Indiana Tribüne, Volume 29, Number 37, Indianapolis, Marion County, 6 October 1905 — Page 4

Judtana Tribüne, 6. Oktober 19 05.

Cöncertsaale des Dentscheu HauseS.

' DaS dafür aufgestellte Programm ist wie folgt: 1. Orchester. 2( Ansprache des Vice-Präsidenten . . . . Charles Warren FairbankS. 3. Uhland'S MchiedSlied Hale Indianapolis Liederkranz. 4. Festrede Prof. Robert Nix. 5. Orchester. 6. Im Maien" '. BaldamuS ' Gemischter Chor des MusikoereinZ. 7. Rede... ' .'. ............ .... Bundes'Prästdent Dr. Heramer. 9. .Waldesmorgen Köllner Indianapolis Mär.nerchor. 9. Orchesters . Für die Feier sind im großen Con. certfaal die ersten vier Reihen für die Herren Delegaten refervirt.' Nachfeier im Säulenraum unter Vorsitz von A. M. Kühn.

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Oregon .2 South Carolina 1 Tennessee.. 1 Texas 24 Vermont 1 Washington 3

Wisconsin.

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Die Aonvention. Aus der heutigen vormittags Sitzung. Kurz nach 9 Uhr eröffnete Präsident Dr. Hexamer den zweiten SitzungStag der Konvention des DeutschAmerikani schen National'BundeS. Das Protokoll ünd die anderen Routine.GeschSfte fanden schnelle Erle' digung. ; Der Bericht deS Mandat'Ko miteS wurde verlesen und angenommen. Nun ging eS an die Erledigung der zahlreichen Antrüge. Interessante Debatten entspannen sich über mehrere derselben und zwar besonders über den, welcher die Anstellung eines Vertrauens manneS in Washington befürwortete. Sobald der Antrag zur Debatte vor lag war Delegat HeinS von New Jersey fänelUuf den Füßen und prote ftirte energisch gegen Annahme deSsel den. ' Er befürchte, sagte Herr HeinS, daß falls der Antrag. durchginge,' dies der Anfang einer Art Lobby sei, der Bund solle seine Hand frei halten, auch sei die Finanzfrage nicht zu vergessen, denn Washington Pflaster sei sehr theuer. Herr Philip Rappaport sprach zu Gunsten deS Antrages und erklärte, daß sich wohl auch ein Mann finden lagen werde, (der in uneigennütziger Weise imISinne der Bundesbeftrebun gen im Kongreß auch ohne Bezahlung wirken würde. - Kaum hatte Redner geendet, als Delegat Stahl von New Jersey schlag, fertig entgegnete: Um so schlimmer, , denn ennZwir einen solchen Vertreter nicht bezahlen,! so laufen wir Gefahr, daß er sichZvonAnderen bezahlen läßt.Auch von anderer Seite ließen sich Bedenken hören, daß der Nimbus, mit dem ein solcher Vertrauensposten,

wenn von dem Deutsch.Amerikanischen

Nationalbund verliehen, den Mann

umgeben würde, mißbraucht werden

könne zu selbstsüchtigen Zwecken.

Der Antrag, die Angelegenheit auf

den Tisch zu legen, ging durch. Nun wurden die verschiedenen von den drei New Yorker Vereinigten DeutschenGesellschaftenvorgeschlagenenMaß. nahmen berathen. Wegen drängender Geschäfte wurde beschlossen, den Trolley.AuSflug nicht zu unternehmen, sondern den Nachmit

tag einer Geschästsfitzung zu widmen.

Au öden gestrigen Ver Handlungen. Sekretär Adolph Timm verlas den folgenden Bericht.' Die Errungenschaften des National Bundes seit der Gründung sind : Die Pro.BureN'Petition mit H Millionen Unterschriften. Der offene Bries an General'Major

McArthur.

