Indiana Tribüne, Volume 29, Number 45, Indianapolis, Marion County, 16 October 1905 — Page 3

Jnblcma Tibüne, 16 Oktober 1905

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Oesterreich 's Wirren Drohen auch deutsche Interessen in's Spiel zu ziehen.

Noch ein Kaiser Wilhc!m-Tcukmal. Zolltrennuug Oesterreich's von Ungarn. Handelöministcr Möller ausgespiclt.-Polnischcr Wahlsieg. Wm. I. Bryan in Japan.

Deutschland. S t e l l u n g zu OeftereichS Wirren. Berlin, 15. October. In ganz ernster Weise fängt man nun an, sich mit der Möglichkeit einer Theilung der öfterreichlsch.ungarischen Monarchie zu befchüstigen,' und selbst Männer von konservativster GefinnungSrichtung ge stehen, daß es Deutschlands Pflicht sei, der Lage eingehende Aufmerksamkeit zu schenken. 65 liegt wohl kein Zweifel vor, daß dies in höchsten Kreisen be reitS geschieht. Man weiß wohl, daß der Thronfolger auf Ungarns Seite steht, und doch scheint Niemand sich des Gedankens sich erwehren zu können, daß mit dem Tode Franz Joseph'S die schwarzgelbe Monarchie in die Brüche gehen wird; denn verläßliche Berichte aus Pest melden, daß trotz der Gereizt heit der Coalition die Llebe zum alten Könige, nicht seiner Krone, sondern sei neS Alters wegen, immer noch zum Durchbruche kommt und manches ge hässige Wort auf Rednerlippen hat ersterben lasten. Das All.deutfche Geheimniß wird also wiederum an allen politischen Ecken und Enden geflüstert. Ungarn soll frei oder russisch? Deutsch Oesterreich deutsch werden. Die slavi schen Provinzen scheint Niemand in Rechnung zu ziehen. ES ist äußerst schwierig, die Stimmung in Wien zu sondiren. Aus guten Gründen hat das maßgebende Element so wenig wie mög lich an den bisherigen Wirren theilge nommen, und die alldeutschen Frac tionen Oesterreichs sind von jeher so hysterisch gewesen und übertreiben so gern,' daß man ihrem Gebühren nach keinen Schluß auf die Ansichten des Volkes und seiner Vertreter ziehen kann. Niemand leugnet, daß das epoche machende Ereigniß einer Vereinigung Deutsch.OesterreichS mit Deutschland nicht mehr zu den Unmöglichkeiten ge hört. Derartige Umwälzungen lassen fick schwer in Worte kleiden, und eS scheint fast wie eine EntHeiligung, mit den Kronen gesalbter Häupter zu spie len und die Folgen deS Ablebens eines Monarchen vorauszusagen. Aber die herzlose Politik hat all' DieS zu legiti men DebattirThemen gemacht, und eS maa als Einleitung dienen zu dem neuen Kapitel der öfterreichischungari schert Geschichte, das nach dem 19. De cember geschrieben werden wird. Noch ein Denkmal. Nürnberg, 15. Oct. Die Ent hüllung des Kaiser WilhelM'DenkmalS in Nürmberg findet nach endgültigen Bestimmungen in Gegenwart deS Kai fervaareS und der Kronprinzlichen Herr föaften in der ersten Hälfte deS Mo natS November statt. Der Prinz.Re gent von Bayern hat in seine? Einla dung dem Kaiser die Bestimmung deS EnthüllungStageS übertragen und Ee. Maiestüt erwiderte, daß viel von dem Tage des Besuches deS Königs von Spa nim in Berlin abhänge. Außer dem Kattervaare und dem Kronprinzen und seiner Gemahlin wer den sich noch andere Mitglieder deS Ho feS an der Feier betheiligen. Der Großherzog und die Großherzogin von Baden. Prinz und Prinzessin Ludwig sowie die Prinzen Leopold und Arnulf von Bayern haben bereits ihre Zusage gegeben und weitere Meldungen dieser Art find erwartet. Während seines Aufenthalts in der Feststadt wird das ttaiserpaar im Kö niglichen Schloß zu Nürnberg absteigen während der Kronprinz und die Krön Prinzessin, sowie das badische Großher zogSpaar als Gäste des Prinzregenten im, Grand Hotel Wohnung nehmen werden. Minister Möller'S Ent. lafsungSgefuch. B e r l i n , 15. Oct. Der RüZtrit deS preußischen HandelSminifterS Theodor Möller, ist nunmehr That fache. Der Chef deS Geheimen Civil kabinettS deS Kaisers, v. LucanuS, er suchte heute um den Besuch deS Mini sterS, lind erhielt dessen CntlassungSge

