Indiana Tribüne, Volume 29, Number 49, Indianapolis, Marion County, 20 October 1905 — Page 6
Jndiana Tribüne, 20. Oktober I93
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Präs. Roostkelt
Aus seiner. Reise durch den Südcu großartig gcscicrt. Sekretär Noot beräth mit General Davis und Shonts. öcnezuela's Prozeß gegen die Asphalt Co. Zoll für Frl. Roosevelt's Gcscheute. Meuchelmord in Texas. Für gute Landstraßen. ,
Reise de S Präsidenten. Charlotte. 19. Oct. Die Ovationen, welche gestern dem Präsi. denten Roosevelt bei seiner Reise durch Virginia gebracht wurden, fanden heute in Nord Carolina ihren Anfang. Er wurde von begeisterten Menschenmengen zu Durham, GreenSboro, High Point, Lexington, SallSbury und Charlotte! empfangen. - ; Das Hauptereigniß des Tages war der Besuch deS Präsidenten auf der Ausstellung zu Raleizh. Er hielt dort eine Rede über den Betrieb vou Eisen bahnen und die Organisation von Ka pital und Arbeit. Die Rede wurde mit großem Beifalle aufgm?mmen. Frau Roosevelt hatte ihren Gatten nach der Ausstellung begleitet. Zu Durham wurde nr ein Aufent halt von zehn Minuten gemacht. Dort richtete der Präsident speziell eine An prache an die Studenten deS Trinity Colleqe. Er wurde zur Tribüne von den BundeSsenatoren SimmonS und Overman geleitet, die beide an dem College graduirten. Der Zug vom Bahnhose nach dem StaatSkapitole war ein großartiger und er wurde dann nach dem AusstellungS Platze fortgesetzt. ES nahmen an demelben angesehene Bürger auS Stadt und Staat Theil sowie 12 Compag. nien Mitiz. Schüler der Colleges, Konföderirte Veteranen und 12 Veteranen des mexicanischen Krieges. In der Equipage beim Präsidenten saßen des sen Frau, Vitt'Gouverneur Winston und Sekretär Loeb. 5?anal Angelegenheiten berathen. Washington, 19. Okt. Sekretür Taft widmete heute beträchtliche Zeit den ttanal.Angelegmheiten. Er berieth mit Gen. DaviS, dem Vorsitzer deS Veirathes der Ingenieure und am Abend mit Vorsitzer ShontS von der Kommission. Gen. DaviS und ShontS sind be kanntlich in letzter Zeit auf dem Jfth. muS gewesen und hatten dem Präsiden ten sowie Sekretär Root mancherlei Beobachtungen, mitzutheilen. Danken Roosevelt. Washington, 19. Oet. Sekre tär Root veröffentWe heute Abend die Depeschen, in welchen der russische I und der japanische Kaiser ihren Dank für die Dienste ausdrücken, welche Prä. sident Roosevelt bei Vermittlung des! Friedens leistete. Die Depeschen sind offiziell aber sehr herzlich gehalten. Venezuela gegen Asphalt Gesellschaft. New York, 19. Oct. Jndem Prozesse Venezuela'S gegen die Bermu dez Asphalt Co. sagte heute Gen. Avery D. Andrews, Vize.Präfident der National Asphalt Co. aus, daß ameri kanische Asphaltgesellschaften $130,000 zur KriegSkasse deS Revolutionärs Ma toS beigetragen hätten. Freilich fei diese KriegSsteuer nicht freiwillig ge leistet worden, sondern nur um das Eigenthum der Kompagnie zu schützen. Schnee. Omaha, Neb., 19. Oct. Im nördlichen NebraSka und südlichen Da kota fielen gestern Abend 2 Zoll Schnee. Die Temperatur fällt rasch. Baukprä sident angeklagt. Lou iS ville, Ky.. 19. October. Wm. B. Smith, der frühere Präsident der Western NationalBank. wurde heute von den BundeSgroßgefchworenen angeklagt, falsche Eintragungen in die Bücher und Gelder in unberechtigter Weise verwandt zu haben' Smith soll in Portorico sein. Der Betrag stiner Unterschlagungen wird auf 8193,013 92 angegeben. Meuchelmord. Houston, Tex., 19. Oct. Der Spezialvolizif: I. W. Elheridge, wel. cher einen Eztrazug nach Palestine be gleitete, wurde von einem Passagier. den er vom 'Zuge abgesetzt hatte, im Bahnhofe von Troupe, Tex., hinter MS erschossen.
