Indiana Tribüne, Volume 29, Number 52, Indianapolis, Marion County, 24 October 1905 — Page 7
Jndiana Tribüne. 24. Oktober 1903.
ff H K 4M Die brennende frage H S 4 4-5 4 H H M M 45, zz. zs z 1. K a p i t e l. cit zwei Monaten hatte es nicht geregnet.. In ganz Kärnten gab es Niemand, der nicht Morgen für Moraen. ehe er an fein bcißes Tagewerk ging,' sorgenvoll nach dem ewigblauen Himmel hinaufgefpäht hätte, ob sich nicht irgendwo am fernen Horizonte ein Wölkchen zeige. Vergebens. . Ueber der staubigen Landstraße, die vom Südostendc der Hauptstadt nach den Bergen führt, stand die gelbe glitzernde Julinachmittagssonne. Tie Straße war menschenleer. Nur zwei Herren in langen schwarzen Nocken wateten durch den fast fußhohen Staub dem Dorfe an der Viegung des Weges zu, dessen verstreute dunkelrothe Ziegeldächer zwischen den Bäumen eineö niedrigen Hügels hervorlugten. Beider glattrastrte Gesicht ter waren von der Anstrengung des Wanderns im Sonnenbrande geröthet. Der eine, ein kleines, rundliches Herrchen mit kurzen trippelnden Beinen, trug den breitkrempigen Cylinderhut in der Rechten, über den Kopf hatte er ein rothumrändertes Taschentuch gedeckt, dessen vier Zipfel zu Knoten zusammengeschlungen . waren und unter dem ein paar nasse Strähnen grauen Haares herabhingen. Der andre." schlank, hochaufgeschossen, einen lichtgelben Panama auf dem braunlockigcn Haupte, eilte mit langen elastischen Schritten dem Kleinen, der von Zeit zu Zeit stehen blieb und sich mit seiner fleischigen rothen dickgeäderten Linken den Schweiß von der Stirne wischte, voraus. Eine Weile gingen sie wortlos dahin. Reimen Sie doch nicht so. Walbau," keuchte endlich der Kleine. Wir werden noch früh genug in das verwunschene Schloß kommen." Ter junge Mann blieb stehen, wandte sich und wartete auf den Vegleiter. Sie scheinen eine wahre Sehnsucht nach der Dilettantenkomödie zu haden," fuhr dieser schnaubend und prustend fort. Ich kann nicht weiter." Er setzte sich tiefathmend auf einen Meilenstein nieder. Waldau blieb vor' ihm stehen und sah mit einem Gemisch von Geringschätzung und Aerger auf ihn hinab: Warum haben Sie denn keinen Wagen genommen? Sie wissen es ja doch, daß Sie es zu Fuße nicht aushalten. Nun müssen wir noch zwei Stunden gehen und kommen sicherlich zu spät!Meinetwegen. Wagen? Ich verdiene mein Geld nicht zum Fortwerfen. Sie natürlich, Sie haben sich bereits, wie's scheint, den hohen Adel zum Vorbild genommen und möchten am lieb sten vierspännig fahren. Sehen Sie nur zu, junger Mann, daß Sie bald an ein Hoftheater kommen, wo Ihnen Ihre Gage das erlaubt. Die Gage, die uns die verrückte Gräfin geben wird, ist jedenfalls nicht auf Pferd und Wagen eingerichtet wenn wir sie überhauvt bekommen, bis jetzt habe ich noch nichts gesehen." Ich finde die Gräfin durchaus nicht verrückt." Wohl weil sie drei hübsche Töchter hat?" Der Alte schielte nach dem. vor ihm Stehenden hinauf. Nehmen Sie sich in acht, junger Mann. Das Kraut ist nicht für Sie gewachsen." Waldau drehte sich, ohne ein Wort zu erwidern, um und ging weiter. Der Alte erhob sich stöhnend und trippelte ihm nach. Ungefähr in der Mitte des Dorfes kreuzte die Straße eine andre, auf der man etwas weiter nach Westen über . das Flüßchen gelangte, das seine klaten Wasser das Thal hinuntergurgeln ließ. Waldau und sein Gefährte hinter ihm bogen in ein gerade am KreuZungspunkte liegendes, mit sechs kleinen Kastanienbäumen bepflanztes Gärtchen ein und gingen nach dem einstöckigen Hause hinter, über dessen Einganzsthür ein scharlachrother Ochse und die blaugemalten Worte Matthias Schwendtner. Gasthaus und Fleischhauern" prangten. In der einzigen niedrigen Gaststube