such eingehändigt. DaS Scheiden Möl. lerö, welcher sich bei der Großindustrie mißliebig gemacht bat, ist der Borläu fer des Eintritts deS Staats in das Kohlensyndikat und daS Grubenfelder Konsortium. Die Ernennung deS derzeitigen Ober Präsidenten der Provinz Westpreußen, Delldrück, zum HandelSminister wird demnächst erfolgen. Riesiger Wahlsieg deS Polen Korfant y. B r e S l a u, 15. Octbr. Bei der gestrigen ReichZtagsersatzwahl im ober schlesischen Wahlkreise Kattowitz Zabrze ist der radikal-polnische Kandidat Re

dalteur Korfanty, mit einer riesigen Mehrheit gewählt worden. DaS Cen um verlor übee elstausend Stimmen. und die Sozialiften erlitten ebmfalls gewaltige Einbuße, während der deut che Kandidat starke Stimmengewinn: machte. Die Blätter sind völlig verblüfft über das Ergebniß der Wahl und erklären, die Niederlage des Centrums beruhe auf dem Liebäugeln mit den Polen, die trotzdem den Radikalen vorzoaen. Die Fleischnoth, welche sich gerade in Oberschlesien schwer fühlbar macht, wurde von Korfanty aeschickt au'ae beutet. Bei der ReichStagSwahl im Jahre 19(13 wurden für den CentrumSkandi daten Letocha 19.992. für Korfanty 11.670,. für den Sozialdemokraten 10,. 044 und für den deutschen Kartell Kandidaten 3033 Stimmen abgegeben. In der engeren Wahl siegte dann Kor anty mit 23,550 über 22,875 Cen rumsulmmen. feern Mandat war ür ungültig erklärt w'ordm, weil bei der Wahl grobe Ausschreitungen vor gekommen waren, j Kanzler empfängt B ü r germeist er in Sachen der F l e i s ch n o t h. Berlin, 15 Oct. Reichskanzler Fürst v. Bülow hat sich bereit erklärt. die Abordnung der Bürgermeister, wel che laut Beschluß des Vorstands des Deuttchen StädtetaaeS in Sachen der Fleischnoth bei ihm vorsprechen soll, zu empfangen. Ueber den Zeitpunkt ist aber noch keine Entscheidung getroffen. Botschafter v. Stern bürg. Berlin, 15. Oct. Die Nach richt, der deutsche Botschafter für Wash ington, Freiherr Speck v. Sternburg, wolle sich wegen angegriffener Gesund heit aus dem diplomatischen Dienste zurückziehen, wird von offizieller Seite als unbegründet erklärt. Freiherr v. Sternburg soll bei au5 gezeichneter Gesundheit sein und also lut keine RückzugSzedanken" frei willige oder unfreiwillige haben. Er wird am 17. October von Kaiier Wilhelm in Audienz empfangen wer den und am 24. October nach Wash ington abreisen. Auftreten der Genick starre. B r e S l a u, 15. Okt. In Ober schlefien find in letzter Woche wieder 17 neue Fülle von Genickstarre aufgetre ten und die Behörden gestehen nun zu. daß sie die so sehr gelobten und für un fehlbar gehaltenen Vorsichtsmaßregeln vorläufig der Seuche noch keinen Rie gel vorgeschoben haben. Die Erkrankungen werden aus Ja lenze, Friedland, Brezie und Ostrog gemeldet. Noch immer Delcaffe. Berlin, 15. Oct. Die Blätter besprechen sämmtlich auf daS Lebhafteste die neuesten Enthüllungen über die Quertreibereien deS ehemaligen franzö fischen Ministers des Aeußern Delcaffe, deren Zweck die Entfesselung eines Krie geS gegen Deutschland war, und Eng land'S Antheil davon. Die einstim mige Ansicht geht dahin, daß England auf das Schwerste kompromltirt sei. ES wird die Vermuthung auSgespro chen, daß Delcaffe die Gewißheit, auf eine britische Allianz mit Frankreich gegm Deutschland rechnen zu können, aus seinen Unterredungen mit König Edward schöpfte, deffen erklärter Günst. ling er bis zu seinem Sturz war.

