Indiana Tribüne, Volume 29, Number 51, Indianapolis, Marion County, 23 October 1905 — Page 5

Jnd'sna Tribüne, 23 Oktober

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Vlervtait.

Von A. Eitncr. Wenn man ein Vicrblatt findet. Heißt's in der Leute Mund: Das Glück sich jcvt verbindet Mit dir zur Stund'! Und als so recht ergötzlich Ich schreit' nurchs nrüne Feld, Ein kleines Kleeblatt plötzlich Ins Aug' mir fällt. -$ Ich pflück' eS ab geschwinde,' Tas soll ja Glück mir sein -Und wenn ich es dann finde, 3o ist es mcin. Ich kann damit dann machen. Ganz was das Herze hriX .Ihr" soll das Glück hcut' lachen. Das den!' ich still. Drum bab' ick's dir gegeben. Tu weißt, ich bin dir gut. So. sei auf allen Äcgcn : In Glückes Hut! Der wildx Hanfi. Erzählung aus den steirischen Beigen von K F. Brooks. Ernst und feierlich schauen die Berg: in das bewaldete Thal zu ihren Füßen. Der Gebirgsbach durchfließt es, und nahe seinem Ufer liegt das große Eisenwerk Jmmhofen mit seinen Hämmern, Schmieden, Gießereien, Schleifereien. Das sonst seichte, klare Bächlein ist seit wenig Tagen durch das Schmelzen großer Schneemassen im Gebirge in ein wildes Gew'äffer verwandelt. Gelb, trübe, mit rasender Hast, strömt es thalab und hat an manchen Stellen seine Ufer übertreten. Ein blauer, reiner Frühlingshimmel steht über dem Thal, das vom Brauseit des Wassers, dem Lärm der Maschinen durchtost wird. Das Thor zum größten Eisenhammer ist weit offen und gewährt einen Blick . in den langen, halbdunkeln Raum. An seiner rechten Seite schmettern drei Hammer nieder, an der linken befinden sich mehrere große Feuerungen hinter massiven Eisenthüren. Jeder dieser Gluthöfen wird von einem Schmied versorgt. 'Vor dem, der dem Eingang zunächst liegt, sitzt ein Arbeiter von kaum dreißig Iahren. Seine großen, glänzenden, hellbraunen Augen schauen in's Freie hinaus, zum sonnigen Himmel, zum Wildbach, der kaum siebzig Schritte von ihm .entfernt, vorübereilt, hinauf zu dem schmalen Fußsteig, der sich am anderen Ufer den Berghang hinanwindet. Gespannt, wie auf etwas wariend, haftet sein Blick an dem weißen, !gan schmalen Weg. Es ist der Hansi Sirchbacher, der stärkste Schmied, der tollste' Raufer, . der unermüdlichste Tänzer, genannt der wilde Hansi", :der ganz:, seiner- Art entgegen, ernst -und sinnend in den Tag starrt.- Leise summt er vor sich hin: Kan Ohr hat's net höret, tan Aug' hat's net g'sehn. ;9ta de Sternerl, der Windhauch und 's, de Nacht weiaß, was g'schehn. ';'! Jetzt springt er auf, reckt die Arme Mpor, wirft den runden Kopf zurück, 'als wolle er einen Traum abschütteln, aber keinen böscn Traum, denn ein Lachen umzieht seine vollen, Lippen und läßt die starken, weißen Zähne -zwischen ihnen hervorschimmern, (1 , stößt die Thür der Feuerung auf, und ,der Flammenschein übergießt sein .schönes, leidenschaftliches Gesicht. Mit mächtiger Zange reißt er einen glühenden Eisenklotz aus dem Ofen, wirft ihn auf den Boden, wo sich Eisenschieuen hinziehen. Dann ein Stoß gegen den zischenden Klotz! Er saust auf seiner Bahn fort bis vor den Arbeiter am Großhammer hin; der erfaßt ihn mit der Zange und bringt ihn