Indiana Tribüne, Volume 29, Number 49, Indianapolis, Marion County, 20 October 1905 — Page 1
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1 - . VrsÄxeint feden Nartrmtttag. ' . . ' ' Jahrgang 29. Indianapolis, Ind., Freitag, 20 Oktober 1905 x. No. 49. . i : : :
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Zu Pferde eingesangen.
Flüchtiger Finder zur Strecke gebracht. Zu Pferde verfolgt, eingeholt und der Polizei überliefert wurde gestern bei 40 Jab, alte Kmil GauK. 322 Süd Meridian Str. Zauß wurde des Diebftahls angeklagt. Wie verlautet, verlor -Frau Fannie Heittam, on der Davidson und Maryland Str. Ecke ihr Portemonaie, in welchem sich etwas über $11 befanden. Eine dicht hinter Frau Heitkarn hergehende Frau sah dieses und machte diese auf den Verlust aufmerksam. Inzwischen aber soll Gauß bereit? das Geld aufgenommen haben und soll mit demselben davonge laufen sein. Herr Wilhelm Houppert, der den Vorgang mit angesehen, telephonirte sofort zur Polizei sprang dann aufS Pferd und jagte dem Fite henden nach,' .den er an der Ecke der Washington und Eruse Str. stellte und dort hielt, bis die Radler Polizisten Hull und Shine zur Stelle geeilt wa ren. 15 man Gauß die Taschen durchsuchte, fand sich daS Portemonnaie nebst Inhalt noch unversehrt vor. Auf heute, vertagt. Der Mayor Hermann hatte gestern Abend den Stadtrath zusammen ge rufen, um dieTranZferirung von $40Q0 vom Fond für Straßenbesprengung zum Fond für Straßenreinigung vorzunehmen. Indessen waren nur 12 von den 21 Ttadtvätern erschienen und somit war kein Quorum vorhanden. Präsident I. Billingtley vertagte in folgedessen die Angelegenheit auf heute Nachmittag 1 Uhr. Superintendent Garrard vom Stra ßenreinigungS'Department, der auch zu der Versammle A gekommen war, mußte eS sich gefallen lassen, von Der fchiedenen Seiten angeulkt zu werden. Verband deutscher Vereine. Die vertagte Delegaten Versammlung des Verbandes deutscher Vereine findet am nächsten Montag, den 23. d. M.. AbendS 8 Uhr. im Unabhän gigen Turnverein statt. Es findet Abrechnung des lokalen Festausschusses deS Konvents deS D. A. Nationalbundes statt. - Da dringende Geschäfte vorliegen und Beamtenwahl stattfindet ist die Anwesenheit aller Delegalen erwünscht. Andrew L e rn i ck, 524 Ehesa. peake Str., der am Mittwoch früh mit S160 in seinem Besitze sich zur Stadt begab, um das Geld in die Bank zu geben, wurde seit der Zeit nicht mehr gesehen. Dte Familie des Mannes ist über daS Verschwinden desselben sehr besorgt, da Lemick vorzügliche Ehara? tereigenschaften besaß und niemals län gere Zeit vom Hause sich fern hielt. Allen Polizisten wurde eine Beschrei. bung deS Mannes geliefert und man wird sich bemühen, den Aufenthaltsort desselben ausfindig zu maöen. F ü r d i e m o r g e n a u f d e n Staatsgründen abzuhaltenden Auto mobile.Wettfahrten find jetzt alle Vor dereitungen beendet. Viele große Ma fchinen werden sich an den Wettfahrten betheiligen und man hofft auf hervor ragende Leistungen, falls das Wetter während des Tages schön bleibt. I a m-e S D. M o r i a r i t y , der unabhängige Kandidat der 11. Ward, reichte beim.' Stadtclerk seine Applika tion, seinen Namen auf dte Wahllifte zu setzen, ein. Moriarity hatte über 400 Namen als Unterschrift für die Petition erlangt. John L. Moore, ein früher hier im Grundeigenthumsgeschäfte thä tiger alter Veteran des Bürgerkrieges, ist gestern in Westfield, .im Alter von 60 Jahren gestorben. ' K o l o rn o , 20. Oct. Ein schwe rer Wind und Regenfturm fegte über diesen Landtheil hinweg. Die Straßen wurden überfluthet, Keller unter Wasser gesetzt und der Straßenbahndienft un zerbrochen. Großer Schaden - wurde aber anscheinend-nicht angerichtet.
