Indiana Tribüne, Volume 29, Number 47, Indianapolis, Marion County, 18 October 1905 — Page 4
Jnvtana Tribune, 18. Oktober RS.
Indiana Tribüne. Htaugt2kden von der ttea . Indianapolis, Ind. varry O. Thudinm Präsident. eschäftSlocalt No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269.
r.ntcred at the Pott Office ol Indianapolis as accond elf matter. ' Eine Nothwendigkeit. Schon seit längeren Jahren machte sich derMangel eines ttolloseumS in im ' serer Stadt, fühlbar und dies rief vor zwei Jahren eine Bewegung unserer gemeinfinnigen Bürger inö Leben de ren Ziel eS war den Bau eines solchen Gebäudes anzustreben. Man sah ein, daß Indianapolis dessen Ruf als idealer Versammlung? ort für kleinere Organisationen durch das ganze Land gedrungen ist, dahin streben müsse auch für die größten Er eignisse, welche Abertaufende nach hier dringen würden, gerüstet zu sein. Man plante ein Gebäude in welchem national'politische Konventionen, groß artige Schauftellungen, Kongresse und Konzerte abgehalten werden könnten. Ein Bürger.Eomite unternahm im den Auspicien eines der größten hie. figen Klubs von Geschäftsleuten, die Aufgabe, die Mittel für das große Unternehmen zu schaffen. Eine große Anzahl zahlungsfähiger Geschäftsleute und Private unterzeichneten für diesen Zweck .und eS sind, wie unS berichtet wird, Verpflichtungen in der sammt summe von 8100,000 in den Händen der Jntelesstrten. Jetzt wo das SSngerfeft bevorsteht ist es an der Zeit an einer endlichen Ausführung des: KolloseumS Planes welter zu arbeiten. Für den Erfolg des SüngerfcfteS im Jahre 1907 ist eine riesige Halle nöthig. Der Bau selbst . einer provisorischen Halle dürfte über $50.000 kosten. ES liegt also nichts näher, als daß das Deutschthum der Stadt dem Kolosseum Projecte seine volle Unterstützung giebt, weil durch das Zustandekommen dessel ben nicht nur das Gelingen des Sän gerfestes gefördert, sondern auch der ganzen Stadt eine unschätzbare Wohl that erwiesen werden würde. Der. Bau eines Kolosseums, welches etwa S350, 000 kosten wird, kann mit einem Baarsond von etwa 5200,000 wohl unternommen werden; für den fehlenden Rest könnte durch Ausgabe von zinstragenden Bonds gesorgt werden. Für den Einfluß des DeutschthumZ in unserer Stadt wäre eS von unermeß lichem Werthe, wenn der EnthusiaS muS für deutschen Sang ein Werk mög lich machte, an dem die Thatkraft der Amerikaner erlahmte. Berliner Brief Die Unterredung zwischen dem Reichs kanzler Fürsten'Bülow und Herrn von Witte in Berlin und die sich unmittel bar daran schließende Reise des rufst scheu Staatsmannes zu dem in seinem Jagdreviere Rominten befindlichen Deutschen Kaiser haben natürlich dir Aufmerksamkeit der politischen Welt, insbesondere in Deutschland, in hohem ,Maße aus sich gezogen. Diese Reisen sprechen ebensowie die vor einigen Mo naten stattgehabte sZusammenkunft des deutschen und des russischen Kaisers eine deutliche Sprache. Wohl erscheint eZ für jetzt und auch für absehbare Zelt ausgeschlossen, ebaß Deutschland und Rußland ein ähnliches festes Bündniß abschließen, wie etwa Großbritannien und Japan; dazu fehlt eS an gemein famen positiven; Zielen. Wohl aber haben beide Staaten ein großes Jnter esse daran, ihrer gegenseitigen Freund schaft versichert zu sein, damit jeder von Ihnen? einen