Indiana Tribüne, Volume 29, Number 39, Indianapolis, Marion County, 9 October 1905 — Page 5
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Dcr Schimpszcttrl JumorcsKe von rz..t .z . ofs.esmssr it y vsuiiimuu iutii?iiU'SJuuiiii.ui. ; (Schluß.) Ha: Viun ist meine Stunde gelorn inen!- rief Vater Armstrong und sprang so hastig aus, daß er die Kaffeetasse dabei auf das natürlich frische Tischtuch umwarf. Den Mund bereits zum Esel" geöffnet, stürzte er hinaus auf den Korridor und stand einem völlig fremden Menschen gegenüber, der ihm sanft erklärte, der Herr Verwalter habe ihm die Arbeit übertragen, da der andere Meister so unzuverlässig sei. Mr. Armstrong stand wie niedergedonnert vor dem Manne das war eine der bittersten Enttäuschungen seines Lebens, denn er konnte einem Ünschuldigen doch nicht ein halbes Hundert Schimpfwörter entgegendonnern, blos weil er sie im Schweiße seines Angesichts so mühsam auswendig gelernt! Geknickt wankte er an den Frühstücks tisch zurück und hörte es kaum, wie die Seinen ihn damit zu trösten versuchten, daß der neue Gipser vielleicht ebenso saumselig sein würde wie der andere und daß er ja dann seinen Schimpfzettel auf diesen doch noch entladen könne! Erst als Bob ihm die Nachricht brachte,, der neue Gipser hätte erklärt, daß er eine Woche für die Arbeit brauchen würde, weil die ganze Decke erneut werden müsse, da erwachte er aus seinem dumpfen Brüten. Schweigend erhob er sich, faltete den vor ihm liegenden Schimpfzettel fein säuberlich zusammen und schob ihn in ein Buch, das er von einem Gestell nahm. Dieses Buch aber war der Bädttker" und der rothe Teckel desselben gab seinen Gedanken eine erlösende Richtung. Kinder," sagte er feierlich, noch eine Woche halte ich's im Fremdenzimmer nicht aus. Wie wär's, wenn wir eine kleine Reise machten? Laßt uns mal auf vierzehn Tage einen hübschen Luftkurort besuchen, da hat die Stubendecke Zeit, auszutrocknen macht mal einen Vorschlag, wohin!" Auf den Hundseck im Schwarzwald!" rief Bob, ohne sich zu besinnen, denn er hatte gestern gehört, daß Kömgsfelds auch auf den Hundseck gehen wollten, und zwar bald. Das ist nicht weit," setzte er arglistig hinzu. Gut, gehen wir auf den Hundseck," erwiderte Vater Armstrong. Packt sofort die Koffer, wir reisen gleich heut' Mittag ab. Ich bleibe keine Nacht länger oben im Fremdenzimmer." . Es ging ein bischen Hals über Kopf, infolgedessen wurden auch nothwendige Sachen vergessen und unnütze, dafür eingepackt, aber am Abend langte man glücklich im Oberbühlerthal an, und da der Hundseck eine Retouchltsche am Bahnhof hatte, so brauchte man nicht erst im Gasthof zum Schindelpeter zu übernachten, sondern konnte gleich die Auffahrt antreten durch die dichten, schweigsamen Wälder auf der in vielen weitschweifigen 5khren aufsteigenden Landstraße. Es war Nacht, als der Wagen vor dem Hotel im tiefen, lauschigen Walde vorfuhr, und Armstrongs hatten das nur Engländern treue Glück, auch ohne vorherige Meldung Zimmer zu finden. Freilich erklärte der Wirth, daß die Herrschaften diese nach einer Woche räumen und eventuell andere beziehen müßten, da sie schon v .1 eine andere Partei, die zu den Stammgästen des Hauses gehörten, versprochen seien. Aber was that das? Mr. Armstrong hatte für den , Augenblick sein gutes Bett, in dem er von herabstürzenden Zimmerdecken träumte und von Schimpfworten, die noch keiner menschlichen Lippe entflohen waren. Die billige Villa kam zwar durch den Ausflug