Ein neuer Bnhnendirektor in Avondale SeightS.
DaS Winter.Theater , in Avondale V HeightS zieht nach wie vor seine Befu cher und täglich kann man sehen, daß die gegebenen Vorstellungen ihren Zwcck, den Besuchern angenehme Stun den zu bereiten, nicht verfehlen. Die zwischen den einzelnen Alten eingesüg' ten Tanzpausen werden voll und ganz gewürdigt. Auch werden unter der Leitung deS neuen BühnenDirektorS in Kürze viele völlig neue Ueberrafchungen den Besuchern geboten werden. Heute Abend ist DilettanteN'Abend. An diesem M?nde wird hiesigen Büh. nenkünftlern eine Gelegenheit geboten, sich vor ihren Mitbürgern zu zeigen u. umdie Gunst derselben sich zu bewer den. Diese DilettantenAbende haben in anderen Städten und. in anderen Theatern sich allgemeinen Beifalles er freut, und die Besuche des Avondale HeightS an diesen Abenden zeigen, daß hier sich mehr und mehr daS Publikum für dieselben begeistert. Feuer. Ein Feuer, welches kurz vor Mittag im Stalle der Adams Veneer und Lum der Co. ausbrach, richtete einen Scha den von 150 an. Man nimmt an, daß Funken c::s einer vorüberfahren den Lokomotive den Stall in. Brand fetzten. , ' ' Frankfort. 20. Oct. Ein furchtbarer Windsturm fegte über un fere Stadt und Umgegend hinweg. Farmhäuser wurden ihrer Dächer de ratlos, Ställe wurden umgeweht und auf den Weiden wurde viel Vieh ge töotet. Ein Wolkenbruü begleitete den furchtbaren Sturm, die Schrecken des selben beträchtlich vermehrend. o i u rn d u 9 , zu. Oct. rau Anna Kollmeyer, die hier im 91. Jahre starb, wurde gestern von der deutsch lutherischen Kirche aus begriben. Sie war das älteste Mitglied der Gemeinde. K o k o m o , 20. Oct. Falsche Zähne waren die Todesursache, welcher Frau Sarah Millett Cafton erlag. Die Frau hatte sich durch einen schlechten Zahn eine Wunde im Munde beige bracht, Fäulniß Vergiftung setzte ein und die Knochen auf der einen Seite deS Gesichtes verfaulten vollständig. Die Frau hat schwer gelitten, ehe sie der Tod von ihren unsäglichen Schmer zen, erlöste. Frau Cafton war 51 Jahre alt. Fairland, 20: Oct. Geld. schranksprenger beraubten heute früh den Tresor in R. W. Smith'S Ge schüft und eS gelang ihnen mit zwischen $500 und $600 zu entkommen. Der Schall der Explofio-.k trieb viele der Bürger aus den, Betten, ehe dieselben jedoch zur Stelle eilen konnten, waren die Räuber mit ihrer Bmte bereits über alle Berge. Daraus, daß viele der Waaren in den Geldschrank herum auf gestapelt waren, schließt man, daß die Äandlten den Versuch machten, den Schall der Explosion zu dämpfen. Man hegt den Verdacht, daß lokales Talent an diesem Raube betheiligt war und Possen wurden aufgeboten, um die Verbrecher, falls möglich, zur Strecke zu bringen. W a b a s h, 20. Oct. John Sulli von au! Boston, der auf einem Fracht zuge fuhr, machte den Versuch, wäh rend der Fahrt von einem Waggon auf einen andern zu klettern. Der Wag gon, auf welchen er kletterte, hatte ein trichterförmiges Loch .im Boden, und be Sullivan dessen versah, fiel er hin durch und wurde etwa eine halbe Meile geschleppt, ehe ihn seine Kräfte der ließen und er seinen Halt loslassen mußte. Seine Kleider waren ihm in Fetzen vom Lkibe gerissen und sein Kör per war eine Masse von größeren und ttetneren Berlekungen, dooz wird er mit dem Leben davonkommen. Gottlied Leukhardt, .Die gemüthliche Ecke,' Ecke Noble und Market Str.
