Indiana Tribüne, Volume 29, Number 45, Indianapolis, Marion County, 16 October 1905 — Page 5

Jndiana Tribüne, 16. Oktober 1905

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J"i ' 8"5 JmJ S-l fr Ein Elsenbahw Abcntcttcr -. VT u 4 vv !! (Schluß.) - Angst . . . wovor?? Vor etwas Unbekanntem, Unsichtbarem, Geheimem. , Die fürchterlichste aller Aengste. Welches Glück, daß ich wenigstens so vorsichtig gewesen war, nicht auch tan dem sogenannten Likör zu trinken. So werde ich nun doch wenigstens beobachten können, was passirt! . Um aber noch besser aufpassen zu können, werde ich mich so stellen, als schliefe ich auch. Guter Gedanke! Ich -drücke also die Augen beinahe ganz zu. Ich senke mein Kinn tief auf die Brust herab. Ich öffne sogar die Lippen ein wenig, weil das noch täuIchender die Attitüde des wirklichen Eingeschlafenseins kopirt. - Ich scheine es sehr gut inszenirt zu haben, denn bereits nach wenigen Minuten fühle ich, wie zwei Hände sehr behutsam, sehr vorsichtig meine beiden Füße von der Schmuckschatulle emporzuheben versuchen. Ein kalter Schauer überläuft mich. Dann wieder strömt mir alles Blut zum Kopf empor, und in den Ohren beginnt es mir zu sausen. , Was soll ich thun? Was thun? Großer Gott! was soll ich jetzt nur thun? Zu meinem Glück und um die Wahrheit zu sagen zu meiner eigenen Ueberraschung, verliere ich nicht die Geistesgegenwart auch nicht die Besinnung. Ich bleibe mir vollkommen alles dessen bewußt, was ich thue und was ich thun muß. Ich fahre fort. Schlaf zu heucheln, stoße dabei aber auch wie im Schlaf ordentlich mit den Füßen um mich; und sofort ziehen jene vorsichtigen Hände sich wieder von mir zurück. Nun thue ich allmälig so, als ob ich langsam wieder erwachte. Ich gähne zweimal, strecke und recke mich tüchtig, blinzele mit den Aucn und wende den Kopf unruhig hin und her. Und zu meiner Genugthuung fühle ich, daß die Schatulle wirklich immer noch fest dasteht unter meinen Füßen. . Aber meine Furcht hat sich durch dieses kleine Erlebniß bis in's Grenzenlose gesteigert . . . und aus den Augenwinkeln hervor blicke ich Dorsichiig nach meinemNachbarn hin. . . Wie still er dasitzt unter seinem greulichen langen Manttl! Unheimlich still! Wie leblos. ' Waren es seine Hände, die ich gefühlt? Oder die seines Gegenüber? Ich blicke ihn noch etwas schärfer an. Man konnte kaum glauben, daß er sich gerührt hätte. Genau wie vorher sitzt er auch jetzt da . . . das Zeitungsblatk in den Händen und liest noch immer. Liest ? Nein! Er thut nur so, als ob er lese. Denn es ist schlechterdings unmöglich, stundenlang in einer und derselben Zeitung und überhaupt bei. dieser miserablen Beleuchtung zu lesen. Mein Blick gleitet von seinem Kopf zu seinen Schultun von dort zu seinen Händen berab. Er hält sie noch ganz genau so wie vor zwei Stunden, wie vor eine: Stunde, wie in jedem Augenblick, da ich das Eingeschlafensein zu simuliren begann. Obwohl seine sonstige Körperhaltung sich um ein weniges verändert hat. Und da plötzlich überläuft cö mich von neuem eisigkalt, denn ich sehe es erst jetzt, daß seine Hände jene Hände, die das Zeitungsblatt so fest zu halten scheinen, keine wirklichen lebendigen Hände sind. Es sind künstliche Hände! Ganz bestimmt! , Ja trotz der ungenügenden Beleuchtung trotz des Hin- und Herschwenkens des Zuges sehe ich es jetzt. Künstliche Hände sind es . . . künstliche Hände! , Je aufmerksamer ich darauf hinblicke, um so deutlicher drängt diese Gewißheit sich mir auf. Sie sind von einer wächsernen, von opalartiger Weiße, diese Hände. Unter den Nage!spitzen ist sehr geschickt etwas roth? Schminke aufgelegt, um ihnen einen lebendiaeren Ausdruck zu geben. Ich versuche nun in sein Gesicht zu sehen. Die Zeitung verdeckt es mir aber größtentheils, und der andere Theil davon ist so dunkel beschattet von den Wagenkissen, in die der Kopf zurückgelehnt ruht, daß ich absolut nichts davon fehen kann. - Jcb war nun aber ganz gründlich in Angst gejagt. Was wurde zetzt gesche hen? dachte ich. Was würde der Mann jetzt thun? Was )outt iq thun? Wie mich schützen ... wie mich vertheidigen? Wenn diese seine Hände, die ich sehe, künstliche Hände sind ... wo hält er denn seine wirklichen verborgen? Welches Entsetzliche verbirgt mir der große, weite, pelzbesetzte Mantel noch? Und wann wird dieses Entsetzliche nur sick zeiaen? Wann? Die Falten dieses Mantels streifen bis an mein Kleid heran. "Unwillkürlich ziehe ich mich ganz weit zurück von meinern unheimlichen Nachbarn ganz weit bis in- die