Von offiziöser Seite wird in Erwei erung der gekabelten Meldung rnitge heilt, Lord LanSdowne. der britische

Minister deS Aeußern habe vertraulich erklärt, daß zur Unterstützung Frank ichs in der Marokko-Frage lediglich diplomatische, nie militärische Hülfe verlangt oder angeboten worden sei. Auch sei die Frage eines deutsch'fran zösischen Krieges niemals erörtert wor den. Die Blätter verhalten sich aber dieser Erklärung wie auch einer gleichlauten den ofnziösen Aeußerung der Agence HavaS" gegenüber skeptisch. Sie der angen bündige, nicht nurmündliche vertrauliche Erklärungen. Kommerzienrath Goldb e r g e r. Berlin, 15. Oct. Geh. Kommerzienrath L. M. Goldberger wird in der morgigen Nummer der Zeitung Tag" einen Artikel unter dem Titel Americana" veröffentlichen, in wel chem er namentlich der Tarifpolitik der Ver. Staaten seine Aufmerksamkeit chenlt. Er führt aus. daß die scharfe Ausgestaltung des . TruftwesenS im .Lande der. unbegrenzten Möglichkei cn" eine Fülle solcher Industrien neu geschaffen und gefestigt habe, die nun mehr den Import erschweren und die Abneigung der Hochschutzzöllner gegen Reziprozität nähren.. Solche Politik rechne nur mit dem Augenblick und übersehe die absolute Notwendigkeit von Exporten, wenn die heimische Absorp tion stillstehe oder zurückgehe. Eine dauernd lohnende Ausfuhr fei bei der jetzigen Schutzzollpolitik der Ver. Staa. ten ausgeschlossen. Der gediegene Kenner der amerikani schen Verhältnisse bespricht dann die Stellung deS SchatzamtSsekretärS Shaw, wie sie aus dessen jüngsten Aeußerungen hervorgeht, und streift die Arbeiterfrage, sowie Carnegie'S Ar tikel in der North American Review" über eine englisch französisch - ameri konische Verständigung. Geheimrath Goldberger schließt sei nen interessanten Artikel mit den Wor ten, Carnegie zeige, daß die klugen Amerikaner auch in ihren Weltbe glückungSplänen vorsichtige Rechner blieben, indem sie die Ehren heroischen Verzichts dem lieben Nachbar gönnten. Theilweiser Sieg der S t r e i k e r. B e r l i n , 15. October. Der große Strik der Elektriker ist beendigt und die Arbeit soll morgen wieder aufgenom men werden. Die Arbeitaeber baben sich, wie angekündigt wird, dem Ulti matum der Ausständigen gefügt und das Resultat des erbitterten Kampfes ist daher ein theilweiser Sieg der Ar beiter. Dieselben haben zwar nicht alle Forderungen durchgesetzt, aber doch die wichtigsten. Cholera noch nicht erlo schen. Berlin, 15. Oct. Die erloschen geglaubte Cholera ist abermals aufge taucht. In Stolpe hat stch heute eine neue Erlrankuna ereianet und das Wasser der Havel soll infizirt sein. Die seS Gerücht bedarf jedoch noch der amt lichen Bestätigung. MaffeN'AuSspe-rrung in Thüringen. W e i m a r, 15. Okt. Einer Depe sche aus Gera in .Thüringen zufolge haben die Textilwerke zwölftaufend Arbeitern auf nächsteü Mittwoch ge kündigt. Sollte der Unternehmerbund sich für die Schließung aller Fabriken entscheiden, so werden 25,000 Mann betroffen werden. Streik in Aussicht München, 15. Okt. Fürth steht vor einem Streik seiner städtischen Arbeiter. Sie haken an die beiden Kollegien eine Eingabe um höhere Löhne gemacht und zugleich erklärt, baß im Weigerungsfalls ein Ausstand mit seinen schärfsten Begleiterschelnun gen in Szene gesetzt werden würde. Außer den geforderten Ausbefferun gen wird em Kontrakt verlangt, der keine Herabsetzung der Arbeitspreise für die . Dauer von zehn Jahren zu lassen soll. Cuba. Erdbeben. Santiago de'Cuda, 15. October. Heute Nachmittag trat hier ein starkes Erdbeben auf. ES war stärker, als die schon vor einiger Zei vorgekommenen. Jamaika. Neu eSErd beben. Kingston, 15. Oct. Um 4:35 Uhr heute Nachmittag wurde hier ein weiterer Erdstoß verspürt.

