Indiana Tribüne, Volume 29, Number 38, Indianapolis, Marion County, 7 October 1905 — Page 7

Jndiana Tribüne, 7. Oktober 1005

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j Getilgte Schuld

IN o m a n von ' Johannes Emm er 30-Ö-0-0-0-0-C (Fortsetzung.) Der Korrespondent wußte ganz genau, was der Unterschied zwischen 4 und 7 in dieser Sache bedeute. Er hatte in einem Schlußbriefe über 45,000 Kilogramm Varrensilber den Preis mit 4Ih Pence die Unze notirt. und Mr. Snyder mußte nun seinen ehrenwerthen Geschäftsfreunden, dem - Hause Rowler & Carman in New Aork. den Schatz abnehmen, um dabei statt des erhofften Gewinnes einen sicheren Verlust zu buchen. Rowler & Carman hätten ihr Silber mit Freuden auch zu 44i abgegeben, da sie ein wönig in Verlegenheit waren, und mußten daher sicherlich erstaunt gewesen sein, daß ihnen ein Betrag geboten wurde, der weit d:n Marktpreis überstieg. Brauchten sie aber nachzuforschen, woher dies kam? Konnte nicht Mr. Snyders aus irgend welchen Gründen genöthigt sein, um jeden Preis sich Silber zu verschaffen, wie sie, sich desselben zu entledigen? Allerdings hatte Mr. Snyders nachträglich auf den Irrthum aufmerksam gemacht; aber Rowler & Carman hatten ihren Schein, und im Handel gilt, was abgemacht ist. Der Gewinn des Einen beruht ja darauf, daß der Andere sich in seinen Verechnungen irrt und verliert. Was meinen Sie nun. Mr. Pailer. daß mit Ihnen' geschehen soll?" setzte Mr. Snyders das peinliche Verhör fort. Diese Frage erforderte eine Antwort und der Korrespondent gab sie ruhig, nur mit etwas verschleierter Stimme: Sie werden mich entlassen, Mr. Snyders." Der Chef kniff die Lippen zusammen und sah d:n jungen Mann ärgerlich von der Seite her an. Das also glauben Sie? Halten Sie mich für verrückt, Mr. Pailer? Ich bin kein Narr! Wissen Sie, daß Sie mir jetzt 18.086 Pfund, 16 Schilling und 3 Pence schulden?" Natürlich wußte er es, hatte- ja den Verlust selbst berechnen müssen, die ISumme war richtig bis auf den Penny. Wie soll ich zu meinem Gelde kommen. wenn ich Sie entlasse? He! Natürlich würden Sie verschwinden wie eine Maus im Kellerloche. Oder würden Sie das nicht thun? Ich will Sie aber sicher haben, sicher in dieser Hand", Mr. Snyders klappte seine fleischige Hand auf und zu ich werde Ihnen von Ihrem Gehalte 30 Prozent in Abzug bringen, bis ei? Schuld getilgt ist." ' Gott lasse Sie dies erleben." sagte der junge Mann und machte eine Bewegung, als wolle er dem Chef beide Hände entgegenstrecken. Mr. Snyders kniff das eine Auge zu und sah mit dem anderen strenge den Korrespondenten an. Denke wohl, daß ich dies auch wünsche," sagte er trocken. Zu den vielen guten Dingen, welche liebevolle Menschen bei festlichen Gelegenheiten Anderen wünschen, gehört auch langes Leben; ein längeres aber, als Mr. Pailer für seinen Chef von Gott erflehte, konnte wohl Niemand begehren. Mr. Snyders hatte genau 334 Jahre. 11 Monate, 8 Tage und 18 Stunden zu leben, bis durch die '30 Prozent des Monatsgehaltes von 15 Pfund Sterling die Schuld getilgt sein würde. Im Grunde genommen sollte ich 50 Prozent in Abzug bringen," fuhr Mr. Snyders fort, da aber auch ich einen Theil der Schuld trage Sie sehen, ich bin gerecht und auch strenge gegen mich selbst will ich nachsichtig sein. Ich hätte den Brief genauer lesen sollen, aber ich hatte Vertrauen zu einem Manne, der schon drei Jahre in meinem Komptoir gearbeitet hat, und glaubte, daß der Mann eine Vier von einer Sieben unterscheiden könne. Merken Sie sich die Lehre, daß man nichts unterschreiben soll, ehe man es nicht Buchstabe für Buchstabe gelesen hat." Der Handelsherr hatte sich in Eifer geredet und pustete die Worte nur so rjerauS; jetzt' hielt er an, um Athem zu holen; er war schon ganz roth im Gesichte. ,.Mr. Snyders. glauben Sie mir" fing der junge Mann an, doch der Chef fiel ihm in die Rede. Ich glaube gar nichts; ich weiß nur, daß ich Sie nicht auf Ihrem Poften belassen kann, sondern Ihnen eine Arbeit geben muß, die keine Verantkortlichkeit mit sich bringt. Gehen Sie zu Mr. Haunold. er weiß bereits, was er mit Ihnen zu thun hat." Ein kurzes Nicken, eine Bewegung ' mit der Hand und der Korrespondent war entlassen. Stumm verbeugte er sich und leise schritt er zur Thüre hinaus, um quer über den Flur nach den Komptoirräumen zu gelangen. .2)ie Leute in den vorderen Zimmern sahen nicht einmal auf, als er an ihren Pulten vorbeiging, und er wußte nicht, sollte er über die Nichtbeachtung froh sein oder sich ärgirn. Jetzt kam er auch durch das Zimmer, in welchem er seit einem Jahre den ersten Platz eingenommen hatte, . und es zuckte doch in seinem Gesichte.

