Indiana Tribüne, Volume 29, Number 46, Indianapolis, Marion County, 17 October 1905 — Page 6
I I et 1 ly B y k v3U 1 Jäköi)S I C lV 1 Ocl . i I VSJ hat seit vielen, vielen ZaHre w3 furirt und fährt fort zu kuriren i,? Rheumatismus, Zß s Neuralgie Js yj Hüftenschmerzen, sfj La Verrenkungen, Quetschungen, ciP Steifheit, Frost-Beulen. n Preis 25c und 50c. jj V " " cB K
' Warum nicht Ihr Heim anziehend machen, durch d.'N . Gebrauch eines : : : : Garland Ostn ...und Range... Dieselben übertreffen alle andern in Schönheit, Dauerhaftigkeit, Heizkraft und Sparsamkeit im Kohlenverbrauche. Sie werden mit Vergnügen gezeigt WILtlG'S ...Möbel-Handlung... Ml West Washington Straße. m Deutsche Wirthschaft ...ton ... Gus. Amann, (Nachfolger von Con. Heeß.) 852 Massachusetts Avenue. DaS berühmte Home Brno" stets an Zapf. Die besten Weine, Liquöre und Cigarren. Jeden v.gg extra feinen warmen Lunch Morgens und AbendS. Zu einem Besuch ladet freundlichst ein. U8. Amann. 852 Maff. Ave Ifr. ,J. A. Sutciiffe, Wund-Arzt, Akschlkchts., Urin. nnRecwm Krankheiten. ORtt : M OS Market Stt. Tel. m CTflt6twrtt : 1 eil 10 Clr .: bt4Utzi. Dr. Carl Q. Winter Deutscher Arzt. veddlt alle afuie und chronische ran?, tzeit. SedurtöhMfe Spezialität. - Osstep: 14 West Ohio St,. rxefcn t Zoyuung: l50 VadN 1 ll V,r. vid Kunden t 7 lta , atta. snntaz : 6 ach. Gia? : rJohuuuzTklevho? : Vtoixn . xiu iou ! zu tlrlr II r 13.
? -- V4 l'Xrr.'t.n Z JfeK .'?,'''" - Ä???? BMM Ofcyy- " ;V vsr-,T,-H'-2) MW KMM rifcs&Mc MMMLM' VJ -33 sr-feÄ3 fVMlM ZVLÄW & Vrarf 7HUW SfLv WMM M
IAKE ERIE & WESTERN R. R. ....Fahrzeit der Züge..'.. dkahrtnkuv ? .Ubo,ts$kat und Vlichigan i??ftt 7.1t 10.S1 JCoUbo. S)ctTtt nd hirago Lim 1X.S0 f tM l?t&taai kity, Stanrit n.Lasayetttpls 7O0 flO.M Üblich Coinita&l. . f kgenomme
Vom Danoitkn zum ZZahnbuer.
S.le Joungsrs rsmnntische Geschichte und sein dankbarer tZönner. Daß ein - ehemaliger berüchtigter Bandit noch ein nützliches Mitglied der menschlichen Gesellschaft werden kann, erhellt aus der Geschichte Thomas Coleman oungers, der gegenwärtig eine elektrische Bahn von Kansas City nach Lone Jack. Mo., baut. Aonger, als Bandit seiner Zeit unter dem Namen Cole Founger bekannt, wurde 'im Jahre 1876 mit zweien seiner Brüder in Minnesota zu lebenslänglichem Zuchthaus vcrurtheilt, 1S01 jedoch begnadigt. Für seine Vegnadigung hatte insonderheit der Bundessenator Elkins von West-Virginien gewirkt. Auch hat dieser, im Vereine mit etlichen anderen östlichen Kapitalisten, oas Geld für den erwähnten Bahnbau Hergegeden. Dieses Vorgehen Elkins' hat eine romantische Vorgeschichte. Es war während des Bürgerkrieges, als eine Bande Jayhawkers (ein in jenem Kriege aufgekommener Name für Freibeuter und Guerillakrieger) von Kansas in Missouri einbrach und viel Eigenthum zerstörte. Erbittert hierüber, schloß sich Thomas Eolcman Aounger. der damals 17 Jahre zählte und Sohn eines Missourier Richters war, mit zweien seiner Brüder einer Themas olcman Pounger. Schaar