Indiana Tribüne, Volume 29, Number 44, Indianapolis, Marion County, 14 October 1905 — Page 6

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Ein Ciseubahttt I (littfiMtir Cr VVHVVHVV n :? 4"J .; - enn es etwas auf dieser Erde gibt, das ich so recht von Herzcn hasse und verabscheue, so ist es eine lange Eisenbahnfahrt in der Nacht. In früheren Zeiten . . . den Zeiten der längst über Vord geworfenen Postkutsche . . da kann ich es mir ganz hübsch denken hübsch und romantisch und erfrischend eine Sommernacht hindurch zu fahren. Ueber sich den tiefblauen Himmel mit den funkelnden Sternen; ringsherum Bäume und Wälder, Wiesen und ffelder, frischen, erquickenden Erdgeruch in der Nase; und das lustige Trappeln der Pferdehufe auf dem Boden, das fidele Blasen des Postillons o ja, das alles zusammen mag gewiß recht schön gewesen sein! Heutzutage aberin der Eisenbahn! In einem kleinen, engen, überheizten Koupe! Bleibt man wach, so langweilt man sich zu Tode, denn lesen kann man bei der miserabeln Beleuchtung doch nicht. Und läßt man der Natur ihr Recht und wagt es, einzuschlafen, so ist die Sache noch schürn mer: alle zehn Minuten erwacht man ich wenigstens mit brennenden Augen, brennenden Füßen, steifem, verrenktem Halse und schmerzenden Gliedcrn. Das Resultat des - Ausruhens auf den steifen, harten Polstern. Und Schlafkoüpe ist mir nun gar noch das greulichste von allem. Dieses alles beschäftigte mich sehr an einem schönen, sonnenhellen Augusttage viel Zu schön, um ihn in der Eisenbahn zu verbringen während ich in meinem hübschen Salon im Schweizerhof" in Luzern dasaß und meiner Jungfer beim Einpacken meiner Sachen zusah. Ich mußte gegen Abend abreisen, um am nächsten Morgen in Paris mit meinem Manne zusammenzutreffen. Ich reise ungern, sehr ungern, seit' acht Tagen hielt ich meinen Mann schon mit allerlei Entschuldigung gründen hin nun half nichts mehr, ich mußte am Abend reisen; die Allletts für mich und meine Jungfer waren bereits gelöst. Um sechs Uhram Morgen erwartete mein, Mann mich in Paris. Sechs Uhr' früh! Eine fürchterliche Ankunftsstunde! Während ich Hut und Mantel zur Reise anlegte, betrachtete ich mein Bild im Spiegel mit einer Art von vorausempfundenem Abscheu. Jetzt sah ich ja noch hübsch genug aus hübsch und frisch. Gut frisirt , leuchtende Augen rosige Wangen. Wie anders aber würde ich morgen früh aussehen! Meine Gesichtsfarbe würde grünlich-blaß mein Haar zerzaust meine Augen würden klein, matt, vielleicht gar entzündet aussehen. Scheußlich! Doch es nützte nichts, mich im voraus schon damit zu quälen; ich wandte dem Spiegel den Rücken und ging hinunter, um in den Wagen zu steig, n, der mich zur Bahn bringen sollte. Meine Jungfer Julie stieg nach mir ein. und ich empfahl ihr sehr nachdrücklich, meine Reisetasche mit den Toiletten-Utensilien, sowie meine große Schmuckschatulle auch nicht einen Augenblick aus ihren Händen zu lassen. Ich hatte meine sämmtlichen Schmucksachen auf dieser Reise mitgenommen, und. einige darunter waren sehr kostbar. Bor allem mein neuer Nubinenschmuck. Am Bahnhof angelangt, begeben wir uns nach dem Wartesaal erster Klasse, dessen nach dem Perron führende Thuren wie gewöhnlich fest verschlossen sind. Als endlich im letzten Moment der Beamte aufschließt, strömt natürlich alles in einem furchtbaren Gedränge auf den Perron hinaus. Ich. die ich ein Gedränge hasse, bleibe mit Julie etwas zurück. Bis, wir nun