Indiana Tribüne, Volume 29, Number 47, Indianapolis, Marion County, 18 October 1905 — Page 7

Jndiana Tribüne, IS Oktober IO03.

VetilgteBchnld

131 oman von Johannes E m m e r (Fortsetzung.) Baron Prettau beglückwünschte herzlich den Freund zu seinen Erfolcen und versprach, Mr. Evans die schönsten Gegenden des Taterlande zeigen zu wollen. Wir befinden uns eigentlich in einer solchen, und Sie sollten die Augen offen halten, Mr. Evans." bemerkte er; allerdings ist für den Künstler nicht viel mehr zu holen, der Stoff ist genugsam ausgebeutet. Wenn es Ihnen aber beliebt, so trollen wir morgen . wieder rheinabwärts wandern und nach unentdeckten Motiven forschen. Auf fröhliche Wanderschaft!" Die Gläser klangen aneinander. La--ron Prettau leerte das seine rasch, während Mr. Evans langsam einige Tropfen schlürfte. Ter schwermüthige Zug in seinem Gesichte trat wieder hervor, so das; es b:rn Baron auffiel. Sie müffen in der That angestrengt gearbeitet haben," sagte er, Sie sehen ermüdet aus." Mr. Evans schüttelte den Kopf. Das ist es nicht. Wollen Sie wissen, weshalb mich das Wasser nervös macht?" Nun. das wäre?" Weil ich in dem Wasser den Tod gesucht habe. Ich wollte Vergessenheit trinken, aus der Themse. Nicht wahr, ein schlechter Geschmack?" Da hat ein gütiges Geschick Sie vor einer großen Thorheit bewahrt." Thorheit, jawohl um eines Weibes willen." So haben also auch Sie trübe Erfahrungen gemacht?" Es ist eine abenteuerliche Geschichte; eigentlich zu romantisch für unser? Zeit." Baron Prettau unterließ es. den Freund aufzufordern, seine Geschichte zu erzählen, sah man es ja Mr. Evans deutlich genug an, daß er das Bedürfnitz empfinde, zu beichten. In der That fuhr dieser freiwillig fa seinem Berichte fort, der ihn sichtlich aufregte, was sich in der Form seiner Erzählung, den kurzen, zerhackten Sätzen kundgab. Im Herbste des Vorjahrs ging das Abenteuer an. Ich muß bemerken, daß ich einige Bilder verkauft hatte, welche mir neue Bestellungen zubrachten. Sie hatten gefallen. Ich arbeitete emsig, auch m.it Lust; Erfolg macht eben gute Stimmung. Da bekam ich eines Tages Besuch im Atelier. Bei berühmten Modemalern ist das ja nichts Seltenes; so weit aber bin ich noch nicht, daß die Gesellschaft sich um mich kümmert. Ich wurde vollständig verwirrt, besonders da es zwei junge Damen waren. Die Eine sagte, daß sie für meine Bilder sich interessirten und gerne eines besitzen wollten. Eigentlich also ein geschäftlicher Besuche aber daran dachte "ich nicht. Ich kann nicht sagen, was plötzlich über mich gekommen war; ich müßte nur immer die eine Dame ansehen, und redete darauf los. Alles, was je an Ideen durch meinen Kopf gegangen war. wurde plötzlich lebendig und vollständig klar, und der Mund sprach es aus. meine Anschauungen von der Kunst, meine Empfindungen, meine Absichten. Alles mußte ich bekennen. Ich erstaunte Über mich selbst, ich war wie verwan--delt. Die Damen hörten mich an, sprachen und fragten dazwischen, und ich redete weiter. Dann war ich allein, und wußte nicht, ob es Erlebmß oder ein Traum gewesen sei, aber das wußte ich, daß ich jetzt das kannte, was man Liebe nennt. Ich hatte bisher unseres großen Sbakespeare großartigste Liebesdichtung .Romeo und Julia' nicht begriffen; jetzt verstand ich sie. Ich erkannte, daß ein einziger Blick unser ganzes Wesen umwandeln könne. Das ist etwas Dämonisches, das von Leib und Seele zugleich Besitz ergreift. So ist es mir ergangen!" Mr. Evans leerte hastig sein Glas. Verwundert hatte der Baron diesen Erguß angehört. Es muß in der That eine außerordentliche Erscheinung gewesen sein, welche bei Ihnen eine solche Verzückung hervorrufen konnte." In der That, ja. Schildern aber will und kann ich das schöne Weib nicht. Ich habe auch nie versucht, ihr Bild zu malen. Ich weiß auch nicht, ob irgend eines Anderen Augen sie ebenso sehen würden wie ich." Sie überlassen es also meiner Phantasie, mir die Herrliche vorzustellen?" Mr. Evans beachtete diese Bemerkung gar nicht. Tage vergingen wie viele, weiß ich nicht die ich in einer Art Fieber verbrachte. Dann kam sie wieder. Ihr Erscheinen brachte mir eine wundersame, wohlthätige Ruhe, eine reine, harmonische Stimmuna. Wieder sprachen wir von dem Schönen in der Natur und in der Kunst; von den großen Ideen,' welche die Menschheit erheben und läutern. Sie versprach, wieder zu kommen, und wir sahen uns nun 'öfter. Ich wußte noch nicht, wer sie war, woher sie kam. ich habe nicht nach :?rem warnen-at

