Indiana Tribüne, Volume 29, Number 37, Indianapolis, Marion County, 6 October 1905 — Page 5

Jndlanq Tribüne, 5 Oktober 1905

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Die Fcst-Allffilhnmg zu Ehren der Dclcgatcn. Der Talisman." Ein großer Genuß wartete der Dele gaten nach dem Abendessen. DaZ sinn reiche Märchenspiel .Der Talisman" von Fulda wurde aufgeführt von der trefflichen St. Louiser Truppe. Die Vorstellung war eine in jeder Weise genußreiche; desto bedauerlicher aber war.es. daß der Besuch der Vor. stellung durch die hiekigen Bürger ein unbefriedigender war. Man hätte mit Recht ein auöverkaufteS Haus erwarten können, aber anstatt dessen gähnten viele leere Sitze. Eröffnet wurde die Vorstellung mit dem der Gelegenheit tresflich angepaß. ten und von Frau Curt Toll in packender Weise vorgetragenen Prolog. Der deutsche Geist. daZ deutsche Wort soll leben !

Von Ernst A. Zündt. Getrennt vom Layd, wo unZ der Mutter Kuß Den Abschied gab. ließ das Geschick uns landen Im Westen hier von dem Okeanus, Den endlos breit die klaff'schen Alten fanden. Heut' trägt uns sturmschnell über Meer und Land Bezmungner Weltenkräfte mächtig Streben, Und der Gedanke blitzt von Strand zu Strand, Schürt Jugendgluthen in der Völker Leben. Und lagern mir nicht an des Denkens Quell? Vom Land der Denker sind wir hergekommen ; Uns ist nur wohl, wo's licht und klar und hell. Verhaßt ist un. was trugvoll und verschwömmen. Und wie wlr selbst dem Gott des Lichtes hold. So führen wir zum Licht in unserm Streben Die junge Welt; wir graben nur nach Gold, Den Stein der Weisen aus dem Schacht zu heben. Die Freiheit lebe drum, die unverzagt Der Wahrheit Fackel allerwartZ ent zündet ; UnS ruft der Türmer, wo der Morgen tagt, Der aller Welt das gleiche Licht verkündet. Wir schießen emsig all die Fäden ein. Die tausendfach den Lebensteppich weben; Drum füllt die Becher jetzt mit edlem Wein ; Das deutsche Herz, der deutsche G e i st soll leben ! Treu, ohne Scheu laßt uns dem Gegner stehn. Der Nachts durch uns're Blumengärten schreitet ; Auch, wenn er grollt, soll er es eingestehn. Daß a i r der Zukunft freie Bahn bereitet. O edlcr Keim, der unserm Dienst vertraut. Nichts foll der Pflicht uns jemals überheben. Vom Gartenfeld, das unser Fleiß bebaut. Die beste Frucht der Welt zurückzugeben ! Das deutsche Wort, das unfre Mutter sprach, Das unsre Weifen) unfre Dichter schmücken. l i'"',- "" iVr;r;. f . : . ,, - - ', . ', ' Z' ' . & - ,:- .- x ' ' y " : CVc W- ? V :': v Das Rrieger

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Es folgt uns, wie der Mutter Segen, nach ; Die Blume ist's, die mir am liebsten pflücken. DaS deutsche Wort, ..sie sollen's lassen stahn". Es hat der Welt Erlösungskraft gegeben ! Wir stehen hier, wir brechen ihm di? Bahn! Du, deutsches Wort, du deutsches Wort, sollst leben! So tagen wir im strebenden Verein Von deutschen Männern, edlen deutschen Frauen; Und jedes bringt vertrauend seinen Stein Zum Tempel, den auf heil'gen Grund mir bauen. Und rote wir stehn, sei es von uns gelobt. Wie wir uns hier die Hand zum Pfande geben : Wa's wir durchdacht, was wir erkämpft, er probt. Es soll im Geiste unf'res Volkes leben!