waren trotz der Hundstagshitze sämmtliche Fenster geschlossen, in dem mächtigen Ofen lagen frisch gebackene Brote, in der Mitte des Zimmers wurde auf einem quer über zwei Tische gelegten Plättbrette Wäsche gebügelt. Waldau bestellte ein Glas Schilcher." der Alte eine Flasche Selterwasser und Zucker. Damisches Komödiantengestndel," brummte Herr Matthias Schwendtner. der mit einer weißen, blutbefleckten Schürze hinter dem Schanktische stand, und ging über den Flur in sein Privatgemach hinüber, den Zucker zu Holen. Die beiden , damischen Komödianten" setzten sich auf eine schmale altersgraue Bank an einen ebensolchen Tisch unter die Kastanien, in deren Kronen bit Sverlinae lärmten und unter btv.n
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A A TY 1$ 4 H fiuTnoristiscber Roman U TT von Qdolf von Catnacb 4-4-4 4 4 4 4 Blätterdache ein Heer von Fliegen summte. . . Das ganze Land soll der. Henker holen." sagte der Alte, indem er sich mit dem vom Haupte gezogenen Taschcntuche zornig in's Gesicht schlug, auf dem sich ein fetter Brummer niedergelassen hatte. Viehzeug und Menfchen. eines wie das andre, aufgeblasen. grob und schmutzig. Na. wird's bald? Kommt der Kerl noch immer nicht mit seinem Sodawasser?" Aber so beruhigen Si? sich doch, mein lieber Herr Gaudig. Sie sind ja heute in einer merkwürdig erbosten Laune." Als ob man bei diese? infamigten Brühsiedehitze in einer andern sein könnte? Meinen Sie. daß es mir Spaß macht, bei dreißig Grad Reaumur im Schatten um die paar lumpigen Gulden der verdrehten Schraube da oben das Komödespielen beizubringen. Oder daß das eine besondere Ehre für mich ist? Nee. da kennen Sie mich schlecht, junger Mann. Ich habe noch bei ganz andern Herrschaften die Regie geführt als bei dieser Gräfin Piccolomini. die angeblich vom alten Qctavio selber abstammen will. Anno 74 im Vincentiusserein in Dresden zum Beispiel! Das war doch wohl noch 'ne andre Sache!" Der Wirth mit der blutfleckigen Schürze erschien in diesem Augenblicke, die Flasche Sodawasser unter dem Arme, das Glas Schielerwein in der gewaltigen, braunen Linken, ein großes Stück Zucker in der Rechten. Na, endlich." brummte Gaudig. Ihr werd's wohl erwarten können." cntgegnete Herr Schwendtner grob, indem er das Stück Zucker auf den Tisch warf. Glas und Flasche daneben stampfte und sich wieder entfernte. Gaudig richtete einen verzweifelten Blick nach dem Himmel oder vielmehr nach den Fliegenwollen hinauf. Ta haben Sie's. Aufgeblasen, grob und schmutzig." Es können nicht alle Leute so rein lich und so höflich sein, wie die höflichen Sachsen." sagte Waldau, indem er seine großen braunen Augen mit emem leisen Lächeln über das glänzige schwarze Habit seines Regisseurs gleiten ließ. Gaudig wollte etwas erwidern, aber die plötzliche Erscheinung eines in rasender Eile heranrasselnden Wagens ließ ihn die Worte im Munde behalten. Ein von zwei Schecken gezogener offener Fiaker hielt vor der Lücke in dem grün angestrichenen Gartenzaune, ein junger Mann in elegantem englisch:n staubgauen Sommeranzuge. einen gelben geradrandigen Strohhut mit grünrothschottischem Bande auf dem röthlichblonden Haar sprang heraus. Der Kutscher, gleichfalls in grauem Sommeranzuge, den nämlichen Hut auf d:m Kopfe, knallte mit der Peitsche. ,He, wo steckt denn der alte Schuft?" rief der junge Mann, indem er in den Garten eintrat. Gaudig schnellte von seinem Sitze empor und verbeugte sich tief. Ter Angekommene erwiderte seinen ehrerbietigen Gruß nicht und ging, ohne die beiden Männer eines" Blickes zu würdigen, durch den Garten dem Huusc zu. in dessen Thür jetzt Herr Schwendtner sichtbar wurde. Jesses. der Herr Graf!" schrie der