Indiana Tribüne, Volume 29, Number 53, Indianapolis, Marion County, 25 October 1905 — Page 5

Jndiana Tribüne, 25 Oktober 1905

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fJ.lUWiUyllV Auch cm ?ommerfrische-Gcschichtchen. ?Zon G. W. 1. Ueber den Urwald und den Tee ging ein feiner Sprühreqen nieder, welcher den Abend etwas düsterer machte, als gewöhnlich in der schönen Sommerzeit. Wohlgemuth aber jaß Maggie in der einsamen Waldbütte. deren 2niir offen stand, in ihrem niedrigen ' Lagerstuhl vor dem Heerde, wo über glühenden Scheiten ein Kochkessel brodelte, und sang ein lustiges Liedchen an die Elfen und Kobolde; von Zeit zu Zeit lehnte sie sich vorwärt? und schüttelte das Kesselchen an dem langen Stiel oder rührte den Inhalt um. Dabei stieg ein recht einladender Dunst empor und grüßte verheißungsvoll einen jungen Mann, welcher seit, einem Augenblick hinter Maggie, von ihr unbemerkt, im Thürraum stand. Gerade'war er vom Ufer des Sees herauf geschritten, einem der vielen Seen, die sich durch die Grenzregion von Canada und Maine schlangeln und das üppige weiche Moos zwischen den Stümpfen der gefällten Bäume hatte seine Schritte unhörbar gemacht, ohne daß er es darauf abgesehen hatte. Das leichte Canoe aus Birkenrinde, in welchem er über den See gerudert war, hatte er sich nach Jndianermanier über den Rücken gehängt, und es diente ihm zugleich als Regenschirm v.ti war wasserdichter, als so mancher PatentWachstuchmantel. Aus dem wohlgebräunten Antlitz des Fremden blitzte lebhaft ein dunkles Augenpaar. , 'Da streifte sein Canoe zufällig die Hüttenwand, und das Geräusch veranlaßte Maggie, über ihre Schulter umzublicken. Der Athem stockte ihr beinahe vor Ueberraschung und Furcht. Im ersten Augenblick glaubte sie nicht 'anders, als es mit einem rothhäutigen Sohn der Wildniß zu thun zu haben. Schwarze Und weiße, blaue und graue Waldgeister hatte sie in ihrem Liedchen angerufen, aber rothe nicht, und gerade ein solcher mußte so urplötzlich vor ihr erscheinen. Doch ihre Bestürzung dauerte nich. lange; wenigstens gelang es Maggie. sie rasch zu unterdrücken. Sie hatte irgendwo einmal gehört oder gelesen, daß es bei einer solchen Begegnung 'das Geratenste sei, sofort eine UnterHaltung zu eröffnen und damit zu zeigen, daß man sich nicht fürchte. Zugleich fiel ihr bei, den Natursohn einfach mit Wie, wie?" zu begrüßen, eiue Abkürzung für ' die Grußformel: Wie geht's Ihnen! Der Fremde aber ging unmittelbar auf dieFrage ein, als gelte sie seinem Hierherkommen' und antworete in seineswegs indianischer Weise: Mit dem Canoe, das ich auf dem Rücken habe. Ich verirrte mich, und der Schein Ihres Feuers, den ich auf dem S?e bemerken konnte, hat mich hierher flockt. Ich wußte nicht, daß in der Nachbarschaft ein Holzfällerlager ist. Darf ich bitten, an-das Feuer kommen? Ich bin trotz meines Regendaches gehörig naß und durchgefroren." Er hätte gerne noch hinzugefügt: Und ich habe auch rechtschaffenen Hunger", zumal auch die Düfte der Saucen - Pfänne in diesem Augenblick in seine Nase stieaen. Dock, wenn er "diesen wichtigen Zusatz unausqesprochen ließ, so sagten es seine Äugen deutlich genug für ihn! Maggie erwiderte denn auck so prompt, als wenn die letzteren Worte wirklich über das Geheae seiner Kahm gekommen wären: Das Abendbrot wird im Augenblick bereit sein. Papa kann auch nicht mehr