Die Vorstellung, die nun folgte, zeigte durchweg treffliche Leistungen und öfters dankte den Darftellern der ApvlauS des Publikums besoffener Szene. ES war eine wirkliche Fegvorftellung. Die von Andreas Fueger aus St. Louis gelieferten Kostüme frappirten durch ihre Schönheit und die übrige Ausstattung des Stückes stand nicht zurück! Köstlich war Herr Welb als Habakuk, der alte knurrige Korbflechter mit dem goldigen Herz. In Maske und Spiel schuf er eine Genrebild aus ' dieser Figur. Ihm zur Seite stand die in ihrer Naivität entzückende Jlka Boehler als Rita. Ludwig Lindkoff gab den König Astolf mit packender Leidenschaft und routinier Bühnengewandtheit. Magdalena, deren Rolle Frl Hohenau zugedacht war, aber da die Künstlerin nicht rechtzeitig von Europa eintraf, von Frl. Schönfeld gegeben wurde, fand in letzterer eine tüchtige Vertre terin. Unser alter Freund, Herr Richard Wirth, gab eine vollendet künstlerische Leistung in seiner packenden Wiedergäbe des Omar, die in den Händen der Herren Erneft Robert, Leopold Jacob!, Hans Kißling,' Fritz Beese, Max Ha nisch -und Gustav Hartzheim liegenden kleineren Rollen fügten sich tresflich in das Ensemble ein. Den Herren und Damen der Allema nia .und de SüdseiteTuruverein5, welche getreulich in den Massenscenen mithalfen, gebührt der Dank der An wesenden. ' Nach der Vorstellung begaben sich die KonventionSgäste und Theaterbesucher in die Halle deS Unabhängigen Turn verein-, wo ein schmackhafter Imbiß servirt wurde. Der Bericht übe: die Tagesereignisse wäre nicht vollständig, wenn wir nicht der vergnügten Trolleyfahrt der Damen nach Shelbyville am Vormittag erwähnten. - Denkmal.

Editonclles.

Die KonventioNi Der erste Arbeitstag der Konvention ist vorüber und mit demselben auch die langwierigen aber nichts deftoweniger wichtigen Routine -Geschäfte. Sowie das MandateKomite heute einberichtet hat kann über die zahlreichen Anträge, unter denen viele von großer Wichtig keit find, debattirt werden. Besonders wichtig -ist der Antrag über eine Abänderung der Regeln über Vertretung. Diese war bislang derart, daß jeder organistrte Staat zu 2 Stim men berechtigt war. Die vorgeschla gene Veränderung zielt darauf hin, die Vertretung nach der numerischen Stärke der Zweige, 1 zu je 1000 festzustellen. ES will uns scheinen, als ob der alte Plan der bessere ist, denn er giebt auch den weniger dicht mlt Deutschen be völkerten Staaten die gleiche Möglich keit ihrer Anficht im Konvente Nachdruck zu verleihen. Man findet oft, daß ein weniger zahlreiches Deutfchthum in einem Staate repräsentativer ist wie ein großes Deutfchthum in einer anderen Stadt - man soll die Stimmen wä gen und nicht zählen, ist ein schönes Wort unseres L ieblingSdichterö. So eine Konvention ist ja sehr schön aber auch zugleich sehr aufreibend wenigstens für den Sekretär. Den Berichten, die am längsten find, fehlt'S zumeist an Inhalt Kon ventionZerfahrung. Wie Mayor Haltzman gestern in seiner Ansprache erklärte, hat er die Schlüssel der Stadt Indianapolis weg geworfen. Recht unvorsichtig; denn am Ende findet fie Bookwalter. Dr. Hcramer sprach beherzigende Worte über die Wichtigkeit der deutschen BühneN'Vorstellungen und ihrem Ein fluß auf der Volksentwickelung in seiner gestrigen Rede. ' ' Während die Financiers in Nelo Vork über Millionenmopsereien ver handeln, find deutsche Männer Hun derte von Meilen gereift um über ideale Bestrebungen zu berathen. Eine närrische Welt. , .'. Eine treffliche Anregung machte gestern Mayor Lankering von Hoboken in der Konvention und wird dieselbe hoffentlich in ernstliche Erwägung ge zogen werden. Er befürwortete eine ' praktische Bethätigung des Bundes in dem in den verschiedenen SiaatSzweigen Rechtsschutz bureauS, an welche sich die Mitglieder der VerbandS-Vereine kostenlos wenden könnten und auch Stellen Vermitte lungS-Vureaux etablirt würden. Der Plan scheint ein recht guter zu sein und dürfte viel dazu beitragen den Bund zu stärken, durch engere Verknüpfung mit den einzelnen Verbandsgliedern. In den Lebensverücherunge Ge sellschaften auf Gegenseitigkeit steht den Police.Jnhabern das Recht der Theil nähme an den Abstimmungen in Generlversammlungen zu, eine Art Ga rantie gegen schlechte Verwaltung. Wie dasselbe aber umgangen wird, stellt fich bei der von der New Yorker Legislatur begonnenen Untersuchung der Ge schäftsführuug der' Gesellschaften heraus. So zum Beispiel hat die Metropolitan", welche hauptsächlich in kleinen Policen von 100 bis 200 Dollars Geschäfte macht, viele Millio nen von Policeninhabern, meistens Arbeiterund kleine Leute", die doch einmal auf den Gedanken hätten kom men können, unerwarteter Weife in Massen in der Generalversammlung zu erscheinen und ihr Stimmrecht auZ zuüben. Aber eine weise Verwaltung baut vor. Wie fich bei dem Verhör er gab, hat die Metropolitan" in ihren Statuten eine Bestimmung, wonach jeder Policeninhaber der in einer Genetalversammlung zu stimmen beabfich tigt, der Verwaltung 20 Tage vorher davon Notiz geben muß. Dann weiß man also nahezu drei Wochen vorher, wie viele rebellische Stimmgeber etwa erscheinen könnten, um fich dann die nöthige Anzahl von Proxies" zu ver. schaffe. (Wächter und Anzeiger.) Berichte aus allen Theilen des Landes lassen sehr befriedigende Ver Hältnisse im Bauwesen erkennen. Lie gen doch aus zwanztg Städten des Landes Meldungen vor, denen zufolge von den dortigen Behörden im letzten Monat insgesammt um 27 Prozent

