Indiana Tribüne, Volume 29, Number 52, Indianapolis, Marion County, 24 October 1905 — Page 6

Jndiana Tribüne, 2. Oktober 1905.

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Europäische Nachrichten. Frovinz Schreste. B r e s l a u. Kürzlich stürzte der am Schweidnitzer Stadtgraben No. 14 . , '. . r ti cn!

wohnhafte 3jcpoiiinpciioi uiemci infolge eines Schwindelanfalles von dem Balkon seiner im dritten Stk geegenen Wohnung - aus s bttaBenpsiatt und erlitt so schwere Verletzungen, daß er alsbald starb. Der 12 Jahre alte Knabe Paul Hofjmann aus der Matthiasstraße 153 badete im Umgehungs - Kanal und ertranr. V r i e a. Der Gärtner Wilhelm Hantle aus Schreibendorf, welcher sich seit längerer Zeit mit Selbstmordsdanken trug, suchte kürzlich seinem Leben durck Erhängen em Ende zu machen, wurde aber durcy oas rnzurommen seiner Frau gerettet. Trotz ihrer Wachsamkeit konnte sie nicht verhindern, daß er sich jetzt in einem Wasserloche am Piasterthaler Graben ev tränkte. Czerwion k a. Nach dem Genuß giftiger Pilze, verstürben in der Familie des Häuers Wylezol die beiden Söbne. & ö x I . Die bekarmte Tuch fabrik Krause & Söhne, hier, beging ihr 75jähriges Geschäftsjubiläum. K o s e l. Der im hiesigen OderHafen liegende Bootsmann Winkler aus Koppen war m ein Restaurant gegangen und auf sein Schift zurückge kehrt. Da er vermißt wurde, suchte man im Wasser in der Nähe des Fahrzeuges und fand die Leiche des verunglückten Bootsmannes, der wahrscheinlich über Bord gefallen und ertrunken ist. Q e l s. Hier verunglückte der Zimmermann Ticke beim Bau des Dragoner - Ofizie? - Kasinos. Er stürzte aus dem Dachstuhl ab und zog stcy schwere Verletzungen am Kopfe zu. R a t i b o r. Letztens wurde an der Chaussee von hier nach Groß - Peterw:tz bei dem Wege, der von der Chaussee nach Ottitz bezw. Schardzin führt, der Vierkutscher Joseph Kostka, aus Schardzin, der inder Brauerei von Ler hier bedlenstet war, todt aufgefunden. Die Leiche wies schwere Verletzungen am Kopf aus. Da bei der Untersuchung der Oberkleidung des Todten ein Geldbetrag, den Kostka einkassirt hatte, nicht gefunden wurde, so wurde zunächst ein Raubmord angenommen. ,Man fand jedoch dann den Geldbetrag in der Unterkleidunq und die weiteren Ermittelungen haben ergeben, daß ein Unglllcksfall mit tödtlichem Ausgange vorliegt. Kostka ist offenbar vom Wagen gestürzt. Die Verletzungen, die er erlitt, sind ihm entweder von den Hufen der Pferde oder von den Wagenradern zugefügt worden. Ulbers dorf. Hier gerieth das 14 Jahre alte Mädchen Auguste Grunig in die Mähmaschine und erlitt außer schweren Schnittwunden einen Beinbruch. Das Mädchen ist im Krankenhause gestorben. roviz T'osen. Posen. Verliehen wurde: Dem Medizinalrath Dr. Mankiewicz, dem Bürgermeister Max Künzer und dem Bankdirektor Ernst Michalowsky der Rothe Adlerorden 4. Klasse. B u d s i n. Arbeiter Lokaszvnskl aing zu seinem Verwandten, dessen älteste Tochter Hochzeit feierte. Im Hochzeitshause gab man ihm zu essen und zu trinken. Plötzlich verschluckte er sich und es gerieth ihm ein Stück Fleisch in die Luftröhre; da es nicht soaleich entfernt werden konnte, starb er den