Indiana Tribüne, Volume 29, Number 44, Indianapolis, Marion County, 14 October 1905 — Page 7
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0-0-0-0-0-0-C (Fortsetzung.) ,Ic ich bin dessen sicher, und deshalb bedürfen Sie keiner Rechtfertigung." 22enn ich aber nun gestehe, daß es bloZ Laune oder Eigenwille war. waL mich veranlaßte, Sie zu der Reise nach Teutschland zu zwingen wa5 dann -Ich war ärgerlich über Ihre Seieprung, mich zu'begleiten, und wollte ze:gen, daß ick meinen Willen um jeden Preis durchsetze." Dennoch behaupte ich, daß der letzte Grund ein solcher war. bah ich wenn ich denselben kennen würde Alles verzeihen müßte." Gie wollen diesen Grund nicht kennen?" . Es ist überflüssig, da ich überzeugt bin, daß er der beste war." . Schlag auf Schlag waren die Wechselreden gefolgt, jetzt irat eine Pause ein; das lebhafte Wortgefecht war zum Stillstand gekommen. Miß Snyders hatte von dem Tischchen einen Fächers genommen, den sie zwischen ihren Fincrn drehte, der Ulan hatte die Hände auf den Knauf seines Säbels gelegt und betrachtete die junge Dame. Sie sah entzückender aus als je; und Pailer gestand sich, daß er nie ein so vollendet harmonisches Bild -vor Augen gehabt habe, als in diesem Augenblick. Miß Snyders liebte einfache Gewandung, weil sie sich bewußt war, daß Pracht und Putz nur den Reiz ihre: Schönheit beeinträchtigen würde. Schmiegsamer und weicher Wollenstoff, geldlich-weiß mit breiten erdbcerfarbenen Längsstreifen., bildete 'den Rock; über die Schultern liefen faltige gekreuzte Schärpen in hellem Weiß, welche an der Seite sich in einer breiten Schleife vereinigten; aus dichten: Spitzengewebe waren die Aermel, welche den halben Vorderarm frei ließen. Die Blicke des Mannes glitten von den Fußspitzen, die in gelbbraunen Pantöffclchen staken, über die Füll? von weißen Tönen hinauf bis zu dem Haupte, das eine goldene Krone zu tragen schien, von der Licht ausging, während es wie Dämmerschatten auf dem rubiaen Antlitz lag. Mit gesenkten Wimpern sah das Mädchen vor sich hin, aber es fühlte die Blicke, welche es trafen, unter deren Einfluß sich die weiße Haut röthete und die Nerven zu vibriren begannen. Dem Manne aber schwoll die Brust, und langsam wie aus der unergründlichen Tiefe des Vulkans stieg eine Gluth auf, welche mit dem heißen Blutstrom durch die Adern emporwallte. Es war ein stummer Kampf, und der Sieg neigte sich allmälig dem unüberwindlich Starken zu der Schönheit.. Jetzt hob Mabel den Blick, entschleierte die Augen und in dem leuchtenden Glänze derselben sah der Mann fein Bild. Pailer beugte sich vor, seine Hand zuckte, noch einmal athmete er tief auf. Warum schweigt Ihr?" Miß Lucy stand auf der Schwelle der Thüre und schaute lachend in das Gemach. Ma,bel scheint sehr zerknirscht zu sein, haben Sie ihr Absolution verweigert, Mr. Pailer? O. wenn Sie wüßten, wie sehr wir uns über Ihr trauriges Schicksal bekümmern! Selbst Kapitän Fergus empfindet etwas wie Mitleid." Ihre Theilnahme rührt mich tief, indessen beklage ich mein Schicksal nicht, wie ich bereits Miß Snydei' versicherte," erwiderte Pailer. Odefirden Sie, daß der Kummer mich gezeugt ' habe?" Er nahm stramme Stellung, in der knappen Uniform erschien er wie das Urbild gesunder