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als er nach seinem Pulte hinsah, an

dem bereits ein Anderer stand; hastig ging er weiter, nach dem Gemache, in welchem Mr. Haunold das Kommando führte. Hier war die große Schreibstube, in welcher der Anfänger, die Lehrlinge und die Volontäre unter der gestrengen Zucht des Novizenmeisters" Haunold arbeiteten. In diese Schaar von Rekruten sollte Mr. Pailer wieder eingereiht werden, nachdem er bereits Abtheilungsvorstand, gewesen war. der bis zu einem gewissen Grade selbststänbig handeln durfte. Von nun an würde jede Zeile von seine? Feder von Mr. Haunold mit kritischen Augen geprüft werden, denn dieser war allein verantwortlich für alle Korrespondenzen, welche von dieser Schreibstube geliefert wurden. 0, Mr. Pailer! Nun. gut abgelaufen die Geschichte, he? Werden monatlich neunzig Schillinge büßen, nicht wahr?" Mit diesen Worten begrüßte Haunold den Korrespondenten, der ihn etwas verblüfft ansah. Sie wissen also bereits " Ist so üblich in diesem Hause;" Mr. Haunold zwinkerte mit den Augen, ist Anderen -auch schon so ergangen." Ein behagliches Lächeln zeigte sich auf dem gesundes rothen Gesicht und überraschte ein , wenig den jungen Mann, der nicht auf einen so wohlwollenden Empfang gerechnet hatte. Was werde ich künftighin zu thun haben, Mr. Haunold?" fragte er. Hm! Ja. ich muß Sie beschäftigen; . wollen Sie wieder die deutsche Korrespondenz übernehmen? Damit fingen Sie vor drei Jahren an. nicht?" Pailer nickte; es berührte ihn doch eigenthümlich, daran erinnert zu werden. daß er wieder bei dem Anfange angelangt sei. Haunold schien die Gedanken des jungen Mannes zu errathen, und fühlte sich zu einem Trostspruche bewogen: Lange werde ich Sie doch wobl nicht hier behalten; ich denke, nach ein paar Monaten sehe ich Sie wieder drüben." Ein dankbarer Blick lohnte ihm für diese Worte, obwohl die Erwiderung nicht sehr frohmuthig klang. Eigentlich kann es mir ja gleichgiltiq sein, für welche Art Arbeit ich bezahlt werde; und im Uebrigen" Pailer machte eine abweisende Eeberde zähle ich zu Jenen, die eben kein Glück haben." Mr. Haunold rieb sich das glatte, fleischige Kinn. Hm! Nur Narren hoffen auf Glück; ein vernünftiger Mann fragt nicht nach dem Popanz, und ist eben darum glücklich." Er streckte sich behaglich, als wolle er den Anderen zeigen, daß er ein solch' glücklicher Mensch sei. Wie kam es denn eigentlich, daß Sie den Unsinn mit dem, Schlußbrief? machten?" Eine ganz närrische Geschichte, sie wäre zu lächerlich, wenn sie nicht so ernst wäre." Ah. ist wohl irgend so etwas Weib liches dahinter? He?" Ja; freilich nicht so. wie Sie vielleicht meinen." Wollen Sie heute den Thee bei mir nehmen. Mr. Pailer? Gut! Wir gehen nach Geschäftsschluß miteinander fort. So. und jetzt machen Sie sich an die Arbeit; hier" er kramte einige Briefe zusammen haben Sie Auszüge zu fertigen; Sie wissen doch noch, wie es zu geschehen hat? Das Pult dort ist frei; es wird von nun an Ihr Platz sein." Etwa zwei Stunden später schrillte die Pseife an dem Sprachrohr, welches aus dem Gemache des Chefs herunter führte. Mr. Haunold legte das Ob" an die Schallöffnung und lauschte ziemlich lange, wobei sein rundliches Antlitz immer mehr den Ausdruck des Erstaunens annahm. Dann ging er zu Pailers Pult. Sie sind ein Deutscher, nicht wahr?" Dn Angesprochene Dickte unmerk lich, und zwischen den Augenbrauen zeigte sich eine Falte., als er kurz erwiderte: Ja." Kennen also wohl auch die Rheingegend?" Pailer Zögerte sichtlich, ehe er antwortete: Nur flüchtig von einer kurzen Reise her. ich habe niemals mich lange dort. aufgehalten." Gu't! Mr. Snyders wünscht Ihre Pavine zu sehen. Haben Sie wohl die Güte, sie zu' holen." Wozu dies?" Weiß ich selbst nicht." Soll ich mit denselben dann zu Mr. Snyders gehen?" Nein, er wünscht, ich solle sie ihm bringen. Sie wissen ja " Freilich wußte Pailer, daß nur die Leiter der Abtheilungen den Vorzug genossen, persönlich vor dem Chef erscheinen zu dürfen; er war ja degradirt" und damit aus dem Ällerheiligften verbannt. . Er ging also, um die verlangten Papiere zu. holen. Die unrerheiatheten' Angestellten wohnten mit Ausnahme Mr. Haunolds, der als alter Herr" besonders begünstigt war in dem Geschäftshause selbst, dessen oberster Stock eine Reihe kleiner Zimmer enthielt. Diese Einrichtung stammte noch aus der guten alten Zeit, und Mr. Snyders hielt daran fest. Die Angestellten hatten übrigens sich darüber nicht zu beklagen; sie hatten.es ziemlich behaglich und kamen billig weg. Nach wenigen Minuten überbrachte Pailer die Dokumente, mit welchen sich Haunold zu dem Chef begab. Mit