Wirth. Herr Graf, bitt' tausendmal um Vergebung ... da bin ich . .,. Mali! Lisi! Mali! Ter Herr Graf Lasche! ist da! Tie verflirten Weiber! Kein Mensch sagt mir, daß der Herr Graf da sind!" Lassen Sie nur, Schwendtner." sagte der Graf, Sie brüllen ja wie ein Ochs. Kommen Sie, ich hab' mit Ihnen zu reden und nicht viel Zeit." Moldau bemerkte, daß Schwendtner sich plötzlich angstvoll vor das Haupt griff und zurückprallte. .Ter Graf trat in's Haus und derschwand mit dem Wirth. Sie hätten auch den Hut ziehen können." sagte Gaudig. der trotz seiner Geringschätzung des Adels ehrerbietig so lange stehen geblieben war. zu Waldau. Der Herr Graf wird einen sonderbaren Begriff von unsrer Bildung bekommen." Ich bin dem Herrn nicht vorgestellt." erwiderte Waldau trocken. So?. Nicht vorgestellt? Was bilden Sie sich denn ein. junger Mann. Ein Habitue unsres Sommertheaters, der einzige Kunstmäccn! Für mein Benefiz hat er fünfzig Billets gekauft! Der einzige wirkliche Kavalier auf fünfzig Meilen im Umkreis! Ein Mann, dem einmal der ganze Grund und Boden hier herum gehören wird, wenn fein Onkel stirbt, von den böhmischen Herrschaften gar nicht zu reden! Als ich in Teplitz engagirt war, hab' ich den Reichthum diese? Lascheks kennen gelernt. Auch den alten Grafen Laschek. des jungen Herrn Grafen Onkel, selbst aesehen! Ein wahrhaft
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fürstlicher Reichthums Und- Sie, junger Mann, Sie wollen " Ich bin eben gesellschaftlich nicht gebildet, beruhigen Sie sich," unterbrach Waldau den Redefluß des ganz aufgeregten Alten. O. ich weiß," rief Gaudig empört. Sie beurtheilen diesen Kavalier nach JhrerPhilistermoral! Alle Welt spricht von seinen Schulden. Ich sage Ihnen, er darf sich das erlauben.. Solch ein Herr muß mit einem andern Maßstab gemessen werden. Der Graf ist einer der liebenswürdigen und originellsten Kavaliere, die es gibt. Das wahre Muster eines Kavaliers. Erst neulich noch sagte er zu mir: Gaudig, ich begreise nicht, warum Sie nicht längst schon am Burgtheater sind. Wenn ich nach Wien komme, werde ich mit dem Intendanten reden." Waldau hätte am liebsten dem Alten in's Gesicht gelacht, aber er bezwäng sich, er wollte ihm seinen Grund zu weiteren Erörterungen geben. Gaudig wischte sich mit dem rothumrändertm Taschentuche fon Schweiß von der Stirn. Offenbar besucht der Herr Graf die Theatervorstellung in Welzeneck. Das ist mir sehr lieb. Erstens sieht er unsre Leistungen, und dann gibt mir sein Erscheinen auch eine gewisse Garantie für die Zahlungsfähigkeit der Piccolominis. Welzeneck gehört ja dem alten Grafen Laschek. Wenn der junge Herr Graf zu der Borstellung hinkommt, müssen die Piccolominis schon anstandshalber ein anständiges Honorar bezahlen." Während sich die beiden Komödianten im Gärtchen unterhielten, und Schani Tragut, der Lenker des berühmten Fiakers Nr. 11. in dem Graf Laschek gekommen war, bei einem Seidel Schilcher, das ihm Lisi. die Kellnerin, auf den Bock hinaufgereicht hatte, mit dieser plauderte,. stand das Muster eines Kavaliers, der junge Graf Franz Karl Laschek. mit dem einäugigen Wirthe in einem niederen, dem Gastzimmer auf der andern Seite des Flures gegenüberliegenden Gemache ebenfalls in lebhaftem Gespräche. Das Gemach enthielt nichts als ein riesiges hochaufgethürmtes Ehebett mit roth-blau-karrirter Decke und einen für ländliche Verhältnisse .