lange ausbleiben." Sie sagte das ohne alle Nebencedanken: denn sie batte mittlerweile vollkommen Vertrauen zu dem unbekannten Besucher aefakt. Und nock während sie sprach, stand sie auf und vegann, den TlZch für Dreie zu decken. Erst jetzt sah sie der junge Mann etwas genauer an, und er war einigermaßen überrascht. Denn die Be -wegungen und die ganze Erscheinung dieses sylphenhasten jungen Mädchens, das mit so feiner Geschicklichkeit und solchem Ordnungssinn alle die häuslichen Verrichtungen ausführte, erinnerien keineswegs an oie Tochter eines t-i--rc"ii ' - öicia;cüiigen, rauyoauzigen HOtZsai lers. Sie trug nur ein derbes blaues Flanellkleid, und ihre Hände waren sonnenverbrannt, aber noch sehr zart. Ja sie hätte ganz gut irgend eine Prinzessin sein können, welche nur zur Maskerade sich in ein Bauernkostüm aesteckt hätte. So dachte wenigstens der junge Mann, und er hatte daher unwilllür lich den Hut abgenommen. Mit Behagen musterte er auch, während sie beschäftigt war, die ganze Umgebung. Durch eine halb offene Thüre konnte er einen Blick-in ein niedliches Nebenzimmerchen, mit weißen Draperien, werfen; das war wohl der Prinzessin" Schlafgemach. Im äußeren Aimmer bemerkte er eine, m die Wand gebaute Schlafstelle, die mit grünen Tannenzweigen gefüllt war, und ein Regal darüber. .Auf diesem Rega stand, neben einem Stoß Bücher, auch tm steinerner Tabaksbehalter. und ei ue' Pfeife mit Schnitzereiwerk lag davor. Gerade in diesem Augenblick war die flackernde flamme vom Heerd ih ren kellen Schein auf das groteske Ge ficht am . Kopf dieser Pfeife, ha.

was ist das? Die mußte er kennen! Er unterdrückte einen Ausruf des Er?aunens, und rasch entschlossen, sagte er, zu der Mahlzeit - Fee gewandt: ,, verzeihen Sie! Ich habe zu meinem Leidwesen meine Pfeife nicht bei mi; ich sehe ab?r, daß Ihr Herr Vater ebenfalls raucht. Würden Sie mir gütigst erlauben, aus dieser Pfeife da ein wenig' zu rauchen? Ich versichere Ihnen, ich möchte' aern' die ??rie-

d e n s p f e i f t rauchen. wenn ich auch kein Indianer bin.Das Mädchen lächelte flüchtig, als te aus den letzten Worten, ersah, daß hr anfänglicher Irrthum, ihrem Gast nicht unbemerkt geblieben war. Sir holte aber ohne Weiteres die Pfeife sowie den Tabaksbehälter vom Regal und gab beides in seine Hände. Ich glaube nicht", fügte sie hinzu, daß Papa Ihnen die Pfeife abschlagen 'würde. obwohl er sie hoch schätzt. wie mir vorkoinmt. Er" Der Gast hatte es nicht so eilia. die Pfeife zu füllen. Er betrachtete sie erst sehr genau; denn der flüchtige Flammnfchein und seine.rregte Phani r? . t i ? . i p v . laue xonnien iqn ja oleueicyr lauscyen. Doch nein, es war kern Irrthum geween! Langsam füllte er den Qualmröster. zündete ihn am Heerde an, und als er die ersten Züge that, erhob er sich plötzlich, streckte dem Mädchen feierlich die Hände entgegen und rief aus: Die Friedenspfeife. Fräulein Winston!" Auf's Höchste überrascht, kam sie nicht dazu, ihre Hand zurückzuziehen. f . v f ij p i r rennen micy aijor fragte ne endlich. . Rim, ich kenne wenigstens meine Pfeife", antwortete er ruhig, indem er veyaqllch weiter passte. Was, Ihre Pfeife?!" Ja. sie war es weniastens. bis ich sie eines TaqeZ im Contor Ihrem Herrn Aater zum Geschenk machte. Ich war damals gerade von einer Auslandreise zurückgekehrt, und unter allerhand kleinen Curiositäten, die