einiger Unruhe erwartete Pailer desien

Rückkehr, und unwillkürlich sah er be: jedem Geräusche nach der Thüre. Endlich kam Jener zurück. Mr. Snyders läßt Sie bitten, sich um halb fünf Uhr zu Miß Snyders zu begeben. Er stellt Ihnen seinen Wagen zur Verfügung, der Sie nach feinem Hause bringen wird." Zu Miß Snyders?" fragte verwundert der junge Mann. Was soll dies bedeuten?" Daß heute ein Unglückstag für Sie ist," erwiderte .Haunold trocken und fügte dann leiser hinzu Ich wünsche, daß es gut ausgehe." Wie meinen Sie das? Ich kenne Miß Snyders nicht und weiß nicht " Sie werden sie kennen lernen und dann kommen Sie zu mir. Ich erwarte Sie wie abgemacht." Mr. Pailer schüttelte verwundert den Kopf. Haunold that desgleichen.' und die Lehrlinge in der Nähe, welche etwas von dem Gespräche erlauscht hatten. richteten verstohlen neugierige Blicke nach dem Manne, der zu Miß Snyders geladen worden war, und blinzelten dann einander an. Was soll dies bedeuten? Das war die Frage, die Alle beschäftigte und auf welche Keiner eine Antwort wußte. 5. Kapitel. wanzig Minuten vor halb fünf 9 Ubr mea Vaüer in den eleaanten Wagen, dessen Schlag ein Groom ihm öffnete. Als er sich auf den weichen Polstern des Gefährtes streckte, das rasch und fast geräuschlos dahinrollte, da veränderte sich allmälig der Ausdruck seines Gesichtes, es schien mit jeder Minute jünger zu werden, und auch die ganze Haltung wurde eine andere, es war fast so, wie wenn eine welke Pflanze nach einem lauen Frühlingsregen sich wieder aufrichtet. Der Mann, welcher nach der Fahrt den Wagen verließ, glich kaum mehr dem Pailer, der vor einigen Stunden bedrückt und gedemüthigt vor seinem Chef gestanden hatte. Mit leichten elastischen Schritten, in freier selbstbewußter Haltung folgte er dem Diener, der ihn in das Familienhaus Mr. Snyders' geleitete, auf dem Vorflur dann einem anderen Diener einige Worte zuflüsterte, worauf dieser mit einer Verbeugung den Besucher nach einem kleinen Salon führte. Es war Dämmerung in dem Gemache und aus dem Kamin strahlte ein röthlicher Schein, obwohl es bereits Ende Mai war. Draußen aber spürte man noch wenig von Lenzluft und Frühlingslicht. Nebeliger Dunst lag über der Stadt und verbarg den blauen Himmel, kühle, feuchte Luft zog durch die Straßen. Die milde Wärme, die der Kamin spendete, that darum, wohl; der Duft blühender Gewächse und eines kostbaren Straußes von