Indiana Tribüne, Volume 29, Number 47, Indianapolis, Marion County, 18 October 1905 — Page 5

Jndiana Tribüne, 18 Oktober 1905

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55 55 55 55 55 " Die Spur 55 E 6er Spuren 55 55 55 55 55 55 55 55 55 5 (Schluß.) Aber, mein Gott, was hären e:e davon?" .sagte Winter, als sich Heider auch seine Ub? crbat. Lassen Sie mir das Vergnügen," erwiderte Heiden den ernsten Zweck, den er verfolgte, durch ein Lächeln maskirend. Vertrauen auch Sie mir Ihre Uhr an. .ich werde sie gewiß nicht verschwinden lassen." Kopfschüttelnd und sichtlich ungern übergab Winter dem Kriminalrath? das Verlangte. Es war eine massiv goldene Uhr, ein neuartiges, englisches, sehr theures Erzeugniß. Nur reiche Leute konnten sich damals solch' eine Uhr gönnen. Sie wurde denn auch gebührend bewundert, ehe der Rath daran ging, den Schlüssel zu probin. . Man kann nicht sagen, daß die Gesellschaft auf das Resultat der Probe besonders gespannt gewesen wäre, dennoch aber wurde sie durch dessen Verkündigung überrascht. Ein Schlüssel, der zu Zweiundvierzig Uhren nicht ct paßt hatte, paßte zu der dreiundvierzigsten vollkommen. Das war sicher merkwürdig. Kriminalrath Heider wunderte sich darüber am meisten. Ich habe meine Wette verloren," sprach er endlich. Es heißt, künftig-i hin vorsichtiger zu sein." Ja, aber warum haben Sie frenir überhaupt gewettet?" fragte Winter indem er seine Uhr wieder an sick? nahm. Mir scheint, da steckt etwas dahinter." Allerdings," erwiderte lächelnd der Gefragte. Dieser Uhrschlüssel ist gefunden worden, und da ich seinesgleichen vorher noch nie zu Gesichte betommen hatte, wollte ich wissen, zu welcher Gattung von Uhren er gehöre." - Das hätten Sie auch offen sagen können," versetzte Winter, eine gewisse Gereiztheit und Erregung verrathend. Wozu uns hinter's Licht führen?" Verzeihung, es war ein Spaß, nichts weiter." " Mit Verlaub, mir scheint er nicht .'am Platze, dieser Spaß. Wir kamen zusammen, um daö Andenken Wartesi Heims zu ehren, und Sie haben uns : aufaezogen." Em schwaches Lächeln floh übe? Winters bleich gewordenes Angesicht. Der Scherz sollte den Vorwurf mildern, den er gegen Heider erhoben hatte, und thatsächlich schien ihm die. er nichts nachzutragen.' Er sprach von nun an angelegentlicher mit ihm, als mit den übrigen Anwesenden, aber Winter gab kurze, oft ganz verkehrte Antworten. Er war offenbar zerstreut, aber obwohl er ans seinem Stuhle unruhig hin und herrückte und häufig mit unverkennbarer Ungeduld nach der Wanduhr blickte, nahm er doch nicht Abschied von der Gesellschaft. Er schien, wie man zu sagen pflegt, die Nachrede zu fürchten und harrte aus. bis die Versammlung aufbrach. - Es war nach Mitternacht, als dies geschah. Vorher hatte man noch den Beschluß gefaßt, demnächst wieder zusammenzukommen, um etwaige Maßnahmen behufs Erforschung des Mörders zu ergreifen, sowie die Höhe des Preises zu bestimmen, der aus denen Kopf ausgesetzt werden sollte. Winter hatte tausend Gulden vorgeschlagen und war bereit, die Halste selbst zu erlegen. Er wiederholte dies Versprechen noch auf der Straße und reichte Heider die Hand zu? Bekräftigung seines Wortes. Dann entfernte ' er sich. Gedankenvoll sah ihm Heider nach. Was hatte der Mann? Seine Hand war so kalt und feucht, und seine Stimme hatte gezittert