Der erfolgreiche Protest gegen eine

Beschränkung der Einwanderung und

Erhöhung des Kopfgeldes für Ein Wanderer. Der erfolgreiche Kampf gegen die HepburN'Dolliver.Bill. Der e,folgreicheI Protest gegen eine im'.Kongreß eingereichte GesetzesVor. läge, den Konstitutionen der neuen Staaten Oklahoma und Washington eine 21 Jahre dauernde ProhibitionZ Klausel einzufügen. Die erfolgreiche Einreichung einer Vorlage im Kongreß für ein Steuben Denkmal. Die erfolgreiche Verwendung für die Pensionirung des Generals Peter Ofterhaus und seine Einreihung in die AlterSlifte der regulären Armee. Die erfolgreiche Agitation bet dem Regent Chapter, Töchter der Revolu f - . ? . . fc. . ? I

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Denkmal für General Herkimer eine Inschrift mit dem deutschen Namen Herchheimer zu geben. Das dem Schiller.Museum zu Mar bach gegiftete Schiller-Album. Der jetzige Bestand des National Bundes ist wie folgt : StaatS'Verbänoeund Städte . Vereint, gungen: Zentral'Bund von Pennsylvanien :

6 StädteVereinigungen.

StaatS'Berband von New Jersey :

6 StädteVereinigungen. j

Staats - Verband von Ohio : 6

StädteVereinigungen.

StaatS'Verband von Californien :

5 Städte'Vereinigungen.

Staat. Verband von Jndiana : 4

Städte'Vereinigungen.

Zentral'Bund von Minnesota. Unabhängiger Bürgerverein 'von

Maryland.

Zentral . Verein im Distrikt Co.

lumbia.

Zentral'Verein von Boston und Um

gegend.

Ver. Deutsche Gesellschaften von New

Bork und Städte'Vereinigungen in Troy, Rochester, Herkimer County.

Zveig.Verband für St. Louiö und

das südliche JllinoiS.

Zentral'Bund von Jdaho. ' Einzel'Vereine gehören dem Natio.

nal'Bund in folgenden Staaten -sn:

Alabama 3 Colorado. 5 ' Connecticut 4 Delaware 2 JllinoiS 8 Iowa... . 8 KanfaS 1 Louisianna 5 Michigan ....3 Montana..-. .3 , NeiraSka....... 8

Der National Bund hat somit in 12 Staaten Staats . Verbände und StädteVereinigungen und in 13 wei teren Staaten Einzel'Vereine als Mit gliedschaften, erstreckt sih also auf 30 Staaten. Adolph Timm, ' Sekretär. Der Schatzmeister berichtete einen

Kassenüberschuß. Der Bericht wurde dem zuständigen Komite überwiesen. Die früheren stehenden KomiteS vur den vom Präsidenten Hexamer wieder ernannt und dieselben zogen sich zu ihren Berathungen zurück. . Nun wurden ' die Berichte der Vertre ter der einzelnen Zweige entgegenge nommen. Der Bericht deS Vertreters deS Staates New Jersey, Mayor Lan. kering von Hoboken, erregte besondere Befriedigung. Auch die Berichte deS Delegaten Cronau von New York über den glänzenden ZumachS deS New Vor ker Verbandes wurde mit allseitiger Befriedigung entgegengenommen. Wm. Ries?, Vertreter deS Herrn Hanno Teiler, Delegat von Louisiana, vsrlaS, einen Brief deS bedenklich er krankten Herrn Deiler, in welchem der selbe energischen Protest gegen den An griff deS New Yorker Morgen Journal auf die Deutsche Gesellschaft von New Orleans erhob. Er erklärte, daß die

erhobenen Beschuldigungen völlig aus der Luft, gegriffen seien und daß die. selben jeder Begründung entbehren. Die deutsche Gesellschaft von New Or.

