Indiana Tribüne, Volume 29, Number 36, Indianapolis, Marion County, 5 October 1905 — Page 6

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rv Q Vle Besrenmg ? 9 6 -i p p j, Glgcr Molrlbrüclr H """O-- ----43 o ohanna Grögcr war sich so ziemlich klar darüber, daß es auf der ganzen Welt nur einen Menschen gab, der sie wirklich liebte ihren Vater. Er sagte es ihr nie und zeigte es ihr nicht oft. Aber jeine laute, harte Stimme klang weicher, wenn er mit ihr sprach, und seine wasserblauen, oft roth unterlaufenen Bulldoggaugen bekamen einen steteren Blick, weny er sie ansah. Herr Wilhelm Croger war sehr haßlich und sehr krank. Johanna Gröger war auch sehr haßlich, aber sehr gefund. Der Vater sehnte sich nach dem Tode. Die Tochter sehnte sich nach dem Leben. Sie kannte das Leben ebenso wenig, wie der Vater den Tod kannte, aber beide waren überzeugt, daß jede Veränderung ihres bisherigen Daseins eine Befreiung sein mußte. Als Vater Gröger seine Tochter einmal in der Dämmerstunde am Fenster sitzen sah, mit im Schooße gefalteten Händen und tief herabgezogenen Winkeln des breiten Mundes da stellte er sich großspurig vor sie hin. Er wollte das sentimentale Hannel" auslachen. Aber es ging nicht. Das Lachen kam nicht. Sie saß gar so hilflos da, den großen Kopf auf die flache Brust gesenkt, die runden, wasserblauen Augen voller Thränen. Das war ihm doch zu dumm. Hannel. was flennst Du?" fchrie er sie an. Sie zuckte zusammen und sprang auf. Der Respekt vor dem Vater lag ihr noch don Kindesbeinen in den Gliedern. Na, was gibt's? Sprich!" Er gab sich Mühe, sanft zu reden, aber seine Stimme knarrte nur so, wie eine eingerostete Maschine. Nichts, Vater, ich backte nur nach." 4Inb dabei mußt Du heulen? Was fehlt Dir? Ist Dir Dein Kanarienvogel gestorben oder Dein Seidenpinsch, hast Du Nicht Kleider genug... na. was ist . . . rede . . ." Da er schon ungeduldig wurde und, wie immer bei jeder Erregung, asthmatisch zu keuchen anfing, rieb sie vor aufsteigender Angst die Handflächen an einander. Nichts. Vater, wirklich nichts. Ich war nur so allein..." Lad' Dir Gesellschaft ein . . Das hilft nicht. Wenn d.ie anderen dann fortgehen ... bin ich ja doch wieder allein. Das füllt mich nicht aus." Gröger klapperte mit den Augem Blödsinn!" Er wurde dabei erschreckend roth. Aber plötzlich schlug er sich mit der Hand vor die Stirn und lachte laut auf. Dieser unerwartete Heiterkeitsausbruch machte ihr förmlich angst. Sie wagte nicht zu fragen, und er gab sich nicht di: Mühe, ihr etwas zu erklären. Er verließ das Zimmer, und Johanna hörte noch lange sein lautes, rauhes Lachen. Sie blieb am Fenster steheri" und blickte auf den Hof hinaus. Drüben zog sich ein länglicher, schmaler Bau hin, mit breiten, hohen Fenstern. Es waren die Lager- und Kontorräume des Lederhändlers Gröger. Ein junger Mann trat aus dem Haus und knöpfte seinen Mantel zu. Als er Fräulein Gröger. des Prinzipals Tochter, erblickte, zog er höflich den Hut. Johanna giüßte überfreundlich, ungeschickt. Dann lief sie vom Fenster fort und kauerte sich in eine Eofaecke. Wenn Fritz Ende zetzt das Kontor verließ, dann hatte gewiß der Vater ihn rufen lassen. Warum? Wozu? Johanna hörte den leisen Klingelzug, das Auf- und Zuschließen der Flurthür und gedämpfte Schritte, die sich im Gang beim Arbeitszimmer des Vatcrs verloren . . . Und Abends saß Fritz Ende zwischen Herrn Gröger und seiner Tochter am großen, mit Eßwaaren überladenen Speisetisch. Herr Gröger nöthigte beständig. Jb nur. Fritz, iß nur. Bist dünn wie eine Bohnenstange. Mußt in die Breite gehen, wenn Du imponiren willst. Trink, mein Junge, trink... daß Du Kourage kriegst, nicht immer dasitzest wie ein zimperliches Frauenzimmer. Sollst ein Mann werden." Herr Gröger . . ." Mund halten. Jetzt reb' ich. Also. Fritz' was warst Du. als ich Dich in's Geschäft nahm? Nichts warst Du. Gar nichts. Und was bist Du, wenn ich Dich 'rausschmeiße? Nichts ... gar nichts.' Trink' nur. mein Junge, der Wein ist gut." Herr Gröger . . ." So heiß' ich. Aber Fritz Du bist ein anständiger Kerl ... ich beobachte Dich schon lange. Ein sehr anständiger.Kerl bist Du. Mit fünfundsiebzig Thalern monatlich erhältst Du Dich und Deine Mutter. Möcht' wissen, wie Du das machst? Dabei trägst Du reine Kragen Fritz, ich achte Dich. Ich will, daß es Dir gut geht. Du sollst mein Geschäft führen. Ich bin alt und krank mir ist's zu viel. Du sollst auch meine Tochter heirathen. Ich geb' sie Dir, weil ich weiß, daß sie es gut bei Dir haben wird, wenn sie auch lnne Schönheit i . . . Vater!"