hinauskommen, haben die meisten Reisenden schon ihre Plätze gefunden, und wir müssen noch danach suchen, in der ebenso sicheren wie unangenehmen Boraussicht, nun mit schlechten Plätzen ..verlieb nehmen zu müssen. Wir eilen an den' Koupes entlang und blicken überall hinein. Es gibt cux drei KoupeS erster KAsse. und die sind schon ganz besetzt. Aber mit müssen wir wie es auch sei. Ich rufe die Hilfe eines Schaffners an. . .Zwei Plätze, bitte! , Er musterte uns beide. Zweite Klasse?" Wein erste. Aber die drei Koupes sind ja schon ganz voll." ff isf nr( trr VitJrlä pirtftfrfnf)Prt fy i Vj V V W V tltVV Vy VV V worden. Aber rasch, bitte, meine Damen. Es wird gleich läuten." Wir laufen mit ihm zu dem bezeichneten Wagen hin. Athemlos klettere ich die steilen Stufen hinauf, und tr?te tnr rtrr yYrwvtr nnf Sn2 GferS lillt tlUHVt 0 V . 4 V V ,V V.WtV dabei. Heiß und ärgerlich lange ich oben an und werfe mich in den ersten Eckplatz des Wagens. Doch gleich darauf beuge ich mich vor und reiche Julie die Hand, der das Hinaufklettern noch schwerer fällt als mir, da sie meine Schmuckkassette fest in den Händen hätt. Ich weise ihr den zweiten Eckplatz mir gegenüber an und belustige mich

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d ;. Erzählung von Annie Neumann-Hoser i V w V M T' dann damit, vom Fenster aus dem Abschiednehmen verschiedener Zurückbleibcnder zuzusehen. Plötzlich kommen zwei Herren eilig angelaufen Erste Klasse. , Schaffner, erste Klasse." In diesem Moment wird das erste Läuten vernehmbar. Schnell wie der Blitz fliegen die beiden späteren An kömmlinge' m das Koupe hinauf, in dem wir sitzen, und hinter ihnen wird die Thüre geschlossen. Sie stolpern an mir vorbei, grüßen ein wenig dabei und arrangiren dann sehr umständlich sich oder ihre Sachen oder ich weiß nicht was. denn ich sah nicht nach ihnen hin, sondern hatte mich zu Julie hinübergebeugt und flüsterte ihr zu, sie sollte nur die Schmuck kassette nicht aus der Hand lassen. Es war mir sehr unangenehm, daß wir so, im letzten Augenblick, noch Mitreisende bekommen hatten. Gott weiß, was das für Menschen waren! Ichhatte mich schon mit der Hoffnung getragen, daß wir allein bleiben würden. Jetzt setzt sich der Zug in Bewegung. Ich hatte mir ein Buch aus meiner kleinen Reisetasche genommen und ein Kissen aus meiner Plaidrolle, das ich hinter meinen Kopf über das Wagenpolster legte. Denn diese von aller Welt benutzten Eisenbahnpolster erregen immer mein tiefstes Mißtiauen. Und endlich bin ich mit meinen kleinen Vorkehrungen fertig, lehne mich in meine Ecke zurück und betrachte nun unsere Mitreisenden. Welch seltsame Menschen! Die zwei anderen Eckplätze waren doch leer geblieben aber anstatt sich dorthin zu setzen, haben die beiden Herren es vorgezogen, die Mittelplätze einzunehmen. Da mir dies sehr auffällt, sehe ich mir die beiden Männer nun noch genauer an. Beide haben sich jetzt schon hinter gigantisch ausgebreiteten Zeitungsblättern förmlich vergraben, und scheinen sich so ganz und gar nicht -um uns kümmern zu wollen, daß ich mich halb entrüstet, halb gelangweilt, wieder von ihnen abwende und meine Aufmerksamkeit lieber der draußen an uns vorüberfliegenden Landschaft zuwende. Auch Gedanken an meinen Mann beschäftigen mich dabei. Wird er wirklich morgen früh um sechs Uhr am Bahnhof sein? Er, der das frühe Aufstehen so von Herzen verabscheut?! Ich kann es mir kaum denken. Nein; sicherlich wird er