wie die eines Menschen, den Fieberschauer schütteln. War er der Eigenthümer des Uhrschlüssels und der Mörder Wartes.heims? Heider wagte es kaum zu denken, indessen was ist unmöglich auf dieser Erde? Aber welch' einen Beweggründ sollte der angesehene, in den glücklichsten Verhältnissen lebende Mann gehabt haben, seinen Freund aus der Welt zu schaffen? Das war zu erforschen, und Heider schritt sogleich an's Werk. Einer der Herren, in deren Gesellschaft er beimging, hatte Winter', geduzt. Er schien ihn also , gut zu kennen. .An diesen wandte sich der Beamte. Sagen Sie mir, 'Herr Gruber." begann er, kennen Sie Winter näher?" Q ja. sehr gut, von der Schule her noch." . . Nun. dann können Sie mir wohl Auskunft geben. Waren' Wartesheim und Winter, wie man zu sagen pflegt, nicht dicke Freunde?" - Ja, das waren sie. Selten verging ein Tag, an dem sie nicht beisammen waren. -Ganz natürlich. Hatten sie doch ein und dieselbe Leidenschaft." ' So? Und welche?" fragte Heide? ras y und sah seinen Begleiter in gespannte? Erwartung an. , Das Wort Leidenschaft war ihm wie ein Blitz durch die Seele gefahren. Er witterte darin den Schlüssel zur Lösung des Räthsels, vor dem er seit zwei Wochen stand. Und er mußte

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55 55 55 55 55 55 55 55 55 55 , 55 - 55 55 55 wohl etwas dergleichen erhalten hil'en. denn trotz der späten Nachtstunde begab er sich nicht nach Hause, sortiern in das Kriminalgerichtsgebäude und verfolgte nach kurzem Verweilen daselbst jenen Weg. der in die Vorstadt Neubau führte. Dort wobrite Tiohtä Winter in der uslugae. zx nannie em pracytiges Haus und ein blühendes Geschäft sein eigen. Aber nicht nur deshalb, sondern euch seines makellosen' Wandels weaen ircr tr angesehen itnS wuro: VLN gar vielen für au.'ymeno glücklich gehalten. Nun, sonst mccht: er e? wohl gewcsen sein, heute jedoch war er offenbar das gerade Gegentheil. Gleich und verstört saß er' cn Tische und starrte, trüben Gedanlen nachhängend, in das flackernde Kerzenlicht. Vor einer Stunde bereits aus der Versammlung im Weißen Schwan" heimgelehrt, hatte er sich noch gar nicht ausgekleidet und dachte augenscheinlich nicht daran, sich zur Nuhe zu begeben. Was mochte ihn bewegen? Warum ging sein Athem so schnell, warum schauerte er., zuweilen und ' warum sprang er nun auf und ging ruheloö im Gemache auf und nieder? War's nicht, als suche er nach einem Auswege, nach einem rettenden Gedanken? Endlich gegen Morgen mochte er ihn gefunden haben. Seine. Augen verriethen einen festen Entschluß. Rasch trat er an den Schreibtisch, ein alterthümliches Möbel, das zwischen den beiden Fenstern des Gemaches stand, und öffnete denselben. Es blitzte und blinkte im Scheine der Kerze. Gold, Silber und Juwelen leuchteten ihm entgegen. Seine Augen weideten sich eine Weile an dem Anblicke der glitzernden Dinge. Er war wie berauscht von ihrem Glänze. Gewaltsam riß er sich endlich los, nachdem er etwas an sich genommen und in ein Blatt Papier gehüllt hatte. Dann verlöschte er das Lichtend verließ behutsam das Zimmer. Es war bereits Heller Tag, als er in's Freie trat. Forschend sah er sich nach allen Seiten um und war sichtlich unangenehm berührt, in der Nähe seines Hauses einen Menschen zu'gewah- j ren, dessen Kleidung den Taglöhner j verrieth. Langsam kam er