Indiana Tribüne, Volume 29, Number 40, Indianapolis, Marion County, 10 October 1905 — Page 6

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Europaische Nachrichten. F'rovinz Wrandenvurg. Berlin. Geheimer Kommet zienrath Frentzel, der langjährige Präsident des Deutschen Handelsta'ges und Mitglied des Hmerchauses, ist im Alter von 71 Jahren in dem nahe gelegenen Schlachtensee an den Folgen eines Schlaganfalles gestorben. Beim Baden im Gudelacksee ertrunken ist der 19jährige Hans Geermann von hier. Er weilte bei Verwandten in Lindow

i. Mark auf Besuch. Der junge Mann ist der einzige Sohn einesTeleraphenleitungs - Inspektors. Em Automobilunfall ereignete sich in der Rhein ftraße in den: nahen Friedenau. Der 22jährige 'Geschäftsradfahrer Karl Hoffmann von hier stieß beim Einbiegen in die genannte Straße mit einem Automobil zusammen. Der Anprall war so stark, daß Hoffmann in hohem Bogen auf den Fahrdamm geschleudert und sein Fahrrad vollständig zertrümmert wurde. Hoffmann wurde bestnnungslos nach der Friedenauer Sanitätswache gebracht. (5c hatte eine schwere Kopfverletzung und Gehirnerschütterung, sowie eine komplizirte Quetschung an der rechten Brustseite erlitten. Einen Mordversuch und einen Selbstmordversuch aus Eifersucht unternahm die Vuchdruckerfrau Aqnes Hein, Blücherstraße 55. Der Ehemann arbeitet zur Nachtzeit bei einer hiesigen Zeitung und war eine Stunde später nach Hause gekommen, als es die Arbeitszeit bedingte. Aus diesem harmlosen Vorgang malte sich die Ehefrau in ihrer Eifersucht ein Bild von der Untreue des Mannes, während dieser thatsächlich nur in Gesellschaft von Arbeitsgenossen ein Glas Bier getrunken hatte. Nachdem Hein sich zur Ruhe begeben hatte, schickte seine Frau ihren 6jährigen Sohn zu ihrem Schwager und stürzte sich mit dem jüngsten, zweijährigen Sohne vom Elisabethufer in dqs Wasser. Schiffer holten Mutter und Kind lebend wieder heraus, und beide wurden nach dem, Krankenhause am Urban gebracht. Im Thiergarten erschossen hat sich der 57 Jahre alte Friedrich Schwarz aus der Solmsstraße 52, der von seiner Ehefrau getrennt lebt. Er wurde in einem Krankenhaus an Rheumatismus und einem Herzklappenfehler behandelt und als geheilt entlassen. Trotzdem lebte er in der Einbildung, daß die Aerzte seine Krankheit nicht erkennen und ihn nicht heilen könnten. Potsdam. Ein Gewitter hat im Havelland und im Kreise Zauch-Bel-zig arg gehaust. In Hohenauen wurde die Müller'sche Windmühle durch Blitzschlag eingeäschert. In' Görzke schlug der Blitz in eine Roggenmandel, als eben der Landarbeiter Hinkefuß, der darin Schutz gesucht hatte, dieselbe verlassen hatte. In den Flämingdörfern richteten das Wasser und der Hagel großen Schaden an, sö daß die Ernte zum Theil vernichtet ist. Köpenict. Die 29 Jahre alte Frau des Bäckermeisters Gramm in der Glienickerstraße 1 versuchte sich und ihr Kind durch Gift zu todten. Zwischen der Frau und ihrem Maine war es in letzter Zeit wiederholt zu Auseinandersetzungen gekommen. Wie die Frau angibt, ist sie mehrfach von ihrem Mann: mißhandelt worden. Auch letztens fand wieder eine Scene zwischen den beiden Ehegatten statt, worauf sich der Bäckermeister entfernte. Frau Gramm beschloß -nun, sich und ihrem fünf Monate alten Kinde das Leben zu nehmen.. Sie nahm'eine Flasche Lysol, gab zuerst dem Kinde daraus zu trinken und leerte dann selbst die Flasche. Als der Bäckermeister nach Hause zurückkehrte, fand er seine Frau mit dem Säugling im Arm röchelnd vor. Sofort - holte er zwei Aerzte herbei, die eine Auspumpung des