Indiana Tribüne, Volume 29, Number 50, Indianapolis, Marion County, 21 October 1905 — Page 3

Jndiana Tibüne, 21. Oktober 1905

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Gclvaltigcr

Richtet riesiges Unheil . aus

Der Präsident in Atlanta festlich empfangen. Die Fieber-Gefahr nicht mehr

drohend. Die Extravaganz ln der Reglcrungs-Drnacm. Die Kabinetts-Sitzungen unter Ausschuß der Oessentlichkeit. Die C. H. D. erhält neue Beamte.

I n Sturmesnöthen. Detroit, 20. Ort. Obwohl soweit nur ein Menschenleben, das des Maat David Syee von der Barke Joseph Fay zu bellagen ift, laufen Nachrichten über Schiffbrüche von allen Richtungen ein und eS ist gewiß, viele Menschen haben den Tod in den Wel len gesunden. Vom Lake Erie kommen Meldungen von einlaufenden Schiffern, daß meh rere Barken sich in höchster Seenoth befinden. Die höchste Geschwindigkeit des Sturmes war 54 Meilen die Stunde. Bon Cle'oeland wird gemeldet, daß die Küste von Buffalo bis Detroit mit Schiffstrümmern besät ift. Der Sturm brach Freitag früh ganz plötz' lich mit fürchterlicher Gewalt loö und währte den ganzen Tag. Er fegte den See in seiner ganzen Ausdehnung. Die bislang bekannten Verluste schließen folgande Boote ein: Sarah H. Sheldon", nahe Loraine gestrandet. Kingsischen" vom Sturm zertrümmert. F. A. Prince" nahe Cleveland gestrandet. Der Schlepper Wolter Metcalf beim Leuchtthurm von Cleveland gesunken. Yulon" gesunken. PrinW beschädigt. - Mehrere Barken sanken im Hafen von Cleveland. Die LebenS'RettungSmannschasten verrichteten heroische Arbeit. MitMann und MauS. Die Barke Minedofa" Don King ston, Ont.. sank Freitag früh 2 Uhr in Saginaw Bay mit allen an Bord, den Kapitän Phillips und Frau einge schlössen. Das Schiff kam von Fort William in Canada und war nach einem Hafen am Ontario-See bestimmt und hatte Weizen geladen. Der Dampfer West mount" hatte das Schiff im Schlepp, tau, als der Sturm hereinbrach. Die starken Taue rissen wie Zwirnsfäden und das Schiff wurde vom Schlepper getrennt. Letzterem gelang es, in Harbor Beach zu landen. Heldenmüthiger Se mann. Glücklicher kam die Mannschaft deS SchoonerS Mauteiu" davon. Das Schiff scheiterte heute früh auf einem Riffe, 13 Meilen weftiich von Erie, Pa.. und die Wellen zerbrachen seine Planken. ES war unmöglich, ein RettungS boot durch die hohen Wellen zu brin gen. Da sprang ein Seemann von der Mautene in die Wogen und eS ge lang ihm durch die Brandung die Küste mit der rettenden Leine zu erreichen, an der seine Kameraden und die Köchin Kate Daly glücklich auf'S Trockene gezogen wurden. Zwei und eine halbe Meile südwest. lich vom Leuchtschiff auf dem Lake Erie steht man die Masten eines Schiffes der Corrigan Flotte aus dem Wasser ragen. Man vermuthet, daß es der Dampfer TaSmania oder der Schoner Ashland ift. Beide hatten je 8 Seeleute an Bord. Auf dem Huron See soll der Sturm um schlimmsten gehaust und mit einer Geschwindigkeit von 74 Meilen per Stunde das Wasser gefegt haben. Schiffbruch. Cleveland, )., 20. Del. Während eines heftigen Sturmes auf dem Erie-See scheiterte der Dampfer Sarah E. Sheldon, 4 Meilen östlich von Lorain. Er hatte 13 Mann an Bord. Zwei davon ertranken. Stur m'a u f M i ch i g a n-S e e. Grand Rapid S, Mich., 20. Oct. Berichte von Häfen Uz Oftküste deS Lake Michigan melden, daß der Sturm der letzten Nacht der Schlimmste seit vielen Jahren war. Der Schaden an Häfen u. f. w. ist groß. Zu Hol land wird der Schaden auf 200,000 geschätzt.' Der Leuchtthurm ift so stark beschädigt, daß er umzustürzen droht. Um 8 Uhr gestern Abend scheiterte der doppelmastige Schoner .Kate Lyons- am Hafeneingange. Kapitän Olson und 5 Mann wur den mit großen Schwierigkeiten von der