Japan.

W m. I. Bryan. Tokio. 15. Oct. Wm. I. Bryan, welcher zu ?)o!ohama ankam, will 2 Wochen in Japan zubringen. Marquis. Jto, Präsident deS Geheim ratheS und Graf Okuma. Minister der Auswärtigen werden Bryan zu Ehren Festlichkeiten geben. Amerika nischerDampfer beschlagnahmt. T o k i o, 15. Oct. DaS Flotten department macht bekannt daß der amerikanische Dampfer Centennial" am 10. October in der Soyaneer enge beschlagnahmt wurde. Räumung der Mand schüre:. Tokio, 15. Oct. Man nimmt hier an, daß die Regierung Befehl er äffen hat, daß die japanischen Truppen am 16- October den Rückzug aus der Mandschurei beginnen sollen. Oesterreich'Ungarn. Zolltrennung Oester reichöund Ungarns. Wien, 15. Oct. Wie gemeldet wird, enthält das Programm des amts ührenden Ministerpräsidenten Fejer Vary die Bestimmung, daß die Zoll rennung Oesterreichs und Ungarns im Jahre 1916 vollendet sein soll. Zugleich heißt eS abermals, daß Ba ron Fejervary zum ungarischen Mini fterpräsidenten wiederernannt worden st, doch soll die Thatsache nicht vor nächster Woche bekannt gegeben werden. Italien. Ernste Unruhen. R o m,-15. Oct. Die Truppenaus. Hebungen haben in allen Theilen von Italien zu ernsten Unruhen geführt. In Florenz, Turin und anderen Stüd ten kam eS gestern und heute zu MuHgen Zusammenstößen zwischen der Polt zei und den Sozialisten. Mehr als hundert Personen wurden verwundet und viele Verhaftungen vorgenommen. Die Regierung trifft Anstalten, die anti-militärischen Demonstrationen mit eiserner Faust zu unterdrücken, wenn sie sich wiederholen sollten. Rußland. Austausch der Friedens Verträge. St. P e t e r 5 b u r g, 15. Oct. Spencer E. Eddy, der amerikanische Geschäftsträger, benachrichtigte - heute um 3 Uhr Mittags das auswärtige Amt offiziell, daß der Kaiser von Japan den rusfisch.japanischen Vertrag unter zeichnet habe. Zu gleicher Zeit benachrichtigte der französische Gesandte zu Tokio die japanische Regierung, daß der Zar den Friedensvertrag unterzeichnet habe. Blödsinn derRevolu. t i o n a r e. St. Petersburg, 15. Oct. Die Leiche des Fürsten Trubetzkoy, deS bekannten liberalen Führers, wurde heute nach der NikolaiStation ge bracht, um nach Moskau überführt zu werden. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung war eine Schwadron GenSdarmen commandirt. Ein blöd finniger Mensch feuerte einen Revolver schuß aus die GendSarmen ab. Letztere mußten darauf angreifen, thaten das jedoch in so besonnener Welse, daß Verletzungen überhaupt nicht gemeldet wurden. Unter den zahlreichen Blumenspen den, die den Sarg des Fürsten bedeck ten, befand sich auch ein kostbarer Kranz von Orchideen, den der Zar ge schickt hatte. Demonstrationen. St. Petersburg, 15. Oct. Auf dem NewSkyProfpect kam eS gestern wieder einmat zu einer zwecklosen Demonstrationen mit rothen ffah nen u. f. w., die wirklich nur den Zweck zu haben scheinen, so viel Leute in ein besseres Jenseit zu befördern. xiaB oteje Vemonnranonen eine Aenderung deS Regierungssystems nicht herbeiführen können, kann ja ein Blin der mit dem Stocke fühlen, aber sie wer den immer wieder veranstaltet, wahr scheinlich von Leuten, die im Augen blicke der Gefahr sich des schönen Wor teS erinnern, daß Vorsicht die Mutter der Weisheit ist". Alle möglichen Mm chelmorde wurden aus demLande berich tet, aber eS ist bis jetzt auch noch nich ein einziger Fall festgestellt, daß einer der .Befreier- oder Retter des Vater landeS" usw. in offenem Kampfe gegen die Schergen der Autokratie gefallen ist.