konföderirter Guerillakrieger an. Ter Abtheilung gelang es an einem Tage, den jetzigen Senator Elkins gefangen zu nehmen. Cole emPfing den Auftrag. Elkins hinter das Lager zu führen und dorten zu erfchießen' er ließ den Gefangenen jedoch entschlüpfen. Viele der jüngeren Leute der Freischaar, darunter auch Cole und seine beiden Brüder, hatten während des Krieges an dem Plündern und regellosen Leben einen so großen Gefallen gefunden, daß sie sich nach dem Kriege zu einer Banditenbande vereinigten und den Diebstahl zu ihrem Gewerbe machten. Bei einem Bankraube in Northfield, Kas., hob Cole seinen von Verfolgern verwundeten Bruder Jim auf's Pferd und sprengte davon. Die drei Brüder wurden nichtsdestoweniger angefangen und verurteilt. Seit seiner Begnadigung hat stch Founaer als ein durchaus guter Bürger erwiesen. Ein Hagcldoktor. Eigenthümlicher Brauch unter den Koffern bei einem Kewitter. Unter den Kaffern Südafrikas spielen die Himmelshirten," oder häufiger .Hageldoktoren" genannt, eine hervorragende Rolle. Ihre Arbeit besteht darin, auf die Wolken gut acht zu geben und diese so geschickt umherzutreiben, wie der kleine Viehbube es mit den Ochsen des Kraals macht. Sobald man den Gewittersturm nur aus der Ferne heranbraufen sieht, beginnt der Hageldoktor seine Operativnen. Er rennt alsdann in seine Hütte, ergreist seinen Hagelschild und eilt damit in's' Freie. Rasch zündet er sodann rings herum Feuer an und wirft langsam verrauchende Medizinen hinein. Nach diesen Präliminarien geht der Doktor zur Offensive .gezen den Sturm über, indem er laut dagegen Gin Hageldoktor. schreit; er befiehlt dem Sturm,' sich wegzuscheren und die Saat nicht zu be schädigen. Hierauf nimmt er seinen Bogen zur Hand und schwirrt Pfeile gegen den dunklen Himmel ab; dann sendet er einige junge Männer hinaus auf die Spitzen der Hügel, um dort in Hörner zu blasen und den Sturm wegzuschrecken. Bald erklingen gleich den Posaunen des Weltgerichts die unheimlich hohlen Töne der Kuhhörner so laut wie nur die kräftige Lunge
- &&-xfit$tt&v-ij. frsjfcw'fs MWhMM -t MM' 4? p ff. Wk MMMMS ÄMBMWR MHMMMÄ'iz MMKwMöÄS -v -- - -if v .y - jfif. j
vsix MMMWM lurH wjK? r rwV'. J t ,71 IVVva -T XKv;yty övJ Trp'li y "y j4fv jIXV( ifff WU .p Vr J-li; I isiL4TI 1 1". s-
eines Kaffers sie ausstoßen kann. Aber der Donner kracht lauter und lauter und übertönt den Schall der Hörner. Da ertönt ein furchtbarer Krach über den Hütten des Kraals, der Regen stürzt in Güssen herab, die Kinder brechen in Angstrufe aus. dieweil der Doktor in greller LiÄtsäule wettert, fuchtelt und kreischt und sein Hagelschild voll Wujh gegen den Sturm schwingt. Hagel beginnt auf den Boden zu knallen, und Blitz auf Blitz spottet des Rasenden Zauberkraft. Die Hornbläser sind, in die Flucht geschlagen. in ihre Hütten geflüchtet.. Der Doktor allein hält, noch stand im wüthenden Wetter. Aber die Kraft seiner Nerven erlahmt; triefend und beschämt über seine Niederlage zieht er sich in seine Hütte zurück.