LebenSrettungSmannschaft an Land ge bracht.

Sturm

den Binnen - Seen an. Unfer Reise. Präsiden t. Atlanta, Ga.. 20. Oct. Atlanta erschien im schönsten Feftschmuck als der Präsident hier anlangte. Von allen Richtungen brachten Züge Besucher zur Stadt und man schätzt deren Zahl aus nahezu 100,000. Der Zug des Präsidenten langte pünktlich zur bestimmten Zeit an. Der Präsident wurde von dem Comite mit Gouverneur Terrell an der Spitze empfangen, wahrend ein Frauen Comite Frau Roosevelt begrüßte. Letztere begab sich mit den Damen sofort in -orn Gouverneurs Palast, während Präsi dent Roosevelt und sein Sekretär eine Equipage bestiegen, die den Ehrenplatz in der großen Parade einnahm, welche nun in imposanter Anordnung durch die Stadt zog, begleitet vom betäuben den Zuruf der Menge. Der Zug ging nun nach dem Park, wo der Präsident eine längere Rede hielt, die lauten Enthusiasmus ent fachte. Später fand ein Luncheon im Piedmont Club statt. Hundert Gedecke waren gelegt. Redakteur Grades von der Atlanta Daily News" fungirte als Toastmeifter. Um 7 Uhr AbendS verließ der Präsi. dent die gastfreie Stadt auf dem Wege nach Jacksonville. I e l l o w I a ck. New Orleans, 20. Oct. Heute sind nur 4 neue ErkrankunzSfülle und kein einziger Todesfall zu be richten. Das frostige Wetter hat feine Schuldigkeit gethan und man hofft. daß binnen wenigen Tagen die Quo rantüne Einschränkungen aufgehoben werden können. P e n s a co l a , 20. Oct. Von hier sind zwölf neue Erkrankungen zu vermelden, in Behandlung sind 140. DieRegierungSdruckerei. Washington, 20. Oct. In einem Suplementar . Bericht erklärt ChaZ. B. LandiZ, der Vorsitzer des UntersuchungS'ComiteS für die RegierungSdruckerel, daß .jährlich eine Million Dollars erspart werden können, ohne dem öffentlichen Dienst zu schaden. Er rügt besonders die Sucht der Congreßabgeordneten, allen möglichen Schund drucken zu lassen und empsiehlt eine Reduction der Verwilligungen für Drucksachen um 25 Prozent. C. D. erhält neue B e a m t e. New V o r k, 20. Oct. ChaZ. Steel, Saml. Spencer, Geo. F. Baker und F. D. Underwood von New York, Sorrie R. R. RhodeS von Cleveland, sind die neuen Directoren der C. H. & D. F. D. Underwood wurde zum Präsidenten gewählt. Der Dampfer Amerika. New York, 20. .October. Der Riesendampfer Amerika, der neue ZwillingSschraubendampser der Ham burg-Amerlka-Linie ist heute hier eingetroffen. An Bord befand sich auch General-Dlrektor Ballinger. Am 23. findet auf dem prachtvollen Dampfer ein großes Festessen statt, f Wm. H. W anamaker f. Philadelphia, 20. Oct. Wm. H. Wanamaker, Chef der Firma Wanamaker & Brown. Bruder von John Wanamaker, starb heute im Alter von 65 Jahren. Bundes - Soldaten als Falschmünzer. Honolulu, den 20. Okt. Die BundeS.Großgeschworenen sind damit beschäftigt, eine Falschmünzer-Bande zur Strecke zu bringen, welche auf dem Truppen-Transportschiff Sherman" operirte. Zwei Soldaten wurden, als das Schiff in San Francisco anlangte. verhaftet. Doch sollen noch mehr im plicirt sein. , Der Gemeine Coop", welchei hier im April verhastet wurde, bekannte sich schuldig, falsche Zehndollarnoten herge stellt zu haben und Gemeiner Hllson bekannte, Falschgeld in Besitz gehabt zu

yaoen.

