Indiana Tribüne, Volume 29, Number 53, Indianapolis, Marion County, 25 October 1905 — Page 3

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Prof.

Hat in Chicago unter großem Bcisallc seine Vorlesungen begonnen.

RooscveU im Süden. Die Schwarze Hand" zu Ncwark, N. I. Die Erzichungsrcise" nach den Philiprincn. Zwischen Frankreich und Benezuela beginnt der Kampf.

Prof. O n ck e n ' S Vorlese t o u r. Chicago, 24. Okt. Professors. Oncken von Berlin, der von der Chica go'er Universität hierher berufen wurde, nachdem Herr FranciS I. DeweS einer der bekanntesten Deutschen unserer Stadt, die nöthigen Mittel dazu zur Verfügung gestellt hatte, hat feine hie fige Thätigkeit begonnen. Er lieft in englischer Sprache ein vierstündiges Colleg über Deutschland und die Deut schen in der Weltgeschichte und hält außerdem allwöchentlich eine Vorlesung, in der er eine Einführung in die deut sche Geschichtsforschung und GeschichtZ. schreibung deZ 19. Jahrhunderts giebt. Daran anschließend werden Uebungen zur Geschichte der Begründung des neuen deutschen Reiches 1867-1871 vorgenommen. Auf Anregung meh rerer Personen hat er außerdem übernommen, an jedem Freitag Abend auf der Nordseite in deutscher Sörache 'ein einftündigeö Colleg über die Geschichte de?19. Jahrhunderts zu lesen. Der Vorstand der Germania" hat :n liebenswürdiger Weise einen Saal zur Verfügung gestellt. R o o s e v e l t'Z Einzug. Montgomery, 24. Oltbr. Unter dem Donner von Kanonen, Schrillen der Dampfpfeifen und den Jubelrufen vieler taufender Menschen hielt heute Präsident Roosevelt seinen Einzug. - Die Polizei hatte den Bahn Hof geräumt. Die Stadt war reich geschmückt. Der Präsident wurde von militärischen und bürgerlichen Organisationen durch die Hauptstraßen der Stadt nach dem Ka pitol geleitet, wo eine Rednertribüne er ichtet war. Birmingham, Ala., 24. Präsident Roosevelt und seine Gesell, schaft fuhren heute mit einem Spezial wagen der elektrischen Bahn nach dem Ausstellungsplatze ab. Die schwarze Hand'" N e w a r k, N. I., 24. Oct. Hier haben fünf hervorragende Jtalie ner, 'welchen von der Schwarzen Hand" Drohbriefe zugesandt wurden, von der Polizei die Ermächtigung tu wirkt, zu ihrem persönlichen Schutze Revolver tragen zu dürfen. ES sind dies Dr. Robert A. Giullana von 269 High Str.; Robert E. Giuliana, ein Apotheker von 103 Garfide Str.; Dr. Antonio Tirico von 24 Eaft Mechanic Str., dessen Söhne Beniamino und Giuliano. Die Drohbriefe begannen am 30. September einzulaufen und sind feit dem mehrere andere gefolgt. Die Briefe find in italienischer Sprache ge schrieben. Von Giuliana wurden $500 gefordert, und zwar mit der Motivi rung, daß er mehr Geld besitze, als er brauche, jedenfalls aber mehr als der Briefschreiber. Werkwürdigerveife wurde in keinem der Briefe angegeben, wo da? Geld hin terlegt werden soll. Du weißt, wem Du das Geld zu geben hast," bildet den einzigen diesbezüglichen Hinweis, den diese Briefe enthalten. Vor zwei Wochen erschien Robert Giuliana, der ein Kollektor für eine Wholesale Grocery ist, mit zwei soeben erhaltenen Drohbriefen vor der Polizei. Seit jener Zeit war letzterer bestrebt. der Bande habhaft zu werden, doch bis jetzt ohne jeden Erfosg. Dr. Giu liana, sein Sohn, der ebenfalls solche Briefe erhalten hatte, versuchte auf eigene Faust die Absender derselben zu ermitteln. Erziehungsreise fürPo. l i t i k e r. W a s h i n g t o n, 24. Oct. Die Erziehungsreise nach den Philippinen, welche unter den Auspizien des Sekre tärS Tast dazu ' dienen sollte, die reni tenten Senatoren und Kongreßmit glieder zu vernünftigen Ansichten über den Handelsverkehr zwischen den Ver. Staaten und der asiatischen Kolonie zu bringen, scheint doch Nicht in vollem Maße die gewünschten praktischen Re sultate erziels zu haben, welche sich Herr

