Indiana Tribüne, Volume 29, Number 58, Indianapolis, Marion County, 31 October 1905 — Page 3
Jttd!ank Tibüne, 31. Oktober 1905
Graf
Ucbcrnimmt die Leitung
Vcryaltnisscn.
Eine Proklamation des Zaren. Botschafter v. Sternburg überbringt den Ver.
Staaten den Entwurf eines Handelsvertrages. Kanzler v. Bülow über die Handelspolitik. Organisation der chinesischen Armee.
Nußland. WitteanderSpitze. London. 80. Oct. Eine De pesche an Reuter'S Bureau auS St. Petersburg sagt, daß ein kaiserlicher UkaS Graf Witte zum Präsidenten des Ministeriums ernenue mit dem Auftrage ein Kabinet zu bilden. Witte bestand auf einem Kabinette nach englischemMufter, dessen Premier minister dem Parlament verantwort lich ist, während der Zar die Idee hatte nach amerikanischem Muster die KabinetSmitglieder selbst zu ernennen. Manifest des Zaren. St. Petersburg, 30. Oct. Der Zar hat heute nach langem Sträuben auf Andrängen seine erfolgreich ften Berathers SegiuS Witte ein Ma. ULtmm' w welchem er bestimmte oiiiiihi U' ". u"v schon viele derartige Zustcherungen ge geben worden, ohne viel Einfluß' auf den lange Jährenden Aufruhr au5ge übt zu haben, aber nun steht Witte da hinter, und daS Volk, bei welchem er beliebt ist, wird auch wohl etwas Ver trauen hegen. , In dem Manifeste wird sehr schön ausgeführt, eS sollten den Bürgern des heiligen russischen Reiches die unverletz. baren Grundlagen vllraeruqer tfreivm gewährt werden. Die angeordneten Wahlen für die Duma sollen nicht suZpendirt werden, doch soll die endgiltige Regelung deS Wahlrechtes im Allge. meinen der neu gegründeten Volksver m M . I tretung überlassen werden. Kein Ge setz soll ohne die Genehmigung der StaatSduma durchführbar sein und den vom Volke Erwählten soll eZ mög US f.w. n dnAuSsührun der 0 durch die vm Zaren ernannlen Organe t!eil,uneben SckSn ilwat auch der Sab. dak di: keaieruna sick iealicker Einmisckuna ?X,ZJnXn iT 6i? " i müffe das Ankeben der Vollsvertretung ' - "I I Ä..t.. ..s.. s m..,..,. z ,i Arbeiten baden. . .n. .... .! n7aIn u ml kür die Reaieruna eltend kein sollten. Natürlich hat das Manifest großes " " Aufsehen erregt und bildet das Ge spräch überall. Blutbad. Reväl. 30. Oct. Die Truppen feuerten auf dem Marktplatze 2 Sal. , i vl (m.rXo.. 1T.C 1 stA I ucn in uic yucuiiycumwiLic. ucucs I Verkonen wurden aetödtet oder der wundet. r u Krawalle. A i g a , 30. Oct. Kossacken spreng. im, uiumttiw uo ituittus i k.xfc.M . Mk..x rk.x I Versammlungen auseinander. ...tv. ns..rxi...i..ltx. ... r.i I uT oxz iqKnuuimer, iuqc m geweigert haben . an Ausstand zu gehen wurde aus Fenstern geschossen. B l t e ve s l , öv. oct. te ganze " " . . , . . biestae Stadt hat stch dem Streik ange scklossen. Die Erreauna ist bock: das Geschäft ruht vollständig. In zahl. icken Wsammlunaen werden auf. rührerische Reden gehalten Charkow. 30. Oct. DaS Post amt ist wieder eröffnet, aber eS gehen leine Züge. Etwa 30,000 Passagiere liegen hier fest und kosten der Regie rung täglich $14,000. HelfingforS. Finland, 30. Oct. Der Streik der russischen Eisen bahndediensteten wird sich morgen auf Flniand erstrecken. Eine amt V. rmuriuÄ 'm ü; Fnibeit aus und ernannte ein Comite, . . - . .. . . . W . r welches ein politisches Programm für oas nmiaze on ausaroeuen ,ou. . - r r. cn . Dänemark. EinetolltühneFahrt. Kopenhagen, 30. Oct. Mit einem Segeltuchboot, daS kaum größer ist als eine Naßschale, sind heute zwei Finländer von Stockholm in Kopen Hagen eingetroffen. Die beiden Wagehälse befinden sich auf dem Wege nach New York und liefen den Hafen nur an, um Proviant zu fassen. Sobald dies geschehen war, setzten fie ihre gefahrvolle Fahrt fort, obgleich ein furchtbarer Sturm herrschte. .