aunerste Ecke des WaaenI.

!: tt 5rzäklu.r von" Al'.tticNcttmann-Hoscr : Aber was kann mir das nützen? Ich bin den beiden ja doch völlig preisgegeben. Schutzlos und hilflos ihnen preisgegeben. Und Julie schläft. Schläft ganz fest, als läge sie sicher zu Hause in ihrem R-tt. Böller verhaltenem Acrge? blicke i das Mädchen an. Wie kann man nur überhaupt so schlafen? Wie ist es möglich? Sie schnarcht sogar ein wenig ab und zu. Ob ich den Versuch machen sollte, sie zu wecken? Aber wozu? Es kann mir nichts nützen. Sie ist ja doch nicht auf natürliche Weisein Schlaf versunken, sondern betäubt von Gott weiß' welch schrecklichem Opiat. . Und der Mann würde sich dann vielleicht noch veranlaßt sehen, Gewalt gegen mich anzuwenden. Doch das wird ja nun ohnehin schon bald geschehen . . . Daß ich diese fürchterliche Nacht nicht überleben . . . daß ich während dieser- Nacht ermordet werde, das unterliegt für mich nun keinem Zweifel mehr. Wär: es doch nun schon geschehen! Wäre es erst vorüber, das Schrecklickie! Wäre doch diese aanze schreckliche, schaudervolle Nacht erst vorüber! Während alle diese und noch mehr ähnlich grausige Gedanken wie gepeitscht mir durch den Kopf jagen, sitze ich ganz .still da, das Haupt in die Kissen zurückgelehnt . . . äußerlich ruhig ... ganz ruhig. Was würde es mir denn auch nützen muß ick denken nicht ruhig zu sein? . Alles Schreien und Rufen vermöchte mir aus dieser Situation nicht herauszuhelfen. Kein Mensch würde mich hören können durch den ohrenzerreißenden Lärm unseres durch die Nacht dahinjagenden Expreßzuges , hindurch. Ack wenn mein Mann doch letzt hier wäre! Gleichviel ob dick oder dünn ob häßlich, ob hübsch mit wel cher Wonne wurde ich ihn begrüßen. als meinen Schutzengel, meinen Retter und Erlöser. Und wieder und immer wieder fallen meine Augen auf den schrecklichenMantel auf die unheimlichen künstlichen Hände. Jetzt erst begreife ich das Ganze. Natürlich, diese blassen Hände brauchten, durften ihre Stellung nicht um ein Atom verändern, . . . währenddem die wirklichen gräßlichen rothen Hände des Mörders und Räubers vorsichtig unter meinen Fußen den Kasten hmwegzunehmen versuchten. Oder waren es die Hände des anderen gewesen? Der, der den 2itor" so freigebig spendin hatte, war er es gewesen, der meine Füße berührte Grausig grausig nicht einmal zu wissen, welcher von beiden aber das war ja auch egal. Die beiden gehörten ja doch zusammen ' waren Spießgesellen. Ich halte die Augen immer noch weit geschlossen, daß die beiden Männer glauben könnten, ich schlafe. Aber sie glauben es nicht. Das ersehe ich daraus, daß sie nun beginnen über mich zu sprechen und zwar in einer Weise, die absichtlich für meine Ohren bestimmt zu sein scheint. -Der eine sagte: . Es ist ein verteufelt hübsches Frauenzimmer." Und noch ganz jung" erwidert der andere. Wäre die Situation eine andere ge Wesen, ich hätte mich beinahe freuen können über das Kompliment . . . denn mit dreißig Jahren noch ganz jung" gefunden zu werden ... so aber ... Jedenfalls was Vornehmes" meinte der erste wieder. Wahrscheinlich 'ne Gräfin oder so was" antwortete der Spießgeselle. Ach ja" stöhnt es in mir eine mausetodte Gräfin, . bevor noch der Morgen graut! Eine gräfliche Leiche!" Dann wieder sagt der erste: Diese vornehmen Leute nehmen ihre echten Juwelen nur selten mit auf die Reise. Meistens schicken sie alles nach der Bank. Was sie so bei sich führen, sind immer blos diese Straß- und Similigeschichten!" Ach!" stöhnt es wieder in mir. Wäre ich nur so schlau gewesen! Dann brauchte ich ietzt wenigstens mcht zu zittern um meine schönen, geliebten Rubinen! Um meine werthvollen Perlen und um meine Diamanten!" , Ich hätte weinen können, 'wenn ich daran dachte, wie diese Schufte mir doch sicherlich bald mit Gewalt alles das entreißen würden. Ach. meine lieben hübschen Sachen Geschenke von meinem Manne Andenken . alles lebt wohl! lebt wohl!" Und dabei fühlte ich doch, daß ich ruhig ihren Verlust ertragen würde, daß ich ruhig den Rest meines Lebens hindurch Similischmuck tragen . oder auch ganz schmucklos einhergehen wur de, käme ich nur noch lebendig von hier bis nach der nächsten Eisenbahnfta tion. ...... Während ich das noch denke und mich immer mehr und mehr zu fürchten' be-