freien Rücken hat, wenn er in dielGefahr eilleS Konflikts mit dritten Mächten geräth. Zu die fer unbedingten', wohlwollenden Neu tralität gegen einander können sich beide Staaten um so eher entschließen, als beide selbst von einem siegreichen Kampf gegen den Andern nur Nachtheile und keine Vortheiles erwarten haben. Denu wederZDeutfchland noch Ruß land können irgendwelchen Werth dar auf legen, die Zahl ihrer polnischen Unterthanen zu vermehren. , Alle diese Erwägungen rechtfertigen es, daß Herr Witte sich in Paris in deutschfreund. lichem Sinne geäußert hat und damit, offenbar absichtlich, den Franzosen die letzte . Hoffnung . genommen hat., daß Rußland sich in einen Revanchekrieg Frankreichs gegen Deutschland der
wickeln lassen würde. So thöricht es ist, anzunehmen, daß Witte dirkt zur raschen Erledigung der deutsch.sranzö sischen Verhandlungen über Marokko beigetragen hat. so leicht möglich ist eS andererseits, daß die deutschfreundlichen Worte WiüeS indirekt die französischen Unterhändler beeinflußt haben, indem sie sich darüber klar wurden, daß Frankreich bei einem Scheitern der Verhandlungen auf Rußland nicht rechnen könnte ; die bekannte diploma tische Gewandtheit deö deutschen Reichs kanzlerS hat dann wohl den Schluß Pein zn der schwierigen Verständigung gelegt. Ist man sich in bürgerlichen Kreisen Deutschlands des Werthes guter Be Ziehungen zu Rußland coohl bewußt, so herrscht bei der deutschen Sozialde mokratie eine geradezu finnlose Wuth über dieses freundschaftliche Verhältniß. Dieser Zorn ist auch auf dem sozial demokratischen Parteitage zum Aus druck gekommen. Die hochpolitischen Ergüsse aus diesem Parteitage find e nau so werthloZ gewesen, wie der von der Sozialdemokratie als bedeutungö voll ausposaunte Beschluß über den Generalstreik. Der Massenstreik wird in Deutschland noch schwieriger durch zuführen sein als anderwärts. Schon die großen Einzelftreiks haben in Deutschland selten Ersolg. So dürste auch der in der Berliner Elektrizität Industrie auZgebrochene Streik mit einer Niederlage der Arbeiter enden, dleS umsomehr, als der Streik leicht fertig unternommen wurde, denn die Arbeitgeber waren den Forderungen der Arbeiter nach Möglichkeit entgegen gekommen und hatten zugesagt, von Entlassungen abzusehen. So kam eS, daß selbst die Führer der Arbeiter für Beilegung der Differenzen waren, aber
die Unverständigkeit der Masse trug den Sieg übzr die Einsicht der Führer davon. Die Berliner Industriellen find um so eher in der Lage, Streiks zu begeg. nen, als die Bevölkerung fortgesetzt stark zunimmt und mithin der Zuzug von Arbeitskräften andauert. Für den in Berlin lebenden Privatmann hat die Bevölkerungsvermehrung in der Hauptstadt und in ihren Vororten je länger desto mehr einen unangenehmen Uebelftand mit sich gebracht; der Aus bau der Verkehrsmittel in der Stadt hat nicht annähernd mit der Bevölke rungsvermehrung Schritt halten kön nen. Wohl hat die elektrische Straßen bahn die Zahl ihrer Linien im letzten Jahrzehnt. erheblich vermehrt, aber dies hat den großen Nachtheil gehabt, daß die Hauptverkehrsstraßen überlastet wurden und daß eine schnelle Beförde rung mit der Straßenbahn zur Un Möglichkeit wurde. In Weltstädten können eben Niveau bahnen niemals den Verkehr bewälti gen, in ihnen gilt