wesentlich theurer, aber , was ist 'Geld gegen ein ruhiges Gemüth und eine gute Makratze? Es war sehr hübsch auf dem Hundseck und die Woche verging wie im Fluge im schönsten Wetter es wäre schade gewesen, die folgende nicht auch noch dort zu verleben. Also zogen Armstrongs in die anderen Zimmer I um, die allerdings nicht so hübsch waren, und kaum waren ste darin insiallirt, als auch schon ihre Nachfolger in den anderen, eben verlassenen eintrafen, 'und das waren zu ihrer Ueberrschung keine anderen als Königsfelds! I Du Spitzbube!" dachte Vater Armstrong mit einem Blick auf seinen Sohn. Ist das abgekartetes Spiel? Fast scheint's so, denn das Mädel, die Irene, ist ja roth geworden wie eine Klatschrose! ,Ec;ad!' Hab's gerade so gemacht, wie ich noch um meine Alte freite!" Jedenfalls freute man sich gegenseitig riesig über die zufällige" Begegnung und verabredete gleich diverse Ausflüge miteinander, ehe noch die Koffer der Ankömmlinge auf deren Zimmern traun. Nicht, daß Papa KöniIsfeld nicht auch einen gewissen Verdacht geschöpft hätte bewahre! Er machte zwar gute Miene zum bösen Spiel, aber recht war ihm die Geschichte doch nicht. In d:r Sommerfrische, so im dichten Walde war schon manche thörichte Verlobung zustande gekommen. die dabeim nicht so leicht und ein-
fach war. w'enn's auch sehr richtig lm Liede h:ißt: - ??r.",i yvci sii) mir fliit sir.b ' situxe Gero in: bcit ihJcg!" Hin und her sinnend, wie er die drohende Gefahr am besten und sichersten umschiffen könnte, packte Herr v. Känigfeld im früheren Zimmer des alten Armstrona seine Siebensachen aus, räumte. Kleiderschrank und Kommode ein und dann auch den Schreibtisch, und als er dprt die. Schublade aufzog, da fand er darin einen Briefbogen, auf dem etwas geschrieben stand, und zwar sein eigener Name in der nicht mißzuverkennenden Handschrift des alten Armstrong. Nanu was hat der mir denn zu schreiben und mirgleich bei der Ankunft auf's Zimmer zu legen?" dachte er überrascht und nachdem er nach einigem Suchen merkwürdigerweise seine Brille gefunden.. las er: Mein lieber Herr v. Königsfeld! Ich haben mit Ungeduld Ihrer Ankunft erwartet um Sie zu fagen. Sie sind ein " hier mußte der Leser das Blatt wenden ein Esel. Ochse, Rindvieh u. s. w." an drei Seiten der erlesensten SHmpfnamen folgten dem vielverheißenden Anfang! Herr v. Königsfeld war einen Moment lang starr und dann brach eine mächtige Entrüstung aus ihm hervor. Ohne sich zu besinnen, ohne einen Familienrath zu berufen, schob er die Brille hinauf auf die Stirn und raste wie ein Berserker zu Mr. Armstrong hinüber, der ahnungslos und nichts Böses denkend seine Pfeife rauchte, friedlich wie er war gesunnen " Ohne anzuklopfen, wie eine Bombe platzte der, an den er eben noch als an feinen Gegenschwieger in spe gedacht, bei ihm herein, warf ihm ein Blatt Papier an den Kopf und schrie mit vor Wuth überschnappender Stimme: Da haben Sie Ihren Wisch wieder! Für die Liebesnamen quittire ich dankend, aber vor die Pistole sollen Sie mir dafür. oder Hans will ich heißen!" Sprach's, raste wieder hinaus und warf die Thür hinter sich zu. daß alles zusammenlief, weil die Gäste dachten, der Hundseck würde mit Kanonen beschössen. Der alte Armstrong glaubte natürlich im ersten Schrecken, sein Nachbar hätte einen Anfall von Tobsucht gehabt und die herbeistürzenden Seinen dachten wohl ähnliches, aber als der alte Herr den Zettel, aufhob, ließ er ihn
