Indiana Tribüne, Volume 29, Number 56, Indianapolis, Marion County, 28 October 1905 — Page 5
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Der Hauptgewinn. Humoreske von Friedrich Thieme. Wer von den Herren hat Lust, ein Loos der L'schen Kirchenbaulotterie zu erwerben?" wandte sich Herr Braun, der Chef 'der Firma Rudolf Braun sen., mit lächelnder Miene an seine Angestellten. Ein Freund in L. schickt mir ein Dutzend Loose, mit der Bitte, im Interesse der guten Sache für daZ Unternehmen zu wirken. Das Loos kostet nur fünf Mark, die Ziehung ist in acht Wochen." Ich werde zwei Loose nehmen", erklärte Albin -Ntttzel, der Prokurist, nach kurzem Besinnen. Recht so, Herr Nietzel, man muß dem Glücke die Hand bieten. Vielleicht gewinnen Sie das große Loos." Das wird in einer Kirchenlotterie nicht viel ausmachen," bemerkte Nietzel lachend. Was? Der Hauptgewinn beträgt 50.000 Mark." Soviel? Na, .mag's Gott fügen, 'daß es in gute Hände fällt", meinte 'der gutmüthige Prokurist und fügte skeptisch hinzu: Ich gehöre nicht zu den Leuten, die in der Lotterie Glück haben. Ja, wenn ich ein Laos zehn Jahre gespielt habe und es endlich aufgebe, dann gewinnt es das nächste Mal sicher." Der Chef lachte, und Nietzel nahm seine zwei Loose in Empfang. Die anderen Herren des Kontoperfonals bezeigten keine Lust. Fortuna zu versuchen. Braun behielt daher die überbleibenden acht Loose für sich und erklärte mit Bezug darauf dem Prokuxisi.cn ebenfalls pessimistisch, fcafc er überzeugt sei, er werde mit allen durchfallen. Sechs Wochen waren m's Land gegangen, und die freundliche Herbstsonne schien auf einen Sonntag, da empfing Herr Braun zu seinem Erstaunen den Besuch seines Prokuristen. Zum Kuckuck, Herr Nietzel, wie sehen Sie denn aus?" platzte er verwundert heraus. Chapeau claque, weiße Weste. Frack Donnerlüttchen, es fehlt nur noch eine Citrone in die Hand. Wollen Sie zur Hochzeit gehen?" Vorläufig noch nicht, HerrBraun," entgegnete 'der Prokurist verlegen. Aber später, wenn Sie wenn Sie erlauben dann allerdings hängt mein. Besuch mit mit so etwas zusammen." Wenn ich erlaube?" . lachte Herr Braun. Bester Herr, ich treibe doch leinen Handel mit Heirathskonsensen. Wenn Sie heirathen wollen, dann man, frisch los 'Sie haben ein gutes Salär und 'sind alt genug. Meinen Segen haben Sie, wenn Sie justement das Verlangen danach drückt." - Nietzel blickte verwirrt vor sich nieder. . " Wie froh würde ich sein, wenn Sie mir diesen Segen noch ebenso bereitwillig zusagten, nachdem ich mein Herz entlastet habe," hub er endlich kleinlaut an. .Ihr Herz entlastet? Ich versiehe Sie nicht. Entlasten Sie es doch." Nun denn, Herr Braun ich ich liebe Fräulein Sophie Und und bitte um ihre Hand!" Da war. es heraus, das inhaltschwere Wort! Und. seine Wirkung auf Herrn Braun? O, er machte erst ein Gesicht, als ob es plötzlich gedonnert hätte dann begann er selber sich als Gewitter aufzuspielen und donnerte und blitzte los, daß der Prokurist beinahe fürchtete, es könnte einschlagen. Herr Braun war eine explosive Natur. Er sagte nicht mit höflicher Verlegenheit: Mein Herr, Ihr Antrag ist sehr ehrenvoll für mich und meine Tochter, aber ", fondern er funkelte den verblüfften Freier aus zornigen Augen an und rief entrüstet: Wie, Herr, Sie wagen es? Meine Tochter? Wissen Sie nicht, daß ich ein reicher Mann bin? Und daß meiue Tochter eine gute Partei und eine Schönheit ist? Und daß Sie mein Angestellter sind? Wie können Sie
