Indiana Tribüne, Volume 29, Number 56, Indianapolis, Marion County, 28 October 1905 — Page 6
Jndiana Tribüne, 28. Oktober 1905.
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Europäische Nachrichten. x-cic Stcidle. H a m hxix g. Letztens feierte Ro-
Uxt Hirsch sein 2Jjähriges Jubiläum. $t ist seit 1880 ununterbrochen als Vlmufidlter bei unter staatlicher Aussät, jtchkndcn Privat - Lymphanstalt von Dri med. Piza und Apotheker A. Vltxl tljätij. Am Putloser Strande versank Uim Baden der Gärtner Wietxn'.ann. Der Apotheker Heinrich wollte ihn retten. Bede sind ertrunken. Sein "5,jähriges Jubiläum als Expedient bci den Ccnatsbuchdruckern U aina. (5. (ehricke. Dem Jubilar wurden von seinen Freunden und Besann ten recht viele Aufmerksamkeiten zu theil. Die Oberschivester des Marienkrankenha äses feierte ihr 25jähri ges Jubiläum. Das Krankenhaus war aus diesem Anlaß festlich beflaggt. Consul Nölting überbrachte die Glückwünsche der Verwaltung des KrankenHauses. Ertrunken ist bei dem Dampfer Corfitz Veckfries" der öwerführer Adolf .ichelsen. Bremen. Professor Konstantin Bulle, ehemaliger Schulrath, 1887 bis 1890 Reichstagsabgeordneter, ist nach langjähriger schwerer Krankheit, 61 Jahre alt, in Blumenthal gestorben. Bulle hat sich durch seine vierbändige Geschichte der neuesten Zeit, die vom liberalen Standpunkt aus verfaßt ist, einen sehr geachteten Namen auch als Histoiiker erworben. Die kürzlich hier verstorbene Hebamme ??rau Christine Meyer, geb. Dietz, hat der Stadt . -t c fnn cm r eine umme von ca. lc,uuu ujcaii für milde Stiftungen zu wohlthätigen Zwecken vermacht. Lübeck. Das siebenjährige Töchterchen des Klempnermeisters Schulze hatte sich mit ' noch einigen kleinen Mädchen auf den in den Stadtgraben hineingebauten steilen Anlegesteg der alten Gasanstalt begeben und stürzte ins Wasser. Sofort eilten mehrerePersonen zur Rettung hinzu. Da der Steg aber erst durch das Gelände der Gasanstalt zu erreichen ist, war es zu spät, das Kind zu retten. HeslerreilH'ngarn. Wien. Als der Zahnarzt Dr. Georg Blecken, der in der Garnisonsgasse wohnt, in seiner Wohnung heimkehrte, fand er seine Gattin am Fensterkreuz erhängt. Er machte Versuche, sie abzuschneiden, wobei er ein Fenster zerschlug. Die Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. In seiner Verzweiflung beschloß der unglückliche Mann, seiner Frau in den Tod zu folgen. Er nahm eine Dosis Zyankali und erlag sofort der tödtlichen Wirkung des Giftes. Letztens gerieth der Schauspieler des Deutschen Volkstheaters Victor Kutschera auf einer Spazierfahrt auf' einem Motorrade zwischen zwei' Wagen der elektrischen Straßenbahn, wurde zu Boden geschleudert und eineStrecke mitgeschleift. Er erlitt schwere Verletzungen am Kopfe und eine Nervenerschütterung. Vor kurzem hat der zwanzigjährige Kontorist Salomon Weißmann aus Eifersucht ein Vitriolattentat auf seine Geliebte, die 16jährige Rosa Goldenberg, Tochter des Privaten Olga Goldenberg, Leopoldstadt, Rueppgasse No. 13 wohnhaft, verübt. Er schüttete ihr Vitriol