fragt. Ich hatte ihr nie gesagt, daß ich sie liebe, sie mußte es wissen; ich hatte auch nicht gefragt, ob sie mich liebe, ich Glaubte, es müsse so sein. So waren

Wochen dahingegangen. Und dann nun dann war es zu Ende. Zu Ende? Und was gab dazu Anlaß?" Baron Prettau hatte sich doch nickt enthalten können, diese Frage zu stellen. - ' Mr. Evans stützte den Kopf in beide Hände, und seine Stimme klang merkwürdig heiser. Anlaß? Hm! Sie qaixt micy iluon: uno rannre nnen vqser. als ich selbst. Ich war zu schlecht, zu gemein, ja gemein. Sie sagte es, als ich sie zum letzten Male sah. Schon früher hatte sie Manches getadelt, aber mit einer Ars zärtlichen Vorwurfs, daß ich fast darüber mich freute und lächelte. Einem meiner Neider, die meine Bilder schlecht machten, hatte ich einen Streich gespielt. Der Mann hatte ein großes Gemälde vollendet, und Lord R. wollte eö kaufen zu einem guten Preise, fragte aber mich vorher um Rath. Ich wies ihm die Fehler , nach, und er stand vom Kaufe ab. Jener Mann brauchte das Geld nothwendig, um Schulden zu bezahlen, und gerieth in arge Verlegenheiten. Das hatte ihr mißfallen, doch schien sie es verziehen zu haben. Vom Ende wollte ich ja sprechen. Das kam so. Ich arbeitete an einem Bilde, das einer meine? Gönner bestellt hatte, welcher ettöas eigenartig ist.. Dieser bestand darauf, daß ich einige Abänderungen machte, welche ich eigentlich nicht hätte zugeben sollen, sie widersprachen in der That meinen künstlerischcn Anschauungen. Als sie zum letzten Male kam, sah sie dies und fragte, warum ich dies thue. Scherzend erwiderte ich, daß ja die Stellen, welche mein Auge beleidigten, mit Gold bedeckt würden. Nie vergesse ich den Blick, der mich da aus ihrem Auge traf. .Um Geldes willen!' Mehr sagte sie nickt Eine entleklicke Anist franst mich. Ich iturzte aus lie zu. umfang sie und flüsterte ihr heiße, leidenschaftliche Liebesworte in's Ohr, wie sie bisher nie über meine Lippen gekommen waren. Einen kurzen Moment lang war sie betäubt von meiner Raserei. Tann entriß sie sich meinen Armen; wieder traf mich ei entsetzlicher Blick, vor dem ich mein Haupt beugte. ,Das ist unwürdia. Mr. Evans, ist gemein!' So hörte ich sie sprechen. Dann war ich allein. Ich wußte, daß ich sie nicht mehr sehen würde." Mr. Evans machte eine kurze Pause, dann flüsterte er leise: In derselben Nacht hat Jemand mir den unerbetenen Dienst erwiesen, mich aus der Themse herauszufischen. Es wäre in bt That nicht nothwendig gewesen." Der Baron strich langsam seinen Bart und schaute mit mitleidiger Theilnahme auf den jüngeren Freund, welcher den Blicken auswich. Allerdings eine seltsame Geschichte! Sie haben sich aber doch mit Ihrem Schicksale abgefunden? Ich hoffe wenigstens, daß Sie Nieniand mehr Gelegenheit zu einem ähnlichen Liebesdienste geben wollen." Nein! Ich