gleich wieder entgeistert fallen. Der Schimpfzettel! Er hat den Schimpfzettel gefunden!" stöhnte er entsetzt. Und denkt nun. er ist für ihn bestimmt, weil ich ihn auf den Brief an ihn geschrieben!" setzte er resigniri hinzu. Da haben wir's! Das sind die schrecklichen Folgen des Schimpfens!" rief Mrs. Armstrong und brach - in thränen aus, sekundirt ' von ihrer Tochter. Was ist da zu weinen?" fiel der etwas blaß gewordene Bob ein. Man erklärt die Sache, damit basta!" Er begab sich also stante pede" in die Höhle des Löwen und erklärte, das heißt er versuchte es, denn er kam vor dem wuthschnaubenden Nachbarn, der ihn fast über's Taschentuch forderte, gar nicht zu Worte und wurde überdies noch mit einer Deutlichkeit vor die TYür gesetzt, die nichts zu wünschen übrig ließ. Infolge dieser verfehlten Mission reisten die armen Armstrongs noch am selben Tage ab und kehrten sehr schlecht ter Laune zu ihren heimischen Penaten zurück, wo die Zimmerdecke inzwischen glücklich fertig geworden war. In den Besitz seines Gemaches zurückversetzt, schrieb Vater Armstrong an seinen Nachbar einen Brief, in welchem er eine volle Aufklärung gab, und den er mit den Worten schloß: Ich habe also nur um Entschuldigung zu bitten, daß ich den Zettel unachtsam habe liegen lassen, wofür ich viele der darauf geschriebenen Namen verdiene. Und die Lehre habe ich daraus gezogen, daß man nicht allzu sparsam fein muß und nicht angefangene Briefe zu anderen Notizen benutzen darf." Auf diesen Brief kam keine Antwort. Als aber Königss?lds nach vier Wochen heimkehrten, da trafen die Nachbarn zufällig auf der Straße zusammen. Mr. Armstrong stutzte, grüßte und wollte weiter gehen, aber Papa Königsfeld vertrat ihm den Weg. Ich wollte nämlich zuJhnen." sagte er vor Verlegenheit unnöthig laut. Aha. wegen des Duells?" fragte Mr. Armstrong gleichmüthig. Wir Engländer schießen uns nicht, wenn Sie aber boxen wollen ich war Anno dazumal in Oxford renommirt dafür und werde wohl noch nicht alles verlernt haben." Ja warum nicht gar!" schrie Herr v. Königsfeld. Um mir alle Rippen brechen zu lassen, blos weil ich so verrannt war, zu glauben, daß Sie mich so schön titulirt ehrlich gesagt, geglaubt hab' ich's nur im ersten Augenblick, aber es paßte mir in den Kram, weil na, weil mir das Geflirte Ihres Sohnes mit meiner Tochter gar nicht gefiel. Aber nun thut das Mädel nichts wie heulen, und man ist doch kein Rabenvater. nicht wahr? Wenn Sie also großmüthig dies offene Bekenntniß acceptiren und einen dicken Strich un ter diese elenden vier Wochen machen wollen, dann schlagen Sie ein und Sie sollen die Erlaubniß haben, mir bei der Hochzeit unserer Kinder alle die Namen zu gebend' die auf Ihrem Schimpfzettel neben." ,
Und lachend schlug jetzt Vater Armstrong ein. indem er sagte: Einen aber vorher auf Abschlag: Sie Sortimenter. Sie!" Sappermenter" hat er natürlich gemeint. Kaiman und 5childl:rötc. Den seltsamsten Thierkampf, der vorkommen kann, beobachtete der Naturforscher Waldeck, welcher in den Jahren 1834 bis 1836 das Innere von Centralamerika bereiste. Eines Tages kam Waldeck, wie er in seinem gehaltvollen Werke Reise in Aukatan" berichtet, an einen Sumpf und gewahrte am Rande desselben einen außerordentlich großen Kaiman, der sich ganz wüthend geberdete. Weshalb mag das Ungeheuer so aufgeregt," so rasend sein.?" fragte er feinen Begleiter, einen landeskundigen Mestizen. , , Dieser antwortete: Es kämpft mit einem anderen Thier, welches es aber durchaus nicht zu bezwingen vermag."