Zum Brcgoncr mdschwindcl. Der Antheil deö srüheren tteneral-Landkom-miflärS Binger Hermann. Der Kongreß-Repräsentant Binger Hermann, der von Vielen als der böse Geist in den Oregoner Landschwindeleien angesehen wird, war von 1897 bis 1903 Kommissär' der General-Land-Office. Er wurde !843 in Allegany County. Md., geboren und kam in jugendlichem Alter nach Oregon. wo er die fechte studirte und zur Barre zugelassen wurde. Hermann gehörte der Legislatur von Oregon an; er wurde als Repräsentant für den 49. Kongreß erwählt und für alle folgenden Kongresse, mit Ausnahme des 55., 56. und 57.. wiedererwählt. Ter Antheil Hermanns an dem Landschwindel weist außerordentliche Phasen auf. Mehr als ein Jahr, ehe seine Entlassung aus seinem Amte als General-Landkommissär erfolgte, hatte er in Verdacht gestanden, mit Landschwindlern unter einer Decke zu stecken. Der Sekretär des Inneren. Hitchcock. wollte jedoch seiner Sache sicher sein, ehe er entscheidende Schritte that. Ge-heimdienst-Agenten wurden mit der Aufgabe betraut, Hermann zu überwachen und seinen amtlichen Handlungen nachzuspüren. Sie brachten Thatsachen an's Licht, welche den. Sekretär in 'das höchste . Erstaunen versetzten. Hitchcock - ließ den Gcneral-Landkom-Binger Hermann. missär unverzüglich zu sich bescheiden, hielt ihm die von den Detektivs gesammelten Beweise vor und forderte seine 'sofortige Äesignation. Aber Binger Hermann erwiderte ganz unverfroren: Herr Sekretär, ich hoffe. Sie werden nicht auf meiner sofortigen Resignation bestehen. Die Legislatur von Oregcn ist in Sitzung, und ich bin. ein Kandidat für den Bundessenat. Wenn ich aus meinem Amt entfernt werde, so könnte das meine Aussichten auf Erwählung in den Bundessenat zunichte machen." Der Sekretär war einfach sprachlos ob dieser Antwort. Er ließ Hermann abtreten und legte die Sache dem Präsidenten vor. Hermann blieb nicht unthätig und führte seinen politischen Einfluß in's Feld, was seine Entlassung hinzögerte. Der- Bundessenator Mitchell war einer derjenigen, welche am nachdrücklichsten für Hermann im Weißen Hause eintraten; sein Prozeß hat gezeigt, weshalb er den Land-Kom-missär damals so warm vertheidigte; sein eignes Schicksal war eng mit demjenigen Hermanns verknüpft. Nachdem die Detektivs die Verbindung Hermanns mit den Landschwindeleien bloßgelegt hatten, entdeckten sie. daß derselbe sein vorläufiges Verbleiben im General-Landamt dazu benutzte, um die Spuren seines Amtsmißbrauchs zu verwischen. Dreißig Kopirbücher. welche dokumentarische Beweise enthielten, amtliche Anordnungen. welche Hermann erlassen hatte, um sich und seine Helfershelfer zu bereichern, verschwanden aus den Archiven und wurden nicht wieder aufgefunden. Wegen der letzteren Handlung wurde Anklage gegen Hermann in Washington, D. C.. erhoben. Jubil.'aum eines Schweinehirten. Der Schweinehirt Dragendorf in Jsenbüttel, Hannover, feierte jüngsthin zugleich mit seinem 90. Geburtstag sein 50jährigey Jubiläum als treuer Hüter der Schweine seines OrteK. Der rüstige Alte denkt auch jetzt noch nicht daran, seine grunzenden ?3flegebefohlenen einem jüngeren Nach olger zu übergeben.
S Ifel VÄ mt' $ tfi- 0 c? .XJiAaiaiW 4 ':TV:-- Lp 'tfßiä' 'f'i'tt?&T F v'ff i ' wMwWmk Y''lr
Zchcriss Zlancy.
