Indiana Tribüne, Volume 29, Number 45, Indianapolis, Marion County, 16 October 1905 — Page 7

Jndiana Tribune, 16. Oktober 1005

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Getilgte Schuld

'N o m a n

von

Johannes Emmer

(Foitsetzung.) Hastig flüsterte Pailer: (Sie hat uns belauscht!" Leise ward ihm zur Antwort: Was liegt daran. Alle Welt darf es wissen." Und ruhigen Schnittes, mit stolz erhobenem Hauple ging Mabel auf die Freundin zu. Es hörte sich ja fast an wie ein Schreckensruf; was sahen Sie denn so Fürchterliches, meine Theure?" , Else sah sie verwirrt an, und Mabel bemerkte, daß das junge Mädchen, an dessen kühle, fast apathische Ruhe man gewöhnt war, aufgeregt erschien. Das Qiebl Wober Kaben Sie das Lied?" Noch seltsamer als die Erregung fand Mabel diese Frage. Erstaunt sah sie Else an. da kam ihr der Gedanke, die Freundin stelle vielleicht nur aus Zartgefühl diese Frage, um nicht zu zeigen, daß sie Zeugin der vorhergegangenen Szene gewesen sei. Mabel lächelte und im Gefühl ihres üeghaften Glückes, vielleicht auch aus Vedürfniß. das Uebermaß ihrer Liebe ausströmen zu lassen, umarmte sie' Else und küßte diese. Gefällt Ihnen das Lied, meinTheure? O, und Sie haen ja nur d?n Anfang gehört. Ja, es ist reizend; auch mich hat es so bewegt, daß ich es behielt, obwohl ich es nur einmal gehört habe." Mabel hielt noch den Arm um die Schultern Elses gelegt, als s ; sich nach Vailer umwandte. Nun, sind Sie nicht stolz. Mr. Pailer? Ihr Lied wird auch von Miß Else bewundert." Er ist es!" hörte Mabel leise sagen. Ja, dieser Herr ist der Dichter des Liedes. Das wundert Sie so sehr?" Else hatte wieder ihre gleichmüthige Nuhe gewonnen. Wollen Sie nicht in den Garten hinab kommen?" Gewiß, eben wollten wir gehen." Mabel warf noch einen Blick zurück auf Pailer, dann stieg sie Arm in Arm mit Else die wenigen Stufen hinab in den Garten. Langsam folgte ihnen der Ulan. Als er vor dem hohen Spiegel, der einen Wandpfeiler bekleidete, vorüberging, erschrak er fast, als ihm aus dem düsteren Grau fein bleiches Antlitz entgegen-

schaute. Er hielt einen Augenblick inne und strich sich über die Stirne, zerrte

dann an seinem Wassenrock, um ihn stramm zu ziehen, und warf mit einer gewaltsamen Bewegung den Kovf zu-

rück. Mit einem tiefen Athemzug sog er die laue Abendluft ein, ehe er die

erste Stufe betrat.

Die jungen Damen waren mit

Herrn v. Glockthurn beschäftigt, und

Pailer sah sich plötzlich Fergus gegen-

über.

Sie sind noch hier?" fragte dieser

hochmüthig.

Wie Sie sehen. Kapitän. .Mein

Urlaub ist noch mchk zu Ende.

Ich finde es fehr sonderbar, daß hier Offiziere und Soldaten in der-

selben Gesellschaft verkehren dürfen.

Ich auch," war die trockene Ant-

wort.

Es ist sehr seltsam." wiederholte

der Kapitän nachdrucklich.

Es passiren eben viel seltsame

Dinge in der Welt. Bei uns würde man dies nicht dul den; niemals, in der That!"

Mag sein! In Ihrem Lande sind

wahrscheinlich unter den Soldaten die Gentlemen eben so selten, wie unter

den Offizinen die Soldaten."

