Indiana Tribüne, Volume 29, Number 45, Indianapolis, Marion County, 16 October 1905 — Page 6

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Europaisöe Nachrichten. Provinz Wrandenburg. Berlin. Der Kommandant der Stadt.Generalmajor Hoyer v. Rothenheim, ist an den Folgen einer DarmOperation cm Augusta - Hospital gestorben. Generalmajor von Rothen-

heim hat nur ein Alter von 56 Jahren, erreicht. In Görlitz wurde die 30 ahnae Wittwe Steher von hier von dem Automobil des Besitzers des Reichshallentheaters überfahren und sofort getodtet. Sem 50jahriges Dienstjubiläum bei der Ober - Postdirektion beging Rechnungsrath Bülow. Rechnungsrath Bülow steht seit einer Reihe von Jahren im Dienste der Ober - Postdlrektwn und erfreut sich allgemeiner Beliebtheit. Vergif tet hat sich der Bahnbeamte Hans Reichert, welcher wegen Vermögensverfalls sein Studium der Medizin aufgeben mutzte. Er wollte seine in Reinickendorf befindliche Braut veranlassen, mit ihm Sublimat zu trinken, allein diese überließ ihm das Gift und rief um Hilfe. Es wurde ihm der Magen ausgepumpt und seine Aufnahme in's Lazarus - Krankenhaus bewirkt. In der medizinischen Fakultät der hiesigen Universität ist der Assistent von Geheimrath von Leyden an der ersten medlzmlschen Klinik (Abtheilung für Krebsforschung), Dr. Med. Peter Ber. gell, als Prwatdozent aufgenommen worden. L a n d s b e r a. Die städtischeWarthebrücke ist kürzlich niedergebrannt. $n kurzer 'Zeit war von der hölzernen Brücke, die sechs Joche hatte, nichts mehr zu sehen. Sie verband die Bruckenvorstadt mit der eigentlichen Stadt. Pioniere aus Spandau stellten zwei Pontonbrücken für den Personenverkehr und eme Fahre für den Wagen verkehr her. M e u r 0. Seit einiger Zeit wurde der 14jährige Sohn Paul des Arbeiters August Lehmann vermißt. Nach Aussagen anderer Kinder war er zuletzt in Begleitung eines Mannes aesekn worden, der ihn zu einem Feldmesser schicken wollte und ihm dafür 50 Pfennige gegeben hatte. Letztens nun fanden Kinder die vollständiq mit Nadclstreu bedeckte Leiche des Knaben. Oer Knabe war allem Anscheine nach vergewaltigt worden. Am Halse sowie an der Brust des ermordeten Kindes wurden Verletzungen festgestellt. Inzwischen wurde der Arbeiter K. von Hörlitzer Flur als des Mordes' ver dächtig verhaftet. N a t e n 0 w. Kürzlich ist die an der neuen Schleuse gelegene Villa des Fabrikanten Jaqo infolge von Brandstiftung vollständig niedergebrannt. Der Geldschrank war, erbrochen und ausgeraubt. Der Boden, die Treppen und sämmtliche Möbel waren mit Petroleum begossen; durch die Zimmer waren Pulver und Jagdpatronen verstreut. Jago wurde verhaftet, da er der Brandstiftung verdächtig ist. S 0 r a u. Aus Furcht vor der Strafe, und zwar, weil er seinen Vater vjn 1 Mark betrogen hatte, hat sich der 13 Jahre alte Fritz Töpfer ' im städtischen Teiche ertränkt. T e g e l. Großes Aufsehen verursachte hier und in der Umgebung der Selbstmord des Fährmanns Gustav Leonhard, der auf der Insel Bakentinswerder seit vier Jahrzehnten ansässig war. Leonhard hatte mehrmals hundert Menschen das Leben gerettet. Jetzt wurde Leonhard, der ein Alter von 63 Jahren erreicht hat. in seiner Laube auf Valntinswerder erhängt aufgefunden. Was den Mann in den Tod getrieben hat. ist unbekannt. W i e s e n t h a l. Auf unaufgeklärte Welse brach m der Besitzung des Haus lers Weiher