Indiana Tribüne, Volume 29, Number 38, Indianapolis, Marion County, 7 October 1905 — Page 5

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ließen die Deutschen in immer größeren Schaaren der Heimat den Rücken !eh ren, um sich jenseits des Weltmeers ein .menschenwürdiges Dasein zu schaffen. Da keine deutschen Kolonien bestanden, so wandten sich die Auswanderer solchen englischen Anfiedlungen zu, die ihnen daZ höchste Maß von Freiheit verhießen. In dem Zusammenleben der eingehandelten Deutschen mit Amerikanern 'englischer Abkunft ließen sich von Anbeginn dieGegensätze erkennen, die zwischen den beiden VolkSelementcn bestanden und bestimmend einwirken sollten auf die Kulturentwicklung Amerikas. Bis ins neunzehnte Jahrhundert hinein gehörten die deutschen Einwanderer größtentheitS dem Bauern, und Handwerkerstand an. Zwar gingen Tausende, die Seelenverkäufern in die Hände gefallen waren, größerem Ele'-d entgegen, als die Heimat ihnen aufer legt; doch von diesen sei hier nicht die Rede. Wo die Deutschen in größerer Zahl sich selbständig niederließen, da blühten kleine Geweinwesen empor, in denen vor allem durch deutsche Kir chen und ihre Schulen Sprache und Sitte der Heimat gewahrt wurden. Von diesen Ortschaften aus spannen sich immer mehr Fäden in Gewebe des nachbarlichen Volksleben hinüber. Die Deutschen zeigten, daß Ackerbau, Gewerdtätigkeit und Handel auch ohne Verzicht aus unschuldige Lebensfreuden zu Wohlstand führen können. Durch ihren Lebenswandel bewiesen sie, daß die Verwirklichung sittlicher Ideale nicht an die Zeiteinteilung deS Kalen derS gebunden ist, und daß echte und wahre Religion nicht nur im Feiertags gewand einherschreitet, sondern auch den groben Kittel deS Werktages nicht verschmäht. - Ueber ' jede Kolonie, in welcher Deutsche ansässig waren, ergoß' das schlichte und gemütvolle deutsche Familienleben eine Flut von

Wärme und Licht., Deutsche waren eS. die das werdende amerikanische Volk vor gänzlichem Versinken in den Süm pfen eines ideallosen Materialismus be wahrten. Den deutschen Einwanderern fehlte die politische Erfahrung und Schulung, welche alSHinterlaffenschaft eines hal ben Jahrtausends die Engländer in die Neue Welt begleitete. Die 'Deutschen deckte kein emporstrebendes, erstarkendes Reich mit Wehr und Schild. Das acht. zehnteJahrhundert konnte ihnen das Na tionalbewußtsein nicht zurückgeben, das ihnen im siebzehnten Jahrhundert der große Krieg geraubt. Was das ge schwächte Deutsche Reich, roaS seine gro ßen und kleinen Despoten nicht zu im ternehmen wagten, die Gründung einer größeren deutschen Kolonie, die fremden Schutz hätte entbehren können, das durste noch viel weniger von den einwandernden Deutschen erwartet wer den, die klier politischen Bildung ermangelten. Während der sittliche Einfluß der Deutschen in den mittleren und südli chen Kolonieen stetig an Bedeutung ge wann, während ihr Fleiß und ihre Ausdauer sie als Bahnbrecher für materielle Kultur immer mehr in den Vordergrund treten ließ, blieben sie auf politischem Gebiet größtenteils abhängig von den engli schen Kolonisten, zu denen sie wie Schüler zu ihren Lehrmeistern empor blickten. Nur da, wo Männer wie PaftoriuS und LeiSler an ihrer Spitze standen, erhoben sich die Deutschen zu eine? ge wissen Reife des politischen Urteils, vor allem aber zu einer geläuterten Auf fassung des FreiheitSgedankenZ, auf deren Höhe ihre englischen Nachbarn ihnen noch nicht zu folgen vermochten. Deutsche waren es, die den ersten Pro teft gegen die Negersklaverei erließen; Deutsche gaben die erste Anregung zur LoSreißung der Kolonieen von Eng land. Als England die systematische AuS beutung und Unterdrückung seiner amerikanischen Untertanen zu weit ge trieben hatte, und die dreizehn Kolo nien sich gegen daS Mutterland erho ben, da scharten sich die deutschen An fiedler um die Fahne der Revolution, um Schulter an Schulter mit den An siedlern englischen Stammes für die Unabhängigkeit des Landes ihrer Wahl zu streiten. Mit ihrem Blute schrieben sich die Deutschen ein in die Geschichte jenes gewaltigen Befreiungskampfes. Drei Jahrzehnte nach der amerikani schen Revolution wurde das fast er loschen? Nationalgefühl deS deutschen Volkes unter dem Drucke schwach, voller Fremdherrschaft zu lodern den Flammen entfacht, die das Werk deS. korsischen Eroberers zerstörten. Aber das deutsche Volk wurde von sei