die Straße herauf. Winter ging ihm nicht entgegen, sondern schlug die entgegengesetzte Richtung ein. Der Mann flößte ihm folch' eine Scheu ein, gleichwie als hätte er gewußt, daß derselbe bereits seit zwei Stunden das GeigenmacherHaus" bewacht habe. Auf den steinernen , Stufen dort hatte er gesessen und war erst, als er Schritte im Flur vernahm, aufgesprungen und eine Sirecke weit aus der Nähe des Hauses gewichen, so daß es den Anschein gewann, er komme zufällig des Weges daher. Gleichzeitig waren zwei andere Männer, . die, etwa hundert Schritte von Winters Wohnhause entfernt, in einer öffentlichen Gartenanlage gesessen hatten, aufgestanden und in das Gebüsch geschlüpft. Einer dieser Männer war Kriminalrath Heider. Winter ging g?nz nahe an dessen Versteck vorüber, allein er bemerkte ihn nicht und schien auch den ihm langsam folgenden vermeintlichen Taglöhner nicht mehr zu beachten. Erst als er das sogenannte Glacis, den mit säumen und dichtem Gebüsch bedeckten Raum zwischen der von hohen Wällen umgürteten Stadt und ihren Vorstädten, erreicht hatte, warf er wieder spähende Blicke nach allen Seiten. Ringsum war Niemand zu sehen. Winter schien nur darauf gewartet zu haben, denn er wich sofort vom gebahnten Wege ab und drang in das Buschwerk ein. Zuerst brach er sich in gerader Richtung Bahn, dann aber wandte er sich, als gelte es. Jemand irrezuführen, bald nach links, bald wieder nach rechts. . Auf einem kleinen freien Platze endlich stand er still, warf rasch den Mantel ab, kniete auf dem von MaulwurfsHaufen bedeckten Boden nieder und begann mit seinen Händen die Erde aufzuwühlen. Einige Miunten vergingen in fieberhafter Thätigkeit. , Ihr Resultat war ein mehr als fußtiefes Loch. Finster und trostlos.., als wär's ein Grab, das sein Liebstes verschlingen sollte, starrte er hinein. Dann zog er ein Päckchen aus der Tasche und, warf es in das Loch. . . In diesem Augenblick schlug, ein Gerausch an sein Ohr. Die Büsche knackten, und drei Männer betraten .die Lichtung. Winter schnellte empor und, wollte fliehen. Doch schon hatte ihn einer der Ankömmlinge am Arme . erfaßt und hielt ihn fest. Halt, was machen Sie hier?" rief er dabei. , Winter' war fassungslos.' Er gab keine Antwort. Was konnte ihm aber auch überraschender sein, als den Kriminalrath Heider vor sich zu 'sehen? Dieser wiederholte seine Frage.. Indessen hatte einer seiner Begleiter bereits das Päckchen aus dem Loche gensmmen und reichte es ihm.' Heider schlug die Hülle auseinander? ' ' ' ' ' " " m k ,

mehrere Gold- und Silbermünzen leuchteten ihm entgegen. Ah," sagte er. den Blick von seiner Beute zu Winter erhebend, wem gehören diese Münzen?" Mir," flüsterte der Gefragte todtenbleich, mir, Herr Kriminalrath!" So? Und Sie wollten die kostbaren Stücke hier verscharren? Warum?" Ich fürchtete Diebe." Diebe?" meinte Heider spöttisch. Nein, Herr Winter, Sie fürchten etwas ganz Anderes. Soll ich Ihnen sagen, was?" Winter hatte sich einigermaßen gefafct Wenn's beliebt!" antwortete er. Nun denn, Herr Winter, nicht" die Angst vor Dieben destimmte Sie, diese höchst seltenen und kostbaren Münzen hier zu verscharren, sondern die Furcht, durch deren Besitz der Ermordung Ihres Freundes Wartesheim überführ! zu werden." Herr, waö fällt Ihnen cm? Wie können Sie das behaupten? Ich sollte Wartesheim ermordet