mehr Baupläne 'gutgeheißen worden find, als im August vorigen Jahres, und die Gesammtkosten der dabei in Frage kommenden Neubauten von ins gesammt $15,993,888 die betreffende Werthziffir im letzten Jahre um 8z Millionen Dollars übertreffen. Ein gutes Moment der darnach augenscheln lich'im ganzen Lande vorherrschenden regen Bau und Unternehmungsluft ist der..Umstand, daß von keiner der in Betracht kommenden Städte , etwa aus speziellen Ursachen ein besonders leb hafter Aufschwung der Bauarbeiten gemeldet wird, sondern fich die gute Conjunktur ziemlich gleichmäßig ver lheilt, auch kein - starkes Nachlassen der Bauthätigkeit in irgend einer Stadt zu verzeichnen ist. Der betreffende, dem American Contractor" entnommenen Aufstellung gemäß, sind von der New Yorker Baubehörde im August Gesuche für Errichtung von Gebäuden geneh migt worden, die zusammen Kosten von

S20.000.000 verursachen werden. Im Vergleich mit August 1904 ist daS eine Zunahme, die in den verschie denen BoroughS von GroßNem Jork zwischen 34 und 72 Prozent schwankt. Allerdings war im letzten Jahre zu dieser Zeit die Bauluft mit Rücksicht auf die damalige Controverse zwischen Arbeitgebern und Arbeitern des Bau facheS . eine schwächere. Nächst New York kommt Chicago mit letztmonat lichen Plänen sür Neubauten im Ge sammtbetrage von 87,293.000. Dar. nach folgen Philadelphia mit einer Ko stenziffer von 83,310,740, welche hinter der letztjährigen um fünf Prozent zu. rückbleibt; sodann PittSburg mit S2, 192.793, welche die letztjährige um 39 Prozent übersteigt, Washington mit 82,147.840 und MinneapoliS mit 81, 572,625. Diejenigen Städte, für welche Kosten der-im August genehmig ten Bauten von etwa einer Million Dollars gemeldet werden, find: Ein cinnati, Detroit, Milwaukee, Rochester nnd Kansaö City. B?rnauunnssranoal. 'Wie ein grimmiger Hohn auf ruffische Verwaltungzustände klingt tl, was die Kreuzzeitung" mittheilt. Man höre: Bei der Uebergabe von Port Arthur wurde bekanntlich von japanischer Seite die Einreichung eines genauen Inventars aller in der Festung noch vorhandenen Vorräthe verlangt. General Stösse! lieh denn auch natürlich nach den Büchern das Verzeichniß anfertigen und überreichen. Bald darauf fiel es auf, daß zwischen den Berichten General Nogis über die gemachte Beute und den Angaben Stössels ein eigenthümlicher Widerspruch bestand?' Die Japaner haben sogar in Port Arthur 250.000 Tonnen bester Cardiffsteinkohle erbeutet, während nach den amtlichen russischen Ausweisen Kohle fast gar nicht mehr vorhanden und daher die Flotte zur Bewegungslosigkeit verurtheilt war. Beide haben recht: der Widerspruch hat in , gewissen Geflogenheiten der russischen Bureaukratie längst eine befriedigende Erklärung gefunden. Man hat es in Port Arthur nicht anders getrieben als in allen übrigen KriegsHäfen, nicht anders als in Kronstadt, Libau oder Sebastopol. Wenn ein Schiff auskaufen soll und thatsächlich sagen wir 6000 Tonnen Kohlen einnimmt, so schreibt man" 8000 oder 10.000 ab. Die 6000 werden eingeladen, die übrigen bleiben im Depot, find aber amtlich nicht vorhanden, sondern verheizt. So sammelt sich mit der Zeit ein großer Vorrath an. der nun zum besten von man" verkauft wird, und zwar an den Lieferanten, natürlich zu einem geringeren Preise. Dies Geld vertheilt man nach dem Range. Der Lieferant verkauft darauf die Kohlen sofort an den Marinefiskus zurück, und dieser bezahlt fie zum zweiten Male. Dann beginnt das Spiel von neuem. ' So finden fich in jedem Depot große Vorräthe an Kohle, die bald nicht vorhanden sind, bald einen Augenblick dem Lieferanten gehören und darauf wieder in den Büchern auftauchen. Und was der Kohle recht ist. ist sonstigen Vorräthen billig. Es ist dazu nur ein einfaches Umbuchen