Beute und Freiheit Verliert der Cxvrekdieb Cunliffe.

Bridgepo r t, Conn.. 20. Oct. ES ist Aussicht vorhanden, daß nahezu die ganze von (Edward G. Cunliffe der Adams Expreß Co. gestohlene Summe (S101.000) wiedererlangt wird. Heute Nacht wurden noch $9,065 in einem Koffer gefunden der einem Bedienten in .einer bekannten Familie in Black Rock gehört. In den letzten 24 Stunden find also L90.000 von dem gestohlenen Gelde wiedererlangt worden. ES fehlen nur noch etwa 811,000. Wie eS sich herausstellt, wurde Cunliffe von einem Freunde, dem er fich anvertraut hatte, der Belohnung von S2.500 wegen, welche die Pinkerton'S ausgesetzt hatten, verrathen. Den Geheimpolizisten Arnold, der ihn feknahm, versuchte Cunliffe mit S40.000 zu bestechen. JameS Missett, der seinen Freund Cunliffe an 'die PinkertonS verkaufte, traf diesen zufällig in Bridgeport in einem billigen Hotel. Er sprach ihn an doch gab Cunliffe vor, ihn nicht zu kennen. Missett reiste sofort nach New York und erhielt die schriftliche Zuficherung der PinkertonS. daß ihm S2500 für die Verhaftung CunliffeS bezahlt werden würde. Heute Nacht kehrte Missett mit den $2500 in der Tasche zurück und begann sofort eine Tour durch daS Tenderloin von Bridgeport. Geplagte Berichterstatter. Washington, 20. Oct. Der Präsident hat beschlossen, die Kabinettssitzungen in Sternkammer - Verhandlungen zu verwandeln. Den KabinettsMitgliedern ift durch eine direkte Ordre des Präsidenten der Mund absolut ver siegelt worden. Ein jedes Kabinetts Mitglied hat einen .Brief erhalten, in welchem der Präsident befiehlt, daß der Empfänger unter keinen Umständen ein Wort über die Kabinettsverhandlungen verlauten läßt. Es ift darin ferner gesagt, daß eS den Vertretern der PreßAssociationen, sowie sonstigen Zeitungs korrespondenten untersagt werden würde, die Kabinettsmitglieder, wenn sie aus den Sitzungen kommen, anzu halten, um von ihnen Neuigkeiten zu erfahren. ES ist keine Vorkehrung in dieser Ordre getroffen worden, um daS, was der Präsident etwa als legitime Neuigkeiten betrachten mag, an die Zeitungen gelangen zu lassen. Die Kabinettsmitglieder werden speziell gewarnt, nicht in einem schwachen Mo ment", aus Mitleid mit einem ihnen persönlich gut bekannten Spezial'ttor. respondenten, diesem Mittheilungen über die Vorgänge in der Kabinetts sitzung zu machen. Sie müßten fich moralisch verpflichtet halten, diesem Wunsch deS Präsidenten genau nachzukommeu. ES sei Zeit, daß der ungehörige Gebrauch, wonach die Kabinetts mitglieder von Zeitungskorrespondenten behelligt würden, aufhöre. Kadinettösitzungen werden also in Zukunft für daS Publikum ein Buch mit sieden Siegeln fein. Soll Zeugen beeinflußt haben. . Philadelphia. 20. Oct. JameS S. De Mar, General-Manager der National Automobil Co. von New York, der unter Anklage der Zeugenbeeinflussung steht, wurde heute unter $1500 Bürgschaft zum Prozesse festgehalten. Budler in Minnesota. St. Paul, Minn., 20. Oct. Die Untersuchung in Sachen der Northwestern Life Insurance Co. von Minneapolis wird nach St. Paul tranSferirt werden. Wie die Großgefchworenen bislang von Zeugen erfahren ha ben, sind zwei frühere Staatsbeamte, welche gegen Zahlung von $5000 einen amtlichen Bericht unterschlagen haben sollen, in die Angelegenheit verwickelt. Die Versicherungsgesellschaft soll dem Campagnefond beider Parteien je 1000 Dollars geschenkt haben. s' .Wieder eingefange'n. C o l u m b i a, S. C.,' 20. Octbr. Ben Bennett, ein weißer Gesetzflacht ling von Hampton Co., auf dessen Er greifuug eine hohe Belohnung auSge fetzt war, wurde zu Macon, Ga., ver haftet. Er war vom Gouverneur Mc Sweeney auf Parole entlassen worden und ging gegen die Bedingung nach S. C. Hier erschoß er irrthümlicher Weise seine Frau, die er für den Sheriff hielt.