Vergällte Freude. Washington, 19. October. Schatzamtssekretär Shaw bestätigte, daß Fräulein Alice Roosevelt den gesetzlich vorgeschriebenen Zoll für die Geschenke, welche sie mitbringe, entrichten müsse, da die Tochter deS Präsidenten keinen Vorzug vor anderen Persönlichkeiten genieße. Nur Mitglieder des diploma tischen Corps seien von Zollabgaben befreit. UebrigenS". fügte er hinzu, der angebliche Werth der Präsente, die Fräulein Roosevelt wider ihren Willen habe annehmen müssen, ist phantastisch übertrieben worden. Die Zollabgaben, welche sie zu entrichten hat. dürften fich auf ungefähr $25,000 stellen." Da Fräulein Roosevelt die betreffen den Geschenke ebenso wenig zurücksenden kann, wie sie fich weigern konnte, die selben anzunehmen, als sie ihr angctra gen wurden, so muß sie den Zoll ent weder auS ihrem Privatvermögen be zahlen oder der Präsident nvife sich ent schließen, in seine Tasche zu greifen. Der Vorschlag, daß der Schatzamts Sekretär dem Congresse empfehlen solle, die bezahlten Zölle zurückzuerstatten, erscheint unthunlich; denn die Debatte, welche fich gelegentlich eines derartigen Antrages im Congresse erheben müßte, wäre doch wahrscheinlich höchst unange nehm für den Präsidenten. ES ist nicht wahrscheinlich, daß der Präsident seiner Tochter weiterhin ähnliche intet nationale Reisen gestatten wird; denn da daS Roosevelt'sche Vermögen keines weg? sehr bedeutend ist und die frei willig übernommenen socialen Wer pflichtuncen wohl das ganze osficielle und private Einkommen deS Präsidenten in Anspruch nehmen, könnten wei tere Reisen Mll den obligaten Zollzah' lungen für Geschenke Herrn Roosevelt in eine finanzielle Klemme bringen. Prozesse in der Armee. Washington, 13. Oct. Der Jahresbericht des General Zudge Ad
vocate" zeigt, daß während des letzten JahreS von Kriegsgerichten 35 Osfiziere verurtheilt und 13 freigesprochen wurden; 3 Kadetten und 4393 ange wordene Leute wurden verurtheilt, 356 freigesprochen. Es fanden 551 mehr Prozesse statt wie im Vorjahre. ES kommt dies daher, daß mehr Deserteure ergriffen werden, da eine höhere. Be lohnung auf deren Verhaftung auSge setzt wurde. D e v l i n - Ba n ker o t t. T o p e k a , KanS., 19. Oct. Nach dem Berichte der Receiver, welcher heute im Bundes - KreiSgerichte eingereicht wurde, betragen die Aktiva C. I. Dev lin'S, der im Juli bankerott machte, 84.956,948, die Passiva 54,592.208. ES liegen aber r.och Ansprüche von 81, 039.379 vor, von denen die Receiver nicht wissen, ob sie berechtigt ad. Müssen diese bezahlt werdtn, so wür den die Passiva die Aktiva um 8674,. 639 übersteigen. Fürgute Landstraßen. ColumbuS, O., 19. Oct. Der Verband für gute Landstraßen von Ohio wurde heute mit folgenden Be amten organifirt: Präsident Martin Dodge. Cleve land; Vice.Prüjidenten: D. I. Cable, Allen County; A. W. Mumper, Clark County; F. I. Frey. Seneca County und I. M. Harper, Hamilton County; Schatzmeister: George W. Latii'mer, ColumbuS; Protor.Sekretär: Charles W. Dawson. Lima; Corres.Se!retür: Samuel Huston, ColumbuS. Halsband verschwunden. New York, 19. October. Ein Juwel in hohem Werthe wurde heute früh von der Juwelenfirma Wm. Scheer vermißt. Sofort wurden alle Thüren geschlossen und Detektivs her beigeholt. Die Unt;rfuöung ist im Gange. New York, 19. Oct. Eine der Arbeiterinnen, welche etwas später er schien als zur gewöhnlichen Geschäfts stunde, sagte, fie habe ihre Arbeit an dem Schmuck noch nicht beendet gehabt, als der diebessichere Schrank am Abend vorher geschlossen wurde und ihn ver steckt. Vor den Augen des erstaunten Detektives holte fie das Schmuckstück aus dem Verstecke.
Cuncliffe verhaftet.