Kapitän Fergus verstand zwar die , beißende Bemerkung nicht ganz, fühlte aber doch, daß seine Ausfälle mit

einem Gegenhiebe erwidert wurden, den

er nicht sofort pariren konntet

Was wollen Sie damit sagen?" er-

widerte er und riß seme glotzenden An gen weit auf.

Ich will damit sagen, daß man bei uns der Ansicht ist, daß der Soldatenrock Jeden ehrt, der ihn trägt, und daß

man diese Ehre mcht lausen kann, wie

cm Patent in England."

Das war deutlich, so deutlich, daß

selbst Kapitän Fergus es verstand. Der Arme schnappte nach Luft und nach

Worten; endlich würgte er hervor:

Das ist insolent!"

Sie würden dies Wort wohl nicht

gewagt haben, Herr Kapitän, wenn ich frei wäre, und deshalb " Pailer

machte eine wegwerfende Geberde und

wandte sich um.

Obwohl die Beiden ihren Wortwech-

sel nicht laut geführt hatten, war Leut

nant v. Glockthurn doch aufmerksam

geworden.

nicht gehört, sonst würde es wohl auf-

gefallen sein, daß dieses mein Freund"

so zärtlich ausgesprochen wurde, daß

Jeder wissen mußte, es solle l:ißen m i i iä

emoler! Sie drückten sich die Hände, Pailer

verneigte sich höflich, und damit war er

verabschiedet.

Nun hatte er noch Lucy zu begru-

ßen. welche jedoch nicht so kurz die

Sache abmachte; inzwischen aber er-

eignete sich etwas Unerwartetes. Frau-

lein Else erklärte, daß sie ebenfalls

nach Hause zurückkehren wolle, worüber

Leutnant v. Glockthurn sehr wenig erfreut sich zeigte. Mädels Bjjte, doch zu

bleiben, und wie früher verabredet

worden war. den Thee hier einzuneh-

men. wurde von Glockthurn lebhaft

unterstützt; jedoch Else blieb hart-

näckia.

Tann müssen wir eben gehen,"

sagte der Leutnant mit einem vernehm-

baren Seufzer.

Sie sollen bleiben. Herr Leutnant;

ich werde nicht zugeben, daß Sie sich meinetwegen des Bergnügens berau-

ben," erwiderte hastig Else.

Ich kann doch nicht " Ich bitte Sie. zu bleiben. Wenn

Sie glauben, daß der Weg so unsicher sei. daß ich nicht ungeleitet heim gehen kann, wird der Ulan dort mich begleb

'ten."

Ist dies Ihr Ernst?" ..vollkommen; ich wünsche es so.

Ich sorge damit gleichzeitig dafür, daß

der Mann richtig heim kommt." fetzte

sie leiser hinzu, worauf der Leutnant

ebenso leise, aber lächelnd bemerkte:

Ah, haben gnädiges Fräulein auch

Ordre von dem Herrn Obersten erhalten?" Laut fuhr er dann fort: Dem Befehle muß ich wohl gehorchen, so schwer er mir fällt." Wie sehr er darüber erfreut war, verrieth jedoch seine fröhliche Miene.

Pailer!" rief er. Sie werken das

gnädige Fräulein nach Hause geleiten.

dann qehen Sie in die Kaserne. Fünf

Schritt Distanz, verstanden?"

Jawohl. Herr Leutnant! Nicht eine Fiber zuckte bei dieser de-

müthigenden Weisung in Pailers Ant-

lltz. aber Mabels Stirne färbte sich

dunkel, und in ihren Augen blitzte es zornig auf. Sie fühlte, daß jene

Worte auch eine Spitze gegen sie ent-

hielten, und die Demüthigung sie

gleichfalls traf. Sie trat rasch einen

Schritt vor und wollte etwas sagen.

doch bezwäng sie sich und warf nur

Pailer einen lächelnden Blick zu. Ich

werde uns rächen, sollte dies Lächeln

sagen.