Magens bei der Frau und ihrem Kinde vornahmen. K a p u t h. Hier wollte der 19jährige Arbeiter Koch mit einem Freunde in der Havel Fische angeln. Die beiden jungen Leute waren in einem Boote hinausgerudert und legten dieses an einem Pfahle fest. Als Koch die Angel aus dem Wasser zog, setzte sich der Haken fest, und die Ruthe brach entzwei. Der Angler bog sich über den Rand des Kahnes, um den im Wasser schwimmenden Theil der Angel zu- fassen; er verlor dabei das Gleichgewicht, stürzte kopfüber in die Fluthen und ertrank. Neu - Lewin. Vor einiger Zeit fand das 150jährige Stiftungsfest des Ortes unter großer Theilnahme der Bevölkerung statt; es war verbunden mit der Enthüllung eines Denkmals für Friedrich den Großen, den Begrunder des Oderbruchs. Oberschöneweide. Mit Lysol hat sich die erst 21jährige Frau des Bautechnikers Grabowski aus der Rellowstraße vergiftet. Die junge Frau hatte vor einiger Zeit ein ano nymes Schreiben erhalten, in dem ihr Mann bezichtigt wurde, daß er sich gelegentlich eines Wittwenballes mit Frauenspersonen abgegeben habe. Rathenow. Der V 16jähriae Schlosserlehrling Karl Dehne wurde in der Rahe der hiesigen Station von einem Zuge überfahren und in Stücke gerissen. Frovinz Hstpreußen. Königsberg. Ertrunken ist der Steuermann Ruelf 5Zramer von dem

am Hollander Baum liegenden hol

landischen Schooner . Kunsitt". isz war ausgegangen, um sich in der Stadt zu amüsiren, und erst spät an Bord zurückgekehrt. Hier ist er über die Reeling gefallen und im Pregel ertrunken. Allen st ein. Ein Unglücksfall ereignete sich in der Tifchlerei von Gosse. Der an der Hobelmaschine beschäftigte 17jährige Sohn des Gosse gerieth durch Unvorsichtigkeit mit der linken Hand in die Maschine, die dem

zungen Mann die Hand bis zum Gelenk vollständig abtrennte. Ter Verletzte wurde nach dem Marinehospital gebracht. Elbings - Kolonie. Mehrere junge Burschen vergnügten sich damit, bei der Fahrt in einem kleinen Handkahn auf dem Greituschflusse zu schaukeln. Dabei kippte daZ Fahrzeug um und sämmtliche Insassen stürzten in's Wasser. Während die anderen sich retteten, ertrank der Pole Josef Paschngutzki. Gertlanken., Hier vergnügten sich einige junge Leute damit, daß sie mit einem Tesching nach Sperlingen schössen, wobei der Besitzersohn Emil Preuß den Besitzersohn Franz Fürst, welcher zum Herbst Soldat werden sollte, durch Unvorsichtigkeit anschoß. Der Schuß drang dem jungen Manne in die rechte Vrustseite und blieb in der Lunge stecken. Der Verletzte wurde sofort dem Krankenhause in Labiau zugeführt. L y k. Durch schwere Schicksalsschlüge ist die Familie Schwermer Hierselbst heimgesucht worden. Nachdem vor ca. vier Jahren eine erwachsene Tochter erblindete und bald darauf durch den Tod erlöst wurde, ist eine verheirathete Tochter einer heimtückischen Krankheit vor einiger Zeit zum Opfer gefallen. Nun ist jetzt noch der jüngste Sohn der das hiesige Semit.r.. jti . ..x. p'rx co . UIU VCUU;l';, lll VCl IJUUji) (UJCll JUUC' anstatt ertrunken. R a st e n b u r a. Mit dem Pseröe c-estürzt ist beim Ausrücken zu einer Nachtdienstübung der Oberleutnant Freiherr von Lyncker in der Nähe von Drachenstcin. Er mußte zu Wagen nach dem Garnisonlazareth gebracht werden, v. Lyncker hat sich außer zwei Rippenbrüchen noch schwereKopfVerletzungen zugezogen. Samelucken. Hier ist der Schmiedegcselle Broszart beim Baden ertrunken. Wilkowischken. Unter dem Verdacht des fünffachen Kindesmordes wurde hier die in Arbeit stehende Losmannsfrau Gennat verhaftet und dem Gerichtsgefängniß in