ergius Witte
der russischen . vMaeltm China. Armee organifirt. ' P e ki rk g, 30. Oct. Die soeben beendeten Truppenmanöver haben großen Eindruck auf die Ausländer gemacht speziell solche, welche die Sol daten vor 5 Jahren kannteu. ES hat allgemeines Erstaunen erregt wie eS China gelungen ist eine Armee von 40,000 auf ihren gegenwärtigen Stand in so kurzer Zeit zu bringen. Die Disziplin war gut und die Leute waren genau unter Kontrolle. Freilich mit der Taktik sah eZ manchmal noch schwach aus.' Italien. AuSdenPhilippinen. Rom, 30. Oct. Rev. O'Connor, Sekretär der' avosiolisöen Deleaation i den Philippinen wurde heute vom Papiie in Privataudienz empfangen, der sich sebr für die Verhältnisse auf 1 dem Archipel interessirte. Rev. O'Con nor tft beauftragt worden einen ein gehenden Bericht zu schreiben. Aegypten. Admiral Nebogatoff. Port S a i d , 30. October. ContreAdmiral Nebogatoff, der von den Japanern in der letzten großen seeicgiaq: gefangen genommen wuroe, kam beute hier an und fuhr nach Mar. seilleö weiter. Türkei. 0 m . h t r h t f r h tn " ' Sultan. Konftantinopel, 30. Oct. Das Maß des Trubels war für den unan Avom vamio nocy mazr vou, nl5 inrn miF Nevanlnssisn frcm I . : '71 VTSLZ l ' Zr ' '7 ",7 'Z ",,', 7 Großmächte ein Ultimatum stellten. ! !' nrftt iiT immpT nfmnmr rrnrp Timr tnm mm i . . ' H i. bn E'sandt' der Vereinigten sr LMm I ? vlli mtu" i t ti iii i .T Tl ,M ,nq ,x.oml Ikinerzei, ve, ver S? .,'5 'lw ., ..... , J t iurr isfnim pjtj ji ttttptttpt iii i ' tatsächlich ein amerikanischer Bürger, hat sich jedoch im Verein mit mehreren lernet revolutionären wennnung-ge. nossen zu Ende vorigen JahreS nach der Heimath zurück geschlichen und er. mordete im Frühjahr, angeblich auf cn .r.. . i . rr uocicqi eines revolviionaren Viomue, einen reicken Kaufmann. Wurde T I " jedoch erwischt und beim ersten Prozesse zum Tode verurtbeilt. Der firenuöse" amerttanlsche Ge - - . i sf erWitlt fmitbltm itntr I p.,, v...v.i Drohungen eine neue Verhandlung für i w" " if, x:.r- y.t. v:. n. mlt einem Todesurtheil, da der Mörder inzwischen ein umfassendes Eeftändniß I s..s.t hU I r . f k, r .?t. , efi onge vzx "liman rn wiarn bul tfl, wnv der Uderfllhrle und ge Endige Mörder jedoch offenbar nicht m Balgen perven. Deutschland, v. Bülow über Handels vertrag. Berlin. 30. Oct. Baron Sveck von tÄternbura. her fick af h?t r nack Wasbinaton befindet, wird bei seiner Ankunft dem Präsidenten Roose. ' ' o ' delt einen Narsckla h,r h.Mifckm N,. nUrunn fsw -in, r,v. . m . - m v v v I mm m kAkhAk k&K uM&fcww,wfe' iiiiii iju i ir ii r 1 1 . der deutschen Regierung genau und ist bereit in Unterhandlungen zu treten.' I " gm Korrespondenten der Ass. Presse" gegenüber erklärte der Reichs kanzler von Bülow, er glaube in Amerika herrsche vielfach die Ansicht, daß die Aenderungen im TarifeDeutsch. landS mit anderen europäischen Lün dern feien gegen die Ver. Staaten ge richtet und daß Deutschland den Han del der Ver. Staaten schädigen wolle, Daran habe Deutschland nie gedacht, die Vorschläge, welche in Kürze gemacht werden, haben den Zweck, den Handel zwischen den beiden Ländern zu ver. mehren, nicht ihn einzuschränken. Die ! günstigen Transportgelegenheiten . zwi.
