Indiana Tribüne, Volume 29, Number 54, Indianapolis, Marion County, 26 October 1905 — Page 5

Jndiana Tribüne, 2G. Oktober 1005

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I

VZondilachtl

Von Willy Erunow. ?ch ruh auf einer kühlen Bank im Hain, Kaskaden raufcken bis zu mir herüber. ic Linden duften, ferne klingen Lieder, Breit liegt der Weg vor mir im Mondenschein. Ein Reh steht äsend vor mir auf dem Grund Wie einsam und so heimlich isi es hier! Und wie ein Märckenland crsckcinet mir 2ie Welt, der Mond die nanze Abend stund'! Ja, wie ein Märchenland der Jugend crriS Wd Mein Herz durchfchaucrt und so weit lind die Erinn'runq cni die gold'ne Zeit Mir wie ein Mondstrahl durch die Seele irrt!

Neinecke Rothfuchs im Wald-brand.

Eine Niestliche Thier-Novellette. Von C. N.

Irgend ?in Idiot von Menschenkind hatte achtlos sein Lagerfeuer brennen lassen und war weggegangen. Heimiückisch fraß das Feuer in dem entsetzlich trockenen Rasen und Moos und den abgefallenen Blättern weiter. Meilenweit davon war eines Morgens ein stechender Geruch in der Luft wahrzunehmen, und einige Stunden darauf war ein ganz dünner, röthlich angehauchter Rauchschleier zu bemerken, der sich in der Nacht in unheimliche rothe Streifen verwandelte. Erst sah nur ein Paar Adler, das in einer Hochschlucht nistete, dieses unheimlich schöne Zeichen im Abenddüster und flog mit den beiden Jungen, die gerade flügge .geworden waren, ganz hinauf auf die Spitze einer nackten Klippe, wo sie in Sicherheit das zauberische rothe Licht beobachten konnten. Mittlerweile saß Rothfuchs mit den Seinen im Schlupfwinkel, zu angstlich, um auf die Jagd zu gehen. Scharf waren seine Sinne; aber er hatte v keine Erfahrung mit ejnem ' Waldbrand und konnte weiter nichts, als warten. Und seine Angehörigen warteten mit ihm.

Im Laufe der Nacht trat die rothe Linie, die sich über den südlichen Horizont zog, immer greller hervor, und der erst so schwache Wind verwandelte sich in einen toturm, welcher Rauch und Flammen vor sich her trieb! Bald rannten eine Rehkuh und zwei Rehkälber, die Augen vor Schrecken weit aufgerissen, an Meister Rothfuchs vorbei; pber 'er "rührte sich nicht. Er wollte erst noch mehr über die drohende Gefahr wissen, ehe er sich über die Richjung seiner Flucht entschied. ' Indeß er noch nachdachte aber nicht mehr unter dem Busch ruhend, sondern aufrecht am Höhleneingang stehend, während seine Gefährtin und seine Kleinen zitternd um ihn herum sich duckten schoß ein schwerfälliges Stachelschwein mit einer Schnelligkeit vorbei, deren Rothfuchs niemals ein Stachelschwein für fähig gehalten hätie. Unmittelbar hinter ihm her kamen ein Wiesel und vier oder fünf Kaninchen vorbei galoppirt. Die Thiere hatten vor einander nicht die geringste Angst mehr. Immer unheimlicher war das Flammenprasseln zu vernehmen, und dicker Rauch kam stoßweise näher. Bei meinem Fell, es ist die höchste Zeit etwas zu thun!- sagte Meister Rothfuchs. , Er hielt raschen Kriegsrath, lm aber zu dem Schluß, daß es aussichtslos sei. unmittelbar vor den Flammen her zu fliehen, welche sicherlich den Wettlauf bald gewinnen würden. Daher hielt er es für das Beste, schräg über den Brandpfad zu laufen und so womöglich den Saum desselben zu erreichen. Er dachte an die offenen Felder. welche an die benachbarte Menfchenansiedlung stießen. In dieser Richtung waren wohl die Aussichten am günstigsten. Folgt mir!" rief er den Seinen zu und rannte quer über eine Wiese und einen Hügel hinab, die Angehörigen immer dicht auf seinen Fersen. Kaum hatten sie die Wiese verlassen, als dieselbe von fliehenden Gestalten aller Art wimmelte, Murmelthiere, EichHörnchen, Kaninchen, Mäuse. Wiesel, Stachelschweine, zwei Wildkatzen, Hirsche und Rehe, und einBär! Nur solche Thiere waren nicht dabei, welche sich stets an den Wasserläufen entlang halten. wie Moschusratten und Mink. Plötzlich sah Rothfuchs auf seiner Flucht querüber . die wilden Flammen- ' zungen durch die Bäume vor ihm fchlagen, während Feuerbrände rings um ihn niederfielen! Verflucht, ich bin abaescknitten!-