nöthig, und die Taschen sind gefüllt. Seit die bisherige Marineverwaltung fallen gelassen worden ist. und es nichts mehr zu beschönigen gibt, hat die Regierung es aufgegeben, der Presse die Besprechung dieser empörenden Diebstähle zu verbieten, und sie werden offen besprochen, sogar von Blättern, die unter der Zensur stehen. Daß zu den betheiligten man" hochmögende Männer bis zu den lokalen Spitzen gehören, versteht sich von selbst. In Port Arthur hatte sich' gerade ein großer Vorrath nicht vorhandener Kohle angehäuft, als die Einschließung beaann. und sowohl den Verkauf an den bisherigen Lieferanten als auch eine fiktive Neulieferung unmöglich, machte. Daher konnte die Kohle auch nicht in das Inventar aufgenommen werden, und die Diebe kamen um den erhofften Gewinn. Ob es Birilew gelingen wird, diesen alten Brauch zu beseitigen? Wir bezweifeln es.'

Antike Stralzcngclcise. Merkwürdige Einrichtung auf össtntllchen Straßen des Alterthum?. - Durch Einschnitte in den Boden hat man im Alterthum vielfach auf öffentlichen Straßen, die viel befahren waren, Geleise hergestellt. Man findet in Griechenland und Sizilien zahlreiche Beispiele dafür, namentlich auch an den Thoren von Athen auf dem Wege, der direkt vom Piräus nach der Agora führt, auf. der' großen Straße von Sparta .nach'Helos unb in der Umgebung von Orchomenos und von'Syrakus. ; . - ' ' ' ; Wenn-' der Boden der Straße nackter Fels oder Stein war. über dem nur eine dünne Erdschicht lagerte, fo gaben sich die Griechen nicht die Mühe, die Chaussee in ihrer ganzen Breite fahr? bar zu machen, fondern sie begnügten sich' mit einer oberflächlichen Nivellirung und machten dann für die Räder der Wagen sehr sorgfältig angelegte Einschnitte, so daß der Wagen leicht und sicher in dieser. Rinne auf einer völlig glatten Oberfläche lief. War der Boden zwischen den beiden Einschnitten zu holperig oder zu ungleich, so streuten sie Sand oder Kies. Heute noch wird Griechenland von Straßen durchzogen, auf denen man die künstlichen Einschnitte, die als Ge leise für die Wagen dienten, sieht. Auf diese Art konnten Götterstatuen und Kulturgegenstände , bequem von einem Ort zum andern gebracht werden. . Der englische Reisende Mure vergleicht diese Einschnitte mit unseren Eisenbahnschienen, so daß- man sie sehr wohl als .Steinschienen' bezeichnen kann." ' ' Diese Ähnlichkeit der Vorrichtung mit der Anlage der modernen Straßenbahnen wird noch dadurch vervollständigt, daß es richtige Ausweichwrven gab, die. in richtigem Abstand angelegt, das Kreuzen zweier Wagen auf dem einzigen Geleise gestatteten. Offenbar war der Abstand der Räder für alle Wagen in den Ländern, die unter griechischem Einfluß standen, gleich. , Todtgssagtcr lebte. In der GreifZwalder Universitäts klinik befand sich ein alter Arbeiter in Behandlung. Dessen erwachsener Sohn erhielt eines Tages von der Vermaltung der Universitätsklinik die Nachricht, sein Vater sei gestorben; der Sohn hätte nun für die Beerdigung zu sorgen. Der Sohn erledigte sofort alles Erforderliche für die Bestattung; er bestellte den Sarg, den Leichenanzug und die Leichenwäscherin, begab sich dann nach der Leichenhalle der Klinik, um seinen Vater einsargen zu helfen. Im Leichenkeller der Universitätsklinik sollte gerade das Waschen des Entschlafenen beginnen; da stiegen dem Sohne aber doch Zweifel auf.' ob der Todte auch wirklich sein Vater sei. Auf dem Wege in's Bureau, wo er sich nach dem Verbleib der Leiche seines Vaters erkundigen wollte, führte ihn der Wärter an dem Zimmer vorbei, in dem sein Vater behandelt worden war. Als er einen Blick hineinwarf, kam ihm zu seinem Erstaunen fein Vater in völliger Gesundheit entgegen. Nach einigen Tagen wurde dann der todtgesagti Alte auch als geheilt entlassen.