Kraft. Miß Lucy sah bewundernd zu ihm auf und in sein lächelndes Gesicht. Sie sehen so gut aus, wie wie ein Oberst. In der That, Sie gefallen mir besser als damals." Und wenn das Glück mir hold ist. dann erhalte ich noch den Knopf dek Gefreiten. Das ist erst eine Zierde! " lachte er. . Ist es schon Zeit, zum Speisen zu gehen?" fragte jetzt Miß Snyders. Jawohl, meine Theure. Der Kapitän ist bereits sehr mißmuthig, daß er so lange warten muß. Er liebt die Pünktlichkeit." ' Man begab sich hinüber nach dem Speisezimmer, nachdem Pailer vorher seinen Pallasch abgeschnallt hatte. Drüben stand Fergus an dem Fenster und wandte sich mit einer grimmigen Miene um. als die Drei eintraten. Mit einem unverständlichen Knurren erwiderte er den Gruß Pailers. schüttelte ihm aber doch die Hand, als ihn ein mahnender Blick von Miß Snyders streifte. Aö und zu betrachtete er den Gast und schüttelte sodann immer das weise Haupt; es kam ihm sonderbar vor. daß Pailer jetzt 'viel breuer und muskelkräfliger aussah, als bei der ersten Begegnung, und ganz den Ein.druck machte, als wurde er bei emem Rmakampfe mit Leichtigkeit den Ka pitän nach allen Regeln der Kunst werfen können. Das war eine neue Kränkung für diesen, welcher stolz war auf seine Körperkraft. Bei der ersten Gelegenheit eröffnete er den Angriff. Sie müssen jeht Pferde putzen? fragte er.
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Jawohl, sogar auch den Stall;" bekam er zur Antwort. Haben Sie das noch nie gethan?" Kapitän Fergus konnte nur ein entrüstetes 01" hervorstoßen. Es ist ganz lustig, aber man muß den Tessauermarsch dazu pfeifen. Sie pfeifen wohl auch, Kapitän?" Ich pfeife nicht," murrte Jener zornig. Schade; Sie scheinen keine musika lischen Anlagen zu bcschen. Und die Pferde lieben doch so sehr die Musik, .besonders das Pfeifen." Die Damen lachten, und der Kapitän schwieg, halb erstickt vor Aeraer, daß er diesem Deu:schen nicht gewachsen war, der nun mit der ganzen Ge wandtheit eines Welimannes die Unterhaltung beherrscht.'. Es war nur leichte, , mit witziger Laune geführte Plauderei, welche insbesondere Miß Lucy entzückte, während Miß Snyders auffallend still sich verhielt. Es wundert mich doch, daß Sie so fetter im," bemerkte einmal Alitz Lu:y, nachdem sie über eine scherzhafte
Aeußerung herzlich gelacht hatte. Roch wunderbarer ist, daß Mr. Pailer dabei einer sehr traurigen Philosophle huldigt," warf Mabel ein. Q!" sagte Lucy und sah dabei vorwurfsvoll Pailer an. Ich liebe die traurigen Philosophen nicht, sie sind langweilig." Wenn ich aber schwöre, daß ich Sie nicht mit Theoremen langweilen werde?" Ich würde Dich auch warnen. Mr. Pailers Lehnen zu glauben." bemerkte Mabel. Pailer verneigte sich lachend. Ein gnädiges Urtheil!" Ztnn wurde aber Miß Lucy doch neugierig. . Was lehren Sie denn so Schlimmes?" Miß Snyders nahm für ihn das Wort. Mr. Pailer will uns nur die Wahl lassen zwischen Stumpfsinn oder Betäubung, er sieht das Glück im tollen Genießen oder in gleichgiltiger Verachtung des Lebens." Ich sagte nur. daß für die weitaus größte Mehrheit der Menschen dies die praktischste Weltanschauung sei," begann er seine Vertheidigung, und ich denke, Sie werden mir zugeben, daß sehr Viele darnach leben. Es liegt