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ginne, kommt es mir auf' einmal so vor, als ob der Mann mir gegenüber mich drohend anblickt! Er scheint sich von seinem Sitze zu erheben; jetzt, jetzt wird er die Hand gegen mich aufheben; er kommt mir näher näher in einer Art von Verzweiflung, ohne eigentlich zu wissen, wVls ich thue, und als ob ich glaubte, daß das mich irgend wie zu schützen vermöchte, hebe ich mein feines Taschentuch von meinemSchooße auf und werfe es mir über das Gesicht. Und im nächsten Augenblick fast, während ich zu sterben glaube vor Furcht überfällt mich ein Gefühl der furchtbarsten Schläfrigleit Hände und Füße verlieren jede Empfindung die Augenlider werden mir schwerer und es verläßt mich das Bewußtsein. Ich hatte vergessen, daß ich den Inhalt des Gläschens vorher auf das Tuch geschüttet hatte, und in dem Augenblick, da ich das Tuch mir um Mund und Nase warf da übte das Opiat seine betäubende Wirkung auf mich aus. So allein, und nicht anders, vermag ich mir die sonderbare Sache zu erklären. Als ich erwache ... mit einer seltsa-

men Empfindung erwache . . . mit der gemischten Empfindung, lange geschlasen zu haben gar nicht geschlafen zu haben, nicht zu wissen, wo ich mich befinde, und eine unbestimmte, schreckliche Angst vor etwas Unbekanntem zu haben . . . als ich solcher Art erwache und um mich herumblicke, bricht das erste, helle Morgengrauen durch die Fenster des Koupes herein. Fröstelnd richte ich mich in meiner Ecke auf und versuche, mich auf die Borgänge der Nacht zu besinnen. Ader was t denn los? Das Koupe ist beinahe leer. Meine Reisetasche ist fort . . '. meine Schmuckschatulle? Ich taste mit den Füßen vergebens herum ach aucy sie ist fort! Der Mann mir gegenüber ist fort . . . und - und auch me:ne Dienerin Julie ist fort! - Nur der Mann in dem dicken Mantel, der Mann mit den künstlichen Händen, er ist immer noch da. Er allein . . . und ich! In seinen Händen hält er noch im mer das Zeitungsblatt. Der Rand seines Mantels berührt noch immer mein Kleid. Großer Gott! Jetzt bin ich ganz allein mit ihm. ., Ein trostloses Gefühl des völligen Verlassenseins der ' furchtbarsten Verzweiflung überfällt mich jetzt. Selbst schlafend war Julie mir immer noch wie ein Schutz erschienen. Nun war auch sie fort! Wie war es nur möglich gewesen, daß sie mich verließ? Gewiß, man mußte sie mit Gewalt aus dem