der ihn zurückholen wollte.

Entmenschte Weiber Unter schwerer Mord-Aullage.

Fort Scott, Kans., 20. Oct. Der Gerichtsfaal war heute vou meh reren hundert Frauen gefüllt, die den Verhandlungen gegen Georg F. Riggin und Frau beiwohnten. Sie stehen unter Anklage' den 6jährigen Herbert Riggin durch Entziehung von Nahrung und brutalen Mißhandlungen getödtet zu haben. Zeugen gaben an, daß die Frau den' armen Jungen, wie eine Megäre mißhandelt habe und daß eS häufig vorkam, daß sie oder ihre Tochter daS Kind mit den Fäusten zu Boden schlugen. Die Aufregung ist groß, Theodor Schüle. C o l u m b u S, 20. Oct. Theodor Schüle, eiu bekannter deutscher Jour nalist, seit sieben Jahren mit nur kur zen Unterbrechungen in ColumbuS thä tig, ift im hiesigen Grant.Hospital an den Folgen eines Schlagflusses, welchen er vor zwei Wochen erlitt, geftor ben. In seinem letzten Lebensjahre hatte der Verstorbene schwere Leiden und Schmerzen zu erdulden, indem ein älteres Nieren- und Leberleiden kalten Brand in seiner rechten Hand verur sachte, welche deshalb vor einiger Zeit nahe am Ellbogen abgenommen wer den mußte. Theodor Schüle wurde vor. etwa 55 Jahren in Kornthal, Oberamt LudwigSburg. Württemberg, geboren als Sohn eines Tuchfabrikan ten und erhjelt durch Abjolvirung des PolitechnikumS zu Stuttgart eine ausgezeichnete Bildung. UnterVerdacht. C h i c a g o. 20. Oct. Die Polizei hat Frau May Ruckley unter dem Verdachte verhaftet, den Schuß abgefeuert zu haben, der gestern Abend Frau Mc Cluskey 'an der Hinterthüre ihrer Wirthschaft tödtete.' Wirbelfturm Töntet zwei kleine Kinder. G u t h r i e, Okla., 20. Okt. Ein Tornado nahe JenningS, Payne Co., fegte in der Nacht mit furchtbarer Wuth einher. DaS Haus von Irwin Anderson wurde zertrümmert und die beiden kleinen Kinder unter dem fallenden Hätzse erschlagen. Der Sturm fegte den Cinamon River entlang und zer störte viele Häuser, die in seinem Pfad standen. Schiffsnachrichte. Dover: Blücher" von Hamburg nach New York für Boulogne. Havre: La Bretagne" vonNea York. Plymouth: Moltte" von New York sür Cherbourg und Hamburg; St. LouiS" von New York für Cherbourg und Southampton. New York: Amerika" von Hamburg. Unterstützungen in Rukland. Wie in den russischen Nothstandsgebieten Unterstützungen verabfolgt werden, weiß der Korrespondent des Nischegorodski List." an einem Fall, der sich in einem Dorfe des Kreises Nischni Nowgorod zugetragen hat. zu illustriren. Mitte August erfuhren die Bauern von dem Wolostältesten, daß öie ersehnten Unterstützungsgeldcr in der Landschaftsverwaltung eingetroffen seien. Die Freude war groß. Alles begab sich in mt Wolostverwal tung. selbst die wohlhabenden Bauern, deren Kornspeicher brechend voll sind, die aber denken, daß ein überflüssiges Zehnrubelstück die TasSe nicht zerreißen wird". Nun 'spielt sich folgende Szene ab. Ein armes Bäue'rlein tritt an den Tisch des Wolostaltesten mit boffnunasfreudigen Blicken heran: Nun hat das Hungerleiden ein Ende sagt fich der Nothleldende. Es kommt aber anders. Der Aelteste" setzt ihm gelassen folgendes auseinander: Du erhältst für drei Familienmitglieder oviel (etwa 16 Rbl.). Davon gehen oviel an Versicherungsgeldern für dieses Jahr, soviel an Wolost-, soviel an Dorfsteucrn ab, ferner an anderen Rückständen soviel. Bleibt 40 Ko peken!' Hier hast Du sie!" Das arme Bäuerlein heult auf bei dieser überraschenden Mlttyellung. In das Geheul stimmen auch die übrigen armen Leute ein. Eine schöne Art 'der Unterstützung! Werdet Ihr Allen die Rückstände abziehen?" Allen! So ist es uns befohlen worden. . . . Die aekrankten Bauern denken einen Au zenblick daran, bei der Landschaft Beschwerde 'zu fuhren, geben aber bald diesen Gedanke auf. da es doch zu nichts führen würde". Das Eraebnik war, daß die reichen Bauern, die eine Subsidte zur Aussaat" gar nicht notbia hatten, eine solche voll ausgezahlt erh:elten, weil ihnen für rückständige Zahlungen nichts abgezogen wurde. Die wirklich unterstützungsbedürftigen Bauern wurden mit ein paar armseli acit Koveken bedacbt.

