Indiana Tribüne, Volume 29, Number 37, Indianapolis, Marion County, 6 October 1905 — Page 7
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0-0-0-0-0-0-C (Fortsetzung.) f Liebenstein machte seinem.alten Rufe wieder Ehre, und eZ hatte fast den Anschein, als ob er im Klub der Dreizehn die Führerrolle übernehmen wolle, welche Siegfried Fenelon abzugeben sich anschickte. Auch dieser hatte sich nämlich inzwischen verlobt, besser gesagt: er war verlobt worden. Die Familie hatte für ihn die Tochter eines reichen Hauses , in Amsterdam auserwählt, zu welchem die Firma Fenelon in geschäftlichen und Verwandtschaftlichen Beziehungen stand. Siegfried Fenelon war gehorsam gewesen, hatte nicht gemurrt, sondern sich wie er sagte in das unabänderliche Schief sal des häuslichen Pantoffels" gefügt, und nur den Vorbehalt gemacht, daß er die letzten Tage des Verurtheilten" genießen könne, wie er wolle.. Liebenstnn fand jedoch, daß die übermüthige Lustbarkeit nicht mehr so natürlich und ungezwungen sei, wie früher. Auch fühlte er öfter eine Abspannung. die er vorher nicht gekannt hatte. Manchmal drängte es ihn., sich diesem Kreise wieder zu entziehe?:, wenn er nur anderswo die Heiterkeit gefunden hätte, ohne welche er nun einmal nicht leben zu können vermeinte. Das war aber leider nicht der Fall, und deshalb trieb es ihn, trotz aller Vorsätze. immer wieder in den Bannkreis der Lust zurück. Seit einiger Zeit erschien Melanie nicht mehr so heiter, wie einst, manchmal sogar nervös, was sonst ihrem Wesen ganz ferne gelegen hatte. Zwar zeigte sie sich immer gleich liebenswürdig gegen Liebenstein, und er hörte keinen Vorwurf, keine Klage über Vernachlässigung. Es wäre ihm beinahe lieber gewesen, wenn sie geschmollt und gezürnt hätte, als diese stille, duldende Sanftmuth. Diese ruhige Ergebung, welche ihm peinlich war, da er doch herausfühlte, daß ihre Seele bekümmert sei. Er mußte wohl auf die Vermuthung kommen, daß man ihr von seinem Klubleben erzählt habe, und er hatte mehrmals vorsichtig versucht, sie darüber auszuholen; aus ihren AntWorten glaubte er jedoch schließen zu dürfen, daß im Hause Lölling von solchen Dingen nicht gesprochen werde. Anfangs suchte er sich damit zu berugen, daß es eine vorübergehende Wolke" sei. welche Melanies Stimmung trübe; doö diese wurde immer düsterer und nach einiger Zeit bemerkte er unverkennbare Zeichen tiefer Traurigkeit. Nun drang er entschieden in Melanie, sie möge offen aussprechen, was sie so sehr bedrücke. Nach einigem Zögern gestand sie endlich, daß eine unbestimmte Furcht sie quäle, irgend etwas könne sie trennen; sie zweifle nicht an Liebensteins Treue und Liebe, doch die Zukunft mache ihr bange. Der junge Offizier bot seine ganze Veredtsamkeit auf, um ihre Besorgniß zu zerstreuen; dabei fühlte er aber, daß tc zwar tcredt fein könne, jedoch die fahren Herzenstöne nicht zu finden' vermöge. Mißmuthig, mit sich selbst unzufrieden, gerieth er in einen Zustand nervöser Reizbarkeit, der ihn marterte und um fo gieriger nach Zerstreuung lechzen ließ. Er schämte sich auch dieses Zustandes und wich dem Einzigen, mit dem er darüber hätte sprechen können, dem Baron Prettau, geflissentlich 'aus. Dieser hatte übrigens jetzt seine ganze Aufmerksamkeit dem .Fräulein v. Steinberg gewidmet, sah Alles im rosigsten Lichte und bemerkte daher gar nicht die Veränderung, welche mit Liebinstein vorgegangen war. Der Jahrestag der Stiftung des Klubs der Dreizehn war gekommen, und dieser wurde immer in besonderer Weise gefeiert. Diesmal kam noch hinzu, daß ein neuer Präsident gewählt werden mußte, und daher sollte Außerordentliches geboten werden. Das geschah auch. Es war ein Wirbel bacchantischer Lust, der alle Besinnung hinwegfegte. Liebenstein hatte bisher in einem Punkte sich immer sehr zurückhaltend erwiesen im Spiele. Er schloß sich zwar, nicht aus. hielt aber Maß und wußte zur rechten Zeit aufzuhören. An diesem Tage entglitt ihm die Herrschaft über sich selbst, er hatte stark getrunken, spielte waghalsig und blindlings darauf los und verlor Summen, welche nahezu den ganzen Rest seines Vermögens erschöpften. Am hellen Morgen erst kehrte er heim und warf sich todtmüde auf fein Bett. Die Kunde von dem wilden Treiben im Klub hatte sich diesmal rasch in der Stadt verbreitet. Beim Frühschoppen sprach man darüber,, und Mittags erzählten die Ehrsamen, welche nicht dabei gewesen waren, mit mehr oder minder aufrichtiger Entrüstung von den Ungeheuerlichkeiten, welche im Klub der Dreizehn wieder einmal" vorgekommen wären. Es mochte drei Uhr Nachmittags sein, als Liebenstein)on seinem Burschen geweckt wurde. Schlaftrunken, mit wüstem Kopfe und dem Gefühle einer entsetzlichen Abspannung richtete er sich ein wenig auf und fragte unwirsd). weshalb man ihn störe.