Koupe entfernt haben. Freiwillig hatte sie mich niemals verlassen.' Vielleicht hatte man sie gar in betäubtem. m ' schlafendem Zustande weggebrackt. Und nun faß ich ganz allein hier ganz allein der Willkür dieses Unholdes preisgegeben. .. In dieser meiner tiefen Qüal und Scelcnangst stöhnte ich unwillkürlich laut und flüsterte dabei: O. Julie Julie Julie!" Da schien der Mann im Mantel neben mir zu erschauern. Er bewegte sich unruhig hin und her, und die Zeitung, die er bisher so fest gehalten, entfiel seinen Händen, die steif und gerade ausgestreckt in ihrer früheren Stellung verharrten. Ich werfe einen erstaunten Blick auf ihn und sehe jetzt, daß sein Gesicht gar kein wirkliches Gesicht ist - sondern eine Maske! Und hinter dieser Maske her dringt jetzt ein halb erstickter, gurgelnder Laut an meine Ohren. Es überläuft mich eisigkalt. Und dennoch dennoch Ist es das immer heller werdende Morgenlicht, das mir jetzt mit einem Male solchen Muth verleiht? Oder ist es im Gegentheil der höchste Gipfel der Verzweiflung? Ich weiß es nicht. Und ich werde es wohl auch niemals wijstn. Ich weiß nur, daß ich mich plötzlich mit allen meinen Kräften auf ihn stürze aus den unheimlichen Mann im Mantel daß ich diesen Mantel auseinandcrreiße. daß ich ihm .die'A!aske vom Gesicht herabreiße. daß ich ihm die kunstlichen Hände wegreiße alleZ alles! Und als ich das mit der Frenesie der Verzweiflung gethan habe als die Hände, der Hut, die Maske, der Mantel am Boden des Koupes liegen wer ist es nun. der da vor mir sitzt mit unglückseligem,todtgeängstigtem 'Gesichtsausdruck,'gebundenen Händen und Füßen und einem Knebel im Munde? Wer ? Julie ! Ja Julie meine arme, schon verloren geglaubte Julie!! Wie ist denn das nur möglich getosen?" frage ich sie, nachdem ich den Knebel aus ihrem Munde entfernt habe. Aber sie weiß nichts. Sie ist beinahe sprachlos. Ich muß wohl geschlafen haben. gnädige Frau" meint sie dann endlich nach reiflichem Nachdenken. Ja das muß ste woyl. Und wahrend ste fest schlief und ich schlief hat man sie geknebelt und gebunden, mit Hut. Mantel. Maske und den künstlichen Händen versehen, und sie dann neben mich hingesetzt, in genau derselben Stellung, wie vorher der Mann dort gesessen hatte. Auf der v nächsten Station hatten dann die beioen Spießgesellen den Zug verlassen meine Reisetasche und meine Juwelenkassette ungehindert mit sich nehmend.

