Indiana Tribüne, Volume 29, Number 46, Indianapolis, Marion County, 17 October 1905 — Page 7
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Getilgte Schuld
Vornan von Johannes E m : c r o-o-o-o-o-o-c (Fortsetzung.) Man begab sich in das Krankenzimmer, welches im Erdgeschoße sich befand. Auf eine tle lag Pailer. der linke Arm war cuiejchtent und bandagirt, der Kopf vollständig eingebunden, so daß man nur einen kleinen Theil des Gesichtes sah. Wie sieht es um den Mann?" fragte der Oberst den Arzt. Schlecht! Ein Armbruch und schwere Verletzungen am Kopfe. Selbstverständlich auch Gehirnerschütterung," berichtete d?r Arzt. Aber doch noch Hoffnung auf Nettung?" Ter Arzt zuckte mit den Achseln. Wenig! Ich s ächtete zuerst, er würde mir unter den . änden sierlcn. Zum Bewußtsein ist .1 natürlich roch nicht gekommen." Der Oberst ging an das Veti heran und beugte sich über den Verwundeten, der regungslos dalag und nur schwach athmete. Der Arme!" sagte er leise. Thun Sie das Möglichste, Herr Stabsarzt,, um den Mann durchzubringen." Es wird geschehen, Herr Oberst." Rittmeister Nainthal mußte berichten, was er über den Unfall erfahren hatte. Allerdings hatten die Augenzeugen auch nicht viel Anderes zu sagen gewußt, als daß sie Pailer an der Spitze des ganzen Trosses Pferde plötzlich in dem Kasernenhof erscheinen sahen, daß sein Roß in rasendem Lauf auf das Thor zusprengte, dann niederbrach und er über den Hals des Pferdes hinweg im Bogen zur Erde flog. Man hatte ihn aufgehoben, aus Mund und Nase strömte Blut, und er schien wie todt. Ohne Sattel und Zügel auf einer tollgewordenen Mähre, da hätte Einer angewachsen sein müssen, um nicht herunterzufliegen." schloß Nainthal, und die Anderen nickten zustimmend. Dann ging man hinauf in die Kanzlei. Zunächst wurde der Posten vorgerufen. Der Mann zählte nicht zu den Besten, war schon mehrfalls bestraft und machte mit seinem eckigen und platten Gesichte, dem tiefliegende, unstäte Augen einen tückischen Zug verliehen, den Eindruck eines ziemlich bösartigen Menschen. Er betheuerte, daß er nichts Verdächtiges bemerkt habe und erst durch Pailers Erscheinen und Rufen aufmerksam gemacht worden sei, da hätten aber auch schon die Flammen herausgeschlagen. Was er als Ursache des Brandes vermuthe? wurde er gefragt. Das Feuer sei angelegt worden, gab er zur Antwort. Auf die weitere Frage, worauf sich diese Ansicht stütze, wiederholte er nur, es sei angelegt worden, das wisse er gewiß. Wer hat es denn gethan?" Der Pailer." antwortete der Mann. Die Offiziere sahen verwundert auf. Was soll dies heißen? Wie kommen Sie dazu. Pailer zu beschuldigen?" sagte der Oberst strenge. Der Mann erzählte nun, daß vor Kurzem, als er mit einigen Anderen Heu aus dem Magazin holte, Pailer gesagt habe: Die Baracke werde wohl einmal niederbrennen." Mehr war aus dem Menschen nicht herauszubringen. . Schon wollte Herr v. Tillfuß ihn abtreten lassen, da fragte noch der anwefende Major, ob er nicht wisse, wo jetzt Pailer sei, Er ist todt." erwiderte grinsend der Mann. Hat den Hals gebrochen." Die Herren warfen sich Blicke zu. und der Oberst bemerkte: Ah, deshalb also!" , Nachdem der Posten wieder abge- . führt worden war, sprach Herr v. Tillfuß den Verdacht aus, daß der Mann vielleicht mehr wisse, als er gestehen wolle, und nur Pailer beschuldige, weil er diesen für todt halte. Die Ansicht fand allgemeine Zustimmung. Nun wurden die beiden Männer vorgerufen, welche angegeben hatten, daß sie Mittheilungen machen könnten. Der Eine war ein