Indiana Tribüne, Volume 29, Number 46, Indianapolis, Marion County, 17 October 1905 — Page 5

Jndiana Tribune, R7. Oktober 1905

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44 44 Die der pur 44 puren 44 44 44 04 04 44 44 44-44 44 44 44 44 tzlor längeren Jahren lebte in v Wien ein älterer ßerr. Namens Ferdinand Ritter v Wartesheim. Er " war tat serlicher Beamter, bezog ew ansetznliches Gehalt, führte aber trotzdem ein sehr bescheidenes, eingezogenes Dasein. Es hieß, er sei ein Weiberfeind, sonst aber hatte man gar nicyts an ihm auszusetzen. Er galt weder für menschenscheu, noch für geizig. Kein Bettler ging unbefchenkt von seiner. Thüre. Er half auch sonst, wo er konnte, und war daher beliebt bei Jung und Alt. . Da verbreitete sich am Morgen des Pfingstmontags 18.. in der Stadt das Gerücht, der Herr v.' Wartesheim sei in der vergangenen Nacht ermordet worden, und nicht wenige Menschen eilten in's sogenannte Elend." einen der ältesten Stadttheile, der seither im Salzgries" aufging, wo Wartesheim in einem himmelhohen weitläufigen Gebäude seine Wohnung hatte. Bald erschien auch die Kommission des Kriminalgerichtes und konstatirte thatsächlich einen Mord. Wartesheim war augenscheinlich, eben als er im Veariffe stand, sich in die Kirche m be geben, durch einen mit großer Kraft , geführten Messerstich getodtet worden. Warum? Darüber brachte der Lokalaugenschein keine Aufklärung. Freilich konnte bei dem Umstände, daß von den werthvollen Habseligkeiten Wartesheims gar nichts zu fehlen schien, ja sogar ein größerer Baarbetrag in offener Lade aufgesunden wurde, auf einen Mord aus Rache geschlossen werden, allein dem stand die verbürgte Thatsache entgegen, daß der Ermordete überhaupt keinen Feind gehabt hatte. Die eingehendsten Erhebungen in dieser Richtung ergaben gar kein Nesultat. Es war überhaupt nicht der geringste Anhaltspunkt zur Erforschung des Thäters, also gar keine Spur vorhanden. Und doch mußte der Mord etwa um acht Uhr Morgens, also am hellen lichten Tage, in einem von vielen Menschen bewohnten Hause geschehen sein. Die Bewohner wurden vernommen, aber Keiner hatte auch nur das geringste auf die That Bezügliche wahrgenommen. Niemand äußerte auch nur den leisesten Verdacht betreffs des Thäters. Krim.nalrath Heider, der die Untersuchung führte, stand vor einem Räthsel. Noch nie war ihm ein Fall so dunkel erschienen, wie dieser. Wo sollte er den Mörder suchen? Unter den Bekannten und Hausgenossen Wartesheims? Es waren durchwegs achtbare Leute, von denen Keiner Grund und Eignung zu der grauenvollen That befaß. Gleichwohl aber war dieselbe augenscheinlich von Jemandem begangen wqrden, dem Wartesheim nicht im Entferntesten mißtraute, denn er hatte nicht die geringste Gegenwehr geleistet. Noch befand sich das Gebetbuch in seiner krampfhaft geschlossenen Linken, er war also, wohl während eiles Gespräches mit dem Mörder, Plötzlich angefallen und meuchlings getödtet worden. Wie schon erwähnt, hatte Heider persönlich gegen Niemand Verdacht, dessenungeachtet nahm er jedoch den Sohn der Pförtnersfrau, einen jungen Menschen Namens Grimaldi. in Verhaft, doch nur, weil der Bursche, der das Thor zu hüten hatte,, seinen Verbleib zu jener Zeit, innerhalb .welcher das Verbrechen begangen wurde, nicht in glaubwürdiger Weise darzuthun oder, um juristisch zu sprechen, sein Alibi nicht zu erweisen vermochte. Kaum war dem jungen Menschen dies klar geworden, als er an Heider ein höchst überraschendes Ansinnen stellte. Er begehre nämlich allen Ernstes, man möge den Kaiser von Oesterreich als Zeugen dafür vernehmen, daß er, Grimaldi, am Morgen des Pfingstmontags im Parke von Schönbrunn gewesen sei. Jch bin," sagte er, Seiner Majestät an einer einsamen Stelle des Parkes, in der Nähe des schönen Brunnens begegnet. Es war gerade acht Uhr Morgens. Ich stand dem Kaiser plötzlich allein gegenüber. Natürlich habe ich ehrfurchtsvoll gegrüßt, und Seine Majestät hat mich, das weiß ich genau, scharf in's Auge gefaßt, weil er einen Bittsteller in mir vermuthete. Nun weik jedermann, dafc der Kaiser Per sonen, denen er einmal begegnet ist. wieder erkennt. Ich hoffe also, daß er sich auch meiner erinnern und für meine Unschuld zeugen wird. Franz I., der gute -Kaiser Franz. wie das Volk ihn nannte, hatte schon wiederholt Proben seines außerordent lichen Physiognomiegedächtnisses abgelegt, so daß die Rede ging, er kenne jeden Wiener ebenso gut. als dieser ihn. Allein war es gestattet, öen anoesHerrn als Zeugen heranzuziehen? In den Annalen der Kriminaljustiz war solch' ein Fall nicht verzeichnet, und dem Kriminalgerichte blieb daher nichts Anderes übrig, als Grimaldis Begehren zur Kenntniß der vorgesetzten Be Horde zu bringen, damit diese das Wei tere, veranlasse.

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44 44 OP , Erzch'ung nach !)ats&ri;::t jj ! 1,3:1 , Aichard'March V :Ä 55 55 55 44 45 5 Indessen ruhte die Untersuchung natürlich nicht. ES wurden fortwährend Zeugrn, namentlich solche vernommen, welche Grimaldi kannten. Aber Niemand sagte ihm etwas Böses nach. Im Gegentheile, das Bestreben, ihn zu entlasten, trat klar zu Tage. Kriminalrath Heider mußte sich aber denn doch fragen, warum der 'junge Mann gerade am Pfingstmontage nichts wie sonst immer, auf seinem Posien am Thcre gewesen sei und zu so ungewöhnlicher stunde einen-Ausflug unternommen habe. ' Vielleicht, um den Mörder nicht sehen zu müssen, um nicht über die Personen Auskunft zu geben, die damals im Hause aus und ein gegangen waren? Das war eine offene Frage. Trotze dem aber blieb der Verdacht gegen Grimaldi ein vager, und von einer Spur des Thäters konnte noch immer nicht die Nede sein. Die Wiener von damals machten sich Über die Polizei lustig. Sie bekomme nie etwas heraus, erwische niemals den. den sie gerade brauche, sagte man un!' zählte die Verbrechen auf. deren Thäter unentdeckt geblieben waren. Heider ärgerte das. Begabt, ehrgeizig. strebsam, war er sich getreuer Pflichterfüllung bewußt und glaubte bei Erhebung des Thatbestandes keinen Umstand außer Acht gelassen zu haben, der geeignet gewesen wäre, auf die Spurdes Thaters zu leiten. Oder sollte er doch etwas übersehen haben? Nun, für unfehlbar hielt er stch nicht und faßte, von dem brennenden Verlangen rfüllt. der Gerechtiakeit zum Siege zu verhelfen, den Entschluß, di? Arbeit don vorne zu beginnen. Und so begab er stch denn eines Nachmittags wiederum auf den Schauplatz der That. Er hatte kernen