nen Fürsten um die Früchte seiner schwererkümpften Siege betrozen, und jede Regung zugunsten verfaffungS mäßiger Regierungsformen wurde im Keime erstickt durch die Heilige Allianz. Hunderte von hochgebildeten Deut schen, die wegen ihrer Begeisterung für ein einiges und freies Deutschland auS der Heimat vertrieben wurden, schiff ten sich nach Amerika ein. Bis in die dreißiger Jahre des vorigen Jahrhun derts erstreckte sich diese Einwanderung, die unserem Lande daS Höchste und Schönste brachte, was deutscher Geist geschaffen. Unermeßlich war der Einfluß, den diese Gebildeten auf das geistige Leben des amerikanischen Vol keS ausübten. Vergebens aber waren ihre Be mühungen, das Deutschthum deS Lan deS zum Zusammenschluß zu bewegen, um deutsches VolkSthum durch zielbe wußte Verwendung seiner Kräfte auf allen Lebensgebieten zur Geltung zu bringen. Allzuschwer lastete auf dem amerikanischen Deutschthum der Fluch deutscher Kleinstaaterei. Die Sturmjah?e 1843-49 brachten einen neuen und größeren Zuzug von Deutschlands besten Söhnen. Die Brust erfüllt von idealer FreiheitSliebe, für alles Edle urv Hohe erglühend, traten die Achtundvierziger sofort in die politischen Kämpfe der neuen Hei mat ein. Sie gründeten den Nord amerikanischen Turnerbund, in dessen Forderungen die Abschaffung der Skla verei die erste Stelle einnahm. Mit fast zweimalhunderttausend gleichge finnten Deutschen zogen die Turner in den Bürgerkrieg, um Blut und Leben einzusetzen für die Erhaltung der Union. Und jene heldenmütigen Strei ter waren darum nicht minder patrio tische Bürger, weil sie am Lagerfeuer deutsche Lieder sangen, und auf dem Schlachtfeld ihr deutsches Bahn frei ! erscholl. Leis flüstert dc? Wind von vergossenem Blut; Hell über der Liebe Klagen