ein humoristisches Wort des deutschen Kaisers oben da rüber oder unten durch", d. h. entwe der Hochbahnen oder Untergrundbahn nen oder am besten alles beides kom diniert. Nun f'hlt es in der letzten Zeit nicht an verschiedenen Projekten zur Erweite rung des bisher bestehenden, sehr gut funktlonlrenden, aber bei Weitem nicht ausreichenden Hoch Untergrundbahn netzeö; beispielsweise ist auch die große Berliner Straßenbahn-Gesellschaft mit dem Plane der Umwandlung eines Theiles ihrer Linien w Untergrund linien hervorgetreten. Die Vielheit der Projekte aber läßt besorgen, daß die Schnelligkeit ihrer Durchführung dar unter leiden' könnte. Und doch bedarf Berlin auf das dringendste einer raschen Verbesserung seinerVerkehrSmittel, denn hier, wie in jeder Weltstadt, gilt die Losung: tirne !s rnoney". Wer in Berlin aber weite . Strecken zurückzule gen hat, vertrödelt sehr viel Zeit. Schiffsnachrichten. New York: Kronprinz Wilhelm" von Bremen. New York: Oldenburgs nach Bre
men; Slavonia nach Glasgow; Cevic" nach Liverpol; Carthe genian" nach New York; Corin thian' nach Montreal. Sydney: Sierra-, von San Iran clsco. Glasgow: Columbia" von New York. Liverpool: .Corinthlan" vonMontreal. Gibraltar: Canopic-von Boston. Neapel: Citta di Torino" von New Vork. London; 'Minnehaha- von New Bot!. , QueenStoun: Majeftic .von New , Vork.
Polizeiliches.
Samuel Beneblet, ein Zimmermann, 2340 VandeS Straße, der gestern Vormittag von den Radlern Duncan und ASkinS verhaftet wurde, steht unter Anklage, einen kriminellen Angriff auf Alice Longwell, 2403 Bandes Str. gemacht zu haben. Außer der. vorgenommenen Verhaftung wuß ten die Radler, wie . sie um 5 Uhr Abends auf Befragen dem Berichte?' statte? kund gaben, nichts über die An gelegenheit. Benedict behauptet, völlig unschuldig zu sein. , Duncan undAskin haben in letzter Zeit mehrere Verhaftungen vor genommen, ohne daß sie, später über dieselben befragt, auch nur die ge ringfte Ausklärung zu geben ver mochten. Von denselben Radlern wurde später William Eonrad verhaftet, gegen den die Beschuldigung dir Trunkenheit vor gebracht wurde. Zugleich aber steht der Verhaftete auch als irrfinnig, auf dem Register. Ob Eonrad heute früh vor den Pollzeirichter wegen Trunken heit geführt werden wird, bleibt abzu warten. Auf jeden Fall aber wird das Zeugniß der Radlerpoliziften, die ihn festnahmen, von Interesse fein, da ja eine irrsinnige Person für ihre Tha ten nicht verantwortlich ist. I o e L e v Y, ein Wirth, 2133 Nord Eapitol Ave., wurde verhaftet und angeklagt. Minderjährigen den Zutritt zu seinem Lokal erlaubt zu haben. Richard Parker, ein Stel. lenvermittler, 315Jndiana Avenue, wurde von den Polizisten Mulverhill und De Rossett verhaftet. Parker soll einem seiner Klienten $2.50 atgenom men und denselben dann mit einem Todtschläger bedroht haben. ESvollziehtsich eine allmüh'. liche Verschmelzung vieler Indianapolis Traction.Linien. W. Kelsey Schoepf, der Präsident der Eincinnati Traction Eo. und der Repräsentant der Phila delphia Interessen in Ohio befindet sich hier in Berathung mit Hugh J.,Mc Gowan und anderen Agenten des Ran dall Morgan Syndikats.' Gestern wurde ein Theil der Indianapolis & North. Western Linie inspizirt, woran sich die Inspektion der neuen Linie von.' hier nach Brazil