sich so etwas anmaßer,? Denken Sie denn, daß meine Tochter Sie lieben könnte? Lachen wird sie, überlaut lachen, wenn ich ihr von Ihrem Gesuch Kenntniß gebe. Rietzels Schüchternheit verlor sich bei der rauhen Erwiderung, er hob stolz " seinen blonden Kopf und bemerkte: In . letzterem wenigstens dürften Sie sich tauschen, Herr Braun. Frau lein Sophie ist ein edles und gutes Mädchen, sie lacht über keines Menschen Unglück. Sie wurde mich be mitleiden, selbst wenn sie mich nicht liebte." Selbst wenn sie Sie nicht liebte?" fragte der Kaufmann verwundert. Ja, bilden Sie sich denn ein. Sophie konnte Sie neben? Ich bilde es mir nicht ein, sondern ich bin davon überzeugt. Wir sind ei' Nig, Sophie und ich, und Er kam nicht weiter. Ein zweiter Zornausbruch des. Prinzipals unter brach ihn. Also Hinter meinem Rü cken habt'Jhr.korrespondirt?. Das ist infam, schändlich! Wo in aller Weli haben Sie nur Gelegenheit gefunden, sich dem thörichten Madchen zu na brn?" seäie er ruhiger hinzu. V Sie haben mir diese selbst verschafft. Als ich voriges Jahr meinen Sommerurlaub in Berlin bei meinen Angehörigen verlebte, schrieben Sie mir, Ihre Gemahlin und Tochter kämen auf einige Tage, von Norderney zurückkehrend, dahin und wollten die
Sehenswürdigkeiten Mz Hauptstadt kennen lernen. , ich möchte mich ihrer
annehmen, da beide dort völlig unbekannt seien.- Ich diente damals 'den Damen als Führer in die Museen und. Theater " 4 und da yaoenie mein Mr trauen schändlich gemißbraucht und mit Sophie angebandelt? Wie? Herr Braun, ich habe nichts ge than. was eines Ehrenmannes unwürdig ist. Daß so hohe Reize, wieFräulern Sophie sie bentzt, mich Nicht im empfänglich ließen, wird jeder verstehen, der sie kennt sie selbst und Ihre Frau Gemahlin aber mögen mir bezeugen, da ich -. bescheiden gewesen und in keiner Weise aus meiner Stellung herausgetreten bin. Wie wir uns eigentlich gefunden, weiß ich selber kaum wir unterhielten uns gern über Kunst und Literatur, wir entdeck ten. daß wir dieselben Lieblingsschriftsteller besaßen und daß Lanfari, lassen Sie das andere. Es ist mir ganz egal. Im Resultat haben Sie sich jedenfalls betrogen." Ich habe diese Antwort vorausgesehen und würde nie diesen Schritt gewagt haben Fräulein Sophie selbst hat mich dazu ermuthigt." So mag iie auch die'Folgen traaen. Sie haben mein Nein und außerdem hiermit die Kündigung. Ich will Sie mcht direkt auf die Straße setzen, um Ihrem Fortkommen nicht hinderlich zu sein, sonst zahlte ich Jhnen Ihr Gehalt für die Kündigungsfrist aus und derbäte mir Ihre weitere Anwesenheit. Gehen Sie am 1. Januar bis dahin will ich schon Mittel finden, Ihnen jeden Verkehr mit meiner Tochter zu