di: Stunde verschlafen. Es müßte denn sein, daß er um meine Ankunft nicht zu versäumen etwa überhaupt nicht zu Bett ginge. . Und dann wiederum muß ich denken: Seit fünf Monaten haben wir uns nicht gesehen; er hatte geschäftliche Reisen vor und war außerdem einen Monat über in einem Sanatorium gewesen, um magerer zu werden. Wird ihm das gelungen sein? Und wie wird er nun aussehen? Er war wirklich entschieden viel zu stark geworden. Es kleidete ihn gar -nicht gut. Er war ordentlich häßlich geworden. Ausgeschwemmt und dick wie geschwollen. Und werden wir uns in Paris amüsiren . . . wir beide zusammen? Paris ist eigentlich nicht die Stadt für ein braves, sittsames Ehepaar! Indessen wir hatten uns fünf Monate lang nicht gesehen. Da konnten wir füglich so thun, als wären wir noch einmal auf der Hochzeitsreise. Ich begann nun schon, mir die Vergnügungen der künftigen Wochen in Paris recht rosig auszumalen. In welche Theater werden wir gehen? Welche Museen besuchen? Wo werden wir immer frühstücken wo zu Mittag essen gehen? Einige neue Toiletten werde ich mir natürlich von dort mitnehmen. Die Gelegenh:it dazu darf man doch nicht unbenutzt vorüber lassen. Auch Hüte. Wäsche. Mäntel o. o, o, mein lieber Richard, wer weiß, wenn Du eine Ahnung von meinen Plänen hättest, ob Du mich nicht flehentlich gebeten haben würdest, lieber noch einige Wochen in der Schweiz zu bleiben als und ja natur lich sämmtliche feschen Varietes muß er mit mir besuchen. Die, in die man mit 'Damen geht unv auch die, in die man mit Damen nicht Ich fühle, daß mich meine Gedanken und Wunsche schon beinahe zu weit fuhren wende mich daher vom Fen ster ab, und meinen Mitreisenden zuMerkwürdig! Sie sitzen noch ganz genau so da wie vo.her gleich nach unserer Abfahrt! Steif, still und unbeweglich, halb verborgen hinter ihren großen Zer tungsblättern und vollständig ver tieft in deren Inhalt.' Ich begreife nicht, was sie so über mäßig Interessantes darin .finden können! Der eine hat die Kölnische" vor sich, der andere den .Figaro." - Du lieber Gott! Ich habe doch heute früh auch die Zeitungen gelesen. Aber ich habe nichts dann entdeckt, was meine Aufmerksamkeit derart zu fes seln vermocht hätte. Der mir gegenüber, der hinter dem

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r 2 "77 rF t l,r,"'1?J !" l ' U 0V:,;?rt -a',T'--jA KÜFigaro" Unsichtbare, legte jetzt sein Vlatt nieder, und ich sah sein Besicht. Gar nichts Besonderes! Ein lang auf die Brust herabfallender Bart, und ein tief über die Augen hernicdergezogener weicher schwarzer Filzhut. Als mein Blick dem seinen begegnet, wende ,ich den Kopf ab, doch indem ich aus den Augenwinkeln herror ihn noch weiter beobachte, sehe ich, daß er eben eine kleine Flasche ,aus seinem Handkoffer nimmt, aus der er ein wenig Flüssigkeit in ein Gläschen giet, und dieses Gläschen dann an die Lippen setzt. Er lrmtt ich glaude wenigstens, oaiz cr trinkt. Tann höre ich sprechen und als ich ihn ansehe, werde ich gewahr, daß ich es bin. zu der er spricht. Er reicht mir die Flasche herüber und sagt: Dürfte ich Ihnen hiervon etwas anbieten. Gnädigste, ein ganz Vorzuglicher Likör." Ich schüttle den Kopf und verneige mich daukeyd ein wenig. Tanke, mein Herr." Sehr kurz und b.einahe schroff. Welch sonderbarer Einfall von ihm. Außerdem nehme ich auf der Reise und von Fremden nie etwas Eß- oder Trinkbares an. Er lächelt höflich. Aber die andere Dame vielleicht wenn