. . TaS beste Kleinvslznrurivsum

findet sich m dem 9. Hcfte vor. I. X. Cciferts Archiv für Entschcidimgen der obersten Berichte in den deutschen Staaten" (neue 3. Folge, 5. Band). Tort ist witu: der Überschrift: 190. Emwirkun des Sturmes i)t keine h hcre Gewalt im Eisenbahnbetrieb," folgender Auszug aus dem Urtheil des 6. Zivilsenats des Reichsgerichts vom 27. März IdOo zu lesen: D?r Nläger H. ist am 2. Dezember 1902 dadurch verletzt worden, daß der Zuz der .Ilemeisenbahn (tolp Schmol sin), worin er von Schmolnn naaz Sclasen fuhr, vom Sturme umgewor fen wurde. Es ist den Ausführungen bcizutretcn, mit denen der Beru fungsrichter seine Annahme begründet hat, daß der Unfall weder durch hö here Gewalt noch durch eigene Schuld des Klägers verursacht sei." (Womit ausgesprochen wird, daß der Betriebs Unternehmer der Klcinciseiibahn für den entstandenen Schaden zu basten hat.) Die Gefahr, die der Sturm einem fahrenden Zuge bringen ronn te, war der Bahnverwaltung bekannt. Ihr war auch von der Aufsichtsbehör de zur Pflicht gemacht, bei gewissen Windstärken den Betrieb einzustellen. Der Sturm war bereits aufgetreten, bevor ier Zua von Scbmolsrn abge lassen wurde." Tiefe Anordnung izt getroffen" (der Anfang dieses Salzes ist offenbar verdnickt, und mus; rich tia etwa heißen: Tor Unfall ift ein getreten ..."), nicht etwa well die Gefahr unversehens hereinbrach, son' dern weil infolqe manaelbaftcr Ein richtungen der Bahnhofsverwalter ungenügend über die Stärke desStur mes unterrichtet war und daher glaub te, daß die Fahrt gewagt wcrdii könne, während die Bahnverwaltung ohne übermäßige Aufwendungen in der Lage gewesen wäre, solchem Irrthum vorzubeugen." Das eigen? Verschulden des Klägers soll nach der Auffassung des Beklagten" (der bei eigenem Verschulden des Klägers nicht für den Schaden zu haften brauchte) .darin liegen, daß er in dem Zuge mitgefahren ist, obwohl er nach seinen eigenen Aeußerungen die bevorstehen, de Gefahr gelaunt habe. Allein c? ist nicht . rcchtsirrig, wenn der Beru fungsrichter davon ausgeht, der Kläger babe nicht die im Verkehr crfor derlichc Sorgfalt verletzt, indem ' er, trotz seiner Angst, daß etwas passiren könne, sich .auf den Stationsvorsteber und das Zugpersonal verlassen habe, die die ?lbfahrt des Zuges als zulässig angesehen hätten." Und da sage nocü jemand, die Juristerei sei langweilig! Zu dem Schisssunglülk an der Küste von Jütland, wo, wie wir kürzlich meldeten, der norwegischc Dampfer Venezia"' aus