Indiana Tribüne, Volume 29, Number 37, Indianapolis, Marion County, 6 October 1905 — Page 6

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y cit etwa einem Vierteljahrhnndsrt versammeln sich alljährlich in vielen amerikanischen Städten die Miizliedcr der um die Aufrechterhaltung des Teutschthums in der Fremde bemühten Vereine, um durch Veranstaltung von Freud:nmahlen und durch festliche Reden den sog:nannten Deutschen Tag" gemeinsam zu begehen. In den meisten Orten findet die Feicr am G. Oktober statt, dem Tage, an dem im Jahre 1683 nach 74tägiger Seefahrt an den Eesiaden der Neuen Welt 13 Krefelder Mennonitenfamilien, die Begründer von Eermantown, der ersten rein deutschen Ortschaft in Amerika, landeten. In einigen Städten hat man für das Fest andere Tage gewählt. Man gibt, jedoch der Hoffnung Raum, daß man sich für die Begehung der Feier nicht nur auf einen einheitlichen Tag einigen werde, sondern daß der Teutsche Tag mit der Zeit überhaupt zu einem echten, vom gesammten Deutschthum in Amerika begangenen Nationalfest stch gestalte. Die Geschichte der Gründung von Marktplatz von Germatt'town ist interessant. Seit sei Mitte des 16. Jahrhunderts bestand in Norddeutschland die Sekte der Mennoniten. Anhänger des 1492 in Friesland geborenen Menno Simon. Er empfahl seinen Anhängern Reinheit, Sittlichw: und Herzensmilde, ermähnte ste, stch alles unnöthigen Aufwandes in Kleidung und Lebensweise, ferner des Gc brauchs der Waffen, des Schwörens von Eiden und der Theilnahme an weltlicher Regierung . zu enthalten. Gleiche Bestrebungen zeichneten auch die hauptsächlich über Holland und England verbreiteten Quäker aus. mit denen die Mennoniten unausgesetzt Be Ziehungen unterhielten. Beide Sekten waren den härtesten Verfolgungen seitens der Andersgläubigen unterworfen. i Siegel 011 ?llt Germantown. i Trotzdem erhielten stch in Deutschland Mennonitengemeinden in Hambürg, Altona. Lübeck, Danzig. Emden, Krefeld. Frankfurt a. M. und Griesheim bei Worms. Sie ständen nicht nur in geheimem Verkehr miteinander. sondern erfreuten stch bisweilen auch des Besuchs holländischer . und eng'lischer Quäkermisstonare. Einer der letzteren war William Penn, der berühmte Begründer ds heutigen Staates Pennsylvanien. Er erschien in Deutschland 1671 und 1677, predigte vor den Mennonitengemeinden im Rheingebiet und hinterließ bei denselben einen tiefen, nachhaltigen Eindruck. Als Penn stch später entschloß, an Stelle einer von seinem Vater, einem berühmten englischen Admiral, ihm hinterlassenen. 516.000 ($80.609) betragenden Forderung an die englische Regierung eine bedeutende, in Nordamerika gelegene Strecke Landes anzunehmen und dieses Vesttzthum zu einer Zuflucht für alle zu machen, die in Eu,ropa ihres Glaubens wegen verfolgt . wurden, ließ er auch an die Mennoniten in Frankfurt. Griesheim und Krefeld Sendschreiben ergehen, durch welche ste eingeladen wurden, nach der jenseits .des Ozeans gelegenen Frei statte zu kommen. Dieser Einladung entsprachen die Mennoniten um so lieder, als Penn ihnen das zur Anlage von Anstedlungen benöthigte Land zu äußerst günstigen Bedingungen anbot. Je 100 Acker verkaufte er für nur 40 Schillinge ($10). Wer nicht laufen wollte, konnte den Acker für einen Iah- ' reszins von nur 1 Penny (2 Cents) pachten. Dieses Angebot bestimmte die in Frankfurt wohnenden Mennoniten zur Erwerbung von 25.000 Acker. Die