Erhebt sich von deutschem Heldenmut Ein Klingen und Singen und Sagen. . Lausche, erstrahlend in sieghafter Schöne, Stolze Columbia, dem schwellenden Klang ! Glockenrein preist Germanias Sohne Aetherdurchfluthender Weihesang.' Aber auch das mannhaste Zusam menstehen in der einen großen Frage konnte die Deutschen nicht dauernd inen. . Da kam über'S Meer die Kunde, daß Deutschlands Staaten sich vereint er hoben, um mit dem Schwerte die An maßungen des gemeinsamen Feindes zurückzuweisen; und in der Seele eines jeden, der sich sein deutsches Stammes gefühl gewahrt, regte sich die tiefe, er wartungsvolle Sehnsucht, die Geibel mit den Worten geschildert hatte : .Mein Sinn ist roild, mein Sinn ist schwer. Ich kann nicht lassen vom Lauschen ; Es klingt, als zog' in Wolken ein Heer, Es klingt roie AdlerS Rauschen. Viel tausend Herzen sind entfacht Und harren wie das meine. Aus allen Bergen halten sie Wacht, Ob rot der Tag erscheine." Und das Frührot des ersehnten Ta geS erschien, und eS erstand ein neues Deutsches Reich, das in beispielloser Fortentwicklung sich aufschwingen sollte zu ungeahnter Größe und Macht. Die herrlichen Siegesfeiern, welche die Deutschamerikaner begingen, ließen in ihren Gemütern eine Leere zurück, die der Stolz auf die Wiedervereini gung der Brüder jenseits des Welt meereS nicht ausfüllen konnte. Wo die deutsche Masseneinwan derung zuerst den Boden Amerikas be rührte, wo am 6. Oktober 1683 die Gründer von Germantown unter der Führerschaft von Franz Daniel Pafto riuS gelandet waren, gab die zweihun dcrtfte Wiederkehr deS TageS Anlaß zu einer würdigen Gedächtnißfeier, aus welcher das JahreSfeft der Deutschen, der DeutscheTag, hervorging. Dort, in der Stat der Bruderliebe, wurde vor fünf Jahren der große Bund ge gründet, dessen Vertreter zum dritten mal zu ernster Berathung versammelt find. Der Deutsch.amerikanische National bund will keinen Staat im Staate, er will kein Kleindeutschland in Amerika gründen. Er hat sich vielmehr die hehre Aufgabe gestellt, durch Einigung des amerikanischen Deutschtums besten schlvindendcS . Stammesbewußtsein zu krüstigen und zu heben und deutschem VolkStum einen Boden zu bereiten, auf dem eS feine schönsten Blüten entfalten kann. Deutsche Ideale, die in so nach haltiger Weise die ganze Kulturentwick lung deS amerikanischen Volkes beehr stufet Haben, - sollen durch vereintes