Schreiber oder Diener bei sich, sondern betrat ganz allein die amtlich verschlosr. A.CM.r. or i MtM cw ? cii ycuxcuc u!ui;uuut ;uuiusycim. Hier war noch Alles so, wie es am Tage des Mordes gewesen. Nur das beklaaenswerthe Opfer fehlte. Es ruhte bereits seit acht Tagen draußen auf dem Währinger Friedhofe im kühlcn Schooße der Mutter Erde. Unter allgemeiner Theilnahme hatte man ihn bestattet. Verödet war das trauliche, aus zwei Stübchen bestehende Junggesellenheim. Tie Schwarzwälder Kuckucksuhr, die sonst von Stunde zu Stunde ihren fröhlichen Ruf ertönen ließ, stand still, und eine dicke Staubschicht lagerte auf den alterihümlichen Tiichen, Schränken und. Kommoden. Auch der große rothe Flecken mitten im Zimmer beaann bereits nachzudun kein. Es war das Blut Wartesheims, welches um Rache zum Himmel schrie. Heider hatte gehofft, in den Papieren Wartesheims auf ein Ereigniß, vielleicht ein Geheimniß zu stoßen, das ihm den Schlüssel zu der unseligen That geben und ihn auf die Spur des Mörders leiten könne. Allein vergebens. Harmlos, ohne die mindeste Spur der Romantik war WarteZheims Leben da hin geflossen. Er hatte, wirklich keinen Feind, das ging aus den Briefen hervor, die stch :n seinem Nachlasse san den. Und dieser Nachlaß war sehr bedeu tend. Ter Mörder hätte 'Tausende in Baarem erbeuten können, wenn es ihn: darum zu thun gewesen wäre. Auch Juwelen und lonstige Kleinodien waren da, und eine Münzensammlung reich an kostbaren Stücken. WarteZheimS Ruf als Numismatiker war weit verbreitet und wohl ver dient, wie die Sammlung zeigte. Sie war groß angelegt, und wie es schien, hatte sich ihr Besitzer noch kurz vor seinem Tode mit ihr beschäftigt. Meh rere Münzen und Medaillen waren auZ den Vitrinen- herausgenommen und lagen bunt durcheinander. Sollte die fcm Umstände irgend welche Bedeutung, vielleicht die beigelegt werden. daß es der Morder auf die Münzen ab gesehen habe? Nein, dann hätte er sie jedenfalls auch geraubt, dachte der Kriminalrath und seufzte. . Keine Spur, nicht die geringste 'Spur! Niederaeschlaacn begab er sich aus dem zweiten Zimmer, wo die Münzensammlung untergebracht war. wieder rn ienes. wo der Mord geschah Heller, goldener Sonnenschein des scheidenden Frühlingstages erfüllte den kleinen Raum. Noch einmal flogen Heiders Augen forschend durch denselden. Er wußte selbst nicht, was er suckite. Tie Eeaenstände. die sieb daselbst befanden, hatte er alle schon so genau betrachtet, daß er sie vielleicht besser kannte, als ihr einstiger Besitzer. Er sah absolut Nichts Neues.. , - Doch halt! Was -funkelte dort h der Fuge zwischen den beiden Dielenbrettern, die gegen die Thüre zu verliefen? Heider trat rasch herzu und hob das glänzende Ding sorgsam auf. Es war em klemer goldener Uhrschlussel von neuartiger Form. Und was ihn besonders merkwürdig machte, war der Umstand, daß er von der Uhr, zu der er aehorte. offenbar gewaltsam ge trennt worden war. Dies bewies das Endchen .schwarzer Schnur, das sich an

'm Schlüssel befand. Es hatte afcr seneRänder. Kriminalrath Heider stutzte. Wem hatte der Uhrschlüssel gchö 'artesheim oder dem Mörder? Letzterem ohne Zweifel, denn l artesheim hatte sich Uhr und,Schli' ;I vorgefunden. Heider , wußte d enau.und ebenso war ihm bekann