leanS verfolgt nach wie vor die hehren

Ziele der Menschenfreundlichkeit. Durch ihre Jahresbotschast, welche vorlöge, beweise die Deutsche Gesell, schaft daß die daraus in der Zeitung citirten Stellen böswillig entstellt warenin überzeugender Weise. Auf Anregung deS Bundesprösiden ten wurde beschlossen, ein Telegramm an den geschätzten Präsidenten deS Nordamerikanischen Sängerbundes zu senden, in welchem demselben die herz lichen Wünsche des CentralbundeS für baldige Genesung und treudeutscher Gruß übermittelt wurden. Auf Antrag. deS Delegaten L. A. Meyer wurde auch ein telegraphischer Gruß an Präsident Roosevelt abge sandt. Einen merkwürdig klingenden Bericht erstattete ein Herr, der sich als Vertre. terNebraSka'S gerirte und begeistert von einer 63,000 Mitglieder zählenden deutschen Organisation in jenem Staate meldete. Da das Mandat deS Herrn anscheinend nicht autorisirt war und auch seine Angaben, gelinde gesagt, et waS ertravagant klangen, so anaß man denselben keine Wichtigkeit bei. ' Sehr interessant waren die Berichte der Herren Max Griebsch und Fick von Wisconsin, sie zeigten, daß man in diesem Staate energisch gegen starke

Gegenströmungen und zwar mit ficht barem Erfolge ankämpfe. Kein Bericht aber rief so großen Enthusiasmus hervor als der von Mis souri. den Frau Dr. George Richter verlas. Aus demselben ging hervor, daß die deutschen Frauen von Missouri den Kampf der deutschen Männer ge gen NativkSmuS und Muckerthum ener glsch unterstützen und daß die Organ! sation mächtig anwachse. Zum Schluß folgte der Bericht des StaatSverbandeS' von Jndiana, den wir wie von Präsident Keller verlesen wieder geben. Bericht des Staatsverbandes deut scher Vereine von Lndiana. Pflichtschuldig unterbreite- ich der dritten Konvention' des Deutschame rikanischen. National'BundeS einen Ueberblick über die Gründung und Thätigkeit deS Jndiana StaatSverban' des.

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Joseph Keller.

Im Frühjahre 1904 beaustragte der Verband deutscher Vereine von Jndia napoliS einen Ausschuß, um in den verschiedenen Städten des Staates die deutschen Vereine zum Anschluß an den Nationalbund zu veranlassen. Briefe, Ciiculare und Bundesstatuten wurden an die verschiedenen Vereinigungen ausgesandt, und in der deutschen Presse wurde tüchtig für den Nationalbund agitirt. - In Jeffersonville, Jndiana, hatten

mir zuerst Erfolg, indem der dortige

Deutsche Unterstützungs.Verein" sei

nen Beitritt anmeldete. Nach längerer

Arbeit und persönlicher Agitation ge wannen wir vier Bereine in EvanS

ville, und in Fort Wayne schloffen sich

zwei Vereine dem Bunde an.

Wir setzten nun die constituirende

Versammlung auf den 13. August fest.

und Vertreter.auS Indianapolis, Fort

Wayne. EvanSville, Jefferfonvilleund

Terre Haute waren anwesend. Sta.

tuten, Nebengesetze und Beschlüsse wur

den entworfen und angenommen, die Beamten wurden erwählt, und der

vStaatsverband deutscher Vereine von

Jndiana trat arbeitswillig und hoff-

nungövoll in'S Leben, ein. Gelegent lich der Tagung der letzten Staats

legiSlatur find der Staatsverband und

der lokale Verband energisch für Pas

siirung eines Lehrer . PenstonSgefetzeS

eingetreten und haben entschieden Stel lung genommen gegen weitere Tempe renzgesetzgedung. Am 10. und 11.

Mai wurden in Indianapolis, EvanS ville und Fort Wayne Schiller-Gedenk feiern adgehalen und die Veranstaltun.

gen waren erhebend und der großen

Gelegenheit würdig. Wir gingen emsig an's Werk, die verschiedenen deutschen Vereine aus ihrer Indifferenz aufzurüt.