Mehlanken zugefuhrt. An den fünf exhumirten Kmdesleichen ist inzwischen der Verdacht bestätigt worden; es handelt sich um Vergiftimg mittels Arseniks. Frovinz Mestpreußen. Danzig. Die Baggermatrosen Johann Marschnowski und Albert Hein, welche auf emem gegenüber der Werft am Holm liegenden Bagger beschäftigt waren, unternahmen nach Feierabend auf der Weichsel eine Segelfahrt. Dabei legte das Boot sich alsbald auf die Seite. Beide Insassen ertranken. Die Leichen wurden geborgen. Bly sinken. Durch eine unsinnige Wette hat der Erntearbeiter Richard Lange seinen Tod funden. Er ging die Wette ein, daß er eine volle halbe Stunde unter Wasser bleiben könnte. Lange, der nach Verlauf dieser Zeit nicht an die Oberfläche kam, wurde als Leiche aus dem Wasser gezogen. E i ß. Vom Blitz getödtet wurden bei einem Gewitter, das sich letztens über Westpreußen entladen hat. drei Personen. So schlug der Blitz hier in das Wohnhaus des Eigenthümcrs Mania und tödtete das Ehepaar Krause. Der Hauseigenthümer wurde schwer verletzt. i Graudenz. In dem Restaurant Bürgerhalle" in der Pohlmannstraße waren die Kellner Johannes und Fordon von hier eingekehrt. Als Johannes zu singen anfing, wurde ihm dies von dem Wirth des Restaurants, Schuhwaaren - Fabrikanten Dankwarth, verboten. Nach weiterer Aus-, forderung. das Singen einzustellen oder das Lokal zu verlassen, kam es zu einem heftigen Wortwechsel, in dessen Verlauf beide Kellner den Wirth thätlich angriffen. Fordon hielt 'ihn hinten und Johannes ' vorne gefaßt. Plötzlich reichte Fordon dem Johannes ein Messer, worauf dieser hiermit dem Wirth zwei Stiche in die Brust versetzte. Die Verletzungen sind lebensgefährlich. Fordon wurde sofort verhaftet. Johannes ist entflohen., H a m m e r st e i n. Dem Stadtkämmerer Pfeiffer, der sein 25jähriges Dienstjubiläum feierte, wurde von einer Deputation des Gemeindebeam-ten-Vereins eine Glückwunsch-Adresse überreicht. Klammer. Letztens brannten die. Wohn- und Wirthschaftsgebäude des Käthners Fanger nieder. Das Mobiliar wurde gerettet. O st r o w i t t. Auf der Landstraße kam es zwischen Knechten und Arbeitern zu einer Schlägerei, wobei das Messer wieder einmal die Hauptrolle spielte. Dabei wurde der Schmiedetehrling Micbael Giesinski von hier von dem Arbeiter Jaschinski erstochen. Der Thäter wurde verhaftet. S t u t t h o f. Aus Sehnsucht nach der Heimath hat sich die Frau des Landbriefträgers Weiß aus Goßlersausen erhangt. Vor eimger Zelt erst

hatte sie sich verheirathet; sie fühlte sich jedoch in der neuen Heimath nicht glücklich und kehrte deshalb nach hier zu ihrer Mutter zurück, der sie erklärte, daß sie nicht mehr nach Goßlershausen zurückkehren wolle. Jetzt hat sie nun ihrem Leben ein Ende gemacht. Die junge Ehe war durchaus glücklich und nur das Heimweh der Frau trübte sie. Provinz Fommern. Stettin. Vor einiger Zeit stürzte der achtjährige Sohn des Restaurateurs Buchholz von der Wäschespüle an der Schiffbaulastadie in die Oder. Da der Knabe sogleich von der Oberfläche des Wassers verschwand, konnte seine Rettung nicht bewirkt werden; er ertrank. Die Leiche 'des Verunglückten wurde später aufgefunden. V o r n t h i n. Hartnäckig vom Unglück verfolgt wird der hiesige Büdner Breger. Vor einiger Zeit brannte seine Wirthschaft nieder, nichts wurde gerettet, und versichert waren nur die Gebäude. Jetzt brannte seinem Schwiegersohn durch Blitzschlag Stall und Scheune nieder, und da Breger dort die von ihm neuangeschafften oder von anderen geschenkten ö egenstände untergebracht hatte, verbrannten diese