. sagte er zu sich. Er rannte in einer anderen Querrichtung,' über einenRain hinüber, und einen Strom anderer vierbeiniaer Flllchtlinae durchschnei-

dend; doch fand er bald, daß auch hier

die Flammen ihn aogeschrntten hatten Durch einen langen Strich Hartholz aerade binter der 5?uchshöble. aesverrt

waren die Flammen an beiden Flanken

durch Striche dürren, balsamischen Nadelholzes weitergedrungen. Damit

' hatte Rothfuchs nicht gerechnet. Es ilhh ibm iekt wobl nichts mehr übria.

als sich dem gewöhnlichen fliehenden . . .r i ,r ... c l.

Thierzug anzulazneyen uno geraoeaus ftrffatt-

Aber noch hatte er seinen Kopf nicht

verloren. Es fiel ihm ein, daß ungefähr eine Meile weiter, etwas zur Linken, ein. Saumpfad und am äußersten Ende desselben ein ziemlich großer Biber - Teich war. Dorthin wandte er sich, gefolgt ,von seiner Familie und trrtrfi vieler anderen Gesellschaft. Webe. die Häupter semer Lieben verminderten sich um eines! Sein stärkstes Junges, welchem das Tempo derFlucht, das sich natürlich nach demSchritt des schwächsten Familienmitgliedes richten mußte, nicht schnell genug war, riß sich los, ohne auf die eindringlichen Rufe feiner Mutter zu hören, rannte mit einem Rudel Kaninchen weiter, welche gar nichts gegen seine Gesellschaft einzuwenden zu haben schienen, und verschwand für immer. Rothfuchs hat nie erfahren, was uus ihm geworden ist. . Sich enger zusammenschließend, eilte die Familie Rothfuchs weiter. Das Flammenprasseln hinter ihnen wurde jetzt immer unheimlicher, der glühende Himmel über ihnen schien einzufallen, und der Rauch um sie war schon beinahe zum Ersticken! Ueber ihren Köpfen flogen Hunderte, von Schrecken geblendeter , Haselhühner, Spechte, Sperlinge und anderer Vögel dahin. Doch die weiseren Krähen, Geier und Eulen flogen hoch über 'dem Vereich der Flammen. Wiederum verglich Rothfuchs seine Schnelligkeit mit derjenigen des Flammenmeeres und berechnete, daß er jenen Teich noch rechtzeitig erreichen würde, aber keine Minute zu verlieren habe. Zwei Waschbären hatten sich üttmittelbar seiner Partie angeschlossen und

entwickelten ungefähr dieselbe Geschwindigkeit, wie die jungen Füchse;

sie hatten offenbar mehr Vertrauen auf Rothfuchsens Einsicht, als auf sich selbst. Aber das panische, Fluchtgdränge um diese Partie herum gewann fortwährend ein anderes Aussehen. Manche der schnellfüßigsten Geschöpfe, wie Hirsche und Rehe und Kaninchen,

kamen der. Fuchsgejellchast bald vor-

aus. und Rothfuchs entging mit knapper Noth dem Schicksal, von einem Hirsch, der in Sprüngen von dreißig Fuß durch das Dickicht schoß, mit den scharfen Hufen einen furchtoaren

Schlag auf die Nase zu erhalten. An-

dere Thiere warn dagegen langsamer, als die Fuchspartie, und sanken in den

hinter ihnen her rasenden FlammenWirbel zurück! Stachelschweine, Mur-

melthiere und Stinkkatzen z. B. waren

dem schrecklichen Wettrennen nicht gewachsen und fanden bald ihren Unter-, gang. Rothfuchs konnte sich um diese Traqödien nicht kümmern; er hatte genug

für seine Familie zu sorgen. Aber mit

Gewalt wurde er auf eine erschütternde

Tragödie gestoßen. Zu seinem hochsten Erstaunen rannte er plötzlich wi-

der eine große Schwarzbärin, welche in

eine? Höhlung unter einem dicklaubigen Buchenbaum regungslos dastand.