ich mir erlauben dürfte Nein, ich danke sehr," erwidert Iulie ebenso kurz und in ebenso undankbarem Tone wie ich. Wieder lächelt er höflich, neigt den Kopf und verbirgt sich von Neuem hinter seinem Figaro." Meine Gedankenkette von vorher ist dann völlig durchbrochen, und mich beschäftigt auf einmal in intensivster Weise der Inhalt der kleinen Flasche des Unbekannten. Es war weder Sherry noch Portwein, weder Kognak noch Cherrybrandy. noch irgend sonstiger mir bekannter Wein oder Likör. Alle diese hätten mindestens ein Atom von Geruch verbreitet, der seinige gar nicht. Was mochte es nur gewesen sein? Diese, ganze Zeit über hat her Mann neben mir sich nicht gerührt. Stumm, steif und unbeweglich sitzt er da und liest nach wie vor in der Kölnischen." Wenn er doch schon sprechen oder sich rühren möchte?" mußte ich unwillkürlich denken. Und ich lehne mich zurück und sehe ihn mir näher an. Er hat sich irt sorgsamster Weise gegen die Nachtluft geschützt. " In einen mächtigen Mantel gehüllt, sitzt er da; ein Mantel, der ihn ganz bedeckt, vom Kopf bis zu den Füßen, und der am Halse oben gar noch einen Pelzkragen hat. Merkwürdig! Wie im Januar! So kalt ist es doch Ende August noch nicht in der Nacht! Ich wüßte wirklich nicht zu erklären warum, aber der Anblick dieses voluminösen und unzeitgemäßen Mantels erweckte eine höchst unbehagliche Empfindung in mir. Unbehaglich war es mir auch, daß die beiden durchaus neben uns sitzen blieben, anstatt die doch sonst von allen Reisenden, so bevorzugten Eck- und Fensterplatze einzunehmen. Dann wieder ärgerte ich mich über mich selbst, weil ich mir gar so viel Gedanken übe? diese Fremden machte! Es ist dumm und noch dazu unnöthig! Ich bin doch sonst durchaus kein AngstHase. , Aber dennoch in diesem Falle -nun also gut" (so beschließe ich die Sache in meinen Gedanken), ich werde mich in dieser Nacht des Schlafes enthalten und hübsch aufpassen, anstatt zu schlafen." Sitzenderweise in der Eisenbahn zu schlafen, bekommt mir so wie so immer schlecht; und grün, werde ich morgen früh doch aussehen, ob ich nun schon ein wenig schlummere oder nicht. Ick werfe einen prüfenden Blick um mich herum auf meine Gepäckstücke. Alles in Ordnung! . Schirme und Mantelrollen in den Netzen über unseren Köpfen. Meine Reisetasche neben Julie auf dem Sitz, zwischen dem ftt

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sier und ihr. Die' Schmuckschatulle ein großer und schwerer Kasten in ihrem Schooße. Ich beuge mich zu ihr hinüber und sage: Ter Kasten wird wohl zu schwer sein, um ihn immer so zu halten, Julie, und ich möchte gerne etwas unter meincn Füßen haben. Schieben Sie mir den Kasten als Fußbänkchen unter die Füße." Ich latte auf einmal die Idee, daß meine Juwelen inklusive des neuen Rubinensckmuäes dort sicherer aufgehober! sein werden, wo ich in jedem Augenblick fühlen konnte, daß sie noch vor. Handen. So! Nun standen r,;eine leiden Füße darauf. Gut! Tie Abenddämmerung sank immer tiefer herab draußen, und drinnen war es jetzt schon ganz finster, etzt wurden die Koupelampen angezündet. Sie brannten prätentiös die. Augen blendend mit ihrem Scheine und dennoch kümmerlich und trübe. Ich hätte bei d!csem Licht unmöglich zu lesen vermocht obwohl ich vorzügliche Augen habe. Diese beiden Männer aber lasen noch immer. Es begann nun schon mir lächerlich vorzukommen. Ich glaubte jetzt schon qar nicht mehr, daß sie so anhaltend lasen es war