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Krefelder sicherten sich das Anrecht aus 18.000 Acker. Um den Kaufpakt abzuschließen, das Land auszusuchen .und die nöthigen Vorbereitungen für die Ankunft der Auswanderer zu treffen, entsandten ' die beiden Gemeinden Franz Daniel Pastorius, einen jungen Reckitsaelekrten. der. 1651 zu Sommerhausen, Untersranken, geboren, nacy Absolvirung seiner Studien auf den Universitäten Straßburg, 2hfel und Jena mancherlei Reisen durch das westliche Europa vollführt und später in Frankfurt stch der dortigen Mennonitengemein angeschlossen hatte. Er landete am 20. August 1683 in Philadelphia und baute stch eine 32 Fuß lange und 16 Fuß breite Hütte. Mit William Penn häufig verkehrend und von diesem hoch geschätzt, erwartete Pastorius in der armseligen Hütte, deren Fensteröffnungen in Ermangelung von Glas nur mit ölgetränktem Papier verklebt waren, die Ankunft seiner Landsleute. t Von diesen hatten stch, .wie angedeutet, zunächst nur 13. insgesammt 41 Köpfe zählende Familien aus Krefeld aufgemacht. Bei der Auswahl der Stelle, wo die erste deutsche Ortschaft in der Neuen

SdSL A l t - G e r m a n t o w n. Welt entstehen sollte, entschied man sich für eine zwei Stunden von Philadelphia entfernte Ebene, die sich unweit des linken Ufers des Schuylkillflusses dahinzog. Hier wurden am 24. Oktober 14 Lose" oder Erbe" ausgemesfen, eins für jede der 13 Familien und eins für Pastorius. Trotzdem die Jahreszeit schon weit vorgeschritten war. begann man sofort Keller auszuwerfen und Hütten zu bauen. Den Ort nannte man Germantown. Mit der Zeit wurde das Aussehen der Ortschaft ein wohnliches. Die 66 Fuß breite, von einigen, Querstraßen durchschnittene Hauptstraße, welche den Ort i zwei Hälften theilte, wurde auf beiden Seiten mit Pfirstchbäumen bepflanzt. Große Gemüse-, Blumenund Obstgärten wurden rings um die Behausungen angelegt; auch ein kleines hölzernes Kirchlein erstand. Man 'befaßte stch mit Getreidebau und Viehzucht und trieb mit den Indianern einen gewinnbringenden Pelzhandel. Besondere Sorgfalt verwendeten die Bewohner Germantowns auf den Anbau von Flachs und Wein, die hoch in Ehren gehalten wurden. Der Flachs hatte Bedeutung, weil die Krefelder von Haus aus Leineweber waren, welchen Beruf ste auch in der neuen Heimath fortfetzten. Als Rheinländer waren sie auch Freunde des Frohsinns und wußten den Wein als Quelle desselben zu schätzen. Es war ein sinniger Gedanke, daß Pastorius beim Entwürfe eines Ortsstegels in dasselbe ein Kleeblatt zeichnete, dessen drei Blätter den Weinstock, den Flachs und .die Weberei darstellen sollten, was durch die Umschrift Vinum, Linum et Tertrinum" (Wein, Lein und Webeschrein) Ausdruck fand. Ueber Arbeit und Frohsinn vergaß man aber auch nicht die Pflege des Eeisteslebens. Mittelpunkt desselben war allüberall Pastorius, welcher nicht blos die Errichtung einer Schule durchsetzte, sondern auch persönlich eine Abendschule leitete. Pastorius wurde die Ehre zu Theil, als erster Bürgermeister des Ortes gewählt zu werden. ZuAuswandererschiff vom Ende des 17. Jahr hundert. gleich bekleidete er das Amt eines Friedensrichters, als welcher er allerdings nur wenig zu thun hatte. Der verdiente Mann schloß am 27. September 1719 die Augen' zum ewigen Schlummer. Germantown wurde im Jahre 1854 der- Stadt Philadelphia einver-leibt.

