Indiana Tribüne, Volume 29, Number 57, Indianapolis, Marion County, 30 October 1905 — Page 5
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Ton Thea Küster. Eigentlich war Hans Werner ein Baumelster. aber er liebte mit Leidenschaft die Malerei.Nach der Anstrengung, die es ihm gekostet hatte, seinen Regierungsbaurneister zu machen, , bedürfte er einer langen Erholungspause. Als Hamburger aus wohlhabendem Hause hatte er sonst seine Sommerfrische auf Sylt oder Heiligendamm, auch Helgoland verlebt und eine Menge hübscher Skizzen aus den Seebädern mit nach Hause gebracht. Aber diesen Sommer wollte er ins Grüne, ordentlich den Baumschlag üben, den er zu .seinen farbigen Architektur - Skizzen gebrauchte, die er zu kleinen Kunstwerken gestaltete. In einer ganz kleinen, unbedeutenden Sommerfrische hatte er sich niedergelassen. Der . HauptanziehungsPunkt dieses Ausenthalts war ein altes Schloß im romanischen Stil, mit einem köstlichen, weiten Park, der auf den Höhen einen hübschen Ausblick hinab auf das Dorf bot und schließlich in einen prächtigen Tannenwald überging. Hier malte Hans Werner mit heißer Leidenschaft. Als sparsamer junger Herr, der seine, elegante, beim ersten Schneider der Reichshauptstadt angefertigte Kleidung fchonen wollte, wählte er für die Ausbildung seiner Kunst in der Sommerfrische ein Kostüm, das , er sonst nur trug, wenn er ganz mit sich allein war. , Ein sehr schäbiger Sammetrock, Beinkleider mit verschiedenen Farbenspritzern, ein mächtiger, alter Panama gaben ihm das Aussehen eines heruntergekommenen Malers. Sehr ausgetretene, fleckige, braune Halbstiefel vervollständigten sein Kostüm, in dem kein Mensch den stets korrekten, neugebackenen Regierungsbaumeister erkannt hätte. Mit seiner zerlegbaren Staffelei. seinem Malgeräth zog er Morgens aus auf die Anhöhe und malte. Am dritten Tage hörte er, ganz in seine Malerei vertieft, leichte Schritte hinter sich, und plötzlich tönte ein helles, lustiges Mädchenlachen dicht neben ihm. Aber, lieber Mann, Sie malen da wunderbare Dinge, sind die Bäume etwa gelb und die Luft lila? Denken Sie denn, daß ein Mensch Ihnen solches Ding abkauft? Wohl die Bauern dort unten? Eine kleine, braune Hand fuhr dicht vor den Augen des Malers hm und her und tippte auf die Leinwand. Ohne umzublicken antwortete Hans: Mein liebes Kind, sprechen Sie nicht von Sachen, die Sie mcht verstehen. Ich bin nicht Ihr liebes Kind!" tönte es scharf zurück. Nun drehte er sich um und blickte in ein wunderhübsches, frisches Madchen gesicht mit kecken Augen, in denen der Schelm zuckte. Donnerwetter, ein reizender, klei ner Kerl," wäre es ibm beinahe entschlüpft, aber er biß die Lippen zusammen, stand auf, verbeugte sich wie ein Weltmann und sprach mit leuchtenden Augen und etwas spottischen Lippen: Da Sie nicht mein liebes Kind und ich nicht Ihr lieber Mann sein will, so muß ich mich ordnungsmäßig vorstellen: Hans Werner, Maler. Wie Sie sehen,. male ich solche farbigen Dinger und bin froh, wenn die Bauern sie mir abkaufen. 