Indiana Tribüne, Volume 29, Number 50, Indianapolis, Marion County, 21 October 1905 — Page 5

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Jndiana Tribüne, 21. Oktober 1905

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Das Skizzenbuch. Novellette von Nemhold Ortmann. Mit immer neuem Entzücken wanditn sich Doktor Volkmanns Blicke der -reizenden jungen Hausfrau zu, die sich inmitten ihrer Fünf - Uhr - Thgäste in lässiger Grazie auf einen der nierigen Sessel stützte. Seitdem er vor einem halben Jahre das Glück gehabt hatte, in das Haus ihres Gatten, des Bankiers Meitenbach, eingeführt zu werden, gehörte er zu ihren enragirtesten. Bewunderern. Und dem Kunstkritiker war diese Schwärmerei wohl zu verzeihen. In welcher Gewandung und in welcher Stellung auch immer Frau Ada Meitenbach sich zeigen mochU, immer erschien sie wie ein zu Fleisch und Blut gewordenes, aus dem Rahmen herabgestiegenes Bild, wie die holde Verkörperung eines in seliger Ekstase geträumten Künstlertraumes. Es gab sicherlich keine Schönere in den Gesellschaftskreisen, denen sie dank der angesehenen Position ihres Gatten angehörte, und der kleine, dicke, glatzköpfige Herr, der dieses Wunder an Lieblichkeit als sein rechtmäßiges und alleiniges Eigenthum betrachten durfte, mochte sich mit gutem Grundunter die beneidenswerthesten Sterblichen zäh-

!en. Er hatte seine jetzige Frau gelegentlich einer Badereise kennen, gelernt, und es hieß, sie habe damals die bescheidene Stellung einer Gesellschafterin bekleidet. Etwas Gewisses über ihre Herkunft und ihre Vergangenheit wußte eigentlich niemand zu sagen, aber hinsichtlich ihrer Gesellschaftsfähigkeit hatten dessenungeachtet niemals irgendwelche Zweifel bestanden. Die wohlbeglaubigten Millionen des Herrn Meitenbach und die vornehme Sicherheit, mit der die junge. Frau vom ersten Tage an die ihr gebührende Stelhing in Besitz genommen Hatte, waren Hinreichend gewesen, sie zu einer gefeierten und innerhalb ihres Kreises ionangebenden Persönlichkeit zu machen. Was Doktor Volkmann an der reizenden jungen Frau fast ebenso sehr bewunderte als ihre unvergleichliche Schönheit und die unverkennbar aus reinster Herzensgüte entspringendeLiebenswürdigkeit ihres Wesens, war ihre Meisterschaft in der Kunst des überlegenen Zuhörens und des rechtzeitigen Schweigens. Noch nie hatte man sie etwas Dummes sagen hören, und daß man sich auf ihren FünfUhr -hees, so prächtig unterhielt, dankte' man gewiß zu allermeist ihrer Geschicklichkeit,alle Gespräche, die einen gar zu hohen Gedankenflug zu nehmen drohten, ganz sacht und oft beinahe unmerklich wieder auf das für jedermann erreichbare Niveau der Alltäglichkeit zurückzuführen. Heute, wo man noch ganz unter dem Eindruck fce großen Verlustes stand, den die deutsche Kunst jüngst durch den Tod ihres Altmeisters Prof. Menze! erlitten, war es nur natürlich, daß sich fcic Conversation vornehmlich um die Person des kleinen Malerfürsten bewegte, den jedermann gekannt hatte und von dem jeder einen charakteristischen Zug zu erzählen wußte. Der eine und der andere suchte mit geistreichen Reminiszenzen zu imponiren, die ihm von der Lektüre dieses oder jenes Nekrologs zurückgeblieben waren, und tl mochte wohl auch einer derartigen Quelle entstammen, da sich jemand gedrängt fühlte zu sagen: Man hat