Wenige Stunden darauf waren wir in Paris. Mein Mann war pünktlich am Bahnhof. , Ich aber dachte nicht mehr darüber nach, ob er dick oder dünn war ob mein Haar zerzaust, meine Augen roth, und mein Gesicht grünlich-blaß aussah. Diese Gedanken waren mir gründlich vergangen. Wohl aber war ich über alle. Maßen glücklich, mich wieder in dem Schutze meines guten Mannes 'zu wissen, und vergaß über diesem Glück in der ersten Freude des Wiedersehens sogar meinen Schmerz über die geraubten Juwelen. : Mein Mann aber meldete die Sache natürlich sofort auf der Polizei. Sämmtliche Juweliere in Paris wurden benachrichtigt, und vor Ablauf von achtundvierzig Stunden wurden bei einem Juwelier meine Rubinen zum Kauf angeboten und der betreffende Verkäufer soaleick festgebalten. Mein Mann und ich mußten nach dem Polizeiamt gehen, um die Rubinen zu sehen und festzustellen, ob es die meiuen waren. Wir sahen auch den Räuber meiner Schätze und erschraken nicht wenig, in diesem Manne einen von uns vor etwa einem halben Jahre entlassenen Dner zu erkennen. Der hatte auf dem Bahnhof mich sowohl wie meine Schmuckschatulle ertanni und wußle genau, daß. ich die schlechte Gewohnheit hatte, meine kostbaren Juwelen stets auf Reisen mit mir zu führen. Ich brauche Ihnen wohl kaum noch zu versichern, daß ich diese Gewohnheit seit jener schlechten Erfahrung für immer abgelegt habe.

Sicherheit vor Kaminbrand. Ein Maurer schreibt, es könne gar mcht vorkommen, daß em Schornstein brenne, .wenn man beim Bau des Schornsteins den Mörtel gut mit Salz vermischt und auch die Innenseite des Schornsteins gut mit diesem Mörtel ausstrelcht; es setzt sich dann kein Ruß an. kann also auch nicht brennen. Brennt ein Schornstein, bei dessen Bau dem Mörtel kein Salz zugesetzt wurde, so wirft man einfach eine Handcoll Salz rn den Ofen des Schornsteins, und das Feuer geht sofort aus'. Westfälischer Pumpernickel. Von zwei Dritttheilen des zum Backen bestimmten Mehles aus zweimal geschrotetem, ungesiebtemRoggen mit Kle:e. einer entsprechenden Menge Sauerteig und dem erforderlichen Wasser, bereitet man einen ungesalzencn, derben Teig, läßt ihn über Nacht ruhen und knetet am nächsten Tage das letzte Drittel Mehl darunter. Der nunmehr sehr spröde, feste Teig muß danach 23 Stunden an einem warmen Ort gähren, wird dann, zu großen, handhohen Broten geformt