in's Gesicht und verletzte sie an ver linken Gesichtsseite anscheinend schwer. Nach der That hat Weißmann die Flucht ergriffen. Seine Verfolgung wurde eingeleitet. Das Mädchen konnte in häuslicher Pflege belassen werden. - Dieser Tage feierte der Obercontrolleur und Gruppenleiter der Kaiser Ferdinands - Nordbahn Otto Ruthner sein 35jähriges Dienstjubiläum. Dem Jubilar, welcher sich all gemeiner Beliebheit erfreut, wuroen icüens seiner Beamten besondere Ehrungen zu theil. Vor kurzem wurde auf der Mariahrlferstraße ein L?ann von einem Waggon der städtischen Straßenbahnen niedergestoßen und bewußtlos in's Sophienspital gebracht, wo er alsbald gestorben ist. Er ist mit dem 83jährigen Kaufmann Friedrich Holzapfel identisch. Er kam ms Hamburg hierher und wohnte im Hotel Kummer. A m st e t t e n. In voller geistiger und körperlicher Frische beging der 75jährige, sowohl hier als auch in der ganzen Umgebung infolge seiner Seelengüte und seines Wohlthätigkeitssinnes bekannte und hochgeschätzte Pfarrer von Winklarn. Josef Schmidt, ein fünfzigjähriges Priesterjubiläum. Au? diesem Anlasse wurden dem verehrten Priestergreise von Seiten seiner Pfarrkinder vielfache Ehrungen zugedacht. Baden. Der in der Waltersdorfer Mühle bedienstete 30jährige Aufseher Wilhelm Woitkisch ist infolge eines Fliegenstiches plötzlich gestorben. Die Obduktion der Leiche konstatirte Milzbrand ifVsne Uebertragung der Kranheit durch den Fliegenstich. Vrünn. Der Postezpediteur Joh. Koneczny in Kladek wurde wegen eines an der Postsparkasse begangenen Betruges in der Höhe von 800 Kronen verhaftet. K'umrowitz. Letztens fiel der 12jährige Schüler Rudolf Skranel von einem Baume herab und erlitt einen Bruch beider Vorderarmknochen. Glanz. Vor Kurzem spielten die beiden Kinder des ,Landwirths Darmuth (2 und 4 Jahre alt) auf dem Hausboden mit Streichhölzern und verursachten einen Brand, dem beide zum Opser fielen.
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Periodische Schmerzen werden unbedingt den.Verlust Ihres guten Aussehens herbeiführen, und Sie vor Ihrer Zeit schnell alt machen. Leiden Sie nicht. Werden Sie kein Opfer der Schmerzen. Sie können kurirt werden und Ihre Funktionen eben so regelmäßig, leicht und schmerzlos sein, wie die Natur es beabsichtigte wie es im Plane der Natur lag, daß alle unsere Funktionen, wie Verdauung, Athmen, u. s. w., sein sollten. Wenn Sie periodiiche Schmerzen leiden, wie Kopfschmerz, Nückenweh, niederziehende Gefühle Sckmer'z in'
den Beinen. Armen und in
i-w u w" eines Tonics bedürfen, welches Ihnen die natürliche Kraft giebt, die Ihnen fehlt.
of Cardui, dem echten, alten in Tausenden von Familien als eine Million Frauen von Jung ttttd Alt
sind dringend ersucht, sofort an uns um freien RatZh zu schreiben. Machen Sie uus zu Ihrem Vertrauten, be schreiben Tte uns alle Ibre Leiden mit Angabe des Alters und wir senden Incn werthoolle Anweisungen und Rath, in einfachem, versiegelten Couvsrt. Adresse: Ladies' Advisory Tept.. Chattanooga Medkckne (So., yattanooga, ?enn.