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Von Franz ItJanioro. Karl Anton Stips hat sehr. gut gespeist: Julienne a la Montauban, Seezunge, Hammelrücken mit jungen Erbsen, Poularde. Und die Mahlzeit hat Karl Anton Stips mit zwei Flascken 1893er Lagrange begossen. .Jetzt, im Abtheil des Eisenbahnwagens, bildet den Schluß der Genüsse die sehr feine und sehr theure Flor de Mariposa. deren , bläulicher . Rauch den engen Raum durchduftet. Stips hat in Hamburg ein ganz ausgezeichnetes Geschäft abgeschlossen. Er befindet stch auf der Heimreise. Er berechnet den Gewinn auf ungefähr vierzigtausend Mark. Dann kann man stch schon etwas zugute thun! Und Stips ist nie ein Kostverächter gewesen. Im Gegentheil. Er hat von jeher einen sehr hohen Werth auf die kluge Pflege seiner sterblichen Hülle . gelegt. Das steht man ihm an: die joviale Fülle des Körpers zeigt unverkennbar einen hohen Grad geistigen und körperlichen Behagens, der Zufriedenheit mit dem Ich. Allein, ganz allein hat Karl Anton Stips in Hamburg gespeist, und ganz allein befindet er stch jetzt in dem Abtheil erster Klasse. In wichtigen' Augenblicken des Lebens liebt Stips die Einsamkeit. Er pflegt nach berühmten Mustern zu sagen: Allein mit mir selbst bin ich in der allerbesten Gesellschaft." Er liebt es zugleich, in solchen Augenblicken zu grübeln, zu philosophiren. Karl Anton ist kein Alltagsmsnsch: zielbewußt gräbt und jagt er nach schätzen, um sie seinen WeltVerbesserungsplänen gelegentlich dienstbar zu machen. Ach, das ist Wal! Tas ist ja dumm! An einer kleinen Station steigt ein Reisende: ein. Stips hüllt sich m den Rauch seiner Mariposa und nimmt die Zeitung zur Hand, um zu zeigen, daß er keine Unterhaltung wünsche. Er beachtet den Reisegefährten weiter nicht und überlaßt sich nun völlig seinen heute überaus blumigen und sonnigen Phantasien. Endlich liest Karl Anton wirklich in der Zeitung: Politisches, Literarisches, Theater, Lokales, Klatsch und zuletzt einen Steckbrief. Ein Mörder wird gesucht, ein Mörder, der ein altes Ehepaar auf raffinirte Weise ermordet und beraubt hat, ein Mörder, der in seinem äußern Austreten als feiner und eleganter Mann von ungewöhnlicher Häßlichkeit in dem Steckbrief geschildert wird. Alles in dieser Welt hat ein Ende. Auch eine Mariposa. Der duftende Rauch verzieht sich, und Karl Anton Stips fühlt jene leichte Anwandlung von Pessimismus, die mit dem Ende einer Kette von Genüssen verknüpft zu sein pflegt. Stips wirft einen Blick auf seinen Reisegefährten. Und nun durchzuckt ihn jäh etwas wie Schrecken: sollte der Mensch da der in dem Steckbrief geschilderte Mensch sein? Alles stimmt: die Eleganz der Kleidung, die Häßlichkeit der Züge und so weiter und so weiter! Karl Anton prüft und prüft. Es ist in der That auffällig! Ja, es ist kein Zweifel mehr: der Kerl muß der Verbrecher sein! Karl Anton nimmt die Zeitung wieder zur Hand und sucht die gewohnte Ruhe und' Kaltblütigkeit Wiederzugewinnen. Und das gelingt ihm auch. Tosend und klappernd rast der Schnellzug dahin. Städte und Dörfer, Wälder und Felder fliegen vorüber. Und da plötzlich fragt der Reisegeführte: Verzeihen Sie, mein Herr, sind Sie vielleicht in Müllstadt besannt?" Stips ist erschrocken. Müllstadt ist ja sein Wohnort. Er wird