Erstickungstod. G n e.s e n. Der Sohn der Witt we Jaraszewski versank beim Baden im Waniarysee. Von den in der Nähe befindlichen Männern getraute sich Niemand, dem Ertrinkenden Hülfe zu leisten. Als der Hilflose noch einmal an die Oberfläche des Wassers kam. svrang der noch jugendliche Sohn des Fleischers Grosse! kühn in's Wasser und konnte den Knaben glücklich an's Ufer bringen. ' H o h e n s a l z a. An dem GastWirth Mokarski in der Posenerstraße wurde ein Mordversuch verübt. Ho karski erhielt einen Stich in den Hals. Er wurde nach dem Krankenhaus ge schafft: sein Zustand ist bedenklich. Der Thäter, der Schuhmacher Kurzawskl. ist entflohen. P leschen. -Vor einiger Zeit schnitt s!ch der Kultusbeamte Berg bierselbst beim Anspitzen emes Bleistiftes in den Finger. Die geringe Verletzung wurde anfangs nicht beachtet. Erst nachdem Schmerzen und Geschwulst sich einstellten, wurde der Arzt befragt, der eine ziemlich wett vorgeschrittene Blutvergiftung feststellte und Ueberführuna in ein Posener Kranken Haus anordnete. Hier ist der Verletzte nach qualvollem Leiden gestorben. S a m t e r. Die 11jährige Tochter des Arbeiters Lysink ging baden. Durch die ununterbrochenen Regengllsse war das Wasser sehr gestiegen, weshalb das Mädchen in eine tiefe Stelle gerieth und unterging. Es konnte nur noch als Leiche herausgezoaen werden. W o n o w i c e. Bei einem GeWitter erschlug der Blitz die Gänsehirtin Libera, welche sicb vor dem Regen unter eine hohe Pappel gefluchtet hatte Provinz Sachsen. Maadeburg. Musikdirektor a D. Karl Bohne, der bekanntlich die Kapelle des 26. Regiments 35 Jahre bindurck in Krieg und Frieden mit benn Erfolge geleitet und sich in den

verflossenen Jahrzehnten um die allgemeine Pflege guter Musik hier große Verdienste erworben hat. beging in vollster Rüstigkeit seinen SO. Geburtstag. A s ch e r s l e b e n. .Das Dienst-

mädchen Emma Nieter stürzte beim Fensterputzen aus dem 3. Stockwerk des Hauses Tie No. 31 auf dieStraße und erlitt einenArm- und einen Oberschenkelbruch. Sie fand Aufnahme im städtischen ttrankenvauje. wo te als bald den Verletzungen erlag. E i s l e b e n. Kürzlich wurde zwischen Kllhnhausen und hier der Besitzer der bekannten Lachmuyle, Eduard Lindner, beim Ueberschr-iien des Bahnkörpers vom Zuge erfaßt und getödtet. Erfurt. Ter Arbeiter Meitrodt wurde nach einem kurzen Wortwechsel von dem Kutscher Lenz mit einem Schlachtmesser erstochen. Halle. Das 50iayrige Doltorjubiläum beging der verdienstvolle Leiter des chemischen Instituts und Vertreter der allgemeinen Chemie an Ut hiesigen Universität, Geh. Regieungsrath Professor Dr. Jacob Volhard. Körbisdors. 5uf der Zuckersabrik zerstörte ein Feuer die Ziegelpreßanlage. Der direkte Schaden berägt etwa 20,000 Mark. V a r c ri. Kutscher Kempfe von hier erhielt von einem Pferde einen Hufschlag mitten in's Gesicht, durch den er sehr schwer verletzt wurde. Quedlinburg. Durch einen Sturz aus dem Fenster ihrer im zweiten Stockwerk des Hauses Breitenstraße 10 belegenen Wohnung zog sich die 58 Jahre alte Wittwe Deesen so schwere Verletzungen zu, daß sie nach kurzer Zeit starb. S a l z a. Hier stürzte das 2 Jayre alte