Wirken künftig in noch Höherem Maße

zur Geltung gebracht werden. Der Bund will das Selbstvertrauen unseres Deutschtums durch gründliche Erforschung seiner Geschichte Heden. Er will den deutschen Unterricht in den Volksschulen schützen und ihm neue Gebiete erobern. Er erkennt in der Heranbildung tüchtiger deutscher Lehr kräfte durch . daS Nationale Deutsch, amerikanische Lehrerseminar eines der wichtigsten Mittel zur Förderung seiner Bestrebungen. Der Bund würdigt die Bedeutung deS deutschen LiedeS und und der deutschen Bühne für die Pflege deutscher Sprache und Sitte. Er befürwortet die Einführung "deS deutschen Turnens in allen öffentlichen Schulen. - Er macht es sich zur Auf gäbe, mit voller Kraft für das Fort bestehen der freundschaftlichen Be Ziehungen zwischen Deutschland und Amerika zu wirken. Auf allen Ge bieten seines StrebenZ gilt ihm-die deutsche Presse unseres Lande als treuester und unentbehrlicher Bundes genösse. j Der Deutschamerikanische National bund enthält sich der Einmischung in die Parteipolitik, infofern dieselbe feine Grundsatze und Ziele nicht berührt. Wenn aber die Schutzwehr unserer Re publik, die persönliche Freiheit mit Ver nichtung bedroht wird, dann kämpft unser Bund auch auf politischem Feld im Sinne der Worte Züridts: Treu, ohne Scheu laßt uns dem Gegner stehn, Der Nachts durch unsre Blumengärten schreitet ; Auch, wenn er gr,llt. soll er es eingestehn, Daß mir der Zukunft freie Bahn bereitet. O edler Keim, der unserm Dienst vertraut. Nicht? soll der Pflicht uns jemals überheben. Vom Gartenseld, das unser Fleiß bebaut. Die beste frucht der Welt zurückzugeben!" Nachdem Herr Nix seine häusig von Beifall unterbrochene Rede beendet, sang der Gemischte Chor de Musik Vereins, der schon als sich zu erst der Vorhang hob einen überra schend schönen Anblick gewährte unter der Leitung seines Dirigenten Ernefti noff den herrlichen Chor. Im Maien" von BaldamuL war eine vorzügliche Leistung, die der Chor gab und das Publikum gab seinem Dank für den wirklichen Kunstgenuß durch betäuben den Beifall zu erkennen. Mit warmen Worten auf die Bcdeu tung deS Mannes hinweisend stellte StaatsPräsident Herr Joseph Keller den National'Präsidenten des Verban deS Herrn I. C. Hexamer als nächsten Redner vor, welcher von den Anwesen den mit begeistertem Zuruf empfangen wurde. Nach den einleitenden Worten, die mit markiger wohlklingender Stimme gesprochen wurden, ging der Redner auf sein eigentliches Thema ein; er sagte: Wenn man mich ersuchen würde den amerikan. Bürger deutscher Herkunft zu charakterisier dann würde ich sagen: Die Eigenschaften des Deutsch Amerikanischen Bürgers sind Fleiß, Bedürf. nißlosigkeit, Sparsamkeit, Familien liebe, ConservatiSmuS, Ehrlichkeit im Privat und öffentlichen Leben und eine ausgeprägte Individualität, dem oberflächlichen Beobachter kaum be merkbar. Emerson sagte trefflich, JedeS Buch ist ein Theil und jede Haus ist ein Theil von allen Wäldern, Minen und Steinbrüchen, und jeder Mensch ist ein Theil von allen seinen Vorfahren." Mit Recht ist der Deutsche stolz auf seine Herkunft. Er entstammt einer großen Rasse. Einer Rasse,. welche die Römer besiegte und das alte Weltreich zermalmte; eine Rasse die feit Jahrhunderten die Cäfa renthrone den Häuptlingen seiner Stämme gab, eine Rasse, welche die be kannte Welt durchforschte und welcher die iStömme angehörten, von welchen im 5 Jahrhundert einer siegreich seinen Namen dem Stamme aufzwang aus dem das britische Reich später entstand. Durch die deutsche Rasse erhielt die Welt die Buchdruckerkunst, sie gab ihr Männer wie Kant, Fichte, Schopen Hauer, Hegel und Schilling, sie gab der Menschheit einen Bach. Hayden, Mo zart und Bethoven und den Shakespeare der Musik, Richard Wagner. ES wird vielfach behauptet, daß schon vor der ersten erfolgreichen Ko lonie welche am 6. Oktober 1633 in Philadelphia, anlangte, viele Deutsche dieses Land bereist hatten. Seit wir vertrauenswürdige Stati ftlken haben, wissen wir, daß Deutsch land etwa 30 Prozent von unserer so genannten fremden" Bevölkerung lieferte, während England, ich eltlre dies

ohne Hintergedanken nur Vergleichs weise, uns 11 Prozent lieferte. -Die Deutschen haben stets den per