mit. Greifswald. Im Säbelduell lebensgefährlich verletzt wurde hier der Student Faber, dem ein Ungar einen Stich in ' die Lunge beibrachte. G o l l n o w. Hier ist der Vorsitzende des Verbandes der Freiwilligen Feuerwehren Pommerns", der Stadtzimmermeister Hermann Marcks, im L4. Lebensjahre nach langem Leiden gestorben. K o l b e r g. In Rathenow ist der Sohn des hiesigen Postschaffners a. D. Schulz, der dort bei den Hufaren dient, beim Baden ertrunken. x N e u m a r k. Sein 25jährlgesArztjubiläum feierte hier in seltener Frische und Rüstigkeit Dr. Meyer. Geschenke und Glückwünsche wurden dem Jubilar von nah und fern in überaus reichem Maße dargebracht und die ganze Ortschaft nahm an der Feier den innigsten Antheil. Rügenwaldermünde. Die Töchter deS Fuhrherrn Graap aus Rügenwalde. 18 und 20 Jahre alt, geriethen beim Baden am Strande in tiefes Wasser. Der 28jährige Versich:rungsagent Franz Selchow aus Verlin versuchte die Mädchen zu retten, ertrank aber. Lehrer Rasper. der Leiter einer Charlottenburger Feriencolonie sprang den Ertrinkenden nach und brachte noch das eine Mädchen lebend an den Strand. Dort starb es gleich darauf an Herzlähmung. Die Leiche des anderen Mädchens wurde geborgen, während die Selchows in die See hinausgetrieben wurde.

DieHimalaja-'Expedi-tion Crowleys ist, wie gemeldet wird, von einer Lawine überrascht worden. Nachdem der Vortrab am Kinschinjunga vom Südwesten her 21,000 Fuß Höhe erreicht hatte, machte sich eine Abtheilung aus sechs eng zusammengeseilten Thcilnehmern gegen die Warnung Crowleys spät Abends über lawanigen Boden auf den Rückweg, sämmtlich stürzten ab. Pache, welcher den Nachtrab befehligte, und drei Eingeborene wurden getödtet, der Doktor und de Righi leicht verletzt. Reymund wurde gerettet. Letzterer mußte das Seil durchschneiden, um sich zu befreien. Die Leichen sind viele Fuß tief unter Schnee begraben und man sucht nach ihnen. De Lawine war weder groß noch steil, der Unfall dürfte daher ohne das Seil nicht geschehen sein. Crowley kehrte darauf mit dem Rest der Expedition zurück. Er hält eine neue Expedition des Erfolges für sicher. Beidenösterreichischen Kaisermanövern in Südböhmen, ber welchen die Nord - Armee den Uebergang über den Wotawafluß erzwäng und die Südarmee zurückdrängte, spielte sich folgende Scene ab, die leicht zu einem großen Unglücke hätte werden können. Es waren nämlich über den Fluß mehrere feste Brücken sowie zwei Pontonbrücken geschlagen worden. Die eine hatte soeben die Ballon-Ab-theilung mit dem Fesselballon derSüdArmee passirt, hierauf zvgen eine Ar-tillerie-und mehrere Infanterie - Abtheilungen darüber. Es befand sich ein Bataillon des 91. Jnf. - Regts. auf dieser Brücke. Die feindliche Truppe drang nach, als plötzlich mit einem heftigen Krach der mittlere Theil der Brücke einstürzte. Eine Anzahl von Soldaten des 91. Jnf. - Regts.' fiel ins Wasser, konnte jedoch noch rechtzeitig gerettet werden. Die übrigen Truppen der zurückziehenden Südarmee wußten sich über die weiter nördlich gelegene Brücke zurückziehen. Filet - Arbeiten sollen stets, nachdem sie gewaschen worden, auf einen Rahmen gespannt und auf der linken Seite mit dünnem, gereinigtemGummiwasser überstrichen werden. Sie erhalten dadurch Festigkeit, sehen wie neu aus und bleiben lange schön. ' Tapeten abwaschbar zu machen. 2 Theile Borax und 2 Theile Stangen - Schellack löst man in 24 Theilen heißen Wassers. Mit dieser Lösung bestreicht man die Tapeten. Nach dem Trocknen muß man sie mit einer weicken Bürste glänzend rei den.