Mit welchem denn? Ich sehe hie? kein anderes Thier." Es ist jetzt nicht sichtbar, wird aber bald zum Vorschein kommen." Wo befindet es sich denn?" Im Magen des Kaimans." Ist das wirklich möglich?" Gewiß, Sennor! Der Sachverhalt ist von den Indianern und anderen Wildnißbewohnern schon oft beobachtet worden, wenn auch einige kluge Leute aus den Städten bisher nicht recht daran haben glauben wollen." Welches Thier hat der Kaiman im Magen?" Eine klewe Schildkröte, die er in feiner Gier verschluckt hat, weil er ihre stahlharte Panzerung nicht zu zerbeißen vermochte. Im Augenblick der Gefahr hat die kleine Schildkröte klugerweise ihr Köpfchen und ihre Füßchen unter die schützende Schale gezogen und sich dann ruhig von dem Ungethüm verschlucken lassen. Im Magen des Kaimans aber beginnt sie dann sofort ihr unsichtbares und unheimliches Rachewerk. Sie streckt ihr Köpfchen wieder hervor und macht sich mit aller Gemüthsruhe daran, die Magenhäute und dann die Eingeweide des Kaimans zu durchfressen, und sie tödtet ihn auf solche Weise, indem sie sich selbst rettet. Geben Sie nur acht, Sennor, dann werden Sie es bald sehen." Mit gespanntester Aufmerksamkeit beobachtete der Gelehrte den weiteren Verlauf.. Nach einer Weile warf der Kaiman sich mit emer letzten Kraftanstrengung auf den Rücken, zuckte konvulsivisch und verendete als Opfer seiner unbedachtsamen Schlinggier.- Gleich darauf kam eine kleine. Schildkröte. nachdem sie sich vollends durchgefressen hatte, an der Bauchseite des Ungethüms zum Vorschein und watschelte ganz stille und bescheiden dem Sumpfe zu. - - Waldeck versichert in seinem Reisewerke, daß er auch noch einen anderen todten Kaiman untersucht und m dessen Magen eine lebende Schildkröte von jener kleinen Art gefunden habe, die noch nicht gänzlich sich hatte durcharbeiten können. Später haben auch noch andere Na turforscher, welche jene Gegenden besuchten, den merkwürdigen Sachverhalt bestätigt. Obstaussaaten. Bei allen Kulturpflanzen haben wir es dahin ge bracht, daß wir sie mittelst Samen gut und getreu vermehren können, nur bei den Obstbäumen noch nicht. Wenn die Samen einer guten Obstsorte ausgesät werden, so entsteht gewöhnlich nicht diese Sorte wied, sondern es werden Wildlinge daraus. Gerade die edleren Sorten sind in dieser Beziehung die bedenklichsten; denn Älles, was in seinen Eigenschaften edel ist, pflegt auch schwächlicher und kränklicher zu sein als das Wildere. Auf die Güte der Frucht und die Fruchtbarkeit des spa teren Baumes hat also der Same edler Obstsorten wenig Emsluß. Es ist des halb nothwendig, bei Obstaussaaten für Baumschulen Samen von wilden Bäumen, Holzapfel, Holzbirne, von der wilden Vogelkirsche u. s. w., und zwar nur von kernigen, gesunden Stämmen zu wählen und die daraus entstandenen Sämlinge später mit Reisern ehler Obstsorten zu veredeln. Der Baum nimmt in seinen oberen Theilen die Eigenschaften der aufgepfropften Edelforte an, die Wurzel aber, auf deren Kraft. Gesundheit und Lebensfähigkeit des neuen Baumes beruhen, behalten die Eigenschaften des Sämlings, und es ist für den Baum durchaus nicht gleichgültig, ob er auf den Füßen emes Schwächlings steht oder auf kraft strotzender, lebensfähiger Unterlage. Mekr als Verlangt. Sie denken doch noch daran, daß ich Ihnen unlängst hundert Mark geliehen?" Und ob ich daran denke! Ich denk' sogar schon an die nächsten hundert!- ' Ncnointnage. L a n d st r e i ch.e r : Ja. Kinder, das war ein höflicher Mensch, der Gendarm. der mich transportirt hat . . . die Leute haben alle gedacht, wir seien auf kx öochzeitsreise!". Der Assistent Dr. Runge am Ehemischen Institut derUniversität Würzburg wurde wegen Diebstahls eines Platinaschmelztigels ;u fünf Wochen Gefängniß verurtheilt. Die übrigen Diebstähle am Institut sind roch unaufgeklärt.