anschließen wird. ., tßCT Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt.. Mucho'S .Longfellow-.. C o r y d o n, 17. Octbr. JameS Beanblossom und Lee Wolfe '-von Mauckport, die einander schon seit lün gerer Zeit nicht grün sind, da beide um die Gunst einer jungen Lehrerin sich bewerben, kamen gestern zu dem Ueber einkommen, die Sache auszukämpfen. In einer Seitenstraße wurde ein bluti ger Fauftkampf veranstaltet, aus wel chem Beanblossom als Sieger hervor ging. Trotz seiner Niederlage wird Wolfe die Hoffnung, die Angebete zu erringen, nicht ausgeben.' Fort W a y n e , 17. Oct. Die Fußball.Saison wurde eröffnet. Das erste Kapitel weift eine verrenkte Schul ter und einen gebrochenen Kinnbacken aus. Das Spiel fand im Base Ball Park statt, und zwar zwischen den Hoch schillern von Fort Wayne und Hun tington, wobei die Fort Wayner mit einem Score von 70 gegen 0 unter lagen. Die Opfer deS Spieles sind JameS Porter, ein Sohn des Herrn Dr. Mileö F. Porter von hier, und Clären WhiteloL von Hunlington. , Beide Un fälle ereigneten sich während der ersten Hälfte deS Spiels. Porter erlitt einen leichten Bruch des Kinnbackens, wäh rend Whitelock sich die Schuller der renkte. R i ch m o n d, 17. Oct. Große Aufregung erregte es hier, als bekannt wurde, daß Frau Elmira Keever, welche im letzten Frühjahr ihren Ehe mann 'erschoß, Frau Jda WlnterS, welche wegen Angriffs auf ihre Mutter unter Anklage steht, und Mary Kühl man, ein irrsinniges junges Mädchen, aus dem Gefängniß ausgebrochen feien. Da man - annahm, daß Frau Keever irrfinnig ist. wurde nie eine Mordati klage gegen sie erhoben und follte fie in den nächsten Tagen auf Irrsinn unter sucht werden. Frau Winters Fall war noch nicht verhandelt worden, weil fie inzwischen einem Kinde das Leben ge schenkt. Bis jetzt ist keine der Ent. wichenen wieder eingefangen, doch ist der Sheriff denselben, angeblich aus der Spur.
Antike Jundc in Uußland.
Sie Ek!,thengräber an, Kuba:ilufse ud deren kostbar-r Inhalt. Griechische Kunstwerke von hoher Schönheit sind in Skythengräbern in den öden Ceppen des südlichen Rußlands gefunden worden. Besonders reich an solchen Gräbern ist die Gegend am Kubanflusse, und dort hat Professor Weßdowsky reiche Ernte gefunden. Solch ein Skythengrab war ein Hölzernes Zelt mit Erde überdeckt, das in eine gewaltige Grube von 33 Fuß Länge und etwa 19 Fu Tiefe hineingesetzt war. Vor der Thür, des Zeltes lagen in dem größten Grabe nach Norden und nach Süden je zwölf Pferde bestattet. Sie waren theilweise reich geschmückt mit großen goldenen Stirnplatten, dünnen goldenen Wang?nscheiben, Kandaren von Eisen und Bronze. Im Zelte ruhten die Menschen in ihrem schönsten Schmuck, von dem noch goldene Blechschildchen, die auf das Cewand genäht waren, und Stücke von der goldenen Schwertbekleidung erhalten sind. Noch viel kostbarer aber war der Inhalt von zwei fürstlichen Grabstatten. Es lagen dort cm SkythenHäuptling und seine Frau begraben. Zwar war das Grab schon theilweise ausgeraubt, allein neben dem Häuptling lag doch noch sein goldener Köcher, der mit :n Goldblech getriebenen Dar stellungen von Hirschen und mit zwei Rechen von Panthern geschmückt ist, und sein silbernes Trinkhorn. Vom Schmuck der Frau war noch übrig ein kostbarer Goloqurtel. der mit Bern steininkrustationen