in diesen Tagen so oft hören können, daß Menzel alles der unerschütterlichen Energie seines Charakters und seinem eisernen Fleiß zu danken gehabt habe, ich aber bin viel eher geneigt zu glauben, daß es ihm vor allem möglich geworden ist, die hochstenGipfel künstlerischer Leistungsfähigkeit zu erreichen, weil die Frauen in seinem Leben nie eine Rolle gespielt haben. Die Kräfte, die er an die sögenannte Liebe vergeudet, gehen nun einmal für das Schaffen des Mannes verloren, und wer sich mit der Last eines Weibes belud, ist dadurch nochimer herabgezogen worden." sn Sturm von Entrüstung und lebhaftem Widerspruch erhob sich natürlich gegen den blasphemischen Red-. ner. Frau Ada aber schwieg, und nur w feines, spöttisches Lächeln huschte um ihre rosigen Lippen. Erst nach einer geraumen Weile, da die Wogen der Debatte immer höher gingen, wandte sie sich an den Kunstkritiker: Und wie denken Sie, Herr Doktor, über diesen Gegenstand, Sie, der doch gewiß häufiger als mancher andere Gelegenheit hat, in die geheimen Tiefen eines Künstlerdaseins und einerKllnstlerseele zu blicken?" Sie hatte es voll liebenswürdige: Heiterkeit gefragt, Volkmann aber machte ein ernstes Gesicht. Das ist ein unerschöpfliches Thema, verehrte gnädige Frau, und leiver durchaus nicht immer ein lustiges. Gerade in diesen Tagen habe ich da einen Fall erlebt, der mich sehr weh.üthig gestimmt hat. Ich wage nicht zu entscheiden, ob er für oder gegen die vorhin gehörte Behauptung spricht ein schlagender Beweis für die verh'ängnißvolle Bedeutung aber, die das Weib im Leben eines Künstlers gewinnen ann, ist er jedenfalls.Man wünschte etwas Näheres über diesen interessanten Fall zu hören, aber Frau Ada war nicht unter denen, die den Doktor um eineErzählung bestürmten. Trokdem wandte er sich, als er obne

langes Sträuben den Litten nachgab, vornehmlich an sie. wie wenn es ihm darum zu thun fei, gerade ikr Jnteresse für seinen Fall" zu erregen. E5 mögen ungefähr zwei Jahre vergangen sein, seitdem ich in München die Bekanntschaft ewes iunaen Malers machte, der mir schon vorher von urtheilssähigen Leuten als ein Künstler von ungewöhnlicher Begabung und glänzenden Zukunftsaussichten bezeichnet worden war. Ich besuchte ihn in seinem Atelier und war geradezu verblüfft von. dem, was er mir zeigte. Er war ' eben mit der Vollendung cires Bildes beschäftigt, das er Lebensfreude" nannte und das meiner Ansicht nach nicht weniger zu werden versprach als ein Meisterwerk. Fast noch mehr abermals seine Kunst interessirte mich die Persönlichkeit des Malers. Nie babe ich eine so sprudelnde Frische, nie eine so überschäumende Lust am Daftin gesehen wie bei diesem Fünfundzwanzigjährigen, der sich aus kleinen Verhältnissen und im Kampfe mit tausend Widerw'ärtigkeiten durch eigene Kraft emporgearbeitet hatte, und von dem' man sich schon um der fröhlichen Zuversicht willen, die ihn qanz erfüllte. Außerordentliches versprechen durfte. Wir trafen uns in den nächsten Wochen noch öfter, aber es waren immer nur kurze Zufallsbegegnungen, denn in den Künstlerkneipen, die den Sammelpunkt für dieqanderen Lukasjünger bildeten, sah man ihn nie. Als ich einen seiner Bekannten nach der Ursache fragte, wurde mir mit bedeutsamcm Lächeln geantwortet daß er seine Abende wohl vergnüglicher zubringen möge, als im Kreise