Kaffeegenuft in Frankreich. Der Verbrauch an Kaffee ist m Frankreich während' der letzten Jahrzehnte in einem ganz ungeheuerlichen Grade gestiegen. Die Statistische Revue" beweist das an einer Uebersicht, die bis auf das Jahr 1830 zurückgeht. Seit jener Zeit hat sich der Kaffeeverbrauch in Frankreich mehr als verzehnfacht. Damals kam ganz Frankreich mit etwa 17.000.000 Pfund Kaffee jährlich aus und jeder Bewohner begnügte sich im Durchschnitt' mit Pfund jährlich. Im Jahre 1800 betrug der Konsum fast 170.000.000 Pfund.' und auf jeden einzelnen Franzosen entfielen auf das Jahr fast Ah Pfund. Diese Steigerung erscheint bereits enorm, aber mit dem neuen Jahrhundert scheint den Franzosen erst der rechte Geschmack an dem aromatischen Trank gekommen zu sein, denn im Jahre 2903 hatte der Verbrauch schon wieder um. fast 54.000.000 Pfund zugenommen und war pro Kopf der Bevölkerung auf fast 6 Pfund jährlich gestiegen. Adebar inr' Eisenbahnwagen. In einem von München nach Dachau, Oberbayern, abgegangenen Eisenbahnzuge wurde - zwischen Reichertshausen und Petershausen die Frau eines Arbeiters von Geburtswehen überrascht, und bald kam auch das Kind zur Welt. Da in PetersHausen die Frau mit dem Kinde nicht ausgesetzt werden konnte, wurde sie auf Ersuchen des sie begleitenden Ehemannes bis Dachau trn Zuge belassen und dort durch die Sanitätsmannschaft in's Krankenhaus verbracht. Der erste Nordpolfahr e r. Bei dem Studium der Abschristen der astronomischen Abhandlungen des Wiener Professors Johannes Vogelin aus dem Jahre 1525 fand der norwegische Gelehrte Dr. Berno einen lateinischen Text, der über Norwegen. Island und Grönland genaue geographische Angaben enthielt. Es stellte sich heraus, daß der Verfasser dieses Manuskripts der erste Nordpolfahrer und Grönlandforscher Claudius, eigentlich Claudius Clausson Swart. geb. 1388. war. 7