Rosen, Nelken und Gardenien erfüllte den Raum, und Pailer sog ihn gierig ein. Er ließ sich neben dem Kamin nieder und betrachtete Alles ringsum nicht mit dem naiven Erstaunen eines von der Pracht Geblendeten, sondern mit den prüfenden Blicken eines Kenners, der sich in solcher Umgebung zu bewegen gewohnt 'st. Blau in allen Abstufungen und Weiß waren die herrschenden Farben, und nach diesen war alles Andere harmanisch gestimmt; ein hoher venetianischer Spiegel warf die bläulichen Lichter wieder zurück, das Eisbärenfell, welches vor einem Ruhebette lag. hob sich von dem graublauen Teppich mit einem gelblichen Tone ab, und zartes Rofenroth in dem Tapetenmuster verstärkte nur die Wirkung der Grundfärben. In matten Silberrahmen waren zwei Bilder gefaßt, welche die Wände ichmückten, eine Landschaft von Turner und eine italienische Straßenszene von Leopold Robert. Heiterkeit und Anmuth durchleuchteten den ganzen Raum, dehnten ihn aus, daß man sich frei fühlte, Übergossen mit wonnevoller Ruhe das Gemüth des Einsamen, der mit frohen Augen das Ganze betrachtend zu träumen begann. Ein leichtes Rauschen! Ein schwerer Vorhang an der Längsseite wurde zur Seite geschoben, und dort stand jetzt eine dunkle Gestalt, über deren Haupt nur ein goldiger Schimmer seltsam leuchtete im Reflex des Tageslichtes, das von rückwärts der auf das Haar fiel. Pailer stand auf und verneig:? sich arüstend. Dann erbob er rasch ba Hau?!, um die Züge der jungen Dame zu erkennen. Mr. Pailer. ich danke Ihnen, daß Sie meiner Bitte nachkamen," hörte er sagen und sah die Dame auf sich zu0irmn m?-5anisch erhob er die Augen und schaute in das Mädchcngej'.cht, das er jetzt erst deutlich sehen konnte, und ein halblauter Ausruf entfuhr ihm. Er glaubte in diesem Augenblicke ein flüchtiges Lächeln zu bemerken, doch war es rasch verschwunden, und mit kühler Höflichkeit lud Miß Snyders den Gast ein. wieder seinen Platz an dem Kamin einzunehmen und setzte sich ihm gegenüber. Er hatte seine Haltung wieder gewonnen und mit voller Unbefangenheit faßte er die Dame nochmals prüfend in's Auge. Miß Snyders. Sie sehen mich in hellem Erstaunen; entweder schuf eineLaune der Natur eine seltsame Aehnlichkeit. oder " Sie unterbrach ihn lächelnd: Sie haben Recht, wir sehen uns nicht zum ersten Male." Also ich täuschte mich nicht. Vor Allem der Ton Ihrer Stimme war es, den ich nicht vergessen loitntej!