EEmtSi ujjrwn 5l n n s b r u ck. Beim Edelweißsuchen stürzte am Penegal der 19jährige Bindergehilfe Larcher ab. Er war fo fort todt. S ch ö n a u. Kürzlich fiel der bei einem Rcudaue hier als Taglöhner verwendete Sträfling des Kreisgericbts in Neutitscbein foan Liho'tzky von einem Meter hohen Gerüst und war auf der Stelle todt. U n d a n g s. Der Bckuer Joh. La watsch hat sich erhängt. Schweiz. A l t d o r f. Der seit dem 11. September vermißte Gemsjäger Regli wurde in einer Hohe von etwa 1330 Meter in einem Maiensäß todt cjufgefunden. Baden. Dieser Tage starb hle? Ständerath Armin Kellersberger, 67 Jahre alt. Der Verstorbene gehörte seit 1881 dem Ständerath an; er zählte zur radikalen Partei. Hier bekleidete er viele Jahre das Amt des Stadtammanns. B t u g g. Kürzlich hat ein Maschinenputzer der Bundesbahn, Namens Glanzmann, von Marbach (Luzern), seiner Frau die Hände auf den Rücken gebunden und sie dann mit dem Mesfer erstochen. Hierauf wollte er sich selbst entleiben, indem er das Messer in seine Brust stieß. Die Frau wurde unter dem Bette gefunden, in der Nähe lag das Messer, mit dem sie gestochen wurde. Ein 14jähriges Kind, das abwehren wollte,, wurde ebenfalls' verletzt. Der Mann war ein Trunkenbold. I n t e r l a k e n. Die Station Eismeer" der Jungfraubahn, 3161 Meter ü. M., ist nach vorausgegangener Abnalme der Strecke durch die Behörden eröffnet worden. Sie erschließt einen glanzvollen Einblick in die Firnenwelt hinter der Jungfrau auf den Absturz des unteren Mönchjochs, auf die Viescherhörner, die Schreckhörner und das Wetterhorn. Serridres. Der dieser Tage hier gestorbene frühere Neuenburger Fabrikant Erhard Borel hat der Gemeinde Neuenburg sein Vermögen und davon den wohlthätigen Anstalten diefer Stadt über 300,000 Francs vermacht. Zürich. Dieser Tage fand unter starker Betheiligung die fünfzigjährige Jubelfeier des eidgenössischen Polytechnikums statt. Ein gewaltiger Festzug mit den Vertretern des Bundesrathes, der eidgenössischen und kantonalen Behörden, Universitäten und der Studentenschaft bewegte sich mit ihren Bannern nach der Festhütte, wo mehrere Professoren Ansprachen hielten. Die philosophische Fakultät der Universität ernannte 14 Ehrendoktoren, darunter Moritz Schröter von der techNischen Hochschule in München. Der Professor für Statistik am hiesigen Polytechnikum, Dr. Wilhelm Ritter, ist in den Ruhestand verfetzt worden. , LuXemburg. Luxemburg. Durch Selbstmord geendet hat in dem belgischen Dorfe Aubange der vielen Landwirthen im Großherzogthum wohlbekannte Samenhändler Adam, bekannt unter dem Namen De Klesomsmännchen vun Jbeng". Bech- Kleinmacher. Der hiesige Winzer Pütz, welcher nach dem bekannten Wallfahrtsort EberhardtsClausen gepilgert war, erlag bei seiner 'Heimkehr auf offener Straße einem Schlaganfall. Kerkermeister als Dieb. Der zweite Oberaufseher des Untersuchungsgefängnisses zu Mailand. Oberitalien, ist jüngst mit der eisernen Kasse der Anstalt durchgebrannt. In der Kasse befanden sich die Habselizkeiten der Gefangenen, zu denen auch der Anarchist Bron:?ers zählte, der ei::cn Verlust von 8000 Lire ($1000) f cksagt. Der saubere Kerkermeister wurde in Abwesenheit zu fünf Jahren jcT;n Monaten Gefängniß v:r-donn?rt.
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der Seite u. s. w. haben, kommt es daber. dfc fin sckw, -.w..... o-r..-.t.
Heilmittel und Specific für im ganzen Lande bestandig wunderbarem Nutzen war.