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Herr v. Lölling habe schon dreimal Boten gesandt, der Herr Leutnant möae hinüberkommen, erhielt er zur Antwort. Der letzte Bote hätte sehr dringlich gethan und um jeden. Preis den Herrn Leutnant sprechen wollen. Liebcnstein sprang auf, ließ sich eine Schüssel kalten Wassers bringen, um Kopf und Brust zu baden, dann warf er sich rasch in die Kleider und eilte nach dem Hause des Herrn v. Lölling. Was ist geschehen?" fragte er das Mädchen, welches ihm die Thüre öffnete und ganz verstört aussah. Doch bekam er zur Antwort, daß der gnädige Herr in seinen Arbeitszimmer auf den Herrn Leutnant warte. Hastig trat er dort ein. Sie sehen mich in heller Angst, was ist geschehen?". Damit streckte Liebenstein Herrn v. Lölling die Hand hin. ließ sie aber wie gelähmt sinken, als er in das Ant litz des alten Herrn blickte. Dieses Gesieht, sonst so väterlich wohlwollend und gewinnend freundlich, erschien jetzt wie aus Stein gemeißelt, nur ein leises Zucken um den Mund und ein Zittern der Augenlider verrieth, daß eine ungehcure Erregung hinter dieser starren Ruhe sich berge. Melanie liegt im Sterben!" Mit dumpfer Wucht fielen diefc Worte; sie schienen dröhnend aus weiter Ferne zu kommen. Um des Himmels willen, wie kam das?" Sie hat Gift genommen." ' Gift! Melanie?" Um Ihretwillen, Her? v. Liebensiein." Ter Premierleutnant sah mit bleichem Munde den Greis an. Er vermochte kein Wort hervorzubringen. Als meine arme Frau die Unglückliche fand, da konnte diese nur noch stöhnen: .Ich wußte, daß ich nicht glücklich werden solle, und ich habe ihn so sebr geliebt.' " Liebcnstein mußte sich auf einen Stuhl stützen, es wirbelte ihm vor den Augen und er sah Alles roth um sicy her. Endlich stammelte er hervor: Darf ich Melanie sehen?" Herr v. Lölling trat einen Schritt vor. Sie wollen es noch wagen? Nach dieser Nacht?" Der Leutnant ließ den Kopf sinken. Nach einer Weile unheimlichen Schweigens murmelte er: Ich stehe -Ihnen zur Verfügung, bestimmen Sie. Herr v. Lölling. was geschehen soll." Der alte Herr hatte sich abgewendet und sagte, halb über die Schulter tüte: Um meiner armen Frau und Kinder willen muß ich wünschen, daß diese' Unglück nicht noch schmerzlicher gemacht werde durch das Gerede der Leute. Wenn es irgend möglich ist. soll man über den Vorfall nichts,weiter erfahren. Sie können daher Ihre Rolle als Bräutigam noch beibehalten es war ja nur eine Rolle . bis wir Melanie begraben haben!" Laut aufschluchzend sank Herr v. Lölling auf einen Stuhl und barg sein Eesickt in den Händen. Leise, entfernte sich Liebenstein und schlich nach' Hause elend wie ein Verbrecher. . Vier Tage lang rang Melanie mit dem Tode. Sie hatte, wie man feststellte, aus der kleinen Hausapotheke Atropin entnommen; die Dosis war wohl zu gering gewesen, um sofort das Ende herbeizuführen, aber immerhin groß genug, um alle ärztliche Kunst zu Vereiteln. Liebenst?n erschien täglich zweimal trn yauze leiner raur. um lieg nam dem Befinden Melanies zu erkundigen; er wurde der Abrede gemäß vorgelassen, und im Salon von Herrn v. Lölling empfangen, der ihm jedesmal kurz denselben entsetzlichen Bescheid gab: Keine Hoffnung! Keine Rettunok" Dann mukte er wieder eben: kern Wort mehr wurde ihm zu Theil, kein Wort von ihm entgegengenommen. Es war eine furchtbare Pein für Liebenstein, vor den alten Herrn hinzutreten. dessen vergrämtes Gesicht zu sehen und die vor Schmerz bebende Stimme zu hören; lieber wäre er wahrlich dem ärgsten Kugelregen entgegengegangen. Am vierten Tage war es zu Ende. Die lange Dauer des TodeslampfeS