geziert ist. und ein prachtvolles goldenes Diadem mit einem Greifenkopf, zwei Kettenhund zahlreichen kornförmigen Anhängseln und Rosetten. Alle diese Kunstwerke stammen ohne Zweifel von den Raubzugcn der Skythen aus den griechischen Kolomen am Schwarzen Meer. Welcher Reichthum aber in diesen Städten no.ch im 3. Jahrhundert n. Chr. vorhanden war. das zeigen die Gräber der Kaufherren von Panticapaeum (Kertsch), die von W. W. Schkorpil kürzlich aufgedeckt worden sind. Sie ergaben eine ganze Sammlung von Gegenständen aus Gold, Silber und Bronze des sögenannten gothischen Stils. Darunter ist hervorzuheben ein goldener Beerdigungskranz mit einem großen runden Granat, ein massiver goldener Halsschmück und ein' goldenes Armband, goldene Schnallen mit Granaten und Vogelköpfen, eine Vrosche mit einem Karneol, einige Schwert- und Dolchgriffe mit Edelsteinen geschmückt. Zur Datirung aber des ganzen Fundes sind von .besonderer Bedeutung zwei große Silberschüffeui mit dem Brustbild des Kaisers Konstantin. 'Die Wachteln von Marokko. .. In Frankreich, wo, die Wachteljagd ein sehr beliebter Zeitvertreib der Jäger ist. hofft man, daß die Beilegung der Marokkofrage zwischen Deutschland und. Frankreich auch einen Einfluß auf diesen Sport haben werde. Die Wachiel ist in Zugvogel, und die schönsten kommen nach Frankreich aus Egypten und Marokko. Die aus Egypten kommenden sind durch die lange Reise erschöpft und daher weniger fleischig und nicht so geschätzt; sie sind auch weniger zahlreich. Seit mehreren Jahren schicken nun Engländer und Deutsche nach Egypten und Marokko Leute, die die Machteln abfangen, ehe sie ihren Flug nach Europa antreten. Die ?hierchen lassen sich am Ufer des Mittelmeeres nieder, wenn sie von dem Fluge aus dem Innern , Afrikas kommen, und ruhen sich aus, ehe sie den Flug über das Meer antreten. Dann kommen die von den. Agenten bezahlten Araber, betäuben die Wachteln mit belaubten Zweigen und fangen sie lebend, worauf sie in großen Käfigen nach England und Teutschland befördert werden. Die Franzosen hoffen nun von der zukünfiigen Gestaltung ihres Einflusses in Marokko, daß er es ihnen ermöglichen werde, die Ausfuhr der lchenden Wachteln aus diesem Lande zu verbieten. Der Vorzugsiag" für S e l b st m o r d e. Ein Sozioloa. der die Anzahl der Selbstmorde an den einzeinen Wochentagen zusammengestellt hat hat gefunden, dak die meisten des Montags vorkommen, deZ Sonnabends dagegen die wenigsten. Der Montag ist der Tag, wo die größte Mehrzahl der Menschen nack eintäaiaer Rast und Vergessenheit ihre Mühe und Arbeit wieoer beginnen steht. Frauen bevorzugen zur Selbstvernichtung den Sonntag. Ebenso kommen Selbstmorde als Folge häuslicher Zwistigkeiten mehr als an anderen Tagen am Sonntag vor, wahrscheinlich weil die streitenden Parteien gewöhnlich an diesem Tage zufammen sind. ' . Die K a r ä e r. Die Wittwe des Barons Willy v. Rothschild schenkte jüngst der Stadtbibliothek zu .Frankfurt a. M. die werthvollste existirende Sammlung karäischer Werke. Die Stadt besitzt nunmehr fast alle gedruck ten Werke der Karaer. ' Die Karaer bilden eine im 8. Jahrhundert entstandene jüdische Sekte, die rabbinische Ueberlieferung und den Talmud verwarf und zum Buchstaben der heiligen Schrift zurückkehren wollte. - In Ruß land gibt es noch etwa 6000 Bekenner deö Karaismus. . ; : : In der Ziegenmilch so! len Tuberku.lose-Bazillen niemals vor kommen. . . . -