Warum floh sie nicht? Ach a, hinter ihr lagen, vollkommen erschöpft, ihre winselnden zwei Jungen. Rothfuchs begriff: Die Bärenmutter hatte die beiden Jungen eine lange Strecke mit sich geschleppt, bis sie keinen Schritt mehr weiterkommen konnten; und jetzt, da Alles verloren, erwartete sie rühig das furchtbare Verhängniß, hielt aber ihren großen schwarzen Leib vor die Kleinen, um sie so lange wie möglich vor den anstürmenden Flammen zu schirmen. Mutterliebe, wie groß bist Du! . .

7. Mit Bescrgniß bemerkte Rothfuchs, daß auch seine Kleinen matt zu werden begannen und öfter beim Laufen strauchelten; es bedürfte aller Atistrengun-

gen ihrer wachsamen Mutter, sie im

Gang zu erhalten. Doch einen Augenblick später sah er einen rothen Schein vom Wasser vor

sich widergespiegelt; er roch die Feuch-

tiakeit .und seine müden Kleinen wit-

terten sie auch und fühlten sich zu ei-

nem frischen Anlauf ermuthigt! Noch einige Sekunden, und sie steck

ten bis zum Hals in der rettenden Kühle. Die zwei Waschbären waren

dicht neben ihnen, und alle Sorten

Waldbewohner platschten keuchend um

sie herum.

Obwohl Feinde des Wassers, konnte die Fuchspartie in einer solchen Nothlaqe qut Genua fchwimmen; Roth

fuchs führte sie, nach dem größten Bi-

berhaus hm, nahe dem Centrum des

Teiches. Auf mehreren überhängen-

den Baumasten kauerten sich Wild

katzen und Luchse, welche sich durchaus

nicht dem nassen Elemente anvertrauen wollten. In all' dem schrecklichen Ge-

töse und der Verwirrung ließen sich

die Biber, 1.0 scheu sie auch sonst sind, gar nicht in ihrer Arbeit stören. Sie wußten, daß die lange Hitze und Dürre auch . die Dächer ihrer Häuser in Zunder verwandelt hatte, und jetzt,

angesichts des sich heranwälzenden

Flammenmeeres, bedeckten sie hastig, aber in vollkommener Ordnung, die

Dächer mit nassem Schlamm vom Grunde des Teiches. Sie waren denn

auch 'am besten geborgen, während

fürchterliche Scenen sie umtobten.

Huh., jetzt war das Flammenprasseln

schon beinahe, unmittelbar über dem

Wasser!. , ' -

Rothfuchs führte seins Familie nach dem äußersten Ende des Biberhauses; er selber aber nahm eine möglichst gün-

stige Beobachtungsstelle ein. Es war indeß schwer genug, alle Schritte des

hereinbrechenden Verderbens zu verfol

cjen; denn der beißende Rauch legte sich schon dicht über die Oberfläche des Teiches. Da und dort fuhren rothe Feuerbrände zischend in das Wasser. . Die Flammenzungen, welche die hohen Stämme der Tannen- und Kiefern-

bäume hinauf schössen, schienen buch-

stäblich in die Luft zu springen, um an-

dere Baume vor ihnen zu entzünden.

Jetzt war der ganze südöstliche Himmel gleich einer Mauer von gluthflüssigem, flammendem Kupfer, die immer hoher stieg und im Begriff war, über dem Teich zusammenzustürzen!

Endlich kam dieser gräßliche Augen-

blick mit donnerndem Getöse, und unter tausendstimmigem Geschrei der im

Wasser oder in dem überhängenden

Astwerk zusammengedrängten iseschöpfe. In wildem Schmerz und dem

höchsten panischen Schrecken trampelten viele der Thiere einander unter das

Wasser. Andere, die zu große Angst vor dem Ertrinken hatten, mußten jämmerlich verbrennen. Die Familie

Rothfuchs, hatte indeß auch letzt noch

eine ziemlich günstige Position, von dem

dichtesten und tollsten Gedränge emfernt; sie steckten tief im Wasser und hoben nur jede zweite Sekunde die Rase empor, um zu athmen. Der Familienvater selbst gab noch immer nicht das Beobachten auf, solange der sengende Schmerz in seinen Augen und

feinen Nasenlöchern dies möglich

machte.

Er sah einen großen Luchs, dessen

Fell so versengt war, daß er kaum

halb so groß wie. gewohnlich aussah, mit einem gellen 'Schrei weit in das Wasser hinaus springen, um nie wie-

der zum Vorschein zu kommen. An-1

dere machtige Katzen schwammen ra-

send umher und kletterten dann aus dem ungewohnten Element auf den Rücken von Hirschen oder Rehen oder

Bären, stets zwischen Feuer- und Wassertod schwankend.