Ein alter müder Greis
Findet in der Polizeistation Unterkunft. Vom Alter gebeugt, und durch fortwährendes Wandern völlig ermüdet, wurde der 74 Jahre alte Patrick Foley, ein früherer Eisenbahnarbeiter, in der Station abgeliefert. Die Radler Bernauer und Kitzmiller hatten den Mann an der Süd Capital Avenue ausgefunden. " Vor mehreren Jahren starb die Frau des alten Mannes, und feit der Zeit ohne Anhalt, irrt er jetzt einsam und verlassen im Lande umher. 1 Nicht einen Heller fand man in seinen Taschen. Foley erzählte, daß er in früheren Jahren wohlhabend gewesen, später aber sein Eigenthum verlor, so daß er jetzt im Alter verarmt und ohne Freunde dasteht. Er giebt an, daß er früher in Nortb Vernon wohnte. Sobald man ihm in einer der Zellen unten vorläufig Quar tier beeeitet hatte, zog er sich die Schuhe von den müden Füßen und innerhalb weniger Minuten lag der alte Mann in tiefem Schlafe. Man wird den Ver such mächen Foley. ins .Armenhaus zu senden, damit er dort in seinen letzten Jahren Pflege und Unterkunft finde. Deutsch - Amerikanischer Demo-kraten-Club. Obiger. Club hielt gestern Abend seine monatliche Versammlung in Kel ler.'S Halle, welche, trotzdem viele deut' sche Demokraten mit Wahlarbeiten be schäftigt find, sehr gut besucht war, ab. Wohl selten waren vor einer Wahl die deutschen Demokraten an dem Aus gange der Wahlschlacht so intereisirt. Alle Redner sprachen die feste Ueber zeUgung auS, daß ein Sieg Holtzman's sicher fei, indem das beste Element der Bürgerschaft ohne Unterschied der Par teiangehörigkeit den Standpunkt ein. nehmen, daß die Wohlfahrt der Stadt eS erfordere, den Kandidaten der repub likanifchen Partei, dessen Verwaltung von 1901 bis 1903 im Gedächtniß der Dinge fei, zu schlagen und die' Kandi baten der demokratischen Partei, mit Herrn Holtzman an der Spitze zu er wählen. Vorbereitungen wurden ge troffen, um in der nächsten Versammlung eine Siegesfeier zu veranstalten. ' G.,S. Lokal-Telephon Verkauf abgeschlossen. Die Herren A. H. Bauer von St. Louis. H. C. Stifel von St. Louis und JameS S. Brailey Jr. von To' ledo haDn die Controlle über die In dianapolis Telephone Co." und die New Lang Diftance Telephone Co.'! hier erworben. Herr Brailey ließ fich'über dieAnge legenheit folgendermaßen aus: Wir haben einen Vertrag abgeschlossen mit der Indianapolis und der New Long Diftance Co. und sind gleichzeitig zu einem EinVerständniß mit Lokal.Jn teressenlen gekommen, daß die tton trolle und Geschäftsführung der beiden Comp. für unS zufriedenstellend ist. Die Gesellschaften erregten unsere Auf merksamkeit, da wir glauben, daß die selben eine Zukunft haben und unsere Erfahrungen denselben von Nutzen sein könnten. Wir beabsichtigen, dauernd an denselben interessirt zu bleiben. Die Gesellschaften sollen unabhängige Lo kal.Gesellschastcn bleiben, daß sind thatsächlich die Verkaufsbedingungen. Die Kontrolle wird in gewissem Sinne in Händen hiesiger Aktionäre bleiben. Die Bell Co. hat positiv nichts mit der Angelegenheit zu thun. Die Ge fchäftöführung wird, wenigstens vor läufig nicht geändert werden". Die drei genannten Herren kontrol liren die Toledo Home Telepbone C. Ueber den von denselben gezahlten Kaufpreis verlautete nichts. LeeMUeS, der in einer Wirth, schast an der Nord Illinois Straße in eine? Keilerei, ein blaues und zerschla geneS Auge davontrug, wurde im DiS pensarium verbunden und aus den Heimwig gesandt.