Fuhrknecht, der in einem Hofe außerhalb des Städtchens bedienstet war und kurz vor Ausbruch des Feuers auf dem Wege, welcher der Kaserne entlang führte, den Heimweg gemacht hatte. Dieser Mann erzählte, daß er einen Menschen bemerkt hätte, welcher über das Feld hinter den Magazinen, dicht an der Mauer entlang gegangen und öfter stillgestanden sei. Bei der bereits eingebrochenen Dämmerung konnte er die Gestalt zwar nicht genau erkennen, aber er glaube ganz bestimmt sagen zu dürfen, daß es ein Soldat gewesen sei. Hierauf kam der Zweite an. die Reihe, 'ein Gefreiter, ein verläßlicher, nüchterner Mann, dessen Auftreten einen guten Eindruck machte. Dieser gab an, er sei auf dem erwähnten Wege neben der Kaserne heimgegangen, als er zu seiner Verwunderung einem Kameraden begegnete, welcher nach dem Felde schritt. Er habe diesen angerufen, aber keine Antwort erhalten, 'oder mindestens eine unverständliche; da er selbst aber Eile hatte, um pünktlich einzutreffen, wäre er rasch weitergegangen. , Das sei wenige Minuten vor
neun Uyr gewesen; den Mann yae er ganz sicher erkannt, da er auf höchstens dier Schritten Entfernung an ihm vorüberkam, es war der Ulan Pailer. Diese Aussage rief eine lebhafte Erregung hervor; da an ihrer Wahrheit zu zweifeln kein Grund vorlag, so lenkte sie allerdings einen gewinn Verdacht auf Pailer. wenn man die Angaben des 'Fuhrknechtes in Betracht zog. Die Möglichkeit lag zwar' vor, daß der Gefreite selbst der Mann geWesen sei. welchen der Fuhrknecht hinter der Magazinsmauer bemerkt haben wollte; indessen gab Jener an. daß er aus einer Seitengasse her gekommen sei. welche weit vor dem Magazin in den Fahrweg mündet, und d auch genau mitteilte, in welchen,' :". i er gewesen sei, so konnte man tm vorläufig glauben. Oberst v. Tillfuß schien verstimmt zu sein. Für heute lassen wir es genug sein; ich sehe, es wird eine ganz tolle Geschichte," erklärte er, nachdem die beiden Leute entlassen warm. Wie denken die Herren darüber? Sollte
wirklich dieser Pailer den infamen Streich begangen haben?" Ich vermag es nicht zu glauben," meinte der Major. Welchen Grund hätte er dazu gehabt, und dann vor Allem, wie brav hat er sich benommen! Einen Grund konnte ich mir wohl denken." erwiderte Nainthal. Die Verwirrung bei dem Brande konnte ihm Gelegenheit geben zur Flucht. Vielleicht war es darauf abgesehen. wurde auch das tolle Reiterstück nur deshalb gewagt. Der Mann ist verwegen, das hat er bewiesen, man kann ihm daher auch einen solchen Plan zumuthen. Bedenken Sre auch. Herr Oberst, daß er den Abend bei Miß ?nyders zubrachte, die ja so ziemlich offen zugestand, daß sie Pailer befreien wolle." Diese Bemerkung des Rittmeisters machte einigen Eindruck; man hörte zustimmende Laute und sah -es noch mehr an den Mienen. Auch der Oberst nickte. Der Verdacht ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Hoffentlich gelingt es, Klarheit in die Sache zu bringen." Jetzt meldete sich Leutnant v. Glockthurn: Vielleicht kann ich etwas dazu beitragen. Ich war auch bei Miß Snyders, traf Pailer dort und sandte ihn vor neun Uhr heim. Er begleitete dabei Fräulein v. Steinöcrg. welche ebenfalls nach Hause gehen wollte. Das gnädig? Fräulein wird ja vielleicht angeben können, wann es daheim eintraf; von dem Hause des Herrn Obersten bis zur Kaserne hat man drei Minuten zu gehen, es wird sich also berechnen Ins sen, vorausgesetzt, daß man von den anderen Zeugen verläßliche Zeitangaben erhält, ob es überhaupt möglich war. . daß Pailer den Brand anlegen konnte." Das