'Belustigt blickte das junge Mädchkn in das Gesicht des Malers. Sie hakte augenscheinlich Gefallen an ihm, hielt. ohne zu erröthen, unbefangen seinen Blick aus und sagte dann offenherzige Nicht wahr, ich habe eine Dumm heit gemacht. Ich verstehe nämlich vor nichts von Malerei, ich zeichne nur ein bischen, möchte aber furchtbar gern malen! Ja, sehen Sie, das ist doch die Untermalerei." antwortete Hans und schluq einen sehr lehrhaften Ton an. Nicht wahr, das Malen ist sehr schwer?" Das kommt darauf an, ob man Talent hat. Mir wird es sehr leicht, log er. Sind Sie ein richtiger Künstler? Malen Sie auch Menschen?" Alles, was mir unter die Augen kommt," log belustigt Hans Werner weiter. Ich möchte zu gern malen, aber Sie sind der erste Maler, der hier ins Dorf kommt. Bleiben Sie lange? Je nachdem; wenn die Bauern mir meine Bilder abkaufen, bleibe ich vielleicht lanae hier. Wenn dies Bild fertig ist und mir gefällt, werde ich es Ihnen abkaufen. Malen Sie nur weiter, ich möchte zusehen." ,Hans Werner betrachtete mit lusti gen Augen das hübsche, junge Personchen in dem schlichten SommerkleidL " ! 5?, 5 "Y üzen, oas o gonneryaii lym geqenuoer trat. Er setzte sich vor die Staffelei und nvlte weiter, zeigte ihr, wie all mählich die richtigen Farbentöne nt standen und hörte auf ihr Geplauder O, wir haben schöne Gemälde im Schloß, die müssen Sie sich ansehen, ein echter Rubens und van Dyck. Nun fuhr . Hans Werner herum. Wer sind Sie denn eigentlich r .Ich bin die Nichte der Gräfin." So freut mich sehr, Ihre ekcmntschaft zu machen. Komtesse. Ich. bin keine Komtesse. Meine (Zltern waren büraerlick. 5!ck keine Nsl
Wallner. Meine Tante war die Schwe-
sier meiner Mutter, ich lebewmer hier im Schloß, da meine Eltern schon lange todt sind. Tante erfüllt mir alle Wünsche; wenn ich bitte, daß Sie mir Unterricht im Malen geben dürfen. wird sie es sicher erlauben. Wouen .22" ans Mrner lacyie vor n nrnirnv zögerte eine Weile mit der Antwort. Das kleine Abenteuer machte ihm Spaß. Wenn er jetzt sagte: Ich om gar kein Maler, ich bin eben Regierungsbaumeister geworden und warte auf eine Anstellung," dann war es zu Ende mit der lustigen Bekanntschaft, die es ihn reizte fortzusetzen.. Als er nicht gleich antwortete, fuhr Bella fort: Sie wollen mir wohl keine Stunden geben? Ist Ihre Zeit so kostbar?" Hm ja - das ist sie schon." gab zögernd Hans Werner zu. - Aber sprechen Sie mal mit Ihrer Frau Tante, der Gräfin. Vielleicht gehe ich darauf ern und bin bereit, Ihnen von meiner kostban Zeit etwas zu opfern. Das wäre sehr nett von Ihnen. Ich bin nämlich immer hier im Schloß geWesen, der Pastor und seine Frau, die früher meine Erzieherin war, haben mich unterrichtet, auct etwas zeichnen gelehrt, aber malen konnte die Frau Pastor nicht. Reiten, schießen, das kann ich famos. Ab?r ich mochte furchtbar gern malen!" Die natürliche, liebliche Art des jungen Mädchens hatte etwas Rührendes für Hans Werner, der nur gewöhnt war. mit sehr wshlerzogcnen, gebildeten Damen der Gesellschaft zu verkehren. Die ursprüngliche Frische bezauberte ihn ganz, aber er ließ nichts von seinem Wohlgefallen merken, sondern verhielt sich etwas ablehnend, um sie zu reizen. Tante ist sehr nett, sie wird Ihnen gefallen. Da Sie nicht lange hier bleiben, wäre