derKunstgenoji en, und ich erfuhr, daß er bis zur Narrheit verliebt sei in ein Mädchen. von dem niemand etwas Näheres wußte, weil er es wie. seinen Augapfel hütete und selbst seinen besten Freunden nicht vergönnte, ihre Bekanntschaft zu machen. Nur daß sie sehr schön sei, konnte man mir versichern, schön wie eine Houri und allem Anschein nach von exemplarischer Treue. Da ich München bald darauf verließ, verlor ich mit so manchem andern auch den jungen Maler aus den Augen, und nur hier und da in diesen zwei Jahren dachte ich mit einiger Verwunderung daran, daß er doch eigentlich längst in der Oeffentlichkeit hätte von sich reden machen müssen. Ich fragte auch einen gemeinsamen Bekannten gelegentlich nach dem lieben, fröhlichen' Gesellen, aber er wustte nichts weiter von ihm zu berichten, als daß er eines Tages bald nach meiner Abreise von München fortgegangen sei und daß man dort seitdem nichts mehr von ihm gehört habe. ' Vielleicht ist er gestorben, dachte ich, und ich gestehe, daß ich ihn nahezu ganz vergessen hätte, als ich vor wemgen Tagen durch die Erscheinung eines Mannes, der auf der Straße an mir vorüberstreifte, lebhaft an ihn erinnert wurde. Der ziemlich reduzirt aussehende Mensch war ihm auffallend ähn lich, aber er machte den Eindruck eines Vierzigjährigen. Sein Haar war an den Schläfen ergraut, seine Augen blickten leer und gläsern, und tiefe Furchen waren in sein Antlitz gegraden. Trotzdem srappirte mich die Uebereinstimmung der Züge so sehr, daß ich mich nach einigem Zögern entschloß, umzukehren und ihn anzureden. Und ich fühlte mich in tiefster Seele erschüttert. als seine Antwort mir die Gewißheit gab, daß ich wirklich keinen andern als meinen hoffnungsvollen Münchener Bekannten pox mir habe. Ich mochte ihn natürlick) nicht auf offener Straße nach der Ursache der betrübenden Veränderung fragen, aber ich bat um die Erlaubniß, ihn zu besuchen, und obwohl er sich meiner nur dunkel zu erinnern schien, gab er mir doch ohne Zögern seine Adresse. Nun. um es kurz zu machen denn es scheint, daß meine Ausführlichkeit Sie langweilt, gnädige Frau. ich habe , ihn besucht, und kaum je in meinem 'Leben habe ich schmerzlichere Eindrücke empfangen als bei diesem Versuch. Er haust weit draußen an der Weichbildgrenze in einem Atelier, das von Rechts wegen nur den Namen eines Bodenraumes verdient, und obwohl er über seine äußeren Verhältnisse sehr leicht hinwegging, befindet er' sich doch ohne Zweifel in der traurigsten Lage. Meine Frage nach seinem künstlerischenSchaffen beantwortete er mit einem spöttischen Lachen, das mir wirklich ins Herz schnitt. Und dann zeigte er mir ein paar Bilder, die kaum noch etwas von dem gewaltigen Talent erkennen ließen, das diesen Mann meiner Ueberzeugung nach dereinst berechtigt hatte. nach dem Höchsten zu streben, seicht: Dutzendwaare, wie sie sich zur Noth um ein Geringes an Kunsthändler letz-, ten Ranges verschleißen läßt. Die große Leinwand aber, die mich in München so sehr entzückt hatte, die gemal conzipirte und ' von grandiosen Einfällen förmlich sprühende Lebens freude" hing fast noch in demselbenZustände, wie ich sie bei jenem Besuche ge sehen, an der Wand. Ich fragte ihn natürlich, warum er bas Bild nicht vollendet habe, aber er wurde plötzlich sehr finster und erwiderte kurz, daß er es nie mehr anrühren werde.- Dann schien ihn meine 'Anwesenheit in seinem Atelier plötzlich zu geniren, denn er fragte mich, ob wir nicht irgendwo in der Nähe eine Flasche Wein miteinander trinken wollten, und führte mich auf meine zustimmende Erwiderung in eine obskure kleine Kneipe in