etwas Brutales darin, aewin. Eiaentlich läßt sich der ganze Lehrsatz in die Worte fassen: sieh nur auf Dich und nie auf die Anderen, und was Du nicht hast, das eristire nicht für Dich. Das ganze Unglück der meisten Menschen stammt daher, daß sie sehen und vergleichen. Die Blinden sind glücklich und zufrieden, die Taubstummen mürrisch, neidisch, boshaft; das ist eine Erfahrung, welche zu denken gibt." Blind sein und allein sein das nennen Sie also Glück? Ich kann mir nichts Trostloseres denken!" Vielleicht habe ich auch einmal so gedacht, vielleicht werde ich auch wieder so denken. Für die Gegenwart finde ich meine Theorie vortrefflich." Das heißt, Sie glauben selbst nicht an Ihre Lehre!" Richts glauben, nichts hossen, nichts lieben: damit vermeidet man alle Enttäuschungen und bewahrt sich das Gleichgewicht." Tann wäre es ebenso gut, todt zu sein! Warum leben Sie denn?" Weil der Mensch ein aus Widersprüchen zusammengesetztes Geschöpf ist; und ich bin eben noch ein unvollkommener Schüler meiner eigenen Weisheit," erwiderte er lächelnd. Miß Lucy wird wohl sicher finden, daß Thorheit vergnüglicher ist, als solche Weisheit." Miß Lucy zerlegte eben bedächtig eine Birne. Ihre Weisheit. Mr. Pailer, gefällt mir gar nicht. Mabel liebt es auch, über solche Dinge zu sprechen, und öann werde ich immer so froh und glücklich, und bewundere meine theure Freundin." ' Mir wird wohl das Glück nicht zu Theil, bewundert zu werden?" Werden Sie Mabels Schüler, Mr. Pailer; es wird gut für Sie sein." Ich denke. Miß Snyders würde wenig Freude an cjnem Schüler haben, der so sehr von anderen Lehrmeistern verdorben wurde, wie ich." )ann wandte er sich an Mabel. Wenn ich mich recht erinnere, sagten Sie mir damals, daß Sie unsere deutschen Volkslieder kennen zu lernen wünschten. Haben Sie schon Gelegenheit gefunden, solche zu hören?" Damit lenkte er die Unterhaltung in neue Bahnen. Mabel gestand,- daß sie bisher noch wenig Gesang gehört habe. In der nächsten Zeit feiert das Regiment ein Fest, zu welchem unser Oberst die Damen jedenfalls einladen wird," fuhr Pailer fort. Bei diesem Anlasse können Sie unsere Soldatenlieder kennen lernen." Mr. Pailer treibt wohl auch Musik?" bemerkte Miß Lucy. Er mußte zugestehen, daß er ein wenig das moderne Hausübel," genannt Klavier, bearbeiten gelernt habe und auch ein wenig singe. Ratürlich wollten die Damen Proben seiner Kunst hören und forderten ihn auf, einige Lieder vorzutragen. Man'be gab sich also in das Musikzimmer, von dem aus. man durch eine Thüre auf eine kleine Terrasse und weiter in den Garten gelangen konnte. Es war das größte Gemach der Villa und diente daher hauptsächlich als Gesellschaftsräum, wenn die Zahl der Gäste etwas größer war. Pailer prüfte den Stutz flügel und nickte befriedigt, öas Instrument war- gut. hatte einen vollen