überhaupt nicht möglich, bei dieser Beleuchtung solch kleinen Zeitungsdruck zu lesen. Ich begann mich darüber zu ärgern. ländlich leat der. de? vrber zu uns gesprochen yal:e, icine Heilung auf tm Knie, faltet sie sorgfältig zusammen und legt sie neben sich nieder. Aus seinem Handkoffer nimmt er zum zweiten Male die kleine Flasche und trinkt daraus. Wenigstens sieht es so aus. als ob er tränke. Und von neuem wendet er, sich zu mir mit den Worten: Wenn ich mir doch noch einmal die Freiheit nehmen dürfte . . . Gnädigste . . . es ist wirklich ein ausgezeichneter Likör! Er ist völlig harmlos . . . und zugleich sehr erfrischend. Und ich bitte tausendmal um Entschuldigung aber . . . Gnädigste sehen etwas matt aus ... es ist warm hier . . . wenige Tropfen hiervon erfrischen außerordeutlich . . . bitte nur zu versuchen." Ein Handlungsreisender dachte ich jetzt. Ein Reisender für ein Weinund Likörgeschäst. Ganz gewiß. Nichts ndere?. Dumm von mir. nickt soaleick' darauf gekommen zu sein! Ein härmloser Handlungsreisender, mit der ganzen clegantseinwollenden Zudringlichkeit seiner Kaste! Und trotzdem .hätte ich wohl gewünscht, daß es noch nicht so dunkel oder noch lieber daß es bereits wieder heller Tag gewesen wäre. . Und dann plötzlich kommt mir ein Einfzll: Ich erzwinge ein entgegenkommendes Lächeln, strecke die Hand aus nach dem dargereichten Gläschen und sage: Danke sehr, mein Herr. Ich beginne mich in der That ein wenig matt zu fühlen. Wenn Sie meinen " Und ich nehme das Gläschen und setze es unter Bedeckung meiner fünf Finger an die Lippen. Ohne meiner Ueberzeugung nach leinen Tropfen davon zu trinken. Vorsichtig lasse ich den ganzen Inhalt des kleinen Gläschens auf mein Taschentuch träufeln. ilnd doch muß diese meine Ueberzeugung mich ' getäuscht haben! Doch muß ein Tropfen von der Flüssigkeit auf oder über meine Lippen gekommen sein. Der Betreffende hatte mit seinem sehr höflichen Lächeln mir zugesehen. Die andere Dame würde jetzt vielleicht auch nicht abgeneigt sein?" meinte er fragend. Mir wurde immer unbehaglicher Muthe, ohne daß ich doch zu sagen vermöcht hätte, warum. . Was " fragte ich mich wieder und wieder ist es nur mit diesem Likör, den er uns so mit Gewalt gleichsam aufzudrängen entschlossen ist? Was? Unter keinen Umständen werde ich seine Wirkungen an mir selbst ausprobiren; an einem anderen aber möchte ich sie gerne sehen." Vielleicht war dies nicht fetjr men

Ihn ÄNSsehHM ist em gukes Anzeichen vom Zustand Ihres Allgemein - Befindens. Wenn Sie blaß, mager, dunke l unter den Augen sind, die Gesichtsf arbe unrein ist. die Zunge belegt und Sie älter aussehen, als es der Fall sein sollte, so geht es abwärts mit Ihrer Gesundheit, bis sich eine gefährliche Krankheit daraus entwickelt. Thun Sie in ?eit etwas dafür. Halten Sie den Verlauf auf. Stärken Sie Ihre Gesundheitskräfte mit

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Der fransn bester Freund

Cardui ist ein reiner, unschädlicher, medizinischer, heilkräftiger, schmackhafter, vegetabilischer Extrakt, der sanft und heilend auf die entzündeten weiblichen Organe einwirkt, allen Schmerz lindert und die gestörten Funktionen regulirt. Es ist ein sicheres und gewisses Heilmittel für alle Formen von weiblicher Schwächen, es reinigt und vcrbciscrt schlechtes Blut und stärkt die schlaffen Nerven. Es macht kranke Frauen gesund. Versucht es. Bei jedem Apotheker zum Verkauf für N die Flasche.