schkn Deutschland und den Ver. Staa ten lassen die Entfernung verschwinden und machen ihre Interessen zu den gleichen. Jedes Land hat sp:ziel!e Fähigleiten und Produkte, welche das andere
.bw kUI VtlVtlfHtlttl .Wllilfi Vf V. individuellen Interessen angemessen ist. Deutschland ist ebensowenig wie Amerika geneigt seine Handelspolitik nach Doktrinen zuzuschneiden. Wir wollen die Interessen unseres Landes fördern und mit Berücksichtigung seiner ökonomischen Bedürfnisse handeln. Durch die Verträge in den 90er Jah ren, deren Hauptzweck war neue Markte zu gewinnen, hat besonders Deutsch' lands Landwirthschaft schwer gelitten, deßhalb ist letzterer in den neuen Ta rifen besondere Berücksichtigung zu Theil geworden. Daß dieser Zweck den Handelsverträgen nicht feindlich ist und mit der Rücksicht auf die Interessen anderer Gegenden haben wir- bereits durch den Abschluß einer Anzahl Verträge bewiesen. 'Auch mit den Ver. Staaten können wir freundliche HandelZbeziehungen haben zum Besten beider Länder. Zarin nach Deutschland. Kiel, 30. October. Der Kreuzer Lübeck" ging mit zehn Torpedo einem unbekannten booten heute nach a?i n& l?k cn-vttä! k.r, .rtn. uach St. Petersburg, um die Za. rin und ibre Kinder bierber ,u brinaen. , hs ttrimm ims wmrin. TZS V I V -yj l Q V t 44V Vb zessin Heinrich von Preußen sein werden. Steckbrieflichverfolat. Hamburg, 30. Oct. Der Kassenbote Behring soll seinen Herrn um 23,800 Mark betrogen haben und mit zwei Helfern erst nach Holland und weiter nach Amerika durchgebranni sein. Vie Beyoröe yat emen teabnef er lassen. Kaiserin als Zeugin. Berlin, 30. Oct. Der seit meh. reren Jahren spielende Sensationspro zeß des ehemaligen Kammerfräuleins der Herzogin Amalie von SchleSwic. Holstein, Frl. WilewSki, beschäftigt von uem die Oessentlichkelt in hohem im.t. n , u. 2 namfm "m "ln" V5un ,h, den Bruder der Nailerin. und die vr,gin Amalie bekanntlich Niederla. ...im . . cn . . en errni, gai gegen eine yteiqe yoyer P,chki., des HoseS neu. Klagen . angestrengt und beantragt, daß die Kai r v . l . erm ms 'eualn voraelaoen weroe. 6 Dame gelingen, sich zu rebabilitiren. ko kann kie m Gerisis. sl sofort ,um Traualtar schreiten. den ein wohlhabender Ka.alier hat ihr verens erz uns pano angeooien. Hauptverklagte in dem neuen Prozeß lft bie bekanntlich mit dem Professor c . v ä w ...... i Zmarck vermählte Tante der Kaiserin. Sie soll ffrl. Wilewstt nickt nur. wie f.nw b.8 Diebstabf Mcknlhint fi, . sondern in jüngster eit auch der I rT?mmft,n fiHTin m,rimm,n,n I l t VV4IIV4V -Im . e,qleunlgungveriol. tenvorlage. Reichs. s i n a n z r e s o rm. T I tt 0 Off cv v . t n . ' ' - " ' imimii a aus dö5 dernnstckSfne 5Zsamm,n.i,n ' V " W. " Z "7 Zr ZIZ 7 7 I uReichstag einberufen werden soll, wird in den allernächsten Tagen getroffen werden. Zunächst wird dem Reichtötag die Flottenvorlage zugehen. Sie ist be reit völlig ausgearbeitet und ihre Un terbreitung im BundeSrath ist eine reine Formsache, da sie dort anstand o5 und unverändert vasstren wird. I it.t vi. tn t v . ... ..w mx. eusvroerungen wno ammy Stillschweigen beobachtet. Niemand be I r i. f - . ieii Q0er' außer vem größerem placemem nocy etN ganzes BUNVtt Wünsche zu befriedigen sein werden. Daß die ftlottenvorlaae diesmal den " rtJTTiii Reichstag?, wird allgemein sür höchst h4i AkX .! 11 Kill. bezeichnend erklärt. Zu allem Ueber fluß wird von offiziöser Seite noch er. klärt, daß die Gründe für die Beschleu. nigung auf der Hand liegen. Die Finanzreform Vorschläge, die bekanntlich schon Gnade vor den Augen des BundeSrathS gefunden haben und gleichfalls dem Reichstag zugehen, wer den gegenwärtig in einer Gesetzvorlage zusammengefaßt. Sie begreifen die Einführung einer ReichSerbfchaftSfteuer ein, die Erweiterung -der Tabaksteuer, indem Eigarretten und bessere Tabake schärfer herangezogen' werden, ferner die Erhöhung der Vraufteuer und der j Stempelsteuer.