gestattete wenigstens, es glaubhaft zu machen, daß Melanie einer alut aufgetretencn Krankheit erlegen sei, der Hausarzt vermittelte alles Uebrige, so daß nur sehr Wenig?, die vertrautesten Freunde der Familie, die Wahrheit erfuhren, und deren Verschwiegenheit konnte man sicher sein. Bei der Leichenfeier stand Liebcnstein neben dem Vater am Grabe des jungen Geschöpfes, welches hatte sterben müssen, weil es liebte. Der Leutnant sah so bleich und ergriffen aus, daß er allgemein Theilnahme und Mitleid erregte. Er muß sie sehr geliebt haben," flüsterten die Leute einander zu-. Wenige Stunden nach dem Begrabnisse empfing Liebenstein den Besuch des Barons Prettau. Die gemessene, förmliche Haltung, mit welcher dieser eintrat, ließ den Leutnant erkennen, daß er auch diesen Freund verloren habe. Nach einer sehr kühlen Begrüßung begann der Baron damit, daß er sein Bedauern aussprach, eine peinliche Angelegenheit erörtern zu müssen. .Sie kommen im Auftrage der Familie Lölling?" Nein. 5us eigenem Antrieb. Ich weiß, was geschehen ist und fühle mich verpflichtet, der Angelegenheit näher zu treten. Aus Gründen, die Ihnen bekannt sind, Herr v.. Liebenstein, sieht sich die Familie außer Stande-, Rechen
schaft zü fordern. 'Das Andenken der Unglücklichen foll nicht entweiht werden, indem man das Geheimniß ihres Unglücks der Öffentlichkeit preisgibt, und das würde geschehen, wenn irgend Jemand von der Familie einen Schritt unternehmen wellte, der unter den gegebencn Umständen auffallen müßte, da sich eine annehmbare Erklärung kaum finden ließe. Die Familie mußte sich daher entschließen, den Schuldigen dem Richterlpruch seines eigenen GeWissens zu überlassen." Der Premicrleutnant unterbrach den Besucher. Wozu das viele Reden? Machen wir es kurz ab. Ich glaube zu verstehen, was Sie wünschen, und ich stelle mich Ihnen zur Verfügung." Der Baron neigte nur ein wenig den Kopf und fuhr dann in dem gleichen kühlen Tone fort: Leider ist die Sache nicht so einfach. Die Beziehungen, welche zwischen uns bestanden haben, würden cS gleichfalls auffallend erscheinen lassen, wenn wir plötzlich ohne ersichtlichen Grund als Gegner aufträ-
) ten, und es läge immerhin die Gefahr nahe,, daß man unsere Difserenz m Verbindung mit Vorgängen im Hause Lölling bringen könnte. Man würde kombiniren, Gerüchte könnten entstehen, und wenn man vielleicht auch nicht di: Wahrheit erriethe, so wären die Vermuthungen vielleicht noch schlimmer, das heißt peinlicher für die Familie, als die Wahrheit selbst." So schaffen wir irgend einen glaubhaften Grund, den alle Welt sozusagen greifen kann. Ich bin zu Allem' bereit," erwiderte ungeduldig Lieienstein. Der Baron behielt seine Ruhe. Jeder Zweikampf ist," fuhr er fort, trotz der Ucberlcgenheit, welche die Uebung in der Führung der Waffen dem Einen oder dem Anderen .verleiht, stets eine Art Glücksspiel. Halten wir das fest. Die Sache liegt in unserem Falle so eigenthümlich, daß wir uns nothwendigcrweise entschließen müssen, von den üblichen Formen des Duells abzuweichen." Liebenstein sah zuerst den Baron mit großen Augen an, dann wurde ihm allmälig der Sinn der Rede klar, und er lackte kurz auf. Jetzt begreife ich; ich soll einfack wie ein meuternder Lanzknecht i:m mei" Leben würfeln! Gut! Mir ist Alles recht. Wenn das Loos gegen mich entscheidet, verpflichte ich mich, binnen acht Taoen oder wünschen Sie eine andere Frist?" Der Baron verneinte durch eine leickte Kopfbewegung. Abgemacht also!" Liebenstein holte eine Kassette, welche Schachbrett, Karten und anderes Spielgeräih enthielt, und kramte zwei Würfel