Else wurde von der ganzen Gesell

schaft noch bis zur Gartenthüre gelei

tet,. welche nach einer Seitenstraße

führte; noch einige Mmuten lang Ab

schiedsgrußc. Plaudern und Lachen;

dann ging Fraulein v. Stemberg die

stille Strafe entlang, und Pailer hm

ter ihr her in fünf Schritten Distanz.

Es war noch nicht spat, noch nicht

einmal neun Uhr. aber in dem ehr-

samen D. herrschte bereits Nuhe. und

Gassen und Straßen waren verlassen.

Die Bürger waren entweder schon daheim oder noch in der Kneipe, und für

die Magde wär die abendliche Plau-

verstünde mit dem Schatz schon vor-

über, in , diesem Punkte hielten die

Frauen v. D. 'strenges Regiment.

Herr Pauer! Else blieb einen Augenblick stehen, bis die Distanz" durch-

schritten war.

Zu Befehl!" Der Ulan ging jetz.

an ihrer Seite,' nicht einmal um einen

halben Schritt zurück. Kennen Sie mich?"

Jawohl, das gnädige Fräulein sind

die Nichte des Herrn Obersten. '

Ich meine, ob Sie meinen Namen

kennen"

Gewiß; Miß Snyders hatte ja die Güte, mich dem Fräulein v. Eteinberg

vorzustellen."

Else blieb plötzlich stehen und sah

ihrem Begleiter scharf in's Antlitz.

Dessen hätte es eigentlich nicht be-

durft, denn wir kannten uns a bt reits. Herr v. Liebenstein." Verzeihung, man nennt mich Pai ler."

Man nennt Sie so, aber mich täuschen Sie nicht. Das Lied hat Sie

verrathen." Sie ging wieder vorwärts, beobach

tete aber von der Seite her aufmerksam das Gesicht des Ulanen, das jedoch

keine Erregung verrieth.

Herr v. Liebenstein ist todt." sagte

er langsam.

Wollen Sie noch immer leugnen"

Ich leug: nichts," unterbrach er

sie; es t die Wahrheit, daß Herr v,

Licbenstein todt ist für diese Welt, und

Sie. mein gnädiges Fräulein, sollten froh darüber sein. Oder wollten Si:

ihn wieder lebendig machen?" Ja. daö will ich." murmelte sie.

Wozu? Damit er noch einmal sier-

ben muß?"

Ich ieiß, warum Sie jetzt leben

zu beurtheilen,' steht Ihnen nicht zu. mein Fräulein. Ich verzichte auch darauf, meinen Wortbruch, wie Sie es zu nennen belieben, vor Ihnen zu rechtfertigen. ' Sie sollten ja Gott danken, wenn das nicht geschah, was Sie gewünscht hatten. So lastet wenigstens eine Schuld weniger auf Ihrer Seele. Allerdings scheint es, als ob Sie solche Last gar leicht trügen."

Um Jhrelwillen." stieß sie höiserl

hervor. Sie sollten wissen ES schien, als ob ein aufsteigendes Schluchzen ihre Stimme erstickte. . Jawohl, ich weiß, und ich bellage Sie d:?balb." ' Was nützt mir Ihr Mitleid?" Ich bedaure, mehr kann ich Ihnen nicht bieten." Warum erschienen Sie wieder vor mir?" Zorn und Lerzwciflung lagen in dieser Frage. Ich hatte mich allmälig abgesunden mit meinem Cooje. Und jetzt! Die. Qual begingt aus's Neue. 5'ofsnungslos zusehen in müssen es ist entsetzlich!" Es war wahrhaftig nicht meine

Absicht, Ihnen nochmals zu begegnen."

Es ist aber geschehen, rief sie hesig; dann plötzlich in ganz verändcrem Tone, weich und klagend: Wes-

halb machen Sie mich so elend?"