überaus stattlichen Wertheimer Kassenschrank. Herr Schwendtner stand mit dem breiten Rücken dicht vor dem letzteren, die nicht minder breite Brust gegen den Grafen gewendet, als ob er andeuten wollte: nur über meine Leiche geht der Weg hier hinein. Gräfliche Gnaden," sagte er. es ist unmöglich, ich hab's Ihnen ja gestern schon gesagt. Ich bin 'ja trotz der Viechshitz deshalb extra in die Stadt gefahren. Es geht nicht. Ich kann nicht. Ich hab' keinen Kreuzer mehr übrig. Seit acht Wochen hat's mmmer geregnet, das ganze Gras ist hin, ich bin schon halb bankrott. Und der Verwalter hat mir ausdrücklich gesagt, daß ich nur an ihn allein zahlen darf, sonst an Niemand." Der Verwalter soll sagen, was er will." cntgegnete der Graf, roth im Gesicht. Ich werde es meinem Onkel schreiben, der Mensch wird entlassen werden. Und Sie werden Ihren Pacht verlieren, wenn " Ach. gräfliche Gnaden, wenn der Herr Graf bei dem Herrn Onkel ein Wörtel für mich einlegen wollten " Nichts werde ich einlegen!" schrie der Graf. Ich kenne Ihre Schliche! Sie und der Verwalter, Sie "taugen alle beide nichts! Sie stecken mit dem Menschen unter einer Decke! Oder meinen Sie etwa, ich wüßte nicht" er deutete auf ein Jagdgewehr, das in einer Ecke an der Wand neben dem Bett lehnte wozu die Flinte da ist? Wie? Aber ich werd's Ihnen anstreichen, daß Ihnen das Wildern in alle Ewigkeit vergehen soll!" Wenn der Herr Graf nur nicht so viel haben wollten " Nicht so viel? Diese fünfhundert Gulden sind ja ein wahrer Bettel!" Und wiederkriegen thu' ich sie auch nicht!" Unverschämtheit!" Es ist nicht so ernst gen int." Ich verbitte mir solche Scherze! Also geben Sie das Geld heraus!" Jesses Maria, aber'ich hab's nicht!" Heraus' damit! sag' ich. Augenblicklich! sag' ich. Ich muß in der Minute fort." Aber der alte Herr Graf " Lassen Sie den alten Grafen! Sie. bekommen das Geld am Ersten wieder " Und die sechshundert Gulden vom Januar auch?" Die auch." , Wenn mir der Herr Graf nur etwas Schriftliches geben wollten." Das ist denn doch wer bin ich denn?" Halten zu Gnaden ... aber es ist wegen Leben und Sterben " Ich denke noch recht lange zu leben." sagte der Graf lachend. Als? heraus mit die tiefen Tön', Sie alter Halodri!" Der Wirth stimmte laut schallend in das Lachen des jungen Grafen ein, schloß den Schrank auf und holte ein paar Scheine heraus, die. der Graf unbesehen in die Brusttasche seines Rockes steckte. Als der Graf mit dem Wirthe wieder in den Garten hinaustrat, erhob sich Gaudig abermals. Ach, was machen Sie denn da. Gaudig?" rief der Graf. Herr Graf, ich und mein jugendlieber Held. Äerr Waldau" Gaudia
oeutcte mit einer Äerdeugung aus t nen Genossen, der den Hut ein wenig lüftete wir beide haben heute die Ehre, bei der Vorstellung im Schlosse Wklzeneck mitzuwirken." Na, dann wird's ja großartig werden!" lachte der Graf. Wie ist denn die Gräfin auf Sie verfallen?" Herr Waldau hat eine Schwester, die ist Lehrerin und Erzieherin der gräflichen Kinder. Durch das Fräulein ist die Frau Gräfin auf uns aufmerksam gemacht worden." Das ist ja famos!" Es ist uns die allerhöchste Auszeichnung. in dem vornehmen Hause eine Probe unsrer Kunst geben zu können, einem Haufe." fuhr Gaudig in Bühnenpathos fort, dessen erliabcncr Name, der Name Piccolomini, für uiis Schauspieler " Na. lallen ' Sie's nur nt sei" Gaudig. Ich fahre auch nach Welzeneck. Gott sei Tank, da hab' ich ja UnterHaltung. Sie fahren mit mir!" Aber Herr Graf " Keine Widerrede! Steigen Sie ein. meine Herren!" Aber d?r Herr Graf werden doch nicht ..." Einsteigen, Sie alter Piccolomini! Und kein Wort weiter!"- Ter Graf machte eine ungeduldige Handbewegung. Gaudig und Waldau stiegen in den Fiaker und klappten den Rücksitz auf. Aber der Graf zwang sie, im Fond Platz zu nehmen, fchwang sich auf den Bock, nahm Schani Tragut zur Ueberraschung Beider Peitsche und Zügel aus der Hand, schnalzte mit der Zunge, die Schecken zogen an, und der Wagen raste davon.