haben? Ja, warum denn?" schrie Winter. , Dieser Münzen wegen! Sie und er hatten nur eine Leidenschaft, die für das Sammeln seltener Mu'nzen." Ganz richtig!" fiel Winter, immer muthiger werdend, ein. Diese Pasfton vereinte uns. Aber wer wagt es, oaraus auf Mord zu schließen?" Ich," versetzte Heider furchtbar ernst, ich, Herr Winter. Und wissen Sie, wer mir das Recht dazu gibt? Dieser!" Er hielt ihm den Uhrschlüssel vor Augen und sprach dabei weiter: Jawohl. Herr Winter, denn diesen Schlüssel habe ich auf der Mordstätte gefunden. Ich sagte mir damals, er müsse einem Bekannten Wartesheims gehören, und um zu erfahren, ob diese Annahme richtig sei. berief ich die Verfammlung im Weißen Schwan.' Und siehe da, der Schlüssel paßte nur zu Ihrer Uhr." Andere Leute haben auch solche Uhren, und nicht Alle, die Wartesbeim kannten, waren im .Schwan'," versetzte Winter. Lassen Sie mich!" Nein!" rief Heider, fest entschlossen, deir Ertappten in die Enge zu treiben. Seitdem ich wußte, daß der Schlüssel Ihnen gehört haben lönnte, waren. Sie mir dös Mordes verdächtig. In dem Momente jedoch, als ich von Ihrem Freunde Gruber erfuhr, daß Sie gleich Warte5.heim ein leidenschaftlicher Münzensammler seien, erschienen Sie mir stark belastet. Hatte ich doch die Münzensammlung des Ermordeten in Unordnung gefunden, und wie unruhig waren Sie, als es sich zeigte, der gefundene Schlüssel passe zu Ihrer Uhr! Sie ahnten bereits damals mejnen Verdacht und fürchteten wohl; ' ich würde in Ihrer Behausung erscheinen, Alles durchsuchen, die Münzen finden und Sie des Mordes beschuldigen. Dem mußten Sie vorbeugen und deshalb kamen Sie hierher, Ihre Beute zu bergen. Ich habe dergleichen erwartet und Sie deshalb schon seit ein Uhr beobachtet. Und das war gut, denn sonst wäre mir der wichtigste Beweis hrer Schuld entgangen. Hier, ist et es sind die geraubten Münzen'." f'"'" Oho!" vertheidigte sich Winter. Wo ist Derjenige, der beweisen kann, daß diese Münzen Wartesheim gehörten?" Auch der wird sich finden!" erwiderte Heider in zuversichtlichem Tone. Und cr hatte Recht. Schon wenige Stunden später war durch Zeugen' der Beweis erbracht, daß die Münzen, welche Winter verscharren wollte, noch kurz vor Wartesheims Ende in dessen Besitze gewesen und von ihm, ihrer Seltenheit wegen, als unveräußerlich bezeichnet worden seien. ' Noch immer leugnete Winter. . Als ihm jedoch vorgehalten wurde, daß er am Pfingstmontage feine Wohnung schon um sechs Uhr Morgens verlassen, und er angeben sollte, wo er die Zeit bis zu seiner um zehn Uhr erfolgten Rückkehr zugebracht habe, da endlich brach er unter der erdrückenden Last der Beweise zusammen und gestand seine Schuld. Schon längst von dem brennenden 'Verlangen nach dem Besitze einiger Münzen aus dessen Sammlung erfüllt, hatte er sich am Pfingstmontage zu ihm begeben und, als sein neuerliches, sehr vortheilhaftes Kaufanbot - schroff zurückgewiesen wurde, dem Freunde ein Messer in den. Leib gerannt. Und zwar, wie er in großer Zerknirschung ausdrücklich zugab, nicht etwa in plötzlich aufwallendem Zorne., fondern mir Vorbedacht, in .Ausführung eines schon früher gefaßten Entschlusses, die Münzen um jeden Preis zu erlangen. Ten Verlust es Uhschlüssels auf der Mordstätte habe er nicht bemerkt, sondern gegkubt. denselben spater auf der Straße verloren zu