Indiana Tribüne, Volume 29, Number 49, Indianapolis, Marion County, 20 October 1905 — Page 7
?
ZGMgkSchuld ö IN o m a n X 4 Johannes (immer A
(Fortsetzung.) Ich will nicht bleiben; die Damen wollen es. Es ist eine närrische Sache; in der Ühat, sehr närrisch." Evans fühlte sich belustigt und beschloß, der Einladung .des Kapitäns Folge zu leisten. Die Langweile mußte diesen wirklich schon fast zur Verzweiflung gebracht haben, daß er so ohne Weiteres einen Fremden in sein Haus lud. Mit der Skizze war Evans fertig, so packt: er denn seinen Malkasten zusammen und folgte dem Kapitän nach dem Garten. In einer kleinen Laube saß Miß Lucy und schrieb, ihr wurde Erans zuerst vorgestellt. Sie lächelte ihm freundlich zu. Es freut mich sehr, Sie zu sehen. Mein Vater hat ein Bild von Ihnen, das mir sehr gefällt." Die frohe Laune des Malers wuchs. Wahrhaftig, man muß in die Fremde wandern, um gelobt zu werden. Daheim vernehme ich so freundliche Worte selten, und wir Künstler sehnen uns doch so sehr nach Lob Fergus zog ihn fort nach der Treppe, welche zu dem Salon hinaufführte, aus welchem eben noch einige Akkorde erklangen. Als die Beiden eintraten, schloß Mabel gerade den Flügel und wandte sich langsam um. Mr. Evans wünscht " Weiter kam der Kapitän'nicht. Der Maler hatte den Hut fallen lassen und war einen Schritt' zurückgetaumelt. Auf Mabels Stirn hatte sich einen Augenblick eine Röthe gezeigt, die aber rasch wieder verschwand. Nun trat sie etwas vor und hielt dem Maler die Hand hin. Seien Sie mir willkommen, Mr. Evans!" Wie Einer, der nicht weiß, was er thut, ergriff er ihre Hand; Mabel aber wandte sick zu ihrem Vetter und sagte: Willst Tu nicht sehen, wo Miß Lucv bleibt?" Sie schrcäbt Briefe!" Ach, dann mußt Du wohl die Güte haben, die Briefe zum Postamt zu bringen." Das war ein sehr deutlicher Wink, und Fergus zog mit mürrischem Gesichte von dannen. Es war in der That ärgerlich, er hatte für sich einen Gesellschafter besorgen wollen, und jetzt kaperte man ihm diesen sozusagen vor der Nase weg. Sie scheinen sehr überrascht zu sein. Mr. Evans, mich hier wiederzusehen." In der That. Mrs. Fergus." murmelt: er. . Mabel lachte leise. O. Sie halten mich für die Frau des Kapitäns? Das bin ich nicht. Im ersten Augenblick, als ich Sie vor mirsah, glaubte ich. Sie wären mir gefolgt; Ihr Erstauneu erst'belehrte mich, daß nur ein Zufall Sie hierherführte." Er fchüttelte den Kopf. ,,Es ist nicht gut, daß wir uns wiedersehen. Nicht gut!" Ich habe verziehen und vergessen, was bei unserer letzten Begegnung vorfiel." erwiderte sie stolz. Verziehen! Vergessen! Sie? Ich aber habe nicht vergessen!" Das Blut schoß ihm in's Antlitz, Lippen und Nasenflügel zitterten, und in den Augen leuchtete es unheimlich auf. Der Sturm war im Anzüge und brach nun mit wilder Heftigkeit los. Nein, ich habe nicht vergessen! Sie kamen wie eine Göttin, die mir Glück bringen will, und verließen mich Hohnlachend, wie ein Dämon, mit der geraubten Seele. Warum traten Sie mir in den Weg? Wozu weckten Sie Hoffnungen und Wünsche, wenn Sie dieselben nur enttäuschen wollten! Was trieb Sie an, mich vor mir selbst zu erniedrigen, indem Sie alle bösen Instinkte hervorlockten und mir dann höhnend sie zeigten! Ja, das haben Sie gethan!" . . Mabel war aufgesprungen, blaß und mit zusammengepreßten" Lippen hörte sie die Beleidigungen an. Sie sind von Sinnen, Mr. Evans." Vielleicht bin ich es; wäre Wunderliches dabei? Wußten Sie. daß ich Sie liebe? Nur diese Frage noch beantworten Sie; wußten Sie es?" Ja. ich wußte es," erwiderte