Indiana Tribüne, Volume 29, Number 53, Indianapolis, Marion County, 25 October 1905 — Page 6
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KABSTADT
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Der Bierkutscher.
Novellette von Gustav Hochstetter. Also, sieh mal, Lotte." sagte er und versuchte, seine ungeschlachte Tatze auf ihre schmale Schulter zu legen; sie wich ihm mit einer katzenhaft geschmeidigen Bewegung aus. Er empfand ihr Ausweichen als eine Beleidigung; er schluckte ein paarmal, ehe er von neuem begann: Also, sieh mal, Lotte, so kann det nich weiterjehn; entweder Du läßt ihm schießen oder mir." ' Ihn oder mich," verbesserte sie keck. Er verstand zuerst nicht. Ach so!" sagte er dann begreifend, da wird wieder mal de feine Bildung 'rausjehangen. Na weeßte, Lotte, ob det nu wirklich so fein is.wenn eener sein Herz uf deZunge hat.un man kommt ihm mit sonne Sachen? Ob de nu mir zu Tode ärjerst oder mich- zu Tode ärjerst, det bleibt am Ende Jacke wie Hose. Un ick sage Dir bloß, meintwejer af ganz jebildetes Hochdeutsch: entweder läßt ihn schießen oder mich!" Aber ich weiß gar nicht," lenkte sie nun ein, was Du Dich immer so hast! Ich bin doch noch so jung und man will doch auch'n bißchen was von sein' Leben haben. Sieh mal, wenn ich Dich nun erst zwei Jahre später kennen gelernt hätte, dann hättest Du doch auch alles in Kauf nehmen müssen, v?as in den zwei Jahren passirt wäre, und deshalb hättst Du mich ja nachher doch geheirathet. Und so na, da da kann ich Dir eben nich helfen: so mußt Du nun 'n bißchen Geduld haben und noch zwei Jährchen lang erlauben, daß ich mein Leben genieße. Später, wenn wir verheirathet sind, denn ist es sowieso vorbei mit den feinen Theaterplätzen, mit Wein und Sekt und seidenen Kleidern." Dabei zupfte sie mit der rechten Hand an der linken Manschette der blauseidenen Bluse. Sie wußte sehr gut, wie süß" das glänzende Blau zu dem glänzenden Blond ihrer Haare stand. Drüben, auf dem anderen Bürgersteig, ging ein Unteroffizier vorüber, der schaute sich nach ihr um,' und sie quittirte diese Aufmerksamkeit mit einem kleinen Achtelsblick nach rückwärts. Franz, der Bierkutscher, versuchte inzwischen mit der seltsamen Logik fertig zu werden, die in Lottens Worten lag. ' Die Ar.sckauungen. die er über dergleichen in seinen Kreisen äußern hört, geben ja wohl Lotten recht. Erst das Leben genießen, dann unterkriechen. Alles schön und gut. Aber er, er konnte 's doch nicht ruhig mit ansehen, daß das blonde, schlanke Mädel, das er lieb hatte wie nur irgend was auf der Welt, daß dies Mädel dreimal in der Woche für ihn nicht zu sprechen war und mit dem andern" ging. Ein feiner Kerl war das ja, der andere; ein reicher Fabrikantensöhn, der etwas springen lassen konnte und etwas springen ließ. Die Lotte hatte schon ihre ganze Ausstattung beisämmen, von seinem Geld. Und was für eine Ausstattung! Wie eine Kommerzienrathstochter, die einen Grafen kriegt. Jung war die Lotte ja auch noch. Neunzehn. Bis einundzwanzig konnte sie gut und gern warten mit dem Heirathen. Einen Kerl wie ihn, einen Bierkutscher oder so was' den kriegt sie dann noch alle Tage