hervor. Nur die Trommel fehlt," bemerkte er mit grimmigem Hobn, sonst wäre es das reine Lanzkncchtsspiel. Wer soll den ersten Wurf haben?" Sie selbst," gab der Baron zu: Antwort, dessen kalte Ruhe-in seltsamem Gegensatz stand zu der unverkenn-. baren Erregung Liebensteins. Der Leutnant würfelte er zählte sechs Augen. Tann kam der Baron er lrarf neun. Herr von Liebenstein' verneigte sich vor seinem Gegner. Diese Spielschuld kann ich wenigstens noch einlösen." . Baron Prettau nahm seinen Hui und wollte sich entfernen. Er war schor an der Thüre, als der Leutnant rasch auf ihn zutrat. Ein Wort noch, ode? vielmehr eine Gracie, wenn ich bitten oarf. AZir uno Hreunoe gewesen, und ich beklage es aufrichtig, daß wir so, scheiden müssen. Doch daran ist nichts mehr zu ändern, es ist meine Schuld. Vielleicht werden Sie aber um dieser ehemaligen Freundschaft willen mir die Frage verzeihen: wer ht Ihnen mitgetheilt, was bei Löllings vorfiel?" D?r Baron zögerte mit der Antwort, und Liebcnstein fuhr dringender fort: War es Herr v. Lölling selbst oder sonst ein Mitglied der Familie?" Nein; es war Fräulein v. Steinöerg." Der Leutnant nickte. Das Fräulein v. Steinberg hatte wtfh! auch Kenntnis von den Vorgängen jener Nacht; ich meine, was im Klub geschah oder geschehen sein sollte; man hat ja die Dinge übertrieben." Ich glaube, ja." jius ihrem Munde erfuhr also Melanie davon?" Dcr Baron zuckte mit den Schultern. Ich beschwöre Sie, Herr Baron, sagen Sie mir wenigstens, ob Sie meine Vermuthung für gerechtfertigt halten." Der Baron wurde plötzlich beredt, mit lebhaftem Eifer ernjiderte er: Wenn Fräulein Elfe darüber sprach, so that sie es nur auö voller Theilnahme für Melanie, und ahnte nicht, daß ihre arme Freundin die Sache so schwer nehmen werde. Fräulein v. Steinberg ist jetzt noch außer sich über den Vorfall; und mehr vielleicht noch, als die Eltern, zürnte Elfe über Sie und Ihr Benehmen, welches Melani: in den Tod trieb. 'Wäre das Fräulein ein Mann, so würde es an meiner Stelle hier ge-' standen und Rechenschaft gefordert haben." Ah. ich versiehe! Da nun das Fräulein eben kein Mann ist. so mußten Sie. Herr Baron, die Vertretung übernehmen. Und die reizende Idee, die Sache auf dem Wege des Würfelns zu erledigen, stammt wohl auch aus dem Kopfe des gnädigen Fräuleins?" Ich will nicht leugnen, daß die Dame mich auf. die verschiedenen
Schwierigkeiten aufmerksam machte, welche dem Austrag der Angelegenheit in der sonst üblichen Weise sich entgegenstellten." Ich danke, Herr Baron; ich bin jetzt vollständig im Klaren." Der Baron sah Liebenstein etwas verwundert an; er verstand die letzte Wendung nicht, doch fühlte er sich nicht berufen, um eine Erläuterung zu ersuchen. und ging. Der arme Thor, mit seinem redlichen, gläuvigen Gemüthe ist wieder einmal ' .hereingefallen' und merkt es nicht." dachte Liebenstein. Möge das Schicksal ihn davor bewahren, daß in Erfüllung geht, was er , wünscht und hofft. Der Lohn für seinen Liebesdienst wäre eine zu harte Strafe für seine Blindheit. Dieser Dämon also war es! Prinzessin Eboli triumphirt wohl jetzt daheim über ihr Opfer. Wahrhaftig, ich hätte doch den Baron warnen sollen. Aber er hätte mir ja nicht geglaubt. Möge er selbst zusehen, wie er aus dem Garn sich losmacht. Und sie?! Vielleicht wird ihr auch noch gelohnt, wie sie es verdient." Zwei Tage darauf stand der Premierleutnant vor seinem Regimentskommandeur. Es ist mir lieb, daß Sie meinem Rathe folgen und Urlaub nehmen." sagte dieser. Sie sahen in den letzten Tagen so elend aus, als ob Sie selbst den Tod im Herzen trügen. Ich begreife