sie mit fester Stimme. Ja, öennoch? Sie sollen die Wahrheit erfahren, vielleicht ist ste Ihnen heilsam. Auch ich fühlte den dunklen Drang nach Liebe, ich sah nach dem Wesen aus, das mit dem meinen harmonisch sich vereinen sollte. Es hat mir wahrlich nicht an .Solchen gefehlt, die sich mir anboten, die um mich warben; sie ließen mich kalt, ich konnte für sie nichts empfinden, als im besten Falle Gleichgiltigkeit. Verstand und Phantasie hatten zusammen das Ideal modellirt, das ich in der Wirklichkeit suchte. Und dies war Thorheit! Der . Zufall führte Sie mir entgegen. Sie schienen zu besitzen, was ich verlangte, einen hohen Sinn, eine über das Gewöhnliche sich erhebende Anschauung, das vollgercifte Empfinden für Schonheit und Wahrheit. Ich wollte mich selbst überreden, daß ich in Ihnen gefunden habe, was ich suchte. Aber das Herz wollte sch nicht überreden lassen. Und ich erkannte, daß Liebe niemals
vom Verstand oder von der Phantasie erweckt werden könne. In dem Augenblicke, da Sie als Mann dem Weibe gegenüberstanden, und Sie die Sprache der Natur redeten, da sah ich klar, daß Sie für mich nicht mehr waren, wie alle Anderen." Mr. Evans lachte bitter auf. Eine wunderliche Entschuldigung; ich war also Ihr Versuchsobjekt. Wo werden Sie nun Ihr Ideal finden?" Ich habe es gefunden, zwar nickt das Ideal, aber den Mann!" ' Der Maler sprang auf. Das sagen Sie mir!" Ich sage es Ihnen, damit Sie keiner nichtigen Hoffnung sich hingeben." Mabel wollte an ihm vorüber zur Thüre gehen. Aber Evans sprang auf und seine Hand faßte ihren Arm. Ich werde ihn tödten, diesen Mann!" zischte er. Sie schrie auf und taumelte. Im nächsten Augenblick war der ' Maler verschwunden. 16. Kapitel.
er Ulan Pailer war dem Obersten vorgeführt worden; der Unteroffizier, welcher ihn begleitet hatte, war entlassen. Herr v. Tillfuß betrachtete prüfend den vor ihm Stehenden, dann sagte er: Treten Sie. näher, Paile?. Sie haben die Bitte ausgesprochen, sich bri mir melden zu dürsen. und ich habe' nach einigem Bedenken mich entschlossen, dieser Bitte zu willfahren. Eigentlich hätte zuerst das Verhör stattfinden sollen, und nur die Erwägung, daß Sie vielleicht mir cir. Geständniß ablegen wollen, bewog nid), Sie kommen zu lassen. Haben Sie etwa? zu gestehen?" Jawohl. Herr Oberst!" 2 So? Nun also!". ' Ich gestatte mir, mich vorzustellen: Hans Ulrich v. Liebenstein, ehemals Premierleutnant im 3E. Dragonerreg ment." Was sagen Sie da?" Der Oberst trat hinter seinem Schreibtisch hervor. Soll das ein Scherz sein, oder ist es nicht mehr ganz richtig bei Ihnen?" Es ist nur die Wahrheit, Herr Oberst. Der Name Pailer kommt mir nicht zu. ich habe ihn nur entlehnt. Von einem Todten, natürlich." Also- -Komödie gespielt? Wozu? Warum?" Es ist eine lange Geschichte, und diese Ihnen jetzt mitzutheilen, halte ich mich für verpflichtet, da dieselbe auch eine Angehörige Ihrer Familie berührt." Na. wollen 'mal hören. Setzen Sie sich. Sie scheinen etwas schwach auf den Beinen zu sein." Allerdings, Herr Oberst, es hat Ulich diesmal ziemlich arg mitgenom-' men. Besser wäre es freilich gewesen, man hätte sich nicht so viel Mühe gegeben, mich dem Tode zu entreißen, dem ich ja doch verfallen bin." Das soll wohl heißen, daß Sie mehr oder weniger den Tod gesucht haben?" Der Ulan neigte bejahend den lopf. Das müssen Sie mir denn doch etwas'näher begründen." ' Es soll geschehen, Herr Oberst. Eine Frage gestatten Sie mir vorerst; ist, Ihnen mein Name von früher lier bekannt?" Allerdings habe ich von Ihnen fprechen gehört; nicht immer Gutes. , Sie hatten einen Beinamen " Der tolle Liebenstein!" 