verwehren." sie haben nicht nothig, nach sol chen zu suchen nachdem ich Ihren Willen kenne, irrbe ich der1 jungen Dame fern bleiben." Darauf rechne ich Sie würden mich sonst zwingen, meine Tochter von mir zu thun. Guten Morgen." Rietzel wandt: sich zum Gehen: an der Thür blieb er stehen und kehrte sich dem Käufherrn nochmals zu. . Und Fraulem Sophie wenn t unglücklich " Lassen Sie das meine Sorge sem. auf mir ruht die Verantwortung für ihre Zukunft", schnaubte der erzürnte Vater. Sophie ist verständig und wird sich' trösten." Mit trübselige? Miene verließ der junge Kaufmann das Haus des Chefs und der Geliebten. Vierzehn Tage später saß Rudolf Braun Morgens zeitig im Schlafrock am Fruhstuckstljche und las seine Semmel dabei schmausend die ein gelaufene Post. Seine Frau saß ihm gegenüber, und Sophie, die recht traurig aussah, nahm das obere Ende des Tisches ein. Was ist denn das?" murmelte Braun, der die Gewohnheit besaß, alle seine Gedanken halblaut von sich zu. geben.. Aha. die Ziehungsliste, der: Kirchenlotierie jetzt werden wir gleich sehen, ob wir gewonnen haben. Wo hab' ich denn 'die Nummern notirt.?. Ja so,, dort in der Brieftasel gib sie mir doch 'mal her, Fiekchen, sie liegt auf dem Fenster." . . Sophie erfüllte bereitwillig den Wunsch 'des Vaters. Dieser überflog hastig die langen Zahlenreihen. No' 15.408. ist nicht!' 20.972 jawohl, 74 hat 500 Mark gewonnen, aber beileibe nicht 72. Wahrhaftig, wie ich mir's dachte, ich bin mit aU len zehn Nummern durchgefallen. Aha. hier sind die Nummern, die Herr " er hielt inr.e und warf einen Seitenblick auf seine Tochter die einer meiner Leute spielt. Will doch mal sehen, ob Donnerlüttchen!" schrie er und schnellte bestürzt vom Sopha' aus. Mutter und Tochter schauten erschrocken nach ihm bin. Was was ist denn?" forschte Frau Braun betroffen. Was ist? Dieser" wieder schwieg er mit einem Seitenblick auf Sophie, er vertiefte sich scheinbar angelegentlich in seine Briefe und Zeitungen. Erst als das junge Mädchen das Zimmer verlassen hatte, - hielt er seiner Frau die Ziehungsliste hin und sagte erregt: Lisbeth, ich habe einen dummen Streich gemacht!" Womit denn. Papa?" Damit, daß ich dem Herrn Rietzel Söphiens Hand nicht gegeben habe. Denke Dir, der Glückspilz hat auf seine Nummer 65.302 den Hauptgewinn von 50,000' Mark gewonnen!" Was? Und ist die Liste auch tichtig?" Es 'ist die amtliche daran ist kein Zweifel. So eine Dummheit! Warum kam er auch nicht erst heute oder morgen? Das Mädel ist seitdem sowieso wie vor den Kopf geschlagen und den Prokurist selber kann ich schlecht entbehren, ich fürchte mich vor dem Tage seines Weggehens." Warum hast Du ihn auch abzewiesen? Er ist ein hochgebildeter Mann Und tüchtig im Geschäft " . .Und achtenswerth in jeder Hin sich! " Aber doch nur ein armer' Teufel. Jetzt freilich ist das anders, hm" der alte Herr Kratzte sich nachdenklich den Kopf. Zum Kuckuck, Lisbeth, was hindert uns denn, ihm noch nachtraglich das Jawort zu aeben. Denkst Du,- er weiß bann nicht, welchem Umstände er die Einnesande riirta verdankt?"