on und war rein 'gestimmt. Lucy nahm seitwärts von dem Flügel Platz, sie wünschte dem Spieler auf die Finger und in's Gesicht zu sehen. Mabel zog sick mehr in den Hintergrund zuritf, und Fergus verschwand bei den ersten Akkorden plötzlich, er kehrte in das Speisezimmer zurück, um noch eine Flasche zu leereu. Pailer spielte zuerst eine Art Potpourri, wie ihm die Melodien just in die Finger kamen, und trug sodann einig: der bekanntesten Lieder vor: In einem kühlen Grunde," Aenncheu von Tharau" und dergleichen; einfach und fchlicht, ohne Ziererei und Künstelei. Seine sympathische, volltönende Stimme brachte die Lieder gut zur Geltung; Lucys Mienen gaben Wohlgefallen kund, und Mabel sah sinnend vor sich hin. Jetzt ist's wohl genug, meine Daneu?" Pailer wandte sich auf seinem Sitz? nach Mabel um. Rein, r.och mehr!" tief Lucy lebhaft aus, 'urr wollen Jyr ganzes vizpcz
toire hören. ' Sie haben es bereits gehört; wenigstens soweit ich heute es noch vortragen kann. Ich bin seit Langem außer Uebung." Ich wünsche etwas von Ihnen selbst zu hören," sagte Mabel ruhig. Von -mir? Woher vermuthen Sie " 1 . Ich denke, daß Sie auch einma! versucht haben, Ihren Empfindungen eigenen Ausdruck zu geben. Wer sc spielt, wie Sie. der begnügt sich nicht mit Eingelerntem." Ihr Urtheil- lautet sehr schmeichele haft." er verneigte sich gegen Mabel. beinahe zu schmeichelhaft für einen bescheidenen Dilettanten. Jetzt bitte ich aber, mir Gelegenheit zu geben, auch Sie bewundern zu dürfen. Ist t'z Ihnen genehm, etwas vierhändig zu spielen?" Er kramte in den Noten, welche auf dem Pulte neben dem Flügel lagen. Vielleicht später. Weshalb wollen Sie meinen Wunsch nicht erfüllen, Mr. Pailer?" Sie sah ihm voll in die Auaen. ic nno von einer leiliamen zgarrnäckigkeit, Miß Snyders." erwiderte er etwas schroff, welches Interesse können Phantasien über vergangene Stimmungen für Sie haben?" Ihre Blicke begegneten sich, es war ein kurzer, stummer Kampf. Dann wandte sich Pailcr wieder dem Flügel zu und ließ die Finger über die Tasten gleiten. Ein turzes Vorspiel, dann sang er eine Strophe: Es blülztktt die rothkil Rosen im Hag. t$ sancil die ft-in seit im Hain. Tas war ein selber, srölzlicher Tag: Ta sagtest dn: .Ich liu dein!' Ich hielt dick im Arm und blickte dich an;. Tu sahst mir in'S Angel Tem glücklichen Mann, Ihm fcliUjeu die Rosen fortan." Er hatte die Strophe halblaut, mit gedämpfter Stimme gesungen, einen kurzen Akkord schlug er noch an, dann erhob er sich und schloß den Flügel. ES schien ihn zu gereuen, daß er nachgeg?ben hatte, und etwas .wie Verdruß klang auch aus den Worten, mit denen er sich jetzt zu Mabel wandte. . Ich glaube, Sie werden kein Verlangen haben, weitere Proben meiner Kunst zu hören. Schlechte Verse und nachempfundene Musik soll man Nicht zu Markte tragen; sie sind nur erträglich für den, welcher sie verbrochen hat." Mit unendlich sanfter Stimme, di? aus weiter Ferne zu kommen schien. hörte er jetzt sagen: Und herrlich für Jenen, um dessenwlllen sie entstanden. Jäh fuhr er auf und wieder maßen sich die Beiden, dann lachte er kurz auf. Pah, jugendliche Phantasien, weiter nichts. Bestimmt, vergessen zu wer den. wie alle Jugendthorheiten. Man sollte sie nicht wieder in die Erinnerung zurückrufen." Er stieß dies scharf, in abgerissenen Sätzen hervor, so daß Lucy ihn be fremdet ansah. Im nächsten Augenblicke war auch er sich bewußt, daß sein Gebühren etwas sonderbar erscheinen rtixt, und rasch gewann er wieder die leichte, weltmännische Haltunq. Es ist immer schlimm, wenn man etwas nur halb ist." fuhr er fort. Ich bin nicht eitel genug, um meine dilet-