Tast davon versprochen.

Oncken

Obschon, wie eS hieß, die republika Nischen Gesetzgeber, welche an der Fahrt theilgenommen, von ihrem AntagoniS muS gegen den Freihandel mit den Philippinen geheilt worden, ergiebt eS sich doch, daß die Heilung nicht vollkom men ist; Oberst Edwards, der Cef des Jnfular-BureauS im KriegS'Departement, ist feit der Rückkehr der Philippinen'Reisenden damit deschSf tigt gewesen, einen Gesetzentwurf vor zubereiten, welcher den Handelsverkehr erleichtern soll. Man ist bei der nähe ren Erwägung deS Themas zu der Ueberzeugung gelangt, daß Frei Handel vor dem Jahre 1909, wenn der Vertrag mit Spanien abläuft, nicht hunlich sei, weil innerhalb dieser Frist nicht nur Spanien, sondern auch alle Nationen, welche in Verträgen mit Spanien die MeistbegünstkgungSKlau e! haben, von den HandelSvergün stigungen Vortheil ziehen würden, welche die Ver. Staaten geniesen. Man will nun die bestehenden Zollschranken möglichst herabsetzen, aber dabei ist man auf energischen Widerstand beiden Zucker und Tabak'Jnteressen der Ver. Staaten gestoßen, und deshalb wird es nicht möglich sein, die Einfuhr dieser beiden Artikel aus den Philippinen zugeben, weder sofort, noch in 1909. Venezuela und Frankreich. Washington, 24. October. Die Verhandlungen über die Wirren n Venezuela sind entschieden im Gange. Auf der französischen Botschaft wurde ;roße Befriedigung darüber auSge drückt, daß Venezuela anscheinend geneigt sei, klein beizugeben. M a r s h a l l F i e l d'S Reise Eindrücke. Chicago, 24. Okt. Marsball Field, welcher mit seiner Gattin, gewe enen Frau Arthur Eaton, gestern von der Hochzeitsreise zurückkehrte, gab Be rachtungen über hiesige und europäi che Verhältnisse, welche er angestellt hatte, zum Besten. Er lobte vor Allem die Berliner Streiker, welche sich gegenüber den Chicagoern, zu keinen Gewalt thätigkeiten hinreißen ließen. Eng land, Frankreich und Deutschland proZperiren, die FinanzauSfichten in Amerika find ausgezeichnet. Die Stra ßen in deutschen Städten find so rein wie der Fußboden einer Stube, und alle Verwaltungszweige werden muster haft geführt. Die Staatseinkünfte in den Ver. Staaten find bedeutend größer denn in Europa, aber hier fehler: die ehrlichen und intelligenten Beamten, welche das Geld verausgaben. Eine Gefängnißfreund. schaft. N e m Y o r k. 24. Oct. Zwischen der jungen Französin Bertha Claiche, welche seit einiger Zelt in den TombS ihrer Prozesfirung wegen Tödtung ihres Zuhälters Emil Guerdon ent gegensieht, und Mary E. Golding, der jungen Kasfirerin der Larkin Soap Co., welche wegen Unterschlagung von etwa. $6000 unter Anklage steht, hat fich im Gefängniß, wo sie Zellennach barn sind; eine feste Freundschaft her ausgebildet, die zuerst dadurch ange regt wurde, daß Frl. Golding unter der Last ihrer Schande zusammenzubrechen drohte, worauf die Französin sie zu sammen mit der Matrone deZ Gefäng nisseS durch freundlichen Zuspruch au richtetet Bertha Claiche hat im Gefängniß allen Konfort, den die Beamten gestat ten dürfen, da ihre Freunde eine de deutende Sunime für sie zusammenge bracht haben, welche nicht allein sür ihre Vertlzeidigung, sondern auch für ihren besseren Unterhalt im Gefängniß Verwendung findet. Mary E. Golding ist nicht so glück lich, sondern sie muß sich mit der ein fachen Gefängnißkoft begnügen. Außer einer Koufine hat sie noch keine Be sucher im Gefängniß gehabt und der Mann, welchem sie angeblich , die großen Summen zugesteckt hat, , hat überhaupt noch kein Lebenszeichen von fich gegeben. Sie wird vor der Iran zöfin prozeffirt werden, deren Prozeß erst nach der Wahl stattfinden wird.