1 So ähnlich! Sie scheinen es manchmal arg getrieben zu haben." Vielleicht weniger arg. als es den Anschein hat. Herr Oberst. Würd: in Ihrer Familie auch von mir gesprochen?" Sie meinen damit wohl meine Schwester und dcren Haus. Mir ist es ganz neu, daß Sie mit den Steinbergs bekannt waren; ich hatte niemals davon aehört. Sollte es sich vielleicht um Elfe handeln?" Ich hatte das Fräulein ö. Steinberg in W. kennen gelernt, als die Dame dort bei der Familie Lölling zu Besuche war. Man hat mich den ,tollen' Liebenstein genannt, vielleicht nur deshalb, weil eben keinAnderer da war. der auf dieses Beiwort Anspruch erhoben hätte. Ich war stets in kleineren Garnisonsorten, in welchen das Thun und Treiben des Einzelnen viel schärfer beobachtet wird, und hatte Kameraden, die aus verschiedenen Gründen eben weniger Tollheiten begingen, als ich. Im Grunde genommen waren diese meist ziemlich harmloser Natur. Meine Eltern waren gestorben, als ich kaum vierzehn, Jahre alt war; sie hatten mir ein mäßiges Vermögen hinterlassen, zu Welchem später noch das Erbe von einem Oheim Hinzukam. Lebenslustig und frohsinnig. stets zu Witzen und Scherzen aufgelegt, erfreute , ich mich einer gewissen Beliebtheit bei dtn Kameraden und in der Gesellschaft, in welcher wir verkehrten. Vor etwa vier Jahren kam ich nach W. und wurde dort um so besser aufgenommen, als Tue Gesellschaft in W. etwas leichtlebig ist. Ich fand bald angenehme Beziehungen, viel Gelegenheit zu Vergnügungen und bereitwilliges Eingehen auf jeden lusti gen Einfall. Selbstverständlich wurde ich auch in verschiedenen Familien eingeführt; zu diesen zählte jene des Herrn v. Lölling. von dessen drei Töchtern zwei bereits mit höheren Beamten vermählt waren, nur die jüngste war noch frei, ein reizendes, anmuthiges Geschöpf von siebzehn Jahren. Mir gefiel Melanie. und ich unterhielt mich gerne mit ihr, ohne jedoch anfangs daran zu denken, mich auch um sie bewerben zu
wollen. Sie aber widmete mir ihre Theilnahme, und ich sah plötzlich zu meiner eigenen Ueberraschung. daß ich geliebt wurde. Ich war frei, auch nicht ohne Eitelkeit, ich sah. daß man mich beneidete, die Vernunft sagte mir. daß ich keine bessere Wahl treffen könnte, wollte ich mir ein häuslickes Glück begründen.' kurz, ich trat als Bewerber auf, wurde angenommen und war verlobt. Wenn auch keine stürmische Leidenschaft mich erregte, so empfand ich doch eine herzliche Zuneigung zu meiner Braut, ich war zufrieden und glücklich. Wenige Tage nach unserer Verlobung war eine Freundin meiner Braut zu-Besuch erschienen. Sie überragte an körperlichen und geistigen Vorzügen weitaus Melanie und war sich dessen wohl bewußt. Mein Verhänzniß wollt: eö nun. daß auch diese junge Dame mir ihr Interesse, ihre Liebe widmete. Eines Tages kam es zwischen uns zur Ausspräche. Ich war vollständig betäubt von dem Llusbruche einer wilden d'ämonischen Leidenschaft, dem ich di Stand halten mußte. Ich sagte der Dame mit aller Schonung, daß iÄ ihre Empfindungen nicht erwidern könne. Es kamen unerquickliche Tage. Vielleicht war es ein Fehler gewesen, daß ich Melanie gegenüber von dem Vorfalle schwieg; jedenfalls war es ein verzeihlicher Fehler, ich wollte weder eine Unglückliche aus dem Hause tretben, noch meine Braut betrüben durch die Bloßstellung ihrer Freundin. Für mich war es aber eine unsägliche Pein, immer wieder die bald flehenden, bald drohenden Anspielungen dieser Freundin zu hören, welche für alle Anderen unverfänglich