Sie erinnern sich also noch unserer

Begegnung?" O, ich werde derselben stets gedenken.und ich glaube auch Mr. Snyders." Sie sah ihn fragend an. Mein Papa?" ..Gewiß; jene Begegnung kostet mich oder eigentlich zunächst Ihren Vater 18.086 Pfund. 16 Schillinge und, 3 Pence. genau gerechnet. Diese Summe schulde ich. Mr. Snvders. und bis diese Schuld getilgt sein wird ich darf also wohl sagen, so lang ich lebe werde ich stets an den Augenblick erinnert weiden, in welchem ich Sie zum ersten Male sah." .Ich verstehe diese seltsame Geschichte nicht." , entsinnen Sie sich nicht, wo nn? wie wir uns trafen? In der Nähe des Kensington Museums war es. Sie gingen mit einer jungen Dame und waren in lebhaftem Gespräche, es schien mir fast, als ob ein kleiner Zwist herrsche. Dies erregte meine Aufmerksamkeit, da ich hinter Ihnen herging. Bei dem Straßenübergang in der Cromwell Road blieben Sie eine Weile stehen, da gerade eine große Zahl Wagen vorüberfuhr, und. da hörte ich Sie laut ausrufen: .Und ich sage, es ist 47.' Ihre Freundin erwiderte etwas darauf, und dann sprachen Sie, wie ich glaubte, etwas zornig: jedermann wird mir Recht geben, es ist 47.' Eine übermüthige. Laune wanöelte mich an, und ich erlaubte mir die Bemerkung: .Gewiß, es ist 47 St wandten sich rasch um und sahen mich mit einem stolzen und zürnenden Blicke an. der mich lächeln machte. Ich lüftete den Hut und sagte: .Ich bin bereit, es zu beschwören, daß 47 richtig ist.' Darauf nickten Sie mir zu oder ich glaubte wenigstens, eine solche Bewegung zu sehen und dann kam ein leeres Cab, das Sie heranwinkten, und ich ging meines Weges weiter zur Station." Das ist richtig, ich war zuerst erzürnt über Ihre Dreistigkeit. Es war nicht Recht, daß Sie unser. Gespräch belauschten." ..Ich hatte nicht gelauscht. Miß Snyders. mein Wort darauf, ich wußte nicht, worüber Sie mit der anderen jungen Dame sich zankten." ..Wie? Das wäre wahr? Wieso konnten Sie aber dann behaupten Sie sagten sogar: beschwören daß ich Recht hätte?" Pailer lachte. Verzeihung, es war eben ein Scherz, und ich wünschte, daß Sie mir in's Gesicht sähen." Ach!" Miß Snyders zog ihre Brauen zusammen. Ich bekenne offen und aufrichtig mein Vergehen. Uebrigens wäre ich wirklich dankbar, zu erfahren, was diese verhängnißvolle Zahl 47 zu be deuten hatte." Das kann Sie doch nicht interessiren. Und weshalb verhängnißvoll?" Weil diese Zahl von jener Stunde an mich gleich einem Gespenst verfolgte. Sie schwebte mir vor den Augen, ich hörte sie aus jedem unbestimmten Ge räusch heraus, das an mein Ohr klang, ich summte sie vor mich hin, ich träumte von ihr und leider schrieb ich sie auch nieder, und dies war das Verhängniß." Pailer berichtete nun kurz, welches Versehen er begangen und welche Folgen dasselbe gehabt hatte. So bin also ich an dem Unglücke Schuld?" bemerkte Miß Snyders mit einer fröhlichen Miene, die nichts weniger als Mitleid verrieth. In gewissem Sinne ja! Sie sehenalso, Miß Snyders. daß ich ein Zcwines Rech! darauf habe, zu ersahren. weshalb die Zahl 47 zu einem Streite zwischen zwei jungen Damen Anlaß gab." Ich erkenne dies an, und Sie sollen es erfahren, aber ein andermal! Nein, noch heute, Lucy soll es Ihnen erklaren. Sie kommt zum Fünfuhr-Thee. ich werde Sie bitten, an demselben Tbeil zu nehmen." Pailer sah einen Augenblick überrascht auf. dann dankte er mit einer höflichen Verneigung. ' Sie werden nun wohl auch zu wissen wünschen, weshalb ich Sie zu sprechen verlangte?" fuhr Miß Snyders fort. Ich harre Ihrer Befehle," erwidert: er galant. Sie sind ein Teutscher, wie mir Papa sagte." kozx naym Pailers Gestcht einen unmuthigen Ausdruck an, und etisai rauh klang das kurze Ja," das er zur Antwort gab. . Sie begann zu seiner Uebcrraschunz jetzt deutsch zu sprechen. O, ich liebe die deutsme Sprache, und viel mehr liebe ich noch deutsche Musik. Ich weiß, die Deutschen singen immer." Pailer mußte iorfj lächeln übe? diese Anschauung. Nun ja, wenn auch nicht immer, so doch bei jeder passenden Gelegenheit." ! Und sie singen schön!" Eigenartiger Gaunert r i Der schon wiederholt bestrafte 32 Jahre alte Bautechniker Maurer, in Leipzig orientirte sich aus. den Tagesblättern über die Stunden, zu welchen Beerdigungen stattfanden, und stattete dann im Trauerhaus oder bei den Nachbarn, welche sich die schöne Leiche" anschauten, mit falschen Schlüsseln und Einbruchswerkzeugen Besuche ab. Ter Koup war ihm mehrfach 'geglückt, ehe er erwischt wurde. Das Urtheil lautete auf 5j Jahre Zuchthaus.

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