haben. Gesehen habe ihn Niemand, und so sei er ohne Furcht gewesen bis zu dem Abend, wo die Versammlung 'im .Weißen Schwan" stattfand. ' Nachdem er dieses Bekenntniß abgelegt hatte, wurde' der Mörder in den Kerker abgeführt- Franz Grimaldi aber der. Freiheit , wiedergegeben. - Der junge Mann brach in jubelnde Hochrufe auf den Kaiser aus, denn er nahm an, daß dessen Zeugenschaft sein Geschick zum Besten gewendet habe. Es kostete daher einige Mühe, ihm begreiflich zu machen, daß er. seine Freibeit nicht dem Monarchen,- sondern 'vielmehr' einem Uhrschlüssel zu verdanken habe. .. .r ... . Und der Kriminalrath hatte -voll-

kommen Recht, dies nachdrücklich zu betonen. Hatte doch einziq und allein der UhrschZüssel den Anstoß zur Entdeckung des Mördersgegeben. Er war die Spur der Spuren gewesen, und hatte ihn Winter nicht am Orte der Tl?at verloren, wer weiß, ob er der irdischen Gerechtigkeit nicht entsonnen wäre. So aber war er ihr verfallen und sie verurtheilte ihn zur Sübne seines Verbrechens zum Tode. Kaiser Franz I. änderte dieses Urtbeil mit Rüsicht auf Winters schuldlose Familie in lebenslangen schweren Kerker ab.

Huropaische Nachrichten. Provinz 'Fofen. V r o m b e r g. Ein Unglücksfall ereignete sich in der Maschinenfabrik von Vlumwe u. Sohn in Prinzenthal. In der Montagehalle war eine kürzlich fertiggestellte Polier- und Schleismaschine aufgestellt, die zum ersten Male in Betrieb gesetzt wurde. Kaum lief sie jedoch einige Augenblicke, als der Schleifcylinder der Maschine zersprang, so daß die einzelnen Eisenstücke mit gewaltiger Wucht weit umhergeschleudert wurden. Hierbei flog dem 17jährigen Lehrling Stolv ein fchweres.Eisenstück mit solcher Gewalt -egen die Brust, daß diese vollständig aufgerissen wurde und der Tod auf der Stelle eintrat. Einem zweiten Lehrling, dem 19jährigen Otto, wurde ein Bein vom Leibe getrennt. Endlich wurde noch dem 21jährigen Schlosser Meier von einem Eisenstück der Unterkiefer zerschmettert. ' Hohen salz a. Vor einiger Zeit unternahm der im blühenden Alter von 29 Jahren stehende Molkereioerwalter Abram Janssen aus Freitagsheim zu Wagen eine Reise nach Chrustowo. Auf dem Wege dorthin scheuten die Pferde und rasten die Straße entlang. Hierbei fiel Janssen so unglücklich mit dem Unterleib auf das Wagengestell, daß er eine bedeutende Quetschung erlitt. Es wurde eine Operation an Janssen vorgenommen, welche auch günstig verlief, jedoch starb Janssen bald darauf Kolmar. Letztens gingen die Pferde des Besitzers Zellmer aus Neustrelitz, dessen Sohn - hier mit Torffahren, beschäftigt war, durch und rasten durch die Bäckerstraße, wo das Fuhrwerk an dem vorgebauten Bürgersteig zerschellte. Der junge Zellmer. der das Gefährt lenkte, fiel herab und mußte wegen der schweren Verletzungen, die er hierbei erlitt, nach dem Johanniterkrankenhause gebracht werden. Die Frau des Arbeiters Karpinski wurde von den Pferden zu Boden geschleudert und erlitt ebenfalls schwere Verletzungen. M o g i l n o. Der epileptisch kranke Sohn der Putzmacherin Wittwe Kuhnt wurde, als er in der Nähe des BadeHauses lustwandelte, plötzlich von Krämpsen befallen, stürzte in den See und ertrank. - Neugüthel. Hier stürzte in t nem unbewachten Augenblick ein zweijähriges Kind des Wirthes Wuller in einen mit Wasser gefüllten Eimer, der auf dem Hofe zum