verwirrt. Müllstadt Müllstadt? .Ja oh ja sehr gut." Kennen Sie dort vielleicht eine Familie Stips?" fragte der Unheimliche weiter. Karl Anton hält die Zeitung so, daß sein Gesicht vollständig gedeckt ist. . Stips? Stips? Ja gewiß wie so?" ' Ich bin," erklärt der Unheimliche, der Bruder der Frau Stips." Der Bruder meiner Frau?" will Karl Anton entsetzt ausrufen, aber er beherrscht sich rechtzeitig und schweigt. Der Unheimliche fährt fort: Als sehr junger Mensch habe ich mich von meiner Familie getrennt und bin nach Kanada ausgewandert. Darüber sind mehr als zwanzig Jahre vergangen. Inzwischen bin ich meinen Angehörigen hier in Deutschland völlig entfremdet. Jede Verbindung mit ihnen hat aufgehört. Run führen mich plötzlich äußerst nichtige geschäftliche Angelegenbeiten nach Teutschland, hier m diese Gegend. Und bei dieser Gelegenheit drängt sich mir ebenso plötzlich der Wunsch auf, die Meinigen wiederzusehen, die wenigen, die wohl noch am Leben sind." Ein Gruseln befällt Karl Anton Stips. Ja, ja, er hat gelegentlich einmal von dem unseligen, verschollenen. verkommenen, verlorenen Bruder seiner Frau cehört! Entsetzlicher Zufall, der ihn so mit dem Menschen zusammenführen muß! Stips beherrscht sich von Neuem und fragt mit leidliche? Ruhe: Und Sie wollen die Familie Stips in Müllstadt besuchen?" Ja, das ist meine Absicht. Ich möchte die Schwester gern einmal wieI versehen. Jch habe viel von ihr gehal-

Du Flissakm. Sie vennuthttche Ursache der Vinschleppnng der Lholera i Teutschland. lieber die Flissaken, denen die Einschleppung der Cholera in Deutschland zugeschrieben wird, läßt ein deutschländischer Berichterstatter sich wie folgt vernehmen: Die Flissaken sind Holzflößer aus Russisch-Polen, Rußland und Galizien, die mit langen Holztraften die Weichsel nach Thorn, Graudenz und Danzig hinunterschwimmen. Auf der im unteren Lauf sehr breiten Weichsel schwimmen fast kilometerlange Flöße von Fichten- und Eichenholz. Rundund Kantholz. Die langen, glatten Stämme liegen einer neben dem anderen, durch Stiohseile verknüpft oder durch' Latten aneinander genagelt. Die einzelnen Flöße sind im langen Zuge untereinander zu Traften verbunden. Auf jeder Traft Hausen ein oder zwei Flößer. Ihr Haus auf einer solchen Traft ist eine niedrige Strohhütte, eng und gedrückt., die nur den nöthigen Platz zum Schlafen und Faullenzen gewährt. Zwei Gegenstände aber sinden sich unfehlbar in einer folchen Flissakenbude: eine kleine Tonne SalzHeringe und ein Faß mit rohem Sauerkohl. Ich habe ihn einmal geschmeckt, als solch ein grinsender dunkler Bursche aus Galizien mich dazu einlud. Zuerst glaubte ich, mir die Zunge abgebissen zu haben, dann zogen sich infolge der scharfen Säure Mund und Gaumen so zusammen, daß ich meinte, beides müsse ganz einschrumpfen. Einen Hering hab' ich danach nicht mehr zu kosten gewagt! Der Flissak, der ein wenig Deutsch radebrechte, ließ es sich gut schmecken; in der einen Hand hielt er einen kleinen Hering, von dem er die salzige Säure leckte; mit der anderen Hand griff er in die Tonne und holte ein ansehnliches Quantum des gaumenmordenden Kohls heraus. Den Schluß einer solchen Flissakenmahlzeit bildet gewöhnlich ein Schnaps, ein tiefer Trunk aus der weitbauchigen Spiritusflasche. Es ist reiner Spiritus.