zehnmal. Aber da zuckt es in ihm auf keinen, der sie so liebhaben wird w?e er! Er schaut sie von der Seite an. O doch! zuckt's wieder auf auch einen, der sie so lieben wird! Zehn! Hundert! Das prächtige Mädel muß ja jeder lieben, der zwei gesunde Augen im Kopf und ein Herz im Leibe hat! Aber was hilft da alles Ueberlegen? Er fühlt eben doch schließlich vlon, vaß er selbst sie liebt. Daß er eifersüchtig ist auf den andern". Wahnsinnig eifersüchtig. Und so gipfelt denn sein ganzer Gedankenganz in dem Ausruf: Lott, ich sag' Dir's jetzt zum letztenmal: mit dem andern" muß es aus sein, ein für allemal aus sein!" Sie deutet mit dem Zeigefinger nach ihrer Stirn. .Sag mal, Franz, Du bist wohl ein bißchen ? Uebrigens, damit Du Dich ja nicht'irrst: nichts weniger als aus ist es mit dem andern. Ganz im Gegentheil. Sagen muß ich Dir's ja doch mal: nächsten Freitag fangen wir zusammen 'ne Neise an. Nach Tirol. Mutter hat mir's schon erlaubt. Erst wollte sie nicht, aber dann sagte sie, so was käme vielleicht doch im ganzen Leben nicht wieder. Sechs Wochen Tirol das können sich die wenigsten leisten. Vier neue Kleider hat er mir machen lassen. Und einen Kappottehut, reizend, sag ich Dir, darin 'seh' ich richtig aus wie" so 'ne junge Frau." Sie strahlte ordentlich in dem wohligen Vollgefühl all dieses herrlichen Besitzes. Sie war glücklich in ihrer fabelhaften Oberflächlichkeit. Und dieser dicke, große Kerl da. der einmal ihr Mann werden sollte, hatte qax kein Verständniß für all so was. Eigentlich verlohnte es sich gar nicht, mit dem über so was zu reden. Wie Lotte richtig vermuthet hatte, zeigte Franz wenig Interesse für die Reize, des neuen Kapottehuts. Eine Weile schritt er in finsterem Schweigen neben ihr her. Lotte", sagte er endlich, und seine tiefe Stimme bebte. Du fährst nicht mit ihm. Du bleibst hier. Sonst passirt was!" Sie erschrak vor seinem Ernst, aber sie hatte ihren Leichtsinn bald wieder
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'! 11 yfJ, y "!' i!' y' "'j'it"- v'. 3.:0,.. beisammen: Weißte, wenn Du mir schon so kommst! Du willst mir wohl gar drohen?" Nein, Lotte. Dir passirt nischt. Aber mir thu ich wat an. Ich kann ohne Dir nich leben. Ich kann keene sechs Wochen ohne Dir leben und dabei denken, dan De nu immerzu bei dem andern bist un bei mir nich bist. Lotte, bleib in Berlin, sonst passirt was!" ..Weißt Du. Sranz. so leicht passirt sich nichts! Das überlegt man sich meistens noch im letzten Momang und läßt's dann hübsch bleiben." Sie waren inzwischen umgekehrt und wieder bis vor Lottens Hsus gekommen. Lotte blieb stehen und machte Miene, sich zu verabschieden. Mädel!" sagte er und faßte ihre Hand. ..Bleib in Berlin! Versprich's mir!" Sie sah ein, daß sie mit rinem blanken Nein schwer von ihm loskommen könne. Na. weißt Du, Franz", sagte sie diplomatisch, ich werd's mir überlegen." Und sagst mir morgen Abend Vescheid?" Morgen kann ich nich; für morgen hab' ich mich mit ihm" verabredet." Er stampfte mit dem Fuß auf: Ekelhaft! Also übermorgen?" Ich weiß noch nicht bestimmt. Ich schreib' Dir dann. Gut' Nacht. , Nein, einen Kuß gibt's nicht, hier, auf offener Straße; das