der man ihn indessen sehr gut zu kennen schien. Ich hatteNühe, das elende Zeug hinunterzubringen, das man uns vorsetzte, er aber stürzte davon Glas auf Glas hinab, und nach sehr kurzer Zeit befand er sich , in jenem Zustande, der selbst den verschlossensten Menschen mittheilsam zu machen Pflegt. . Sie möchten wissen, warum ich es zu nichts gebracht habe", begann er plötzlich aus freien Stücken, und warum ich mich auf dem besten Wege befinde, ganz und gar zu versumpfen. Nun, ick will PL cyfmn swn M aus die Gefahr hin, daß Sie mich als einen Narren auslachen die Erbärmlichkeit eines Weibes hat mich dahin gebracht, die Treulosigkeit einer Frau, die für mich Zpeck und Inhalt meines Lebens bedeutete, die mir Gegenwart und Zukunft war. deren ich mit jedem Athemzuge gedachte und deren Bild bei jedem Pinselstrich vor meiner Seele stand. Aus Noth und Armuth hatte ich sie aufgelesen, aber ich liebte sie darum nicht weniger, liebte sie wie ein Gnadengeschenk des Himmels, das ich mir allstündlich aufs neue verdienen müsse. Und sie . nun sie hat mich elend verrathen, hat mich 'eines Tages ohne Abschied verlassen, als ein Reicherer ihr seine Gunst zuwandte vielleicht um eines Bril-

antschmucks oder um eines Kleides willen, das ich armer Maler lhr nicht zu kaufen vermochte. Seitdem ist es aus mit mir. Es ist da irgend etwas in mir zerbrochen, das sich nicht wiederherstellen läßt. Ich weiß ja, daß es jämmerlich ist, sich durch den Verrath eines so armseligen Geschöpfs aus dem Geleise werfen zu lassen, und ich habe ein dutzendmal oder öfter den rechtschaffenen Versuch gemacht, mich aufzuraffen. Aber es geht nicht es geht wirklich nicht. Meine Hände können wohl mechanisch den Pinsel führen, aber im Kopf und im Herzen bleibt alles leer, und was schließlich bei aller Arbeitsqual herauskommt, ist elende Stümperei. Sie haben's ja selbst gesehen, und ich brauche deshalb kein Wort weiter darüber zu verlieren. Werfen Sie mich also getrost zu den Todten, und wenn sich in Ihrem Innern so etwas regen sollte wie die Empfindung Schade um ihm!" so behalten Sie's hübsch für sich, denn mir ist mit keinem Bedauern und mit keinem wohlgemeinten Zuspruch mehr zu helfen." Ich Hab's denn auch nicht erst mit solchem Zuspruch versucht, aber, ich habe ihn mit einem wirklichen Wehgefühl verlassen, und ich wünschte von ganzem Herzen, daß mir ber Himmel einen Einfallschickte, wie ihm zu helfen wäre." Es gab ein kleines Schweigen, als Doktor'Volkmann seine Erzählung geendet. Die Wärme und Ergriffenheit, mit der er sie vorgebracht, machte es für die Zuhörer etwas genierlich, eine der landläufigen Trivialitäten vorzubringen, deren man immer ein Dutzend in Vereitschaft hat, wenn es gilt, sich mit einem fremden Schicksal abzufinden. Die schöne junge . Hausfrau, die wirklich sehr gelangweilt und beinahe verstimmt aussah, war die erste, die ein befreiendes Wort zu finden wußte. . Wenn man Ihre Geschichte des poetischen Mäntelchens entkleidet, mein lieber Herr Doktor, so bleibt doch schließlich kaum etwas