tantenhaften Versuche für vortrefflich zu halten, aber immerhin doch so eitel, daß es mir peinlich ist, dieselben belächelt zu sehen. Deshalb sträubte ich mich stets dagegen, mich mit diesen Versuchen bloßzusteÄ'en, und bitte auch die Damen, freundlichst das Gehörte zu vergessen." Es ist nicht so, wie Sie sagen," erwiderte Mabel. Ihre Dichtungen sind ZU sehr mit Ihren Empfindungen verknüpft, und ie scheuen sich, diese bloßzustellen. Sie lieben es, Ihr We sen zu verbergen, und ich weiß jetzt. daß Sie das nicht sind, was Sie scheinen wollen." Sie halten mich also für eine Art männlicher Sphinx, und deshalb wohl widmen Sie mir Ihr Interesse in solch' liebenswürdiger Weise, daß Sie sogar meine Jugendeseleien zu ergründen suchen. Ich fürchte nur, des Räthsels Lösung würde Sie enttäuschen." Er. war wieder in den kühl abweisenden Ton verfallen, als er sah. daß Miß Mabel mit rücksichtsloser Beharrlichkeit ihn in die Enge trieb. Mit einer sarkastischen Wendung schloß er: Ich gebe mich nicht damit ab. die Räthsel ergründen zu wollen, welche uns in den Frauen entgegentreten." Pailer erlebte den ungewöhnlichen I
Triumph, daß er das letzte W.'rt be hielt, uvd die streitbare Dame auf seine herausfordernde BcnicNunI 'nichts erwiderte. Diesen Triumph verdankte er aber nur dem Umstände, daß Besucher eintraten, eben als er den Mund geschlossen hatte. Es waren Elfe v. Steinberg mit Leutnant v. Glockthurn, hinter ihnen kam auch Kapitän ZZergus. Es gab ein lebhaftes Begrüßen und Plaudern; Pailer hatte sich in den Hintergrund zurückgezogen und schien nur auf den geeigneten Moment zu warten, um sich zu verabschieden. Leutnant Glockthurn trat jetzt uf Pailer zu. Na. Sie Glückspilz, haben sich wohl gut amüsirt?" Zu Befehl. Herr Leutnant." Wie lange haben Sie Urlaub?" Pailcr faßte die Frage als einen Wink auf. sich zu entfernen, und erwiderte daher: Ich werde mich sofort in die Kaserne begeben." Obwohl das Gespräch leise ciübrt wurde, so dak Mabel kaum 'diWorte geyort yaven rennte, 10 mun:e y.t oocy errathen haben, um was es sich handle, denn sie sagte in bestimmtem Tone .Ich hoffe, daß Mr. Pailer bleibt, so lange es ihm gefällt. Sie haben wohl nichts dagegen einzuwenden, Herr Leutnant?" Die Worte waren von einem Blicke begleitet, welcher Herr v. Glockthurn förmlich bestürzt machte. Um des Himmels willen, sehen Sie mich nicht so zürnend an. Miß Snyders." stottert? er. Wie dürfte ich es wagen. Ihren Freund aus diesem Paradiese zu vertreiben!" Mabel lächelte. Ich bin Ihnen dankbar für das Opfer, das Sie mir bringen," sagte sie. Leutnant v. Glockthurn that so, als ob er die Anspielung nicht verstände. Opfer? Wie meinen Sie das?" Ich denke, Sie verstehen, was ich meine. Hören Sie? Miß Lucy ruft Sie!" In der 2hat vernahm man die Stimme der jungen Dame, welche aus dem Garten herauf rief. Eilen Sie doch, man hat Ihnen wohl Wichtiges zu sagen." Glockthurn neigte das Haupt. Ich gehorche. Ach. ich wünschte. Sie. verehrte Miß Snyders. hätten mir auch etwas Wichtiges zu sagen!" Sie Undankbarer! Wenn ich Miß Lucy dies verrathen wollte!" Sie drohte ihm mit dem Finger, und er faltete mit einer komischen Miene bittend die Hände, dann eilte er hinaus. Mabel axnn auf Nailer zu. der an oem-Flügel lehnte. Sie wollen gehen?" Ja; Sie haben jetzt