Indiana Tribüne, Volume 29, Number 38, Indianapolis, Marion County, 7 October 1905 — Page 6

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Der Schimpszcttrl

Tjurnoreske von 8 (?!lscm!a v. Adlcrsscld-Ballcstrcm S r.Armstronz war der gutmüthigsteMensch von der Welt. yv mx frtm man in seinen heiligsten Gefühlen kränkte, dann erwachte der britische Leu in ihm und d:.nn waren auch die Konsequenze:i gar nicht zu berechnen. Zu seinen heiligsten Gefühlen gehörte aber unter anderen die Unantastbarkeit seines Schlafzimmers, womit er sicherlich die Sr, npathie vieler Leute smden wird, und wenn ihm in dieser Beziehung 31t nahe getreten wurde, dann , konnte er mit Schiller sprechen: Zum Himmel liehe, leidende Geduld!" Nun aber hatte er, nachdem er eineZtheils begeistert von der schönen Gegend, anderseits aus ökonomischen Gründen, seinen heimischen Gefilden entflohen war, .eine nette Villa mit chönem Garten gemiethet und dieselbe, elig über den billigen Miethpreis, mit einer Gattin, seinem Sohn und seiner Tochter bezogen, sich seines Daseins er reuend und sich rn der deutschen Spra che udenö. Alles ging ganz herriich und genau wie er sich's gedacht und da die Armstrongs aus sehr guter Familie und demgemäß wirklich vornehme und vielseitig gebildete Leute waren, so mangelte es ihnen bald genug auch nicht an angent.ymem, standesgemäßem Umgang, zu dem in erster Reihe der Bescher der benachbarten Villa, Freiherr mrm v. Ztoniasselo aekorte. mit oenen lieblichem Töchterlein Irene Miß Kitty Armstrong sehr bald innige Freundschaft schloß, indeß ihr Bruder Richard. kurzweg Bob genannt, nichts eiligeres zu thun hatte, als sich sterblich in die unge Dame zu verlieben. Die Komgsfelds waren recht wohlhabende Leute nach deutschen Begriffen und Irene ihr einziges Kmd, und damit hätte dem alten Armstrong die Sache auch ganz gut gepaßt. Papa Königsfeld war jedoch ein vorsichtiger Herr, der sorgsam seine Fühler ausstreckte und aus seine Erkundigungen erfuhr, daß Mr. Armstrong zwar einen hübschen Landsitz in fruchtbarer Gegend Englands mit schönem, ebenso feudalem wie tradmonellern Tudorschloß besaß, , daß er anderseits aber auch mit momentanen schlechten wirtschaftlichen Konjunkturen zu kämpfen hatte, welche ihn finanziell bedrängten, so daß er sich hatte entschließen müssen, nach englischem Brauch Haus. Park und Jagd auf einige Zeit zu vermiethen und sich selbst in wesentllch billigere deutsche Gefilde zuruckzuziehen, mdeß sem Bob emen