werde leben und sehen, ob ich den Makel der Gemeinheit tilgen kann. Vielleicht gewinne ich zurück, was ich verloren habe, die Achtung vor mir selbst." ' Und dann auch die Verlorene?". Mr. Evans machte eine abwehrende Geberd?. Ich roerde sie nie rergessen, aber ich wünsche nicht, sie wiederzüsehen. Jenes erhabene, beseligende Gefühl der reinen Liebe ist verschwunden. Die Leidenschaft würde wieder auflodern, wenn sie vor mir stände, und das wäre schlimm für mich und für sie. Diese Zeit meines Lebens soll begraben und vergessen sein mit dieser Beichte." . . Baron Prettau reichte dem Freunde die Hand. Ich danke Ihnen für das Vertrauen, welches Sie mir geschenkt, und auch für das, was Sie mich gelehrt haben." Taö wäre?" Daß an dcni Leid, welches uns widerfährt, '.licht immer Andere' allein die Schuld tragen." . Die Herren waren im Holländischen'Hof" abgestiegen, da Baron Prettau dorthin seine Briefe bestellt hatte. Jeder war auf sein Zimmer gegangen, um sich umzukleiden, dann wollte man im Speisesaale gemeinsam das Abendessen einnehmen. Mr. Evans war zuerst fertig geworden und mußte im Speisesaal ziemlich lange warten, bis der Baron erschien. Ein einziger Blick auf dessen Antlitz ließ den Freund erkennen, daß Prettau Nachrichten empfangen haben müsse, welche ihn erregten. Ich bin in der peinlichen Lage, mein Versprechen nicht einhalten zu können," fing der Baron an. nachdem et seinen Platz eingenommen hatte; ich muß Sie bitten, entweder noch einige Tage zu warten, bis ich die geplante Wanderung mit Ihnen antreten kann, oder, wenn es Ihnen beliebt, mich zu begleiten, allerdings nach einer Gegend. welche wenig Reiz für Sie bieten dürfte." Wenn Sie es erlauben, werde ich Sie begleiten." Es wird mir sehr angenehm sein." Der Baron verneigte sich leicht. Ich muß morgen mit dem Frühzuge nach D. Von meiner Schwester erhielt ich eine Nachricht, welche mich zu dieser Reise bestimmt." Es scheint keine angenehme Nach richt zu sein."

Auch in mein Leben hat ein Weib verhängnißvoll eingegriffen, hät mich zu dem unstäten, ruhelosen Manne gemacht, der ich jetzt bin. Dieses Weib soll ich noch einmal sehen, wenn es nicht schon zu spät ist." Ich verstehe, Sie reisen zu einer Sterbenden." ..Der Brief meiner Schwester ist vor acht Tagen geschrieben worden; meine Ankunft hier hatte sich eben verzögert. Ich weiß daher nicht, was inzwischen schon g:schehen sein kann. Ich muß gestehen, da ich fast wünschen möchte, zu spät zu kommen." Nichts ist schlimmer, als das .Zu spät Es vernichtet jede Hoffnung, daß sich etwas noch zum Guten wenden könne." In diesem Falle, von dem ich spreche, ist nichts zu hoffen, kann nichts mehr zum Guten sich wenden," sagte mit trübem Ernste der Baron. In später Nacht stunde wandelten die Freunde durch die stillen Anlagen längs des Ufers; durch die Wipfel zog