es schon das beste, Sie kommen gleich mit aufs Schloß, ich stelle Sie Tante vor, und wegen des MalUnterrichts können wir gleich sprechen, dann fange ich schon morgen an." Verzeihen Sie, so ohne weiteres kann ich doch nicht bei Ihrer Frau Tante" Doch, doch, Sie können schon, ich führe Sie doch ein. Lassen Sie nur di? Malsachcn hier stehen, die kann der Diener holen: kommen Sie mit mir, bitte. Es ist auch Frühstllckszeit. frühstucken Sie gleich mit uns, Sie muen doch Hunger haben." Lachend drehte Hans sich um, dieses abgekürzte Verfahren des lieblichen Mädchens amüsirte ihn sehr. So einfach, so naturlich, so ohne Ziererei und , gesellschaftliche Bedenken legte sie Beschlag auf ihn und hielt ihn auch gleich fest, d'aß tt ihr nicht entrinnen konnte. Nun. mit einem heruntergekommenen Maler brauchte man auch keine Umstände zu machen. Er sah an sich herab und dachte, daß sie es sicher gut meinte, ls sie. ihm das Frühstück anbot. Er sah wirklich sehr bedürftig aus in dem abgeschabten Anzug. So eme Antrlttsvisite bei der Grafm ma chen war ihm neu, aber die Kleine be stand darauf, und er folgte ihr, fürchtend, daß das Abenteuer, wenn er ablehnte, ein Ende habe. Er wischte ganz langsam seine Pinsel ab, packte sie in den Malkasten, während sie plauderte. Run pfiff sie auf einer kleinen, silbernen Pfeife ganz schrill dreimal. Es dauerte nicht lange. da kam em famoser Bernhardiner an gejagt und sprang freudig an Bella in die Hohe. Da kusch da bleibst du bis der Friedrich kommt. Das große Thier blickte das junge Mädchen mit seinen schönen, glänzenden Augen an und legte sich neben die Malutensilien. Sq, nun sind sie sicher bewacht, nun kommen Sie nur mit. Eigenthümlich genug war es Hans Werner zumuthe. Er war gar kein allzu großer Damenfreund.- Wenn auf den Bällen, die er mitmachen mußte, sich die Töchter der Bauräthe so recht liebenswürdig ihm zuwandten, hatte er immer das Mißtrauen in sich zu überwinden: Aha, die will auch versorgt sein durch die Ehe." An Liebe glaubte er gar nicht. Das war alles Berechnung vom weiblichen Geschlecht, seiner Ansicht nach,- aber ihn sollten sie nicht mit verführerischem Lächeln und lockenden Blicken sangen Er gedachte, sich ein gemüthliches Junggesellenheim zu gründen, in dem vielleicht später, nach dem Tode der Eltern, sein: Schwester, die er sehr liebte, das Regiment fuhren sollte. Aber das frische, natürliche Wesen Bellas machte ihm Vergnügen, besonders, da sie ihn als Maler ansah und die gleiche Leidenschaft, die Liebe zur Malerei, mit ihm gemeinsam hatte. Innerlich lachte er, daß er Malunterricht ertheilen sollte, aber da sie noch gar nichts davon verstand, konnte er ihr mit dem, was er vor ihr voraus hatte, schon imponiren. Was lesen Sie, wenn ich fragen darf?" sagte er. als er sah, daß sie ein Buch in der Hand aus und zu klappte Ach. eine dumme Liebes geschichte." Sie sprach mit solchem verächtlichen Ton. daß es Hans ordentlich imponirte und ganz mit seinett Ansichten über dies Thema übereinstimmte. Sie glauben wohl auch nicht an Liebe," fragte er, und sie sah ihm offen und ehrlich ins Gesicht und sagte: ' Nicht wahr die Männer können w l,K,n?