.aß der. Ermordete nur eine Tascher uhr besessen habe. Cr mich stch des Morders also ooc zu erwehren gesucht', haben und dabe hat er ihm, vielleicht schon un Fallen den Uhrschlüssel abaerissen! So dachtl Heider. und. sein Erstes war sich in Grimaldis Wohnung zu begeben. Dort verlangte er die Uhr des jungen Mannes'zu sehen. Aber der hatte gar nie eine Uhr sein eigen genannt und seine Mutter wußte nicht anzugeben, wem der Uhrschlüssel angehört haben könne. Dessenungeachtet dünkte derselbe Heider ein kostbarer Fund. Die Spur der Spuren vielleicht I dachte er und vertiefte sich. in Kombinat tionen ... So verqinaen einige Tage, da erhie!ten die Freunde und Bekannten Wartesheims ein Schreiben des Inhaltes, daß zu dessen Ehren am Abende des 7. Juni im ..Weißen Schwan" eine Todtenfeicr stattfinden werdeund der Unterzeichnete es war Heider, auch ein Bekannter Wartesheims bestimmt hoffe, dabei Jedermann erscheinen zu sehen, der dem Verblichenen im Leben nahegeitanden habe. ' Der Aufruf verhallte nicht ungehort. Nahezu fünfzig, allen Ständen angehörige Männer fanden stch zur festgesetzten Stunde im Weißen Schwan, einem damals sehr beliebten, unter Anderen auch von Beethoven besuchten Gasthause ein. und die Feier begann mit einer Ansprache Heiders, worin er die Vorzüge und Tugenden des so plötzlich aus dem Leben Abberufenen pries und sodann seinem Schmerze darüber Ausdruck verlieh, daß es der Behörde bisher trotz aJer Vemühungen nicht gelingen konnte, den Mörder zu entdecken. Dessen Persönlichkeit sei noch immer in tiefstes Dunkel gehüllt und es bleibe überhaupt nur eine Hoffnung. diese-s Dunkel zu lichten, die nämlich, daß alle Freunde und Vekannten die Obrigkeit in ihren Nachforschungen thatkräftig unterstützten. Ja. ja," hieß es von allen Seiten. Aber." wandte einer der Anwesenden, der Jnstrumentenmacher Winter, ein. ich sehe keine Möglichkeit, der Behörde die gewünschte Unterstützung angedeihen zu lanen. Was sollen wir denn thun?" Sinnen und denken, um einen Grund zum Morde herauszufinden," erwiderte Heider. Jeder von Ihnen, meine Herren, vergegenwärtige sich Wartesheims Leben, so weit er es kennt, er prüfe selbst den unscheinbarsien Umstand, vielleicht ergibt sich doch irgend eine Spur, die wir verfolgen konnten. Winter schüttelte den Kopf. Ich habe bereits Alles erwogen und nicht gefunden. Ich muß verzweifeln, daß der Thater ie bekannt werden wird, sagte er und trat entschieden dafür ein. der Mörder habe seinem Opfer nicht nabe.' sondern ferne gestanden, habe es allein auf dessen Beraubung abgesehen gehabt, wobei er jedoch verscheucht wor den sei. Wahrscheinlich habe ihn irgend ein Gerciusch. vielleicht eine letzte Bewegung Wartesheims für seine persönliche Sicherheit fürchten lassen und zur Flucht bestimmt. Man wisse ia, daß der Selbsterhaltungstrieb der mächtigste aller Triebe sei und- selbst die niedrigste Habsucht unterdrucke. Die meisten der Anwesenden traten dieser Meinung bei. Der Mörder konnte ihrer Ansicht nach am ehesten em Bettler gewesen sein. . Solche Leute pflegen keine goldenen Uhrschlüssel zu besitzen, dachte Heider, ließ aber davon nicht nur nichts ver lauten, sondern neigte sich allgemach sogar Winters Ansicht