3rn GoktNarovaynvau. Nach Mittheilungen aus Bern wird die Gotthardbahn-ir.ie in Bälde mii dem großen Eisenbahnnetz verbunden sein. Aber vorerst ist die Frage de: Entschädigungen seitens der Schweiz an jene Länder zu lösen, die eures Subventionen zur Errichtung diese, wichtigen Eisenbhahnlinie beigetrager haben. Die Subventionen betrage? zusammen 119 Millionen Francs, un!

Zwar 55 Millionen seitens Italien?. 30 Millionen seitens des Teutjcyei Reiches und der Rest seitens de, Schweiz. Ueberdies genießt Jtalier auf Grund der Uebereinkunst vom 15 Oktober 1869. welche durch die Uebereinkunft vom 12. März 1878 ergänz! wurde, ein Recht auf die Einnahme? der Linie. Diese Uebereinkunst setz! fest, daß die Dividenden, welche auf di, Aktien entfallen, 7 Prozent nicht überschreiten dürfen; ein darüber hinau! reichender Einnahmeüberschuß muß zu gleichen Theilen unter dem Subventionskapital und den Aktien als SuPerdividende vertheilt werden. Dieser Fall ereignete sich nur 1894 und 1895. wo 400,000 Fr. an die Suoventionare vertheilt wurden, von welchem Betrage 100.000 Fr. auf Italien entfielen. Der schweizerische Bundesrath ha' auf offiziösem Wege Erkundigunger eingezogen, ob Deutschland und a--lien nicht gegen eine billige Entschä digung auf ihr Recht der-Controlli und der eventuellen Superdividende welches ihnen ihre finanzielle Bether ligung an der Durchbohrung des St Gottharv verleiht, verzichten würden Die Antwort Italiens scheint derart gewesen zu. sein, daß sich auf diesci Grundlage Verhandlungen nicht all möglich erweisen. Italien erwartet daß die Schweiz bei Gelegenheit bei demnächstigen Uebernahme der &oii-Hard-Linie in die Bundesverwaltunc sich verpflichtet. Kompensationen voll tischer, finanzieller und' moralische, Natur für die Millionen zu leisten welche es für die Durchbohrung deEotthardtunnels beigetragen hat. Ueber denHammetsüiwand-Felsen Llufzug. am Vierwaldstättersee berichtet die Deutsche Alpenzeitung": Der Tourist, der mit dem Dampfboot von Luzern nach Weggis reist, erblickt auf dem Bürgenstock hoch oben in den Lüften frei aus der Felsenwand heraussteigend, einen wie aus zartem Spinnengewebe hergestellten schlanken Thurm, der mit dem Plateau in der Höhe durch eine scheinbar aus feinen Fäden gebildete Brücke, die über schwindelnden Abarund führt, in Verbindunz steht. Das ist der kürzlich in Betrieb gesetzte Aufzug auf die Hammetschwand, das modernste Wahrzeichen des Vierwaldstädtcrsces. eines der kühnsten