auf.den Amboß. Hansi hat die schwere Arbeit wie spielend verrichtet. Leicht elastisch, bewegt sich fein prächtig gebauter, kraftvoller Körper. Hansi Hirschbacher horcht auf. Ja, das helle Juchzen einer Frauenstimme dringt in die Schmiede! Er eilt hinaus. Sein Auge richtet sich auf die Gestalt eines jungen Weibes, das drüben auf dem Pfad am Berghang nie dersteigt. Als es die Wiese zwischen Berg und Wasser erreicht hat. bleibt es stehen, juchzt wieder und singt dann hell: Die Hämmer, die sausen, die Funken, die sprühn. Mei' Herz hämmert aa so, aa Funken drrn glühn. Hansis Blicke hängen an dem Mäbei, in dem dunkelrothen Leinenrock und Mieder, das die schönen Arme und den runden Hals freiläßt. Ihr Kopf, auf dem sie einen Korb trägt, ist von einem weißen Tuch umhüllt, unter dem die dunklen, übergroßen Augen hervorleuchten. Ihre nackten Füße schreiten eilends vorwärts, dem ganz schmalen, geländerlosen Steg zu, der sich hier über den Bach legt. Er ist aus rohbehauenen Balken hergestellt, und die gelben, rastlosen Wellen lecken in ihm hinauf, Lberfluthen ihn da und dort. Weiter stromab, liegen zwei große Brücken, aber dieserSteg erspart den Leuten, die zum oberen Theil des Werkes wollen, einen Umweg. Kein Juchzer, kein Gegenaruß kommt aus Hansis Munde. Er schreit nur: Mirza, Mirza! Net über'n Steq, bei Gott net! Wenn du einigleit'st, bist verlor'n! Z'rück! Kimm über de Brücken! Das Dirnderl antwortet mit hellem Lachen, fetzt denFuß auf den schlüpfn'gen Steg und singt: Wenn i anifall, darfst mi cmssihofa.

Gelt. Mei Bu's ista G'spatz?

Vin t amsalln, hast ml auijlghol:, Mo

wir zwa vatzch, patschnaß. . Mirza, geh z'rück! Ueber die Brücken! Kan Mensch net därf heut über'n Steg. Z'rück, Maderl! I will's, i befehl's, i befehl's! Hörst? Z'rück! - Na und wieder na! entqegnet Mirza herb und betritt den gcsahrvrohenden Steg. Hansis Fäuste ballen sich. F7ammend, angstvoll ruht - sein Auge auf dem Weibe. Er sieht da den geschmeidigen Körper gestreckt, bereit, sich in das schäumende, vorwärtsreißende Wasser zu werfen, wenn das Mäderl einen Fehltritt thut und die Wogen es erfassen. Ihr tollkühnes Thun wird noch von zwei Dnschen, Herren in elegan tem' Reitanzug beobachtet. Sie traten eben aus dem Tannenwald am Berghang, den Mirza hinunter kam, und nähern sich dem Ufer. Besonders der größere ist ein auffallend hübscher Mann mit aristokratischen Zügen, blondem, krausem Vollbart, tiefblauen Augen. Sei! gestern ist er, Baron Leo von Eggers, bei seinem Freunde Geldern, dem Besitzer des Werkes, zum Besuch. Er sagt: Die Dirn hat den Teufel im Leibe. Das machen wir ihr nicht nach.' Wir nehmen den Weg über die Brücke.Und trotz meines Verbots thut sie es, entgegnete Geldern. Ich gab's, weil mir schon öfter Leute, wenn das WildWasser ging, hier verunglückten. Schau, wie der Bursche sie anstiert. Eggers lacht und spricht: Ja, er scheint das saubere Weibsbild wie toll zu lieben. Es ist der schöne. . wilde Hansi, der Hirschbacher, erzählt der. Fabrikherr. Na, er ist der Mann danach, den hübschen Trotzkopf zu zwingen. Er ernährt jetzt schon ihre ganze Familie sie sind verwandt die schwache Mutter, den