Viehtränken aufgestellt war, und ertrank. Die Eltern befanden sich auf dem Ablaßfeste in Schwetzkau und hatten das Kind unter der Aufsicht des Dienstmädchens, das jedoch noch Arbeiten verrichten mußte, zurückgelassen. Weissenhöhe. Beim Plätten verunglückt ist die Gattin des hiesigen Dampfziegeleibesitzers Kuß. Als Frau Kuß Spiritus in den Apparat nachfüllen wollte, schlug die Flamme heraus und setzte die Kleider der Frau in Brand. Der erwachsenen Tochter gelang es, das Feuer zu löschen, wobei sie sich die Hände verbrannte. Frau Kuß hat arge Brandwunden an Gesicht, Brust und Händen erlitten. . . Provinz Sachsen. Magdeburg. .Der Straßenbahndepotverwatter Fritz Karsties stand letztens 25 Jahre im Dienste der hiesigen Straßenbahn - Gesellschaft. Aus Anlaß dieses JubilaumS wurden ihm nicht nur von Seiten der Direktion,' sondern auch von den Beamten, besonders von seinen Kollegen, GlückWünsche und Ehrungen zutheil.. Ascher sieben. Der Ziegeleiarbeiter Heinrich Böger, welcker ein Brett in den Fahrstuhlschacht einlegen wollte, wurde von dem' niedersausenden Fahrstuhl derart zerquetscht, daß der Tod auf der Stelle eintrat. . Burg. Der frühere Stadtverordnetenvorsteher, Kommerzienrath v. d. Horst, iji zum Ehrenbürger unserer Stadt nannt worden. Delitzsch. Der Schuhfabrikarbeiter Kalinowsky, der seit längerer Zeit kränklich ist, warf seine 4 Kinder. 2 Knaben im Alter , von 8 und 10 Jahren und 2 Mädchen im Alter von 1 und 11 Jahren, in's Wasser und sprang hierauf selbst nach. Durch das Jammergesckrei der Kinder wurde ein Knabe Namens Märker herbeigerufen, dem es gelang, das einjährige Mädchen zu retten. Das elfjährige Mädchen erreichte einen Strauch und konnsich selbst an's Land retten. Als der kleine Märker Hülfe herbeigeholt hatte, waren der Vater und die beiden Knaben bereits ertrunken und konnten nur noch als Leichen aus dem Wasser gezogen werden. Erfurt. Professor Dr. Heinzelmann, der' Sekretär der hiesigen Aka-

demie gemeinnütziger Wissenschaften, ist am Herzschlag gestorben Hettstedt. Der Amtsgerichts-. Referendar. Engelmann, aus Halberstadt gebürtig, wurde in seiner Mohnung, im Bett; liegend, erschossen aufgefunden. Neben ihm lag die Leiche einer Dame. Letztere wurde als ein 23jähriges Fräulein Lina Schulze, Tochter des Restaurateurs Schulze in Halle a. S.. Südstraße 50 wohnhaft, ermittelt. Fräulein Schulze hatte einen Schuß in der Herzzegend und war an innerer Verblutung gestorben. Es handelt sich zweifellos um ein unglückliches Liebesverhältniß. N o r d h a u s e n. Der Kaiser begnadigte zu lebenslänglichemZuchthaus den wegen Erdrosselung seiner .Geliebten, der Wittwe Günther zu Luther, Kreis Heiligenstadt, vom hiesigen Schwurgericht zweimal zum Tode verurtheilten Buchhalter Curtius aus Dillingen. Rimbeck. Der Schmied Knacksiedt tödtete die Tochter des hiesigen Gastwirths Fuhrmeister durch mehrere in Lunge und Herz geführte Messerstiche. Beide hatten das Freischießen in Stöiterlingen besucht und befanden sich auf dem Heimwege nach hier. Der Mörder brachte sich nach der That lebensgefährliche Wunden am Halse bei. Die Veranlassung zu dem Morde soll verschmähte Liebe gewesen sein. Suhl. Im hiesigen Krankenhaus ist Itt in der Lebkuchenfabrik von Albert Anschütz durch Verbrennen verunglückte Conditcr Ernst Simon verstarben. Provinz Kannover. Hannover.