Cöhnchen des Arbeiters August Hofrick in einem unbewachten Augenblick in die hinter dem Hause befindliche Jauchegrube. Trotzdem die Eltern sofort zur Hilfe herbeieilten, gelang es doch nicht mehr, das Kind in's Leben zurückzurufen. "gf roimtj gbannovev. H a n n o v e r. Ihr 25jä'hriges Ju biläum im Dienste der Straßenbahn feierten vor einiger Zeit der Schaffner Auaust Brandes und der Omnibuskutscher Wilhelm Rademacher. Die Jubilare wurden durch Ueberreichung eines Geldgeschenkes von Seiten der Direktion, sowie durch Aufmerksamleiten allerlei Art von ihren College geehrt. . Emmendorf. Letztens entstand auf dem Boden des Wohnhauses des Gastwirths Hilbrecht Feuer, das das Wohnhaus bis auf den Grund einäscherte. Auch das strohgedeckte Nachbarhaus, dem Anbauer Schwenkhoss gehörend, hatte Feuer gefaßt, konnte jedoch noch rechtzeitig gelöscht werden. Göttin gen. Die Ehefrau des Bremsers Senne hatte aus Versehen eine mit Petroleum gefüllteFlafche auf die heiße Platte des Kochheerdes gestellt. Die Flasche erplodnte und das brennende Petroleum ergriff die Kleider der Frau. Sie erlitt so schwere Brandwunden, daß nach kurzer Zeit der Tod eintrat. Heiligen lo h. Hier fuhr der Blitz in den Kirchthurm, der durch Feuer völlig zerstört wurde. Es gelang, die Kirche selbst zu retten. M l s b u r g. Em schwerer Unglücksfall ereignete sich auf dem hiesien Bahnhof. Die Malergehilfen Adam Roth und Christian Werneburg wurden von einem Elsenbahnzuge angefahren. Roth erlitt schwere innere. Werneburg Rückgrat- und Kopfverletzungen. Beide kamen nach Hannover in's Krankenhaus. P e i n e. Im hiesigen städtischen Krankenhause verstarb der 22jährige Dienstknecht Friedrich Schreiber aus Groß - Lafferde. Schreiber hatte vor Kurzem beim Aufstehen aus seiner an der Decke hängenden Bettstelle das Unglück, daß er zu Falle kam und sich einen Schädelbruch zuzog, an dessen Folgen er nun verstarb. W i e d a. Beim Aufarbeiten eines Windbruches kam der Waldarbeite? Wilhelm Nebelung von hier, über einen Baumstumpf stolpernd, zu Falle und dadurch unter einen niedergehenden gewaltigen Tannenstamm Durch diesen wurde er vollständig zerquetscht, Arme und Beine wurden gebrochen. Der. Tod trat auf der Stelle ein. Wülfinghausen. Der KneSt Dulitz von hier, der auf dem Heuboden seines Brotherrn beschäftigt war, sprang in der Frühstückspause durch die Luke auf den geladenen Wagen, verlor jedoch das Gleichgewicht und fiel rücklings vom Wagen. Er schlug dabei mit dem Kopfe auf eine in der Nähe stehende Krippe so hart auf. daß er schwere Verletzungen im Gesicht und am Hinterkopf davontrug. Provinz Wcstfrcn. M ü n st e r. Auf den Schienen zwischen der Alme und dem Bahnhof verunglückte der Metzger Ludwig Vaupel von hier; er ist im LandesHospitale gestorben, ohne die Besinnung wiedererlangt zu haben. Wie das Unglück entstanden ist, wird wohl nicht aufzuklären sein. , V o r g e l n. Der "Landwirth A. Kilp beging kürzlich sein 25jähriges Dienstjubiläum als hiesiger Postagent. Kilp, ein Beamter von treuester und gewissenhaftester Pflichterfüllung, ist Zugleich der älteste Postagent im Vereiche der Oberpostdirektion Dortmund.

Junge ZZcrzen.