Feuer aus, das bei dem herrschenden Winde mit rapider Schnelligkeit um sich griff. Binnen kurzer Zeit waren auch zwei Nachbar grundstücke von dem Feuer ergriffen und total eingeäschert. Frovinz Hstpreußen. Königsberg. Ein sehr schwerer Unfall, der auf eine 'eigenartige Veranlassung zurückzuführen' ist. bat sich in der Theaterstraße zugetragen. Der Lehrling eines hiesigen Droaenae schäftes. Namens Vardtke, wohnhaft Neuroßgärter Kirchenberq 2, trug eine mit Karbolsäure gefüllte Flasche. Mit dieser siel er so unglücklich zu Boden, daß die Flasche zerbrach und der um herspiitzende, stark ätzende Inhalt ihm im Gesicht und an den Handen qraßll che Brandwunden beibrachte. In besinnungslosem Zustande wurde er schwer verletzt mit dem Unfallwagen in das städtische Krankenhaus eingeliesert. wo er bald darauf gestorben ist. Valtuponen. Ein Dampfer schleppte drei Kahne die Memel strömauf. Mit einem der Kähne sollten einige Sacken des Bruders des 13jährigen Schülers Stirnat von lhier eintreffen. Stirnat fuhr daher in Beglei 1 tung des Schülers Engelien in einem Handkahn heran. Durch die Wellen des Dampfers verloren die beiden Knaben die Fuhrung über das Boot dies kippte um und beldeKnaben stürz ten in die Memel. Es gelang bei den sofort vorgenommenen Rettungsver suchen, den Engelien noch lebend aus dem Wasser hervorzuholen, dagegen fand Stirnat seinen Tod. Gilgenburg. Beim Bäckermeister Wilinski am Markt brannte das ziemlich große Hintergebäude und wurde bis auf einen Theil der Umfassungsmauern em Raub der Flammen Insterburg.. Dieser Tage wurde

dem Zuchthäusler Jazt, 'der 1870 tot gen Mordes zum Tode verurtheilt.

dann aber zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden war, eröffnet. daß ihm die übrige Strafe vom König erlassen worden sei. Ö es. Schwer verunglückt beim Radfahren ist der hiesige Handlung--gehilfe Henfeleit. Er fuhr sehr schnell auf der Chaussee von Sennen nach hier, als plötzlich der Rahmen des Rades brach und Henseleu bei der großen Geschwindigkeit kopfüber auf, die Chaussee stürzte, wo er bewußtlos liegen blieb. Er hat am Kopf und im Gesicht schwere Verletzungen davongetragen. Valmniaen. Kurzlich ist hier der Jnstlnannssohn Kowskh. der bei j ziemlich starkem Seegange badete, ertrunken. Rudlauken. Den Altsitzer Göbel'schen Eheleuten ist aus Anlaß rhrer goldenen Hochzeit ein Gnadengeschenk von 50 Mark bewilligt worden. Sünenberq. Auf der Bartensteiner Chaussee scheuten die Pferde des Besitzers Bahr von hier vor einem radelnden Briefträger und dessen klasfendem Hunde und gingen durch. Der Wagen wurde in den Chausseegraben gestürzt und vollständiq zertrümmert, wobei Bahr schwere, seme Frau und ein weiterer Insasse leichte Verletzungen erlitten. Provinz Wcslpreußen. Danzig. Im Herrenbade auf der Westerplatte verunglückte beim Baden das sechsjährige Sohnchen des Steuererhebers Voigt aus NeufahrWasser. Der Knabe spielte mit Altersaenossen im flachen Wasser, siel plötzlich um und war todt, trotzdem er sogleich von dem Bademeister aus dem Wasser geholt wurde. Alle angestellten Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Wahrscheinlich hat ein Herzschlag den Tod herbeigeführt. Briefen. Kürzlich spielten meyrere Kinder auf dem Fabrikhof der hiesigen Cementwaarenfabrik Ph'o nix" in der Nähe der dort aufgestellten O. M.Mt(tAiiin es2 tasrtkftA trt Arnfr iyun.il, u