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0F Zjcinrich. Eine Studentengeschichte von Dr.J.' Groß. Wir saßen in der Krone" bei einem gemüthlichen Schoppen. In der Stammgesellschaft war auch ein fremder Herr erschienen, ein Dorfpfarrer, der uns gleich durch sein aufgeräumtes Wesen gefiel. 'Ihm war es auch zu verdanken, daß sich das Gespräch nichts wie gewöhnlich, um kleinere einheimische Fragen drehte. Von Deutschlands hohen Schulen wurde gesprochen, und jeder weckte in seiner Erinnerung die schöne Universitätszeit. Bald wurde ein lustiger Fall nach dem anderen erzählt, und es war eine Freude, die prächtigen Sachen anzuhören. Als mancher schon das Wort geführt hatte, fragte der Herr Pfarrer: Kennen die Herren aber die Geschichte vom Heinrich?" NeinlÄitte, erzählen Sie!" riefen wiralle. Nun denn, meine Herren, die Geschichte spielt in Jena, der lieben Stadt, die Ihnen ja genugsam bekannt ist als der schönste Ort deutschen Studen'tenlebens. Als ich dort studirte, waren wir eine stattliche Landsmannschaft beifammen, darunter 'manch' fideles Haus. Wir aßen gemeinsam beim Käm-mer-Karl", der ja auch zu den Verühmtheiten Jenas gehört. Fast immer blieben wir am Abend nach dem Essen noch lange sitzen und tranken in fröhlicher Runde, bei munteren Scherzen und heiteren Liedern. Nur einer war unter uns, der von einem Bleiben nichts wissen wollte und stets gleich nach Tifch aufstand und heimging. Vergebens redeten wir immer wieder dem Muttersöhnchen zu. doch ein wenig mitzuhalten. Er ging, ohne sich durch unsere Hohnreden aufhalten zu lassen. Dieser Mann hatte den schönen Namen Heinrich". Um uns nun für seine stumpfsinnige Solidität zu rächen, 'gingen wir nach der Kneipe in seine Gasse und riefen vor seiner Wohnung in melodischem Chor: Heinrich! Heinrich!" bis er aus dem Bett aufstand, und an das Fenster kam, um uns mit einer zornigen Fluth wenig schmeichelhafter Worte zu überschütten. Dann ging jeder höchst belustigt und. befnedlgt nach Haus. Dieses ergötzliche Schauspiel wiederholte sich, bis endlich die Nachbarn Heinrich's eine Beschwerde über nachtliche Ruhestörung beim Universitätsrichter einreichten. Eines schönen Tages war auf -dem schwarzen Brett" zu lesen: Da in der Greifgasse allnächtlich die ehrsamen Bürger durch lautes und wiederholtes Heinrich"-Rufen aus ihrer wohlverdienten Ruhe von den Herrn Studirenden gestört werden, sieht sich der unterfertigte Universitätsrichte? genöthigt, denHerren Studirenden das nächtliche Heinrich" - Rufen in der Greifgasse strengstens zu untersagen". Das war jedenfalls das Schlimmste, was Seine Weisheit, der Herr Universitätsrichter - in der Sache thun konnte. Denn nun war der Fall allgemein bekannt, und sämmtliche Corporationen, Germanen und Alemannen, der heilige Wingolf auch", machten sich ein Gaudium daraus, immer nach der Kneipe in die Greifgasse zu ziehen, um dort laut und oft Heinrich" zu rufen. Wenn es bis jetzt nur zu einer Zeit der Nacht geschehen war, so wiederholte sich nun der Scherz öfters, denn die einen kamen um zwölf Uhr, die andern um ein Uhr, um zwei Uhr u. f. f. - Unser Landsmann Heinrich" war schon längst fluchtweise aus der Gasse weggezogen, aber fein Name war geblieben und schallte gespenstisch durch die Nacht. ' Auf erneuerte Klagen der Greisgassen - Bewohner hin wurde ein Pedell beauftragt, in der Nacht durch die Gasse zu Patrouilliren und jeden festzunehmen, der Heinrich" rufen werde.'