ist allerdings ein Umstand, der Beachtung verdient," erwiderte Herr v. Tillfuß. Ich wußte übrigens nicht, daß meine Nichte schon zurückgekommen war. als ich des Feuers wegen das Haus verließ. Ich glaubte, sie wäre noch in der Villa Snyders. Nun, rnor gen soll auch sie verhört werden; für heut: sage ich Ihnen .Gute Nacht', meine Herren. Gut war zwar diese Nacht nicht, aber müde sind wir geworden, und das wird uns zum Schlaf verhelfen." Oberst v. Tillfuß schlief in der That vortrefflich und war am nächsten Morgen daher auch so guter Laune, als es eben Jemand sein kann, der weiß, daß er tagsüber allerlei widrige Geschäfte zu erledigen habe. Die gnädige Frau läßt den Herrn Oberst bitten, so bald als möglich hinüberzukommen." meldete der Bursche. Hm! Ist wohl neugierig, was in der Nacht los war," bemerkte der Oberst scherzend. Weiß nicht, aber " Na. was aber?" Das gnädige Fräulein ist schwer krank geworden, und die gnädige Frau haben die ganze Nacht gewacht." Mas, und das erfahre ich erst jetzt? Warum hat man mir gestern Abend nichts gesagt?" Die gnädige Frau hatte nicht befohlen, und der Herr Oberst haben nicht gefragt " Der Oberst beendete so rasch, als es nur ging, seine Toilette und begab sich hinüber zu seiner Schwester, welche er von der Aufregung und dem Nachtwachen sehr angegriffen fand. Frau v. Steinberg berichtete, daß sie gestern Abend, kurz nach dem Ausbruch des Feuers, Else in ihrem Zimmer bewußtlos aufgefunden habe. Sie hatte sofort nach einem Arzte gesendet, welcher Else zwar wieder aus der Ohnmacht erwacht, aber im Delirium fand und eine bedenkliche Miene machte, nachdem er das Mädchen untersucht hatte. Ein typhöses Fieber, wenn nicht noch etwas Schlimmeres, sei im Anzuge. habe der Arzt erklärt und die größte Achtsamkeit geboten. Die Nacht sei furchtbar gewesen. Else habe im Fieberwahn gerast und Reden geführt, welche der Mutter ebenso Unverstandlich wie entsetzlich gewesen seien, erst gegen Morgen wäre sie ruhiger geworden.' wohl aus Erschöpfung. Diese plötzliche Erkrankung sei ganz räthselhaft, da Else sich doch Tags vorher ganz wohl befunden habe und keinerlei Anzeigen auf eine Störung ihrr Gesundheit gedeutet hätten. Vor einer wlben Stunde sei der Arzt wieder daaewesen. ein Zeichen, daß er die Sache für sehr gefährlich .ansehe, undhabe
angeratyen, eine geschulte stranternsur terin aus dem Diakonissenhause zu bestellen, da die sorgfältigste Pflege nothwendig sei. Das fehlte noch!" seufzte der Oberst, als er das Haus verließ, um nach der Kaserne zu gehen. Vor dem Thore derselben kam ihm ein Mann entgegen, welcher höflich grüßte und stehen blieb, so daß der Oberst sich ihm zuwandte. Herr Oberst erinnern sich meiner wohl nicht mehr? Rechtsanwalt Doktor Körner. Ich hatte die Ehre, vor einiger Zeit in Angelegenheit des Herrn Pailer mit Ihnen zu verhandeln' Ach ja, ich entsinne mich. Nun, Ihr Klient schwebt gegenwärtig zwischen Leben und Tod." Ich habe es soeben erfahren und bedaure sehr den Unfall, welcher Herrn Pailer getroffen hat." Sie wollten ihn spreckicn?" Ja, ich wollte ihm mittheilen, daß Alles geordnet ist, und ich in seinem Namen die Erbschaft übernommen habe." Wie ist dies möglich? Pailer er-