Eine heitere Geschichte von Pflul Vlß. Anfang September war Käthe, des reichen Gutsherrn Müller einzige Tochter, aus einem Schweizer Pensionat zurück gekommen; fünf Jahre war sie dort gewesen, als unbedeutendes kleines Landkind war sie hingegangen, und nun sie wiederkam, war sie eine elegante junge Dame mit den Manieren einer Varoneß und dem Chick einer Weltdame. Natürlich gab das in dem kleinen Landstädtchen Anlaß genug, darüber zu reden; am erbittertsten darüber waren die guten Freundinnen von ehemals, die nur zu bald einsahen, daß sie von dieser noblen Dame ganz und gar in den Schatten gestellt wurden; aber auch die älteren Damen ihrer Ve-kannt-und Verwandtschaft fanden geug an dem vornehmen Fräulein zu bemäkeln. Soviel aber das Fräulein von den Damen der Stadt gehaßt war, ebensoyiel wurde sie von den heirathsfähigen Lungen Männern angebetet und umschwärmt. Um diese Zeit kam Waldemar Schirmer, der einzige Sohn des Bürgermeisters, auf Urlaub in dasStädtchen. Er war ein schmucker junger Landmann, der jetzt sein Jahr in der Hauptstadt abdiente, nach dem Manöver war er befördert worden", und nun kam er in der nagelneuen Uniform eines Unteroffiziers in sein Vaterhaus. Am zweiten Tage traf er auf der Promenade mit Fräulein Käthe zusammen. Er hatte bereits von ihrem Dünkel erzählen hören und war sehr begierig, sie nun einmal mustern zu können, zwar kannte er sie ja von Kindheit an, dazwischen aber lagen nun- die 'Jahre der Entwicklung, in denen man sich so leicht entfremdet. Als er sie grüßte und sie mit leichtem Kopfnicken dankte, sagte er bei sich: Donnerwetter, das ist ja ein Staatsmädel geworden!" Er ließ aber sein Erstaunen nicht merken, spielte den Weltmann und begann in einem flotten und leicht burschikos gehaltenen Ton zu plaudern. Zuerst ging sie belustigt auf seine Art ein, weil es ihr Freude machte, einen alten Jugendfreund wiederzufinden, als er dann aber immer dreister wurde, den forschen Kerl und den Schwerenöther fielen wollte, besann sie sich, wurde zurückhaltender und ließ ihn langsam, aber sicher abfallen, so daß er mit kurzem, militärisch strammem Muß sich verabschiedete. Wüthend ging er weiter. Darauf war er mcht gefaßt gewesen! Und während er so in seinem Groll nach Hause ging, dachte er immer nur: Was für ein prächtiges Mädel ist sie doch geworden! . Am andern Tage traf er sie wieder, aber als er sich ihr nähern wollte, entwich sie, so daß sein Vorhaben mißlang. Als er Abends in die Stammkneipe ging, begannen seine Freunde und Al tersgenossei ihn weidlich 'zu necken: Ja, lieber Junge, die holde Dame hat uns ae der Reihe nach schon abfallen lassen, da wirst auch selbst Du vergeblich um Einlaß anklopfen. Verärgert und wüthend schwieg der zunge Krieger. Die Jungfrau hat kein Herz, sonst wäre sie schon langst einem von uns um den Hals gefallen, so dauerhaft haben wir ihr die Kur geschnitten! rief lachend der junge Rechtsanwalt. So. meint Ihr das wirklich?" entgegnete der andere noch wüthender. Und ich sage. Euch, sie hat doch ein Herz, und es muß nur der rechte Mann kommen, da fällt auch diese Festung!" Nun, vielleicht bist Du dieser Rechte!" höhnte scherzhaft n anderer. Beweise es uns doch!" Das will ich. jawohl!" schrie Waldemar nun erregt. Ich werde es Euch beweisen. Morgen, am hellen Tage, werde ich ihr