nichtsnutzigen Vater und Bruder und begnügt sich mit einem Unterschlupf aus dem Hausboden für sich und feinen Stiefbruder und dem täglichen Heidensterz, den sie auch eben den beiden hinträgt. Na, ein bildsauberes Paar wird's. Aber, wenn die zwei gegen einander prallen, da wird's krachen. Mirza hat das Ende des Steges erreicht. Hansi, der ihr die Arme entgegenstreckt, reißt ihr nun den Korb vom Kopfe nd hebt mit einem unartikulirten Schrei das Mädel hoch vom Boden empor. Dann läßt er sie nieder, legt die Fäuste auf ihre Schultern' und schüttelt sie. Er scheint sie jetzt an die Brust pressen zu wollen. Sei gescheidt, Hansi, sei still, spricht sie ruhig. Schau her, da drüben, unser gnä' Herr und noch aner, sei siad. Er tritt zurück und stößt hervor: Die Angst hätt' mi fast umbracht. -- Wär i anig'falln. hättst mi aussig'holt, beginnt sie wieder h:ll, zu singen. Zorniz fährt er sie an: Schweig, Dirndl, schweig! Gegen das WildWasser, die G'walt sind mei Arm wie Zündhölzer. Schweig! Liegt di denn gar so viel an mi, meiner Lieb? flüsterte . sie zärtlich, nachdem sie sah, daß die Herren sich entfernten, und drängt sich an ihn. I i derstick dran! murmelt er. Sei g'scheit, wiederholt sie, zerrt an seiner Halskette, bis ein Ring in ihrer Hand liegt. Leise singt sie: Kan Ohr hat's net höret, kan Aug hat's net g'sehn. Nur de Sternerl, der Windhauch und de Nacht weiaß, was g'schehn. Hastig redet sie dann: Am Sonntag, halt, gehn wir wieder zum Tanz, singen Trutzllderl, als die besten, wirbeln uns umi, als die besten! Voll Kummer Leidenschaft senkt sich Hansis Blick in ihren und hält ihn gebannt. Er flüssert: Ja, Trutzlied l, mei bestes ano; kennst es noch? , Für dcin Lieb thät i hungern, g'äb's Leben für sie. Wärst falsch oder treulos Dirn, zerbrech'n thät i di! Ja, Mirza, tanzen und singen ist a Freud, aber, noch schöner is, wenn wir zwa droben hinter der Hütten sitzen, am Sonntag. Und de Feuer sind todt und de Hämmer schweigen, de Vögerl singen. Und wir zwa allan beisammen! Blab'n wir droben, Sonntag, drängt er, nur anen Sonntag sei für mi allan auf dera Welt! Na, na! sagt sie kurz und herb, greift den Korb vom Boden auf und eilt der Schmiede zu. Kurz darauf sitzen Hansis sein 16jähriger Bruder Nazi, ein bleicher, magerer Bursche, und Mirza auf einer Holzbank, nahe dem Thor des großen Hammers, dem sie das Gesicht zuwenden. Links rauscht der Bach, an dessen Ufer Haufen langer Eisenstangen lagern; hinter ihnen und zu ihrer Rechten ist der Fahrweg, auf dem Arbeiter, Lastwagen und Weiber mit Speisekörben daherkommen. Hansi und Nazi essen ihren Heidensterz: gesottenes, mit Fett und Speck durchsetztes Buchweizenmehl. Mirza hat hier im Schatten das Kopftücherl abgenommen. Ihr Kopf ist klein, mit dicken, schwarzen Flechten umwunden, und auf die schmale Stirn drängen sich lockige Haarsträhne bis fast über die feinen Brauen. Bald beginnt, sie zu singen. Ihre Stimme ist voll und rein. Hirschbacher! erschallt da eine.gebietende Männerstimme hinter . den Sitzenden. . Sie springen empor. Vor ihnen stehen der Besitzer des Eisenwerkes, ein" korpulenter Herrmit rundem Gesicht, und von Eggers.