Ein alter Trick
Verfehlte seine Wirkung. Eine Bande abgefeimter Gauner scheint sich unsere Stadt wieder einmal zur Operationsbasis auserkoren zu ha ben. Gestern Nachmittag erschien im Geschäftslokale der Berterman Floral Co., 241 Massachusetts Ave., ein unde kanntet anständig gekleideter Mann, der .in Begleitung von zwei Damen zu fein behauptete, leider aber seine Geld bölse vergessen zu haben vorgab. Er bat Herrn Bertermann, ihm auf . seine goldene Uhr einen Vorschuß von 815 zu machen. Herr Bertermann, der sich erinnerte, daß im Vorjahre mehrere Geschäftsleute auf einen ähnlichen Schwindel hinein fielen, sah sich den Mann genauer an und fand dann, daß derselbe einem Gauner, der früher ein mal einen ähnlichen Trick bei ihm aus führen wollte, verzweifelt ähnlich sah. Er sagte deshalb dem Clerk. er solle mit dem Manne eine Weile reden und denselben im Geschäfte zu halten versuchen, während Herr Bertermann sich in's benachbarte Geschäftslokal begab, um von dort aus ungrhört die Polizei herdeizutelephoniren. Ein Kumpan des Fremden jedoch, der sich vor der Thür aufgehalten hatte, gab demselben ein Zeichen, so daß sich derselbe mit den Worten, er könne nicht länger warten, da die Damen ungedul big würden, empfahl. Bei Ankunft der Radlerpolizisten war der Uhrenver käufer verschwunden. Sensation auf Sensation. C r a w f o r d s v i l l e, 19. Oct. Vor circa 6 Monatm erregte eS -hier allgemeines Aufsehen, als JameS K. Eöerson, ein reicher Händler in Bau holz und Ziegeleibesiker. von seiner Gattin, mit der er 30 Jahre verhei rathet gewesen, auf Scheidung verklagt nurde wegen grausamer Behandlung und Unverträglichkeit. Beide waren sehr prominent in gesellschaftlichen wie in Kirchenkreisen. Der Frau wurde die Scheidung bewilligt und erhielt von dem Manne Sä0,000 Alimente auSbe Zahlt. . Dann kam die zweite Sensation als Everson sich bald nachher mit Frau Turner Bahleß, ebenfalls eine promi nente Dame in Kirchenkreisen, ver yelratyete. Gestern hat das zunge Ehepaar sich wieder getrennt und die Frau hat eine Scheidungsklage einge reicht wegen grausamer Behandlung. Muncie, 19. October. Gestern wurde hier von Fräulein Arten Cha Pin als Präfiventin im Auditorium der öffentlichen Bibliothek die 14. jährliche Versammlung der Jndiana Library Association" eröffnet. Die Betheili gung war eine bedeutend zahlreichere, als in den vorhergehenden Jahren. 'm Abend wurde im Commercial-Club ein Empfang abgehalten. V i ü c e n n e S , 19. Oct. Als gestern eine Locomotive von Cairo nach Mount Carmel, Jll.. über die Geleise der Big Foür Bahn gebracht wurde, bemerkte der Lokomotivführer einen nahenden Frachtzug nicht eher," als bis ein Zusammenstoß unvermeidlich war. Er gab Gegendampf und sprang dann zusammen mit dem Heizer von der Maschine. Nach dem Zusammenstoße setzte die Locomotive ihren Rücklauf fort, um schließlich mit einem Personen zuge zusammenzustoßen. Niemand wurde verletzt, doch gab eS ein Durch einander,, in Folge dessen der Verkehr eine Stunde sahm gelegt war. Benjamin BridgeS, ein Neger, der als Kutscher in Diensten von Frau FranceS HelmS, Nord Arfe nal'Avenue, stand, wurde mit S100 nebst Kosten bestraft, weil er sich die Frechheit genommen hatte, zu versuchen, die im selben Hause als Dienstmädchen angestellte, 17 Jahre alte Weiße Anna Ritter zu umarmen. Bauerlaubnißschein e. Frau Dillan, Cottage, Michijja, nahe Centennial, S1000. Jrvington M. C. Kirche. Anbau. Lavman Ave., nahe Washington. 86000. 555. R.Moore, Reparaturen,' 719 Park Ave.. $1000.
Aus den Gerichten.