einen Kuß rau ben! Ihr alle sollt daS mit ansehen! Jawohl, morgen schon! Da stand e? mit hochrothem Gesicht, die erregte Stimmung, der zu schneie Genuß der Getränkedas alles hatte ihm seine ruhige Ueberlegung geraubt, nun erst, nachdem alle auf ihn einsprachen und seinen Muth bewunderten, nun erst wurde ihm klar, was er gesagt hatte. nun aber war es zu spat, ein Zurück gab es nicht mehr, wenn er sich nicht lächerlich machen wollte, und jetzt wurde er erst recht ärgerlich, denn nun bedauerte er heimlich, ein so unsinniges Versprechen aegeben zu haben. Am andern Taae. als ftwulem Käthe des Nachmittags um 5 Uhr allein in dem kleinen Stadtpark lustwandelte, trat plötzlich der junge Kriegsmann vor sie hin; entfliehen konnte sie nicht, und so begann sU mit ihm eine Unterhaltung von alltäglichen Dingen. Die vornehme Neservirtheit und die leichte Kühle von ehemals hatte sie heute nicht, dafür aber erschien sie ihm leicht erregt, und mit einer gewissen Angst vermied sie es, ihn direkt anzusehen. Das gab ihm viel zu denkcn. So gingen sie flott und lustig plaudernd neben einander. Da kam ihm der Gedanke an sein gestern gegebenes Versprechen. Einen Augenblick zauderte er noch, dann aber dachte er: Geschehen muß es unbedingt, und eine bessere Gelegenheit konnte gar nicht kommen, und da nahm er das er-

staunte junge Mädchen kurz entschlossen in den Arm, zog sie an sich und küßte, sie mit d ganzen Leidenschaft seiner dreiundzwanzig Jahre Nun war es geschehen. Er war darauf vorbereitet, daß sie ihn -zurück-stoßen und ihm davonlaufen, würde. Das aber aeschab nicht.

Als er sie an sich zog, war sie zu-1 erst erstaunt, als er sie aber umfaßte . und küßte, sank ihr Köpfchen an seine Brust, und er suhlte zitternd, daß sie seinen Kuß erwiderte. Jetzt war er einen Augenblick sprachlos, denn darauf war er ja nicht gefaßt gewesen. Im nächsten Moment aber kam ihm sein Bewußtsein wieder, und nun fühlte er mit bebender Glückseligkeit, daß das Herrliche Mädchen ihn liebte. Und nun vergaß er alles um sich her, umfaßte sie noch einmal und küßte sie wieder und immer wieder. Plötzlich aber erscheinen an der nächsten Wegecke die Freunde vom Stammtisch, und unter lautem Jubel und Lachen rief Jemand: Das war gut gemacht! Du hast Dein Wort glänzend eingelöst!" Einen Augenblick lag peinliche, angstbeklemmende Stille auf beiden Seiten. Dann aber erkennt das Fräulein die Situation, sofort reißt sie sich los und entflieht. Nun erst wird auch der junge Kriegsmann aus seinen Träumen aufgerüttelt verloren, all sein Glück verloren! Er stößt die Freunde von sich und will ihr nach. Zu spät! Er holt sie nicht mehr ein. Und dann rennt er wüthend nach Hause und schließt sich ein und laßt seinen ersten großen Schmerz austoben, denn jetzt weiß er ja, daß auch er sie liebt. Er eilte nach ihres Vaters Haus, umsonst, sie sei nicht daheim. Dreimal kommt er wieder, immer vergebens. Nun ist er ganz rathlos, und als er am nächsten Tage wiederkommt, da erfährt er, daß sie fort sei, gestern Abend ganz plötzlich abgereist, zu einer Fan.ilie nach dem Süden. In wahnsinniger Wuth geht er heim. Also hat er sie wirklich verlyren! : Drei Jahre später sah er sie wieder. Jneinem Seebade war es. t Zuerst begrüßten, sie sich förmlich und kühl, dann aber, da man in einem so kleinen Nest sich