f ivguuy uii ijwpv modelllrter Thlerkopß aus ein zwettinhalbjähriges Kind des Arbeiters Max Klinger herabstürzte und es derart verlejzte, daß es nach kurzer Zelt verstarb. Gruppe. Bei dem aus dem Truppenübungsplatz zusammengezogenen Reserve - Jnsanteriereaiment sind zwei bedauerliche Unglückssälle borgekommen. Der Landwehrmann Johann Knoll, 29 Jahre alt, und der Gefreite der Landwehr Kranzusch, 30 Jahre alt. erkrankten plötzlich nach Rückkehr von der Uebung und starben einige Zeit nach dem .Einrücken an Herz- und Gehirnschlag im Lazareth. Groß-Westphalen. Hier erhängte sich der geisteskranke Besitzer Ed. Kienbaum in semer Behausung. nachdem er während des Gottesdienstes aus der Jrrenanstatt zu Schweiz enlwichen war. i Kamin ika. Der beim Vahnbau Karthaus - Lauenburg beschäftigte Arbeiter Kuchta von hier geneth unter eine in Bewegung befindliche Lowry. wodurch ihm das rechte Bein zerschmettert wurde. Bevor der Verunglückte noch imKrankenhaus zu Lauenbürg, wohin er eingeliefert war, operirt werden konnte, erlag er der schweren Verletzung. M a r i e n w e r d e r. Bei einem Gewitter fuhr ein Blitz zwischen die auf dem Felde beschäftigten' Rübcnarbeiter der Zigahner Feldmark. Einer von ihnen, Namens Wilhelm Grönke, wurde von dem Blitz getroffen und buchstäblich zerrissen. Neu gut. Hier brannten die unter einem Dache befindlichen Wohnund Wirthschaftsgebäude des Besitzers Lamprccht nieder. Mitverbrannt sind 10 Ferkel und fast 6as gesammte Mobiliar. Der 16jährige Sohn, der in einer Kammer schlief, erlitt beim Hinauseilen Brandwunden im Gesicht und an den Händen. ' S a r t 0 w i tz. Der Dampfer Wühelmine" lief kürzlich auf eine Sanddank. Die Arbeiten zur Abbringung des Schiffes waren bei dem Fallen der Weichsel ohne Erfolg. Jetzt wurde der letzte Versuch gemacht und mit aller Gewalt an einer Kurbelwinde gedreht. Plötzlich platzte der Schnepper, und die Kurbel schlug dem Führer des Schisfes, Schulz aus Königsberg, derart gegen den Kopf, daß dieser zerschmettert wurde. Der Heizer ist mit leichten Verletzungen davongekommen. . ' '. Provinz "gfornmcro. Stettin. Kürzlich wurde die Leiche eines Soldaten, des Grenadiers Kädina von der 11. Comvaanie des hiesigen Königsregiments, 1er sich mit einem vtevolver erjchossen hatte, rn dei Eckerberaer Forst aufaefunden. Der Grund zur That soll darin zu finden sein, daß Kädina wegen Urlaubsüberschreitung eine Strafe zu gewärtigen hatte, da er nicht zur Kaferne zurückgekehrt war. Er ist erst im vorigen Herbst Soldat, geworden und soll sich bisher als tüchtig aezeiat haben. B.G h n. Beim Baden ertrunken ist der Postbote Gadow, welcher in tiefes Wasser hineinschwamm und alsdann versank. G a r r i n. Letztens goß die zehn Jahre alte Tochter des Chausseewär ters Steinkrauß aus das schlecht bren nende Feuer Petroleum, um die Flam men mehr anzufachen. Die Flamme schlug in die Flasche, oiese ezplodirte und das Kind erlitt derartige Verletzunaen. daß es bald darauf verstarb K 0 l b e r a. Der Arbeiter Vlatb von hier, welcher - auf dem Dampfer

Exzellenz Bänsch- beschäftigt war. fiel bei Sorenbohm über Bord und ertrank. P r i t t e r. Beim Baden ertrunken ist der hier als Knecht dienende 19jährige Franz Fehrmann aus Vietzig. P Y r i tz. Kürzlich wurde im Graben bei den Schröder'schen Anlagen am Wall die Leiche des früheren Spediteurs August Barknecht, einer stadtbekannten Persönlichkeit, aufgefunden. Die Leiche lag mit dem Gesicht nach unten in dem seichten Wasser und der Tod ist jedenfalls durch Ertrinken erfolgt. Man nimmt an,, daß Barknecht, der noch in einigen hiesigen Wirthschaften gesehen wurde, spät über den Wall gegangen ist, infolge der