sönlichen Rechten Anderer Äechnung getragen, als die Puritaner in New England noch Hexen verbrannten und die unglückseligen Quäker verfolgten und mißhandelten', erhoben die Bürger der ersten erfolgreichen deutschen Kolo nie in Germantown, das man wegen seiner Armuth, Armentown nannte, nun die 22. Ward von Philadelphia, den ersten energischen Protest gegen alle Sklaverei. Im Jahre 1600 errichtete Wm. Rit tenhouse die erste, Papierfabrik in den Vereingten Staaten. Der Deutsche PaftoriuS schrieb daS erste Schulbuch. Christoph Sauer druckte die erste Bibel in diesem Lande. Der Deutsch.Amerikaner hat sich je derzeit loyal gezeigt zu seinem Adoptlv Vaterlande. Zur Zeit der großen Re volution im Jahre 1772 organisirten die Deutschen in Philadelphia eine Ge sellschaft, die Patriotische-Gesellschaft, der Stadt und deS Cmmit)-Philadelphia" genannt, deren Ziel war, britische Authorität in den Kolonien zu unterdrücken. Als in 1774 die Engländer den Hafen von Boston wegen der bekannten Thee Affaire schließen wollten, beriefen die Deut schen von Philadelphia eine Ver sammlung zusammen, in welcher ein KorrespondirendeS Komite ernannt wurde, welches die Deutschen aller Ko lonien aufforderte, sich für den kom menden Konflikt bereit zu halten. Spä ter machten besonders die Deutschen Vorbereitungen, die Miliz in Bereit schaft zu haben und organisirten mili tärische Vereinigungen für die erwarte ten Feindseligkeiten. Die noch im selben Jahre zusammentretende ProvinzialAssembly bestand vorzugsweise aus Deutschen, unter die sen Christoph Ludwig und Geo. Hubley von Philadelphia. Math. Schlauch von Lancafter, Christ. Schultz von BerkS, Peter Kaechlein unv Jacob Arndt von Nortbampton und CaSpec Weitzel von Northumberland. In der nächsten Konvention waren die Deut schen noch zahlreicher vertreten und waren einstimmig für unbedingten Widerstand gegen fernere britische Be drückungen und befürworteten LoS reißung vom Mutterlande", welches qar.nicht ihr Mutterland war. Die Deutschen wurden aufgefordert, der Miliz beizutreten, diejenigen aber, die dies nicht thun könnten, sollten die gute Sache durch freiwillige Beitrüge unter stützen. Als dann der Krieg ausbrach, waren die Deutschen die ersten, die zu den Tlckffen eilten und die letzten, die sie niederlegten. Dies alles trug sich zu, bevor die offenen Feindseligkeiten begannen. Ban croft sagt in seiner Geschichte der Revo lution: Die Deutschen PennsylvanienS waren auf der Seite für Freiheit." . In 1775 organisirten sich die deut schen Äbtheilungen zur Stütze des Kongresses. Die lutherischen und re formirten Kirchen veröffentlichtenMani feste, bewaffnete Macht befürwortend. Michael HillegaS, ein deutscher Ab kömmling, wurde der erste Schatzmeister der Vereinigten Kolonien und später der Vereinigten Staaten. Männer, wie George Schlosser, Jacob Schreiner, Jacob Arndt und Caspar Weitzell waren Führer in den revolutionären Organisationen.' Am 25. Mai 1776 acceptirte der Kongreß offiziell ein deutsches Regi ment, rekrutirt in Pennsylvanien und Marylend. , In Woodstock, Va., erregte der junge deutsche Prediger Peter G. Muehlenberg allgemeines Aufsehen da. mit, daß er, auf der Kanzel stehend. ausrief: Es giebt Zeit für Gebet und Zeit für Kampf", seinen AmtZrock abwarf, um einem deut schen Regiments beizutreten, 'in wel chem er bald avancirte und eS schließlich zum General'Major der amerika nischen Armee brachte. Nicht zu vergessen ist der glorreiche Kampf der Deutschen unter Obrift Ni colauS Herchheimer gegen die Englän der bei Oriskany, N. Y. Namen, wie Baron DeKalb und Ba ron von Steubeu find unauslöschlich aus der amerikanischen Geschichte. Als im Winter 1776 Washington an eiuen Rückzug dachte, wegen seiner stark reducirten Armee waren eS 1500 Deutsche von Pennsylvanien, die, zu seiner Armee stoßend, ihm und den Seinen wieder neue Hoffnung gaben. Und als Washington's Armee fast Hungers sterben mußte, waren es neun Deutsche, die 100,000 für die nöthige