nicht entfremden kann, führte Zufall und Gewohnheit sie öfters zusammen. Und dann kam eines Tages die große Aussprache, und dann gestand er ihr mit flehenden Augen, daß er sie noch immer liebe, daß er ohne sie nicht leben könne, und so bat er um Verzeihung für seinen Dummenjungenstreich" von ehemals. Drei Jahre sind eine lange Zeit für zwei Liebende, die lange voneinander getrennt leben mußten, und in dieser Zeit hatte sie oft und lange darüber nachgedacht, ob sie ihm, falls er jemals wiederkäme, wohl verzeihen könne. Ihr Herz sagte ja. Und deshalb, als er nun so flehentlich abbat, verzieh sie ihm alles und wurde seine Braut. . Letzter Wunsch. Der Doktor P. Fusch behandelt einen Patienten, mit dem es von Ta zu Tag schlechter wird. Er nimmt die alte Wirthschaften beiseite und befragt sie nach den Anverwandten des Kranken, man müßte' doch für's Aeußerste Vorkehrungen treffen. Da er aber erfährt, daß der Herr ganz allein in der Welt dasteht, nimmt er sich vor, persönlich das Erforderliche zu veranlassen. Lieber Herr", sagte er zu ihm, Sie werden ja wahrscheinlich wieder ganz gesund werden, aber ein Mensch ist doch blos ein Mensch, und an die Ordnung seiner Verhältnisse muß Jeder denken. Da Sie keine Verwandten besitzen, könnten Sie mir wohl mitseilen, was Sie für letzte Wünsche haben. . O ja", antwortet der Kranke, mein letzter Wunsch ist, ich hätte einen anderen Arzt genommen!" Freundschaft. Nun, Sie haben sich mit Ihrer Freundin ja wieder ausgesöhnt?" Ja, durch ihre letzte Krankheit ist sie so häßlich geworden, daß ich ihr wirklich nicht mehr böse sein kann." Schön gesagt. Heirathslustiger: Also sehen Sie zu, daß Sie Fräulein Schulze zu meiner Braut machen können!" Heirathsvermittler: Gut, ich werde die Dame in Beärbeitung nehmen!" E r st a u n l i ch. Sie waren ja neulich eine Zeitlang in England, Herr Professor: wie spricht man denn dort über Deutschland?" Nun, wie sollte man da denn wohl sprechen? Englisch natürlich." Mehlspeise von rohem G r i e s. Hierzu werden 8 Eidotter mit yx Pfund Zucker gut verrührt, worauf Pfund ganz feiner Gries hinzu gerührt und entweder etwas Vanille- oder Citronenzucker daran gegeben wird. Zuletzt kommt das zu Schnee geschlagene Eiweiß hinzu. Dann wird alles in einer mittelmäßig heißen Röhre gebacken bis es stttt, und heiß zu Tisch gegeben. Will man es als Kuchen ' gebrauchen, so bäckt man es etwas langer, so daß es schon ein wenig einsinkt. Es gibt dann eine schöne Torte

Taö Vorgen im Haushalt. Borgen, Schuldenmachen, das ist ein gar gefährliches Beginnen, dessen ganze Tragweite i'.'. Erwägung zu ziehen man gar z'l leicht vergißt. Es kann dem Besten Passiren! Daher sei das Sprichwort: Borgen macht Sorgen" allen lieben Leserinnen, besonders den jungen Hausfrauen, in mahnende Erinnerung gebracht. Sie haben es so zu sagen am eigenen Leibe" noch nicht erfahren und kennen die Klippen und Riffe noch nicht, die das