ans lächelte Überlegen uno ,pracy
mit der Sicherheit eines ganz besonders für dieses Fach angestellten Proessors: .Es giebt überhaupt leine Liebe. .Das sage ich auch, die Menschen heirathen nur aus Interesse oder um sich eine behagliche Häuslichkeit zu gründen!" sprach sie und sah ihn mit sicherem Blick an. .Na, behaglich ist die Häuslichkeit nicht immer." Sind Sie verheirathet?" fragte Bella. Gottlob nein -fteft werde auch nie heirathen." Sie haben es doch auch nicht nohig." Ich bin nicht reich. Wenn der Maoratsherr heirathet und mit seiner Frau hier einzieht, müssen Tante und ich hier fort. Tante hat ja eine Rente und ein kleines Vermögen, aber ich muß sehr sparsam sein, wenn ich davon leben soll. Aber das will ich auch qar nicht, ich will Künstlerin werden. Ich reite famos, vielleicht gehe ich in emen Cirkus als Schulreiterin oder als Kunstschützin, am liebsten möchte ch Malerin werden." Hans Werner hörte ihr mit Entjetzen zu. Vor diesen Artistinnen hatte er em Grauen. Es dünkte ihm eine Unmöglchkelt, dieses reine, unverdorbene Gechöpf sich in einer solchen Stellung nur zu denken. Hoffentlich haben Sie Talent zur Malerei, das wäre fchon das beste." So kamen sie ins Schloß. Verwundert blickten die Diener auf den Ankömmling. Aber Bella ließ sie gar nicht im Zweifel. Mit bestimmtem Ton gab sie Befehl, das Malzeug des Malers zu holen, noch ein Gedeck aus dem Frühstückstisch aufzulegen. Dann uhrte sie Hans m die grafliche Gemäldegalerie, ließ ihn hie: allein, um ihn der Tante zu melden. In dem mit alterthumlicher, wohlerhaltener Pracht ausgestatteten Schloß fühlte sich Hans Werner in seinem vertragenen Anzug doch recht beklemmen. Der hohe Spiegel imVestibül hatte seine schlanke, hohe Gestalt wiedergegeben mit aller armseligen, schäbigen Eleganz. Donnerwetter, hungrig genug sehe ich aus, daß sie mich zum Frühstück einladet. Aus Barmherzigkeit will sie mir auch mein Bild abkaufen." Nun lachte er wieder lustig und dachte: Wie sehr ihm doch das Glück in den Schoß fiel; er wußte, wie schwer die Maler ihre Bilder los, wurde, und ihm wurde das stimge, ehe es .fertig, naß von der Staffele! abgekauft. Ob das ein Wink des Schicksals war, ob er Maler werden sollte? .Erst werde ich mich lieber als wohlbestallter Regierungsbaumeister niederlassen, Zeit genug zum Malen behalte ich schon," dachte er. Von der Künstlermisere der Maler hatte er genug gesehen. Er trat an das hohe Fenster, und ein köstlicher Blick bot sich ihm über den Park mit feinen herrlichen, alten' Bäumen, seem reichen Blumenflor.- Er befand sich plötzlich mitten in Schonheit und Reichthum versetzt. Er in seiner Bettlertracht. Mit Wärme blickte er auf Bella, als sie dann wieder erschien, um ihn zur Tante zu geleiten. Die Gräfin war eine anziehende. vornehme Erscheinung, die durch natürliche Anmuth und gewinnende Freundlichkeit ihren Zauber ausübte. Verzeihen, gnadige Gräfin, daß ich so direkt von der Landstraße mir erlaube in Ihre Nähe zu treten, aber das gnädige Fräulein" Ja, ja. das sieht meiner Bella vollkommen ähnlich, was sie will, das will sie sofort," lächelte die Dame. Tantchen, du bedauertest doch oft selbst, daß sich keine Gelegenheit für mich bot. Malstunden zu nehmen, nun ist die Gelegenheit gefunden, der Herr ist bereit, mir Unterricht zu geben." Hans wäre es beinahe entschlüpft: Soviel er selbst kann." Aber er schwieg diplomatisch und ließ die Gräfin verhandeln, er selbst stimmte nur zu und wurde