ich mitbrachte, war auch diese Pfeife. Als wir wieder im Contor zu Montreal rauchend beisammen saßen, sah' ich. daß diese Pfeife Ihrem Vater sehr gefiel; ich bot' sie ihm als Reisepräsent, und er that mir die Ehre, an, sie zu nehmen. Natürlich hat mich das Wiederzehen angenehm überrascht" Ich verstehe noch immer nicht recht" Daß ich kein Anderer bin. als Geoffrey Morris. Junior - Mitglied des Montrealer Bankhauses, in welchem Ihr Vater ja Kassirer war." E:n fluchtiges Roth streifte über des Mädchens Wangen. O, Papa wird sich so freuen!" rief sie aus Sie hielt jählings inne. Hatte sie die Wahrheit gesprochen, wird er sich wirklich freuen? Das war mindestens noch zweifelhaft. Sie lebte rn glück licher Unwissenheit von geschäftlichen Dingen; aber es konnte nicht fehlen, daß ihre Gedanken manchmal an sie ti ;n rv c c cm r . i ureigen, n oen Drei conaren, seii dem Vater und Tochter ihr DorfHeim in der Nähe von Montreal verlassen, um sich hier im Urwald zu begraben seltsamerweise schien Papa jede Erinnerung an das vorige Leben mit angstlicher Scheu von sich zu halten! Ohne weitere Erklärung hatte er zu ihr gesagt: Wir wollen mit Allem abbrechen, was an diesem hangt. Wir wollen es ganz vergessen, so lange wir können. Sieh, hier werden wir nicht von Nachbarn behelligt werden, welche uns auch nur fragen. wer wir sind! Sage Dir immer: Wir sind Niemand (war sie dieser Mahnung ganz treu geblieben?), wir können von Nirgend fern, und wir wollen dieses Sommerlagerleben genießen, ohne, daß eine einzige Erinnerung hinter den Tag zurückreichen soll, an welchem wir hier angelangt sind. Daher war niemals auch nur das Wort ..Montreal" oder die Bank zwischen ihnen erwahni worden, seit sie in dieser Einsamkeit waren. Und wie ihr Vater richtig gesagt: es gab hier kerne Ncchbarn, welche sie je nach ihre: Vergangenheit gefragt hatten. Ab und zu kam wohl ein verlaufene: Sportsmann, der sich aber viel mehr für Forellenstrome oder für eingutes Weißfisch - Loch interessirte. als für die Geschichte des, gegen Fremde ziemlich mürrischen Elnuedler - Fischers oder für seine Tochter, die es bisher stets fertig gebracht hatte, allen solchen gelegentlichen Streifgästen aus dem Wege zu bleiben. So war also Geoffrey Morris ihr erster wirklicher Gast! Er schien kern unwürdiger Gast zu sein; hoffentlich wird er für Papa kein Friedensstörer sein, hoffentlich. . . Sein aufrichtiges Wesen hatte jedenfalls einen vorzüglichen Eindruck auf sie gemacht. Vielleicht, auch sonst etwas, Margaret Winston wußte es selbst nicht bestimmt. Sie war n ri n aoer ent) 05101,1. en, lyrem einen alle Ehre zu erweisen, die in ihren Kräften stand. Jch habe noch eine prächtige gefleckte Forelle", bemerkte sie; eigentlich wollte ich sie zum Frühstück aufheben; doch ich glaube, es wird auch für Papa gut sein, wenn er sie heute Abend versucht. Er hat in letzter Seit so herzlich wenig Appetit, und ich glaube, er schläft auch .schlecht; ein Bissen frischer Forelle soll den Schlaf fördern und den Appetit reizen. Und 0 ?a! ich habe auch noch einige ftnn beeren. In einem hohlen Felsen gerade

über d"em Vach habe ich mir ein Vorratbskämmercken eingerichtet: dort