Vom anfirattstJcn Sozialismus. ' ' Auf einer Versammlung in Mel bourne haben je sechs ausgesuchte Vertreter der Arbeiterpartei der sechs Einzelstaaten über ein allgemeines Programm dieser Partei für den ganzer Bund berathen. Neusüdwales zählt, unter seinen Vertretern den früherr Premnr des Bundes, Watson, der nack außen hin als Leiter der ganzen Partei gilt, auf der Versammlung aber sick mit der Rolle eines gewöhnlichen Mit. gliedes bescheiden mußte, wodurch angedeutet wurde, daß nicht er, sonder? der Parteitag' das Heft in der Hand habe. Bezeichnend war auch, daß die beiden Vorsitzenden der weitest vorgerückten Richtung des Sozialismus angehörten und daß nur Vertreter der Parteipresse zugelassen waren, während die übrige: Blätter sich mit Mittheilungen begnügen mußten, die der Schriftführer aus gab. Man fürchtet, daß unvorsichtig!
oder unhoflicheAeußerungen m dieOeffentlichkeit gelangen könnten. Geheim, Verhandlung ist seit einiger Zeit überHaupt die Regel bei der australischer Arbeiterpartei, und Mitglieder, die bei Presse aus eigenem Antriebe Mittheilungen machen, setzen sich derAusschließung aus der Partei aus. Trotz aller Geyelmthuerel ist jedoch bekannt ge. worden, daß auf derVersammlung dre Strömungen erkenntlich waren: Di eine Gruppe steuert geradezu auf di Einrichtung des australischen , Bunde auf kollektivistischer Grundlage hin, mi Verstaattich'ang der Produktionsmittel, des Umsatzes und des Verkehrs und will dies öffentlich verkündigt haben. Die andere, mit Watson an bei Spitze, empfiehlt eine vorsichtigere Politik und setzte auch schließlich folgend, Programmerklärung durch: 1. Pfleg: des australischen Selbstgefühls auf de. Grundlage der Erhaltung der Rassenreinheit und Entwickelung eines aufgeklärten und selbstvertrauenden GemeinWesens in Australiens. Sicherung de! vollen Arbeitsertrages zugunsten alle: Produzenten mittels des gemeinschaftlien Besitzes von Monopolen und ErWeiterung der gewerblichen und Wirthe schaftlichen Thätigkeit des Staates un! der Gemeinden. Eine dritte Grupp: endlich stellte die Unentschiedenen dar die sich dem Programm anuscblizßer bereit waren, das die Mehrbei!' Haber sollte. 2ic NciäksSuma. Aus den v?m russischen Ministerium des Innern zusammengestellten Wählerlisten geht hervor, daß das europäisch: Rußland 412 Abgeordnete in die Reichsduma entsenden wird, wovon 273 Vertretender Bauern (66.3 v. .), 91 die der Gutsbesitzer (21 v. H.) und 48 Städtevertreter (11.7 v. H.) sein werden. Eine solche Zusammensetzung der Reicksduma kann natürlich nur a!Z eine rein theoretische Aufstellung betrachtet werden; die Bestimmungen su die Reicksduma und vor Allem di künstlich geschaffenen Wahlbedinguugen sind allerdings derart, oan von oer Gesammtzahl der Reichsduma - Mitalieder wobl ? Bauern. Gutsbesitzer und'110 Städter sein werden. Der .russischen ' Jntelliaenz beziehungsweise den Vertretern der freien Berufe" erLnnen sick schleckte Auslichten, da es nur sehr wenige Personen in Rußland atebt. die den Wahlbestimmunaen entsprechen können. Auch die russischen Arbeiter und die jüdische Bevölkerung. deren Los ia kemesweas benridenswerth ist, werden 'in der Reiche öuma kaum die entsvrechende Vertretuna haben. Speziell gegen die Wahl der Juden zu Mitgliedern wird ichon jet in verschiedenen