Dunkelheit einen Fehltritt that und die ziemlich steile Böschung hinab in den Graben siel. Rutzenhagen. Der 13jährige Sofa des hiesigen Mühlenbesitzers Busse hantirte mit einem geladenen Revolver, da entlud sich dieser plötzlich und der Schuß traf den 8 Jahre alten Bruder des Knaben in die Schläfe. Da t , . . ,' c . viz otugci nur von vorne unier vie Haut einaedrungen war, so war die Verletzung nicht tödtlich.' S t 0 l p. Verunglückt ist der Fahrradhändler Emil Sels von hier auf der Chaussee unweit Gr.-Vrüskow. wo er blutüberströmt und besinnungslos neben seinem Kraftfahrrad aufaefunde?l wurde. Es wird vermuthet, daß Sels mit einem Fuhrwerk zusammengestoßen ist. Usedom. Seine letzte Fahrt machte kürzlich der Kapitän Fr. Brandenburg vom Dampfer Usedom . Aus der Tour von Stettin nach hier zurück. kurz vor der Einfahrt in den Usedomer See, machte sich Brandenburg außerhalb des Schiffes beim Sonnensegel zu schaffen, als die Mannschaft hinterwärts plötzlich laute Hülferufe hörte und sah, daß Brandenburg abgestürzt war. Er ertrank, ehe Rettung kam. Provinz Schreswig-Kskstein. A l t 0 n a. In der ' LahmannsPassage gerieth ein kleines Mädchen, die vleriahrige Ella Baumes, unter die Räder eines Bierwagens. Eine schwere Quetschung des Kopfes führte den Tod herbei. Apenrade. Den 80. Geburtsleg feierte eine langjährige treue Dienerin. Henriette Lund, die ununterbrochen 51 Jahre beim Kapitän Michelsen im Dienste steht und vor 11 Jahren das von der Kaiserin gestiftete goldene Kreuz für 40jährige treue Dienste erhielt. Vorsfleth. Kürzlich feierten die Eheleute Baumann und Frau das Fest ihrer goldenen Hochzeit und dem Jubelpaar wurden aus diesem Anlaß viele Ehrenbezeugungen zuthnl. Flensburg. Verstorben ist vor kurzem im Gravensteiner Badehotel die 82jährige Wittwe Marie Rasch, gebürtig aus Hadersleben. Die Verstorbene erhielt für die treue Pflege Verwundeter im Kriege 1843 und 1864 vom König Christian von Dänemark die goldene Medaille. Kiel. Der Kommandant des des durch den Zusammenstoß mit dem LinienschiffWörth" beschädigten Torpedobootes 8 '124", Oberlieutenant z. S. Nirrnheim, hat sich hier in seiner Wohnung erschossen. Er war ein braver Seeoffizier, der zu großen Hoffnungen berechtigte. K a P P e l n. Hier starb plötzlich am Herzschlag ein Kampfgenolse von 184351, der frühere Rechtsanwalt Justlzrath Clausen, fast 86 Jahre alt. Lendemark. Der 70jährige Landmann Eskudsen stürzte von einem Fuder Heu herunter, der Wagen ging ihm über die Brust. Er verstarb nach kurzer Zeit. M o o r d ! e k. Gestorben ist hier vor kurzem der Veteran Carsten Schröder, ein Kampfgenosse von 184850, im Alter von 83 Jahren. Er diente s. Zt. im 14. Jnfanteriebataillon bei der 2. Compagnie. P l ö n. Auf dem Trammersee verunglückte und ertrank der Schlächtermeister Schönjahn. als er eine Bootfahrt unternommen hatte. St ein bürg. Erhängt hat sich imPferdestall der Reumannschen Gast wirthschaft an der Chaussee nach Glückstadt die jüngste Tochter der im Vorjähre auf gleiche Art aus dem Leben aelckiedenen Wittwe Reumann. Jndenfrüben