zu. Demgemäß versicherte er auch, den Bettlern ein ganz besonderes Augenmerk widmen und namentlich denjenigen von ihnen fcharf auf den Zahn fühlen zu wollen. die erwiesenermaßen auf der Mora statte zu verkehren pflegten. Dann gab er dem Gespräche eine an dere Wendung. Er erzählte allerlei schnurrige Erlebnisse, so daß die Ge sellschaft heiter wurde. Ganz besonders aber lachte sie über die Anekdote. wonach ein englischer Taschendieb, der einem Herrn die Uhr gestohlen hatte und stch damit aus dem Staube machen wollte, von dem Bestohlenen an der Hand erfaßt und mit den Worten: Verzeihen Sie, meine Uhr geht nichts ich will sie wenigstens erst aufziehen, zurückgehalten wurde. . Heider hatte seinen Zweck erreicht. Das Gespräch handelte eine Zeitlang von Uhren und nichts war natürlicher, als daß es auch auf die Uhrschlüssel kam. Und da stellte der Kriminalrath bt Behauptung auf, daß, so gleichartig auch .Tafchenuhren scheinen mögen, es doch nichts Verschiedenartigeres als Uhrschlüssel gebe.. Jeder sei anders. und er wette, was man wolle, mit sei nem Schlüssel nicht eine einzige der Uhten der Anwesenden aufziehen zu können. ' Lachend wurde die seltsame Wette angenommen, und Heider Uhr um Uhr dargereicht. Seine Behauptung bestatigte sich. Schon hatte er über zwanzig Uhren probirt, doch 'zu keiner paßte der Schlüssel. Sie haben gewonnen!" hieß es von aNen Seiten, allein er bestand darauf.

oie Prove sortzusetzen. lSchlub folgt.? - '

LLilötttvafion tn T'iiprcnft.cn. Es ist eine in Jägerkreiscn ganz zekannte Erscheinungdaß eine Gezend. die durch,. geräuschvolle Arbeiten, z. B. Holzschlaa-' im Walde, beun-

ruhigt wird, vom Wild verlassen wird. Tarauf beruht die höchst interessante Thatsache, daß seit vorigem Jahre verschiedene Wildarten aus Russisch-Po-len überdie Grenze nach Ostpreußen eingewandert und. Die Beunruhigüng entstand durch vermehrten Abtrieb der Wälder in Nußland.. Dazu lam, daß nach Einziehung der sögenannten Jagdkommandos die Bauern selbst die Abwehr Der Wolfsplage m die Hand nehmen mußten und dies recht gründlich besorgten. Auch ein gewaltiger Waldbrand in der B;elowiesa, der gewaltigen Kronforst, die etwa 100 Km. von der ostpreußischen Grenze entfernt liegt, hat Veranlassunq m der Auswanderuna des Wildes gegeben. Dieses Waldgebiet ist seit 180?. unverletzliche Kronforst und trägt "Deshalb den Charakter eines Urwaldes. Es. ist von den Mffen Narew. Narewka und Vialowicza durchzogen und weist im nördlichen Theil undurchdringliche Sumpfe aus. in denen Wildschwein und Elch sich eines unaestorten Daseins erfreuen. Bekannt ist es als Aufenthaltsort der letzten Wisentherde in Europa, die trotz sorgfältiger Schonung immer mehr zusammenschmilzt. Dagegen haben sich einige Exemplare, die der russische Kaiser dem Fürsten von Pleß seinerzeit zum Geschenk machte, in Oberschlesien so stark vermehrt, daß der deutsche Kaiser bereits drei Bullen erlegen und ihre Köpfe seinen zahlreichen Jagdtrophäen zufügen konnte. Außerdem beherbergt die Bjelowjesa ungezählte Scharen von Wölfen, von denen seit jeher, wenn ihnen in Runland durch Treibjagden zu sehr nachgestellt wurde, einige nach Ostpreußen entwichen. Im vergangenen Jahre nahm diese Einwänderung ungemein zu. Am