bleibt Alles so schon kühl und frisch, und keine wilden Thiere können es yolen. Wenn Sie so freundlich sein wollen, mit mir zu Zommen, es ist nur einen Steinwurf von hier; dann weilen wir Alles für das AbendW V , m mr Vft C . 1 1 Cm. Vrot verell zzaven. Papa imro gerai mit Vergnügen einen Festschmaus zu Ihren Ehren halten, Herr Morris..2. Herr Morris" dieser schicksalsschwere Name hatte noch das Ohr es nes anderen Mannes erreicht, als das des Angeredeten. Dieser Andere hatte sich ebenso gerauschlos, wie vorher Morris selber, über den dicken ILKoosteppich der Hütte genähert, obwohl auch er nicht verstohlen kam; es war ja sein eigenes Asyl. Jetzt stand er unmittelbar vor den kleinen, unveralasten Fenstern, welche der sommerlichen Abendluft geöffnet waren. Sein Herz stand beinahe still. als er den .Klang zenes Namens hörte! Er warf einen Blick in die Stube, und das tanzende Licht vom Heerdfeuer zeigte ihm wirklich Gcossrey Morris, der pfeifenrauchend an seinem Heerd zu sitzen sich unterfing, während . seine Tochter neben ihm stand und ihr hübsches Kopfchen ihm zugewendet hatte. Ach, John Winston wußte noch nicht, daß die Pfeife, welche Morris rauchte, eine Friedenspfeife war! Wie sollte er auch? Der' junge Mann erschien ihm nur als böswilliger Zerstörer seines Friedens und Rauber seines letzten Glücks. Jetzt ist's aus!" murmelte er zu sich selbst, er wird ihr Alles sagen, und sie wird ihm glauben."' Und er wandte sich hastig um und stürzte in den umgebenden Wald hinein, wie von Furien verfolgt. Maagie, welche mit dem Rucken nach dem Fenster aekebrt stand, batte das plötzlich draußen auftauchende Gesicht ihres Vaters nicht bemerkt, wohl aber sah es Morris, und er sprang auf und rief dem Verschwindenden gellend nach: Herr Winston!" D, ist Papa da?" rief Maggie aus. Beide liefen zur Thüre hinaus, und sie mußten förmlich Jagd auf ihn machen. Endlich stand er im Gehölz ihnen gegenüber, blaß, mit wildem Blick, wie irgend ein Geschöpf des Waldes, das von den Verfolgern gestellt worden ist. Geoffrey Morris!" rief er im Tone des bittersten Vorwurfes und der Verzweiflung dem jungen Manne zu. hatten Sie mir das nicht ersparen können, sich zwischen mich und mein Kind zu drängen? Alles, was .ich sonst hatte,'habe ich Ihnen gegeben; konnten Sie Nicht wenigstens mein Kind mir 'lassen? Denn das ist doch Alles, was Sie mir noch anthun können, aber auch das Schmerzlichste für mich, sie mir zu entreißen;- und dafür sind Sie hierher gekommen! Ei nen andern Zweck tonnen Sie nicht verfolgen; denn Sie wissen, wir -sind hier im Staate Maine,. und Schwindel ist nicht durch den Auslieferung vertrag gedeckt." Aber Winston, hören Sie doch!" .Papa!" Das Mädchen war auf ihren Vater zugegangen und legte seinen Arm in den ihren, trotzdem er mit leidenschaftlicher Geberde sie vor sich zu stoßen suchte. Papa", sagte sie mit schmeichelnder, bittender Stimme, wenn er etwas Böses im Schild hat -was ich nicht glaube aber wenn er wirklich etwas Böses im Schild hat, so weißt Du ja: nichts, -absolut nichts in der Welt kann mich Dir entreißen!" So höre, Maggie! Auch nicht das Bewußtsein, daß, wenn dieser Fuß Voden, auf dem wir icfef stehen, ge rade über der Grenze in Canada wäre, statt in Maine, Geoffrey Morris Deinen Vater in's Gefängniß schleppen könnte, wegen Unterschlagung der Gelder seiner Bank, deren Kassirer ich war?" Vater, ich würde niemals glauben, daß Du ein Dieb wärest, außer. D u würdest es mir sagen. Und ich weiß, Du wirst es mir nicht sagen! Aber wenn jeder. Andere es