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Versucht fl? WiM Das war Oel in's Feuer und der Hexensabbath ging los. Nun zogen die Studenten immer in je zwei Gruppen aus. von denen die eine sich oben an das Enöe der Gae postirte, die andere unten. . Wenn der Pedell oben war, klang unten der lockende Ruf Heinrich! Heinrich!" Rasch stürzte der Wächter der Nacht hin, um die Missethäter zu fangen. Doch kaum war' er unten, erscholl es von oben Heinrich, Heinrich!" So entwickelte sich eine wilde, nächtliche Jagd, und der arme Pedell war der reinste Perpendikel, der von einem Ende der Gasse zum anderen baumelte, bls er athemlos den grauen Morgen erreichte. Die Heinrich - Affaire wurde immer unheimlicher. Der Universitätsrichter wurde ein verzweifelnder Mann, die Pedelle wurden melancholische Pessimisten, und die Greifgassen - Bürger drohten mit einerSezession h la Rome. Die ganze Stadt war in Aufregung, und überall hörte man das Stichwort Heinrich". Da fand die lustige Studentengeschichte eine dramatische Auflösung. Eines Tages konnte man an den Straßenecken große Plakate lesen mit der sensationellen Aufschrift Heinrich". Das stand oben in greßen Buchstaben und darunter war folgende Theater - Ankündigung: Die Jenenser Studentenschaft erlaubt sich hiermit, einem p. t. Publikum kundzugeben, daß am nächsten Sonntag Nachmittag auf dem Marktplatz eine große Volistheater-Auffüh-rung stattfinden wird. Gespielt wird ein neues Schauspiel, das den nicht mehr ungewöhnlichen Namen Heinrich" führt. Ort der Handlung: Jena. Zeit: Gegenwart. Jeder hat freien Zutritt und kann stehen oder sitzen, wo er will; nur für den Herrn Universitätsrichter und für die Herren Pedelle sind Ehrenplätze vorbehalten. Der Reinertrag wird zum Wohl der Greifgassen-Nachtruhe verwendet". Natürlich gab es nun ein großes Hallo, und am nächsten Sonntag stand wirklich eine Bretterbude auf dem Marktplatz für die angekündigte Theatervorstellung. Jedes Gebein aus Jena kam herzu, nur die vorbehaltenen Ehrenplätze blieben unbesetzt. Die Aufführung geschah unter brausendem Jubel des Publikums. Das Stück aber hatte kurz folgenden Inhalt: Ein Vater hatte einen Sohn. Dieser Sohn hieß Heinrich" und studirte in Jena. Doch war der Herr Sohn ein flottes BUrschchen und brauchte mehr Geld, als der Papa für nöthig hielt. Daher faßte der Vater den Entschluß, nach Jena zu reisen, um einmal nach dem Studiosus zu sehen. Natürlich ward die Fahrt ohne Anmeldung unternommen, und der besorgte Vater kommt in der Nacht in Jena an. Vom Bahnhof geht er in die Greifgasse zur Wohnung feines Sohnes. Dieser ist jedoch ausnahmsweise nicht zu Haus. Der Vater klopft vergeblich an die geschlossene Hausthür. Als ihm nicht aufgethan wird, schreit er aus Leibeskräften Heinrich! Heinrich!" Doch im nächsten Augenblick befindet er sich 'in den Handen eines Pedells, der ihm triumphirend zuruft: Endlich habe ich den Frevler". Schleunigst wird der arme Fremdling in den Karzer abgeführt und muß da trotz aller.Widerrede bis zum nächsten Morgen brummen. Dann wird er vor den Universitätsrichter geschafft und hier einem schrecklichen Verhör unterzogen. Vergebens betheuert' der Häftling seine Unschuld und sagt, ' er sei ein Fremder, der erst gestern nach Jena gekommen sei, um seinen Sohn zu be-suchen.