Haushaltsschifflein gar gefährlich bedrohen und dem ganzen Lcbensglücke nicht selten zum Stein des Anstoßes" werden. In der Gefahr des Borgens kommt man gar leicht um; das A zieht das V nach sich, ja es geht vom Kleinen zum Großen. Zuerst tröstet man sich mit dem üblen Sprichwort: Einmal ist keinmal, aber man hat das gewiß unangenehme Gefühl überwunden, so allerlei, ohne zu zahlen, in Geschäften mitzunehmen, und sind gar die Ceschäftsinhaber in Anbetracht der sicheren und angesehenen Stellung des Mannes auch ohne klingende Münze höflich und zuvorkommend, dann ist's in den Augen solch einer unerfahrenen oder 7 leichtsinnigen jungen Frau eine gar angenehme Sache, so nach Herzenslust einkaufen" zu können. Am ersten nächsten Monats soll bezahlt werden. Ja, die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube, und der jungen Frau aller Voraussicht nach wieder das Geld; es reicht ja gewöhnlich, trotzdem es nicht knapp bemessen, so wie so nur bis zum 2ö. im Monat. Wie können da noch Schulden bezahlt werden? Nun, die Kleinigkeiten" mögen vorläufig stehen bleiben; Rechnungen schicken die Geschäfte noch lange nichts So geht es auf der schiefen Ebene schnell weiter. Nicht, nur der HausHaltsetat, der unter dem übertrieben üppigen Damenkaffee gelitten, sondern auch das Budget für Toiletten wird bald überschritten. Denn moderne Sommergarderobe und Hüte müssen unbedingt angeschafft werden. Der ahnungslose Gatte bewundert ind.'ssen das Finanzgenie, als welches sein Frauchen sich immer mehr entpuppt. Die zuerst kleinen Mehrausgaben hielt sie nicht der Mühe werth zu beichten; nun, da die Verpflichtungen anfangen, ihr, lästig zu werden, fehlt ihr "der Muth, ihrem Manne reinen Wein" einzuschenken. Kommt Zeit, kommt Rath!" hier ein verfängliches Sprichwort, doch die junge Frau hilft sich vorläufig damit über unangenehme Gedanken hinweg. Und wirklich, ihr kommt guter Rath! Die intime Freundin wird ihr gewiß gern mal aus der Verlegenheit helfen. Sie schreibt und empfängt die erbetene Summe. Nun hat's keine Noth! Die Rechnungen werden glatt bezahlt, nan läßt sich als Finanzgenie" länger bewundern. Das Borgsystem beginnt von Neuem. - So geht's wieder eine Zeitlang, doch allmählich fangen auch die bei der Freundin gemachten und noch durch eine zweite Anleihe vermehrten Schulden zu drücken an; man möchte das geborgte Geld doch nicht zur Scheidemünze" werden lassen, wie es unter Freunden leider so oft der Fall ist. Am Ende ist guter Rath theuer, und einer Generalbeichte, je eher, desto besser. nicht mehr aus dem Wege zu gehen. Machen nun diese Extravaganzen" dem Geldbeutel des Gatten keine Schwierigkeiten, so wird es ohne eine häusliche Szene abgehen, andernfalls dürfte das Frauchen so ganz ohne Reuethränen nicht davon kommen. Jedenfalls wird sie nun vorläufig, sozusagen, unter Kuratel" gestellt und muß lernen, genau Buch zu führen und vor allen Dingen alles baar zu bezahlen. Es geht mit einigem guten Willen auch ganz ausgezeichnet, und ihr ist's jetzt eine Wohlthat, denn sie weiß aus eigener bitterer Erfahrung, daß Borgen recht unangenehme Sorgen verursacht. Aus der guten alten Zeit. Hauptmann: Du, Mitterberger, der Feind hat'n Krieg erklärt; morge müsse mer in's Feld ziehen. Bürgergardist: Fällt mir schon ein, jetzt wo i erst g'heirathet hab'! Leicht zu helfen. Glauben Sie, Herr Doktor, daß ich nach der Sachlage den Prozeß gewinnen kann?" Nach der Sachlage nicht aber wir können ja die Sache auch anders legen!" Gute Aussicht. Wirthin (verlegen): Hasenbraten und Portwein hat der Fremde bestellt!" - i Wirth: Na, da schau' Du, wie Du den Hasenbraten zurechtbringst Ich werd' schau'n, wie ich mit dem Portwein fertig werd'!" . .