mvca, !Q werde docy mcdt so dumitt
sein und ihm das sagen., Nee, Herzchen, so bm ich mczt auf den Kopf gefallen. -Ich thue, als wüßte ich von der ganzen Geschichte, kein Wort, und auch. Fiekchen darf mcht das geringste davon erfahren.' Ich nehme ihn nachher in's Privatkontor .herübi.7, sage ihm,. daß Sophie außer sich ist und, weil er sonst usw. usw. Was meinst DU?" Deine Tochter wirst Du jedenfalls überglücklich machen," entgegnete die &rau erkre"! In der That. Herr Braun kleidete sich rasch an und ' ging hinunter in's Kontor. Einen Auaenblick, Herr Rietzel", raunte er diesem im Vorbeigehen zu. af das für seiney persönlichen Gebrauch reservirte Nebenzimmer oeutend. Erstaunt folgte ihm Albin dahin. aber er erstaunte noch mehr, als der Kaufmann plötzlich seine Hand faßte und, dieselbe herzlich drückend, ausrief: Mein ueber Herr Rietzel. ich bm neulich ein wenig borstig gegen Sie geWesen! Ich war grade verstimmt, außerdem störte mich Ihr Antrag in meinen Plänen. Nun habe ich jedoch inzwischen einsehen müssen, daß meine nrhifiT YnirWrh ?r it? fTtrtitrtrt vituy vuik ItlUll inyHiig ZU Ihnen gefaßt hat, und da Sie in jeder Beziehung ein kenntnißreicher, gebildetes und achtungswerther Mann sind, so habe ich mich entschlossen, über Ihre Armuth" er betonte dieses Wort ganz besonders hinwegzusehen und Sie in meine FäAiilie nicht nur, sondern auch in mein Geschäft aufzunehmen. Wenn Sie einverstanden sind, so feiern wir heute Abend' noch stille Verlobung und vom Tage der Hochzeit an sind Sie mein Sozius!" Auf's tiefste ergriffen von der Großmuth seines Prinzipals, vermochte der Prokurist nur stammelnd zu danken. Eine Viertelstunde später lag er in Sophiens weitgeöffneten Armen, und am Abend fand in Gegenwart der intimsten Bekannten, und Freunde der Familie die offizielle Verlobung statt. Rietzel war überglücklich. Sophie selig. Frau Braun herzlich froh, und auch der Vater schmunzelte vergnügt., . Nur über einen Punkt äußerte er -r versteht sich, nur seiner Hausfrau gegenllber r seine Befremdung. S ist doch sonderbar. da.Albin nichts von seinem Lotteriegewinn, erwähnt wir stehen ihm doch nun so nahe, daß' uns das freudige ..Ereigniß hätte mittheilen müssen." , Am Ende weiß er noch gar. mchts davon." '. . . Wo'den'kst du hin? Er hat .doch sicherlich sofort, ein Telegramm erhalten oder, falls die Namen , der Spieler -nicht eingetragen werden at er doch die Nachricht in den Zeitungen gefunden. Es stand ja gestern Abend überall zu lesen, daß der Hauptgewinn der L'schen Kirchenlotterie auf jene Nummer gefallen ist. $ Vielleicht ist er zu zartfühlend er denkt, es könnte, den Eindruck hervorbringen, als wolle er'. gegen. uns großthun." .iv' l Hm, hm möglich weiß nicht. Braun wartete noch drei Tage; als sich da aber der neue Schwiegersohn über den bewußten zarten Punkt noch immer nicht erklärt hatte, hielt er i,eine Ungeduld nicht länger zurück. Am Morgen winkte er ihn in sein Privatkontor und sagte, auf die Ziehungsliste zeigend, mit freundlichem Lächeln: Eben die amtliche Liste der L'schen Lotterie erhalten, lieber Albin ich gratulire herzlich." Und er streckte ihm die Hand hin. Rietzel nahm ' sie, machte a5er ein sehr verwundertes Gesicht. Wozu?" fragte er verdutzt. Thun Sie nicht so zu Ihren 50,000 oder wissen Sie es noch gar nicht? Haben Sie die Liste noch nicht gesehen?" ..Gewiß ich habe leider nichts geWonnen." ' . Nicht? Mensch, wo haben Sie denn Ihre Augen?. Hier, Nummer 65.302 mit 50,000 Mark gezogen das ist doch eine der beiden Nummern, die ich an Sie verkauft habe!" . Der Prokurist riß die Augen weit auf. . , So?" rief er. verblüfft. Dann muß es die Nummer des Looses gewesen sein, das ich noch am selben. Tage, an dem ich die Dinger erhielt, an den Buchhalter