Thcatcrhaafe. Eine Erinnerung von Oscar Klein. Wer in der dritten Kompagnie des

xten Rheinischen Infanterie - Regiments gedient hat, ..der erinnert sich gewiß noch des Unteroffiziers Hans Heinrich Haasel, der. Theaterhaase", genannt, zum Unterschied von Hase II, dem Brillenhasen". Haase war ein guter Soldat, der seine Korporalschaft wohl in Ordnung hielt, beliebt und geachtet bei Vorgesetzten und Untergebenen, aber er hatte eine unbesiegbare Leidenschaft für das Theater, die ihm auch feinen Spitznamen eingebracht ' hatte. Ein Theaterstück schleppte er stets mit sich herum, in das er sich in seinen dienstfreien Stunden vertiefte, . den halben Schiller wußte er auswen-' dig und zitirte ihn bei jeder Gesegenheit, war aber gar Königs Geburtstag einen Deutschen Kaiser gab es damals noch nicht so war es vollends mit ihm aus. Der Festtag wurde, wie -dies ja meist noch heute üblich, seitens der Mannschaft durch Ausführung eines kleinen militärischen Theaterstückes gefeiert, und der Hauptmitwirkende war natürlich der TheaterHaase". , Bei den nöthigen Proben zu einer solchen Aufführung und an deren Tage gerieth er völlig außer Rand und Band; hundertmal probirte er seine Rolle, und war er endlich von der Bühne verschwunden, stand er sicher in einer einsamen Ecke des Saales und sagte sich murmelnd seine Worte vor. Die Freude aber auch, wenn dann Abends alles klappte und der Herr Hauptmann später zu ihm sagte: Alle Achtung, Unteroffi'ier, das haben Sie gut gemacht!" In Elchen Augenblicken war Haase der glücklichste Unteroffizier in der ganzen preußischen Armee. Es ist begreiflich, daß ihn die Kameraden oft fragten, weshalb er bei seiner Schwärmerei für das Theater nicht lieber Schauspielet geworden sei, statt zu kapituliren, dann zuckte er aber nur immer geheimnißvoll die Achseln und murmelte etwas von der Macht der Verhältnisse und daß noch nicht aller Tage Abend sei. Da der Theaterhaase aber trotz seines Theatersparrens ein tüchtiger Soldat war, seinen Dienst streng gewissenhaft that und ein Muster von Pünktlichkeit und Betragen gab, so übersah man lächelnd seine kleine Schwäche, die sich zudem ja nie' aufdringlich äußerte. Da nahte das Verhänqniß. In der kleinen rheinischen Garnisonstadt war nach langer Zeit wieder einmal eine reisende Theatergesellschast eingezogen, um dort während einiger Monate Vorstellungen zu geben. - Selbstverständlich besuchte der Theaterhaase, so 'oft es nur anging, die Vorstellungen, und wie es so geht, der hübsche, große Unteroffizier wurde den Schauspielern, die vielleicht von seiner Theaterleidenschaft gehört haben m'ochten, bald eine bekannte Persönlichkeit. Besonders der Charakterspieler der Truppe, den er zufällig eines Abends kennen gelernt hatte, freundete sich mit dem Unteroffizier bald an, besuchte ihn auch mal in der Kaserne oder lud ihn zu sich auf eine Tasse Kaffee ein und verkehrte ziemlich viel mit ihm, was den Theaterhaase unaussprechlich .begluckte. Eines Tages, als die Gesellschaft schon längere Zeit im Orte geweilt hatte, wurde dem Unteroffizier von seinem Freunde vorgeschlagen, in der demnächst zur Ausführung kommenden Jungfrau von Orleans", zu welcher ein Herr fehlte, helfend einzuspringen und die Rolle des Raoul", des