Witte An das amerikanische Volk.
St. Petersburg. 30. Okt. Graf Witte ließ heute durch die Ass. Presse dem amerikanischen Volke mittheilen er sei sicher, dasselbe wisse was Freiheit sei und werde sich mit dem russischen Volke in dem Augenblicke freuen, da es vom Zaren das Versprechen und die Garan tie (Manifest) der Freiheit erhalten habe, eS werde sich der Hoffnung an schließen, daß daS russische Volk mit der Regierung zusammenarbeiten werde um die gebotenen Freiheiten zu real! siren. ' Prof. Peabody. B e r l i n, 30. Okt. Kaiser Wil. Helm, Botschafter Tower der Sekretär des Auswärtigen v. Richthofen, der preußische UnterrichtZminister, etwa 50 Professoren und 600 Studenten wohnten der ersten Vorlesung des Prof. Pezdody von der Harvard'Univerfität bei. DaS Thema des Vertrages war Akademische Gegenseitigkeit." Der Kaiser gab wiederholt seinen Beifall zu erkennen. t General von Dollen. G o t h a , 30. Oct. Im Alter von 82 Jahren ist hier General v. Dollen. Führer der Ulanen in der Schlacht von Vionville, aus dem Leben geschieden. Einberufung des Reichs tages. Berlin, 30. Oct. Der Reichs. tag ist auf den 23. November einberu fen worden. Verspätung im Telegra phen.Verkehr. Berlin, 30. October.- Depe. schen mit Rußland haben 12 bis 14 Stunden Verspätung, da die Telegra phenämter mit Depeschen auswärtiger Regierungen an ihre Vertreter in Ruß land, sowie mit P?eß und Geschäfts depeschen überbürdet find. Kohlengräber. Streik. Berlin, 30. October.. Der große Kohlengräber-Streik in Belgien, der.seinerzeit mit demjenigen im Ruhr Gebiete auZbrach und mit diesem cn digte, wird eine Wiederholung ersah ren. Im ganzen EharleroiDistrikte gährt. eS gewaltg und die allgemeine Niederlegung der Arbeit wird jeden Augenblick erwartet. Die Knappen und sonstigen. BergwerkLangeftellten verlangen weniger eine Lohnerhöhung, als kürzere Arbeitszeit. Auf die ihnen als Antwort auf ihre Forderungen in'S Geficht geschleuderte Androhung einer Sperre antworteten fie mit Hohn. Die Unzufriedenen find angeblich so gut or ganifirt und mit so reichlichen Mitteln ausgestattet, daß fie Wochen und viel leicht Monate lang ausharren können. Ihre hauptsächlichste Hoffnung ist aber. daß eS ihren mit Hilfe der focialifti schen Führer gelingen wird, den Kamps abermals auf deutschem Boden zu ent fachen und den Bergbau an der Ruhr noch schlimmer lahm zu legen, als wäh rend der letzten gigantischen Wirren. Deutscher Handel in Mitleidenschaft. Berlin, 30. Oct. Die Un beilSnacbrichten aus Rußland werden in der hiesigen Presse auf daS Ein gehendste besprochen. Die allgemeine Ansicht geht dahin, daß der Zar und die Regierung vollständig den Kopf verloren haben. Zugleich werden die neuesten Meldungen dahin aufgefaßt, daß eme entscheidende Wendung un mittelbar bevorsteht. Vielfach wird betont, daß alle jetzt noch erfolgenden Zugeständnisse, die von vornherein den Makel von Angst und VerlegenheltS Erzeugnissen , tragen, idaS Verhängniß nicht mehr aufhalten können und daß Rußland vor den furchtbarsten Prü fungStagen in seiner Geschichte steht. Verläßliche Privatmeldungen aus dem Innern deS Reiches besagen, daß mindestens eine Million Menschen in bellem Aufrubr begriffen sind und überall ein vollkommeneSEHaoS herrscht. Ueberall her kommen Nachrichten von Streiks, blutigen Krawallen, Plünde rungen und Brandstiftungen. Der gefammte Verkehr liegt brach und die Zahl der feiernden Arbeiter wächst in'S Ungeheure. Die völlige Lahmlegung der Bahn Verbindung mit Rußland greift in die deutschen Verkehrsverhältnisse empfind lich ein. Der Staats Sekretär des Reichspostamts, Kraetke. kündigt heute die Einstellung des Packet und Werth briesdiensteS an. Die Briefbeförderung wird über See besorgt, soweit das möglich ist.