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In männhafter und unerschrockener Art hat sich der Staatsverband in Be. zug auf persönliche Freiheit klar und deutlich ausgesprochen, und hat begon nen, da? liberale Element im ganzen Staate aus seinem Winterschlafe aufzu wecken. Die. Beschlüsse deS KomiteS für per söaliche.Frelheit wurden in daS Engli. sche übersetzt und allen englischen Zeitungen deS Staates zugeschickt. In den verschiedenen Zweigen wird eine rege Agitation für den deutschen Unterricht und das deutsche Turnen in den Schulen ln'S Werk gesetzt, nnd sta tistischeS Material gesammelt werden. Die zum Staatsverband deutscher Ver. eine gehörigen Gesellschaften , wurden beauftragt, in ihren Distrikten geschicht. liche Nachforschungen über das Deutsch. Amerikanerthum anzubahnen und die Resultate dem Komite für GerichtZfor. schung zu übermitteln. Kandidaten, die für ein politisches Amt laufen, wer. den Seitens deS StaatSverbandeS durch Fragebogen um Ausdruck ihrer Meinung in Bezug auf persönliche Freiheit.

deutschen Unterricht in den Schulen u.

s. w. aufgefordert. Das Turnfest, das im letzten Som.

mer in hiesigerStadt einen so glänzenden

Verlauf genommen, hat auf da Amerikanerthum einen gewaltigen Ein

druck ausgeübt, und nirgends werden

unseren amerikanischen Mitbürgern die guten Eigenschaften unseres Stammes

und die Vortheile deutscher Erziehung

so klar vor die Augen geführt, als wie es bei solchen Festlichkeiten geschieht.

und in Folge dessen sollte dem im

Jahre 1907 hier tagenden nationalen Sängerfeste die vollste Unterstützung

deS gefammten DeutschthumS des Lan

deS zu Theil werden. Möge der deutsch.

amerikanische Nationalbund an Größe

und Machtentfaltung zunehmen, zur

Ehre deS DeutschthumS, zum Wohl der

Nation.

Jos. Keller. Präsident deS StaatZ.VerbandeS. Präsident Hexamer vertagte nun die Konvention bis auf heute Vormittag.

Robert Nix.

teln, und eS gelang uns schließlich, in VincenneS, Terre Haute, Wabash und Alexandria weitere Verbindungen anzu. knüpfen. So schritten wir zur zweiten Convention, die am 25. und 26. August in Evänsville stattfand uud die in der Geschichte des DeutschthumS unseres Staates später sicherlich verdiente Er wähnung finden wird.

Die Automobilfahrt. Nachdem das Mittagsmahl einge eingenommen war, ergingen sich die Delegaten und deren Damen, unter

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Frih Francke.

Führung deS Herrn Armin Bohn, bei einer Automobilfahrt durch die Stadt. Der Besuch der Manual Training

High School interessirte die Herren

Delegaten besonders. Sie waren sämmtlich des Lobes voll über die treff. lichen Einrichtungen und selbst die Herren vom Osten erklärten die Hand fertigkeits.Hochschule als ein Muster.

Institut.

Prof. Emmerich hatte in zuvorkom

mender Weise dafür gesorgt, daß den Herren sachgemäße Führung durch die Schulräume wurde.

Nun ging die Fahrt nach den AtlaS

Engine WorkS. Die Anlagen deS Etablissements wurden eingehend be fichtigt und dann ging'S durch Wood ruff Place und andere schöne Theile der Stadt.

Die 22 Maschinen wurden in lie.

benswürdiger lZeise von den folgenden.

hiesigen Geschäftsleuten gestellt:

Gustave KeeverS, A. C. Newby, In

diana Automobile Co., Albert Lieber,

LouiS Newberger, H. T. Hearsey Vc

hlcle Co., Cdw. Langen, Joseph Rink. I. I. Holcomb, I. E. McCullough,

Patrick Kennedy. I. R. Love, H. C.

SchergenS, Hugo Thorsch, Jndianapo.

liS Water Co., John Perrin, Harry Raphael, F. D.'Caldwell, 23. A.

Voyd.

Ohne Staub ging eS natürlich dabei

nicht ab, und nachdem die Herren ihre

Röcke gebürstet und die Damen Toilette

gewechselt hatten, wurde daS Abendbrot

im Deutschen Hause eingenommen.