weißt Du doch. Adieu. Franz! Also, ich schreib' Dir!" Und sie schrieb. Eine Ansichtskarte. Aus Tirol. ' Sie und der andere" waren ein paar Tage früher abgereist als ursprünglich beabsichtigt war; natürlich auf Lottens Betreiben, die allen weiteren Conflikten auf ihre Art vorbeugen wollte. Der Vierfahrer lief seit dem Morgen, an dem er die Ansichtskarte aus Tirol erhalten hatte, kopfhängerisch in der Welt herum. Seine Pferde, die sonst sein Stolz gewesen waren, machten ihm keine Freude mehr. Alle Arbeit that er wie im Schlaf. In seinen Gedanken wiederholte er immer nur den einen Satz: Jetzt ist sie in Tirol mit dem andern". Und hinter diesemSatz. rieselte durch seine starken Nerven jedesmal das Gefühl: Es muß etwas passiren!" Waldau!" rief -der Expedient der Brauerei dreimal übermäßig laut, Waldau, können Sie denn nicht hören?" Franz kam mit. langsamen Schritten aus dem Stall heraus: Wat soll ich denn?" Es ist eine eilige Nachmittagsbestellung da. Ihr- Revier. Kronbergers Restaurant in.Treptow. Und dann sollen Sie auch gleich noch zwei Lieferungen nach Niederschönweide mitnehmen. Das geht in einer Fahrt hin. Hier sind die Scheine." Es war ges.cn fünf Uhr, als Franz mit seinem Wagen von der Brauerei wezfuhr. Die Kameraden, die beim Aufladen der Fässer geholfen hatten, sahen ihm nach, und beneideten ihn. Vor neun Uhr konnte der nicht zurück sein; das gab einen feinen Verdienst an Ueberstundengeld; mindestens einen halben Thaler. Franz ließ seine beiden Füchse in mäßigem Tempo ziehen. Es war ein lauer Herbsttag. Die Sonne war fast unangenehm heiß und fiel so grell auf den Etdboden, daß die braunen und rothen Blätter, die auf der Chaussee lagen, beinahe hellgrau schienen. Und während Franz so dahinsuhr, ging es ihm immer wieder durch ben Kopf: Jetzt ist sie in Tirol bei dem andern. Es mutz was passiren'.' Ävrr hatte sie noch gesagt? So leicht Passirt nichts! Das überlegt man sich meistens noch im letzten Momang und läßt's dann hübsch bleiben! Wenn er aber die Sache so einrichten würde, daß es gar keinen letzten Momang zum Ueberlegen gäbe? Wozu bekam cr
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denn draußen bei der Kundschaft in den Vcrorten Freiöier, so viel er wollte? Wenn man sich ?a erst fo ein?n richtigen, soliden Affen zulegen würde und dann ? Ach was, dummes Zeug! Das war das leichtsinnige Mädel gar nicht werth. So leichtsinnig zu sein wie die! Pfui! Aber, alles wa5 recht ist, hübsch ist sie; das zarte blon de Haar, über das die Hand weggleitet. als ob's Seide wäre; das nette Stumpfnäsel; der Mund, fr? sie zu einem so drolligen Schippchen verzieht, wenn ihr was nicht recht ist, und auf den sich's so mollig küßt. Jawohl, jetzt küßt diesen molligen Mund vielleicht gerade der andere, mit dem sie in Tirol ist. Kreuzelement, wer da ruhig bleiben kann! Alle Wetter nochmal es muß was Passiren! $ Noch eins. Herr Kronberger! Wenn Sie wollen, bezahl' ich's baar!" Aber Waldau", sagte der Treptower Wirth, darum geht's doch nicht! Ich mein' nur, Sie hätten, jetzt wirklich genug. Nun sollen Sie noch Ihre zwei Lieferungen nach Niederschönweide bringen und dann noch nach der