BIG FOUR ROUTB
Exkursionen Sonntag-, den 6. November. Die letzten der Saison.
150 Cincinnaü
Spezial-Züge verlassen Indianapolis 7 Uhr Morgens und verlassen Cincinnati um 7 Uhr Abends.
Pennsylvania Lnort Lines $1.50 Lsuisville $1.50 und zurück. Konntag, den 5. Nonember. Der spezielle, durchfahrende Zug verläßt Indianapolis um 7:15 Uhr Morgens ; Retourfahrt von Louisville lMain Straße Station um 7 Uhr Abends.
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Der Eisenbahnverkehr mit Rußland st völlig eingestellt. Die Grenzschup. pen sind mit Waaren überfüllt. Das Ausbleiben von fremden Durchreisen den macht sich auf den Bahnhöfen be merkbar. DaS Ausbleiben von Ge flügel, namentlich Gänsen, wird auf dem Markt verspürt. Händler berich. en, daß auf ruisischen Strecken von Deutschen gekaufte Gänse im Werthe von zwei Mllllonen Mark liegen und daß dies einen totalen Verlust bedeutet. Generaldirektor 3aUiit. Seine rat die Karriere und seine Verdienste um die Handelsschinfahrt. Albert Vallin. der mit dem neuen Hapag" - Riesendampfer Amerika" auf dessen Jungfcrnreise nach den Ver. Staaten qekommene Generaldirektor der Hamburg-Amenka-Linie, ist eine Albert Ballin. der hervorragendsten Persönlichkeiten auf dem Gebiete der Handelsschifffahrt. Geboren 1857 als Sohn armer Leute in Hamburg, trat Ballin .nach dem Besuche eines dortigen Gymnasmms als Billetverkäufer bei der Hamburg-Amerika-Linie ein. Infolge seiner Fähigkeiten stieg n rasch von Stufe zu Stufe und wurde bereits 1886 Direktor, als welcher er alsbald die Führung der Gesellschaft übernahm. Die 1847 gegründete Linie hatte es bis zum Jahre 1886 zu einem Aktienkapital von 15,000,000 Mark und zu emex Flotte von 26 Seeschiffen gebracht. Gegenwärtig hat die Linie 80.000.000 Mark Aktienkapital und eine Flotte von 120 Seeschiffen. Die Flotte wurde mit dem Anwachsen der neuen Aufgaben alsbald energisch erneuert.und bei dem Bau der berühmten Hamburger Schnelldampfer (1887) wurde zuerst in Deutschland das Doppelschraubensystem angewandt, das die Sicherheit und Manövrirfähigkeit der Schiffe erhobt. So baute die Llme un Sommer 1900 den berühmten SchnellKämpfer Deutschland," dessen Maschinen. 35.600 Pferdekräfte stark, die stärksten der Welt sind, der m der Stunde 23K Seemeilen und damit rascher als zeder andere Handelskammer der Welt fährt. Diesen Riesenbetrieb ausgebildet zu haben, ist Ballins Verdunst. Vom deutschen Kaiser ist Vallin wiederholt mit hoben Orden und anderen AusZeichnungen bedacht. worden. aylköpsige Leute sollen gegen die Lungenschwindsucht gefeit sein. Der Kaiserin Alexan d r a von Rußland stehen 15 Hofdamen zur Verfugung. In Frankreich werden der Präsident und die Minister in Zukunft den Tnel Excellenz" tragen.
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