Städten Rußlands eine lebhafte Agitation entwickelt, und ein bober russischer Staatsbeamter erklärte offen, es sei durchaus möglich, daß statt der zukommenden 23 jüdischen Reichsduma - Mitgliedern hochstens einige Personen sich den. Eintritt in die Duma erzwingen" werden. Was die Bauernvertreter betrifft, so werden durch das für die Bauern vorgeschriebene thatsächlich vierstufige Wahlsystem nur ganz reiche Groizdauern in die Reichsduma kommen. Potemkin"Jttdustrie. Die ehemaligen Matrosen des Potemkin" haben es in Rumänien zu e: ne? gewissen Popularität gebracht, und eimae von ihnen, die etwas mehr Un ternehmungsgeisi besitzen, haben es auch verstanden, sich diese Popularität per sönlich nutzbar zu machen. So hat einer der Meuterer rn Konstantza unter der Firma Zum Potemkin" einen Schuhwaarenladen eröffnet, der zahlreiche Kundschaft heranlockt und seinem Besitzer eine recht behagliche Existenz sichert. Zwei andere Meuterer haben sich wieder dem Beruf als Matrosen zuqewenoet und sich dazu engagrren lassen, auf dem Teich des Bukarest Stadtparks Ciömegin" die Bootsleute zu spielen. In malerisch, etwas phantastisch zugestutzten Matrosenkostümen lenken die Seehelden" die winzigen Boote auf den trüben Gewässern 2es Parkteiches, und der Bukarester Spießbürger zahlt gern etwas darauf, wenn er sich den Luxus gestatten darf, von einem Matrosen des Potemlin her umgegondelt zu werden. Ein unter nehmender Kopf hat sogar den Plan gefaßt, einen kleinen Dampfer zu erbauen, der ein getreues Miniaturbild des berubm! qewordenen Meuterer schiffcs darstellen und ausschließlich von ehemaligen Matrosen des Potemkin" bedient werden soll. Der Mann hat die Aussicht, einen gewaltig gen Erfolg davonzutragen.
Einbruch bei einer Wach nttf
Schließgesellschaft. Die Wiener Diebe verrathen in letzter Zeit besonderen Humor. Neu lich wurde im Bureau dcr Versiche rungsgcsellschaft gegen Diebstahl- ein kleiner Einbruch verübt und jetzt ein großer im Bureau dcr Wach- und Schließgescllschast, das gerade gegen über d'cr PolizcidircZtion liegt. Wäh rend die wackeren Hüter des Eigen thums in den entlegensten Gegenden dor Stadt mit großem Elfer fremdes Eigenthum beschützten, ging das ei gene an einen geschickten Dieb verlo ren, fcs wuroen etwa orenauwno Kronen, die gesammtcn Wockzenlöhne der Wammann malt ac todten, xu Gelder werden immer am Freitag Abend vorbereitet und in einem mit einem Sicherheitsschloß versehenen Schrank bis zum nächsten Morgen aufbewahrt, damit die vom Nacht dienst zurückkehrendeiiWächter sogleich am Sonnabend früh ihren Lohn er halten können. Ter Schlüssel zu dem Schrank wurde von dem dielisthaben den Beamten für den die Auszahlung besorgenden Kontrolleur bei Seite ge legt. Am Sonnabend war dmschmi sel an der gewohnten Stelle nicht zu finden. Schließlich ließ man den er wähnten Schrank dui?ch einenSchlosser öffnen, und da ergab es sich, dan alle die zur Lohnauszahlung vorberciteteil Gcldbüchsen bis auf fünf verschwun den waren. Die Kasse war nach Ver Übung des Tiebstahls wieder abge sperrt worden. Ter Diebstahl wurde zwischm 1 und 3 Uhr früh begangen. Itrn diese Stunde wurde das Haus durch die Gewölbcwachl5, die in der inneren Stadt das Wächteramt dersieht, rcvidirt und nichts Verdächtiges gefunden. Aus dcr Art dcr VerÜbung des