anderes übrig, als einer von den Unzähligen, die die Welt durch einen großen Anlauf verblüffen, um bei dem ersten Anlaß kläglich die Flügel zu senken. Die Anläge zum Trinken und zum Tagedieb war in Ihrem Bekannten wahrscheinlich schon von Anfang an stärker als sein Talent. Und wenn es nicht der sogenannte Verrath seiner Geliebten gewesen wäre, der sie ausgelöst hätte, so würde es durch irgend etwas anderes geschehen sein. Ich kann solche Leute beim besten Willen nicht tragisch nehmen. Vorbestimmtes Schicksal weiter nichts." Ringsum gab es beifälliges Kopfnicken und laute Zustimmung. Man käme ja wahrhaftig nicht aus der Wehmuth heraus, wenn man sich durch jede geknickte Künstlerezistenz zu sentimentalen Betrachtungen anregen lassen sollte. Es sind eben immer nur die Starken, die sich durchsetzen. Die Schwachen müssen zugrunde gehen das ist nun einmal der Lauf der Welt. Doktor Volkmann kümmerte sich wenig um bas Geschwätz der anderen. Das harte Urtheil der angebeteten Frau Ada aber ging, ihm nahe. Wissen Sie auch, 'gnädige Frau", sagte 'er, daß ich nahe daran, war, meinen unglücklichen Freund heute mit hierher zu bringen? Ich glaubte, in einem Hause wie dem Ihrigen könnte er vielleicht lernen, dem Leben wieder Geschmack abzugewinnen. Und nur vie Besorgniß, daß er vielleicht keinen inständigen Rock mehr besitzt, hielt mich ab, ihm meinen Vorschlag zu machen." Frau Ada erhob abwehrend die Hand, und ihr Lachen hatte diesmal einen wirklich häßlichen Klang. Um Gotteswillen, liebster Doktor, verschonen Sie uns mit solcher Bereicherung unseres Umgangs. Da Sie sich für den versumpften Maler so sehr interessiren, können wir ja etwas für ihn thun, aber nur keine persönliche Berührung. Ich habe für solcke Leute nun einmal durchaus nichts übrig, ie sagen, daß er Noth leidet. Gut!

Dem ließe sich ja für den Auaenblick

abhelfen. Mein ' Mann wird Ihnen gerne ein paar hundert Mark geben, damit Sie Ihrem Bekannten eines von seinen Bildern abkaufen können. Nicht wahr, Bruno?" Herr Meitenbach seufzte und murmelte etwas von starker Znanspruchnähme und schlechten Zeiten, aber schließlich zog er doch seine Brieftasche und zählte fünf Hundertmarkscheine ab. Das wird wohl genügen", meinte er, Sie sagen ja selbst, Herr Doktor, seine Bilder seien ' nichts werth." Doktor Volkmann fühlte sich nicht berechtigt, für einen armen Teufel, der vielleicht nichts zu essen hatte, den Hochmllthigen und Empfindlichen zu spielen. Er nahm also das Geld und versprach, die ihm übertragene ComMission auszufübren. Aber es war doch etwas wie eine große Enttäuschung in seinem Herzen zurückgeblieben, und .er hatte als Erwiderung nur eine stumme Verbeugung, als Frau Ada, die inzwischen übrigens ihre strahlende Laune vollkommen zurückgewonnen hatte, beim Abschied noch einmal bat, den Maler von allen persönlichen Danksagungen oder ähnlichen überflüssigen Belästigungen zurückzuhalten. In der Frühe des nächsten Morgens klomm er die fünf steilen Treppen zum Atelier des Künstlers empor. Der schien durch seinen Besuch nicht eben sehr angenehm überrascht, und nur um ein weniges erhellte sich seine finstere Miene, als ihn Volkmann in einer F?rm, die nichts Demüthigendes oder Verletzendes hatte, über den Zweck seines Erscheinens unterrichtete. Suchen. Sie sich in Gottesnamen unter dem