- Das Schulkind Dora Reese, Limmerstraße 89, I., wollte in Abwesenheit der Eltern sich Kaffee auf einem Spirituskocher aufwärmen. Hierbei kam es mit den Kleidern der Flamme zu nahe, so daß diese zu brennen anfingen. Hilfeschreiend lief das Mädchen auf die Straße, wo es zusammenbrach. Mit starken Brandwunden am ganzen Körper schaffte man es in's Krankenhaus, wo es bald dar.auf nach der Einlieferung starb. C el l e. Ein Gewitter hat hier in der Umgegend vielfach Schaden gethan, an Telegraphenleitungen, Häufern und Bäumen, am meisten in Bennebostel. Ein Blitz traf dort das Wohnhaus des Hofbesitzers Wietfcldt, äscherte dieses und alle Nebengebäude ein Erst vor Kurzem 'traf der Blitz das Haus seines nicht fern davon wohnenden Schwagers. Auch das letztere brannte damals nieder. Endzetel. Vor . einiger Zeit ist das Platzgebäude des Landwirths Fritz Hinrichs total niedergebrannt. Ueber die Entstehungsursache ist nichts bekannt. Gras dorf. Hier hat sich der Invalide Ernst Gieseke im Alter, von, 8,0 Jahren aus Lebensüberdruß in der Leine ertränkt. Seine Leiche ist in der Leine bei Laatzen aufgefunden und geborgen. 'H i l d e s h e i m.' Auf einer Harztour vom Tode ereilt wurde der hiesige Landgerichtssekretär . Schmidt. Mit Begleitung auf dem Wege nach Bleiche" begriffen, wurde cr vom Herzschlage getroffen und nach dem Bereinskrankenhzuse überführt. Man konnte hier nur den Tod konstatiren. N e u d o r f. Kürzlich brannte das dem Gastwirth Voigt hier gehörende, an den Bäcker Bode hier verpachtete, dicht am Wasser stehende Backhaus bis auf den Grund nieder. Dem Pächter sind sämmtliche Möbel verbrannt. Springe. Bei einem hier mit großer Heftigkeit niedergegangenen Gewitter wurde der 15jährige Knecht Vaul Schedler sammt einem Gespann Ochsen, mit dem er im Felde arbeitete, vom Blitz erschlagen. Ein anderer Blitz fuhr in einen zur Domäne gehörigen Schuppen und äscherte ihn ein. Wittmund. Als der SandWirth Kunstreich aus Abends mit sei" nem Gespann über den Marktplatz fuhr, wurden plötzlich die Pferde scheu und rannten die Jsumer Straße entlang. Die mit auf dem Wagen sitzende Wittwe Meents aus Ovelgönne (Gemeinde Burhafe) wollte sich durch einen Sprung von dem Wagen retten. Sie fiel jedoch, hierbei so unglücklich, daß sie sich außer verschiedenen Hautabschürfungen auch eine Ge-! hirnerschütterung zuzog. Provinz Westfaren. - , Münster. Verliehen ist dem Eisenbahnbetriebssekretär a. D. WilHelm Fahne der Kronenorden 4. Klasse. Altenhagen.. Auf schreckliche Art kam der Ziegelarbeiter Godziak auf der hiesigen Ziegelei von Rath um's Leben. Als die Arbeitsschicht zu Ende war, wollte der betreffende Arbeiter den Kollergang, d..i. das Mahlwerk der zu Ziegelsteinen zu verwendendeü Erdmasse, ölen, als er aus unaufgeklärte Welse ausglitt und in den noch in Bewegung befindlichen Kollergang fiel. Hierbei gerieth er unter die Mahlräder, es wurden ihm die Beine mehrfach zerquetscht und ebenso eine. Kopfhälfte eingedrückt, so daß der Tod auf 'der Stelle eintrat. Plankenstein. Beim Baden in der Ruhr ertrank der Einjährig-Frei-willige Rezen von der reitenden Abtheilung des 7. Artillerie - Regiments Düsseldorf. Derne. 'Die Eheleute Schreiner Dreier saßen vor ihrem Hause auf einer Bank, wahrinv ihre beiden Kmi-: -y

Der Ito M M (Ttadlirt 1853.) ...Jndiana'ö größter adeu...