sehr roth, als die Gräfin ihm ein hohes Honorar bot. Ablehnen konnte er nicht, aber er nahm sich vor, das Geld redlich zu verdienen, indem er Bella soviel wie möglich beibrachte in den Wochen seines Sommeraufenthaltes. Am nächsten Tage waren Lehrer und Schülerin voll Eifer bei der Arbeit. Sie fanden es beide köstlich. Sie begriff rasch, war sehr geschickt und strahlte vor Vergnügen. Die Mahlzeiten nahm, auf Einladung der Gräfin, der Maler im Schloß. Ordentlich beschämt fühlte er sich von der Liebenswürdigkeit, aber dann machte sein Inkognito ihm doch wieder einen höllischen Spaß. Er freu te sich schon darauf, wenn er dies Erlebniß zu Hause zum Besten geben konnte. Nachdem er eine Woche hindurch den armen Maler ' gespielt, trat er am Sonntag, an dem eine Aus,fahrt in die Umaebunä geplant war,' in vollem, elegantem Sommerwichs an und lächelte über die erstaunten Gesichter der Dienerschaft, Vt ihn sonst so ziemlich wie ihresaleichen zu betrachten sich erlaubten. Die Sicherheit, mit der er sich jetzt in seinem gewohnten Habit bewegte, zeigte ihnen den Mann der guten Ge sellschaft. Bellas Augen wurden weit, als sie ihn kommen sah, mir dem leichten Lächeln der Belustigung auf den Lippen
oem selbstbewußten Vltcr, ver ncyeren Haltung. Sie erröthete, gab ihm die Hand zaghafter als sonst, die er zu diskretem Kuß an feine Lippen führte. Heute war er ausgelassen lustig. Bella ging äuf jeden Scherz ein, und die - Gräfin war ganz Wohlwollen. Der Maler wurde plötzlich mit ganz anderen Augen angesehen. So ging es dann wochenlang. Nicht nur Lehrer, auch beliebter Gesellschafter war er im Schlosse geworden, und da er einen sehr lebhaften Geist hatte, sich auch für alles in der Welt interessirte, aufmerksam und fröhlich war, so traf es die Damen wie ein Donnerschlag aus heiterem Himmel, als er tU nes Tages erklärte, daß er abreisen müsse. Aber Sie sind doch freier Kllnstler," meinte die Gräfin. Nicht so ganz, wie-Sie glauben, Gräfin." Bella erklärte aana kateaorisck: cein. oaraus wiro mcyls: &o mnten im Unterricht wollen Sie plötzlich
abbrechen. Wichtigeres für Sie kann es doch gar Nicht geben als foe emgegangene Verpflichtung, mich malen zu"lehren. Sie bleiben, Sie müssen bleiben." Es reizte ihn, ihr zu widersprechen. Ihr Bild, das ich kaufen wollte. haben Sie auch noch nicht, fertig gemalt." Das wird später fertig gemacht." Bella war sehr, sehr aekränkt. Am anderen Tage, beim Unterricht, warf sie plötzlich den Pinsel hin und sagte trotzig: Nun macht mir die Malerei schon keinen Spaß mehr." So, zum Spaß, denke ich. malen Sie doch auch nicht, es sollte doch eine ernste Lebensaufgabe für Sie werden." Ah, Sie meinen, daß ich mich nicht verheirathen will, daß ich mir mein Brot damit verdienen kann. Ah pah ich Hab's mir überlegt, ich werde Kunstreiterin. Das das werden Sie Nicht schrie Hans Werner sie an und wurde ganz bleich. Warum nicht. Das das geht Sie doch nichts an. Ich ich kann machen, was ich will. Und Malstunden von Ihnen will ich jetzt gar keine mehr. Meinetwegen können Sie schon morgen schon heute gehen." Es kam so recht trotzig aus dem frischen, rothen Mädchenmund. Sie sah so reizend dabei aus. daß Hans Werners Herz schwoll. Aber er blickte sie gar nicht an, packte sein Malzeug zusammen, verbeugte sich stumm und ging. Aber aber ich . ich will Ihr Bild doch haben." Bedaure, ich reise heute" Ihre Blicke tauchten ineinander, eine Sekunde nur, kampfbereit beide. So so lassen Sie sich von der Gräfin das das Honorar zah len." ' Mit zuckenden Lippen sprach sie es, mit stolzer Haltung, mit einer Gebar de. die ihn beleidigen sollte, aber er sah, wie in ihre Augen Thränen traten, wie sie rasch das Zimmer verließ, um ihm das zu verbergen. 