Moraen stunden eines der letzten Tage konnte man in den Straßen und Boulevards in der Nahe des Ostbahnhofs m Pari! ein seltsames Schauspiel sehen. Tau sende von rieüaen Ratten liefen er schreckt die Straßen entlang. Sie wurden von vielen Katzen tapser angeariffen: aber diese kamen bei dem Kampfe nicht immer gut fort; viele wurden getodtet. Die Leute flohen schleunigst von den Straßen; die Ratten stürzten, wo sie eine Oeffnung fanden, in die Abzugskanale. Beim nvbruch einer hölzernen 'Nothbrücke im Boulevard Sebastopol über htm Tunnel für' die neue Untergrundbahn wurde ein alter Abzuaskanal blonaelegt. Hier muß das Hauptquartier aller Ratten in der Nachbarschaft gewesen sein. Das ganze Heer ergoß sich nun in die Straßen. Mehre Hundert Arbeiter verfolgten sie mit Stöcken und y.. 1. C ... . r paien uno looielen Mgen .ls.uuu vic ser Tbiere. Die Bewobner der Um gegend sind sehr beunruhigt und fürchten sich, IN ihre Zieller 'yinunterzug hen. e-

Viovanni. Von FranceZ Külpe. In Weitem Bogen schleuderte Gi'o-

vanni seinen Cigarrenstummel in das blaue, leuchtende Meer. Dann schwang er sich mit einer gewandten Bewegung uber das zierliche Elsengelander, das die Strandpromenade von Nervi umschließt, ließ die Beine baumeln und zählte die Segler, die, schräg von der sinkenden Sonne beleuchtet, wie Schwertspitzen r von rosigem Silber unbeweglich am lichtblauen Horizont dastanden. Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs. sieben," murmelte er zufrieden. In wunderlichen Formen zogen sich die braunvioletten zackigen Klippengestade längs der felsigen Küste hin. Ob die blonde Slgnorina Maria daheim auch Berge hat? grübelte Giovannr. Warum hatt ich es bloß vergessen, sie danach zu fragen? Immerzu muß ich sie anschauen, wenn ich sie sehe, und darüber vergesse ich alles Andere. Auch den Signor Paolo hab' ich nun schon drei Tage nicht gesehen. Sollten sie verreist sein ohne Abschied? Nein, nein, das ist nicht möglich!' Nachdenklich starrte Giovanni m die lichte märchenblaue Fluth. Immer violetter wurde das duftige Borgebirge von Portofino, das sich in klaren, scharfen Umriizen vom blauen Himmel , abhob, immer röther die untergehende Sonne, die eine funkelnde. goldrothe Spur im Wasser nach sich zog eine traumhaft selige Stimmung lag über der unendlichen Meeresweite. Und mit traumhafter Deutlichkeit tauchte jener Sonntagsmorgen vor Giovannis Erinnerung auf, da die schöne Signorina Maria, die auf den steüen Klippen flmkwie eme Gemse umherkletterte, plötzlich ausgeglitten wr und mit einem leisen Ausschrei in oas tiefe, blaue Meer versank. Die Stufen Hinabftürmen, die Klippen erklettern, dem weißen Kleide nachspringen, war das Werk eines Augenblicks gewesen, und in den Armen hatte er das holdk blasse Kind im Triumph hinaufgetragen zum Bruder. Der Maler, Signor Paolo, hatte Giovanni reichlich belohnt, aber ein schönerer Lohn als die hundert Lire war dem arnren Burschen etwas Anderes gewesen: Maria, die aus tiefer Bewußtloslgkeit erwacht war, hatte ihm ihr weißes Händchen gereicht und mit seelendollem Lächeln gesagt: Ich danke Euch, Giovanni, lieber Freund, ich hätte noch nicht sterben mögen." Lieber Freund" hatte ste ihn genannt. Sie, die Schönste und Lieblichste von allen holden Mädchen, die Giovanni je gesehen ihn, den italienischen Bauernburschen. Das hatte er ihr nie vergessen. War