Fttschallspicl Fordert 2 Opfer. W i l l i m a u t i c. Conn., 24. Okt. John C. Dondero, 27 Jahre alt, starb heute infolge einer bei einem Fußball spiel in Jewett City gestern erlittenen Verletzung. Dondero war ein Mit glied deS Willimantic Team", und eS wird gesagt, daß er nicht in dem Zustande war, an dem Spiele theilzu nehmen. Nach einem Zusammenstoße der Spiele: blieb er auf dem Felde be wußtloZ liegen und wurde xiaä) dem Hotel gebracht, wo er starb. Die A?rzte erklären, daß eine innere Blu ung die Ursache seines Todes war. hervorgerufen durch den schlechten phy fischen Zustand deS Spielers zu dieser Zeit. Ein Bruder Dondero'S wurde bald nachher in das Auge gestoßen und wird dasselbe verlieren. Anklagen gegen Cunliffe. P i t t S b u r g, 24. Octdr. Die Großgeschworenen erhoben heute zwei Anklagen gegen Ed. Geo. Cuncliffe wegen GroßdiebstahlS. Cunliffe ist bekanntlich beschuldigt. alL Clerk der AdamS Expreß Co 101,000 gestohlen zu haben und noch immer 810,000 verborgen zu halten. DaS übrige Geld wurde gefunden. Dankend abgelehnt. Hartford. Conn., 24. Octbr. Geheimpolizisten der Pinkerton Agen tur statteten in der Wohnung Frau Cunliffe'S, der der AdamS Expreß Co. 8101,000 unterschlug, zu Eaft Hart ford einen Besuch ab, um die 810,000 zu finden, die noch an dem gestohlenen Gelde fehlen. Frau Cunliffe erklärte, fie sei zu krank, um die Detektivs zu empfangen. Uufall auf der Brücke. New York, 24. Oct. Bei einer Svazierfahrt auf- einem Bicycle erlitt gestern Nachmittag der 12 Jahre alte Jacob Alfonfon auf der Williamsbur ger Brücke lebensgefährliche Verletzungen. Alfonfon, der in 136 Attorney Str., New York, wohnhaft ist, fuhr mit einem anderen Knaben mit einem Tan' dem über die Williamöburger Brücke in der Richtung nach Brooklyn, als er plötzlich die Kontrolle über das Rad verlor und dieses in eine Leichen kutsche hineinstieß. Die beiden Kna ben wurden auf den Fahrweg geschleu dert, wo Alfonfon bewußtlos liegen blieb. Sein Geführte kam mit einigen Hautabschürfungen davon. Ein schnell herbeigerufener Ambu lanzarzt des Williamsburg Hospitals stellte fest, daß Alfonfon einen Schä. delbruch und schwere Quetschungen im Gesicht erlitten hatte. Der Unglückliche schlug beim Sturze mit dem Kopfe zuerst aeaen das eine Rad der Kutsche und dann gegen die eiserne Brüstung. An seinem Wieder auskommen wird gezweifelt. Vergebliches Bemühen. Erle, P., 24. Oct. Capitän Andrew P. Jansen und seine 3 Leute von der Lebensrettungsstation wurden mit ihrem Boote heute Nachmittag von dem Schleppdampfer DeSmond in Hafen gebracht. Um- 11 Uhr gestern Abend erhielt Kapitän Jansen eine Botschaft, daß ein Schiff 16 Meilen nordöstlich von hier die Nothflagge gehißt habe. Sofort machte die Mannschaft fich in ihrem großen 'Boote auf, aber trotz aller Bemühungen konnte kein Schiff in Gefahr entdeckt werden. Man fragte bei allen benachbarten Punkten an, ohne Erfolg. Schließlich kehrte die Leber.Sret tungSmannschaft mißvergnügt zurück. Jedenfalls wird man versuchen in den nächsten Tagen abzufinden, wo her die Alarmnachricht kam. Vier Mordthaten an einem Tage im Indianer Territorium. Guthrie, O. T., 24. October. Während der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden im JndlanerTerri torium vier Mordthaten verübt. In tteokuk Falls wurde Dr. C. F. Casey, ein hervorragender Politiker, von Jim Marshall, welcher seine Flucht bemerk, ftelligte, erstochen. Der Creek Jndia ner Powell ermsrdete in Caney seine Frau. F. O. Wesson wurde in Checotah von dem Neger Thomas Southern aus dem Hinterhalt erschossen. Hülfsmar shall Bradshav erschoß in Atoka seinen Gefangenen Will Blackwell, der einen Fluchtversuch gemacht haben soll.