1 Et verließ direkt das Schloß, ohne persönlich von der Gräfin sich zu ver abschieden, er bemerkte nur den ver dutzten Diener. Bestellen ' Sie der Frau Gräfin meine Empfehlung, und lassen Sie mem Malzeug in den Gasthof bringen. Ich reise mit dem nächsten Zug. Bella weinte wirklich Zornesthränen, als sie ihn so umgehend das Schloß verlassen sah. Sie hatte ihn gekränkt,' beleidigt, warum, wußte sie selbst nicht. Sie war so glucklich gewe sen bei den Malstunden, und nun war auf einmal alles aus. Sie ging zur Gräfin. Tante, schick' dem Maler sein Stundengeld, er mußte heute fort." Nichts von dem Geschehenen verrieth sie, aber sie drang darauf, daß schleunigst das Honorar mit den Malutensilien nach dem Gasthof geschickt wurde. Die Gräfin packte einen Hundert markschein in ein Kuvert, legte eine Karte mit verbindlichen Worten hinzu und sandte i ab. Auf Wiedersehen!" hatte die Gräfin als Schlußwort ge braucht. Sie hatte den Maler liebgeWonnen und wollte mcht für alle Zu kunft auf ihn verzichten. In fliegender Eile hatte Bella sich in ihr Reitkleid geworfen, ihr Pferd satteln lassen und sprengte aus dem Schloßhof. Ihre Wangen glühten. Sie wollte ihm zeigen, daß und wie sie reiten konnte. Sie ritt direkt auf den Gasihof zu. Der Diener kam ihr entgegen. v Nun. haben Sie alles besorgt?" Jawohl, gnädiges Fräulein, der Herr hat mir jedoch den Hundertmarkschein zurückaeaeben." . Trinkgeld für die Dienerschaft" alm'tn Sie mir das Geld." Mit zitternder Hand nahm Bella den Schein. Sie knitterte ihn zusammen in ihrer kleinen, starken, geballten Faust. Nichts von ihm geschenkt will ich" sprach sie mit bebenden Kippen. Sie stieg ab vor dem Gasthof. Sie fragte nach dem Maler, sie ließ ihn herunter bitten. Er kam. Ernst7 blaß, gewaltsam seine Erregung bekämpfend, stand er vor ihr. Wissen Sie, daß Sie mich tief, tief beleidigen, wenn Sie das Honorar nicht nehmen, das Ihnen ooch zu kommt?"
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ker verfügt." Sie, Sie wollten mich kranken damit." . Ich Sie?" fragte er mit vorwurfsvollem Staunen. Sie erglühte. Es schmolz etwas in hr, ihr Trotz, ihr Stolz. Bitte, gehen Sie nicht so von mir," !am es nun von ihren zuckenden Lippen. . i Ich nehme an, daß Sie. gekommen ind, mir ein Probestück Ihrer Reitunst zu geben, da Sie sich doch zu dieem edlen Beruf vorbereiten wollen." Sie blickte zu Boden. Dann wallte es heiß auf in ihr. Kampfbereit blickte sie ihn an. Jawohl, das kann ich.". Wenn er es nicht anders wollte, so ollte es sein. Zum zweiten Male wolle sie nicht bitten. Ehe er sich's versah, aß sie im Sattel. Sie ließ ihr Pferd steigen, dann, jagte sie in sausendem Galopp die Straße nach dem Bahnhos zu. Die Barriere war geschlossen.' Ein Zug wurde erwartet. Hans Werner blickte ihr nach. Sie wird über die Barriere setzen, dachte er. Aber sie bielt ior Vferd an. sie lien es tänzelnd zurücktreten, wie angegossen saß sie auf dem fchonen Thier. Ein herrlicher Anblick, gestand er sich, das stolze, junge, kühne Weib auf dem edlen Pferde. Da horte er das Brausen des herannahenden Zuges. Das Pferd wurde unruhig, aber Bella zwang es mit fabelhafter Gewalt zurück, zurück und dann vorwärts, hinüber