Von Max Pollaczek. So wahr ich bei Gettysburg gefochten habe, Gentlemen, und der tapferste Colonel dieses glorreichen Landes bin, was Sie da eben geschwatzt haben, ist ein mächtiger Unsinn, was schon daraus hervorgeht, daß ich anderer Ansicht bin. Ich calkulire, daß wir Westerner klüger sind, als alle anderen Mitbürger unserer Republik, den Präsidenten mit eingeschlössen, und doch sind wir einmal, ein ganzer Camp voll Digger, von einem Weibe genarrt worden, als wären wir Kinder in der Sonntagsschule gewesen und- nicht die größten Spitzbuben und Gauner jenseits des Sacramcnto. Well, ich werde euch die Geschichte erzählen und ich schätze, ihr werdet zu der Einsicht kommen, daß ein Weib klüger ist als zehn Männer. Wenn nicht, dann ist euren gesegneten Köpfen nicht zu helfen. Ja. ich nehme noch einen Schluck. Also, es ging uns sehr gut. die Claims waren ergiebig, der Whiskey war billig und wir hatten vier Saloons im Lager. Chinesen waren bei uns nicht zu finden, nachdem wir zwei.getheert und einen in's Wasser geworfen hatten wir nannten es seitdem China Creek , und nur eines machte uns zu schaffen, es waren verteufelt durchtriebene Gauner und Pferdediebe unter uns, die den eigenen Camp nicht schonten. Das ging so nicht weiter, und so berief ich eines Tages ein Meeting und hielt die feinste Rede, die die Burschen je in ihrem Leben gehört hatten. Ich will euch nicht lange aufhalten, Gentlemen, kurz, wir kamen überein, einen Sheriff zu wählen, der in Uncle Sams Namen mit den outlaws ein ernstes Wort reden sollte. Aber nun gab es eine Schwierigkeit, keiner der Boys wollte das Amt übernehmen. WI17? Der wollte seinen Claim nicht verlassen. der andere legte keinen Werth darauf, einmal ein Loth Blei in den Leib zu bekommen und der Dritte hatte eine Abneigung von früher her gegen das Amt. Wie wir also darüber debattirten und der und jener nach seinem Colt griff, kam plötzlich Nancy dazu. Sie hieß' eigentlich Anna und war im größten Saloon als, so eine Art Varmaid thätig, aber wir nannten sie alle Nan oder Nancy." Und wäret alle in sie verliebt, Colonel." 05 courso. Fremder, darauf könnt ihr euer süßes Leben wetten. Sie schlug Bill Pigmy, der eben auf Bob Dicer schoß, den Revolver in oie Höhe, so d.'.ß die Kugel in die Luft ging und schrie: Look allere. Boys, wenn Ihr einen Sheriff braucht, so nehmt mich. Ich habe die Geschichte, hinter der Bar und beim Poker zu sitzen, satt. Ich will verdammt sein, wenn ich die Sache nicht ebensogut mache, wie'jeder von Euch, denn Ihr seid zwar brave Burschen, aber auch mächtige Dummköpfe und Säufer." By Jove, darin hatte sie recht, das sahen wir ein, und es dauerte kaum soviel Zeit, als man braucht, um zwei Glas zu trinken, da war sie gewählt. Gentlemen, ich habe schon manchen Sheriff wählen und später wieder begraben helfen, aber so wahr ich über einen Zoll hoch bin, so einen tüchtigen, wie Sheriff Nancy, hat noch kein County gehabt. In den ersten sechs Wochen gab sie drei Männern einen Pony zwischen die Beine, einen Strick um den Hals, befestigte den Strick an einem Ast und hieb dem Gaul eins über, und .so kam bald Ordnung in's Lager, daß man glauben konnte, wir lebten in Boston. Der Mail Rider konnte soviel Geld bei sich tragen, wie er wollte, er wurde nicht angegriffen, die Bank wollte eine Filiale bei uns einrichten, und wenn plötzlich ein heulender Swell unter uns erschienen wäre, mit Handschuhen und einem Taschentuch. ich glaube, wir hätten ihn in Frieden ziehen lassen. Da gerieth eines Morgens das ganze Lager in Aufregung; über Nacht hatte ein