Diebstahls ist übigcns zu ersehen, daß nur ein mit den Ver hältnisscn im Hause vollkommen. Ver trauter den Diebstahl begangen haben kann. Hoffentlich ist die Wach, und Schließgesellschäft gegen Einbruch versichert. ?ine aufregende Verhandlung vor dem Kriegsgericht der 19. Divi sion fand in Hannover statt. Auf der Anklagebank saß der Füsilier Boje von der 5. Kompagnie des Fu-silier-Regimcnts 73. Der Angeklag lc, der wiederholt fahnenflüchtig ge. worden ist) wurde vor einigen Mona ten wegen Todtschlagsversuchs vom Oberkriegsgerichte in der BerufungZ Znstanz zu sechs Jahren Zuchthaus verurtheilt, weil er auf einen Schutz mann, der ihn festnehmen wollte, drei Ncvolverschüssc abgegeben hatte. In' zwischen hat der Angeklagte am 18. April, als er seinen Morgenspazier, gang auf dein Hofe des Arresthauses machte, einen verwegenen Ausdrucks versuch verübt, den Posten vor Ge ' cUr mit einer eisernen Stange au gegriffen und hat ferne? einigen Unteroffizieren und Wachtlnannschaften schweren Widerstand entgegeiigesetzt. Weiter standen zur Anklage Veleidi gungcn lind ein thätlicher Angriff ge gen den ArrcsthausaufseherVizefeld wcbel Hille, Veleidigimg des früheren Platzmajors Grafen Hardenberg, Dc molirung von Jnveiitarstücken u. s.w. Während der Verhandlungen benahm sich der Angeklagte im höchsten Grade unflathig und roh. Den Unterofsi zieren und Mannschaften schleuderte er die schwersten Beleidigungen ins Gesicht und schrie, er lasse sich nicht wieder in eine Stafanstalt bringen, nicht einen Tag; nur todt sei er zu ha ben. Er beleidigte in der unfläthig stm Weise die Richter, Offiziere und Mannschaften. Der medizinische Sachverständige Sanitätsath Dr. Gersteuberg-Hildesbeim. dcr den Angeklagten sechs Wochen beobachtet hat, erklärte, daß Boje allerdings erblich belastet sei, aber nicht derartig, daß seine freie Willensäußerung bei Ve gelumg der Strafthat ailsgeschlossen gewesen sei. Das Urtheil lautete auf sieben Jahre Gefängniß. Diese Strafe wird demnächst mit der be rcits gegen ihn erkannten sechsjähri gen Zuchthausstrafe zusammengezo gen. Ein Adlerschütze. Dem gräflichen Förster Schaifler, der auf den schlesischen Besitzungen des Grafen von Rothkirch angestellt ist, wurde das seltene Waidmannsheil zu theil, vor Kurzem seiner!. 50. Adler zu erlegen. Davon sind 46 Fischadler, 3 Schreiadler und das Jubiläumsexemplar ein Seeadler. Dieser Riese unter den deutschen Vögeln übertrifft noch den Steinadler an Größe. Der erlegte Adler wies eine Flügelspannung von 2.33 Meter auf. Die Fischadler sind wesentlich kleiner mit einer Flügelspannung von 1.58 bis 1.70 Meter, aber die gefährlichsten Fischfeinde, denn sie stoßen mit unfehlbarer Sicherheit aus dcr Höhe bis ins Wasser hinab. Ihr häufiges Vorkommen in Schlesien ist durch die zahlreichen Teichwirthschaften mit Karpfen zu erklären, denn diese Gewässer sind auf klei nem Raum mit Fischen besetzt, wie sie dem Adler gerade paffen, d. h. mit Karpfen von ein bis zwei Pfund. Dabei sind die Räuber so gefräßig, daß sie fast jede Stunde sich eine Beute aus dem Wasser holen. Bei ihrer Vorsicht und Beweglichkeit sind sie schwer zu erlegen. Daher ist es eine jagdliche Leistung ersten Ranges, in 14 Jahren 46 dieser Adler zur Strecke zu bringen!
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