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Jn's Zuchthaus

Wandert ein früherer Getreide' handler. S t. I o s e p h. Mo.. 24. Oct. W. H. Harroun welcher angeklagt" war auf gefälschte Ladescheine 8700,000 er. langt zu haben, wurde heute von den Geschworenen schuldig befunden und zu 5 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Harroun war ein großer Getreide Händler zu St. Joseph mit Elevatoren und allem nöthigen Zubehör. Japanische Aeußerungen. Clev el and, 24. Okt. EkiHicki, der erste Sekretär der japanischen Gesandtschaft in Washington, hielt heute Abend einen Vortrag vor der Handys kammer über Amerika, Japan und der Orient". Der Vortrag erregte um so größeres Interesse als er die erste offizielle japanische Auslassung über die neuen Sachverhältnisse im Osten war. Der Faden des Vortrags suchte die Hörer von der Idee der gelben Ge fahr" abzulenken. Herr Hicki versicherte auch, daß Japan keine Absichten auf die Philippinen haben und bemühte fich im Allgemeinen amerikanische Bedenken vor der gelben Gefahr zu zerstreuen. Gelbes Fieber. New Orleans, 24. October. Nachdem fast eine Woche ohne TodeZ. fall an gelbem Fieber verlaufen war, wurden heute wieder 2 Fälle den Be. hörden gemeldet. Atlanta, Ga., 24. Okt. Die staatliche Gefundheitsbehörde beschloß heute alle Quarantänemaßregeln auf. zuHeben. ' EquitableLifeJnsu. r a n c e. New York, 24. Oct. Grover Cleveland, Morgan I. O'Brien und G. W. Westinghouse, die TrufteeS in dem Cquitabe Life Insurance Kampfe erließen heute durch den Sekretär Geo. F. Parker Zirkulare an die Policen inhaber, in welchen fie um Vorschläge für die neu zu erwählenden 13 Direk toren bitten. Die Wahl der neuen Direktoren wird am 6. Dezember zu New York statt finden. Morgan Ist angeblich noch dem Nauen" Reiter überlegen. Washington, 24. Okt. Trotz der Differenzen und angeblichen Span nung, welche zwischen I. Pierpont Morgan und dem Präsidenten Roose velt geherrscht haben sollen, und man erzählt sich von eiuer Unterredung. welche die Dimensioneu eine? Scene" angenommen habe, innerhalb der letz ten zwei Jahre ist der Einfluß dieses großen New Jorker Finanziers auf das Schatzamt überschattend. DaS wird auch wohl so bleiben, wenn nicht etwa noch eine Steigerung deS Morgan'schen Einflusses auf die Leitung der Bundes. finanzen in der Zukunft eintreten sollte. ES ist ein öffentliches Geheim niß, daß Generalpoftmeister Cortelyou der Kandidat Pierpont MorganS für das Schatzamt.Portefeuille ist, wenn Sekretär Shaw in drei Monaten von seinem Amte zurücktritt, und Cortelyou ist der Mann, welchen der Präsident sür den Posten ausersehen hat. Na tionalbank Kontrolleur Ridgely ist ebenfalls (oder besser gesagt war") Kar.didat für das Portefeuille und zwar befürworteten westliche, Haupt sächlich Chicagoer Finanziers seine Er bebuna zum DevartementZchef. Aber trotzdem er jedenfalls, wegen seiner praktischen Kenntnisse im Bank und Finanzwesen, weit besser für den Posten geeignet erscheinen müßte, als Herr Cortelyou, dem die Erfahrung im Finanzwesen abgeht, erkor der Prüsi dent den Letzteren, und Ridgely'S Aspirationen wurden dadurch aus dem Wege geräumt, daß der Präsident ihn kürzlich sür einen neuen fünfjährigen Termin zum Bank'Kontrolleur wieder ernannte. Zwangslage. Wie. Du hast Deiner Frau, mit der Du in Scheidung liegst, noch eine prächtige Toilette nebst Hut gekauft?" Was wollt' ich znachen, sonst erscheint sie nlch! am Scheldungsttrmm: Unangenehm. Kanonier: Was? Du nimmst Dir keine Köchin mehr?" Infanterist: .Nie mehr! Steck' ich da neulich im Speiseschrank kommt der Kericktsvollneber. versiegelt ihn, und erst am dritten Tag haben s' mich wieder herausgelaffen!"