der kühle Wind und lc;,c rauschte der breite Strom. Sie haben nun meine Geschichte gehört, ich d:nke. sie' ist auch seltsam und düster genug. Ich bin schlimmer daran, als Sie, Mr. Evans. Sie haben nur, sich selbst Leid bereitet, ich fügte es einem Anderen zu und nimmer kann ich es gut machen." Mr. Evans drückte dem Baron die Hand. Auch ich habe jetzt Ihnen für eine Lehre zu danken: die Last, welche Einer zu tragen hat. erscheint geringer, wenn man sie an der Bürde des Anderen mißt." 14. Kapitel. sy apitän Fergus stapfte würdeJtoL em &aic Obersten zu. Er hatte von seinen Damen einen Austrag bekommen und trug daher eine wichtige Miene zur Schau, wie ein Gesandter, der zu einem Kongreß über eine Weltfrage sich begibt. Leider waren die Damen, Frau v. Stcinberg u,nd Elfe, ausgegangen, als Fergus im Hause erschien, und die dreizehnjährige Hilda, die Schwester Elses, nicht aber deren (y.henkilk nffrtft ifcm t fsm Dame unterrichtete den Kapitän von dem Mißerfolge seines Ganges, .und dieser zog verdrossen wieder ab. Gelangweilt ging er der heimischen Villa wieder zu, als er plötzlich seinen Namen rufen hörte, und in dem Augenblicke, da er sich umwenden wollte, schob sich auch schon ein Arm unter den seinen. Es war Leutnant v. Glockthurn. welcher, nebenbei bemerkt, keineswegs hoch in der Gunst deS Kapitäns stand. O!" erwiderte daher der Kapitän auf den jovialen Gruß Glockthurns, den er mit unverhohlenem Mißtrauen betrachtete. Sie sind es?" Es freut mich wirklich, daß ich Sie 'mal allein treffe, Herr Kapitän." lachte Glockthurn. Wollen wir eine Pulle Sekt leeren?" ' Sekt trank FerguS sehr gern, heute aber siegte daö Mißtrauen selbst über seine Leidenschaft. Nein, ich will nicht trinken." Na denn nicht! Ich hätte Sie gerne um einen Gefallen ersucht, Herr Kamerad," fuhr Glockthurn mit bezaubernder Liebenswürdigkeit fort, um einen großen Dienst, für den ich Ihnen zeitlebens dankbar .bleiben würde." Was für ein Dienst wäre das?" Sehen Sie 'mal, Herr Kamerad, Sie müssen ja doch schon bemerkt haben oder hätten Sie wirklich nichts gemerkt? Das wäre sehr merkwürdig!" Nein, ich habe nichts gemerkt." Nun. ich möchte mit Miß Mabel in's Reine kommen, und will morgen vorsprechen, um mir Bescheid zu holen. Kurz und rund heraus gesagt, ich will um ihre Hand anhalten. Was meinen Sie dazu, Herr Kapitän." Das wird sehr lustig sein." versetzte der Engländer gelassen. Glockthurn machte ein sehr verblüfftes Gesicht. Lustig? Für wen? Für Sie oder'mich?" Ich meine für Miß Mabel." Ah! Sie glauben also, daß sie erfreut sein werde! Ich danke Ihnen, Herr Kamerad!" Der Leutnant schüttelte Fergus kräftig die Hand. Dann hat es keinen Zweck mehr ich wollte Sie nämlich bitten, das Terrain ein wenig zu sondiren, vielleicht Miß Snyders vorzubereiten und 'mir so einen kleinen Wink zu geben, wie die Chancen stehen. Wenn Sie aber meinen, daß Miß Mabel sich freue, na nochmals besten Dank und auf Wiedersehen." Ein kräftiges Händeschlltteln, und dann ging Jeder seines Weges, Kapitan Fergus verdrossen und mürrisch, der Leutnant mit einem siegesfrohen Lächeln. Leutnant v. Glockthurn hatte nicht ganz leicht sich dazu entschlossen, mit dem Kapitän über diese Frage zu reden. Miß Snyders erschien ihm aber völlig als eine Sphinx, er war ganz unsicher geworden und begann, an seiner Kenntniß der Frauen und was noch schlimmer war an seiner Unwiderstehlichkeit zu zweifeln. Eine Zeitlang hatte er ja auch die Zermuthunz gehegt, daß Pailer der Glückliche sei. dem Miß Mabels Gunst gehöre, und bei sich erwogen, ob er mit diesem Nebenbuhler den Kampf aufnehmen solle oder großmüthig das Feld räumen. Nach dem Brande hatte er deshalb besonders scharf Miß Snyders beobachtet; daö Ergebniß aber war ein überraschendes, verblüffendes: die