hellen Tage wanderten Rubel von sechs und mehr Ctück von einem Wald über freies Feld zum. andern, überall traurige Spuren ihrer Wirksamkeit zurücklassend. Sie rissen Rehe und Hirsche, die trotz aller Flüchtigkeit und Vorstcht mehreren vereint folgenden Wölfen stets zum Opfer fallen. Die oftpreußischen Grünröcke nahmen natürlich sofort mit der größten Energie die Verfolgung der Räuber auf. Da jedoch der Winter wenig Schnee brachte, war es nur in einzelnen Fällen möglich. Wölfe einzukreisen und durch Treibjagden zur Strecke zu bringen. Führer kehrten die wenigen Wölfe, die im Winter auf preußischem Gebiet ihre Gastrolle gaben, meist zeitig im Frühjahr in die Heimath zurück. In diesem Jahr jedoch blieben sie und haben unter dem Jungvieh fürchterlich aufgeräumt. Leider ist dem Wolf, der seinen Aufenthalt fortwährend wechselt, im Sommer gar nicht beizukommen. So ist dies Raubthier, das seit Jahrzehnten als ausgerottet galt, wieder Standwild geworden, und nur ein schneereicher Winter giebt die Möglichkeit, seiner wieder Herr zu werden. Die zweite Wildart. die einwanderte, war der Elch, plan muß mit der Vorstellung brechen,' daß dieses gewaltige Thier nur noch in kllmmerlicken Resten mühsam seine Existenz in Ostpreußen fristet. Das Gegentheil ist der Fall. Der Elch hat sich in gewissem Grade der Bodenkultur angepaßt, umfangreiche. Eindeichungen im Memeldelta haben ihn vor den gefährlichen Überschwemmungen geschützt, so daß er sich auf etwa 759 Stück vermehrt hat, die überall in den nördlich vom Pregel gelegenen Waldüngen umherwandern. Auch die zum Theil aufgeforstete Kurische Nehrung haben sie besetzt. Um dorthin zu gelangen, durchschwimmen die mächtigen Thiere, das fcort über 20 Kilometer breite Haff. Nun sind schon im voriaen Herbst mehrere Elche in den orsten an der Grenze nicht nur gespürt, sondern auch gesehen worden, die unzweifelhaft aus der Bjelowjesa stammten und ihren Weg nach Norden zu nahmen. Und gerade während der vorjährigen Anwesenheit des Kaisers in Rominten gelangte ein Elch durch eine Einsprungstelle in die eingezäunte Romintener Heide. ES liegen keine Beobachtungen vor. daß Elche den entgegengesetzten Weg genommen haben, man darf mithin annehmen. daß ste stch. wo sie geschont und nicht beunruhigt werden, eingewöhnt haben. Das dritte Wild.' das Rußland abgiebt, ist der Luchs. Auch er stammt aus Bjelowjesa Es muß als ein Glück für den deutschen Wildstand betrachtet werden, daß bisher nur vereinzelte Exemplare eingewandert und verhältnißmäßig bald 'erlegt worden sind, denn der Luchs ist der fllrchterlichste Räuber, den man sich denken kann, weil er mehr Wild reißt, als zur Stillung seines Hungers erforderlich ist. Er frißt nur die edlen Eingeweide und läßt das Uebrige liegen. Seine jagdlichen Fähigkeiten ermöglichen es ihm. so luxuriös" zu leben. Er lauert auf einem Baumalt dem Reh oder 5)irsck an seinem Wechsel auf und überfällt das vertraut heranziebende Wild mit einem gewaltigen Satz, der wobl selten sein Ziel verfeblt. 5n . wenigen Wochen bat das Raubtbier den Wildstand eineS wohlgepfleaten Reviers vernichtet. Wenn einer .andere Sairen aufzieht rsleg en es leine feineren zu sein.

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