klangen, die iÄ aber wohl zu deuten wußte. Ich wollte ausweichen, meine Besuche wurden se!teuer und kürzer, soweit es nur möglich war, oh-ie Melanie zu verletzen, dafür suchte ich Zerstreuung in dem Kreise fröhlicher Lebemänner. Zu meiner Freude bemerkte ich -nach einiger Zeit, daß jene Dame einen Baron Prettau. meinen Freund, auszuzeichnen beginne, und dieser bald ihr völlig ergebener Sklave geworden war. Allerdings blieb es zweifelhaft, ob dies nur ein kokettes Manöver war. um mich eifersüchtig zu machen, oder ob die Sache ernster gemeint sei. Immerhin fühlte ich mich etwas erleichtert; dafür machte ein anderer Umstand mir Sorge. Melanie zeigte sich nicht mehr so heiter und unbefangen, sah mich oft ganz seltsam an. und endlich gestand, sie mir. daß sie fürchte, ich liebe sie nicht so sehr, wie lie mtcy und ich könnte )te verkamen. Ich suchte sie zu beruhigen, dabei kam ich aber zu meinem eigenen Schrecken zu der Erkenntniß, daß ich nicht so überzeugend sprechen konnte, wie es der Fall hätt: sein müssen, wenn wirklich wahre Lube mich beseelte. So gerieth ich in einen Zustand des Zweifels, der, Unruhe. d?s inneren Zwiespalts, und nun beging ich wirklich Tollheiten. Eines Tages, oder richtiger gesagt, in einer Nacht kam es zum Klappen. Es .aab eine wilde Orgie im dortiaen Klub der Lebemänner, und überdies verlor ich fast den ganzen Rest meines Vermögens. Die gefällige Freundin, die mich, wie es scheint, beobachten ließ, hatte Melanie von den Vorfällen dieser ??acht sofort unterrichtet, wahrscheinlich noch Manches dazu gethan, was die Sache noch schlimmer erscheinen ließ, und die Arme hatte in ihrer jugendlichen Ueberspanntheit Gift genommen. Sie starb einige Tage später. Am Tage der Leichenfeier erschien der Varon bei mir, um Rechenschaft von mir zu fordern. Jene von mir zurückgewiesene Dame hatte ihn gegen mich aufgehetzt und ihm zugleich gerathen, aus Rücksicht für die Familie Lölling und damit kein Aufsehen erregt werde, mir ein amerikanisches Duell vorzuschlagen. Ich ging darauf ein und verpfändete mein Wort, wenn das Loos gegen mich entschiede, binnen bestimmte? Frist mein Leben zu enden." Welch' ein Wahnsinn!"' warf Herr v. Tillfuß ein. In meiner damaligen Stimmung kam mir die Sache gerade recht," fubr Liebenstein fort. Das Looö entschied gegen mich. Ich nahm Urlaub und reiste ab. In irgend einem verborgenen Winkel der Erde wollte ich mein Wort einlösen.- Auf's Gerathewohl fuhr ich nach der Küste, nach H. Dort erstrecken sich den Strand entlang meilenweit die herrlichen Buchenwälder, dort konnte man verschwinden, ohne daß es bemerkt wurde. Schon auf der Fahrt war eine eigenthümliche Stimmung über mich gekommen; ich war ein anderer Mensch geworden, und es wunderte mich selbst, wie fremd ich mir erschien. Ich dachte über mein Leben nach, das so heiter und sonnig verlaufen war, einen Schatten entdeckte aber jetzt mein Gewissen: ich hatte nichts gethan, worauf ich stolz sein durfte. Ich mußte mir gestehen, daß nicht die geringste Spur von meinemDasein zurückbleiben würde. Merkwürdigerweise beschäftigte mich dieser Gedanke ganz allein, ich grübelte darüber nach, und je mehr ich nachsann, desto lebhafter wurde die Sehnsucht, zu leben, um anders leben zu können. Ich war jung, meine Kraft war noch nicht verbraucht, die Natur wehrte sich gegen das erzwungene Ende. Doch ich stand unter dem Banne meines Wortes, und es.sollte geschehen, was ich versprochen hatte. Nur die mir gewährte Frist wollte ich noch bis zum letzten Augenblick genieken. (Fortsetzung folgt.)