entsprechenden längeren Urlaub von dem theuren Garderegiment nahm, dem er rnii dem Range eines Kapitäns angehörte. Infolge dieser Auskunft verhielt Papa Königsfeld der recht prononzirien Werbung deZ zungen Armstrong gegenüber wenn auch nicht direkt ablehnend, so doch reichlich zurückhaltend; er hatte etwas von einer reichen Erbtante Bobs lauten hören, was einem . definitiven und kategorischen nein" immerhin entgegenwlrkte und den rettungslos .,verschossenen" Bob in den wenig bcneidenswerthen Zustand des Hangens und Bangens in schwebender Pern versetzt. Ohne diese Komplikation wären die Armstrongs also tadellos glücklich geWesen in ihrer reizenden billigen Villa, welche Eingeweihte zwar verächtlich mit dem Uebernamen das Kartenhaus" an Stelle ihres richtigen Namens .das Gartenbaus" nannten, aber davon wußte Mr. Armstrong nichts und wenn er'es gewußt hätte, so hätte es ihn kalt gelassen, weil er ja zum Glück nicht der Besitzer, sondern nur der Miether war. Eine schöne Jllusion, aus welcher ihn eines noch schöneren Morgens das Faktum riß. daß ein Theil der Stuckdecke seines Schlafzimmers herabstürzte, als der darüber wohnende Vob, erschreckt ob der späten Stunde mit großer Energie aus dem Bette sprang, wodurch er den heiligsten Gefühlen seines Vaters in einer Weise zu nahe trat, welche ein kräftiges Donnerwetter zur Folge hatte. Die nun nothwendig gewordene Reparatur nahm ja sicher ein paar Tage in Anspruch und verbannte den alten Herrn auch für diese Zeit aus seinem gewohnten Behagen rn die Ungemuthlichleit des Gastzimmers, in welchem die Einrichtung nur angedeutet war. Jedenfalls aber hatte das Karten Haus" seinen guten Ruf glänzend bewährt und es blieb nichts übrig, als sich in das Unvermeidliche zu fügen. Der Verwalter des Hauses konnte sich natürlich gar nicht vorstellen, wie die Sache möglich gewesen war, aber er schickte nach einigen Anspielungen auf die bekannte Unachtsamkeit aller Miether einen. Maurermeister und einen Gipsermeister, die ziemlich prompt an traten. Mr. Armstrong im Vertrauen mittheilten, daß das Haus eben nur zum Vermiethen und demgemäß auch nur für die Katze" gebaut sei und die alsbaldige Telegirung der nothwendigen Arbeiter verhießen, welche die Geschichte im Nu in Ordnung bringen wurden. Die Seele erfüllt von gläubigem Vertrauen, fand Vater Armstrong sich also mit seiner Nacht in dem schlechten Bette des ungemüthlichen Fremdenzimmers ab und war ganz passabler Laune, als am folgenden Morgen, nicht