von durchdringendem Geruch, dessen Spur den Trinker tagelang nicht verläßt. Der träge Flissak, der tagelang traumend in seiner schmutzigen Strohhütte dahinstarren kann, hat freilich auch eine angenehme Leidenschaft. Das ist die Musik, die Geige. Die holt er hervor, wenn es zu dämmern beginnt, und die slawischen Weisen klingen seltsam und voller Wehmuth über die weiten Wasser der Weichsel. Hat der Flissak Weiber mitgenommen, so lagert sich eine solche Familie am Bestimmungsort auf dem Ufer. Das Feuer umzüngelt den Kessel, in dem irgend ein Geheimniß kocht. Die Schnapsflasche kreist bei den Männern, und auch die schwarzhaarigen, zigeunerhaften Mädchen und Frauen trinken. Ist das Holz dann abgeliefert, so durchziehen die Männer mit ihren runden Mützen, unter denen das strähnige, tiefschwarze Haar hervorquillt, mit ihren dicken, grauen Schafspelzen und mächtigen Bündeln auf dem Rücken die Gassen der Städte, wo sie vom Agenten ihren Lohn bekommen. Dann wird im Gasthaus, das oft' allein von ihnen besucht wird, dem Branntwein gehuldigt, und am anderen Tage geht's in der vierten Eisenbahn-Klasse der rufsischen Heimath wieder zu. nachdem sie für die Angehörigen nützliche oder unnütze Sachen eingekauft haben. Wehe dem, der in der Eisenbahn mit ihnen zusammen kommt! Den juckt's noch lange in allen Kleidern. Denn die Schafpelze der Flissaken sind sehr belebt, und von der Reinheit ihrer Hemden erzählt der Volksmund, ein richtiger Flissak wechsele sein Hemd nicht, sondern er wende es nur um, damit die schmutzige Innenseite unter dem Schafspelz wieder blank gescheuert werde.

Die Brüder der Eiche." Eine große Druidenfeier wurde diefer Tage zu Stonehenge auf dem Salisbury Hochplateau in Wiltshire, England abgehalten. Ueber 600 weißbärtige Gestalten in langen Priestergewändern, in der Hand eine Streitaxt oder goldene Sichel haltend, versammelten sich zum ersten gemeinschaftlichen Feste an der geweihten Stätte, dieser Ruine des alten Heidentempels. Die Brüder der Eiche," wie sie sich nennen ihre Zahl soll 250.000 betragen , haben es sich zur Pflicht, gemacht, Gebräuche und Sitten des Heidenthums von neuem in's Leben zu rufen. Sie thun sehr geheimnißvoll und gebrauchen viele mystische Redensarten und Zeichen im Verkehr miteinander. Hauptsächlich handelte es sich bei dieser Versammlung um die Aufnahme von 25 neuen Brüdern, zu denen der Besitzer von Stonehenge, Sir Edmund .Antrobus, ebenfalls gehörte. Mit verbundenen Augen und den Händen auf den Schultern des Vordermannes mußten' die Aspirenten zur Brüderschaft im Gänsemarsch durch diese Reihen zum Altar hin stolpern. Das in einiger Entfernung versammelte Volk schien diesen Theil der feierlichen Handlung äußerst belustigend zu finden und rief den Neulingen allerHand Ermuthigendes zu. Diesem wurden die Geheimnisse der Einweihung von dem oberen Druiden in's Ohr geflüstert, auch geschah im geschlossenen Kreise manches, was dem Auge der Menge verborgen bleiben sollte, namentlich dem forschenden Auge der reicklick vertretenen Kamera. I ' "

ten. Ich möchte auch wohl den Schwager und die Kinder kennen lernen." Karl Anton Stips befindet sich in peinlicher, tödtlicher Verlegenheit. Unmöglich! Ganz-unmöglich! Er kann sich nicht zu erkennen geben! Er kann den Menfcben nicht in sein Haus führcn! Es würde ihn das vor aller Welt unsterblich blamiren! Er erinnert sich jetzt ganz genau, daß der verschollene Schwager ihm einmal als gänzlich verdorben, als etwas ganz Ungeheuerliches geschildert ward. Unmöglich! Ganz unmöglich! Und wenn er nun der gesuchte Verbrecher wäre! Ja, er war es! Ohne Zweiftl, er war es! Alles stimmte, die feine Kleidung, die abschreckende Häßlichkeit! Karl Anton macht wieder eine gewaltsame Anstrengung und sagt dann in kühlem Tone: Die Familie Stips ist auf einige Z:it abwesend von ihrem Wohnorte. Die ganze Familie ist in der