Ihren tiefen Schmerz, den Verlust einer solchen Braut verwindet man nicht so leicht. Seien Sie stark und tragen Sie muthig das Leid. Vor Allem erholen Sie sich und kehren Sie wohlbehalten zurück." Wieder zehn Tage später versammelte der Oberst seine Offiziere um sich. Meine Herren! Ich habe Ihnen eine schmerzliche Nachricht mitzutheilen: unser Kamerad, Premierleutnant v. Liebenstein ist todt. Er war nicht stark genug, um den herben Verlust zu tragen, welchen er erlitten hatte, und suchte Ruhe und Vergessen. In seinem Abschiedsbriefe an mich bittet er. den
Herren 5lameraden seine letzten Grüße zu bestellen, und ersucht, ihm eine freundliche Erinnerung zu bewahren." Bald darnach las man m dem Tagesblatt einer kleinen Küstenstadt folgende Noti: In der Bucht nahe bei H. wurde vor einigen Tagen eine Leiche gelandet, welche allerdings fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt war, die man jedoch aus verschiedenen Anzeichen und auf Grund vorliegender Umstände als die eines Prcmierleutnants v. L rekognoszirte. welcher einige Tage in H. zugebracht hatte. Der Genannte hatte Spuren von Melancholie gezeigt, und es steht außer Frage, daß er freiwillig den Tod gesucht habe. Wie wir vernehmen, ist an den Ortsvorsteher von H. bereits eine Verständigung von Seiten'des Regimentskommcmdos gelangt, daß die Kameraden dem Unglücklichen einen Grabstein setzen lassen wollen." Ter Name Liebenstein wurde aus der Rangliste gestrichen, im OrtsfriedHof von H. erhob sich ein Marmordenkmal. dcr Klub der Dreizehn hielt ein Trauermahl ab. und dann sprach die Welt wieder von anderen Dingen, und der Todte war vergessen. 4. Kapitel. sseber der Hauptstadt des britiJJI schen Reiches spannte sich ein blauer Frühlingshimmel, aber drunten in den Straßen sah man nichts davon, denn eine dicht: Wolke von Nebel und Kohlenrauch lagerte über der unabsehbaren Häusermassc Londons. In dem Vureau. in dem der Eh:f der wohlbekannten Firma Snyders, ein grauköpfiger, hagerer Engländer, eben einem seiner jungen .Leute in ärgerlichem Tone eine Standrede hielt, war es schon fast dämmerig, obgleich es erst Nachmittag war, aber doch noch hell genug, um zu gewahren, daß der abgekanzelte Angestellte des Herrn Snyderö ein junger, hochgewachsener Mann von auffallend gewinnendem Aeußeren war. Es ist nicht glcichgiltig. ob man 442; oder Alk schreibt, ganz und gar nicht gleichgiltig. Oder wollen Sie das be streiten?" fuhr Snyders in seiner Strafpredigt fort und sah dabei so strenge den Korrespondenten an, welcher vor ihm stand, als erwarte er in der That, der unglückliche junge Mann würde einen Widerspruch wagen. Man hat es ja erlebt, daß Menschen in verzweifelten Lagen Thatsachen bestreiten, die noch verzweifelter sind, als der Unterschied zwischen 4 und 7. Doch der Korrespondent schwieg und gab also die Nichtigkeit der Bemerkung Mr. Snyders' zu. Gerade dieses Schweigen schien aber den Handelsherrn zu reizen. Es scheint, als ob Sie gar nich wüßten. waS diese Sache bedeutet! 44 statt 47iU Nun. Mr. Pailer. wie denken Siedarüber?" Es gibt Fragen, die man einfach nicht beantworten kann, ohne sich lächerlich zu machen. Mr. Pailer zuckte daher nur die Achseln und sah seinen Chef mit einem trüben Blicke an, was im Grunde auch eine Antwort war. (Fortsetzung folgt.) Wie Staor onoon pasirte kürzlich eine Ordinanz, nach welcher alle Jce Creäm"-Hausirer gehalten sind, Plakate mit dem Herstellungsorte des Jce Cream" an ihren Karren anzubringen. Die Zahl der Jce Cream"-Hausirer ging sofort um 40 Vrozent zurück.
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