Brauerei zurückfahren,' und dabei ist e jetzt schon dunkel " Seien Se man nich bange, Herr Kronberger; wat 'n ordentlicher Bierfahrer is, der kann 'ne Ladung vertragen!" Sie haben das neunte Glas, Walbau " Nee,.Männeken. det stimmt nich; ick bin unterweZens schon 'n paar mal injehrt. Aber seien Se man außer Sorje un jeben Se her!" Wenn Sie durchaus wollen, meinetwegen, hier. Aber das letzte!" Sagen wer, det vorletzte, oder det vorletzte, oder det vo vo " es ging nicht mehr recht mit dem schwierigen Wort. Franzens Zunge fing an schwer zu werden. Aber er trank weiter. Es klingelte am Telephon. Die Brauerei rief aus Berlin an, ob ibr Kutscher dagewesen sei? Der eine Kunde in Niederschönweide reklamire telephonisch, warum er seine Lieferung noch nicht erhalten habe. Der Wirth log ins Telephon hinein, dem Kutscher, dem Waldau, sei ein kleines Malheur mit dem Riemenzeug passirt, er sei jetzt noch hier am Ausbessern. Da kam von der Brauerei der Befehl zurück, dann solle Waldau nicht im Dunkeln weiterfahren, sondern sofort nach Hause kommen.' Also nach Ha nach Hause!" lallte Franz. als ihm Kronberger den Inhalt seines telephonischer: Gesprächs gemeldet hatte. Er stand auf und trat auf die Straße hinaus. Als ihm die frische Luft entgegenschlug, stieg ein starkes Gefühl von Schwindel in ihm auf. Er überwand es und begann die Laternen anzuzünden und das Riemenzeug zurechtzunesteln. Den Wirth, der ihm dabei helfen' wollte, wies er mit ba-rschen Worten zurück. Er sei noch ganz nüchtern, er könne das ganz alleine machen. Dann versuchte er auf seinen Bock hinaufzuklettern. Es ging unsäglich schwierig; aber weil ihm der Wirth zuschaute, gab sich Franz übermenschliche Mühe, und schließlich war er droben. Jetzt ließ er den Wagen wenden und schaukelte dabei bedenklich auf dem unbequemen Kutschersitz hin und her. Der Wirth, der die schlimmsten Befürchtungen hegte, rief ihm zu, er wolle ihm einen Hausdiener zur Begleitung mitgeben. Statt der Antwort griff Franz nach seiner Peitsche und hieb den beiden Füchsen eins über, daß sie, aufs heftigste erschreckt, machtvoll anzogen und sich dann, als sie die freie Chaussee vor sich fahren, in einen wilden Trab setzten. Später klingelte die Brauerei wieder an, ob der Kutscher denn noch immer da sei? Nein, der fei schon vor einer halben Stunde weggefahren. Dann müsse er doch längst zurück sein. Da sei sicher etwas passirt. . . ' Am nächsten Abend stand im Polizeibericht zu lesen: Von seinem eige-
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Unter Frauen findet man eine überraschende Unwissenheit bezüglich ihre? eigenen Funktionen. Neun aus zehn Frauen leiden jeden Monat unsäglich und lauben dies muß so sein. Auch Sie? Wenn dies der Fall ist, so sind Sie im Irrthum Es ist nicht nöthig zu leiden, ausgenommen Sie wünschen es. Funktioneller Schmerz ist das Anzeichen funktioneller Krankheit. Diese kann kurirt werden durch