Bauwerke der schweizer!schen Alpenwelt. Von der Station Kehrsiten aus führt, vom Seeufer weg. die steil ansteigende Drahtseilbahn hinauf auf die luftige Hohe des Bur genstockes, 860 Meter über dem Meer. Von hier geht ein neu angelegter, sanft ansteigender, aus der Felfenwano yerausgesprengter Weg unterhalb der Hammetschwand bis zu einer Höhe von 970 Meter über dem Meer. Am Ende des Weaes ist eine geräumige Felsenkammer ausgesprengt, die zur Aufnähme der Aufzugsmaschine dient und gleichzeitig den Zugang zum Aufzug vermittelt. Dieser wird eine kurze Strecke in einem Schachte geführt, und darüber rnmmt das eiserne Gltterwerk des schlanken Thurmes seinen Anfang. Scheinbar freischwebend und nur an zwei Stellen mit der Felsenwand verankert, steigt der Thurm in edler Linienführung hinauf zum Plateau der Hammetschwand, die 1134 Meter über dem Meere liegt. Der Thurm bat eine Höhe von 171.5 Meter; die Fahrhöbe beträgt 164 Meter. Das einschließende Eitterwerk des Thurmes beainnt nicht direkt oberhalb de? Schachtes, sondern weiter oben, sodast die Fahrkabine einige Zei! hindurc? scheinbar im Freien schwebt, tyatsachlich aber in seitlich befestigten Führunhen geleitet wird. Oben ist der Thurm mit einem 12 Meter langen Stege afl dem Felsplaieau verankert. Ein 15pferdiaer Gleichstrommotor, der unter 1200 Volt Spannung arbeitet, dient zur Forderung dieses Aufzuges, bei dessen Benutzung man das Gefübl hat, als fahre man in einem Luftballon. Neue deuts che Vriefmarken werden außer den seit dem 1. d. M. erschienen neuenMarken für Kiautschau und die deutschen Postanstalten in China wieder am 1. Oktober ur Aus gäbe gelangen. Es handelt sich um Marken für die deutschen Postanstalten m der Levante sowie in Marokko. Für die Marken zur Ausgabe in Pesian stalten in fremden Ländern werden von der deutschen Post heimische Marken verwendet. Die fremde Währung oder auch das Land wird der Marke ausgedruckt. Für diese Marken wur den bisher alte Bestände mit der Aufschritt Rrichspost" verwendet, die seit dem Abkommen mit Württemberg durch die Inschrift Deutsches Reich ersetzt sind. Am 1. Oktober nun kom men auch im Auslande Marken zur Verwendung, welche die Aufschrift Deutsches Reich tragen. In fcer Levante erhalten sie lediglich den Aufdruck . der Währung in Para und Piaster. Die Marken für die deutschen Postanstalten in Marokko tragen als Aufschrift nicht nur die Wäbruna in Centimes und Pesetas, fondern auch oen iiiarntn oes Landes.