Dame zeigte ihm gegenüber, wie vor

der Welt eine Ruh die entweder auf-eine ungewöhnliche Selbstbeherrschung oder darauf schließen ließ, daß der Ulan dock nickt ibrem Kerzen so nahe stehe, als man angenommen hatte. Daß Ersteres der ftall war. konnte er nicht wissen. Letzteres zu glauben Zchmeichelte seiner Eigenliebe. Deshalb verdoppelte er seine Aufmerksamkeiten und entwickelte alle Liebenswürdigkeit. öeren er nur sahig war. Nun lernte er aber kennen, was Hanger: und Bangen sei. ' Bald schien es. daß er auf Zuneigung und noch etwas mehr recknen dürfe, am nächsten Tage mußte er alle Hoffnungen begraben, um sie am dritten wieder aufleben zu sehen. Wenn er einen günstigen Augenblick gekommm wähnte, um einen Sturm" wagen zu können, wich Miß Mabel ge-. schickt aus und schlug mit witziger Laune alle seine Sturmgedanien in die Flucht. Bisher waren alle Vcrsuche, in's Klare zu kommen, wie Miß Snyders über ihn denke, vergeblich geWesen; darum wollte er nun die Taktik ändern, und durch einen kühnen Ueberfatt die Entscheidung erzwingen. Als vorsichtiger Stratege hielt er es aber doch für gerathen, sich über die Chancen , eines solchen Wagnisses zu unterrichten, darum hatte er sich Fergus anvertraut. Nun freilich glaubte er seiner Sache sicher zu sein, und fröhlich wiederholte er für sich den orakelhaften Ausspruch des Kapitäns: Das wird lustig." Fergus hatte die vertraulichen Mittheilungen seines Freundes Glockthurn getreulich Mabel berichtet. Dies rief bei ihr eine Fröhlichkeit hervor, wie sie in der letzten Zeit nie mehr bemerkt worden war. Wenn Miß Mabel in der Gesellschaft auch ruhig und gelassen erschien, daheim und vor ihrer tZeuen Lucy machte sie kein Hehl aus ihrem tiesen Kummer und der bangen Sorge um den Armen, der auf seinem Schmerzenslager im Spitale um 'sein Leben rang. Leutnant v. Glockthurn erschien am nächsten Tage in voller Paradeuniform und mit dem unvermeidlichen Riesenstrauß bewehrt, in der Villa, eben als Fergus dieselbe verlassen wollte. Nun?" fragte der Leutnant mit einem bedeutungsvollen Zwinkern. v O, man erwartet Sie," lautete die verheißungsfrohe Antwort, und glückselig betrat Glockthurn den Salon. Der Kapitän hatte wahr gesprochen, eine Dame befand sich im Salon, die mit , lieblichem Erröthen und liebenswürdigem Lächeln dem Besucher die Hand reichte, nur war es Miß Lucy. Die Art, wie Glockthurn die Dame begrüßte, ließ auf eine sonst ungewohnte Befangenheit schließen; beinahe wäre er über seinen Pallasch gestolpert, als er den ihm angebotenen Stuhl einnahm. Miß Lucy sah ihn an, lächelte und schlug die Augen nieder. Glockthurn sah sie an. senkte dann auch den Blick auf seinen Strauß, lächelte aber nicht. Diese stumme Unterhaltung unterbrach Miß Lucy, indem sie die Hand nach dem Strauße ausstreckte. O, welch' herrliche Blüthen." Herrlich? Meinen Sie? Man bekommt in diesem Neste nichts Besseres." Miß Lucy hatte auf einmal' er wußte nicht recht, wie es gekommen war den Strauß in der Hand. Niel-Nosen: Entzückend! Es sind unsere Lieblingsblumen. Mabel liebt sie ebenso sehr wie ich." Das freut mich! Darf ich fragen. ob Miß Mabel " O. Sie befindet sich ganz wohl," erwiderte Miß Lucy mit einem schelmisehen Blicke. Der Leutnant spürte, wie cm Hauch von Verlegenheit ihn anwehte. Sie wollten etwas sagen?" fuhr Miß Lucy fort, sah aber jetzt Glockthurn nicht an, sondern fingerte an dem Strauß herum. Ja, gewiß, ich wollte" Mit Mühe unterdruckte er eine Verwünschung. 'welche ihm in der Kehle heraufstieg. Miß Lucy lächelte wieder. Warum sprechen Sie nicht? Denken Sie. hier säße Miß Mabel. und Sie wollten zu ihr reden und ich stände hinter jener Thüre und hörte zu." Der Leutnant machte zuerst ein verblüfftes Gesicht, dann schoß ihm ein Gedanke durch den Kopf, und lebhaft rief er: Weiß Gott, Sie haben Recht! Ich will sprechen, als ob Miß Mabel vor mir säße." Er sprach rasch und schneidig, warm und herzlich, wie eben ein Ulanenleutnant. der ein Liebesgeständniß macht. Liebesgeständnisse sinö selten originell, sie gleichen einander zu sehr und sind interessant nur für die Betheiligten. Auch jenes des Leutnants v. Glockthurn war nicht originell und schloß mit der üblichen Redensart: Und nun bitte ich Sie. gewähren Sie mir' diese Hand und sagen Sie, daß Sie mich lieben und die Meine werden wollen." (Fortsetzung folgl) , Zweiundeinhalb M i lHonen Briefe und Karten im QitWichte von rund 20.000 Pfund 'sind während des deutsch-französifchen Krieges durch Luftschiffe aus Paris nach bin verschiedensten Departements befördert worden. Die Moore Irlands sollen Heizmaterial enthalten, das nach einer Schätzung Richard Sa&hels an Helzwerth 5.000,000.000 Tonnen Koy len gleich wäre. ' .