blutiger Räuber und Pferdedieb die zwei besten Pferde losgekoppelt und gestohlen. Wir waren keinen Augenblick im Zweifel, wer den Streich ausgeführt hatte so frech war nur Jimmy, der beste Reiter, Schütze und Polerspieler im gesegneten 5Jesten. Er stand sechs Fuß hoch in seiNen Schuhen, war überhaupt ein ganz verteufelter Bursch und hatte nur den einzigen Fehler, daß er stahl wie ein altes Niggerweib. Sheriff Nancy war bald hinter ihm her, und wir wetteten, ob sie ihn kriegen würde oder nicht. Zwei Tage dergingen, drei, und man sah. und hörte nichts von ihr.' Da, am vierten Mittags, ich saß gerade vor meinem Zelt und aß Schweinefleisch und Bohnen, wie alle Tage, da kam sie an und wir machten Augen, wie der erste beste New Yorker Dude nicht allein. Vor ihr ritt auf einem der gestohlenen Pferde aber ohne Waffen, Jimmy. Sie hatte seinen Colt umgeschnallt und trug sein Bowiemesser im Gürtel. , Die Jungens ließen Hacke und Sieb im Stich und liefen zusammen. Nachdem wir uns von der ersten Ueberraschung erholt hatten, brachten wir drei Chcers für Nancy aus und machten uns daran, Jim in aller Eile auf zuknüpfen. Aber by jingo, damit kamen wir bei Sheriff Nancv den
Unrechten. Sie erklärte, sie würde dem ersten, der Hand an ihren Arrestanten legen würde, eine Kugel durch sein bischen Gehirn blasen und wir waren ganz sicher, daß sie Wort gehalten hätte. Nein, die Sache müßte ihre Art haben. Jim sollte vor eine Jury gestellt werden und dann könnten wir ihn an seinem Halse aufhängen, bis er todt, todt, todt wäre. A!orgen wäre ein Sonntag und wir könnten dann damit angenehm den Vormittag hinbringen. Sie setzte auch ihren Willen durch und so banden wir ihn, bis er hilflos war wie ein Sack, legten ihn in einen Schuppen neben ihrem Zelt und verlangten vor allem, daß sie uns erzähle, wie sie ihn erwischt hätte." Eine einfache Sache, Boys, ganz einfach. Ich holte ihn ein. machte ihm schöne Augen und innerhalb zehn Minuten war er in mich verliebt. Wenn ein Mann verliebt ist, ist er so dumm wie Teatotaler, und so schmeichelte ich ihm seine Waffen eine nach der andern ab. Als ich ihn so weit hatte, hob ich meinen Revolver in die Höhe und befahl ihm zu wenden. Es blieb ihm nichts übrig, als zu folgen. That's all." Well done, wir waren närrisch bor Freude, und als Bill den Vorschlag machte. Nancy eine Ehrengabe zu stiften, waren wir alle dabei, Gentlemen." Und das ist die ganze Schlauheit gewesen. Colonel, wenn es weiter nichts ist. Da hättet Ihr Euren gesegneten Mund nicht strapazircn brauchen." "It's quite sure. Fremder, Jbr seid ein höllisch feiner opf und hört die Moskitos niesen, aber laßt mich vorerst ausreden. Die Ehrenzae wurde bewilligt, jeder gab sein Theil, und nach einer halben Stunde überreichten wir ihr einen Lederbeutel, der straff mit Goldstaub gefüllt war. Sie nahm ihn. hielt einen kleinen Speech und ging dann, um sich nach ihrem. Gefangenen umzusehen. Wir aber kehrten nicht mehr zur Arbeit zurück, sondern machten Schicht. Es ging an diesem Nachmittage und Abend hoch her. es wurde flott getrun -ken. head and tail und Poker .gespielt, aber es gab keine Unannehmlichkeiten. .denn schließlich wollte jeder den Sonntag erleben. Gents, an die Ueberraschung an: andern Morgen werde ich denken, solange mein Knochengerüst zusammenhält. Wir waren wieder früh auf den Beinen und sammelten uns box Sheriff Nancy's Zelt. Sie war aber noch nicht zu sehen, und da wir eine Lady doch nicht stören konnten, so tranken wir mittlerweile eins und wählten eine Jury. Das dauerte eine Weile, und Nancy erschien