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Ein müdes oder mattes Gefühl ist ein Zeichen von schwacher Lebenskraft, und dies ist bei Frauen fast ', mmcr dem schwächenden Einfluß weiblicher Leiden zuzuschreiben. Wenn die Menstrual-Fnnktionen aestört!

sind, werden die Nerven zur Hülfe herangezogen folgen dem Rnf, indem sie den schwachenTheilen alle ihnen mögliche Blut- und Lebenskraft verleihen. Natürlich fchwächt dies den übrigen Korper. Natürlich fühlen Sie müde und schwach. Natürlich brauchen Sie anderweitige Hülse um Ihre Kraft aufrecht zu erhalten und Sie gesund zu machen. Diese nothwendige Hülfe erhalten Sie durch Cardui, das reine, alte, zuverläßige, wissenschaftliche Heilmittel für kranke Frauen. Für Müdigkeit, Schwäche, unregelmäßige Mcnstruation, monatliche Schmerzen, niederziehende Gefühle, entkräftende Flüsse und alle weiblichen Leiden ist

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zu früh, aber auch nicht zu spät, der Gipfer mit seinen Geyilsen erschien. Der würdige Mann brachte es auch trotz ' eine? enorm langen ruystuaspause zM?e. bis Mittag die Decke um den zitva e:nen halben Quadratmeter messenden Sadei'. einen Meter im dr.Atj ab' u Zöpfen und das Zimmer air iv. eir.cn unglaublichen Zuar.d Stau.es und Schmuses zu versehen, irvncich er sich entfernte, um sein wohlve'.di:ntes iltagbrot einzunehmen . . . Mr.Armstronz al'er kannte die deutschen Handwerker im a'izemeinen und die einer kleinen Stadt im besonderen nicht, sonst hätte er nicht mit solcher Zuversicht auf 'seines Gipser5 R'akenr b:n ganzen Nachmittaz .zeirartet. Als der Mann aber bis zum , Feierabend nur durch seine Ablesenheit geglänzt, machte er sich, sittliche und gerechte Entrüstung im Busen gewaltsam niederkämpfend, auf den Wez und fragte m der Werkstatt lehr liebenswürdig an, ob man Zufällig dort jeiner vergenen habe. Er wurde hmreichend über dielen Punkt beruhigt durch den Hinweis auf leider .dazwiscken gekommene, unvorhergesehene Eeschafte, aber morgen in aller Frühe würde das Versäumte nachgeholt und di? Ge,ch:chte im Nu m Ordnung gebrach! werden. Brummend zwar, aber immer noch gläubig vertrauend, schickte sich Mr. Armstrong in seine Zweite Nacht im Fremdenzimmer und verkümmerte sich deren Ruhe noch gewissenhaft durch ungewöhnlich frühes Aufstehen in Er wartung des Gipsers. Damit verging der Vormittag auch in der angenehmsten Weise und nach einem gewitterschwülen Lunch schickte der Herr den Jockel aus," das heißt Bob erhielt den diplomatiscken Auftrag, sich nach dem Grunde dieses befremdlichen Fernbleibens zu erkundigen. Bob zog also sein Roß aus dem Stalle, das heißt er setzte sich auf fern Velo und sauste davon, aber leider traf er unterwegs die hübsche Irene, die mit einer Gesellschaft emen Ausflug zu Rad machen wollte, und da bei einem solchen ein Kavalier immer da' Angenehme vor dem Nützlichen ist, so bot Bob pslichtvergeen seine Begleitung an. wodurch der nun. wirklich' wuthentbrannte Mr. Armstrong en. erst am Abend erfuhr, daß sein Gipser über Land gemußt, morgen aber in aller Frühe kommen würde, um die Geschichte im Nu rn Ordnung zu bringen. Am folgenden Abend wurde Mr. Armstrong durch seine Tochter Kitty, die er am Nachmittage zu dem nicht erschienenen Gipser geschickt, die aber unterwegs zu einer Tennis-Partie von diversen Freundinnen abgefangen worden war, dahin unterrichtet, daß der Meister noch nicht vom Lande zurückgekehrt sei, morgen aber in aller Frühe kommen würde u. s. w. - Mit dieser beruhigenden Verheißung wurde eine Woche anmuthig au -gefüllt, nur mit der Abwechslung, daß am Samstag die Versprechung auf den Montag'lautete, wodurch den Gefühlen Mr. Armstrongs die wohlthätige und gesehmäßige Sonntagsruhe Zu theil wurde, die ihre Ergänzung durch einen in die folgende Wocke fallenden Feier,tag fand und durch den darauf folgenden Sonntag vertieft wurde. Als aber zwei Wochen voll wurden, unter dem Druck einer täglich gespannter werdenden Erwartung. da sehte sich Mr. Armstrong nicht etwa unter die Trümmer der abgeklopften Decke seines Schlafzimmers. um zu weinen, sondern der bis dahin mehr oder minder laut grollende britische Löwe erwachte in ihm mit fürchterlichem 'Gebrüll und um der Wahrheit die Ehre zu geben: der deutsche Adler hätte in diesem Falle allen zoologischen Traditionen zum Trotz auch gebrüllt! Wenn der Kerk jetzt kommt, werde ich ihn mit einer solchen Muth von Schimpfworten empfangen, daß er gleich auf den Rücken fallen soll!" wetterte der alte Her? im Kreise seiner Familie. 0 no for shame!" protestirten Mutter und Tochter unisono mit der allen gebildeten Engländerinnen ang.e-