Küß die Hand, gnä' Herr, sagen Mirza und die Brüder und Geldern stellt eine geschäftliche Frage an Hansi. Mirza, spricht er dann strenge, du schreitest nicht mehr über'n Steg, solang' Hochwasser ist. Verstanden? Ja, gnä' Herr, flüstert sie demüthig. Dabei geht ihr Blick verstohlen zu dem vornehmen, blasirten Gesicht Eggers' hin, der sie keck anschaut. Sakra, Geldern! spricht der. Ihr habt ja 'nen Kronschatz hier in der schwarzen Schlucht, so'n Maderl, so ein bildsauberes Weibsbild! Er legt die Hand unter Mirzas Kinn und yeot es. . Da. springt Hansi herzu und reißt das Mädchen zurück. Min ist das Dirndl, mein! sagt er heiser. Wie Hülfe fordernd, nicht erbittend, blickt er auf seinen Brodherrn und fährt fort: Zu Ewaldi, da heißt's schon de Hirschbacherin"! Mirza preßt die Lippen zusammen und zieht, wie abwehrend, die Schultern in die Höhe. Viel Glück dazu,' sagt Geldern gutmüthig. bist ein braver Bursche und ein fleißiger Arbeiter. Maderl, du bist aber wenig gescheit, spricht Eggers spöttelnd. Du, mit det Gestalt, dem Gesicht, der hellen Stimme willst in dem einsamen Thal, voll Ruß, Qualm, Hämmerpoltern, bleiben dein Lebenlang? Und den, den Höllenfürsten da freien? Dich von ihm herzen und prügeln lassen? Dummes Dirdl, du! Komm nach Wien, sing Trutzliedl und in einem Jahr bist du reich. - Mein is se, Herr, mein! Haben's net hört? keucht Hansi. schlägt die geballte Faust so mächtig auf die Brust, daß es hohl widerklingt, und tritt dicht vor Eggers hin. Komm, sagt leise, energisch, Geldern zum Freunde, komm sofort! Du kennst den wilden Burschen nicht! Sie wenden sich um und gehen. Auf Wiedersehen, schön's Maderl! tönt's aus dem Munde des Wieners. Hansis Faust umklammert die Finger Mirzas. Er zieht sie mit sich, hinttt den Thorflügel, der zwischen sich und der Mauer einen Winkel bildet. Hier sieht sie Niemand. Hansis Nustern zittern, der bleiche Mund zuckt. Mit vorgebeugtem Oberkörper, wie zum Sprung bereit, steht' er vor dem Mädchen. Er schreit sie an, . daß es eine Schande, eine Schlechtigkeit ist, wenn eine Dirn dasteht, wie sie gethan, und den frechen, lüsternen Blick eines Mannes über sich hingehen läßt, vom Scheitel bis zur Sohle, und sich nicht das Nackentuch bis zum Kinn zieht, die nackten Arme nicht bedeckt, den Frechen nicht in's Gesicht schlägt! Sie hat gar noch unter den Lidern her zu ihm hingeschielt, hat gelächelt, als man ihn, Hansi, einen Höllenfürsten genannt, ihr verhieß, daß ' er sie schlagen würde. Himmel! mit keiner Silbe hat sie zugestimmt, daß sie ihm gehört, sein Dirndl ist, zum Herbst sein , Weib wird. . Nein! Sie schwieg. Sein Herr hatte Erbarmen mit ihm, sie., nicht. Und wie sie hoch aufgehorcht hat, als der feine, verfluchte Mensch von, Wien redete, von Singen und Reichwerden. Kann er denn noch an ihre Liebe, ihre Treue glauben? Muß er nicht denken, daß sie falsch, treulos ist? Da stößt Mirza ihn vor die Brust und ruft gellend: Ja, so heißt's ja in dein Trutzliedl: Bist falsch und treulos, Dirn! Zerbrechen thät ,i di! Und, schlag mi doch, du Wilder, Toller, zerbrich mi. di nix that hat, gar nix! Na. so'n wilde Liab, wie die dein, die mag i net, g'sallt mi net, will i net, haß i! Nun duckt sie die schlanke Gestalt, schlüpft unter seinem .Arm her und rennt fort. Und er lehnt den Kopf an die Mauer. Er erzittert ob der Qual, die in ihm wühlt. Auf den Bergen liegt schwarze Nacht. Der Wind fährt durch die Wälder an ihrem Hang. Im Thal poltern die Hämmer noch mehr als tagsüber, noch weiter dringt ihr Schlag. Wie im Wetkstreit reden sie, und zeitweise ist eine Pause. Erst dann vornimmt man das 'Brausen des Baches, der feit gestern wieder angeschwollen ist. Die Eingänge und Fenster der Gebäude heben sich roth durchstrahlt von der Finsterniß ab. Hansi sitzt vor seiner Feuerung. Sorge. Unruhe, Schmerz liegen auf seinen Zügen. Seit der blonde Fremde vor vierzehn Tagen plötzlich vor ihm stand, ist er von Eifersucht, Zorn und Verdacht gequält. Weshalb putzt sich das Dirndl jetzt so sehr? Und seine Freunde sagen, daß der Wiener der Mirza nachsteigt. Das leugnet sie ihm auch nicht ab. schwört aber, daß sie ihn auslacht. Aus welchem Grunde erschrak sie gestern so sehr, als er sagte, ihr Kleid dufte wie Veilchen? Was nutzt es. daß Nazi auf das Maderl Obacht gibt, wenn er, der Hansi, Nachtschicht hat? Der Bub ist jung und .schläft gern. Und gar derächtlich ist's, daß er ihn als geheimen Wächter Mirzas bestellte! . Hansi. fährt stöhnend aus seinem Sinnen auf. Es zerrt Jemand an seinemGewand. Er blickt in das Gesicht Nazis. Nazi, was was? ruft er erschreckend. Sie ist fort! haucht Nazi, aus der Hütten geschlichen, als sie glaubt hat, i schlaf! Und dann berichtete er, er wolle 's nur gestehen: schon gestern spät lZrt' er im Wald, hinter -der. Hütte, leises Pfeifen. Er sah zur Dachluke hinaus und bemerkte bald, wie eine Weibergeftalt aus dem Aaus zum .froh

mniOMvsle. irr lquaj naa?, vrrc flüstern, sah einen rothen Punkt glimmen und plötzlich des Wieners Gesicht auftauchen in rothem Schein.