klärte ja doch, daß er die Annahme ablehne." Allerdings hat er sich in diesem Sinne geäußert, indessen glaubte ich. seine Worte nicht ernst nehmen zu dürfen." Mir ist aber noch immer unbegreiflich, wie Sie ohne seine Zustimmung so bandeln konnten." Der Rechtsanwalt lächelte. Das ist sehr einfach. Ein Anwalt muß oft das Interesse seiner Klienten selbst gegen deren eigenen Willen wahren. Vos Allem aber ist der Umstand wichtig, daß, wie ich schon damals erwähnte, im -Testament: die Bestimmung getroffen ist, im Falle Herr Pailer gestorben sein sollte, das Erbe auf dessen Nachkommen, beziehungsweise erbberechtigte Verwandte übergehe. Veharrt Herr Pailer auf fehler Weigerung, dann verwalte ich einfach das Erbe für seine Nachkommen." Das wird wohl ein einträgliches Geschäft sein." bemerkte der Oberst ctwas sarkastisch. Warum soll ich's leugnen." enizegnete ruhig der Anwalt. Ich muß arbeiten und verdienen,- ich habe ja eine Familie zu versorgen, und da weist man eine günstige Gelegenheit nicht so leicht von der Hand." Sie selbst haben also ein lebhaftes Interesse " Der Rechtsanwalt fiel ihm in die Rede. Wird irgend Jemandes Interesse geschädigt?" fragte er nicht ohne Schärfe. Soweit ich es beurtheilen kann, allerdings nicht." Nun. dann kann man mir auch keinen Vorwurf machen." Damit verneigte er sich höflich und ging seines Weges. luch' solch' ein Fuchs, der mit Kniffen und Schlichen auf seinen eigenen Vortheil ausgeht."' dachte der Oberst, man muß Gott danlen. wenn man mit diesen Leuten nichts zu schaffen hat." Herr v. Tillfuß besuchte zuerst den Verwundeten, in dessen Zustand keine Veränderung eingetreten war. Der Stabsarzt meinte, das einzig günstige Moment wäre, daß Pailer eben noch nicht gestorben sei. In der Kanzlei empfing der Adjutant seinen Chef mit der Nachricht, daß bereits Telegramme von dem lommandirenden General und dem Ministerium eingelaufen seien, in welchen Berichte verlangt und das Eintreffen von Kommissionen angezeigt würden. Wir werden ja recht angnehme Beschäftigung haben." meinte Herr v. Tillfuß. und der Adjutant seufzte: Sehr angenehme!" 13. Kapitel. er Schnelldampfer, welcher Vormittags von Köln rheinaufwäts fährt, war ziemlich dicht mit Reisenden besetzt. Einer derselben stand vorne am Bug. auf das Geländer sich stützend, und blickte hinab auf die grüne, leicht gewellte Fläche, durch welche das Schiff seine Furchen zog. t Hier sind die Ufer noch reizlos, rechts und links ebenes Kulturland, und nichts fesselt dc. Auge, als die in der Ferne allmäli verschwindenden 'Thürme. Der Reisende wandte sich plötzli mit einer gewissen Heftigkeit in l:x Bewegung ab und sagte anscheinend unwillkürlich in englischer Sprache halblaut vor sich hin: Das macht wahrhaftig nervös." ' Ein Herr, der eben langsam vorgeganzen war. stand in diesem Augenblicke hinter dem jungen Manne, und sah überrascht auf, denn es hatte ganz den Anschein, als ob diese Worte zu ihm gesprochen worden wären. Auch der Sprecher war etwas verblüfft, als er plötzlich Uug' in Aug' einem Fremden gegenüberstand. In der Verlegenheit griffen unwillkürlich Beide . na:q den Hüten, um sie ein wenig zu lüften. Ah, wenn ich nicht irre, Mr. Evans!" sagte jetzt der Herr und streckte dem jungen Manne die Hand hin. Welch' ein Zufall!" O. in der That. Sie auch hier. Herr Baron!" Die beiden Herren schüttelten sich die Hände. Noch immer auf der Wanderschaft?" Aawohl. ich bin noch immer der ruhelose 2 ltbummler. Wollen wir uns nicht ein Plätzchen zum Plaudern suchen? Sie haben gewtß viel zu erzählen von Erfolgen und Abenteuern." Der Baron hatte Umschau gehalten und ein kleines Tischchen entdeckt, wel-