Mehner von Hesse und Spörl verkauft habe, der inzwischen nach Leipzig übergesiedelt ist. Ich selbst habe No. 51,109 und die ist hinten runter gefallen. Ich habe kein Gluck m der Lotterie, sagte ich Ihnen schon." So ein Pech1 rief der Kaufmann, dessen Gesicht sich förmlich grün färbte. Müssen gerade das richtige Loos verkaufen hören Sie mal, wie können Sie einen so dummen Streich machen?" Ja, wenn, ich's. gewußt hätte," meinte Rietzel, der den Fall ziemlich leicht zu nehmen schien, lachend. Sie haben ja das Loos ebenfalls weggegeben." " Braun sagte nichts weiter, er blieb aber den ganzen Tag mürrisch und in sich gelehrt. Reingefallen, alanzend reingefallen", äußerte er ärgerlich zu seiner Frau. Und was das schummste ist es läßt sich nichts dagegen thun. Wir können uns doch nicht so lächerlich machen, die Verlobung zurückgehen zu lassen und wie ruhig
der Mensch das hinnimmt! Natürlich,
er, kann ja lachen Sophie und meine Kompagnonschaft wiegen dreimal mehr als die 50.000 Mark!" Und das beste bei.alledem ist", ergänzte seine Gattin lachend, daß Albin in Eurer Lotterie doch gewonnen und den Hauptgewinn erlangt hat." Wieso?" Na. er verdankt doch lediglich der Lotterie Sophiens Hand und seine Ernennung zum Theilhaber!" Da hast Du recht aber er darf niemals ein Wort davon erfahren und Fiekchen auch nicht hörst Du? Sonst sinb'wir blamirt." Und Frau Braun gelobte lachend die strengste Diskretion. Amerikanische Kochkunst. t Dem obigen Thema hat unlängst ein Correspondent einer Berliner Zeitung die folgende Plauderei gewidmet, die auch unsere Leserinnen interessiren dürfte: Der große Westen, der Südwesten und fast das ganze Innere von Nordamerika könnte in der Gastronomie bezeichnet werden als das Gebiet des heißen Gebäcks. Die Amerikaner bemühen stch fortdauernd, ihrer Vorliebe für heißes Vackwerk immer neue Anhänger zu gewinnen, obwohl alle modernen Diätiker darüber einig sind, daß gerade dieses Produkt amerikanischer Küche wenig empfehlenswerth sei; nicht in bezug auf seinen Wohlgeschmack, sondern in gesundheitlicher Beziehung. Ist es doch noch gar nicht so lange her, daß sich eine allgemeine Bewegung gegen diese heißen Biskuits", Muffins", Pones", Popovers" geltend machte. Die Amerikaner haben diese Vorliebe für heißes Gebäck, das meistens aus Maismehl hergestellt wird, direkt von den Indianern -übernommen, bei denen sie auch zuerst den Mais kennen lernten., Man muß diese amerikanischen Muffins nicht mit dem in England unter diesem Namen bekannten Gebäck verwechseln. Sie sind davon ganz verschieden, schmecken aber außerordentlich delikat und sind beliebt in allen Theilen der Vereinigten Staaten. Ein gutes Muffin Rezept ist solgendes: 2 Tassen Maismehl, 1 Tasse Weizenmehl, y2 Liter saure Milch, 2 Theelöffel Natron. 1 ganzes Ei. V2 Tasse Zucker, fetter Speck, resp. Nierenfett, soviel wie ein Ei, und eine Prise Salz. Man verklopfe zuerst das Ei mit der Milch, füge , das geschmolzeye Fett hinzu, rühre dann nacheinander Zucker, Maismehl und Weizenmehl 'hinzu, in welch letzteres man das Natron trocken gemischt hat. Man bäckt die Muffins im keißen Oen!-goldbraun. Sie gehen sehr sKnell auf und müssen ganz heiß auf ben Tisch kommen. Die 'Muffins werden wie die böhmischen Buchteln dicht nebeneinander in eine tiefe Pfanne gesetzt. . . .Dizie - Biskuits sind ein anderes sehr beliebtes heißes Gebäck aus dem Süden, der Pereinigten Staaten, dessen Zubereitung ziemlich complizirt ist und Sorgsamkeit undZeit beansprucht. Man bereitet sie aus drei Pfund gesiebtem Mehl, zwei Eiern, zwei Theelöffeln, geschmolzenem Speck, einer Tasse Milch und einer Tasse aufgelöster Hefe. Aus diesen Jngredenzien mische man einen Teig um 11 UhrVormittags, rolle ihn um 4 Uhr Nachmittags centimeterdick