lothringischen Ritters, der die Gefechtserzählung zu sprechen hat, zu übernehmen. Allerdings wehrte sich der Theaterhaase tapfer; neben dem Bewußtsein, etwas Unerlaubtes zu thun.quälte ihn vor allem die Furcht, man werd: ihn auf der Bühne erkennen, aber der Gedanke, einmal auf einem wirklichen Theater unter wirklichen Schauspielern zu stehen und' Verse, nochdazu Schiller'sche, sprechen zu dürfen, überwog schließlich, zumal einerseits an seinen Kunstsinn" appcllirt, anderer,seits ihm versprochen wurde, er solle möglichst unkenntlich herausstaffirt werden. Haase willigte also endlich ein. Als der Abend der Aufführung kam, probirt hatte er seine Rolle im Zimmer seines Freundes, begab er sich gehobencn aber doch sorgend klopfenden Herzens in die Theatergarderobe, wo die Schauspieler bereits versammelt und nun ihm behilflich waren, sich aus einem preußischen Unteroffizier in den lothringischen Ritter Raoul zu verwandeln. Zu langen, gelben Stiefeln bekam er ein blaues Wams an, darüber einen blitzenden Brustharnisch aus kleinen Blechplättchen, den ihm sein Freund auf dem Rücken zuhakte, und über die ganze Herrlichkeit eine rothe Feldbinde. Ein mächtiger, schwarzer Vollbart wurde ihm angeklebt, eine langhaarige Perücke ihm aufgefetzt, darüber der Helm mit wallender Feder gestülpt, die Wangen etwas roth, die Augenbrauen tiefschwarz gefärbt, und als sich der Unteroffizier, dann in dem' Spiegel trachtete, mußte er sich erleichtert eingestehen, daß ihn kein Mensch, nicht einmal sein Feldwebel, in dieser Verkleidung erkennen würde. Endlich kam sein Auftritt. Wohl (chlug ihm das Herz ein wenig, als. er o auf die helle Bühne vor das Publi-

!um hinaustrat, aber schnell gesaßt begann er mit lauter Stimme den ersten Saft seiner Rolle zu sprechen. Da auf einmal, er zuckte zusammen und hielt inne war es ihm nicht, als höre er in weiter Ferne bekannte Klänge Alarm blasen? Weiter, weiter", zische'lte ihm jemand zu, noch einmal begann er zu reden aber kein Zweifel, jetzt klang es dicht vor dem Thea ter: Alarm! Alarm! und er sah auch, wie die im Zuschauerraum befindlichen Offiziere und Soldaten aufsprangen und hinaus eilten. Noch einmal erklanc; es deutlich und ' vernehmbar, und im Nu war der pflichtgetreue Unteroffiziere in dem Theaterhaasen erwacht; ohne sich um das entstehende Hallo zu kümmern, stürz? er mit dem Rufe: Alarm!" von der Bühne und in die Garderobe, um sich schnell umzukleiden.- O weh, sie war verschlossen, und der Alarm rief noch immer. Wie ein Rasender stürzte Haase, indeß oben im Saale das Publikum johlte und die Schauspieler auf der Bühne durcheinanderschrien, die Garderobentreppe hinunter, zum Hause hinaus der Kaserne zu. Unterwegs versuchte er, sich wenigstens des unseligen Blechpanzers zu entledigen, aber umsonst, der war auf dem Rücken fest zugehakt und ließ nicht locker, und so sah die auf dem Kasernenhofe bereits vollzählig versammelte Kompagnie zum allgemeinen Erstaunen plötzlich einen Ritter aus dem 15. Jahrhundert schweißtriefend angestürzt kommen und sich in blinkendem Harnisch rnd Helm, mit gelben Stiefeln und rother Feldbinde ihr einreihen. Einen Augenblick" war alles starr, da riß der. Ritter mit kühnem Griff, Helm Perücke und angeklebten Bart