es ein Wunder, wenn er- immer an sie denken mußte? Er dachte mehr an sie, als ihm gut war. "Buonsi sera, Giovanni," rief eine Vergnügte Männerstimme ich soll Euch einen Gruß sagen Von meine: Schwester, und Ihr mochtet Euch bereit halten, morgen in der Frühe, wir wollen nach Portofino hinausrudern. wollen malen, die Maria und ich. Mit einem Satz war Giovanni. von dem Geländer herunter. Sein brauneö Gesicht strahlte. Die Schiffermütze flog von dem fchwarzlockigen f .i l e c p.f i. t "? Haupte uno freuoig fav er vie iras tiae Hand des Malers. Signor Paolo, welche Frsude! Ich fürchtete schn, daß Signor Paolo verreist seien," sagte er mit glücklichem Lächeln. Wie gehts der Signora Maria? Hab' immer nach Ihnen beiden ausgeschaut! Die Schwester war krank lag zu Bett." saate der Maler. nun acht's schon wieder." Signora Maria krank?" rief Giovanni und sein hübsches Gesicht nahm einen besoraten Ausdruck an. Wo hat's denn gefehlt?" Der Maler machte eine bezeichnende Bewegung nach der Brust hin. Maria war immer zart," fagte er, aber nun freut sie sich auf Margen. Um acht Uhr also. Gute Nacht, G:o vanni." Um sieben Uhr Morgens war Gio vanni mit seiner Barke schon auf dem Platze. Immer noch hatte der uner müdliche Bursche an seinem Fahrzeug zu säubern und zu. putzen. Auf dem Steuersitze lag ein mächtiger i-straug weiter Narnssen. Der Tag war von strahlender Heiterkeit. Ueber dem azurblauen Meer erhob sich der hohe italienische Himmel, von warmen, hellen Wölkchen durchwebt. Das 'Vorgebirge von Portofino lag wie mit dunstigen weißen Schleiern verhangen, und fern im Wef, ' i rrt 17 y. r.f. nen yiNier enua yoo sill) dk sll?ncc gekrönte Kette der Seealpen in wun derbar reinen Formen. Endlich schlug der Kirchihurm von Nervi acht. Da kamen zwei Gestalten die Strandpromenade entlang. Sie waren mit Schirmen und Malgerath beladen. Grüßend schwenkte ihnen Giovanni den Hut entgegen. Die weiße, zarte Mädchengestalt mit dem breiten indischen Basthute winkte und nickte. .0K. dellissima. dollissima Sig norina Maria!" flüsterte Giovanni. Sein Herz schlug rasch und heftig. Leichtfüßig .schritt sie heran und reichte dem Schiffer die kleine weiße Hand. .Nun. heute wollen wir alle recht vergnügt sein," sagte sie herzlich. Ich habe gute Nachrichten aus der HeimQth. da sollt Ihr Euch Mitfreuen!'

ÄZenn signorina cana cklückliQ

ist, ist's Giovanni doppelt," sagte der -5rr , . i a?ici mir einer einfachen bitterlichkeit, die ihm natürlich war. , die schonen Blumen." rtef Ma ria freudig. Sollen sie für mich sein? Zlnv ne aus Eurem Garten. Giovanni? Sieh nur, Paul, wie Giovanni mich verwöhnt." Wer verwöhnt Dich denn nicht. kleine Schwester?" lachte der Maler. Die Slgnonna Marm ist nun mal zum Verwöhnen da etwa nicht, Gio vanni? SI. si!" Der Bursche lachte. Er war so recht von Herzen froh. Er spannte die Ruder. Leicht wie eine Schwalbe flog die weiße Barke durch die blaue glanzende Fluth. Am teuer saß Maria und hielt die welßen Blumen im Schooß. Nun durfte Giovanni sie wieder so recht von Herzenslusi anschauen. Wie schön sie war! Wie eine gemalk Madonna, dachte er, nein, noch weit, weit schöner.. Ist's nicht ein wunderherrlicher Tag heute?" jubelte Maria. Gerade als wüßt's der Himmel, daß wir heute malen wollten!" Ter Himmel weiß es gewiß," sprach Giovanni, darum hat er den Tag so bereitet, wie Signorina ihn