rebensaft und Jahrhunderte lang vorher erfreute sich der Berliner Wein eines Rufes, der sogar den des Rheinweines um ein Erhebliches übertraf. Heutzutage wissen nur die allerwenigsten davon. Aber noch um die Mite des vorigen JahrHunderts spukte eine letzte unbestimmte Ahnung davon, daß dem früher so geWesen sei, in den Köpfen der alten Berliner. Das war, als Adolf Glasbrenner unter s?in?n fnimnriftt7sfipn (rfiils derungen des Berliner Volkslebens auch j eine Berliner Weinkarte" herausgab, unter deren verschiedenen Sorten er unter anderen folgende, empfahl: Den Fahnenwein. Wenn man een eenziges Achtel üöer die Fahne jießt, so zieht sich das janze Rejiment zusammen"; den Dreimännerwein. Wenn diesen Traubensaft een Mann jenießen soll, so müssen ihm zwee andere halten." Und den Kriminalwein. Wenn man zwölf Flaschen dieser moralischen Sorte in ein Jefangniß legt, so jestehen am Dage sämmtliche Verbrecher." Der Weinbau in der Mark war ursprünglich das Werk der Geistlichkeit. Aber erst die Hohenzollern brachten den Weinbau auf ie richtige Höhe, indem sie theils neue Weinberge anlegen ließen, theils die alten wieder in Stand setzten, und vor allem, indem sie fränkische Reben anpflanzten. Im 16. Jahrhundert hatten denn auch Berlin sowohl wie'Spandau. wie Frankfurt an der Oder und Brandenburg ihre wohlgepflegten und ergiebiqen Weinberge. In Berlin und Cölln zählte man deren 1565 nicht weniger als 70, wozu noch 26 Weingärten kamen. Und nach dem Zeugnisse eines Chronisten war der Berliner Wein wegen seines vortrefflichen Geschmackes der beliebteste von allen und wurde deshalb auch vielfach nach dem Auslande verkauft. Der rothe Wein gedieh so gut wie der weiße, und von beiden Farben gab es eine ganze Reihe.verfchiedener Arten, o

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