Verprodiantirung'hergabcl?. Und als die Beitreibung vdn Geld behusS An schaffung der nöthigen Munition deS Längeren und Breiteren erörtert wurde, unterbrach ein DeutschAmerikaner die Debatte mit den in gebrochenem Eng lisch hervorgebrachten Worten: Herr Präsident, ich bin nur ein einfacher Bäcker, aber ich zeichne 200 Pfund" (daS

damalige englische Geld). In gleicher Weife thaten sich die Deutsch.Amerikaner in 1812 und 1846 hervor. Namen wie I. F. Ballier, A. Moore. A. Zirkel und A. Kautz find unzertrennlich von der Geschichte deS amerikanisch-mexikanischen Krieges. Deutsche retteten den Staat Missouri für die Union bei AuZdruch des Bürgerkrieges. Und dann der Enthusiasmus, den die Deutsch Amerikaner im Bürgerkriege 18611865 zeigten, mehr denn 200, 000 Mann kämpften für die Union. Ganz besonders aber errangen die Deutsch'Amerikaner Triumphe in ihrem friedlichen Wirken zum Wohl des Lan deS. Landwlrthschaft' Industrie, Han Prof. . . Emmerich, der heute bei dem großen Schluß-Kommers den Vorsitz führt. .. del und Wandel find das Feld, in wel chem die .Deutsch'Amerikaner sich alS Helden und Patrioten zeigten, wie nicht minder Kunst und Wissenschaft. Die deutsch amerikanischen Lehrer blicken auf berühmte Vorbilder zurück. Einer der ersten war PaftoriuS, der An fiedler von 1693, der außer in Eng lisch, in Deutsch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Griechisch und Latein kor respondirte. Sodann der Pädagoge Christopher Dock, dessm in 1750 ver faßteSchulordnung die erste in Amerika verfaßte und gedruckte Pädagogik war. Die Deutschen 'waren die Gründer von Sonntagsschulen, wenngleich gewöhn lich dem Engländer Robert RaikeS die Ehre hierfür zugeschrieben wird. Den deutschen Universitäten und tech Nischen Hochschulen gebührt ein ganz bedeutendes Lob, und Männer wie Dr. Andrew D.ZWhite. der frühere ameri konische Gesandte in Berlin und der Bundes.Kommissär für, öffentliche Er ziehung. Dr. Wm. T. Harris, . haben Deutschland, soweit Erziehung in Be tracht kommt, daS Mutterland Ame rika'S genannt. Wenige find stch bewußt,, wie wir kungSvoll die alten Gewohnheiten und Charaktereigenthümlichkeiten der Deut schen auf daS hiesige Volksleben gewesen find. Den Deutschen verdankt der Amerikaner die herrliche WeihnachtS Feier sowohl wie die fröhliche Öfter Feier. Heuchelei welche als nationaler amerikanischer Schandfleck bezeich net worden ist kann den Deutschen nicht vorgeworfen werden. Kein grö ßerer Vorwurf kann einem Redner ge macht werden, als der, daß feine Worte nicht mit feiner wahren Meinung über einstimmen. Den Deutschen ist oft Gleichgültigkeit für Politik nachgesagt worden. Eine Erklärung dafür ist nicht schwer. An fangö hat der deutsche Einwunderer mit Erlernung der englischen Sprache zu kämpfen; später behagt dem Deutscheu nicht die stricte Parteiknute; schließlich geht der sparsame und fleißige Deutsche lieber ganz in seinen geschäftlichen Ver pflichtungen auf, als daß er sich in das politische Parteigetriebe stürzt. Er verlangt keine politischen Gunst beweise und verkauft feine Stimme an Niemanden; er verlangt nur eine ehr liche, gerechte und patriotische Regie rung für das Volk und durch das Volk. ES ist unsere Pflicht als patriotische Amerikaner, die edlen Thaten unserer Vorfahren weiter zu pflegen und zu hegen. WaS Griechenland kür Rom war, daß sind die Deutschen für Ame rika, nur mit dem Unterschied, daß die Deutschen außer der Kultur. nicht wie