Ich? Nein, mein gnädiges Frauein, ich nicht! Sie selbst machen sich

elend und vernichten dabei das Glück

Anderer. Und nun lassen S:e uns

enden. Ein unseliges Berhängniß Hai

ins zusammengeführt, damals und

heute; jetzt müssen wir die Folgen tra-

qen. Hier ist das Haus Ihres

Oheims, gestatten Sie Mir, daß ich

mich zurückziehe."

Sie haben Um anderes Wort su?

mich?"

Nein!" erwiderte er rauh, legte

grüßend die Hand an die Mutze und

machte dann ftehri.

Verwundert sah der Machtposten

vor dem fraut des Obersten, wie das

Fräulein unter dem Thore stand, die

eine Hand auf die Brust preßte, und

mit der anderen sich auf den Pfeiler

stützte, unverwandt nach der Gestalt

des Ulanen schauend, die langsam in der Dämmerung verschwand. Dann

schlich sie in das Haus, über die Treppe

hinauf nach ihrem Zimmer, einige

Schritte noch, dann griff sie mit beiden

Händen nach dem Kopfe, ni dem eS wie

Feuer brannte, ein Aufstöhnen, ein dumpfer, gurgelnder Laut und sie fiel

zu Boden.

12. Kapitel.

?, in l?nd?'" 1 Irrn Tritt?

fl. .. . . - -.--

I

lllas gab es, Patler?" rief er her-

über.

Ich erklärte nur dem Herr Kapitän den Unterschied zwischen einem deutschen Soldaten und einem englischen

Ofizier."

Na, das lassen Sie lieber sein, und! sehen Sie zu, daß Sie rechtzeitig heim-

kommen. Zu Befehl, Herr Leutnant."

Mabel erhob diesmal keinen Widerspruch gegen die ziemlich deutliche Wei

sung Glockthurns, sondern reichte ruhig, aber mit einem leuchtenden

Blicke Pailer die Hand: Aus Wieder-

sehen, mein Freund!"

Die letzten Worte hatten die Anderen

wouen. egen Jener oort." Sie wies

mit der Hand nach der Richtung, aus

der sie kamen.

Ah. Sie meinen Miß Snyders.

Und dies wollen Sie mcht dulden?" Ich ertrage es nicht."

Der lila- zuckte die Schultern und

schwieg.

Nach einer W:ile fing Else wieder

an: Was werden Sle nun thun?"

't wissen ja ganz genau, gnädiges Fräulein, daß der Herr v. Liebensiein

nicht leben d a r f. "

Er lebt aber doch! Es fehlt ihm

wohl der Muth, sein Wort einzulösen, gab sie höhnend zurück.

.Was Muth ist oder Feigheit, daö

xr

es laut vor sich hin gesagt

und erschrak fast vor seiner

eigenen Stimme, so fremd-

artig klang sie. Es ist zu Ende

das war der einzige Gedanke, der aus dem wirbelnden Chaos mit furchtbarer

Klarheit emportauchte. Mit der apa-

thifchen Nnhe eines müden Mannes,

dem es gleichgiltig ist, wie der Kampf endet, wenn er überhaupt nur endet,

wiederholte der Ulan diese Worte, als

er in die Straße einbog, welche an der Kaserne entlang hinaus nach dem

freien Felde führte.

Plotilich wurzelte sein Fuß am Bo-

den, und c" schaute hinüber nach den

Hintergebäuden der Kaserne, über welchen e3 sich wie eine dicke, schwarze Nie-

senschlange emporwand. Dort ist der

Futterschuppen! fuhr es ihm durch

den Kops, dann lief er zurück durch die Straße,- durch welche er gekommen

war, nach dem Kasernenthor. In das

Wachtzlmmcr rief er athemlos hmem:

Hinten brennt es im Futterschup

pen!"

Der wachthabende Unteroffizier r. ' r " . i rrn

i. prang aus. dummer cnnaai xyi;

wird es denn brennen?