980,000 gesunden. Bridgeport, Conn., 19. Oct. Ed. Geo. Cunltffe, welcher der Adams Expreß Co. zu PittSburg 8101,000 gestohlen haben soll, wurde heute hier verhastet. Er hat angeblich den Ge Heimpolizisten bereits ein Geständniß abgelegt. Er erklärte, daS Geld fei noch in PittSburg; mehr wollte er nicht sagen. Er hat fich bereit erklärt ohne AuSlie ferungspapiere ,nach PittSburg zurück zukehren. Bristol, Conn., 10. Oct. Etwa 830,000 der' gestohlenen 8101.000, wurden heute im Haufe Canliffe'S Schwager Jof. W. Boardman's wie dererlangt. DaS Geld war in einer Kleiderschachtel die von Bridgeport an Boardman geschickt wurde, aber noch nicht geöffnet war, als das HauS Be such durch die Detektives erhielt. Board man wußte Nichts von dem Gelde. Eine Ehe, die wohl nicht im Himmel geschlossen wurde. PittSburg, Pa.. 19. Octbr. Dr. W. Campbell von McKeeSport, welcher vor einiger Zelt eine Klage auf 825.000 Entschädigung gegen die reiche Wittwe Frau Rose A. Breitenreiter in McKeeSport wegen Bruchs des Ehe Versprechens eingeleitet hatte, wurde am Freitag Abend mit dieser getraut und diese Thatsache kam erst zu Tage, als beide gestern gemeinsam in der Kirche erschienen. Die HeirathSlizens war schon am Montag herauSgenom men worden, Dr. Campbell, aber zog seine'Klage erst nach der Trauung zu rück, da er fürchtete, Frau Breiten! ter möchte noch andern Sinnes werden, ja eS heißt sogar, er habe fich von ihr erst eine Baarsumme geben lassen und fie seien übereingekommen, daß eS bei den Parteien jederzeit freistehe, die Ehe wieder zu lösen. Auf Letzteres sollen namentlich die Verwandten von Frau Breitenreiter gedrungen haben. Schriftstellerin Hedwig V o ß. f Chicago, 19. Oct. Im Alter von 73 Jahren ist heute im deutschen Altenheim Frau Hedwig Voß. eine deutsch amerikanische Schriftstellerin, aus dem Leben geschieden. Auf einem Landgute in der Nähe von Nienburg im Hannover'schen als die Tochter des Gutsbesitzers Ludwig von Roden ge boren, kam sie 18J2 mit ihren Eltern und Geschwistern nach Amerika, wo sie sechs Jahre darauf den Advokaten Arno Voß heiratbete. DaS Paar schlug fei' nen Wohnfitz in Chicago auf. Frau Voß hat eine Reihe von No. bellen und Gedichten geschrieben, die, meisten? im Westen", dem Sonntags blatte der Illinois StaatZ.Zeitung" zum Adruck gelangten und sehr gern gelesen wurden. Lebhaften Antheil nahm das Paar an der Gründung und Verwaltung des deutschen AltenheimS und allen deutschenBestrebungen brachte eS das regste Interesse entgegen. Der Gatte der Frau Voß. der als Oberst den Bürgerkrieg mitmachte, wurde ihr bereits im Jahre 1833 durch den Tod entrissen. Sturmschäden im Jndia n e r T e r r i t o r i u m. G u t h r i e . Okl., 19. October. Während der Nacht ging im ganzen mittleren Oklahoma ein heftiger Regen nieder, der erste, der seit vielen Wochen gefallen ist. Der Boden war in der hiesigen Gegend so trocken, daß noch kein Weizen gesäet wurde. Bei Altuö, Oklahoma, richtete heftiger Hagelschlag großen Schaden an. Ein Tornado, welcher am Abend das zwölf Meilen südwestlich von hier gelegene Meridian heimsuchte, zerstörte das Wohnhaus von M. Savior und viele kleinere Gebäude. Die Familie Savior sah den Sturm heranziehen und flüchtete in ihren Sturmkeller. So weit man bis jetzt erfahren kann, haben keine Verluste an Menschenleben statt gefunden. S a p y l p a. 19.' Oct. Etwa eine Meile östlich von Manford bildete sich gestern ein Wirbelsturm, zog in östlicher Richtung und riß Farmhäuser, Stall gedäude. Schuppen, Bäume und Tele graphen sowie Telephonpsosten um. Mehrere Familien wurden obdachlos gemacht. ES wurde Niemand getödtet, jedoch wird sich die Zahl der Verletzten wahrscheinlich auf 25 belaufeu. Ein furchtbar heftiger Regen folgte dem Sturme und man fürchtet, daß auf dem Pfade des letzteren Menschen' ge tobtet wurden.