K, Fortsetzung folgt.) Vptischo Tnuschnng. Um's Himmelswillen, was kommt denn da für eine Gestalt?" VMc die Akten sitrnmen. Lehrer (der dem Wirthssöhnchen, welches zum erstenmal in der Schule ist. eins auf die Finger gegeben hat): Wirst Du jetzt ruhig sitzen?" Wirthssöhnchen (heulend): Nein, 's Beschwerdebuch will ich haben!" . Zerstreut. ' i-;"-i4yTCTsw -i?---3. MM j'fy WZn 72ll Jadediener: Na. Herr Professor. warum gehen Sie denn nicht in's Wassers Sie sehen ja. 's Bassin ist noch nicht frei, dort -schwimm! noch einer!" (Bin niedliches Fnszchen. Tie Stiefel hat Dir also Teinc Frau versteckt?... Wie bist Du dann doch in's Wirthshaus gekommen?" Ganz einfach; ihre Schuhe hab' ich angezogen!" Vorbei. Und woher stammt die Geldbörse?" Die hab' ich gefunden, Herr Untersuchungsrichter." Unsinn, Sie haben insgesammt 18 Jahre Vorstrafen wegen Diebstahls; mit solchem Leumund findet Man keine Geldbörsen mehr." - Duretxschaut. ..'.). ich liebe Ihre Tochter wahnsinnig!" Ich fürchte, Sie lieben über meine Verhältnisse!"
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splendid. Der reiche Veiteles versprach . Dir doch einen abgelegten Sommeranzug was gab er Dir?" Ae Badehos'!" DerFabrikantBüttnerin Uerdingen lehnte den ihm verliehenen Titel Konunerzienrath ab.
Das Telephon. . Der Vesichtigungstag für die X. Artilleriebrigade war angebrochen. Grau in grau gemalt erschien der Himmel, in eintönigem Plätschern fiel der Regen aus die Wellblech- und FachWerkbaracken, und nicht das kleinste blaue Fleckchen ließ eine Besserung des Wetters an diesem so hochwichtigen Tage erhoffen, an dem der Commandirende General von Donnersberg sich von der Schießausbildung dieser Brigade überzeugen wollte. Sorgenschwer blickten die Häuptlinge nach den Zielen, die im- grauen Nebel kaum erkennbar waren, trotzdem der Scheibenbauoffizier wahre Scheunenthore für das Besichtigungsschießen hingebaut hatte; mißvergnügt blickten die Leutnants auf ihre naß und nässer werdenden Bandoliere und Waffenröcke und überlegten in Gedanken, wieviel sie dafür aus der Offizierunterstützunaskasse herausschlagen könnten.
außerdem erwägend, ob sich nicht unter diesen Umstanden auch em Pump beim Ofsizierdispositionsfonds anlegen und aus dem alten Herrn ein Extrazuschuß herausquetschen ließe. Frierend und übel gelaunt standen die Kanoniere neben den Geschützen. Ihnen graute vor dem Geschützreinigen bei diesem Hundewetter. Am meisten Sorgen aber lasteten auf dem Gemüth des Obersien von Senheim. Eine Besichtigung bei solchem Wetter. wo Excellenz so schon sehr empfindlich war, wie sollte das enden! Im Geiste sah er sich bereits im Cylinder in einer PensionopolZZ des Deutschen Reiches. Nervös wandte er sich an den hinter ihm haltenden Regimentsadjutanten Oberleutnant Holfers: Nicht wahr, Holfers, die Elvira steht doch ganz sicher beim Schießen? Denn wenn Excellenz mit dem gestellien Pferde nicht zufrieden ist, dann können wir was erleben!" Die Elvira steht wie ein Boltigirbock beimSchießen, sie ist ja das ruhigPserd der 1. Batterie," erwiderte der Gefragte. Jetzt kam der Kommandirende mit dem Brigade - Commandeur herangeritten. Sein rundes Gesicht strahlte vor eitel Wohlwollen, und der Oberst athmete erleichtert auf. Denn erstens hatte Excellenz gut geschlafen, dann war der Kaffee heute früh schön stark und heiß gewesen, ganz so, wie er ihn liebte, und ferner sah die Elvira, ein