Bundesgericht. Der Contractor Joel William reichte gestern eine freiwillige BankerottEr klärung ein, seine Verbindlichkeiten auf S2054.82, seine Activa auf $218 an gebend. Nachlatzgericht. ES wurde zur Bestätigung eingereicht daS Testament deS verstorbenen JameS A. Denny; Administrator Samuel C. Hume. der S1000 Bürgschaft stellte. Neue Klagen. Geo. SB. McWharter reichte gegen Jacob Cruse, gegen den er vor dem Friedensrichter Milton R. LikenS tin ZahlungSurtheil übr 8126.91 erlangt hatte, welches aber angeblich noch nicht bezahlt ist, eine Klage für S300 ein. Zinsen und Anwaltsgebühren einge schlössen. Gegen die Indianapolis Traction & Terminal Co. reichte Robert Braken eine Schadenersatzklage für 85000 ein, weil er angeblich durch die Nachlässigkeit der Beklagten von keinem Straßenbahnwagen von seinem Fuhr werk geschleudert, .sich dadurch schwere Verletzungen zuziehend. . Gegen Edw. I. Craig reichten Spurgeon P. Meadows und Jrancis M. Rüssel 'Schadenersatzklagen für S5000 ein, während FredP.Vodermark gar 815,000 verlangt; jeder der KlS. ger will durch angebliche Nachlässigkeit des Beklagten sich Verletzungen zugezo gen haben, die ihn zeitlebens zum Krüppel machen. ' Wegen einer angeblich unbezahlten Rechnung über S1000 reichten Hy. R. Kunhardt U. A. gegen John C. Hamilton Klage ein. Frl. Anna Jackson klagt gegen Or. temuS U. Hadley auf Schadenersatz für ;5000, weil derselbe sie angeblich , ohne jede Ursache geschlagen und ihr schwere Verletzungen zugefügt. Anthony F. Kleinfchmidt u. A. kla. gen auf Zahlung von 875 gegen die O. F. Mann Realty Co. u. A. Weil ihr Gatte Albert sie ang-blich geschlagen und ein Trunkenbold ist. klagt Eliza Fedder auf Scheidung und S600 Alimente und Anwaltsgebühren; außerdem verlangt sie $10 wöchentlich, bis zur Entscheidung des Falles. Kriminalgericht. , . Der des Angriffs schuldig befundene Benj. BridgeS wurde zu 90 Tagen Ar beitShauS verurtheilt. Ernst H. Gillett, der Unverbesserlich keit angeklagt, wurde schuldig befun den, aber-unter suSpendirtem Urtheil entlassen. Suveriorgericht. , Vor Richter McMafter begannen qe stern die Verhandlungen in der Scha denersatzklage' des Albert R. Henry ge gen die Indianapolis Traction & Ter minal Co. Spezialrichter I. Pritchard im Kreis. gericht sprach gcftern Jennie Parent die Scheidung von ihrem Gatten Joseph zu. denselben anweisend, binnen 30 Tagen $35 Anwaltsgebühren zu zahlen. n der vor dem Richter verhandelten Schuldllage von Mary . Connelly gegen Johix W. Losh sprachen die Ge fchworenen der Klägerin $562 zu. In der Schuldklage von Frank Dick son gegen die Bassett Grain Co. vollen deten die Anwälte geftern ihre Argu mente und wirdRichter LeatherS den Fall heute den Geschworenen zur Ent scheidung übergeben. Zu Grabe getragen. Gestern wurden die sterblichen Ueber rerreste deS verstorbenen Johann M. Griesser von seiner letzten Wohnung, 1270 Ringold Straße aus, zu Grabe getragen. Die Herren Paul Wiese, I. Heß, I. König und Ed. I senflamm fungirten als Bahrtuchträger. Herr Adolph Fal bisaner hielt in der Wohnung sowohl wie auf dem Friedhofe eine warm empfundene Leichenrede. - tT Die dtfte 5 Cent Cigarre in der Sta't, Mucho'S .Longfellw".
as Hirugcwicht des Menschen.