Schweiz. Wo. das weiß ich nicht. Aber sie wird wohl kaum vor zwei, drei Monaten zurückkehren." - Ach!" ruft der Fremde .mit sichtlichem Bedauern, das ist ja schade! Das ist ja jammerschade!" Und er versinkt in tiefes Nachdenken. Plötzlich erklärt er: So werde ich die Fahrt nach Müllstadt aufgeben. Ich werde auf der nächsten Station aussteigen und nach Berlin Weiterreisen." Stips fällt ein Stein vom Herzen. Und er atlzmet erleichtert auf, als der Unheimliche auf der nächsten Station sich wirklich verabschiedet und den Zua verläßt. Und Karl Anton gibt sich selbst das heilige Versprechen, seiner Frau nie nie, unter keinen Umständen das Geringste von dem aufregenden Zusammentreffen zu verrathen. Ein Jahr hernach bringen die Zcitungen lange Nekrologe über den in Kanada verstorbenen Millionär Proppke. Aus seinem Tesiameni ginge, so berichten sie, hervor, daß er vergeblich eine Annäherung an die Seinen in der alten Heimath versucht habe. Uno so habe er sein Vermögen von fünf Millionen Pfund Sterling ton hundert Millionen Mark - mildm Stiftungen in Quebeck und Montreal vermacht. ' (!jm gcllicktcr Gemahl. Der Vater der Exkaiserin Eugenie verliebte sich in die schöne Tochter des amerikanischen Konsuls in Malaga, aber nach der Auffassung aller -nichtverliebten Leute war blutwenig Aussicht vorhanden, daß seine Liebe Erwiderung finden sollte. Der Arme war nämlich als Offizier seines spanischen Vaterlandes in dessen zahlreichen Kriegen auf's Fürchterlichste verwundet worden und zwar in einer Weise, daß die Chirurgen seinerzeit sich nicht anders zu helfen wußten, als daß sie die Narben mit Goldblechen bedeckten. Er trug also für den Rest seines Leben, eine Goldplatte über einer umfangreichen Schädelwunde und eine zweite über einer tiefen Narbe in der Kinnlade. Trotz dieser auffallenden Flickarbeit an seinem Kopfe war der junge Offizier übrigens ein ansehnlicher Mann. Auch trug er den hochklingenden Titel eines Grafen de Guzman Montijo v. Pontocarrero. Ueberdies verstand er es, seiner glühenden Liebe den enisprechenden glühenden Ausdruck zu verleihen. Das alles wirkte zusammen auf das Herz der schönen Amerikanerin, und das Ende vom Liede war, daß Miß Kirkpatrick und Graf de Guzman Montijo v. Pontocarrero ein glückliches Paar wurden. Der zusammengelötete Bräutigam gefiel seiner Erwählten besser als ihre zahlreichen heilen urld glatten Freier. Der Graf ließ sich mit seiner jungen Gattin in Granada nieder, wo auch ihre beiden Töchter geboren wurden, die spätere Gemahlin Napoleons III. und die spätere Herzogin von Alba. Altrömische Uciscndc. Wie die vornehmen Römer im 1. Jahrhundert n. Chr. reisten, erzählt uns der Schriftsteller und Philosoph Seneca wie folgt: Jedermann reist jetzt so. daß numidische Reiter voraussprengen und eine Schaar von Läufern neben ihnen hereilt. Man hält es für eine Schande, .wenn nicht Leute dabei sind, die durch eine gewaltige Staubwölke verkünden daß ein anständiger Mann komme. Jedermann hat jetzt Maulthiere, die kristallene Gefäße von großem Werth tragen. Es gilt für eine Schande, wenn es scheint, - als habe man Gepäck, das ohne Gefahr zusammengerüttclt werden könnte. Jedermanns Pagen fahren mit eingesalbten Gesichtern, damit nicht 'Sonne oder Kälte ihrer zarten Haut schaden. Es gilt für Schande, wenn sich unter den begleitenden Pagen einer befindet, dessen gesundes Antlitz nicht durch ein Pflaster geschützt ist." Die Städterin irk denr Scrnde. Schaun's, gnädige Frau, die sechs Milchkälber gehörn alle mir!" So so rbie viel Liter geben die täglich Milch?" D i e k l e i n st e G e l d m ü n z e der Welt repräsentirt ein 2h Centstück, das die Republik Panama kürzlich p:ägen ließ.Die höch.ste Bahnstation der Welt befindet sich in Peru. Südamerika, und zwar auf dem Crucero Alto in der Hohe von 14.703 Fuß.

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