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WINE 0F borenen Aversion vor bad language." All rigbt." lobte der minder empfindliche Bob seinerseits den Entschluß seines Vaters. Gib's ihm nur ordentlich!" Ordentlich!" tobte der alte Herr. dem alle Knochen von dem schlechten Bette im Fremdenzimmer weh thaten. Ich werde ihm sagen, er ist ein " und nun folgte eine Lawine englischer Liebesnamen, vor der. Mutter und Tochter sich zitternd die Ohren mit den Fingern verstopften. Bravo!" lobte Vob wieder. Nur. weißt Tu, Vater. Eindruck wirst Du damit nick.t machen, weil der Mann Englisch nicht versteht!" ,TaS ist wahr!" gab Mr. Armstrona v:rpler zu. Aber," sagte er, sich frisch ereifernd, aber das thut nichts, dann werde ich Deutsch schimpfen. Es wird ja auch deutsche Schimpfwörter geben, nicht?" O natürlich," meinte Bob. Die Kehrseite der Medaille ist nur die: wird der Mann sich's gefallen lassen? Wird er Dich nicht wegen Verbalinjurien verklagen?" Um Himmels willen kein Prozeß!" schrie Mrs. Armstrong auf. Ha! Ein Prozeß! Der soll mir gerade willkommen sein!" renommir.te der alte Herr leuchtenden Blickes. , Ich muß mich erleichtern, sonst ersticke ich mir gleich, was daraus wird! Solch ein ein ein wie sagt man auf Teutsch?" Esel,- half Bob ein. Unsinn, Esel ist keinSchimpfwori," behauptete Mr. Armstrong. Doch," entgegnete Bob mit Ueberzeugung. Bei uns ist es kein, da ist jeder ein Esel ich meine, da ist ,Aß' fast ein Kosename, aber hier in Deutschland ist .Esel' eine kolossale Veleidlgung" Wirklich?" fragte der alte Herr mißtrauisch, indem er sein Notizbuch herauszog und den Esel" eintrug. Weiter!" Weiter?" fragte. Bob erstaunt. Nun natürlich weiter," brauste sein Vater wieder auf. Ich kann den Mann doch nicht eine halbe Stunde blos .Esel' nennen, das brüht ihn ja schon nach zehn Minuten ab!" Die Familie sah sich rathlos an. Gans!" schlug Kitty schüchtern vor. Warum nicht gar Turteltaube!" schnob Mr. Armstrong sein sonst so verwöhntes Töchterlein an. Ist der Kerl eine Putzmacherin, die mich im Stich gelassen hat? Männliche Gänse qibt's nicht." fugte er trotz aller gegentheiligen Behauptungen zoologischer Lehrbuche: trmmphnend hinzu. Aber so viel die ganze Familie sich auch den Kopf zerbrach, so konnte doch keins ein deutsches Schimpfwort produziren, und schließlich riß dem alten Herrn die Geduld.Für Eure Bildung könnt Ihr Euch insgesammt das Lehrgeld wiedergeben lassen," kollerte er entrüstet. Hab' ich dazu Tausende zum Fenster 'rausgeworfen, damit s schon beim Nothwendigsten hapert? Jetzt kann ich auswärts suchen, wo ich ein anständiges deutsches Schimpfwort finde!" Wuthentbrannt verließ er das Haus, und der erste Mensch, den er sah, war sein Nachbar Königsfeld, der rauchend am Zaun seiner schloßartigen Besitzung stand und den menschenleeren'Weg be obachtete. Nanu? Wen wollen Sie denn beglücken?" fragte er lachend auf die ganz unvermittelt angebrachte Bitte seines Nachbarn, den er5 persönlich seh? gern hatte. O bitte, wenn Sie etwas wissen, sagte ' Mr. Armstrong anstatt jeder Aufklärung, ungeduldig den Zweck seines Ausgangs verfolgend. Ochse, Esel. Rindvieh. Kameel. Schimpanse, Rhinozeros, Opossum, Schafskopf, Nilpferd." sagte Herr v. Königsfeld mit erstaunlicher Geläufig keit aus. Halt! Halt, nicht so schnell!" rief Mr. Armstrong, sein Notizbuch hervorziehend. Ich kann so rasch nicht merken. Bitte, noch einmal!" . Und Herr v. Königsfeld wiederholte