Dir sagen sollte. Maggie? Hat es nicht Geoffrey Morris schon gethan?" Maggie blickte, ohne ihren Vater loszulassen, über ihre Schulter nach Morris hinüber. Ich verstehe jetzt", rief sie aus. Du hast diesen ganzen schnöden Verdacht mit" vorenthalten wollen, Papa, und deshalb hast Du mich hier im Urwald versteckt, wo keine Kunde davon zu mir dringen würde. Wenn Du mich blos darum hierher gebracht hast, Papa, so hast Du Dir unnothlge Muhe gemacht! Ich versichere Dir nochmals, ich hätte es doch nie geglaubt. Und Herr Mor ris. das fühle ich. glaubt es auch nicht." fügte sie hinzu, sich plötz lich nach dem zungen Manne wen dend. Morris kam es sehr gelegen, daß er solcherart herausgefordert wurde. Er trat aus Vater und Tochter zu und sagte: Wie froh Tun ich. daß ich end lich das Wort zu einer Erklaruna er halte! In der That, ich habe nie geglaubt, meine Collegen vielleicht, aber ich keinem Augenblick. Und seit einem Monat' können auch sie es nicht mehr glauben. Sie haben sich sehr gründlich in der Einsamkeit begraben. Hr. Winston, daß Sie noch gar mchts

wissen von der Aufforderung, welch? unsere Firma in allen Zeitungen als Sie erlassen hat! Der arme alte Du pre ist todt, Winston, ber nicht ehe er gestanden hatte, daß t r es war, der die Bank beraubte! Aber bitten möchte ich Sie noch, meiner Versicherung zu glauben, daß ich -Sie von allem An fang an für unschuldig gehalten. Wenn Sie das nicht glauben können, dann brauchen Sie meine Hand nicht anzunehmen; wenn aber ja. . ." Er streckte ihm treuherzig die Hand entgegen. Noch immer wußte Winston nicht so recht, was er davon denken follte. Aber Maggie zog die beiden Männer sanft einander näher und legte ihre Hände in einander. Wie mich das freut!" saate sie. mit

strahlenden Augen d:m jungen Mann gerade rn's Gesicht blickend: ach. ich hätte es Ihnen nie verzeihen können, wenn Sie an ihm gezw-ifelt hätten! Doch Gott sei Dank, wir, können Freunde sein." ' , - Haben wir nicht bereits die Friedenspfeife mit einander geraucht?" erwiderte er halb schäkernd, balb ernst: und feuria. wie ein .uli - .auck. füate er hinzu: Ich werde es allzeit, als das grotzle Gluck meines Lebens schätzen. van ich Mich diesen Abend hierher verirrt habe!" Es war nicht das letzte Mal. daß Morris als Ausflügler an diese Statte kam, wo es so schone Forellen zu fischen gab. And Maggie war nicht mehr seine Gastgeberin, sondern seine Begleiterin, sie hieß aber zetzt Margarete Morris. Winston hatte, sich glücklich mit der Welt ausgesöhnt, sögar mit dem Andenken Dupre's. Eine schwere Ausschreitung. die den Tod eines jungen Menschen zur Folge hatte, hat sich in Lissa in Posen der Artillerie - Leutnant von Lekow zuschulden kommen lassen. Als ihm dann im nüchternen Zustande die ganze Tragweite seiner That klar wurde. beging er einen Selbstmordversuch, indem er einen Revolverschuß auf sich abgab, der ihn aber nicht lebensgefährlich verwundete. Er wurde zur Beobachtung seines Geisteszustandes in's Lazareth gebracht. Ueber den Hergang des bedauernswerthen Vorfalles wird berichtet: Der Leutnant von Lekow vom Feldartillerie -. Regim'ent No. 56, der bis zu später Stunde in einem Restaurant gewesen war. gerieth auf seinem NachhauseWege gegen Mitternacht auf der Comeniussträße mt Civilisten in Streitigkeiten. Wie es heißt, sollen zwei Reservisten den Leutnant zuerst ange