Keine Lerschiedenlicit bei den einzelne Verussarten uud SZatioue. Verschiedene Forscher haben festgestellt, daß der Beruf sowohl auf die körperlichen als auf die geisttgen Be schaffenheiten des Menschen eine bedeutende Nuawtrkuna ausübt. Im Freien arbeitende Personen zeigen eine Durchschmttsgroße von 171.5 Centimeter (1 Centimeter gleich 0.3937 Zoll).. Wahrend rn geschlossenen Räumen beschäftigte nur 169.5 Centimeter erreichen. Dr. Matiegka fand, daß. in den ärmeren Stadttheilen Prags der Wuchs der Schulkinder unter dem Mit tel blieb, aber rn emem neuen aufblühenden Sjadttheile sich binnen einiger Jahre m autfallenoer Welle desserte. Die Ernährung spielt hierbei eine große Rolle. Das Durchschnittsgereicht der Faßbinder beträgt 126 Pfund, erreicht mit dieser Zahl das Durchschnittsgewicht der Vierbrauer, während es bei den sprichwörtlich gewordenen dünnen" Schneidern nur 111 Pfund beträgt. Mit der Ernährung steigt aber nicht das Hirngewicht. Diesbezügliche Untersuchungen haben gezeigt, daß das Durchschnittsgewicht des Gehirns bei dürftiger Ernährung ' mit 1427.1 Gramm (1 Gramm gleich 15.43 Grains) wohl am niedrigsten ist. daß es aber bei guter Ernährung mit 1464.6 Gramm doch hinter den 1467.2 Gramm betragenden Hirngewichten der Menschen mit mittlerer Ernährung zurückbleibt. Die gleichen Berufsarten weisen nicht immer Mich intelligente Individuen auf. Auch haben verschiedene Nationalitäten ein verschiedenes Hirngewicht. Eine Tabelle von Dr. Spitzka in New Fork ergab folgendes Resultat: Amerikaner 1518 Gramm. Briten 1473 Gramm, Deutsche und Oesterreicher 1443 Gramm. Franzosen 1440 Gramm. Dr. Matiegka hat nun die Menschen in verschiedene Gruppen getheilt und dabei bewiesen, daß das durchschnittliche Hirngewicht in direkter Beziehung zum Berufe steht. Es zeigt sich, daß sich eine Skala der Intelligenz und des Hirngewichtes konstruiren läßt, die über Taglöhner, Arbeiter, Diener, Hausdiener, Aufseher, Wachleute zu Gewerbsleuten, Handwerkern, Beamten, Lehrern, Musikern, Photographen und endlich zu Studirenden, Aerzten, Professoren hinaufführt. Selbstverständlich gilt dies nur für den Durchschnitt, und einzelne Individuen können durch ihre Intelligenz auch beim niederen Stande ein großes ' Hirngewicht erreichen. Das größte Hirngewicht (1500 Gramm) wurde z. B. bei einem Postdiener, das kleinste (1250 Gramm) bei einem Pianisten gefunden. , Akademiscker Eisenbabnkursus. : In gemeinschaftlichem Zusammenwirken der Chicagoer Universität und einer Anzahl höherer Eisenbahnbeamten ist die Einrichtung eines vierj'ährigen Lehrkursus für Eisenbahnwesen an jener Universität zu Stande gekommen. Der Kursus für das erste Jahr wird die Eisenbahnverhältnisse hierzulande behandeln.. Im zweiten Jahre stehen auf dem Fahrplan: Frachtverkehr, Eisenbahntransportwesen, Bahn-. betriebs-Gesetz und Frachiraten-Be-stimmungen. Ter Kursus für das dritte Lehrjahr umfaßt den Personenverkehr. Statistik und Geographie der Eisenbahnen, Signal- und Zugdienst, Finanzwirthschaft der Bahnen und Bahn-Terminalhöfe. Das vierte und letzte Jahr des Kursus beschäftigt sich mit Triebkraft, Waggonausstattung, mit den Bahngeleisen, der BahnentWickelung im Auslande, wirthschaftlichen Fragen und. der Eisenbahnfortbewegung. Rache an der Menschheit. Vor . einer Berliner Strafkammer stand der Arbeiter Frauendorf,, der an vielen Orten Diebstähle verübt hatte. Dem Vorsitzenden des Gerichtshofes erklärte er: Ich habe nur deshalb überall gestohlen, um mich an der Menschheit zu rächen, die mir so viel Unbill zugefügt. Mir als entlassenem ZuchtHäusler gibt ja doch niemand Arbeit. Wenn ichBeschäftigung hatte, wurde ich bald wieder ausgewiesen." Der Gerichtshof erkannte auf ' fünf Jahre Zuchthaus. Auf die Frage, ob er die Strafe antreten wolle, erklärte Frauendorf: Wenn ich die Strafe verbüßt habe, kaufe ich mir sofort einen Revolver und schieße irgend jemand über den Haufen. , damit ich wieder hineinkomme. Mir ist alles egal!" Es kommt zuweilen vor, daß Obstbäume, dieim Herbst gepflanzt worden sind, im nächsten Frühjahre und Sommer zwar grün bleiben, aber keine Blätter treiben. Ein ausgezeichnetes Mittel, diese Bäume noch im Sommer zum Treiben zu bringen, besteht darin, daß man sie wieder aus dem Boden nimmt, die Wurzeln frisch aufschneidet, dann 24 Stunden in Wasser stellt und pflanzt.
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