über die Barriere, das Geleise, die andere Barriere genommen im Fluge. Todtenbleich stand Hans Werner. Der Zug brauste heran, vorüber. Drüben hielt Bella auf ihrem Pferde und salutirte lächelnd mit der Reitgerte. Die Barriere wurde aufgezogen. Das kann ich." sprach sie siegesfroh. Zweifeln Sie nun noch, daß ich zur Kunstreiterin geboren bin? Sie werden von Mir hören, hoffentlich höre' ich auch von Ihnen, daß Sie ein so berühmter Maler geworden sind wie ich Reiterin." Ihre Blicke tauchten stolz meinander. beinahe feindselig. Sie sahen sich nicht wieder. Die schöne Bella wurde eine Weltberühmtheit, Hans Werner erzählte gern. sein Sommerfnschenerlebniß mit ihr, von ihrem, ersten Bravourstück und seiner Lehrthätigkeit als Maler, als er ein hervorragender Meister def Baukunst geworden war und immer noch unvermählt war. Toiletten der Prinzessin von Wales. Die Aufmerksamkeit der Londoner Damenwelt fesselt in höchstem Maaße die Toilettenausrüstung, die sich die r iy rr . cm 5 r ?? i!. . r. . Piinzein von Avaies ju? oie große Reise nach Indien hat zusammenstellen lassen. Alle diese Kostüme sind, was besonders hervorgehoben wird, inEngland angefertigt. Sie sind fast alle in creme, malvenfarben, lavendelfarben und grau gehalten und mit Spitzen besetzt, die zum großen Theil aus Irland stammen. Alle Morgen- und Nachmittagsklcider haben drei charakteristische Merkmale. Erstens reichen oie Aermel aller für den Tag bestimmten Kleider bis zum Handgelenk, da die Prinzessin keine halben Aermel liebt. Dann findet die absonderliche Mode, die Tasche zwischen den Falbeln am Baum des Rockes anzubringen, keine Gnade vor den Augen der Prinzessin; und sie läßt nach guter alter' Sitte die Tasche stets an der unken Seite der Vorderbahn des Rockes anbringen, wo sie leicht zugänglich und sicher ist. Darum sind an ihrenMussennkleldern viel fach die Vorderbahnen besetzt, so daß eine Tasche angebracht werden kann, ohne daß man sie sieht. Drittens liebt die Prinzessin einen halbdurchsichtigen Sattel aus fernen Spitzenzwifchen sätzen mit erhabenen Spitzenmedaillons: mehrere Taillen und Blusen sind daher in dieser Weise gearbeitet. Bei derHerstellung der sehr umfang reichen Garderobe waren sehr verschie dene Faktoren zu berücksichtigen sie schließt Umhänge und Kostüme aus den schwersten Stoffen mit Pelzfutter bis zu den ganz leichten Sommerklei dein für tropische Hike ein. Neben Kostümen für ceremonielle Zwecke fin den sich andere für die Reise, die Jagd und Segelfahrten. Viele Schneiderkleider sind aus Tuch gemacht, das in Bradford sabrizni ist; das Halbtuch stammt aus Schottland und Irland, und in Spitalsfield ist eine besonders leichte und dauerhafte Surahseide gewebt worden, aus der die Schneider kleider gearbeitet sind. Wie praktisch me Prinzessin lst, zelgt sie darin, daß sie für bestimmte: Kleider zwei Röcke hat anfertigen lassen, die verschieden garnirt sind und von denen der zweite fußfrei ist. Fast alle Alpakakostüme haben zwei Röcke. Sehr schön ist z. V. ein creme Alpakakostüm mit einem Bolero mit weißer und goldner Tresse. Der Bolero ist vorn und hinten etwas geschlitzt, die Tresse darüber geknotet und der Bolero mit der Tresse eingefaßt. Kleine Krausen aus weißem Seiden musselin mit Valenciennesspitzen mildern die Wirkung der schweren Tresse. Die Taille ist vom Kragen bis zur Schulternaht gezogen und mit geknoteter weißer und goldner
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