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SrKi3'0lIann "ich! schlimmer sein. IS die Schmerzen, die ich toSdrend mnner monatlichen Pettoden im. schreibt Frau Larah l?. Butts von Vlams. Na. rt hrsf ,4i. nr ' 4". . ' " sw! yiiit; .LHt fr dtjtnen ohne Linderung, aber Cardut l ÄtTaU fÜ5IC iCtt ber a ;vu(n1( VHVIIUJSH JOEUC Dies finden im ra; Der Fvatten Heilmittel uj U Sie haben in der Greifgasse Heinrich" gerufen, und das ist ein strafwürdiges Verbrechen." Der arme Mann hat keine Papiere, um sich auszuweisen, und so finden seine Vetheuerungen nur Hohngelächter von Seiten des ergrimmten Richters und der noch ergrimmteren Pedelle. Mlt schwerer Mühe wird dem Sträfling gestattet, seinen angeblichen Sohn holem zu lassen. Dieser komm! und sieht und staunt. Die herzzerreißende Scene, die nun folgte, kann sich jeder denken. Mit Photographien und Briefen gelingt es dem Sohn endlich, seinen Vater als seinen Vater zu beweisen und aus den Klauen der racheschnaubenden Justiz zu befreien. Als aber die Studentenschaft Jenas Hort, zu welch' tragischen Verirrungen das Heinrich" - Rufen geführt hat. beschließt sie. von nun an nicht mehr Heinrich" zu rufen, in der Greifgasse, in der Nacht, und den redlichen Bürgern die ersehnte Ruhe wieder zu geben. , Das Stück hatte einen Bombenerfolg. und die Sache löste sich in Wohlgefallen auf. Das. meine Herren, ist die Geschichte vom Heinrich. Prosit!" m Die Maultrommel in der Militär, musik. Im Allgemeinen sind die Milltärkapellen der verschiedenen 'Heere, gleichmäßig zusammengesetzt. Nur bei. einzelnen Armeen finden sich Jnstrumente, welche die übrigen nicht aufweisen oder nur bei gewissen. Waffengattungen verwenden. Die russische Caöallerie führt kleine Schellenbäume, einzelne Holzinstrumente und Becken, auch die Türken haben bei den Reiterkapllen Holzinstrumente aufgenommen. Oesterreichisch - ungarische Jnfairterieregimenter fahren ihre Pauke auf einem kleinen von Hunden gezogenen Wagen, wie ihn auch das ostpreußische Infanterie - Regiment No. 43 als Trophäe seit der Schlacht von Königgrätz besitzt. Die Querpfeifen gelten als Eigenthümlichkeit der preußischen Spielleute, Eine ganz eigenartige Marschmusik besitzt das englische Erste East Surrey Regiment im Lager von Ald'ershot. Es hat die Leute zusammengepellt, die die Maultrommel spielen, und die Mannschaften begleiten pfeifend die Weisen dieses Jnstru. ments. ' Allzu höflich. Ein höflicher Mann erläßt im Anzeigentheil des Niederbarn. Anz." folgende Anzeige: Allen Spitzbuben, die sich in diesem Sommer mehr als erwünscht für meinen Garten interessirt haben, zur gefälligen Kenntniß, daß er nun vollkommen abgeerntet ist und weitere nächtliche Besuche zwecklos sind. Wenngleich ich in diesem Sommer auf eine reiche Ernte nicht gerechnet hatte, so hatte ich doch an-genommen, daß diejenigen, welche über ihre Finger nicht die rechte Herrschaft besitzen, sich wenigstens mit den Früchten begnügt hätten, anstatt ganze Aeste abzubrechen. Ich möchte nicht unterlassen, schon heute den Spitzbuben nahezulegen, sich im nächsten Jahre ein anderes Feld für ihre verwerfliche Thätigkeit auszusuchen, da ich alsdann durch besondere Schutzmaßnahmen und unerbittliche Strenge solchen Helden werde begegnen wissen. Wilhelm Bärfch, Alt-Landsbera.-Wenn das nicht hilft! erungluclte Greisin. Die 84jährige .Wittwe Friederike Dürnberg in Oberpfannenstiel, Sachfen, wollte im Ofen Feuer anzünden, wobei einige glühende Kohlen auf ihre Kleidung fielen, die in Brand gerieth: Die Greisin selbst trug schwere Brandwunden davon, denen sie ttlcin.
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