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Leset dies unter Hinzufügung von Drehhammel" die ganze Reihe hübsch langsam, und strahlend notirte sie Mr.' Armstrong, worauf er, den Bleistift frisch leckend, zuredend, meinte: Sie sind so klug, Sie wissen gewiß noch mehr!" Im Augenblick fällt mir nichts weiter ein," erwiderte Herr v. Königsfeld geschmeichelt, aber natürlich gibt's noch mehr. Wissen Sie, das kömmt einem so durch Inspiration im Augenblick der Nothwendigkeit." Ja, Ihnen! Aber ich werde nicht inspirirt auf Deutsch." seufzte Mr. Armstrong etwas neidisch. Da hätten wir auch noch .Mondkalb .Thrantute' und .alte Zicke.'" fuhr Herr v. Königsfeld fort. Auch .Schweinhund' klingt recht nett." ! Sehr," lobte der alte Herr schreibend. Aber ich wundere mich, das sind alles Thiere." Je nun, schimpfen Sie mal nachdrücklich ohne die Zoologie. Das geht ja gar nicht!" wurde er belehrt. Mr. Armstrong sah das ein. Vergnügt über die schöne Beute wanderte er weiter seines Weges, und auch da lächelte ihm das Glück, denn noch ehe er die Stadt erreicht, hörte er. wie eine Frau einem im Schmutze spielenden Jungen zurief: Gleich kommscht her. Du Lausbub. Du!" Schmunzelnd trug der alte Herr auch diesen wundervollen Ausdruck ein. Ein Thier ist doch wieder dabei sonderbare Leute, diese Deutschen," murmelte er. Dann ging er zu dem Buchhändler des Städtchens, um ihn zu fragen, ob es vielleicht em Wörterbuch gebe, in welchem Schimpfwörter stünden, aber als er den Laden betrat, war Niemand darin, denn der Inhaber war mit seinem Gehilsen im Nebenraum. anscheinend Bücher auspackend. Mr. Armstrong hustete ein wenig, doch dies diskrete Zeichen seiner Gegenwart wurde nicht bemerkt, hingegen wurde er Zeuge der Unterhaltung nebenan. Was machen Sie denn da wieder, Sie Einfaltspinsel, Sie?" hörte er den Chef sich äußern, was ihn zur sofortigen Herausnahme des bewußten Notizbuches veranlaßte und gespannteste Aufmerksamkeit bei ihm erweckte. Ja, glauben Sie denn, ich kann solchen Lulatsch .brauchen? Natürlich, für den Sortimenter in der kleinen Stadt ist jeder Lümmel, jeder Flätz gerade gut genug! Ich wundere mich blos, daß Sie stch nicht auch noch Lump und Schuft mitgebracht haben. Aber das kommt wie ein Knallprotz an, hält einen für den größten Ruppsack und 'ist doch selbst weiter nichts als ein krasse: Grünschnabel!" Mr. Armstrong kicherte vergnügt in sich hinein und schlich sich dann leise wieder aus dem Laden heraus,, als es im Nebengelaß still wurde. Einfaltspinsel, Lulatsch, Sortimenter, Lümmel, Flätz, Lump. Schuft, Knallprotz, Ruppsack, Grünschnabel." Überlas er strahlend seine Errungen schaft. Ganz hervorragend gefiel ihm Sortimenter," was er für ein beionders erlesenes Schimpfwort hielt. Aus dem Heimwege las er an einem Neubau noch einige für einen Lehrling bestimmte Liebesnamen auf, die entschieden einer untergeordneten Kategorie angehörten, aber dafür sehr verstandlich waren, und als er dann auch noch einem paar sich anbrüllenden Fuhrknechten begegnete, die sich angefahren hatten, da konnte er noch einige Zeilen den Eintragungen seines Notizbuches beifügen aus dem Dialektschatze des gastlichen Landes, das ihn beherbergte. In bester Laune, wie ein Trmmpha tor. kam er heim und las Bob, der in zwischen auch gesammelt hatte, seine Liste vor. Da wie dort war ja eine Menge Worte, die aus den Glpjer pan ten wie die ??aust auf's Auge, aber da von hatte der alte Armstrong keine Ahnung, und wenn ihm auch einiges sonderbar vorkam, so schadete das nichts, mit recht lauter Stimme herausgebrüllt, mußte es im Ganzen großartig wirken. Bob war aber der Meinung, daß vor- bezw.' abgelesen die ganze Ge-

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Ich habe Wine of Cardui von solchem Nutzen für mich gefunden," schreibt Iran Lcota Fortc von Toledo, Jll., daß ich mit dem Gebrauch fortfahren werde. Ich kann Ihre Medizin nicht genug loben."