immer noch nicht. Wir wußten nicht recht, was wir anfangen sollten, machten den Pony für Jim zurecht und knüpften die Schlinge in einen handfesten Strick. Sheriff Nancy mußte aber einen Schlaf haben, wie ein Murmelthier, sie rührte sich nicht. Da machte einer den Vorschlag, den Delinquenten zu holen. Gericht über ihn zu halten und Nancy zu rufen, wenn es so weit wäre. Wir waren einverstanden und schickten zwei ab, um Jim zu holen. Sie gingen, aber nach einer Minute kamen sie mit so einem Gesicht zurück und Augen wie die Theetassen und schrien uns zu, er sei nicht mehr da, er sei entwischt. Mitbürger, Ihr könnt mir glauben, daß Ihr in Frisko in einem Jahre nicht soviel fluchen hört, wie ich damals in einer Viertelstunde, und dabei war uns der ganze Zusammenhang noch nicht einmal klar. Aber wir kamen verteufelt schnell dahinter, als wir jetzt zu Sheriff Nancy hineinstürmten. Das Zelt war so leer, wie die Taschen eines Spielers, der acht Tage lang Pech gehabt hat, auch Nancy war auf und davon. Das Gold hatte sie mitgenommen und Jim auch. .Sie haben sich später geheirathet und Jimmy ist heute Senator. Freilich, wenn man so eine Frau hat . . . Ja, und was ich Euch noch empfehlen ' wollte, wenn Ihr einmal einen von den Burschen von damals trefft, so fragt ihn nichr nach Sheriff Nancy. denn da gebe ich für Euer kostbares Leben keine zwei Cent. Gtood bye, Gents."
Verfehltes Mittel. Vor etwa 30 Jahren amtirte ein Richter in Berlin, welcher namentlich durch sein Bestreben, in jedem Falle einen Vergleich zustande zu bringen, allgemein bekannt war. Zu seinen Ueberredungskünsten fügte er ein sinniges Manöver. Er ließ nämlich in seinem sehr knapp bemessenenBureau die hartn'äckigste Partei in nächster Nähe der Heizvorrichtung Platz nehmen. Länger als eine Viertelstunde hielt dort Niemand Stand, und der Betroffene beeilte sich, durch Ergreifen der Versöhnungshand aus der heißen Lage zu ! kommen. Einst war wieder ein Rechtender auf den verhängnißvollea Stuhl gewiesen. Aber Minute aus Minute verging, ohne daß der Mann auch nur die geringste Nachgiebigkeit zeigte. Er schien sich vielmehr sehr wohl zu befinden, beantwortete die Fragen des erstaunt dareinschauenden RichterS mit behaglichem Lächeln und fagle schließlich: Herr Rath, mit mir jeht dat nu nich. ick bin nämlich Heizer bei Borsig."
Eine Stunde unterhalb Brixen am Eisak steht bisbr völlig unbeachtet ein ungewöhnlich großer Weidenbaum. Der Umfang dieser Elephanten - Weide mißt 22 Fuß und ihre Mammuth-Rinde erinnert an die Haut der berühmten Riesenbäume in Californien. Wie es scheint, blickt der Baum aufJahrhunderte hernieder und möglicherweise hat der berühmte Minnesänger Walter von der Vogelweide aus dem nahen Lajen unter denZweigen dieses Baumes seine Meisterweiscn ertönen lassen. Das Laboratorium für Tropenkrankheiten in Liverpool erläßt eine Anzeige, daß es fünfhundert unbeschädigte Exemplare des Climez Lectularius" sucht und einen halbenPenny für das Stück zahlen will. Die Thierchen sind für bakteriologische Zwecke bestimmt. Gewöhnlich ist jede Hausfrau froh, wenn sie diese angenehmen Thierchen auf gut Deutsch die Wanze aus den Betten und der Wohnung vertrieben hat, und sie würde recht gern zuzahlen, um dieses Ziel zu erreichen. Da sie aber gar Geld für das Ungeziefer erhalten würde, ist wohl noch nicht dagewesen. Indem nächsten d ä n ischen Staatshaushalt wird sich ein Posien von 100,000 Kronen befinden, den der Verkehrsminister Högsbro seinem Amtsgenossen von der Finanz abgerungen hat. Für diese Summe sollen künftig sämmtlicheVeamte