Pailer war schon weiter gerannt durch den ersten und zweiten Hof. und als er jett hinter den Ställen stand, da

zuckte eben der erste rothe Strahl durch eine Luke, im nächsten Augenblicke wir-

leiten Funken durch die Luft.

Pailer stürzte in den nächsten Stall.

Aus! Feuer! Die Pferde hmaus-

dringen!" Jetzt schmetterten auch schön die Trompeten das Alarmsignal. Die

Stallwachen sprangen aus. Im ersten

Augenblicke verwirrt und bestürzt.

wußten sie nicht recht, was sie thun sollten. Nuhig die Pferde hinaus-

führen! rief Pailer. Flink, aber

keine Uebereuung.

Na, thuu Sie nicht so, als ob Sie

hier zu- befchlen hätten," herrschte ihn

ein UnterosNZier an. Marsch an den

Platz, wohin Sie gehören!

Pailer' gab ihm keine Antwort, sott-

dern lief nach der nächsten Abtheilung.

in welcher auch tin Psero pano. xc;c Thiere waren schon im hohen Grade unruhig, sie schnoben mit geblähten Nüstern und schlugen die Flanken mit

den Schweifen. Heiße, brenzliche Luft und Rauch drang schon in die Ställe,

und durch die Luken fiel der Wider schein der Flammen herein.

In das Brausen und Prasseln mischte sich nun auch der Lärm der Menschen, schrille Signale, gellende

Kommanooruse. Äie Stallthore nach dem zweiten Hofe zu waren geöffnet, und durch diesen Hof mußten die Pferde geführt werden. Mit den ersten aina es'noch leidlich: nun aber floaen

schon brennende Büschel Grummet und glühende Späne über das Gebäude

herüber und schwebten im Boaen berab.

und jetzt wurden die Thiere wild. Bald war der Raum von einer rasenden Heerde erfüllt, welche zitternd und schnaubend durcheinander rannte und jeden Versuch, sie zu bändiaen und zu

lenken, vergeblich erscheinen ließ. Der

Boden dröhnte unter dem Stampfen der Hufe, wie eine fluthende Woge

prallte die Masse bald nach rechts, bald

nach links, nach vorwärts und nach rückwärts, immer wieder umkehrend.

Jeden bedrohend, der sich heranwagte.

Schon waren Einige der Mannschaften

Niedergestoßen und durch Hufschläge mehr oder minder schwer verletzt wor-

den. Und nun flammte es auch schon

von den Ställen auf, und die sengende Gluth flog näher heran!

Ein langer, dunkler Thorbogen

führte unter dem Mittelgebäude durch in den ersten großen Hof; wenn es gelang, die Pferde hier durchzutreiben, so

war Alles gut. Doch dies schien eben nicht gelingen zu sollen; Die Thiere

scheuten immer vor der, dunklen Thor-

öffnung zurück und brachen seitwärts aus, wenn man sie dorthin gedrängt zu haben glaubte. Ter Oberst und die

Offiziere waren jetzt auch erschienen und eiferten vergeblich die Leute an.

diese wetterten und fluchten, ein wildes

Lärmen war es und em schauriges

Bild.

Da zeigte sich plötzlich auf dem

Rücken des wildesten Pferdes eine Ge-

stalt; zunächst scheint sie noch machtlos

mit der auf und ab' wogenden Heerde

fortgerissen zu werden, bald aber merkt man,- daß der Kühne Gewalt gewonnen

hat über fein Thier und es nach fernem Willen zwinat. Rechts und links

schleift er je ein Roß an der Mähne

mit sich und drangt nun gegen den Thorbogen hin. Noch einmal wollen sich die Thiere aufbäume, doch dies-

mal ist des Menschen Wille mächtiger;

mit einem iahen Sprunge setzt , bc3

Roß. welches den Reiter trägt, in die

dunkle Oesfnung hinein und hmter

ihm jagt nun die ganze Heerde nach.