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te M (Stablirt 1853.) ..Jndiana'S größter Laden., ...JubilanmS-Verkanf... . von Crabcnette :: :: Röcken Die Mode Beliebtheiten sind jetzt die langen Mäntel, welche den Vortheil haben,.regendicht u sein. Wir sind aufrichtig stolz aus unser Assor timent dieser dienstbaren Kleidungsstücke beinahe alle Sorten die Sie sich denken können Sorten welche den Frauen gefallen. Unsere spezielle JubiläumsOfferte ist ein Cravenette Mantel in tan, oliven oder Oxsord Cchattirung, hübsche Riemen und die neuesten Aermel und Manschetten zu dem populären PreiS von 8 tu 00 Andere bessere Sorten von $12.50 bis $25.01) in dcn neuesten Mustern und Effekten. Auswahl in tan, oli ven und grau. Zweiter Stock. Lmcgschirurgie. St. Schäfers Beobachtungen ber die 8ir kung der modernen Geschosse. . Ueber kriegschirurgische Erfahrungen im russisch-japanischen Feldzuge macht der auf den ostasiatischen Kriegsschauplatz entsandte Stabsarzt Dr. Schäfer in der Deutschen medizwischen Wochenschrift" bemerkenswerthe Mittheilungen, die die Kenntniß von der Wirkung der modernen Geschosse vielfach erweitern und ergänzen. Der Gesammteindruck seiner Beobachtungen geht dahin, daß die Sei iwti rnsijA JUUUVUliyUl UU lUlUCl VSCUt 111 Vtl überwiegenden ' Mehrzahl anfangs einen wenig gefährlichen Charakter haben; Durchkreuzungen und Durchquerungen des menschlichen Körpers durch Schüsse, die nach der Lage der Schußkanäle für das Leben wichtige Organe getroffen haben müssen, führen nicht nur nicht den sofortigen Tod herbei, sondern veranlassen anscheinend überhaupt keine Störung der Körperfunktionen. r t i f v r w Fleier isinorua anoeri itai tretum. je mehr man sich auf der Etappenlinie nach rückwärts bewegt. Es zeigt sich dann, daß die Aussicht auf eine glatte Genesung selbst nach anscheinend harmlosen Schußverletzungen durch das Hinzutreten schlimmer Eiterungen oft in hohem Maße getrübt wird. Die Zahl der in der Schlacht sofort Getööteten ist im Verhältniß zu den Verwundungen geringer gewesen als im Vurenkriege; nur in der Schlacht am Jalu führte der erbitterte Nahkampf zu recht erheblichen Verlusten an Gefallenen. Das neue japanische Gewehr, das mit seinem Kaliber von 6.5 Millimeter um 1.5 Millimeter hinter dem deutschen und 1.12 Millimeter hinter dem russischen zurückbleibt, hat entsprechend diesem kleinern Maße eine geringere Mündungsenergie und ruft daher an den menschlichen Organen besonders an den Knochen, nicht so heftige Zertrümmerungen hervor wie das russische und das altjapanische. ' Freilich erscheinen manche Verwundüngen anfänglich leichter, als sie in Wirklichkeit sind. Die kleine Ein- und Ausschußöffnung läßt manchmal den Umfang der Knochenzertrümmerung in der Tiefe nicht ahnen; sie ermöglicht aber gleichzeitig wegen der Verwinderung der Infektionsgefahr die ungestörte Heilung schwerer Verletzungen. Das vorzügliche diagnostische HilfsMittel der Röntgendurchleuchtung konnte leider nicht im vollen Umfange verwerthet werden, weil für Röntgenapparate in der erforderlichen Anzahl auf dem Kriegsschauplatz nicht gesorgt war. Die ärztliche Thätigkeit auf den Truppen- und Hauptverbandsplätzen beschränkte sich im Wesentlichen auf das Anlegen von Schutz- und Stützverbänden. Trotz dieser bedenklichen Zustände war die Zahl der Amputationen bei Verletzung der langen Röhrenknochen und bei umfangreicher Zertrümmerung der Weichtheile verhaltnißmäßia recht gering. Schäfer rechnet das vorwil. gend konservative Verhalten der Aerzte in erster Linie dem peutschcn Chirurgen v. Bergmann zum Verdiensie; die Lehren, die dieser verdiente Forscher nach dem Türkenkriege gegeben hat, haben ihre Früchte getragen und den feststehenden Grundsatz herbeigeführt, den natürlichen Wundverlauf möglichst wenig zu stören. Was die Jnfektionswirkung der ri .zelnen Geschoßarten anbelangt, so inflz:rt die ,hre Gestalt bewahrende, nicht zertrümmerie Gewehr- oder Schräpnellkugel die Gewebe meistens nicht. Während der Granatsplitter, der oft flnrf rrtsrTt itrX Vrfrrritht WDitrt UV U4IV VLlUtllUtV WUII' den erzeugt, die Fasern des Waffenrocks oder des Schafpelzes mit in die Gewebe hineinreißt und so in vielen Fällen Eiterungen herbeiführt oder die gefürchtete Gasphlegmone veranlaßt, bei der unter ballonartiger Anschtrellung des verletzten Gliedes eine todtliche Blutvergiftung eintritt. :

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