Als gar die Flammen beide Seiten des Teiches umkreist hatten und in der Mitte zusammenschlugen, erreichten die schaurigen Auftritte ihren Höhepunkt! Das tollste Gedränge entwickelte sich jetzt nach der Mitte des Teiches; zum Schwimmen war jetzt gar kein Raum mehr, es gab nur gegenseitiges Niedertreten, und die meisten der unglücklichen Geschöpfe ertranken, ' ehe sie die Mitte erreichten. Selbst von den größeren und stärkeren Bestien, welche augenblicklich den fürcht:rlich-en Kampf überlebten, gingen noch viele unter,von den eingeathmeten Flammen innerlich verbrannt, und nur einige, wenige erreichten die Biberhäuser in der Mitte, wo bereits der aufgeworfene nasse Schlamm Dampfwolken emporsandte. Doch für Meister Rothfuchs und die Seinen, die hier zwischen Wasser und feuriger Lust nothdürftig sich inAthem erhielten, war diese unsäglich jammervolle Massentragödie das Beste, was sie wünschen konnten; denn sonst wären sie wohl von dieser heulenden Bedlam verschlungen und erdrückt worden. So aber war der Angriff, vor welchem Rothfuchs eine so furchtbare Angft gehabt hatte, völlig gebrochen. .; Nicht mehr war der Teich überfüllt; ja er sah in der rasenden Gluth beinahe verödet aus. Die überlebenden Geschöpfe mußten aber jeden Augenblickuntertauchen, damit ihrKops nicht versengt wurde. Nur die weisen Biber in ihren Wasserhäusern und die Moschusratten in ihren tiefen Löchern fühlten sich vollkommen behaglich. Außer ihnen aber hatte die RothfuchsFamilie hinter dem größten Biberhaus das beste Theil erwählt. 3. Noch einige Augenblicke, und die Hitze verminderte sich fühlbar; denn das Unterholz, die Aeste und die kleineren Bäume auf der Windseite des Teiches hatten sich ausgebrannt, und nur noch die höheren, mächtigeren Baumstämme flackerten wie halb abge-

brannte Riesenfackeln. Noch , prasselte

es in dem Unterholz auf der anderen

Seite; aber die Hitze wurde natürlich

vom Winde theilweise entfuhrt. Nach

und nach rückte das Centrum des

Brandes weg, und die noch immer auf schießenden Flammensäulen zogen wei

ter, nur dicken Rauch und düster glühende Scheiter zurücklassend, welche die Dunkelheit erhellten. Im geschwärzten Buschwerk am Gestade des Teiches ent-

lang knisterte es noch lebhaft von Fun

ken, und der dichte Moosboden des

Waldes glimmte wie glühender Torf.

Auch jetzt bewährte Reineke Roth-

fuchs seinen Instinkt. Als die. Hitze

sich noch welter gemäßigt hatte, ver

suchten viele der anderen überlebenden

Thiere so schnell wie möglich an s Ge-

stade zu gelangen, soweit sie durch ihre Natur der Wasserwelt fremd waren. Doch das hatte nur zur Folge, daß sie ihre Füße garstig verbrannten! Rothfuchs war für dergleichen zu schlau. Er führte seine Familie auf das Dach des großen Biberhauses und wartete hier philosophisch, bis die entsetzliche Nacht vorüber war. Der Brand starb auch mit ihr noch lange nicht aus. Nach Stunden, welche sich zu Monaten zu verlängern schienen, begann die, grimmige Gluth, die nunmehr am nordwestlichen Himmel stand, vor der herannahenden Morgendämmerung zu verblassen', und Streifen reineren röthlichen Lichtes zogen, sacht am östlichen Himmel herauf, über einer furchtbar verödeten Welt. Aus dem Morgen wurde der Mittag, und' noch immer fraß sich das Feuer heimtückisch duch den Moos- . C 4. v t n w

gruno, uno von anen seilen inefl ve: 1

zender ' Rauch auf; ja vereinzelte

Äaumttumpf.e flackerten noch immer

arr. sri r . . m

Gleiazwom war der verheerte oU-

schlag kühl genug geworden, daß Mei-

uer Rothfuchs es wagen tonnte, seme Familie hindurchzufübren. Aber

Schritt für Schritt wählte er feinen '

Weg lorgsaltig aus, . und auch so

lonnle er mcht verhindern, daß die Füße noch manche unangenehme Bekanntschaft mit ??euerresten machten.

Mancher Schmerzenslaut der Kleinen erscholl.