aus, schneide dann mit einer größeren und einer kleinern Form runde Scheibchen aus, setze die größere auf die kleiner und lasse die Biskuits bis 6 Uhr gehen. Dann backt man sie in 20 Minuten goldgelb. Man erhält so ein außerordentlich wohlschmeckendes und außerordentlich schwer verdauliches Gericht für den Abendtisch. An der östlichen Seeküste der Vereinigten Staaten wendet sich die Kochkunst, dem Nationalgeschmack Rechnung tragend, mehr dem Fisch zu. Hier ist es auch, wo wir die berühmte amerikanische Spezialität des Muschelbackens" (Clambake) finden. Dies ist nicht nur ein Festgericht, fondern man könnte den ganzen Hergang selbst eine Art Fest nennen, jedenfalls gehört es in die Reihe der PicnicS. . Man veranstaltet einen Ausflug an denStrand, und hier wird in freier Luft, bei hellem Mondschein, bei dem Klänge von Guitarren, dem Plätschern der Wogen, den fröhlichen Rufen und dem h:iteren Gelächter der flirtenden Partiegenossen das.Clambake" ins Werk gesetzt. Die Vorbereitungen dazu nehmen ziemlich den ganzen Tag in Anspruch, daher müssen sich einige schon vorher an den Thatort begeben.' Möglichst große und flache Steine werden zusammengesucht, und um und über ein am Strande entzündetes Feuer 'geschichtet, das so lange unterhalten wird, bis die Steine rothglühend sind. Dann läßt man es ausgehen, und das Muschelbacken kann vor sich gehen. Auf die untere Lage heißer Steine häuft . man eine Lage von Seegras. Dies ist nicht .etwa unser Seetang.. sondern eine nur dort vorkommende feine Art grünen -eegewächses. Hierauf kommt eine Lage Muscheln in der Schale, die wieder mit Seegras bedeckt werden. Hierauf kommen frisch gefangene Hummern. zum Braten vorgerichtete halbirte Hühner. Maiskolben, Kartoffeln in der Schale, ebenso Austern, alle in Lagen geordnet, und sorgfältig mit Söegras zugedeckt. An die Seiten und oben herüber legt, man die übriggeblie-
denen heißen Steine und stopft ganz fest Seegras darum. Das Ganze wird bedeckt mit einem großen Wagenplan, den man so luftdicht' wie möglich befestigt. Durch die Hitze der Steine entwickelt sich auf dem Seegras heißer Dampf rr.it Salzgehalt, und dieser in Verbindung mit der Hitze der Steine kocht die aufgehäuften Nahrungsmitiel. ES ist slar, daß diese sehr wohlschmeckend werden müssen, da sie nichts von ihrem Saft verlieren können. Wir haben jedenfalls selten etwas Delikateres gefunden. Dies:s Zusammenkochen der verschkedenartigsten Nahrungsmittel ist drüben auch bei Jagdau-slügen sehr gebräuchlich, im Staate Michigan z. B., in dessen Wäldern noch die Klapperfchlange ziemlich häufig ist, die zwar schon so viel Kultur angenommen hat, daß sie immer zweimal klappert. bevor-sie auf einen losfpringt. Doch kann man dabei in eine recht unaNaenebme Situation kommen: denn so ein armdickes Schlängelchen springt gut und gern zwei Meter weit und anderthalb Meter hoch, wenn man ihr nicht mit kühnem Hieb des VowieMessers im Sprunge den Kopf abschlägt, oder ihr die eigens zu diesem Zweck mitgebrachte Buchse in den aufgefperrten Rachen rennt. Die Klapperschlangen springen immer und zwar mit aufgesperrtem Rachen ' ihr Opfer an, da sie nicht eigentlich beißen, sondern nur die Gifthaken ihres Oberkie fers in das Fleisch hineinhauen. Bei diesen Jagdausflllgen schießt man sich zunächst das Mittagsmahl zusammen. und man sollte nicht glauben, wie löstlich ein paar gut vorbereitete Wildtauben, Staare und Eichhörnchen in einem Topf zusammen gekocht schmecken. Ein erprobtes Rezept, junge Hühner zuzubereiten, ist folgendes: Man halbire ein paar ordnungsmäßig vorbercitete junge Hühner, wasche sie, trockne sie. reibe sie mit Salz ein. darauf mit Mehl, brate sie in heißer Butter und zwar nicht in eine? Pfanne, sondern in einem Tiegel. Diesen