und beut, Bua. heut? Sprüh schnell! unterbricht heiser Hansi. Sie schlich wieder fort, flüstert Nazi, doch bergab, über de Wies', das 1Jessas -7- über'n Steg, im Finstern bei dem Wasser! Drüben, Hansi, hat's wieder leis' gepfiffen, und als sie über'n Steg war i ihr nach schlich sie nach rechts und war fort, wie versunken in der Erd. Hansi horchte athemlos. Seine Augen traten vor, seine Fäuste ballten sich. Wie ein Ruck geht's nun' durch seinen Körper. Er weist auf das Feuer, ruft: Gib Obacht! und stürmt in die Nackt. Hämmer toben. Maschinen rasseln. der Bach wirft seine Wellen an und Über den Steg. Flammen, Funkengarben steigen aus den Essen. Und schwarz stehen die Berge da. . Eine Stunde verging. Keuchend wirft sich Hansie am Ufer neben dem Haufen Eisenstangen " hin. Rechts, kaum hundert-Schritte von. ihm entfernt, liegt sein Hmnmer. Vor ihm brandet dss Wasser . und zu seiner Linken erhebt sich ein hohes, schmales Gebäude, iie erste Kanzlei. Rasender Zorn lodert in Hansi. Er fand sie nicht, die Elenden: das treulose Weib, denSchurken, der die Dirn bewog, über den toddrohenden Steg zu ihm hinzueilen. Klar erfaßt er es nun: in den Nächten, wenn er Schicht hatte und das Wasser niedrig war, da schlich der Bube über'n Steg zu Mirza. Auf den Brücken würde er gesehen worden sein, da sie auch Nachts viel begangen werden. Heut jedoch, wo der Steg gefährlich ist, bewog er Mirza. in's Thal, über'n Bach, zu ihm zu kommen! Und sie wird ihm folgen nach Wien! Hansis Zähne t knirschen. .Nein, er fand die Elenden nicht und wie suchte er sie! Im Wald, in der Schlucht, in den Schuppen, bergauf, bergab. Und immer wieder rannte er hier an das Ufer, denn sie muß ja über, den Steg heim, und Nazi sagte: nach rechts schlich sie. Er komm dun Steg, der kaum zwanzig Schritt von ihm entfernt ist, nicht näher, - damit Mirza, wenn sie heim will, ihn nicht erspäht und Zurückflieht. . Eben schweigen die Hämmer zu kurzer Pause. Da horch! Hoch oben in der Luft eine leise Männerstimme. Der Wind trägt es herüber! Ade. ade! Mirzerl! Schätzer!! Uebermorgen Wien bin da, wenn dein Zug einläuft. Und nun, unweit von Hansi, uu fast gleicher Höhe mit ihm, Mirzas (stimme: Ade, Liabster! Ja, bis da! Dvch i waß net, i fürcht mi plötzliH! Ah. narret! Bis bald! Du, du Liaber'mein bis bald! 'Hansi' steht da, unfähig eines Lautes, einer Bewegung. Die Gewißheit durchflammt ihn:, die zwei waren zusammen, droben in der Kanzlei, sicher vor jedem Auge, jedem Ohr; und er ist noch dort. t??Sein Herzschlag stürmt; er stiert auf die Stelle, wo der Steg sich an's Ufer legt, auf das niedere Gebüsch dort, den Rasenstreifen dahinter. Jetzt da -r da! Auf dem Steg über den glucksenden Wellen, schon mehrereSchritte vom Ufer entfernt, erhebt sich eine Gestalt: Mirza. Das Ufer im eine Strecke den Steg entlang ist sie gekrochen, um, wenn sich Arbeiter außer den Schmieden aufhielten, nicht von ihnen entdeckt zu werden. Wie mit einem schlag wird das Hansi klar. Er rennt bis zum Steg. Ist sie erst drüben im Hauserl, beschützt von den habgierigen Eltern, gehört sie dem Schurken ganz! Wie Funken tanzt es vor. seinen