7rr Wat schenfreundlich von n:ir . . . aber ich war nun wirklich schon zu neugierig geworden. Ich machte' also Julie ein Zeichen, dieses Mal das Anerbieten anzunehmen. Sie trinkt gerne sogar wi? es scheint. Sie ist aber äuch den ganzen Tag über sehr angestrengt gewesen mit Besorgungen, Einpacken u. s. w. und ist jetzt sehr müde und matt. Sie also trinkt wirklich und ordentlich. Sie leert das ganze Gläschen. Nun ist es um so, mehr an mir. aufzupassen mit beiden Augen und beiden Ohren. Nichts ... gar nichts darf meiner Wachsamkeit jetzt entgehen. Also . . . was geschieht nun zunächst? Er packt die Flasche wieder in seinen Handkoffer zurück und sitzt ganz stille da. Ter Zug rast weiter mit uns durch die stille, dunkle Nacht weiter immer weiter! Ich werfe einen Blick zum Fenster hinaus. Kaum noch etwas zu sehen. Schattenhaft gleiten Hügel und Verge. Felder. Wiesen und Wälder an uns vorüber. ! . Eine Minute sicherlich nicht länger hatte mein Hinaussehen gedauert. Ich wende mich wieder zurück und sehe was ?? Julie bereits in' festem Schlafe. Sie sitzt da, den Kopf auf die Brust herabgesenkt, den Mund' halb geöffnet, mit jenem außerordentlich dummen Gesichtsausdruck, den fast jeder Mensch hat. wenn er im Sitzen schläft. Alle Wetter!! Das hatte ich denn doch nicht erwartet! Und das nannte dieser Mann einen erfrischenden, oder ganz belebenden Trunk!! Du mein lieber Gott!" dachte ich -wären wir nur erst glücklich raus aus diesem Koupe und aus dieser sonderbaren Gesellschaft! Wäre ich doch lieber in der zweiten Klasse gefahren oder im Damenkoupe! Keine schnarchenden alten Weiber, keine brüllenden Babies wären so schlimm zu ertragen gewesen, wie diese allmälig über mich kommende, langsam herankriechende Angst. (Schluß folgt) Wahrs ager mißhandelt. Mehrere schottische Wahrsager, welche in Greenfield, Wis., ihr Lager aufgeschlagen hatten, waren mit einem alten Farmer in Streit gerathen, und da dessen Sohn und ein Freund von ihm die Ueberzeugung gewonnen hatten, daß dem alten Manne bitteres Unrecht gefchehen sei, faßten sie den Entschluß, die Schottländer zu vertreiben. Sie fielen über die 'Wahrsager mit Knüppeln her und brachten den Ueberraschten schwere Verletzungen bei. Die brutalen Burschen wurden später verhaftet. Heimweh als Mordm o t i v. Heimweh und Verbitterung gegen seine Landsleute, welche sich geweigert hatten, ihm Geld zur Rückreise nach seiner Heimath in Rußland zu 'geben, veranlaßten jüngst einen Mazedonier Namens Cantro Wassilli in Indianapolis, Ind., mit einem Revolver auf mehrere seiner Landsleute, die mit ihm in dem gleichen Kosthause wohnten, zu schießen. Ein Tonese Risto wurde auf der Stelle getödtet und zwei andere Landsleute erlitten iödtliche Wunden. B o l i v i a und S i a m sind die einziaen civilisirten oder halbcivilisirten. Länder,, die keine Staatsschulden haben. E g Y P t e n , ein Land mit 10,000.000 Einwohnern, hat nur eine em zige Irrenanstalt, und diese hat nicht

mehr als 500 Betten. Ikre AttslegnnlZ. Warum weinst Du denn?" Der Herr gegenüber hat mich so furchtbar auf den Fuß getreten!" O. Du Böneidenswcrthe, er interessirt sich also für Dich!"