Londons lchtc Neuheit."

Lnruegegenstände a::S dcn CchlafUmment als unhygie::iscl) verbannt. ' Das hygienische Schlafzimmer" ist plötzlich in London eine beliebte Neuheit geworden. Man findet, daß das altmodische, üppig eingerichtete, Schlafzimmer ernstlich die ' Gesundheit be droht, und man wirft Teppiche, Garblutn und andere Kleinizkeiten heraus. Federbetten sind als ganz unhygienisch zu verdammen, in den Falten der Portieren und rn den warmen Teppichen auf dem Boden lauern tödtliche Keime. und Btttvorhange verkurzen das Leben. Und so sieht man jetzt in den großen Londoner Möbelgeschäften Schlafzimmereinrichtungen, die allen Anforderungen der Hygiene entsprechen. Da durch das offene Fenster in London neben der frischen Luft auch Rauch, Nebel und Ruß eindringen kann, werden in dem neumodischen Schlafzimmer zwar die Fenster stets offen gehalten, aber doch feine Gazenetze eingesetzt, die Unreinheiten abhalten, ohne das Einströmen der Lust zu verhindern. Es werden nur einfache Scheibengardinen aus Leinwand und Guipure angebracht, die jeden Tag abgenommen und ausgeschüttelt werden können. Die Wände werden mit Wasserfarben angestrichen und kelle Farten gewählt, vorzuasweise hellgrün, das frei von Arsenik ist, oder auch in einer hellen Kobaltfarle, das Holzwerk wird weiß gehalten. Statt der Teppiche und Bettvorleger hat man schonfarbige japanische Matten. Die Anhänger des einfachen Lebens," das jetzt überhaupt Mode zu werden scheint, schlafen nur unter wollenen Decken und auf RoßHaarmatratzen. Am liebsten mochte man na) eine Bett neue aus joou und Lotten zusammenschlagen, oder man begnügt sich wenigstens mit einer ganz einfachen eichenen Bettstelle. Orang-Nian als Versuchsobjekt. Dr. Agqazotti hat in einem Vortrag vor der Accademia dei Lincei in Rom einige merkwürdige Versuche beschricben, die er an einem Orang-Utan vorgenommen bat. - Der Affe wurde dazu ausersehen, die Wirkungen einer Luftverdünnunz auf die Athmung zu zeigen. Zu diesem Zweck, sollte er unter eine große Glasglocke gesetzt werden, d:e mit einer Luftpumpe in Verbindung stand, weigerte sich aber zunächst auf's Aeußerste und drohte, den ganzen Apparat zu zertrümmern. Der Forscher muß ein Mittel gehabt haben, ihm ie Sache klar zu machen, denn später widersetzte er sich nicht mehr, sondern half vielmehr bei den Vorbereitungen, indem er den Apparat zur Messung der Athmung selbst in Stand zu setzen suchte. Es stellte sich heraus, daß eine mäßige Verdünnung der