Augen. - Halt! kreischt er laut, gell, reißt eine eiserne Stange von dem Haufen neben ihm, hebt sie hoch, zielt nach der kaum noch sichtbaren Gestalt Mirzas, die jetzt mitten auf dem Steg ist, und schleudert das Eisen nach ihr. Ein Schrei! Ein Aufklatschen! Der Steg ist leer. Und weiter stromab hebt sich in der Finsterniß aus den schäumenden, reißenden Wellen ein runder Arm, ein weißes Frauengesicht. Dann ist es verfunken. Wieder schmettern die Hämmer nieder, wirbeln Funken undFlammen aus den Essen, taumeln Nachtfalter an die erhellten Fenster und fchauen die Berge schwarz und stumm in das rothdurchleuchtete Thal zu ihren Füßen. Und Hansi sieht vor seinem Feuer, starrt in die Gluth. Qual und Unruhe sind nicht mehr in seinen Zügen. Starre Ruhe liegt darauf. Um Jahre scheinen sie gealtert. Und leise kommt es von seinen Lippen: Kan' Ohr hat's net höret, kan Aug hat's g'sehn, Nur de Sternerl, der Windhauch und de Nacht weiaß, was g'schehn! Harte S t r a fe. Diener: Gestern habe ich unser'm gnä' Herrn einige Cigarren gemaust, aber die Strafe folgte gleich auf dem Fuße.Köchin: Hat Sie der gnä' Herr erwischt?" Diener: Nein, geraucht hab' ich eine." Nobel. Herr (sich beim Piccolo eines großen Hotels erkundigend): Ist hier nicht ein Herr Meier aus Luzeldorf abgestiegen?" Piccolo: Aus Lu. zeldorf?. . . Nein!. . .Unsere Meier sind tHe aus Berlin, New York und Pa-ris!"

Für die Äüche. Kalbfleisch - Frikassee mit Reis undBlumenkohl. Man thut reichlich Butter in einen Schmortopf, 'schneidet eine kleine Zwiebel hinein, legt das in Frikasseestücke , geschnittene Fleisch mit , Salz und etwas Pfeffer hinein und schmort es darin gelb. Dann gibt man so viel mit Wasser angerührtes Mehl darauf, daß es eine dickliche Brühe wird, die vier Finger hoch über dem Fleisch steht, und läßt es einige Minuten kochen. Hierauf brüht man . guten Reis zweimal ab, vermischt ihn mit dem in Röschen getheilten Blumenkohl, gibt dies auf das Fleisch und streicht es glatt. Die Brühe muß etwas darüber stcljey. Wenn alles einige Zeit kocht, läßt man es 14 Stunde langsam schmoren. Beim Herausnehmen verrührt man etwas von der Brühe mit einem oder zwei Eidotter und einem Glase Wein, oder etwas Kapern und Kapernessig und mischt dies unter. Dies Gericht ist außerordentlich schmackhaft. Schokoladen - Pudding. Man rührt y Pfund geriebene Schokolade mit 3 Löffeln feinem Mehl und 1 Tassenkopf vollMilch, läßt Pfund recht frische Butter in einer Kasserolle auf dem Feuer schmelzen, gießt die abgerührte Milch dazu und kocht dies so lange, bis es sich von der Kasserolle ablöst; dann schlägt man sogleich 1 Ei dazu, rührt es durch und läßt alles abkühlen. Das Gelbe von 6 Eiern . ''wird mit yZ Pfund Zucker leicht verrührt, der kalte Teig dazugegeben, ebenso der Schnee von den 6 Eiern, etwas gestoßene Vanille. Dann füllt man die Masse in eine mit Butter ausgestrichene Form, und läßt sie zwei Stunden im Wasserbade kochen. Man gibt dazu eine Vanillensauce. Flammeri von Mandeln. Drei Gramm süße und ein Gramm bittere Mandeln werden fein gewiegt, mit einem Liter Milch, nebst etwas Zucker, einem Prieschen Salz, etwas Citronenscheibe