r l .; M Mein Mann hatte tsXcv Aerzte," schreibt tavt Tors Ceenshaw von Wcsrpointa., zu nictner Bchanö lung, aber sie konnten unr nicht hel fen. Nact dem vierten ttinde senkte sich meine Gebärmutter und ich konnte kaum aufsitzen. Nachdem ich eine Flasche Cardui genommen, sing ich an besser zu sühlen. Ich bin setzt furirt, bade aenügerid Ättlch nd kein Gebärmutter Leiden mcyr. Cardui hat mich zu einer neuen Frau gemacht." 's -.- i ' V i. , V f. t:1 M-yf i . . .'. j. Eine seltene Rüstigkeit legte dieser Tage die 102 Jahre alte Frau Susan D. Croßman von Aston, Wis.. an den Tag. Sie legete die Strecke von 8 Meilen zur Kirche der Baptisten in Beloit zu Fuß zurück und wohnte dem Gottesdienst . bei. Nach oemGottesdienst begab sie sich nach dem Heim von C. I. Eddy in Rockton, ihrem Enkel, und am Abend kehrte sie zu Fuß nach Hause zurück. Sie hatte an dem Tage einen Marsch von 24 Meilen zurückgelegt. Aufsehen und zugleich Mißbilligung erregte dieser Tage in Homesiead, Pa., ein Leichenzug", der sich die Amity Straße hinauf nach der 17. Avenue und West Straße bis in die Nahe des Reservoirs bewegte. Zwei Jungen zogen auf einem kleinen Handwagen einen mit Blumen geschmückten Sarg hinter sich her, in welchem die Leiche eines alten Köters Samens Bum" gebettet war, und gezen vierzig Männer und Knaben folgten dem Sarge in langem Trauerznge. Bum" war bei Lebzeiten ein gute? . Freund der Polizisten von Homesiead und hielt sich die meiste Zeit über im Stationshause auf. Ein Streichholz in der Westentasche hat in Montclair, N. I., Unheil angerichtet. Als Julius Wolff. der daselbst ein Kleiderfärberei- und Reinigungsgeschäft betreibt, eine Herrenweste mit Gasolin reinigte, gerieth letztere 'infolge eines Streichhölzchens, das in einer Tasche zurückgeblieben war, in Brand und Wolfs erlitt an Händen, Armen und im, Gesicht schreckliche Brandwunden. Er rannte auf die Straße, wo sich alsbald eine groe Menschenmenge um ihn versammelte In der Aufregung vergaß man, die Feuerwehr zu alarmiren, und als diese schließlich eintraf, hatten die Flammen bereits das angrenzende Gebäude ergriffen. Der angerichtete Schaden beträgt über 2000. Während des Prozesses gegen zwei Straßenräuber im New Yorker Kriminalgericht schlief der Geschworen? Michael I. Butler ein. Und bald schnarchte er gewaltig. Das hörte der Hilfsstaatsanwalt Appleton, und empört machte er dem Richter Newburger Mittheilung von seiner Entdeckung. Ein Gerichtspolizist ward beauftragt, den Schlafenden zu wecken; Butler riß die Augen auf und gähnte geräuschvoll. Richter Newburger war m hohem. Grade entrüstet und theilte dem Schnarcher in kurzen Worten mit, daß er sich von . dem gegenwärtigen Geschworenendienst als gestrichen betrachten solle. Vutler versuchte, eine Erklärung seines Zustandes zu geben, sprach jedoch sa unzusammenhängend, daß ihm der Richter den Rath gab, schleunigst den Gerichtssaal zu verlassen, wenn er sich nicht der Verhaftung wegen Mißachtung des Gerichts ausfetzen wolle. Butler wollte sich dem nicht aussetzen und verschwand. Vei'den Sprengarbeiten für die Abtragung der beiden Ueberführungen über die Central HudsonBahn beim Sing Sing - Gefängnisse und die Verbreiterung des Vahnbettes behufs Verlegung von 4 Geleilsen für die elektrische Bahn zwischen New ork und Croton, sind mehrere Funde gemacht worden, welche die alte Ansicht rechtfertigen, daß in den Felsen jener Gegend nicht nur Kupfer, sondern auch Silber und Gold verborgen ist. Eine Anzahl Quarzstücke, welche dort ausgegraben wurden, sind der lebendige Beweis dafür. ' Man ist bei den Arbeiten auch auf die Reste alter Minenindustrie gestoßen, namentlich fand man die Ueberreste einer alten Pumpanläge. Mehrfache Versuche, den werthvollen Inhalt jener Erde auszubeuten, sind seit alter Zeit bekannt; zuletzt wurde das Bergwerk im Jahre 1872 abgebaut, nachdem schon in den Revolutionsjahren eine englische Gesellschaft große Mengen Silber zu Tage gefördert hatte.

Naucht die B0NANZA.