Der Frauen Heilmittel bei Schmerzen schichte verpufftes Pulver und wirkungslos sein würde, und da der alte Herr das einsah, so beschloß er. die ganze Serie auswendig zu lernen. Dabei hilft nichts so gut wie' Abschreiben, das ist schon halbes Lernen, und so machte sich Mr. Armstrong gleich an's Werk. In seiner Briefmappe fand er ein angefangenes Billet an Herrn v. Königsfeld. - das er aber im Zweifel über die Nichtigkeit des angewendeten Teutsch nicht beendet hatte, das wandte er als sparsamer Mann um und schrieb auf die folgenden Seiten fein säuberlich die gesammelten SchimpfWorte ab. Auswendig konnte er sie zwar deswegen noch nicht, aber er machte sich mit Feuereifer daran, sie zu lernen, wobei die Seinen ihn von Zeit zu Zeit überhören mußten, und nach ein paar Tagen ging das Aufsagen schon so flott, daß er nun daran ehen konnte, die Liste mit dem gehörigen Ausdruck und dem nöthigen Stimmaufwand vorzutragen. Mühe machte das ja freilich, aber was thut man nicht für seine Prinzipien und für die Freude, sich für genossene Dinge entsprechend revanchiren, zu können. Schließlich war er so weit, wie er wollte, er blieb nicht mehr stecken, weder beim Knallprotz noch beim Sortimenter (Bob behauptete, es müsse Sappermenter" heißen), und die Anstrengungen, die er dabei seinem Organ zumuthete, ließen ihn schon von einer Kur in Ems träumen, da eines Morgens stürzte das Mädchen in das Zimmer, wo die Familie gerade beim Frühstück saß, und meldete ziemlich aufgeregt: der Gipser sei da! (Schluß folgt.) Reichthum russischer Klöster. Schon wiederholt ist in letzter Zeit bei Besprechung der Frage, wie die stark finanzielle Belastung des Volkes gemildert werden könnte, auf die ruffischen Klöster hingewiesen worden, denen unermeßliche Reichthümer nack?gesagt werden und die bis jetzt doch nichts zur Linderung der Noth gethan haben. Ueber die Einnahmen der Klöster werden, folgende Daten bekannt: Die einfachen Kircheneinnahmen des Alexander-Newskiklosters in Petersbura betragen 200,000 Rubel, andere Einnahmen des Klosters für Kirchenbau, arme Abgebrannte, Verwundete etc. belaufen sich auf öer 750.000 Rubel jährlich. Die Einnahmen aus unbeweglichem Eigenthum betraaen weit über 500.000 Rubel. Von dieser Summe erhält der Prior rund 65,000 Rubel außer feiner Gage, dieziemlich hoch ist. der Oekonom des Klosters erhält 20.000 Rubel, die 70 Mönche der Anstalt bekommen zusammen 250,000 Rubel. Der Rest wird dem Kapital des Klosters zugefügt. Noch höher sind die Einnahmen des Moskauer Nowode-witze-und des Kiewer Höhlenklosters. Die reichste Anstalt dieser Art ist aber das Troize-Sergiekloster bei Moskau, das ein Kapital von 3 Milliarden be. sitzt: seine Einnahmen sind ungeheuer groß. Im russischen Reiche gibt es im ganzen etwa 700 Klöster daß diese über wahrhaft kolossale Summen zu verfügen haben, läßt sich nach den mitgetheilten Proben leicht ausrechnen. Nach einer Petersburger Meldiina der Schlcsischcu Zeitung will Marim Gorki seine Kandidatur für die Reichsduma aufstellen, und zwar imGouverncment Nischnij.Now' gorod, wo er begütert ist. Gerücht weise verlautet, da auch Graf Leo Tolstoi für die Rcichsduma zu kandi diren acdcukc, . Das gcnttgt. Kaufen Se ä Portemonnaie-Kalen-der, lieber Herr!" Brauch' ich nicht: mein Portemonnaie ist schon Kalender genug, wenn ich hiueinschau'!" SoTrrttrcr. 1905. Frau W a m p e r l : Was hat der Herr Federl gethan?" W amperl: Nir, aber ärgern thu i mi

jiiber ihn. wei! der. Lump net schwitzt!"

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