und bei starker Ofenhitze gebacken. Ochsenbrust mit. Gemüse. Ein schönes Stück Ochsenbrust wird auszebeint, geklopft, aufgerollt, gebunden und mit den Gemüfen langsam weich gekocht. Als Gemüse nimmt man schönen Wirsing, den man viertheilt, von den Stielen befreit, jedoch so. daß die Viertel ganz bleiben, und im Salzwa'sser abblanchirt. Ferner werden genügend junge Mohrrien, kleine Kohlrabi,. kleine Sellerie, sowie weiße Rüben 'geputzt und abblanchirt. Dann richtet man das Gemüse in einem flach:n Dampfzeschirr ein. salzt, füllt mit Fleischbrühe auf und dämpft alles weich. Dic Ochsenbrust wird in Sö,eiben geschnitten, auf einer Schüssel angerichtet, mit den Gemüsen umkränzt und mit Kartoffeln, die man in Butter, etwas Fleischbrühe und feing'chackter Petersilie geschwenkt hat, aufgetragen. Gegen das Schimmeln der F r u ch t s ä f t e. Nichts ist besser und schützt mehr vor dem Schimmeln aller Dicksäfte oder Geleesorten. als eine dünne Decke von Paraffin. Man läßt letzteres auf dem Feuer zergehen und gießt dann vorsichtig fo viel über den erkalteten Saft, daß eine dünne Decke daraus gebildet wird. Diese wird sofort erhärten, und die Gläser bedürfen dann nur noch d:s Ucberbindens mit Papier. Ten Paraffindeckel hebt ?nan vom Gelee, sobald man letzteres gebrauchen will; hat man mehrere Teckel wieder beisammen, so schmilzt man sie zu einer Masse ein, die dann immer auf's neue zur Bedeckung von Gelee gebraucht werden kann. Paraffin wird vortheilhaft auch zum Tichten gewöhnlicher Korke für Flaschen gebraucht, indem man diese in erhitztes Paraffin taucht. Ameisenpuppen zu kons e r v i r e m Um frische Ameisenpuppen, welche man doch nicht in großen Massen verfüttern kann und auch gern für spätere Zeiten 'aufbewahren möchte, vor dem Verderben zu schützen, werden sie angewelkt. Zu diesem Zwecke "schüttet man die Puppen in kleineren Quantitäten auf ein auf einer heißen Ofenplatte befindliches Blech oder in eine Pfanne und setzt sie einige Minuten' unter beständigem, sorgfältigem Umrühren der Hitze aus. Die Puppen dürfen- aber nicht dürr, sondern nur welk werden, dabei stirbt die in der Hülle befindliche Puppe ab und kann sich nicht weiter entwickeln. Die auf diese Weise behandelten Puppen, bei denen also das sogenannte Blauwcrden" vermieden worden ist. werden auf Papierbogen geschüttet und an einem kühlen Ort flach ausgebreitet, damit sie nicht durch gegenseitigen Druck leiden. .

Schließung eine? ÄZallfakirtöorteS. Kaum ist die Affäre des französischen Wallfahrtsortes Lourdes unter den größten Schwierigkeiten zu Ende geführt, so ist von einem zweiten ähnlichen Vorkommnis zu berichten, wenn sich diese Angelegenheit auch nicht so zugespitzt hat wie diejenige von Lourdes. Der Erzbischzf von Bourges. Pierre Servonnet, hab eine strenge Verfügung erlassen, welche die Schließung des Klosterhofes von Pellevoisin anordnet. Das bedeutet, daß ein neues Lourdes im Keime erstickt wird. Im Jahre 1876 behauptet! eine gewisse Estelle Fagette, Kammerfrau der Madame de la Rochefoucauld, daß ihr im Hofe des Klosters die hei lige Jungfrau erschienen sei. ' Trotzdem die Wahrheit dieser Erscheinungen niemals durch ein kanonisches Urtheil festgestellt worden ist. erlaubte man sich. Pilgerzüge nach Pellevoisin zu oraanisiren, und die Ausbeutuno