WseMMM FKtzVVlWA. vandaiia (ine. Abgang An'nust St. Louiö Spcl., tägl s.. 1 508m Pittöburg Socl, täzlich 8..8 30Ü St Louiö Liw täglich 8d&b6 60Lm New Sork Expreß täzlish sd6 500tn olttoltott t40lid. TOOOn Schneller Mail tZzllch.... 8 008 St LamS Ac tägl 7 2533m Terre Haute Sfstng Aee ta 10 2553a S?Wd,'in?B Key?oe Expreß täglich äs. 2 503 St Lom, Erpreß tagl 3 1551 p Atlantic Expreß täglich.. 4 45X kwgham Aec tägl. 4 00 Nm The NA Limited tägl s 4 b 6 45 St L gast Mail täglich.... 8 358 Pittöb Erp, lagl s d" . . . . 6 563? VincenneS Division. Airo & im, Expr täglich 7 20Vm Spencer fc Bedferd Zlt, tägl. 9 iöß Liueennei Erpreß tägl... m 8 50Rm VincenneS Erpreß täglich..l0 3053 Spencer & Vedford Ae. tägl. 4 45Nm Sairo Expreß täglichS 153T Vmcennes Accom,nurStgs. ..5 35Nm VincenneS Aeeorn, nur StgS..9 35Nrn Clevelanö, ttnctrniatt, (Ojtccgo cc 3u lorns &Giwat, 6levelano Didisica. Abgang Ävkkntt American Erpreß täglich.... 4 20Vm New Sork Ltd tägl d 12 1023 NSckBÄm täglich d... 7 80Vm Detroit & Toledo Exp tägl s 7 L5Nm Elevland Accom ..10 4523m ftorr Wavne . lk ff.rh in