Straßenbahn-Unfall
Dutzend Personen verletzt. W p o st e rO...19. Oct. Auf einer Kurve zu Jackson stieß ein , Wagen der elektrischen Bahn auf einen anderen Wagen. Ein Dutzend Personen wur den verletzt. Frau Frank Rowe von Cleveland erlit wahrscheinlich innere. Verletzungen. Der Motormann sprang ab, erlitt aber böse Verletzungen am Kopfe. Warnung vor schlechtem Whiskey. Washington, 19. Oct. Die Chemiker des. Ackerbau Departements ermähnen abermals das Publikum zur Vorsicht gegen den Genuß von billigen Whiskeysorten und von Patentmedtzi. nen. die vielfach stark mit dem billige ren Holzalcohol versetzt' find. Holzalcohol wirkt wie Gift auf den Körper und hat zumal auf daS Sehvermögen. eine so schreckliche Einwirkung, daß sein Ge' nuß Blindheit nach fich ziehen kann. Aerztliche Fachschriften stimmen in diese Warnung ein. Die Fachschrift Medical Record" beschreibt einen Fall, in welchem ein Mann nach dem Genuß von zwei Unzen Whiskey, der stark mit Holzalcohol verfälscht war, erkrankte und im Verlauf von vier Tagen erblin dete. FrankreichundVenezuela. Washington. 19. Oct. Inder Unterredung, welche der französische Botschafter mit Sekretär Rootatte, erklärte ersterer, daß Frankreich darauf bestehen werde, daß sein Geschäfts' träger Taigny als Vertreter in Caracas bleite, da feine Regierung fein Vorge hen vollkommen billige. GelbeSFieber. Pensacola. Fla.. 19. Oct. Die Fieberlage bessert fich hier nicht ebenso rasch wie in New Orleans.' Angemel det wurden heute: 7 neue Fälle, insge sammt 446. 2 Todesfälle, im Ganzen 64. Auch Hafenkollektor John E. Still man soll unter den Erkrankten sein. Indianapolis Southern Eisenbahn. B l o o m i n g t o n, 19. October. Voraussichtlich werden die Kontra! toren die Geleise der Indianapolis Southern Railmay Co. nicht bis zum 15. n. M. bis nach Bloomington vvllenden können, sondern froh sein, wenn bis Ende d. I. die Arbeit be wältigt ist. Die zu überwindende Schwierigkeit ist, Arbeiter zu bekom men, trotzdem der Lohn von 81.25 auf 81.75 gestiegen ist. Mord aus Eifersucht. In Stammheim. Nheinprovmz. bewarden sich ein Arbeiter und ein Fuhrknecht um eine Wittwe. Da diese sich für den Fuhrknecht entschied, so schlug der Arbeiter den Nivalen mit einer Axi nieder. Der Tod trat sofort ein. In kritischer Lage. Bei den Llland-Schären im Bosnischen Meerbusen sank der schwedische .Dampfer Samson." Ter Kapitän, der Steuermann und ein Matrose ertranken. Der 16jährige Koch rettete fich auf einer Planke nach einer unbewohnten Klippe, wo er zwei Tage ohne Nahrung zubrachte, bis er gerettet wurde. Gewaltsame Befreiung. In einer Nacht wurden in Riga in russischen Gouvernement Livland zwei politische Verbrecher, die eine Rolle als Führer gespielt hatten, aus dem Ccntralgefängniß gewaltsam befreit. Dabei wurden zwei Wächter und ein Schutzmann getödtet und mehrere Polizeibeamie verwundet. Zwej an der Befreiung betheilbgte Personen wurden verhaftet. 'Netter Sicherheitswächter. In Waldshut. Baden, wurde der Gendarm Vausback zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt. Er hatte in der von der Staatsanwaltschaft Waldshut geführten Untersuchung anläßlich der Ermordung einer gewissen Reinbold die ihm gewordenen Aufträg,: gar nicht oder unvollständig ausgeführt und unrichtige Meldungen erstattet. Ferner hatte er an einem Ort ein Blatt aus einem Fremdenbuch beseitigt, auf das sich der Mörder eingetragen hatte. Einwandfreie Milcb für Kinder. Die Stadtrerordneten von Hanau, Hessen-Nassau, bewilligten jüngst die .Mittel, die vom dortigen Magistrate zur Beschaffung einwandfreier Milch für Kinder der Minderbemittelten beantragt worden waren. Die Milch wird Familien mit einem Jahreseinkommen von 900 bis 1500 Mark zu 13 Pfennig pro Liter, ebensolchen mit mehr als drei Kindern und mit einem Jahreseinkommen bis 2000 Mark, solchen aber mit einem Einkommen unter 900Mark unentzeltlich geliefert. Unter denselben Grundsätzen wird die Milch auch Wöchnerinnen, die ihr Kind selbst stillen, zu ihrer besseren Ernährung gegeben.
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