liaugt die B0NANZA.
Der Luxus. Ec!:: kiohlthatigk? und nachtheiliger Einfluß aus die Menschen.
ttez Purpurne und der diamantene Luru. ScrschwendttngZsuilzt der Lkömcr Mtot patraS Perlc-Nasfinirte Schlkm:er-Kost, barer LZoS. Luxus ist der Aufwand, für den feineren Lebensgenuß, welcher über dcn durchschnittlich üblichen Bedarf hinausgeht. Da letzterer lein feststehender ist, so ist auch der Begriff Luxus ein sehr relativer. Der Luxus an sich ist nicht unberechtigt. Wer die Mittel dazu hat, kann sich auch Luxus gestatten. Ein sich in diesen Grenzen haltender Luxus ist sogar zu empfehlen, weil durch denselben Industrie und Kunst befördert und den Arbeitern und Künstlern Bcrdienst zugewiesen wird. Wohlthätig wirkt der Luxus, wenn er auf gesunden und geschmackvollen Lebensgenuß gerichtet ist. dem Sinn für Schönheit sowie einer echten Sittlichkeit dient und nachhaltig das Lebensglück erhöht, ohne daß andere dadurch geschädigt werden. Zu verwerfen ist dagegen der üppige, sinn- und geschmacklose Luxus, welcher nur die Kostspieligkeit als Hauptsache ansieht. Die Kulturgeschichte kann zwei große Perioden des lctztgenanntenLuxus aufweisen: die römische Kaiserzeit und das Zeitalter Ludwigs XIV. von Frankreich. Erstere kann man die purpurne, die zweite die, diamantene nennen, weil in der einen der Purpur, in der anderen der Diamant das charakteristische Merkmal bildete. Der Purpur war seit uralten Zeiten bekannt, ja seine Entdeckung verliert sich in das Dunkel der Sagenzeit. Die Heimath der Purvurfärberei war der Orient. Je mehr oie Römer in die Länder desselben ein drangen und sie unterjochten, verpflanzte sie sich auch nach Rom. Anfangs begnügte man sich mit schmalen Purpureinfassungen der Gewänder. Bald aber ging man zu ganz purpurnen Gewändern über, und als in der Cäsarischen Zeit alle Schätze des Orients nach Rom flössen, .da kannte der purpurne Luxus keine Grenzen mehr. Ein nicht minder verschwenderischer Luxus und Aufwand wurde mit den Tafelgenüssen in der damaligen ZeitPeriode getrieben. Bon der Königin Kleopatra ist es bekannt, daß sie bei einem Gastmahl ihre kostbarste Perle, die einen Werth von Millionen hatte, in Essig auflöste und verschluckte. Die Gastmähler des Lucullus sind durch ihre verschwenderische Kostbarkeit sprichwörtlich geworden. Man suchte sich gegenseitig durch die Seltsamkeit und Kostspieligkeit der einzelnen Gerichte förmlich zu überbieten. Man bewirthete sich mit Gerichten aus Straußengehirnen, Nachtizallenzungen und dergleichen mehr. Ein reicher Schlemmer, der eines Tages die Wahrnehmung machte, daß er nur noch eine Million im Besitz hatte, hielt sich für einen armen Mann und nahm sich das Leben. Was nun die diamantene Periode des Luxus betrifft, so begann sie eigkntlich schon unter Ludwig XIII.. erreichte aber ihren Gipfel unter Ludwig XIV.. der selbst im Jahre 1693 bei einem Feste, das er dem persischen Gesandten zu Ehren veranstaltete, in einem goldgestickten Rock erschien, der mit Diamanten im Werthe von 