der Staatsbahnen jährlich eine acht Tage Ferien haben, ohne dabei eine Einbuße an ihrem Gehalt zu erfahren. Auch die nur im Tag- oder Stundenlohn stehenden Arbeiter sollen dieser Vcrgünstiqung theilhaftig werden. Voraussichtlich wird der dänische Reichstag die Summe ohne weiteres und gern genehmigen. Der G e d a n k 'e, einen Dampfwagen für den Verkehr, über Sandstrecken zu, verwenden, den Leutnant Trost in Deutsch - Südwestafrika wiederholt, aber erfolglos zu verwirklichen gesucht hat, ist neuerdings von englischer Seite aufgenommen worden. Sir Francis Wingate, der Vertreter Englands in Aegypten, hat ein Automobil bestellt, das im Stande sein soll, durch die Wüsten des Sultans Lastwigen zu ziehen. Kürzlich haben in Dunbar Proben mit dem Wagen auf einem Sandfeld stattgefunden. Die Maschine war dabei im Stande, den Lastwagen mit einer Geschwindigkeit von sieben Meilen die Stunde auf hartem. von drei Meilen auf weichem Sande zu ziehen. Die Eingeborenen Südwestafrikas haben seinerzeit den Trost'schen Wagen den Dampfochsen" genannt; der Wingate'sche dürfte, da im Sudan der Ochse nicht als Zugthie? verwendet wird, wohl Dampfkamel" getauft werden. Auf ganz eigenartige Weise haben sich ein Berliner v' ein Spandauer die englische Flotte angesehen. Die beiden Herren badeten in Ahlbeck, etwa 6000 Meter von der Badeanstalt entfernt lag die englische Flotte. Die beiden Herren sind weitbekannte Schwimmer, die ganz großartige Leistungen auszuweisen haben Die Herren glaubten daher, daß es ihnen möglich wäre, schwimmend die englische Flotte zu erreichen. Die Gefahr des Ertrinkens war insofern nicht so groß, als zahlreiche Dampfbarkassen und Boote die See durchquerten und auf Rufe sofort Hilfe gebracht werden konnte. An Bord des Flaggssfes der deutschen Marine Kaiser WilHelm" stärkten sich die Schwimmer und kehrten darauf wieder auf demselben Wege, auf welchem sie gekommen waren,' nach Ahlbeck zurück. Zu dieser eigenartigen Tour gebrauchten die Herren nahezu 6 Stunden. 2 Stunden hin. 2 Stunden zurück. Etwa j Stunde brachten sie auf dem Flaggschiff zu. Die durchgeschwommene Strecke war über 12.000 Meter roß. Der Berliner Schwimmer Herr Türk soll schon' ähnliche Dauerleistungen vollbracht haben. Ein Juwelendie'b bei einem spanischen Attachö in Paris beschäftigt augenblicklich die Pariser Polizei, ohne daß es ihr bisher . trotz angestrengtester Recherchen nach allen Seiten hin gelungen wäre. Licht in die Affäre zu.bringen. Im Hotel Continental bewohnt seit einiger Zeit ein spanischer Grande, der Marquis Casa Mendaro. Attache der spanischen Botschaft in Paris, eine Flucht von Zimmern. Mit ihm ist seine Mutter, die Marquise de Augulo. von Madrid nach der französischen Hauptstadt gekommen und hat ebenfalls im Hotel Continental Wohnung genommen. In Begleitung der beiden befinden sich drei alte und erprobte Diener des Hauses, und von Hotelbediensteten hat noch keiner die Zimmer des Marquis und seiner Mutter betreten. Als der Marquis nun dieser Tage von einem Spaziergange nach Hause zurückkehrte, theilte ihm seine Mutter mit allen Zeichen der Bestürzung mit. daß ihre Juwelen gestohlen worden seien. Der Schrank, in dem sich die Kostbarkeiten im Werthe von 200.000 Frank, sowie 15,000 Frank baares Geld befanden, stand halb offen, wies aber sonst am Schloß keine Zeichen gewaltsamer Beschädigung auf. Ter Diebstahl kann nürvon einer Person ausgeführt worden sein, die um den Versteck du Juwelen genau wußte. Da auch die Befiohlenen keinerlei Verdacht ausspre, chen konnten, steht die Polizei vor e Räthsel.