herunter, un die allbekannten Züge der. Theaterhaasen wurden sichtbar. Nun war aber kein Halten mehr, die Kompagnie brach in ein so jubelndes Gelächter aus, wie es der Kasernenhof wohl noch nie gehört hatte. Die Leute brüllten einfach, und die Offiziere bissen sich auf die Lippen. Es war ein blinder Alarm gewesen, den der durchreisende Divisionär befohlen hatte, aber dem armen Theaterhaasen wurde er doch verhängnißvoll. Nur seiner bisherigen, guten Führung hate -es zu danken, daß er mit strengem Arrest davonkam, aber als Unteroffizier war er in der Kompagnie unmöglich geworden. Bis seine Kapitulation ablief, was nicht mehr lange dauerte, wurde er im Proviantamte beschäftigt, dann verschwand er aus unserer Garnison. Dunkle Sagen gingen, er sei da und dort als Thcatermacher" gesehen. Gewisses wußte niemand, bis zu dem Kriege 1870 71. Unter den beiMetz für König und Vaterland Gefallenen befand sich auch der Unteroffizier Hans Heinrich Haase, welcher als Landwehrmann dort den Heldentod starb.

Wovon das Herz voll ist 4t Zur Zeit als der Dichter Racine bei Ludwig dem Vierzehnten in besonderer Gunst stand, war er eines Tages von diesem in eine Gesellschaft bei der berühmten Freundin des Königs, Frau v. Maintcnon, gezogen worden. Das Gespräch kam auf das Theater und im Verlaufe dieser Unterhaltung gerieth Racine immer mehr in's Feuer, da sowohl der König wie seine Herzensdame ihm recht gaben, als er von traurigen Bühnenzuständen sprach, von einem Verfqll der Schauspielkunst u. dgl. m. Als dann der König die Frage stellte, was wohl die Ursache dieser Erscheinung sei, da brach Racine ungestüm mit den Worten hervor: Nichts anderes als die thörichte Neigung der Schauspieler zu schlechten Stücken. Besonders diejenigen von Scciiron, die gar nichts taugen, werden jetzt mit Vorliebe gespielt." Kaum hatte der Dichter das gesagt, da merkte er freilich auch schon, was er angerichtet hatte. Die Maintenon saß da wie versteinert, der König schien auf's Peinlichste berührt zu sein. Eine unheimliche Stille entstand, bis Ludwig der Vierzehnte der Situation endlich ein Ende machte, indem er sich erhob und damit das Zeichen zum Aufbruch gab. Er hatte keinen Blick mehr für Racine, und auch die Maintenon ignorirte ihn. Racine, aber stürzte in höchster Verwirrung auf seinen Freund Cavoyen zu, erzählte ihm, was geschehen war, und fragte ihn, was er thun solle. Aber es war nichts mehr zu thun. Er war in Ungnade gefallen. Weder die Maintenon noch der König wollte ihn mehr sehen und sie sahen ihn auch nicht mehr. Für denjenigen Leser aber, der mit der französtschen Hofgefchichte nicht so vertraut ist, daß er die geschilderte Szene versteht, sei bemerkt, daß die Freundin des Roi soleil", ehe sie zur Frau von Maintenon" erhoben wurde Frau Scarron hieß. DaS harte Taschentuch. Ein wegen seines schlagfertigen Humors bekannter Amtsrichter in Celle. Hannover, hatte einst einige Bauernburschen wegen einer Schlägerei zu verhören. Einer von ihnen suchte sich reinzuwaschen und sagte: Ne, flogen heww ick em nich; ick heww'n man bloß mit' Daschendok en beten in't Gesicht wischt." Ja," sagte der Richter, ick kemr' Ju Daschendöker. Ji schnöwt mit de Hand!"

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