Sich nach der Rechten zuwendend.

erreichte die Rothfuchspartie endlich den ersten der tiefer liegenden großen

Weioegrunde, welche: für die Flammen zu breit war, als daß dieselben hätten hinübrsprinaen können. Drü-

den auf be anderen Seite waren wie-

derum Waldungen; unversengt und grün und schattig ' lockten sie die fußwunden, versengten und vor Durst fast verschmachtenden Flüchtlinge. ' Von neuem Lebensmuth erfüllt, setzten Rothfuchs und seine Lieben über das Weideland hinüber, um in dem berrli-

chen Forst ein neues Heim zu finden.

as und eirnae Bilder aus einem

Waldbrand, die kein Maler und kein Zeitungscorrespondent aufgegriffen hat, wenngleich Reinccke Rothfuchs

cyon oer cid mancher anderen, von Menschenkindern gelesenen Geschichte geworden ist.

Kindlich. Hänschen (als im Circus ein Akrobat auf den Händen geht): Gelt. Papa, dem Mann macht es gar nichts, wenn ihm die Elektrifche die Beine abfährt?" Berliner Puvpeusviele. Die Altbcrliner .Puppenspiele, die in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts einen großen Einfluß auf die Volksstimmung ausübten, sind aus der Erinnerung der Berliner Bevolkeruna. noch nicht ganz entschwunden. An den bekannten PuppenLinde", der noch in den siebziger Iahren Groß und Klein in der HasenHeide, mit seinen Tragödien und Komödien ergötzte, eiinnert sich der ältere Berliner noch gern, und ebenso an den Puppenspieler Richter, von dem seinerzeit der Vers im Schwange war: ..Wer is dod? Wer is dod? Puppenspieler Richter -Schade drum, schade drum! .'s war'n jroßer Dichter!" Ebenso denkt man noch an einen andern Kunstgenossen", den Puppenspieler Freudenberg, von dem das Wort Freudenberg, de Strippe reißt!" lange Zeit gebräuchlich war, und an die Puppentheater der Berliner Weihnachtsansstellungen bei Kroll, in Faust's Wintergarten und in Fischer's Kunstkeller. Die Texte dieser Puppenspiele, die mit satirischen Ausfällen auf Zeitereignisse, mit Spottversen und 'mit den beliebten Kalauern" gespickt waren, wurden von den Leitern der Puppentheater gewöhnlich selbst verfaßt, wie.. auch das angeführte Vexschen erkennen läßt, und lehnten sich an ältere' Puppenspiele oder an bekannte Theaterstücke an. Diese Texte waren meist nur handschriftlich vorHanden und gingen aus dem Besitze eines Puppenspielers durch Erbschaft in den Besitz seiner Nachkommen oder eines Zunftgenossen über. Es ist deshalb kein Wunder, daß nur ein kleiner Theil solcher Texte meist abgegriffene und zerrissene Hefte der Nachwelt erhalten ist. Verschiedene Texte zu Püppenspielen, die von berufsmäßigen Schriftstellern oder Freunden des Humors verfaßt sind, wurden allerdings in geringer Anzahl als Manuskript" gedruckt, aber auch diese Texte sind äußerst selten und ruhen verborgen in den Sammlungen von Bücherliebhabern. Ein solches Puppenspiel führte den Titel: Don Carlos, der Infanterist von Spanien". Es war ein Parodie des Schiller'schen Dramas und nahm Bezug auf eine Betrugsgeschichte, die damals in ganz Berlin bekannt war; außerdem wimmelte es don Anspielungen auf zeitgenössische Ereignisse und auf politische Tagesfragen. Nascher Absatz.

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Ein biederer Bauersmann, der zum ersten Male die See sah, war sehr überrascht von dem Anblick der großen Menge des wunderbar blauen Wassers und fragte einen Fischer, wem es gehörte, da er gern eine Gallone kaufen wolle, um seiner Frau etwas mitzubringen. Uns." erwiderte der Fischer stolz, uns gehört's." Wahrhaftig?" rief das Bäuerlein, würden Sie mir eine Gallone ablassen? Ich geb gern einen halben Dollar dafür." Schön," sagte der Fischersmann, verschwand und kam bald mit einer

vollen Flasche Seewasser zurück, die

er dem Bauern für seine fünfzig Cents verkaufte.

Der Bauer ging seinen Geschäften nach und kam später wieder an den Strand. ,Die Ebbe war inzwischen eingetreten, der Strand eine weite

Strecke trocken, und starr vor Stau-

nen schlug der Bauer die Hände zu sammen:

Nein, nein,", rief er aus, das hätt'

ich mcht geglaubt, daß die Leute ein so

riesiges Geschäft machen; solch ein Absah!. 7 so viel Wasser m der turjctt

Jett verkauft."

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