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Die Hamburg -Ameri-ka - Linie unterhält schon seit längerer Aeit zwischen Schanghai, Tsingtau und Tscheinulpo einen regelmäßigen vierzthntägigen Verkehr, den der für diesen Dienst besonders praktisch umgebaute Dampfer Peiho" von etwa 600 Tonnen Gehalt ausführt. Infolge seines geringen Tiefganges kann er stets in dem inneren Hafen von Tschemulpo ankern. Um nun den fremden Residenten in Ssoul und Tschemukpo Gelegenheit zu geben, die bequemen Passagiereinrichtungen kennen zu lernen, hatte Kapitän Deinat einen Bierabend veranstaltet, der als ein großartiger Erfolg bezeichnet wird. Engländer, Amerikaner, Franzosen und Deutsche waren zahlreich erschienen und des Lobes voll über das nette saubere Schiff mit seiuen bequeme Kajüten und über das äußerst freundliche Entgegenkommen des Schiffspcrsonals. Bei Tsingtauer Faßbier und einem reichen Imbiß wurde die Stimmung bald eine gehobene; deutsche und englische Lieder wechselten miteinander ab, so daß es recht spät oder vielmehr früh wurde, ehe die letzten das gastliche Schiff verließen. DenseltenenAnblickeines weiblichen Vertheidigers genoß man bei einer Verhandlung, die kürzlich vor der Berufungskammer des Landgerichtes II in Berlin stattfand. Es handelte stch um eine Anklage gegen einen Bauerngutsbesitzer aus Köpemck, der fortgesetzt wegen des ihm . streitig gemachten Rechtes zur Benützung eines Weges, der über fiskalischen Grund und Boden führt, mit der Behörde in Conflikt kommt. Der Angeklagte pocht darauf, daß seine. Familie schon zu Zeiten Friedrichs des Großen diesen Weg benützt habe und somit ein Recht zur Benützung besitze. Als Vertbeidiger dieses Rechtes erschien die Schwester des Angeklagten, Fraa Gutsbesitzer Rücker, die durch Gerichtsbeschluß als Vertleidiger zugelassen war. weil sie auf Grund ihres Fami lienarchivS am besten mit den verwickelten Rechtsverhältnissen Bescheid
wlsse. Der weibliche Anwalt, der mrt einem großen Aktenstoß im Saale er schien', erfreute sich der zuvorkommendfien Behandlung von seilen der Richter und der anderen Anwälte. Die Dame entledigte stch ihrer Aufgabe mit grötzter Sachkunde und brachte dem Gerichtshos die Ueberzeugung bei, daß ihrem Bruder mindestens der gute Glaube innegewohnt habe. , Das Gericht erkannte äher auf Freisprechung. ,!
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a a o c o j Im Guten! Fre m de r: Sagen Sie, Herr Wirth, sind das nicht die beiden Bauern, iit wegen der Wiese den Prozeß miteinander anfangen wollten?" Wirth: Natürlich; aber M scheinen sie sich ja im Guten zu einigen !" w , 3 dumm. Frau: Den Hauöknecht schickst Du immer mit so großen Summen nach der Bank, fürchtest Du nicht, daß er mal nach Amerika durchbrennen ' könnte? Mann: Ach, der dumme Kerl, . . der weiß ia nicht einmal, wo Amerika liegt! Ausnahme. Herr Sauferl (aus dem Wirthshaus heimkehrend): So ein Pech, grad heut' schlaft mei' Alte schon, wo ich ganz nüchtern bin; die rnu ich wecken!" D a s s.e l b e. Vorsitzender: An. geklagter, sind Sie" schon bestraft?" Angeklagter: Nein, aber verheirathet." ,
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