12.000.000 Francs umsäumt war. Er ließ sich eine besonders kostbare Kassette hersiellen und mit Juwelen aller Art anfüllen. um daraus bei Gelegenheit nach Belieben schöpfen zu können. In dieser maßlosen Uebertreibung gereicht der Luxus natürlich .der. Menschheit zum Verderben. Nicht ohne Rührung ist dagegen zu bedenken, daß gerade ein kleiner Luxus, den langjähriger Fleiß und Strebsamkeit endlich gestatten, das Leben manches Wackern krönt, vollendet. sein Herz bis zum Schluß mit Gcnugthuung erfüllt. Ohne Luxus gäbe es keinen freudigen Fleiß mehr, denn der freudige Fleiß arbeitet mit dem berechtigten Ehrgeize, sich dieses oder jenes zu gönnen, oder einst den Kindern zu hinterlassen. Die Neigung zum Luxus wurzelt zu tief; sie richtig zu lenken, ist eine dankbarere Aufgabe, als sie ausrotten zu wollen. Vnlkanausbrüche ans Sanaii. Laut einer Mittheilung des Courcrl neurs Solf von Dcutsch-Samoa, der kürzlich zu einem Besuche nach d:n Ver. Staaten kam. dauern die vulkanischen Ausbrüche auf der zur Samoa-Gruppe Gehörigen Insel Sawaii fort. Der Feuerschein des Vulkans ist 70 Meilen weit auf die See hinaus sichtbar. Das Tbal von Manguafi, welches früher, mit Kokosnuß-Plantagen besäet war. ist in einen mehrere hundert Fuß hohen Hügel verwandelt. Der dahinrollende Lavastrom wird wahrscheinlich noch andere Plantagen zerstören und schließlich die See erreichen. Ein Verlust an Menschenleben wird nur dann befürchtet, wenn eine große Feuersbrunst entstehen sollte. Der Distrilt, wo der vulkanische Ausbruch stattgefunden hat, war früher nicht als vulkanisch betrachtet worden. Das weibliche Schonh e i t s i d e a l vieler orientalischer Aölkerstämme gilt erst dann , als erreicht, wenn das Gesicht eine möglichst kunstvolle Tätowirung aufweist.
össnbMLW vandalia Abgang St. LouiS Spcl., tägl g.. 1 50üm St Louts Lilv täglich s d & b' 6 5 J öai Capital Exprek tag! id.. 7 038m St Loui Ac tägl 7 25Vm Ch St L Erpreß täglich 6 s. 12 2 Wai St Loui, Expreß tägl Z 15N ? $ & Slsinghsm Aec tägl. 4 00 Nm St L gast Mail täglich.. 8 L5Rr
Vincenneö Division. taixo & VimenExpr täglich 7 20Vm Spencer d Bedford Ae, tägl. 9 45V BineenneS Erpreß tägl.. 3 50ra VineenueS Erpreß täglich.. 10 303 Spencer & Vedford Ae. tägl. 4 455rn Cairo Exprek täglich 6 16$T Vlncennes Accom,nur StgS. . .5 36Nm Vincenneö Accsm, nur Stgö..9 25Nm Cleveland, Qnnnnati, Cchlcago & Su Toms Äatlrsav, Sleveland Division ' bgang Änku American Expreß tägk.ch.... 4 20Vm New Sork Ltd tägl d 15 loVra S k B Lim täglich s d... 7 20Vm Detroit & Toledo Exp tägl s 7 5591m Clevland Accom....,.....10 45Vm Fort Wayne k Elk Szp tägl 10 3iira Anderson Exp 11 30Vm Southweftern Ltd tgl äs.. ..11 Z5Vm S&8 Lim, tägl d s... 2 4 Mm Anderson Expreß p 2 45Nm Winona Flyer, p 3 10Nm St LouiS Ltd tgl ä s 3 ooflm ftt Wayne öc Elkh Exp tägl L 50Nm Winona Fly r, p e 1091m nickerbockn Sv tägl ä ck. . 55un American Expreß täglich 6 4591xl Toledo & Detroit Exp tägl. 8 30Nm V H ynion City Aeeom. .. 8 i5Rrn St. öonis Division.