Andersen Ezp . 113053m Oft Oä O Gt i ?

ffic Eim, rag: a s... 45Nm Anderson Expreß p 2 45Nm Winona Flyer, p 3 10Nm St LouiS Ltd tgl d s Z 0051m M Wahne fc Slkh Ezp tägl ö 5Nm Winona Fly-v, p 6 lONm nickttbocke? Sv täal & & s . . 55m American Expreß täglich .... 6 45Na. Toledo Detroit Exp tägl. 8 30Nrn BHck Union City Accom. .. 8 l5Rm St. Louis Division. Ein, Indps & St 2 Ezp tgl 12 05Vrn American Expreß tgl 4 OOVm New Sork Ltd tägl ..12 2033m St L, Ein k Col N Exp tgl 6 g 4 20Vm St LouiS Accom. 7 16Bm Ct. Louis Expreß tägl .... 7 15B Souchweßern Lim tgl d ...11 05Vm Mat'n & T Haute Aee 10 35Vrn St Louis Expref, tägl d . .11 45Vm N S & Boston Lim tägl d 2 4091 St. LouiS Ltd tägl ä s 3 15Nm St LouiS Accorn.... 5 ZöR Terre Haute & Mat'n Aee 5 0031m Washington Eip, tägl p d s. 6 05R American Expreß tagl 7 05Nrn Knickerbockn Sp tSgld s 45Rm Sineinnati Division. i . ' Ein LouS Nachtexpreß tgl 8 46Bm CincinnattAee .10 ?0V St LouS & Ein Nachtexv tg 4 30Vrn Eine u St L Ltd tag 10 5533m Cincinnati Exp tag 7 30Vrn Shie & St LExpreß tg d & pa 11 35o Cincinnati glyer tägl p.... 1 OONm LouS St L Chicago Expreßll 35B Cincinnati' Lim tägl p 2 65Nm White City Svezial tägl p.. 3 05R LouiSville Expreß 2 65Nrn Indianapolis Acc, auög.Stgö 6 40Nrs Cincinnati Aeeorn 4 OONm Eine & LouiSv Najtekv tgl 11 60 Cine & Wash F L tg d p 20rn Cinc 3ndS k St L Ex tg . .12 OOMit Chicago Division. Chicago Nachtexpreß tägl 12 I5m Cine Nachtexpreß, tägl 3 3033a Kankakee Aeeorn 7 OOVm Kankakee Aecom 10 308 Chicago Fast Expreß tgl d p 11 60Vrn Cinc Faft Expreß tägl p d 2 405? White City Speeial tägl d p 3 20Nrn La ftaytttt Aeeorn 5 00u agayette Accom 5 25Nrn Eine & Wash g L., tägl p ß 05Nu Miehigan Division, veaton Harbor Expreß.. 7 30Brn Elkhart Expreß tägl. 10 3033m Btichigan Mail Expreß p..11 8vBm Benton Harbor Expreß p. 2 45R Winona Flyer p 3 lONm Winona Flyer p 6 10Nm Etkhart Aee täglich ö 509hrr Michigan Expreß. 8 15N Peria Division westlich Peoria Expreß täglich 12 1533m ColumbuS & s,ine Exp tgl 8 80Vu Peoria Expreß & SDlall. 7 2örn Charnpaign Aeeorn .....10 8SV Western Expreß täglich p dll övVrn N S & Ohio Svecial 2 85Rm Charnpaign Aeeorn 4 lONrn Peoria Expreß täglich pH 6 08Nu Peoris Division östlich. ColumbuS Erpreß tagL 6 OOVm Lyna Aecom ..10 00V. Ohio Speeiül tägl 2 50Nm CvlumbuS Erpreß täl 11 3033o Lynn Aeeorn . . .... S 15Nm ColumbuS Expreß tägl ...12 OONtS pittsburgh, Qncinnati, Chicago Sc St. Louis &. Indianapolis Division. Abgang Ankunft Pttttdurg Svecial, tägl s 8 40Bm St LouiS Spezial tägl.... 14533a ColumbuS Aeeorn tagl 7 30Vm Sr.LomS Lim täglich g ä d.. 6 65? New Sork Expreß täg d.. 8 lOBm Capital Expreß täglich d. . . 