Luft in dem gläsernen Gefängniß des Affen auf diesen keine schädliche Wirkung hervorbrachte, vorausgesetzt, daß der Uebergang zum gewöhnlichen Luftdruck nicht zu schnell erfolgte. Beim Sinken des Drucks auf 450 Millimeter des Barometers wurde das Thier auffallend ruhiger, bei ,300 Millimeter verfiel es in Schlaf und bei 270 wurde es ernstlich krank, indem sich seine Bewußtlosigkeit bis zur völligen Unempfindlichkeit steigerte. Eine meßbare Veränderung der Athmung trat zwischen 450 und 470 Millimeter ein, indem das Athemholen häufiger und gleichzeitig schwächer wurde, während es bei 300 Millimeter in einen ganz unregelmäßigen und krampfartigen Zustand überging. Diese Veränderungen stimmen gut mit denen überein, die bei der sogenannten Bergkrankheit des Menschen beobachtet worden sind. DaS Fcucrlösckboot Netv Yorkcr." Bei Sandy Hook unfern der Stadt New Iork fand neulich eine Probefährt des umgebauten New Iorker Feuerlöschbootes New Forker" statt, die sehr erfolgreich verlief. Das Boot ist jetzt mit zwei Thurmpumpen, einer Erfindung des New Notker Feuer-webr-Chefs Croker, versehen. Die Pumpen können nach jeder Richtung hin gedreht werden, wonach es nicht mehr nöthig ist. daß das Boot bei' der Bekänpfurg eines Feuers seine Lage öfter wechseln muß. Die beiden Pumpen können 12,000 Gallonen Wasser die Minute werfen. Sie befinden sich mittschiffs und werfen einen dreizölliaen Strahl . bei vollem Druck eine Distanz von 250 Fuß. Außer diesen zwei Pumpen befinden sich noch vier andere auf dem Boote, davon zwei auf dem Steuerhause. Alle sechs Pumpen warfen bei der oben erwähnten Probefahrt 24.000 Gallonen Wasser p:r Minute auf ein imaginäres Feuer während zehn Minuten. Die Fahrgeschwindigkeil des Bootes wurde .durch den Umbau von 12 auf 14 Seemeilen per Stunde erböbt. der Tiefaana um 14 Zoll verringert. Dame als Chauffeurin. Bei dem heurigen deutschen Kaisermanöver in den Rheinlanden waren 34 Automobile offiziell im Betrieb, je sechs bei jedem Armeekorps, vier für das KrieasmZnisterium. 18 für die Manö verleitung. Sogar eine Dame führte ein Automobil, das dem militärischen Berather der Presse, Major Brose vom Großen Generalstab, zur Verfügung stand. Die -Lenkerin war Frau Dr. Oechelhäuser aus Berlin, und 'sie steuerte 'ihr. Fahrzeug mit so viel Schneid und Sicherheit wie nur irgend A tf?jt, crn;iriv. v'.a ev.i.i eiä männliches Mitglied' des Freiwil ligen Automobilkorps.

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