cheö noch unbesetzt war. Kommen Sie. dort ist Platz für uns; .auch nicht zu nahe dem Wasser, also ohne Gefahr für Ihre Nerven." junge Mann furchte zwar ein wenig die Stirne, und es schien, als 'ob sie sich röthe, er lächelte aber doch, als er antwortete: Ich habe mit einigem Grunde eine Antipathie , gegen Wasser." Sie schwören also zum' Weine?" scherzte der Baron. Eigentlich wundert mich dies. Als ich Sie in Norwegen kennen lernte, waren sie so vertraut mit dem feuchten Elemente wie ein Amphibium." Das war damals. Inzwischen ist mir das Wasser verleidet worden. Es hat von jeher eine starke Anziehungskraft auf mich ausgeübt, bis es soweit kam, daß mich davor schaudert. Wohin reisen Sie, Herr Baron?" Zunächst nach Mainz, wohin ich mir Briefe bestellt habe, dann eben weiter, in's Ungewisse. Ich lasse den Augenblick entscheiden, oder wenn Sie wollen, die Laune, den Zufall. Nur keine Pläne schmieden, sich an ein Programm binden, das hasse ich." Der Baron sprach immer hastig; ctwas Ruheloses und'Unstätes lag in seinem ganzen Wesen. Dabei gab sich aber doch wieder eine gewisse Müdigkeit und Abspannung kund; das bartlose Antlitz hatte einen krankhaften Ausdruck; die scharf hervortretenden Linien desselben ließen ihn älter erscheinen. obwohl er in der That nur wenig über dreißig Jahre alt war. Mr. Evans sah dagegen jugendlich aus; ruhig und gemessen in seinen Vewegungen, machte er den Eindruck eines Phlegmatikers, nur in gewissen Augenblicken zeigte sich auch bei ihm eine nervöse Lebhaftigkeit und dann wich auch der schwermüthige Zug aus seinem Gesichte. Die beiden Männer hatten sich vor drei Jchrcn in Norwegen kennen gelernt und miteinander befreundet. Beide reisten allein, nicht, wie es meist üblich ist, mit einer Reisegesellschaft; zufällig waren sie etwa zwei Wochen lang fast täglich zusammengetroffen, und da Jeder sichtlich seine Vorliebe für Einsamkeit zur Schau trug, jeden Verkehr mit anderen Reisenden mied und geflissentlich von den großen Heerstraßen abwich, um stille Gegenden aufzusuchen, so hatte sich Jeder über das stete Begegnen geärgert. Sie wollten einander aus dem Wege gehen, und ein tückisches Geschick führte sie immer wieder zusammen. Eines Tages saß Baron Prettau vor einem Wasserfalle in einer malerischen Schlucht es war einer der weniger berühmten, den die Touristen nicht aufzusuchen pflegten und betrachtete träumerisch das Herabstauben des Wassers über die glatten -Felsen, als auch Mr. Evans in ddr Schlucht erschien und sein Skizzenbuch hervorzog, um die Szenerie aufzunehmen. Als der Baron ihn bemerkte, erhob er .sich von dem Felsblocke, auf dem er, saß. um sich zu entfernen, da rief ihm Mr. Evans in etwas fremdartig klingendem Deutsch zu: Bleiben Sie doch ein wenig, Sie bilden eine gute Staffage." Der Baron hatte sich hierauf wieder ruhig niedergesetzt und geduldig gewartet, bis Mr. Evans seine Skizze vollendet hatte. Hierauf war es nun doch unvermeidlich geworden, sich einander vorzustellen, man machte 'den Rückweg gemeinsam, und damit war die Bekanntschaft eingeleitet. Beide gestanden ihren anfänglichen Aerger über das stete Zusammentreffen, aber auch, daß schließlich ein gewisses Interesse erwacht sei, und da nun einmal das Schicksal es so zu wollen schien, so beschloß man, beieinander zu bleiben und die Tour gemeinsam fortzusetzen. Dieser Entschluß wurde von keiner Seite bereut, man fand eine gewisse Uebereinstimmung in den Neigungen und Ansichten, Baron Prettau interessirte sich für die künstlerischen Studien Mr. Evans' und dieser wieder höYe mit Vergnügen den Erzählungen des Barons zu, der viel von der Welt gesehen hatte. So hatte man noch einige Wochen angenehm verbracht, und die Beiden schieden schließlich als gute Freunde.