7 03V Kehstone Expreß tägl d k b. 3 05Nm Chic k St ö Expreß tgl ä .12 loShn Atlantic Expreß täglich 5 0051m Indianapolis Accom . . . . 12 40Nm B 8 Lim täglich 8 d 7 10Nm St LouiS Exp? tägl d & i. . 3 05N Pittöburg Expreß, tägl d.. 7 20Nm Nimmt keine Passagiere tgl- SON Indianapolis Acc, täg 11 15Nr? Chicago Didisicn. Chicago Spectal, tglp b .. 113533m Southern Exp? täglich , 3 l&fcm Lou & Shi F Expr täglich 11 LONm Chic & Lou Expr täglich pb 3 40V Ssnisville Division Southem Erpreb tägl 3.. 8 3öV LouiSv fc Madtson Act tägl 10 10? Pitts & fiou F 8 tägl ... 7 OOVm Chic F 3 tägl p b 11 30Vm Mad Aee nur Sonnt. 7 30Vm LouiSville u. Madison A.. 5 40Rv LouiSv k Madison Aecom.. 8 ObBrn LouiSv d PittSb F L täglich , S 35R Chicagos Lou FS täglich pd 8 55Nm Madison Aeeonun Sonntags 9 15V Madison Aecom tägl... 8 55Nm Lon & Chig Apr. täglich 11.85 ReZZ LouiSville Aeeom tägl 7 OOShn Madison Accom, nur StgS...7 00Vm Cincinnati, amilton & vafton R. R. Cincinnati Division. Abgang Aukuns Cincinnatt Lest täglich . 4 OOVm Cincinnati Vestibül; täglich 12 45V gast Mail täglich 8 05Vm gast Mail täglich .. 6 35V Cinc, Toledo, Det Exp p. . .10 48Vrn Cinc & Chic Exp täglich p.ll 45Vm Cincinnati S: Dayt'n Expr p 3 OONm Cincinnati BeS täglich d p L 2SN Sinä: Dayton Lim tägl dp 5 0m Eine k ZndjlS Aecom p.. 5Hm Sin & Detroit Expreß täglich 6 30 Cine Spgsild & Dec Sx tg 11 10 S p r i n g f i e l d (I l l.) Division. Sprwgfield Mail & Expreß 7 0033m Cin.ckSpringfield Ex.s iügl. 3 4523m Chicago Expreß p 11 5033m Decatur Accom 103553m Decatur Accom 3309c Cincinnati Expreß p 2 509ha Cin.ckSpringfielo Ex. s tügl.ll 20Nm Sprwgfield Mail & Expreß 4 50Nm Cafe rie & weftern R. R. Abgang Ankunft Mail nud Expreß. ...7 1653m Indianapolis Erpreß.. .10 15V T Det & M C Ex täglich 12 30Nrn Mail & Expreß 3 20N Chicago Expreß 6 605! Toledo Expreß 9 40R Chicago, Indianapolis & kouisville Ry. (Monon Route.) Abgang Anknnst Chie Right Erpreß tägl ...12 65V Cincinnati Best tägl ....... 3 8523a gaft Mail täglich 8. 7 OOB FaS Mail tagljch a 7 60V Chi Expreß, nur Sonapd..ll 60Vm NononAe,tägl auSgSsnn,10 00V Shi S: Mich CUy Best dp.. S S6N Cincinnati Veft täglich dp. 4 UNu Mo0L See,. -4 OOHo. Via Hu., (West) und Nsachdale. Chkago C$rtßp.....ll603n Cincinnati Erpreß p.. 1453

8 bcbcali ElMpex. P Pari Car. C

Southveftern Ltd tgl äs.. ..11 25N m

Cfctir C' 8Safftt ax. P Dvnlsj Ca