rempelt haben. Im Verlaufe des Streites wurde L. stark gereizt und zog seinen Säbel, um die immer größer. werdende Zahl seiner Gegner von sich abzuwehren. Er hieb blind um sich, verletzte icdoch Niemand. Schließ lich wurde ihm der Säbel entrissen, dann aber wieder zurückgegeben. Der inzwischen herbeigekommene Polizeiinspe'ktor .Jlgner beruhigte die auch sehzlufgeregte Volksmenge und brachte den Leutnant in seine Wohnung auf der Comeniusstraße. Die Volksmenge zerstreute sich hierauf bald. Nach emr ger Zeit aber verließ Leutnant von Lekow mit einem Jagdgewehr, bewaffnet seine Wohnung und erschien wieder auf der Comeniusstraße. Bald sammelte sich wieder Publikum .um ihn, und es entstand ein neuer Streit. Dabei gab Leutnant von Lekow auf den vorüber gehenden Haushalte? des Hotels Nitsckie. .den LZjährlgen Josef Nesch aus Lodz, einen geborenen Russen, aus 'kurzer Entfernung einen Schrotschuß aus seinem Doppeljagdgewehr ab und verwundete den Mann am Unterleib so schwer, daß derVerwundete aus dem Leben schied. Der Tod erfolgte durch Herzlähmung infolge Verblutung. Maßstab. Meister (zum Lehrling, der den Aräumeister beim Rasiren schneidet): Dummkopf! Ueber ein Jahr lernt Er letzt schiy und kann noch nlt amal oexl Herrn Bräumeister rasiren, und sollt'. der Zelt nach, scho' bald den Burger meister rasir'n könna!" Calculatton. Laus schneu zum Doktor. Mann, unser ttntz va: ein Fllnfpfennigstllck verschluckt." 3a, so seid Ihr grauen, jetzt kann ic dem Doktor drei Mark öeMlen, um, Fünf Vfenma wieder zu baden. Eraänzuna. Glaubst du. daß die Ehe zwischen dem Opernsänger und der Bankierswittwe eine harmonische sein wird?" Eine, glücklichere Ergänzung kann ich mir wenigstens nicht denken: er hat 's Metall in der Kehle und sie in der Börse!" - Hirnverbrannt. 'Gast: Kellner: was ist denn mit meinem Hirn?" Kellner: Mit Ihrem Hirn schaut's schlecht aus, das ist verbrannt." -

MlÄfluchl.

vkatznahmen gegen die Entvölkerung des Landes in Tanemark. Die Landflucht, welche im Laufe der Jahre in Europa riesige Dimensionen angenommen hat, veranlaßte Däne-, mark zu Resormmaßregeln, die sich als wahrer Segen erwiesen haben. . Um oen sozialen und sittlichen Schaden, welche durch die Ueberfüllung der Städte, das Ueberangebot von Arbeitskräften entstehen und häufige Arbeitslosigkeit zur Folge haben, ein Gegengewicht zu bieten, errichtete man in Dänemark Volkshochschulen mit Kursen zur Belehrung im Ackerbau. . Für $2j die Woche erhalten während der Wintermonate junge Leute vom Lande Kost, Wohnung und Unterricht in eine? solchen Hochschule für Ackerbau. Daneben müssen die Zöglinge je nach Nei gung entweder Turnabende. Konzerte oder klassische Theatervorstellungen besuchen. Auf diese Weise gewinnt der Zögling eine. Menge neuer Lebensund Verufsinteressen, die er, mit nach Hause in den Kreis der Landbewohner bringt. Da nun die fähigsten Landschüler nach Abschluß ihrer Schuljahre bei fehlenden Mitteln aus Gemeindekosten, reiche Bauernsöhne auf eigene Kosten, die Hochfchulkurse für Ackerbau besuchen, ist der Jnteressenkrels sehr groß ' und x vermag darum die Wirthschaft ertragreicher und die freie Zeit genußreicher zu gestalten. Auf solcher Grundlage konnten Genossenschaften für Ausfuhr und Verwerthung ländlicher Erzeugnisse, Viehzüchtereien, Tampfmolkereien, Dampfmühlen, Dampfbäckereien für das Land gegründet