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die Griechen eine verkommene Moral, sondern unantastbare Redlichkeit und ein reines, glückliches Familienleben bringen. Unschätzbare Vortheile sind eS, die unserer erwarten, wenn wir ehrlich darnach streben, die von unsern Vor fahren ererbten edlen Gaben nach' Kräften zu bessern in einem Lande mit unendlichen Hülssquellen. Die treffliche, feurig vorgetragene Rede entsachte beinahe frenetischen Bei fall, der kaum enden wollte, und fand seinen Nachhall in dem Beifalle, der

dem Indianapolis Männerchor für den wunderbar anmuthenden Vortrcrg deS Liedes ' Waldmorgen" von Zöllner, unnter Leitung deS Dirigenten Ballin ger, wurde. Der Beifall war so schmeichelhaft, daß der Männerchor durch die Drein gäbe des glänzend vorgetragenen LiedeS Ave Maria" dankte. ES war eine hehre und herrliche Feier. Unten im Säulenraum waren die Tafeln für die Nachfeier inzwischen hergerichtet worden. DaS Publikum hatte inzwischen solchen Zuwachs er halten, daß ein zeitweiliger Platz mangel eintrat, dem aber bald adge helfen wurde. Nachdem Herr Aug. M. Kühn die Nachfeier officiell eröffnet hatie, verlas Mayor Laukering von Hoboken mitsei nem mächtigen Brustton die ihm von Sekretär Timm überreichten Glück wünsch und Widmungs . Depeschen, die aus allen Enden der Welt einge troffen waren. Ein fröhliches Leben entspann sich,' die Sänger gaben ihre schönsten Lieder zum Besten. Hochs wurden auge bracht und Toaste getrunken. Stunden echt deutscher Gemüthlichkeit wurden verlebt und zu früh Schlug allen die TrennungSftunde. Tuell auf tcnt ?5!ccrcsgrundc. Vor dem Polizeigerichte in Palermo, Sizilien, hatten sich kürzlich die beiden Taucher Cappodo und Nado wegen eines außergewöhnlichen Duells zu verantworten. Wie aus der Verhandlung hervorging, war in der Nähe des Leuchtthurms von. Santa Anna ein Kohlenkahn gesunken, und der Taucher Cappodo war zum , Meeresgrund hinabgestiegen, um zu untersuchen, ob ff. a(s1M fs SYrt X vci nui;u tiuuy itutii jii. -cuuiiuiv Cappodo noch mit der Untersuchung beschäftigt war. folgte ihm der Taucher Rado. um dieselbe Untersuchung vorzunehmen. Die Bestimmungen" der Taucher sprechen dem ersten, der , zum Meeresgrunde niedersteigt, das ausschließliche Recht zu, alles, was er im Umkreise von 30 Aards findet, aufzuheben und als sein Eigenthum zu bctrachten. Als Cappodo den Taucher Rado sah, der ihm dieses Recht streitig machen wollte, entstand zwischen den c S . veioen mnlgen izinanern ein Jiveikämpf. Plötzlich läutete Cappodo mit Aufbietung aller ' Kräfte die Sturmglocke, und als man ihn aus dem Wasser zog. war er bereits bewußtlos und, dem Ersticken nahe. Während des Kampfes war der Luftzuführer Cappodos zerschnitten worden, und das eindringende Wasser war ihm in den Hals gedrungen. Cappodo gab nun an. daß Rado ihm den Schlauch durchschnitten habe, Rado dagegen behauptete, daß Cappodo ihm einen Messer-" stich versetzen wollte und bei dieser Gelegenheit selbst den Luftschlauch durchschnitten habe Unter diesen Umstän den war es für den Richter natürlich unmöglich, die Wahrheit festzustellen. Aber er wußte sich zu helfen. Er fällte ein fcklomonisches Urtheil und verurtheilte jeden der beiden Aweikämpfer zu 100 Lire (Z20) Geldstrafe. Kindliche Naivität. NMZöM.MS.IZj es) ' MMNIm ' MM vy . 2? JVrtCSc -- ..r u ""uvi&ä Ach. Mama, kauf' mir doch für zehn Pfennig Schokolade Ich habi kein Geld übrig!" Kauf' nur, Mama! Du kannst mir's ja später von der Mitaift abziehen!" Gin Naturphänonren. T o u r i st : D Führer hat eine verdächtig rothe Nase doch wohl vom Trinken?" K e l l n e r : Warum nicht gar, das sind Reflexe vom Alpen-glühn."

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