brauchen." Maria lachte hell auf. Der Giovanni ist ja ein richtiger Hofmann," sagte, sie, wie geschickt er seine Worte zu setzen weiß. Bei welcher schönen Dame habt Ihr das gelernt, Giovanni?" So etwas lernt sich nicht," gab Giovanni zurück. Das kommt so, wie die Träume kommen im Schlaf." Kinder, seid gescheidt!" rief der Maler. Erzählt uns von Eurem Leben, Giovanni. Was treibt Ihr zur Sommerszeit, wenn die Fremden fortgeflogen sind?" Wir fischen," erwiderte Giovanni. Tag und Nacht, besonders Nachts, denn tagsüber ist es heiß. Wir segeln hinüber nach Korsika und Sardinien und verbringen unsere Tage auf dem blauen Meer. Abends flechten wir Netze." Oder wir schießen Wachteln und stellen den armen Singvögelchen nach." neckte Maria tadelnd, das ist nicht schön von Euch!" Nein, nein, min, Signorina!" rief Giovanni eifrig. Die Vögel lasse ich wenigstens ganz in Ruhe." Seit wann denn?" Seit nun seit Signorina darÜber so traurig waren. Ich mag keine Vögel mehr schießen." Wirklich?" Marias Augen leuchteien auf. Das ist hübsch von Euch, Giovanni das lob ich mir! Wenn nur der gute Vorsatz vorhält!" . Jawohl, Signorina!" versicherte Giovanni eifrig. Zu essen ist doch gar zu wenig an solch' einem Vogelkörver ein Bissen basta!" Wohlwollend ruhten Marias schöne Augen aus dem braunen hübschen Gesellen. Ihr seid ein lieber Mensch, Giovanni," fagte sie, ich möchte Euch gern eine Freude machen!" Sie nestelte an ihrem Kleide und zog ein kleines goldenes Medaillon hervor. Schaut mal, ist das nicht ein gutes, liebes Gesicht?" Aufmerksam beugte sich Giovanni über das kleine Bild. ' Das ist mein Verlobter!" sagte Maria stolz lächelnd. Giovanni fuhr zusammen. Seine Augen verdunkelten sich. Me Sonne war aus feinem Antlitz geschwunden. In kurzen raschen Stößen ging seit Athem. Wie? Liebte er denn Maria? Das war ja Wahnsinn! Er war ganz still geworden und ruderte mit einer Anstrengung, als betheiligte er sich an einem Preiswettfahren. Der Maler hatte sein Skizzenbuch hervorgezogen und zeichnete den hübschen Burschen; ihm war die Veränderung in Giovannis Zügen nicht ent gangen. Wenn die Signorina noch einmal in's Wasser stürzte, ich spränge ihr wieder nach, aber nur, um mit ihr zusammen zu ertrinken, grübelte Giovanni. Ohne mich wäre sie ja doch nicht mehr am Leben. Halt! Ein düsierer Gedanke durchzuckte ihn war er denn nicht Herr auf seinem Boote? Konnte er es nicht zum Umschlagen bringen? Was nützte ihm denn noch das Leben, wenn Maria einem Anderen gehörte? Aber durfte er Signo: Paolos Leben auf's Spiel setzen? Unsicher starrte er den Maler an. Marias Bruder verstand es. in Gesichtern zu lesen. Giovanni, besinnt Euch!" sprach er leise und eindringlich. Unbefangen schaute Maria auf. Die beiden Männer starrten sich Auge in Auge wie zwei erbitterte Gegner ihr Bruder und der einfache Bursche, den sie ihren Freund genannt hatte. Jede Muskel in ihren Körpern war gespannt wie zum Sprunge. Großer Gott was hatte das zu bedeuten? Der nächste Augenblick konnte entscheidend sein. Was ist Euch. Giovanni, Paul?? rief sie angstvoll. Was- habt Ihr? Warum seht Ihr einander so furchtbar an? Hab' ich Euch etwas zuleide gethan?" Sie hob flehend die kleinen Häude. Da zuckte es in Giovannis Zügen wie im Kampfe und heiß und trocken schluchzte er auf: .Jck) hatte einen bösen Traum, Signorina Maria jetzt bin ich tu wacht!" '