Baron Preitau hatte versprochen, den Künstler einmal zu besuchen, und dieser wollte ab und zu Nachricht geben. Dazu war es aber nicht gekommen, wohl hatte der Baron einmal geschrieben, aber Mr. Evans hatte eine unüberwindliche Abneigung gegen das Briefschreiben und schob die Antwort immer wieder hinaus, bis er es ganz vergessen hatte; dem Baron aber war auch nicht die Laune gekommen, einmal über den Kanal zu fahren. Nun hatte man sich hier wieder unerwartet gefunden, und Beide freuten sich aufrichtig über diesen Zufall. Mr. Evans berichtete, daß es ihm gelungen sei, sich einen Namen zu machen, daß er fleißig" arbeite, aber auch Anerkennung und Lohn finde, und nicht mehr gezwungen sei, wie damals vor drei Jabren. Schulden zu machen, um eine Studienreise unternehmen zu können. Im Auftrage eines Kunstfreundes, der sein Talent schätze, reise er jetzt nach Deutschland, um einige Landschaften aufzunehmen. Er wolle bis zum Hcrbste hier verweilen, und wenn es dem Baron angenehm sei, könnten sie wieder gemeinsam einige Touren unternehmen. ",jt "; (Fortsetzung folgt) Wir schätzen nur dm Besitz, den wir gefährdet sehen.
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Diener: MeinBaron ist 'n gewichster ... 's Cigarrenkistel stellt er im Rauchzimmer allweil, unter fein Porträt, wo er so sprechend ähnlich getroffen ist."
Das kleinere Uebel. ' Himmel, Himmel, hört das Geschrei denn noch nicht bald auf!" Ach, weißt Du was, Männchen, ich werde Baby einfach in den Schlaf singen." Nein, nur das nicht! Dann ist's schon besser, Baby schreit, als Du." m m Ein Ehrenmann. Wovon lebt der Mann eigentlich?" O, der lebt sehr schön von seinem Ehrenwort!" Abgewinkt. A L.M'fi S'. tl VWÜf Servus, meine Gnädige! Vor so diel Schönheit nehme ich den Hut ab! Ich glaube wohl, Ihrer Zustimmung sicher zu fein, wenn ich mir die Freiheit nehme, solche Schönheit auf meine Platte zu bannen!" Setzen Sie nur ruhig' ihren Hut wieder auf; meinetwegen brauchen Sie Ihre Platte nicht zu belichten!" Am S a mst ag. Kellner: Auch gibt es noch ausgezeichneten Hackbraten!" Stammgast: Nein! Ich danke für diese gedrängte WochenÜbersicht!" ' mm m Im AtclierhauS. Mäcen (zum Hausmeister): Können Sie mir vielleicht sagen, ob einer der Herren Maler ein Bild zu verkaufen hat?" ChoruS der Maler: .Bitte, treten Si; näher."
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DasNothigsie. (Scene aus der Sommerfrische.) Mann: Also, Du hast vom Fenster aus beobachtet, wie ich und der fremde Herr von dem wildgewordenen Ochfen verfolgt wurden? Frau: Ach ja, und eine Todesangst dabei ausgestanden, besonders einmal, als Ihr beide einen Moment stehen bliebt, da habt Ihr wohl verschnaufen müssen? Mann: Ach nein, da haben wir uns nur einander. . . vorgestellt! Tie Bedauernswcrthe. rr Wieder ein neues Mädchen, meine Frau braucht sechs bis acht alle Jahre!" Ja. sie ist zu bedauern, die Mädchen kann sie zwar wechseln, aber den Mann nicht!" D urch die Blume. Soldat: Herr Feldwebel, ich möchte auf drei Tage nach Hause reisen bei meinen Eltern wird geschlachtet. Feldwebel: Ich werde ja sehen, wenn Du wiederkommst ob's wahr gewesen ist. Eigene Musik. Sie: Wie willst Du nun Deine neue Oper betiteln?" E,r: Ja, siehst Du, der verdammte Titel! Das andere hätte ich nun alles glücklich zusammen, aber beim Titel werde ich wohl doch etwas Eigenes geben müssen." Jnstruktionsstunde. Unterofsizier: Kann mir einer sagen, was a Patron is? Rekrut: Der heilige Augustin! Unterossizier: Esel, ich mein' ja a Feuerpatron. Rekrut: Ja so, der heilige Florian! ' Hübsch gesagt. Wollen Sie mir den Bart brennen, aber bitte das Gesicht dabei nicht verletzen." Seien Sie unbesorgt; es soll Jhnen kein Härchen gekrümt werden." m- S Die konsequente Zeugin. Wie .alt sind Sie?" Jahre, Herr Präsident!" 29 gaben Sie auch vor 2 Jahren an!" Ge wiß. Ich bin keine solche, die heute so Irnid morgen so sagt!
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