Besuch, und meine Anwesenheit könnte vielleicht störend empfunden werden." Habe ich Sie vorhin mit meinen Bemerkungen verletzt?" Nein, gewiß nicht! Eher müßte ich selbst befürchten, dies gethan, zu haben!" Schweigen trat ein. es war so still in dem Gemache, und die' Schalten wurden immer tiefer. Endlich hob sie wieder an: .Sagten Sie nicht, daß Sie die räthselhaften Frauen nicht lieben?" Verzeihung, es lautete ein wenig anders. Ich bemerkte nur, daß ich diese Räthsel nicht zu lösen suche." Es ist ein Vorurtheil, daß wir Räthsel darstellen; nichts st einfacher zu verstehen, als das Wesen einer Frau." Nur dann, wenn sie verstanden sein will. Und selbst da bleibt immer noch irgend ein geheimnißvolles, verborgenes Etwas übrig, das oft später plötzlich und unvermuthet zu Tage tritt, um Unheil anzurichten." Sie müssen ein schweres Leid erfahren haben, daß Sie so sprechen." Vielleicht ja!" Und nun müssen Alle dafür büßen!" Nein! Aber i ch muß es büßen." Nichts wäre natürlicher gewesen, als daß Mabel bei dieser etwas mysteriösen Antwort erstaunt aufgeblickt hätte. Das junge Mädchen hielt jedoch den Kopf gchnkt, und schien.' befangen von ihren eigenen Gedanken, die Antwort gar nicht aufgefaßt zu haben. Es stand denn auch in gar keiner Beziehung zu den Worten Pailers, was Mabel nun sagte. Sie sind stolz, 0, sehr stolz, und darum wollen Sie nicht . " Sie vollendete nicht, und wäre es nicht dunkel gewesen, hätte Pailer sehen müssen, daß sie erröthete. Vielleicht ahnte er es aber, als er fragte: Was will ich nicht?" Vttzeihen!" ', Miß Mabel, Sie thun mir Unrecht. Ich bin nicht stolz und nicht un versöhnlich. Was man mir Leides gethan, das ist verziehen, wenn auch nicht vergessen. Ich wünschte vergessen zu können, aber ich darf nicht." Und dies steht zwischen Ihnen und " Ihre Stimme bebte, und mit einer gewaltigen Anstrengung hielt sie das kleine Wörtchen mir" zurück. Wenn sie cs auch nicht aussprach, so vernahm es Pailer aus dem seufzenden Athemzug. Eine Art Gespenst!" setzte sie hastig hinzu. Ja. fürwahr, eine Art Gespenst!" Er lehnte sich über den Flügel und neigte sich so nahe 'zu ihrem Haupte, daß sein Athem ihr Haar streifte. Zürnen Sie mir nicht, Mabel! Und haben Sie Mitleid mit 'mir! Ich sehe das Glück vor mir vorüberstreifen und darf die Hand nicht regen, um. es festzuhalten! Sie wissen nicht, welcher gewaltigen Anstrengurig es bedarf, um vor Ihnen zu erscheinen wie ein Thor, der nicht versteht. Das Wort, welches Sie hören wollen, drängt sich mir auf die Lippen, ich muß meinen Blicken Ge-
walt anthun, daß sie nicht verrathen, was da innen lodert, ich muß meine Hände fesseln, daß sie sich nicht ausstrecken nach dem Köstlichen, das sich ihnen darbietet. Vergessen Sie mich. heißen Sie mich gehen, ehe meine Kraf. zu Ende ist. Es darf nicht sein!" Mit geschlossenen Augen hatte Mabel dies Geständniß angehört, und ein Wonneschauer machte ihre Gestalt beben. Sie fühlte die verhaltene, gewaltsam gebändigte Leidenschaft auZ den Worten., aus dem zitternden Tone der Stimme, aus dem Gluthhauche des Mundes heraus, und' wie Feuer strömte es durch ihre Adern. Sie fühlte aber auch, wie diese Leidenschaft jetzt tobte gegen die Fesseln, in die man sie schlagen wollte; daß die Spannung