aufgesetzt; unter starkem Rühren thut man, wenn die Masse kocht, ein Gramm Gelatine dazu, gießt den Brei dann schnell in eine Form und gibt zu der erkalteten Speise eine Obstsauce. Schweinsfilet mit Tomat e n m u s. Die gehäuteten und gut zurechtgemachten, leicht gesalzenen Filets werden in Mehl gehüllt. Jnzwischen hat man etwas zerschnitteneZwiebel in Butter anlaufen lassen, legt die Filets hinein und läßt sie langsam gar dünsten. Unterdessen kocht man nebenher einige zerschnittene, gut abgeriebene Tomaten zu Mus, rührt, sie durch ein Sieb und gießt dieses Tömatenmus über das Fleisch, welches noch so lange damit schmoren muß, bis es weich ist. Zuletzt schmeckt man ab, fügt einig: Tropfen Würze. dazu und schneidet das Fleisch in Scheiben, um es mit dem Mus in einer tiefen Schüssel anzurichten. Rundherum legt man einen Rand von in Butter weichgekochtem, körnigem Reis. Gefüllte Omeletten. Drei Löffel feines Mehl werden mit einem Quart süßer Sahne und drei Eiern gerührt, ein Stück Butter muß dann mit der Masse zugleich auf dem Feuer gerührt werden. Dann schlägt man ein Ei hinein und läßt diesen Teig abkühlen. Weiter werden dann 8 bis 12 Eidotter mit feingesiebtem Zucker zu Schaum geschlagen etwas Citronenschale wird abgerieben, alles wird nun mit der abgekühlten Masse verbunden, das zu Schnee geschlagene Eiweis kommt hinzu; nunmehr werden die Omeletten in einer Eierkuchenpfanne schön gelb gebacken (auf beiden Seiten) und mit Zucker bestreut; man gibt geschmortes Obst, wie Blaubeeren, Kirschen, dazu. kann aber auch die Omeletten mit Obstmarmelade gefüllt zusammengerollt serviren. Kirschen einzukochen. Zuthaten: 1 Pfund ausgekernte Kirschen, 1 Pfund Zucker. Der Zucker wird geklärt, die Kirschen hineingethan und tüchtig in dem Zuckersaft aufgekocht. Nun nimmt man die Kirschen mit einem porzellanenen oder silbernen Schaumlöffel heraus und läßt den Saft einkochen, bis er so dick ist, daß er auf einem Zinn- oder Porzellanteller stehen bleibt. Nun wird er Aber die in einer Porzellanterrine besindlichen Kirschen gegossen und die Terrine mit dem Saft und den Kirschen Stunde lana geschüttelt, so daß die entkernten Kirschen sich ganz mit dem Safte anfüllen, dann giebt man das Compott in Glasgefäße, bindet dieselben jedoch erst am folgenden Tage zu. Hecht auf polnische Art. Der Hecht wird gereinigt, geschuppt, in Stücke zerschnitten, mit Salz bestreut und y2 Stunde beiSeitc gestellt. Indessen kocht man zwei geschälte Zwiebeln, zwei bis drei geputzte Petersilienwurzeln und eine kleine zerschnittene Sellerieknolle in wenig Wasser sehr weich, rührt durch ein Sieb, gießt 1 Quart kochendes Wasser, eine halbe Flasche Weißwein und eine Obertasse . 'Essiq dazu, thut einige Citronenscheiben, zwei Lorbeerblätter, etliche Nelken und Pfefferkörner daran, läßt die abgetrockneten Hechtstücke in dieser Brühe weich kochen, nimmt sie heraus, verkocht die Sauce zuletzt mit etwas Zucker oder gutem Syrup und drei Eßlöffel fein geriebenem Pfefferkuchen, und rührt sie durchwein 'Sieb, um sie. über den Hechtstücken anzurichten.

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