Gottlob!" sagte tief aufathmend

der Oberst, als mit donnerndem Ge-

polier das letzte der Thiere verschwun-

den war. Wer wr es, der das

Kraftstück machte? Ich konnte ihn nicht erkennen."

Ulan Pailer." bekam er zur Ant-

wort.

Hm! Wieder der Teufelskerl!" Da-

mit war vorläufig die Sache abgethan.

denn es galt auf Anderes zu achten, den Kampf gegen die vordringenden

Flammen aufzunehmen und Ordnung in die Nettnngsarbeiten zu bringen.

Tle ziemlich alte Kaserne bestand

aus vier hinter ernanderstehenden

Hauptgebäuden; das erste, mit der

Hauptfront gegen die Straße zu gerichtet, war nur zwei Stockwerke hoch.

und enthielt die Kanzleien, Wohnungen

der Offiziere und Unteroffiziere; ein

großer Hofraum trennte es von dem

Mittelgebäude, welches das größte war

und IN drei Stockwerken die Mann-

schaftszimme? enthielt. Zwei niedere

Quergebäude verbanden das Vorderhau mit dem Mittelhaus und be-

grenzten den Hosraum an den Längs feiten; hier waren gleichfalls Stallun gen. wie in dem dritten Bau. der hin

ter dem Mittelgebäude den zweiten Hof

abschloß. Ein nicht sehr breiier Raum

trennte endlich diese Stallgebaude von

dem letzten Komplex mit den Futter-

schuppen, Geräthekammern und Maga-

zmen. Hier war der Brand entstan-

den und hatte.auch bald das Dach der vorliegenden Stallungen ergriffen; gegen ein weiteres Vordringen boten die Höhe des Mittelgebäudes und die

Breite des Hofraumes einen gewissen Schutz. Die Feuerwehr der Stadt war eifrig an der Arbeit, unterstützt von der Mannschaft, welche Wasser herbeischaffte und bei den Pumpen der Spritzen wacker mithalf. Die Hauptgefahr für die übrigen Gebäude war bald beseitigt, doch erst nach Mitternacht war man der Flammen vollständig Herr geworden; von den Magazinen und Stallgebäuden standen nur noch die geschwärzten Mauern, zwischen welchen die Gluth langsam verglomm. Der Oberst verließ mit den Offizieren die Brandstätte, auf welcher nur eine Feuerwache zurückblieb. Es wäre eigentlich nicht schade geWesen, wenn die ganze alte Baracke daraufgegangen wäre," sagte einer der Herren, dann hätte man uns eine neue, anständige Kaserne bauen müssen." Na. Scherereien und Unannehmlichkeiten wird es genug geben." erwiderte der Adjutant. Ich freue mich schon auf die Unzahl Berichte, die man uns abverlangen wird." ' Wie die Geschichte wohl entstanden sein mag?" bemerkte ein Anderer. Ja, das herauszubringen, wird schwere Mühe kosten." Der Oberst wandte sich um. Mit der Nachtruhe ist es für heute ohnehin vorbei, wir könnten also mit der Untersuchung sofort beginnen. Die verheiratheten Herren können selbstverständlich nach Hause gehen, um ihre Familien Zi' beruhigen." Rittmeister Rainthal kam aus der Wachtstube heraus, als eben der Oberst vor der Treppe stand, die zu den Kanzleien hinauf führte. Er meldete, daß der Posten, welcher bei Ausbruch des Feuers vor dkn Magazinen stand, vorläufig in Arrest gebracht worden sei. ferner daß sich zwei Leute gemeldet hätten, welche wichtige Mittheilungen machen wollten, und daß Ulan Pailer schwer verletzt und bewußtlos im Krankenzimmer liege. Die letzte Nachricht erregte . allgemeine Theilnahme. Es wäre mir leid um den Mann, er hat ein wahres Heldenstück geleistet." sagte der Oberst. Ich will doch selbst nach. ihm sehen." , (Fortsetzung folgt.) r

WsSMdWöM 5 MtzSAlM.

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Abaana

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