Ein, 3ndps & St 2 Exp tgl s 12 05Vm New York Ltd tägl . .12 2053m St Louis Accom..... 7 IbBrn Souchveftern Lim tgl d s. . .11 06Bm St Louis Expre?, tägl 6s..11 4533m St. LouiS Ltd tägl 6 s 3 15Nrn Tene autt fe Mat'n Aee 5 OSRm American Expreß tägl 7 05Nm Tineinnat Sin K LouS Nachtexpreß tgl s 3 St Louö & Ein Nachtexp tg 4 Cineinnati Exp täg 7 Cincinnati Flyer tägl p.... 1 Cincinnati Lim tägl p . . . . . 2 LouiSville Expreß 2 Ciminnati Aeeom.... 4 Tine & Wash F L tg d p S Chi 45Vrn 80Brn SOVrn OONrn SöNrn 65Nm OONrn 20Nrn eago 15Brn 0013m 60Vm 20Nm 25SJm Kbieago Nachtexpreß tägl ..12 Kankakee Aeeom 7 Chicago Fast Expreß tgl d p 11 Wbite City Speeiaitagl dp 3 LaFayette Aeeom 6 Mich Lenton Harbor Ezvreß 7 Btichigan Mail Expreß P...11 Winona Flyer p 3 S!thart Ace täglich ........ 5 $cozia Peoria Expreß täglich ....12 Peoria Expreß öe Mail. 7 Weftern Expreß täglich p d..ll Chsmpsign Aeeom ........ 4 Peoria ColumbuS Erpreß tägl.... Ohio Special tägl...... Lynn Aeeom. . .- .... . . . . 6 00Bm . 2 50Nm . 6 15Nm
pittsburgh, Cincinnati, (Dpcago & St. Louis R'7. Indianapolis Division. Abgang Ankunft PittSdurg Svecial, tägl s .. 3 40Vm St Louis Spezial tägl.... 1 4533m ColumbuS Aeeom tägl . 7 30Vm St Louis Lim täglich sä d.. 6 56? New Sork Expreß täg 8d.. 8 lOBm Capital Expreß täglich sd. . . 7 008 Keyftone Expreß tägl d & s. 3 055tm Chic K St L Expreß tgl d a.12 1b5! Atlantic Expreß täglich ... 5 OONrn SndianavoliS Aeeom ... 12 40Nm S Lim täglich s d b. 7 lOStm St LouiS Expr tägl dtc .. 3 OöN Pittöburg Expreß, tägl sd.. 7 20N Nimmt keine Passagiere tgl- SON Indianapolis Acc, täg 11 15NvChicago D i visi c n. Chicago Special, tglpb .. 1135Vrn Southern Expr täglich , 3 l5Lrn Lou & Chi F Expr täglich 11 60Nrn Chic & Lou Expr täglich p d 8 40N
8 0 u Southern Expreß tägl '.. .. PittS K Lou FL tägl. Mad Aec nur Sonnt ...... LouiSv & Madison Aeeo Chicago ZeLouFL täglich p b iSville 8 36Bm 7 OOBm 7 30Vm 8 06vm 8 56Nm. rrm Madison Accom tägl. LouiSville Aeeom tägl 0 oojiiu 7 OONrn Madison Accom, nur StgS... 7 OOVm
Cmcinnati, Hamilton & Vaston R. R. Cincinnati Division. ' Abgang Aukunk Cintinnatt Lest täglich ... 4 OOBm Cincinnati Vestibül: täglich , 12 46V Fast Mail täglich , ... 8 05Vm Fast Mail täglich ......... 6 36V Cinc, Toledo, Det Exp p. . .10 40Vm Cinc & Chic Exp täglich p.ll 458m Ciminnati k Dayt'n Expk p 3 OONrn Tiaeinnati Beü täglich d p 3 2KN Cin K Dayton Lim tägl d p 5 trn Cinc & InlZ ls Accom p.. T5faa Cw & Detroi: Sxpreb tägltö 6 30 Cinc Spgsild & Dec Ex tg 11 10 n Springsield (I l l.) Division. Svringfield Mail & Expreß 7 0035m Cln.ckSvringfield Cx.stSgl. 