werden; 400 Banken für Ackerbau sind inzwischen entstanden und gedeihen! Tausende von Ackern Landes sind neu angebaut worden. An 200,000,000 Eier wu''den in den letzten fahren allein von Dänemark nach England ausgeführt. dazu Million: von Centnern Speck. viele Tausende von Rindern und Pferden. Die Erfolge nach all den Refor men sind so großartig, daß die englische Hzwardgesellschaft die Reformmaßregeln auch in England einführen will. - Austral-Japan-Linie. Die früher unter dem Namen Neu Guinea Zweiglinie oder Reichspost dampfer - Zweiglinie Sydney - Fokohama bekannte Linie des Norddeutschen Lloyd führt jetzt den Namen Austral-Japan-Linie. . Auch im Fahr Klan dieser Linie sind zwei wichtig" Neuerungen vorgenommen worden: Der Endpunkt der Linie wird künftig nicht mehr Nokohama, sondern Kode sein, was zur Folge haben wird, daß die von Australien, den Südseeinseln und Hongkong nach Japan Reisenden Yokohama rascher erreichen werden, während die von Japan Abfahrenden ihre Reise dadurch abkurzen können. daß sie statt in Nokohama in Kobe das Schiff besteigen. Die Anlaufhäfen der Lmie sind von nun an der Reihe nach folgende: Sydney. Herbertshohe. Ma tupi und Simpsonhafen, FriedrichWilhzlmshafen. Hongkong, Yokohama, Kobe. und auf der Rückreise: Kobe. Moji. Hongkong. Friedrich-Wilhelms-hafen'U. s. w. In Sydney hat die Linie Anschluß an die australische, in Hongkong an die ostasiatische Reichs-postdampfer-Linie des Norddeutschen Lloyd. Aus der Uebersicht der An laufhäfen ist auch noch eine weitere Neuerung zu ersehen, insofern als von jetzt an Simpsonhafen regelmäßig angelaufen werden soll. Der Norddeut sche Lloyd hat in diesem Herbertshöhe benachbarten Hafen durch Anlage von Pierbauten und Lagerschuppen eine Centrale für das Neu-Guinea-Gebiet geschaffen, wo der ganze Verkehr mit den umliegenden Jnselngruppen zusammenlaufen , wird. Den Lokalverkehr von Simpsonhafen nach den kenachbarten Inselgruppen besorgen die zwei Dampfer des Norddeutschen Lloyd Sumatra" und Langeoog." 7RiesigeS Unternehmen. Der Tiiicacasee in Peru, der 12.718 Fuß über dem Meeresspiegel liegt und der höchste schiffbare See der Wel ist. soll binnen Kurzem als Kraftquelle für die südlichen Eisenbahnen Perus und für die Erzeugung von Elektrizität zu Veleuchtungs- und anderen Zwecken ausgenutzt werden. Der Ingcnieur Emil Guarini hat bereits im Auftrage der peruanischen 'Regierung die Wasserkraft des Sees geprüft. Jetzt verbrauchen die südlichen Eisenbahnen Perus täglich 140 Tonnen Kohle, di: den Staat täglich Z1400 oder $511,000 jährlich kosten. Die Zinsen des Kapitals, das für die Anlage der elekirischen Kraftstation nöthig wäre. würden ircit weniger als die für'Kohlen ausgegebene Summe betragen. Wenn der Strom bei Arequipa nutzbar gemacht würde, könnte man nach Guarinis Ansicht eine Kraft erzeugen. die noch um 6000 Pferdekräfte die zum Eisenbahnbetrieb nöthige Kraft überstiege. Diese könnten zur Beleuchtung, für Ackerbau-, und Bergwerksarbeiten und vielleicht auch für elektrische Schifffahrt nutzbar gemacht werden. Außerdem sollten nach seinem Vorschlag Fabriken in der Nähe des Sees angelegt werden, die kleine werthvolle Exportartikel für Europa und die Ver. Staaten anfertigen. K i n n e g a 'd in Irland hat einen Zjährigen Knaben aufzuweisen, der die Zeitungen liest und etwa 50 Kouplets singen kann.' ;. .