des neuen Kultus wurde bald Gegenstand heftiger Streitigkeiten innerhalt des Klerus. Dominianer und zwei Abbes, von denen einer in Lyon wohnt, machten der Ortsgeistlicheit von Pellevoistn eine so scharfe Konkurrenz, daß den Gläubigen Aergerniß bereitet und der Friede des Klosters selbst gestört wurde. In den Predigten, welche bei Gelegenh,eir dieser Pilgerzüge gehalten wurden erlaubten sich die Geistlichen sogar heftige AusMe gegen den Bi schof und den Erzbischof. weil beide den Kultusübungen Widerstand entgegensetzten. Die jetzt ersolgte Berfü. gung des Erzbischofs Pierre bedroh! jeden ihr zuwiderhandelnden Priester und Laien mit den üblichen Kirchen strafen. Sonderbarer Miethzins. Die französischen Seeleute, die jüngst Schloß Windsor besuchten, dürften fo schreibt der Gaulois" erstaunt gewesen sein über die vielen französischen Fahnen, mit denen ein Saal deZ Schlosses, der sogenannte Garoenjaal. von oben bis unten geschmückt ist. Wei es nicht besser wußte, hielt diese Fahnen vielleicht für ebenso viele Trophäen, welche die Engländer den Franzosen in irgend einer unbekannten Schlacht ab genommen haben. Die Fahnen haben aber einen weit prosaischeren oder, wenn man will, poetischeren Ursprung: sie stellen die Miethe" dar. die von den Herzogen von Marlborough und von Wellington, welche die der Krone gehörenden Schlösser Woodstock undStrathsields Haye bewohnen, alljährlich an den König Edward gezahlt werden muß. Jedes Jahr an den Schlachttagen von Blenheim und von Waterloo (2. August und ).8. Juni) schicken die beiden Herzoo: je eine französische Fahne als Schloßpacht, und diese Fahnen werden dann im Gardcnsaale ausoewahrt. Das ist übrigens nicht. dieeinzige Form seltener Miethzahlung in England. Der Schloßherr von Bückland in Kent schickt dem König, dem das Schloß gehört, jedes Jahr eine rothe Rose als Miethe, und der Lord von Bemburg hat für sein gleichfalls der Krone gehörendes Schloß 140 Hühner und 1300 Eier als Miethe zu entrichten. Die britische Handelsflotte. Nach einem amtlichen Ausweise zählte im Jahre 1903 die britische Handelsmarine 176.520 als Briten gebo.ren'e Seeleute nebst 41,021 Laskarenoder Jndiern. zu denen noch 40.39L Ausländer kamen. Die Anwesenheit der letzteren empfindet man in England allgemein als einen schweren Uebelstand, namentlich in Bezug auf dik Frage, wie in Kriegszeiten diese Ausländer schädlich werden können. Die Times" wendet sich bei Besprechung dieser Thatsache unter Anderem gegen die Rheeder, weil diese Lohn- und Arbeitsbedingungen diktiren. die den britischen Arbeitern nicht zusagen, tzolange darin keine Aenderung eintrete, könne man noch so viele Schulschiffe für die Heranbildung von Matrosen einrichten die Leute würden des Lebens später an Bord überdrüssig, weil die Nahrung und Unterbringung dort. obschon in den letzten Zeiten einigermaßen verbessert, sie nicht befriedigen, und dann gingen sie zu anderen Berufen an Land über. Uebrigens hätten die Schulschiffe noch zu sehr den Charakter einer Strafanstalt oder einer Armenunterstützung, sodaß bessere Leute ihre Kinder ungern hinschicken. Deshalb sei es an der Zeit, daß die öffentliche Meinung die ganze Frage näher verfolge und einen Druck ausübe. Darüber, wie die ban kerott gewordenen Inhaber der Gk' treidefirma Samson zu Norden Ge schäfte gemacht habm, kommen jetzt die abenteuerlichsten Gefchichten ' zu tage. Namentlich suchten und fanden sie unter den Landwirthen und Mül lern der Umgebung ihre Opfer. An diese verkauften sie meist gegen Ak zepte, und nach einiger Zeit ließen sie sich obendrein Abschlagszahlungen lei sten. Jetzt. , da die Konkursverwal' tung den Leuten die Wechsel prüfen tirt. müssen sie also die Waare zum zweiten Male bezahlen. Ein Müller lebte bisher in dem guten Glauben, nur einen Wechsel über 22.000 Mars unterschrieben zu hben, bis er sich jetzt überzeugen mußte, daß die Konkurs' Verwalter drei gleiche Ausfertigungen über dieselbe Summe von ihm ,be sitzen.,.'. -S..- ,

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fl. F. & C0

Der Bürgermeister und mehrere Stadträthe von Tislis legten ihre Aemter nieder als Protest gegen die blutige Unterdrückinq der Kundgebung vom 11. September durch die Truppen im Rathhause. Eine Abordnung von Landsleuten des Bezirks Sangesur bat den General Schirinkin, y Maßnahmen gegen die aufständischen ' Tataren zu ergreifen, welche Dörfer zerstörten und Frauen raubten. Man prtestirt insbesondere gegen die !itarischen Polizisten, deren Verhalten eine Beruhigung unmöglich macht. Die Brandstiftungen und Plünderungen in Balalhany und Bibi-Eibat haben auf gehört. Gegenwärtig herrscht in diesen Orten Ruhe.

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