kleiner, dicker Goldfuchs, 'im strahlenden Glänze nagelneuen Zaum- und Sattelzeuges, geradezu blendend schön aus. Excellenz war bis jetzt so zufrieden, daß der Regen seine gute Laune nicht trüben konnte. Er begrüßte den Obersten und beehrte die aufgefahrene Batterie, es war die vierte, mit einem Guten Morgen, erste Batterie," sich an dem laut gebrüllten militärischen Gegengruße Guten Morgen, Euer Excellenz," erfreuend. Der Brigadecommandcur stellte dann die Schießaufgabe, und Excellenz sah mit Bernügen dem Platzen der Schrapnells .und dem emsigen Hinund Herspringen der Kanoniere zu. Aber plötzlich hatte etwas Neues seine Aufmerksamkeit erregt. Er wandte sich an den Obersten: Ah, Herr 'Oberst, die Telephonleitung geht jetzt bis in die Feuerstellung, wie ich sehe; funktionirt sie gut?" Zu Befehl, Euer Execellcnz, vorzüglich." So, so, Sie können also von hier mit allen Ständen sprechen?" Zu Befehl," Euer Excellenz." Das muß ich doch mal selbst probiren!" Excellenz saß ab und ging, vom Stäbe begleitet, an die Telephonstation, während das edle Schlachtroß schnell durch Decken gegen die Unbill dp: Witterung geschützt wurde. ' Dann rief Excellenz an: ' Stand VI!" ' Excellenz nickte befriedigt: der Stand hatte sich gemeldet. Dann that der Kommandirende die denkwürdige Frage: Regnet's da ouch?" Plötzlich wurde Excellenz ganz roth im Gesicht, einen Augenblick kämpften Zorn und Lachen in seinen Zügen, dann brach er in ein schallendes Gelächter aus und sagte: Verfluchter Kerl, aber recht hat er!" Und er ging lachend zum Pferde zurück, um sich weiter dom hohen Roß die Schießerei zu besehen. Die Kritiken fielen milde, sehr milde aus, Excellenz war mit dem Können des Regiments durchaus zufrieden. Der Oberst strahlte. Dann wandte sich Excellenz an Oberst von Senheim. , Sagen Sie, mein lieber Senheim" das Gesicht des Obersten strahlte bei dieser Anrede noch viel mehr welcher Kanonier ist im Stand V! am Telephon?" Der Adjutant sah in sein Notizbuch. Kanonier Kutschke, zweite Battetie." . So, so, dann geben Sie ihm, bitte, mal diesen Thaler von mir, und sagen Sie ihm. die Unterredung heute früh hätte mir viel Freude gemacht." V Dann ritt Excellenz, huldvoll grüßend, nach der Generalsbaracke. Der Oberst wendete sich an Haupt-
mann v. Wekenburg, den Ei es der zweiten Batterie. Herr Hauptmann, der KanonierKutschke ist zu befördern; ich freue mich zu hören, daß Sie so tüchtige Leute in Ihrer Batterie haben. Ich werde dem Kanonier selbst seine Beförderung mittheilen. Holfers. Sie holen mir den Kutschke sofort in das Regimentsgeschäftszimmer." Nach kurzer Zeit traf Kanonier Kutschke schweißtriefend dort ein, ihm folgte Holfers, sich mühsam das Lachen verbeißend. ' Hier haben Sie einen Thsler mein Sohn, den ich Ihnen im Austrage Seiner Excellenz übergebe. Seine Excellenz haben sich sehr über Ihre schlagfertigen Antworten gefreut; ich befördere Sie deswegen auch zum Ge-freiten,-denn ich liebe tüchtige, frische Soldaten. Nun sagen Sie aber blos, was haben Sie denn eigentlich Seiner Excellenz geantwortet? Herr Oberst," erwiderte der Kanonier. wie mich Excellenz fragten: Regnet's da auch?" da dachte ich, es wäre der Müller von meiner Batterie aus Stand III, und der wollte sich blos einen Witz machen. Aber ich habe nicht gewußt, daß Seine Excellenz am Telephon waren und da habe ich aesagt: Na, denkst du Ochse denn, bei uns scheint hier die Sonne!"