jenen Grad erreicht habe, bei weichern die Explosion stattfinden muß, wenn nicht ein Wunder geschieht. Es geschah aber kein Wunder, so wunderbar auch war. was iefet folate. Ein .leises Flüstern ging vurcy un dämmerigen Raum. Du liebst mich?" .Frage nicht!" Du liebst mich?" Ja!" Dann bist'Du mein!" Zwei Arme hoben sich empor, umschlangen seinen Nacken, und zwei Lippenpaare berührten sich. Dann standen plötzlich die zwei Menschen nebeneinander, mit flamwenden Blicken, mit fliegendem Athem und geröthetem Antlitz; eine Hand gliti über die Tasten des Flügels, und die Töne gingen allmälig in eine Melodie über: Es blühten die Nosen am Hag." Mabels Finger hatten die Töne angeschlagen, und ihr Mund sang den Vers. Ein Ruf von. der Thüre her, der wie ein Aufschrei klang, unterbrach ihren Gesang. Jäh wandte sich Mabel um. Dort an der Thüre stand Else v. Steinberg, sie schien sich mit der einen Hand an dem Pfosten zu stützen und schaute mit vorgebeugtem Kopfe in das Gemach. ipMi. (Fortsetzung foIgg Seltsames Verkehrs. Hinderniß. -In Duluth. Mimt., wurde neulich Abends der Straßenbahnverkehr auf kurze Zeit durch das Erscheinen von sechs Bären gestört. Die Damen, welche sich in dem Wagen befanden, wurden in gewaltigen Schrecken versetzt, als der Motormann den Wagen anhielt und dem Kondukteur mittheilte, daß Bären die Geleise sperrten. Die Störung wurde jedoch bald gehoben, indem die ungebetenen Gäste sich davon machten. Ein Wunderkind ist ein vierjähriges Mädchen Namens Mirian Esther Marks in Milwaukee, Wis. Die Kleine zeigt nämlich eine ungewöhnliche Begabur-z für Musik; sie spielt auf dem Klavier jede Melodie nach, die sie hörte, und singt dazu. Ohne irgendwelche Anleitung fing sie an, auf dem Jnstrumente zu spieen, nicht wie andere Kinder, um zwecklos zu klimpern, sondern um Melodien zu suchen, die sich ihrem Gedächtniß einprägten. Eine sonderbare Pass i 0 n besaß ein im Dienste der Ehe-sapeake-Ohio-Eisenbahn ergrauter Lokomotivführer Namens Jack Pannell in Charleston, Va., welcher dieser Tage bei enem Eisenbahnunfalle um's Leben kam. Er war ein wohlhabender Mann, aber er war Lokomotivführer aus Passion; er konnte dem Drang nach Aufregungen, an welchen daö Leben eines Lokomotivführers so reich ist, nicht widerstehen. ' y Wetzt prolfig. H e r r (der-sich von einem Protzen ein Buch geliehen): Na, bin ich erschrocken. ich habe in dem Buche, das ich von Ihnen geliehen, einen Tausendmarkschein gefunden! Ich stelle ihn hiermit zurück." P r 0 tz : Na, da ist doch nichts dabei, den habe ich nämlich als Lesezeichen benützt!" Der junge Doktor.
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Sie, Jean, sagen Sie mal, wer ist denn der Herr, den ich "jeden Tag im Vorzimmer des Herrn Doktor sehe?" Das iö unsere Praxis!" . . Pedant. Gutsbesitzer: Herr Professor, gestern bekam eine Kuh von mir ein sechsfüßiges Kalb." P r 0 f e s - sor: Das ist kein Kalb, das ist ein -Insekt." Alte und neue Zeit. Soldat: Wie gemüthlich muß das doch früher mit dem Kanonenfieber vor der Schlacht gewesen sein im Vergleich .. zum heutigen Rzhrrüalauf-jchnellfeuergeschützfieber!"
Warum nicht Ihr Helm anziehend machen, durch den Gebrauch eines : : ; ;
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