3 4593m Chicago Expreß p 11 5093m Decatur Accom 103593m Decatur Accom 330Nm Cincinnati Expreß p 2 50$ Cln.ckSvringfield Ex. s tügl.ll 20Nrn Springsield Mail & Expreß 4 50Nrn Cafe rie & weftern R. R. - Abgang Ankunft Mail und Expreß 7 1653m Indianapolis Expreß.. ...10, l5Vm T Det K M C Ex täglich 1 80Nm Mail & Expreß.. 3 20N Chicago Expreß 6 5DNa Toledo Expreß 9 40
Chicago, Indianapolis & (ouisoille Ry. (ZNonon Route.) Abgang AntAnft Chie Sttght Expreß tägl ...12 ö5B Cincinnati Best tägl ....... 3 SSV FaS Mail täglich 7 0055m FaS Mail täglich...... 7 LOBm Chi Expreß, nur Sonpd..11 öOVm L?onon Ace, tägl auSgSonn,10 OOVa ?hi & Mich City Veft dp.. 5 SLNm Cincinnati Veft täglich d p. 4 52Nm Mono Aee,. 4 OOttp OU (West) nd Nskchdale. Chieago Sxpnß 11 503a Ciminnati Expreß p.,
8 Itaat E)9er. "Pulo Car. C
5 MtzSAiz
in& A'UQft PtttSburg Spcl, täglich s.. 3 308rn ttes ünt Sxpreß täglich g d 6 69 3m Shneller Mail tZzllch.... 8 008m Terre Haute Efsing Aee täz 10 Keyjo Sxpreö täglich äs. S Atlantic Expreß täglich 4 45N 5he Limited tägl 4 b 6 46m Pittöb Exp, läglsa 6 5555 American Expreß tgl. 4 0023m St L, Ein & Col N Exp tgl d s 4 20Vm Ct. LouiS Expieß tägl ..... 7 I5fcm Mat'n & T Haute Aec ..... 10 8SBm & Bofton Lim tögl d ,. 2 4)Nm St LouiS Accom....... b 85?w Washington Ejp, tägl pdg. 6 05N nickerbockn Sp tägl d. . . . 6 4öÄrn i Division. CinnnnatiAee.. . 10 30Bn Cinc u St L Ltd täg 10 SKVrn Chic & St LExpreß kgdkps 11 SöDrn LouS tL& Chicago Gxpreßll 3bQ White City Spezial tägl p.. 3 05im Indianapolis Acc,auög.StgS 6 40N Eine & LouiSv Naöterp tgl sll Cinc ZndS St L Ex tg s . . 1 OOMit Division. Cine Nachtexpreß, tägl n 3 SOS Kankakee Aeeom ....10 308a Cine Fafi Expreß tägl p d.. 2 40Nw Lq gayette Aceom... ...... 00?? Cine fc Wash F L., tägl p 8 05R
igan Division. 30Bm Elkhart Expreß tägl. ......10 30iÖm SvVm Benton Harbor Expreß p... 2 45N lONm Winona Flyer p 6 lONrn 60Nm Michigan Expreß.... 8 155tu Division westlich 1521m ColumbuS & s,tnc Exp tgl 0 8 80Vu 2öBm Champaign Aeeom ........10 36B SöVm NSä: Ohio Svecial .. 2 35 10Nm Peoria Expreß täglich p & d 6 085! Division östlich.
Lynn Accom 10 00Bm ColumbuS Expreß tägl 11 30V ColumbuS Expreß tägl ,..12 OONts Division. LouiSv & Madison Ace tägl 10 10? Chie F 3 tägl p d 11 3022m Louisville u. Madison Aec.. 5 40R LouiSv & PittSb F täglich 6 3 5 Ste Madison Aceomm Sonntags 9 15V o t. rxxcfc rr n -r j: - nn v &jitj vx?r. lagua? 11 00 2151
C&tit Cit B 8offt rni. P Dl&JaaCa