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1 nen Wagen überfahren wurde auf der Treptower Chaussee der Vierkutscher Franz Waldau aus Berlin; er war, offenbar schwer betrunken, so unglücklich vom Bock gefallen, daß die Räder seines Gefährts über ihn hinweggingen. Von der Brauerei ausgeschickte Boten fanden Pferde und Wagen auf freier Landstraße stehend und ein paar hundert Schritte weiter den Kutscher, der schwer verletzt auf dem Erdboden lag. Er wurde nach der nächsten Unfallstation gebracht, wo er starb, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben." Europäische Nachrichten. Wycttrprovrnz. Köln. 'Kürzlich ist am Leystapel der sechzehnjährige Kaufmannslehrling Gerhard Schreier, Sohn des Schreiners Josef Schreier aus der Weißbüttengasse, beim Bootfahren ertrunken. Aachen. Aus dem Wurmbach wurde in der Nähe der Schleuse der ehemalige Fabrikant und jetzige Schachtmcister Josef Kessel von hier als Leiche gezogen. Nach Annahme des Bürgermeisteramtes in Laufensberg ist Kessel in's Wasser geworfen worden. Die Leiche wies nämlich mehrere Schlagwunden am Kopf und eine Stichwunde an der Schläfe auf. Andererfeits ist nicht ganz von der Hand zu weisen, daß Kessel in's Wasser gefallen ist .und die Verletzungen durch Aufschlagen auf das eiserne Schleusengitter entstanden sind. Duisburg. Kürzlich starb hier ein vierjähriges Kind der Eheleute Tillmann an Gasvergiftung. Das Unglück entstand durch unvorsichtige Handhabung eines Gasapparates seitens der Mutter. Eschweiler. Dieser Tage feierte der Gerichtsvollzieher Pullem sein 25jähriges Dienstjubiläum. Seine Vorgänger in dem von ihm bekleideten Amte waren sein Vater und Großvater. Es ist somit der in der Geschichte der preußischen Justizverwaltung wohl einzig dastehende Fall zu verzeichnen, daß während dreier Generationen, seit 71 Jahren, dieses Amt in einer Familie verblieben ist. Krefeld. Vor Kurzem feierte dr Ehrenvorsitzende der Krefelder Liedertafel, Wilhelm van Kempen, seinen 8). Geburtstag. Er ist der einzige Ucberlebende jenes Quartetts, das vor 51 Jahren die eben entstandene Wacht am Rhein" dem Tondichter Karl WilHelm in seinem hiesigen Hause zum ersten Male vorgesungen hatte. Leverkusen. Im Betrieb der Farbenfabrik der Firma Friedrich Bayer & Co. ezplodirte beim Prüfen der Spannung des Inhalts gefüllter Sauerstoffflaschen mittels Manometers der letztere, wodurch der Ingenieur Stein derartig schwere Verletzungen erlitt, daß er sofort in das hiesige Hospital geschafft werden mußte. R u h r o r t. Der Arbeiter Emil Mond, der bei dem fiskalischen Schisfer im hiesigen Kqiserhafen beschäftigt war. stürzte von der Pfeilerbahn in das Magazin und zog sich dabei außer einem Rippenbruch noch sonstige Verletzungen zu. Letztens begab er sich im Fieberdelirium nur nothwendig bekleidet in's Freie. Seine Frau, die ihn zurückholen wollte, verfolgte den Mann, verlor jedoch seine Spur. Später wurde der Bedauernswerthe im Magazin der Guthoffnungshütte im -Vtrhahn als Leiche aufgefunden. Frovinz KesseN'assau. Kassel. Verliehen wurde dem Konsistorialselretär a. D., Rechnungsrath Gustav Pohl der Kronenorden 3. Klasse, dem Stationseinnehmer Költzsch der Kronenorden 4. Klasse, der Oberin' des hiesigen DiakonissenHauses Marie Behre die Rothe Kreuzmedaille 2. Klasse und dem Gesängenenaufseher Karl Heumann das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens.