Leicht beschmutzke Kragen. Es wird sich für Sie lohnen diese Kragen zu kaufen und waschen zu lassen. Effekte dieserSaison, welche durch Handhaben oder durch Ausstellung leicht beschmuht wurden. Unsere Methode nur die frischesten und neue sten Waaren auszustellen, nöthigt' uns diese Kragen welche von 75c bis $2 markirt waren, zu verkaufen so lange welche da sind zu LZc : West Mittelgang. mm M G00DS l!iZ. der auf dem gegenüberliegenden Trattoir spielten. Plötzlich sauste ein Straßenbahnwagen heran. Die Kinder versuchten auf den Ruf der. Mutter noch schnell vor dem Wagen herzulaufen. Sie wurden jedoch von demselben erfaßt und zu Boden geschleudert. Während das Mädchen , nur leichtere Verletzungen davontrug, wurdc der ljährige Knabe überfahren und auf der Stelle get'ödtet. G r e v e n. Der Kaiser hat den Eheleuten Dr. med. Biederlack hierselbst aus Anla des goldenen Ehejubiläums die Ehejubiläumsmedaille und dem Jubilar den Charakter als Sanitätsrath verliehen. Halden. Die Wirthschaft Blankennagel wurde durch eine große Feuersbrunst .völlig eingeäschert. DaS Feuer soll auf dem Speicher, wo eine Menge Heu laaerte, entstanden sein. Mit rapider Schnelligkeit dehnte es sich uf das Wohnhaus und den Saal aus und bedrohte die benachbarten Häuser. Die Feuerwehren aus Herdeck, von hier und Fley eilten zur Hilfe. Kamen. Geh. Sanitätsrath Dr. Louis Hammacher ist im Alter von 77 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalles gestorben. Norddorf. Kürzlich ertrank hier das ljährige Kind des Landwirths Finkeldei. Das Kind war der beschäftigten Wärterin aus den Augen gekommen und als diese das Kind suchte, fand sie es in dem beim Hause liegenden Teich ertrunken. S i d d e s s e n. Einen herben Verlust erlitten die Müller Ernst'schen Eheleute Hierselbst. Als sie von dem Felde zurückkehrten, fanden sie ihr 3jähriges Söhnchen vor dem Mühlenrade todt in der Nethe liegen. Vbeinprovinz. Köln. Der Qbersekretar bei dem hiesigen Oberlandesgericht, Kanzleirath Adenauerfeierte sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum. Barmen. Ein blutiger Streit entstand in dem Hause Fatlohstraße (jetzt Eintrachtstraße), zwischen dem Sohne der Hauseigenthümerin Writwe Peter Klingelhöller, Adolf Klins.elhöller und dem in dem Hause wohnenden Fabrikarbeiter Ernst Raunert, wobei Adolf Klingelhöller von Raunert durch einen Messerstich in die Lunge lebensgefährlich verletzt wurde. Der Streit entstand dadurch, daß dem Raunert, der mit seiner Mutter zusammen wohnt, die Wohnung gekündigt wurde, weil er keine Miethe bezahlte. Raunert, der verhaftet wurde, hat bei dem Streik ebenfalls derartige Kopfverletzungen davongetragen, daß er in ärztliche Behandlung genommen werden mußte. Dahlhausen. Der Flaschenbierverkäufer Fey aus Steele wurde hier von seinem eigenen Fuhrwerl überfahren und sehr schwer verletzt in's Krankenhaus gebracht. Europäisches eparienkÄl Wechsel, Creditbriefe, Postanweisungen, auf alle Städte Europas, chiffsschetns von und nach Europa. Un nd Verkauf auölänvZ, schen eldeS. Wo. 35 Süd Meridian Str.

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