Kitsch da heraus, was Jhnen geeignet scheint," sagte er. Ist es übrigens sehr unbescheiden, nach dem Namen des derehrungswürdigcn Mäcenas zu fragen?" Volkmann hatte keine Veranlassung. ihn zu verschweigen. Aber er erschrak vor dem gellenden Auflachen des Malers und vor dem verzerrten Ausdruck seiner Züge. Meitenbaih also heißt er? Bruno Meitenbach? -Und vielleicht war es nicht einmal er selbst, sondern seine Frau, die Sie beauftragt hat, mir für eine so horrende Summe eine meiner elenden Schmierereien abzukaufen?" In dec That, die Anregung dazu istvon ihr ausgegangen aber ich wei nicht " Lassen Sie nur ich weiß schon genug. Und stecken Sie Ihre Scheine getrost wieder ein. Sagen Sie Jhrun Auftraggeber, meine Bilder seien unverkäuflich weiter nichts! Ihnen aber, der Sie es unzweifelhaft gut mit mir -gemeint haben, will ich zum Abschied' noch etwas Hübsches zeigen. Sie werden ja keinen Gebrauch davon machen nicht wahr?" Er hatte ein Schubfach aufgerissen und warf ein abgegriffenes Skizzenbuch auf den Tisch. Da blättern Sie's durch aber fragen Sie -mich nichts gar nichts! Ich könnte Ihnen doch keine weileren Erläuterungen zu geben." Dolior Volkman leistete der Aufforderung Folge. Es waren Wohl fünf-zig-oder mehr Blätter, die das Buch enthielt, und auf jedem 'von ihnen fand sich in meisterhafter Ausführung dasselbe holde Gesicht- . ernst und heiter übermüthig und nachdenklich schelmisch und trotzig aber immer mit dem Auge der Liebe gesehen und immer das schöne Gesicht der Frau Ada Meitenbach, die Doktor Volkmann bis zum' gestrigen Tage mit so abgöttischer Verehrung betrachtet hatte. 'Stumm legte er das 'Buch nach einer kleinen Weile auf den Tisch zurück, und stumm drückte er dem Maler zum Abschied die ' Hand. Seine fünf Hundertmarkscheine nahm er wieder mit, und als er langsam die fünf steilen Treppen hinabstieg, klang es ihm unablässig mit dem Tonfall' einer weichen Frauenstimme im Ohr nach: Ich kann solche Leute beim besten Willen nicht tragisch nehmen. Vorbestimmtes Schicksal weiter nichts!" JmArmenhausein Winchester, England, lebt ein Mann im Alter von 50 bis 60 Jahren, der seit acht Jahren nicht gesprochen hat. Er steht Morgens auf, kleidet sich an. ißt mit den anderen Insassen Frühstück und ergeht sich dann bis zum Mittag auf dem Grundstück. Nach dem Mittag geht er wieder bis zur nächsten Mahlzeit umher. Abends zieht er sich mit den anderen in den Schlafsaal. zurück, aber er spricht nicht und antwortet nicht einmal durch Gebärden, wenn er angesprochen wird. Als -seine Mutter vor zwei oder drei Jahren starb, hinterließ -sie ihm eine kleine Erbschaft; aber er trat sein Erbe nicht an und antwortete auch nicht den Rechtsanwälten. als sie die nöthigen Fragen an ihn stellten. Nur in einem kritischen Augenblick hat er einmal ge-. sprochen. DaZ. war, als seine Hosen vertragen waren und man ihn aufforderte. sie gegen andere umzutauschen. Er ließ die Bitte, unbeachtet, und das Kleidungsstück wurde gewaltsam umgetauscht. Damals zeigte sich schon deutlich, daß er sich selbst zur Stummheit verurtheilt hatte. Den Grund zu diesem seltsamen Benehmen weiß Niemand anzugeben. Vor Jahren soll ihn Jemand geärgert haben, und ' bei dieser Gelegenheit soll er das Gelübde ewigen Schweigens gethan haben.

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