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-S ß SchMmz ; ? Ä u i 3 1 n n Dsv Frauen Heilmittel. z 1 m Ich konnte kaum noch gehen vor Schmerzen während metner o natlichen Perioden", schreibt Frau ff. I. Ashburn don larkrange, Tenn. Ich hatte niederziehende Schmerzen, der Kovf that mir jeden Sag weh und mein Rücken schmerz te so, daß ich kaum stehen konnte. Ich war müde und enllrästet und glaubte, ich könnte nicht am Leben bleiben. Seitdem ich jedoch Cardut nehme, habe ich mich bedeutend ge bessert und fühle jcyt bester als seit Jahren. Jti habe es nur Cardut zu verdanken, datz ich ntcht schon unter der Erde bin." i j I I wlu Frankfurt a. M. Letztens hatte sich in einem Hause d:r Predigerstraße der Schweizer Jos. Heinrich Hederich aus Niederhochstädt in angetrunkenem Zustande auf die unteren Treppenstufen gesetzt, weshalb sich na-, mentlich die im Hause wohnenden Frauen ängstigten. Als der Tagelöhner Schröder, welcher in demselben Hause wohnte, nach Hause kam, wollte er Hellerich entfernen. Hierüber gerieth dieser so in Wuth, daß er seinen Revolver zog und Schröder eine Kugel in's linke Auge schoß. Dann floh er und gab auf seine Verfolger, einen Schutzmann und Civilisten, noch mehrere Schüsse ab. die fehlgingen. Schröder ist an seinen Verletzungen im VUrgerhospital gestorben. u l d a. Todt aufaefunden wurve in i einer Woynung iur. ÄNll. pezialarzt für Nervenkranke. Der Verstorbene war sehr nervös. Man nimmt an, daß der Tod des beliebten und tüchtigen Arztes durch Einspritzung einer allzu großen Dosis Morphium berbcigeführt worden ist. Der Verstorbene war ca. 35 Jahre alt.' Ni cd er n hausen. Vor Kurzem wurde in der Nähe von hier die 64jährige Frau Maurer aus Niederseelbach beim Überschreiten des Geleises der ehemaligen hessischen Ludwigsbahn von einem Güterzuge erfaßt und getödtet. Sachsenhause n. Im Parierre des Hauses Heisterstraße No. 2 wohnt die aus Mann, Frau und sechs Kindern bestehende Familie' des Brauers Jakob Rehberger. Der Mann ist seit längerer Zeit gelähmt und die Familie dadurch in dürftige Verhältnisse gekommen. Die Frau nahm sich das so zu Herzen, daß sie schon vor einiger Zeit schwermüthig wurde. Dieser Tage verübte sie eine schreckliche That. Sie schnitt sich vor den Augen ihres Mannes, der hilflos zu Bett lag, und zweier Kinder den Hals durch. Die Unglückliche taumelte noch einige Schritte und starb bald an Verblutuna. Wittgenborn. Hier ha sich ein junger Mann Namens Protzmann in seiner Wohnung erschossen. Protzmann, dessen Braut kürzlich starb, hat sich den Verlust so zu Herzen genommen, daß er 'zu der Waffe griff. Mtteröeutsche Staaten. A r o l s e n. Beim Freischwimmen, ist in der hiesigen Militärschwimmanstatt ein Musketier in Folge von Herzschlag ertrunken. Der Mann hieß Bechtel. stand bei der 11. Komp. des hiesigen 3. Bataillons des InfanterieRegiments v. Wittich (3. Kurh.) No. 83 und war gebürtig aus Wiera bei Ziegenhain. Eschenbergen. Dieser Tage' feierte das Christian Lengefeld'sche Ehepaar das Fest der goldenen' Hochzeit. Im Auftrag des Herzogs und Regenten wurde dem Jubelpaar eine Prachtbibel, sowie ein Geldgeschenk von 30 Mark überreicht. Ä o t h a. Aus Anlaß seines goldenen Doktorjubiläums erneuerte die juristische Fakultät der Universität Jena dem Großherzoglich Sächsischen Geh. Justizrath Professor Dr. Arbcd Emminghaus, dem langjährigen Vorsteher der hiesigen Lebensversicherungsbank, unter ehrenvollen Glückwünschen das Diplom.' Meininqen. Der verstorbene Kaufmann Leon Ortweiler hier hat der von seinem Vater David Ortweiler errichteten Stiftung für Arme und Nothleidende den Betrag von 5.000 Mark vermacht. Die Zinsen dieses Legats sino für Kranke und Altersschwache ohne Unterschied der Coufefsion bestimmt. O b r d r u f. Die sechsjährig: Tochter des Eisenbahn - Stationsaufsehers Sennewald in Crawinkel wurde beim Spielen von einem 8jährigen Knaben mit einem Teschin in den Kopf geschossen. Das Mädchen wurde bewußtlos in's hiesige Krankenhaus oebracht. Saalfeld, gier wurde die Maschinenfabrik Auerbach und Scheibe durch Feuer theilweise zerstört.