deckt man zu. wenn die Hühner angebraten sind, und setzt ihn an die Seite des Feuers zum langsamen Weiterziehen. Wenn die Hühner gar sind, nehme man sie heraus, rühre in das Fett einen Theelöffel Mehl und gebe etwas kochendeMilch dazu, würze mit Salz und Pfeffer und lasse die Sauce kochen, versetze sie dann mit reichlich gehackter Petersilie und gebe sie extra zu den Hühnern. Vielleicht das berühmteste Gericht des Südens von Nordamerika ist die Schildkröte.und zwar nicht die Seeschildkröte, sondern die im Süßwasser lebende mit hochgewölbtem Rücken, Terrapin genannt. Der Ruhm dieses Gerichtes ist von den Globetrottern in alle Welt getragen worden. Die Amerikaner sind sehr stolz darauf. ' Man findet die Schildkröte nicht nur in allen besseren Haushaltungen des Südens, sondern auch in allen besseren Restaurants von New York, Boston und den anderen großen Städten, und überall gilt sie als große Delikatesse. In den vergangenen Tagen der sprichwörtlich gewordenen Gastlichkeit des Südens ging man an die Zubereitung, der Schildkröte mit einer gewissen Feierlichkeit. Große Damen und Herren des öffentlichen Lebens nahmen keinen Anstand, bei Banketten die Zuberei-. tung der Schildkröte eigenhändig am Tifche vorzunehmen, was als hohe Ehre galt. Ein berühmtes Rezept für die Zubereitung der Terrapin-Schild-kröte ist das folgende, das wir einem Mitglied des United States Congreß verdanken: Man schneide der Schildkröte den Kopf ab, gebe sie dann in einen Topf voll kochenden Wassers, nehme sie nach zehn Minuten heraus, thue sie in einen zweiten Topf voll kochenden Wassers und koche sie hiermit vollständig. , Sie ist gar, wenn die Schalen bei geringem Druck sich leicht entfernen lassen. Die gekochte Schildkröte setze man zunächst bei Seite und lasse sie abkühlen. Dann lege man sie auf den Rücken und entferne die Bodenschale. Im Centrum des Fleisches wird man eine röthlich aussehende Substanz erblicken, die man mit großer Vorsicht herausschneiden fuß. Dies ist die Galle, und. sie kann, wenn erletzt, die ganze Geschichte verderben. Dann löse man das Fleisch von den Knochen und lege es in eine Schüssel mit ein wenig Wasser, die man auf einen Rechaud stellt. Dann gebe man einen Stich Butter hinein, schneide das Fleisch in mundgerechte Stücke, würze' es reichlich mit schwarzem Pfeffer und Salz und lasse es $mz langsam schmoren, bis die Butter ziemlich eingezogen ist. Dann gebe man noch einmal Butter, hinzu (es kann kaum jemals zuviel davon werden) und achte drauf, daß die Schüssel während des Schmorens stets bedeckt ist. Auf diese einfachste Weise zubereitet, sollen die Terrapins am wohlschmeckendsten sein. Ein ganz allgemein im Süden verbreitetes Gericht ist. das gebratene Huhn, und wenn dies mit allen Cikanen der Kochkunst behandelt aus den Händen eines schwarzen Kochs hervorgeht, so glaubt man nicht mehr ein'gewohnliches Huhn vor sich zu haben, sondern irgend ein unbekanntes Geflügel, speziell zur Ergötzung des msitschlichen Gaumens erfunden. Jeder hat dabei seine Methode und Zuthaten, und es ist ungeheuer schwer, dem Neger sein Geheimniß zu entlocken. Daher müssen auch wir uns darüber Schwelgen auferlegen, - '
Feuer Signale
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In S i a m gilt es als ein Kichen von Höflichkeit, beim Begegnen einer Person die geballten Hände 'hoch zu halten und die Zunge herauszustrecken. Die chinesische Zeitung Tsing-Pao." das älteste Blatt der Welt, seiert in der nächsten Zeit das Jubiläuni ihrer vor 1400 Jahren erfolgten Gründung. Die ältesten Bäume in Europa sind Weißtannen in Schweden und Norwegen, welche es auf 510 Jahre gebracht haben. Deutschlands älteste Eichen sind 200 Jahre alt.
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