Für die Küche. Schweinsfilet mit SteinPilzen. Man häutet die kleine Lende recht gut und spickt sie nach gutem Klopfen mit feinen Speckstreifen. Dann gibt man sie mit 3 Eßlöffeln voll getrockneten Steinpilzen und y Pfund Butter in eine Bratpfanne und bratet sie unter gelegentlichem Umlegen und fleißigem Begießen auf dem Herde gar. Man kann löffelweise kaltes Wasser nachgeben. Bratet man in einer Röhre, so wird das Umlegen unnöthig. Der Sauce wird ein in 4 Eßlöffeln voll Wasser verquirlter Theelöffel voll Kartoffelmehl und eine Messerspitze Liebigs Fleischextrakt beigegeben, dann kocht man sie 5 Minuten lang auf, tranchirt indessen das Fleisch und gibt es mit roh gebratenen Kartoffeln und einer sauren Gure zu Tisch. Polnisches Beefsteak. Aus dem sogenannten Huf- oder Nagelstück des Rindes schneidet man ganz dicke Scheiben und klopft sie sehr stark. Die Scheiben können Pi IM Zoll dick sein. Man legt sie mit wenigen, in Scheiben geschnittenen Zwiebeln in steigende Butter und bratet sie auf glühender Platte unter öfterem Beaießen in 1012 Minuten du.ikelbraun, doch müssen sie inwendig noch rosa sein. Außerdem bäckt man Scheiben von rohen Kartoffeln in Schweinefett schwimmend aus und garnirt sie um die auf erwärmter Schüssel mit ihrer Sauce Übergossen angerichteten Becfsieaks. Hühner - Croquetten. Dieses italienische Gericht mundet jedem Deutschen vorzüglich. Man hackt dazu gekochte oder gebratene Hühner mit ihren Lebern sehr fein, läßt y4 Pfund Butter mit 2 kleinen Zwiebeln steigen, rührt 3 Kochlöffel voll Mehl hinein, löst das Gemisch mit Hühnerbrühe auf, der eine Messerspitze Liebigs Fleischextrakt beigefügt ist, gibt den Saft rön 1 2 Citronen hinzu (der Geschmack muß deren Menge entscheiden) auch wohl eine sehr fein gehackte Sardelle, zieht die Sauce mit drei in Milch oder Sahne verquirlten Eidottern ab und stellt sie zum Erkalten hin.. Aus der erkalteten Masse formt man kleine Rollen, die man in Ein und Semmel wälzt und in siedendem Oel oder in siedendem Schweinefett ausbäckt. Die auf Löschpapier entfetteten Ercquetts richtet man auf einer zierlich gebrochenen Serviette an. -Samba. Man schält große reise Gurken und schneidet sie so fein wie Krautsalat, legt sie 3 Stunden in Salz und hänyt sie dann in einem ausgebrühten Tuche zum Trocknen auf. Sind sie ganz trocken abgelausen. so legt man sie schichtenweise mit weißem Pfeffer, Muskatblüthe und etwas geschälten Zwiebeln in ein Glas, gießt gekochten und wieder erkalteten Weinessig darauf. Die S'amda hält sich sehr gut und wird zu Rindfleisch, in Kartoffel- und Fleischsalat usw..gegeben. HammelkeuleinMilch. Zuthaten: Eine völlig entfettete Hammelkeule. 1 Quart Milch. Salz. Wenn eine Hammelkeule ganz wie eine Rehkeule schmecken soll, braucht man dazu nichts weiter wie obige Zuthaten. Man legt die geklopfte und entfettete Keule in die Bratpfanne, gießt die Milch darüber, stellt sie auf den Herd und läßt unter gelegentlichem Begießen die Milch ganz einkochen. Es wird sich eine schone braune Roux angesetzt, haben, und die Keule wird fast gar sein. Man stellt sie nun in die Bratröhre, gießt ganz wenig Wasser an. beschöpft die Keule fleißig etwa y Stunde lang, bürstet die Roux gut von der. BratPfanne los, schmeckt den Beiguß mit dem nöthigen Salze ab und servirt, nachdem man ihn durch ein Sieb gegeben hatte. Will man ein übriges thun, so gibt man statt Wasser 2 Unen Butter und eine halbe fein- gewiegte Zwiebel in die Pfanne und verfährt im Uebrigen ganz wie oben. Wer will, mag den Beiguß mit Kartoffelmehl verdicken.