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te M Sie (Stadlirt 1853.) ..Judiana'S größter Lade Modernes und - feines ' Tuch 81.00 pro Aard. Tuch, reine Wolle, 52 Zoll breit, zwölf neue Farb?n. wurden unserer bereits so reichhaltigen, Ausmahl beigefügt, ein brillianteS Lager dieser so beliebten Tuche gebend. Die Farben schließen ein, Alum, Alice blau und roth. Mariner blau und grün, und alle sind vorzügliche Werthe zu pro Yard 81.00 Seidene und wollene EolienneS 47 Zoll breit, in 16 verschiedenen Jar ben, einschließlich der neuen Pastel Schattirungen pro Yard $1 .50 Noxana und Shepherd gewürfelte Muster, mittlere und dunkle Farben, 45 Zoll breit, pro Yard 75c Westlicher Durchgang. MW M C0. Die deutsche Gouverne mentsschule in Tsingtau entwickelt sich immer mehr zu einer Anstalt ersten Ranges. Mit Beginn des Zicuen Schuljahres wurde die Obertertia eroffner. Nach ihrem Ausbau bis einschließlich Üntersecunda . wird die Schule in .wenigen Iahren dieselben Berechtigungen ertheilen können, die man aus den sechsstuslgen höheren Schulen in der deutschen Heimath erlangt. Eine unter Leitung eines Lehrers neueröffnete Privatpension wird es ermöglichen, daß Söhne deutscher Eltern aus allen Theilen. Ostasiens im Lause der Zeit der Schule zugeführt werden können, deren Gesammtschülerzahl jetzt 52 beträgt. Eine Tragödie der Geschwisterliebe hat sich bei Rom abgespielt. Der Hoboist Tommassini vom 1'. Grenadier - Regiment erjchoß nach einem Spaziergang in der römischen Campagna seine Schwester Amabilia und richtete dann die Waffe auf sich selbst, verwundete sich aber nur. Man fand die Geschwister am nächsten Morgen in ihrem Blute. Der Soldat gestand, er habe seine Schwester seit langer Zeit geliebt, und nun hätten sie ihr Unglück durch einen gemeinsamen Tod enden wollen; auch ihm sei Hoffentlich sein Ende nicht mehr fern. In der Tasche des Mädchens fand man. einen Zettel mit folgendem Inhalt: Jch sterbe mit meiner vollen Zustimmung)und bin. glücklich, sterben zu können, weil ich ihm nahe bin. Amabilia." NachdemWiederaufbau der am 23. Januar v. I. nicdcrgebrannten norwegischen Hafenstadt sind noch 150.000 Kronen von den damals -eingelaufenen Unterstützungsgeldern übrig geblieben, über deren Verwendung man sofort in Mcinungsverschiedenheiten gerieth. , Der Stiftsamlmann brachte dafür die Anschaffung von Feuerlöschgegenständen in Vorschlag; das Justizministerium befürwortete die Bildung eines Fonds zur Linderung künftiger Brandkatastrophen. Die Bevölkerung wollte das Geld einfach kopfweise vertheilt haben. andere schlugen die Errichtung einer Altersversorgung, einer Stadtbibliothek und von Volksbädern vor. Mit allen gegen zwei sozialdemokratischen Stimmen hat aber jetzt der Stadtrath die Verwendung des Fonds zur Verminderung der durch den Brand der Gemeinde auferlegten grofcm Ninsenlast bescklossen. wobei die Anträge des Justizministeriums nicht ', weniger als. die des Stiftsamtmanns kurzerhand' als unpraktisch" bezeichnet wurden.. Die letztere Kritik gewinnt dadurch ein gewisses Interesse, daß das bezeichnete Amt seit einigen Jahren von dem bekannten Dichter - Alerander Kielland bekleidet wird. Schwachheit. Ach,' das Bier hier, sag' ich euch, ist geradezu einzig, bei jeder Maß hab' ich eine Cehenswürdigkeit aufgegeben!'' mm .1 irw Zßuropäisches DkparlkKkÄ Wechsel, Creditbrlcfc, Postanweisungen. auf alle Städte Europas, chiffsscheiNS von und nach Europa. Sln und Verkauf auSlänS scheu GeldeS. No. 35 Süd Meridian Str. ' ll?chanta National Bän!i.

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