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Züge ersten Ranges Schnelle Zeit! Zu bequemen Stunden ! M Züge mischen Indianapolis und 1 Cincinnati. i 10 Züge zwischen Jndianapouö und XL Dayton. 6 Züge zwischen Indianapolis und Toledo und Dettoit. 6 Züge zwischen Indianapolis und Decatur, Illinois. 4 Züge zwischen Indianapolis und Springfield, Illinois. Varlor Waggon? an alle Tage und Schiaf maggon an allen Nacht-ZügeN. Indianapolis Office : Union Bahnhof und 8 Nord Illinois St. R. P. Algeo, D. P. A. 1AKE ERIE & WESTERN g.N. .... Fahrzeit der Züge . . .. , LtsolzrtSvku oledo. hieago und Vttchigan 6 iptefc.lt 7.1t tlOJJ InHlo, Terrvit und Chicago Lim 11.20 f IM LKSigan TUY, Munrie u.Lasal,etteepls 7.20 flO.tS tSalich ontagJ. t aulgevonlmen Carl Pleschner, i Händler in t Pferde-Geschirren, Sätteln, Koffern, u. s. v., u. s. V. befindet sich jetzt in seinem neue Lokale Ko. 3l1 Ost Washington St. Stetkd le besten Waare de niedrigVea Preis Weit aerinaere italienische. slowakische und polnische RückWanderung nach Europa wird m inekm NrMerbst auf Ellis Island beobachtet im Vergleich mit dem Vorjähre. Wohlunterrichtete Italiener xn Vitro Nork aeben folaende Gründe an: Letztes Jahr hätten italienische Eingewanderte theilweise Nichts zu thun gehabt und schlechte Zeiten befürchtet, fo daß'sie massenweise in die Heimath zurückkehrten. DiesesJahr gebe es vollauf Beschäftigung, und selbst Diejenigen, welche rn Italien überwintern wouen, schieben die Rückfahrt so lange als möglich auf, um, fo lgnge es die Witterungsverhaltmsse erlauben, m Ämerika zu arbeiten. Viele Leute würden von der Rückwanderung zurückgehtten, weil, sie befürchten, daß sie nicht wieder in's Land gelangen können; denn zahlreiche Italiener hätten diesen Sommer die zwangsweise Rückreise. antreten müssen. Außerdem befürchte man, daß der Congreß einen Zusatz zum Einwanderungsgesetz annehmen werde, durch welchen die Landung von Ausländern erschwert würde. Auch die Rückwanderung der Slowaken und Polen, welche letztes Jahr sehr stark war, ist dieses Jahr, wie gesagt, verhältnißmäßig gering. Aus- diesen Thatsachen wird auf Ellis Island der Schluß gezogen, daß die Einwänderung im nächsten Frühjahr nicht so bedeutend sein wird, denn Tausende von Einwanderern, welche letztesFrühjähr aus Italien ankamen, waren Leute, die schon in Amerika geweilt hatten. Im Staate Californien war in jüngster Zeit ein Forstmann der Bundesregierung, Ernst A. Sterling, Ctf des Bureaus für Forstausdehnung thätig. Er besichtigte in Los Angeles u. SantaBarbara die Baumschulen, welche die Regierung hat anlegen lassen, und auch die mit jungen Bäumen bepflanzten Gebirgsgegenden. Herr Sterling äußerte große Zufricdenheit mit den Zuständen in diesen Forststationen und wiederholte in seinen Mittheilungen über die getroffenen Maßnahmen zum Forstschutz die schon oft erlassenen Mahnungen an die Jagr und andere Befucher der Wälder, dort mit Feuer sehr vorsichtig umzugehen. Er sagte u. A.: Die jungen Bäume, welche im letzten Winter auf abgeholzt gewesenen kalifornischen Gebirgsabhängen gepflanzt wurden, haben trotz der Dürre gute Fortschritte gemacht. Obwohl diese Anpflanzungen größtentheils nur ein Experiment sind, um festzustellen, ob sich die Neubepflanzung ausgerodeter Walder als praktisch erweist, kann doch schon jetzt gesagt werden, daß diese Experimente, in größerem Maße fortgesetzt, ein wirksames Mittel zum Schutze der Quellen für die Wasserversorgung sind. In den Baumschulen im San Gabriel-Gebirge hinter Pasadena wachsen jetzt 500,000 junge Bäume, mit denen, wenn sie zwei. Jahre alt sind, die kahlen Gebngsabhänge bepflanzt werden sollen. Zum Schutze der Baumschulen und der neugepflanzten Bäume sind in jüngster Zeit zwölf Meilen Feuergräben ange legt worden, breite, durch das Unterholz geschlagene Pfade den Gipfeln der hauptsächlichsten Berge entlang." Dte Haupliacye. timder: Unsere Weine sind von einem Chemiker auf ihre Echtheit geprüft. Kim de: Ja, as wohl; ist's denn 'aber der Chemiker auch?