Bergen mit 14 Personen unterging, wird berichtet: Auf das im Allgemeinen mit recht gerühmte dänische Rettungswesen zur See ist durch jene in der Nachb eingetretene Schiffskatastrophe ein nachtheiliges Licht gefallen. Die Venezia" fuhr in schwerer See längs der sehr ge-, fährlichen Küste auf Esbjerg zu und verlangte einen Lotsen; ein solcher vermochte aber nicht an Bord zu gelangen, weshalb man von dem englischen Dampfer aus signalisirte: Folgt meinem Kielwasser". Der norwegische Kapitän scheint das bei dem dunklen Sturmwetter nicht verstanden zu haben; jedenfalls fuhr er gerade auf den Engländer los und lief dabei auf den sogenannten Balken" fest, eine der gefährlichsten Sandbänke an der jütischen Küste. Sofort zerbrach das Schiff in der Mitte. Von dem zu Hilfe eilenden Lotsenkutter konnte man direkt in 'den Maschinenraum des Norwegers hineinsehen. Die Mannschaft hatte sich in ein Boot gerettet und hielt sich im Schutz des sinkenden Dampfers. -Der herbeieilende dänische Lotsenkutter hoffte das Boot aufzunehmen, als plötzlich sein Motor versagte. Im selben Augenblick überschwemmte eine Sturzsee den Dampfer, das Boot und den Lotsenkutter, auf dem zwei Lotsen durch Fall auf dasDeck verletzt wurden. Die Sturzsee hatte den Kutter zurllckgetrieben; als er wieder herankommt, sieht er 14 Menschen im Wasser liegen; abermals zurückgetrieben setzt er ein Boot mit drei Mann aus. findet aber nur noch fünf Schiffbrüchige übrig, von denen drei noch im letzten Augen blick zugrunde gehen. So sehr dabei die Haltung des Lotsenkutters anzu erkennen ist. so mangelhaft erscheint das freiwillige Rettungswesen der Ge-' 'gend. das für die norwegischenSeeleute keinen Finger rührte. Die Schiffergesellschaft der Insel Fanö z. V. hätte mit ihrem Rettungsbott nur den nach stenStrandhügel hinaufzufahren brau chen. um sofort unmittelbar zur Stelle zu sein. In diesem Fall wären wahrscheinlich sämmtliche 14 Menschen gerettet worden. Aber man berief sich darauf, daß dieStrandungsstätteSkallinge nicht im Bezirk der Insel Fano läge, und blieb ruhig auf dem Lande. Der Unteroffizier Krausköpf vom ersten Pionierbataillon in Königsberg Z. Pr., der spät Nacht? aus einem Cafe heimkehrte, wurde von dem vor der Kaserne stehenden Posten niedergeschossen, als er den dreimaligen Anruf nicht beachtete. Krauskopf starb nach einigen Stunden. Entweder hatte er den Anruf des Postens nicht gehört oder aus besonderen Gründen dem Haltruf nickt 5?olae 'leisten wollen. -