Herr Gröger . . Na. Kinder, springt nicht auf, wie von der Tarantel gestochen. Gebt Euch einen Kuß, und die Geschichte ist fer tig." Fritz Ende war todtenblaß, Johanna gluthroth.. Sie zitterte ganzen Körper und streckte die Hände wie Hilfesuchend aus. 'Herr Gröger rollte fürchterlich die Augen. Na wird's bald? Ist Dir der Fritz etwa nicht schön genug auf was für einen Prinzen wartest Du noch? Oder will der junge Herr etwa meine Tochter nicht haben? Da sieh einer an! Glaubst Du ich lasse mir einen Korb von dem Musjö geben? Das wär' doch! . . . Paßt Dir meine Tochter nicht, paßt Du mir auch nicht. Kannst Dich trollen . . . eins, zwei, drei . . . finde zehn andere für Dich, zehn, hörst Du? , Kannst dann gleich gehen . . . hörst Du . . . gleich!" IDer junge Mann wurde noch bleicher, und seine zitternden Finger tasteten über den Tisch. Er sah das Mädchen nicht an, das verwirrt ihm gegenüber stand, aber ganz leise sagte er: Wenn Sie mich nehmen wollen, Fräulein Gröger . . . meine Mutter wird Sie segnen ... sie ist eine so arme alte Frau." Johanna reichte ihm wortlos die

Hand. So ... so. Das lasse ich mir gefallen!" . Herr Gröger zwang die jungenLeute, ein Glas Wein zu trinken zur Feier der Verlobung," und lachte sehr viel. Ich bitt' mirs aus' Fritz, daß Du sie glücklich machst mein Mädel. Sonst geht Tir's schlecht. Merk' Dir's!" Johanna küßte ihrem Vater die Hand. Dabei weinte sie. Sie war unbeschreiblich selig und unbeschreiblich traurig. Sie liebte Fritz Ende seit lange, aber niemals hätte sie gewagt, an eine Verbindung zu glauben. Sie, das reiche Fräulein Gröger und er, der arme Buchhalter! Am anderen Tage ging sie mit ihrem Bräutigam Arm in Arm spazieren. Sie sprachen von allen möglichen Dingen, nur nicht davon, daß sie heirathen würden. Auf dem Wege trafen sie Bekannte. Man gratulirte ihnen. Fritz war immer verlegen dabei. Du mußt jetzt bei Ebenfeld arbeiten lassen," sagte Johanna. Sie glaubte, er genirte sich seines bescheidenen Anzuges wegen. Ich habe nicht die Mittel dazu." antwortete er einfach. Aber jetzt doch" rief sie unbedacht. Dann wurde sie roth und fchwieg. Johanna verwendete sich bei ihrem Vater dafür, daß ihr Bräutigam eine andere Stellung mit größerem Gehalt erhielt. Du bist eine eitle Gans." sagte Herr Gröger; aber einige Tage darauf ernannte er feinen zukünftigen Schwiegersohn zum Prokuristen. Johanna bat ihren Bräutigam, sie mit seiner Muter bekannt zu machen, aber er wich immer aus. Sie sei leidend, die Aufregung möchte ihr schaden. Eines Tages erklärte er, sie fortgeschickt zu haben, auf's Land, damit sie sich endgiltig erhole. Johanna sah ihn ernst und traurig an. Du willst nicht, daß mich Deine Mutter sieht." Er suchte eine Ausrede, aber sie fiel ihm mit einer Bewegung in die Rede. Laß nur ..." In den ersten Tagen ihrer Verlobung hatte sie sich manchmal an ihn geschmiegt, aber sein Arm legte sich so lose um ihre Gestalt, und sein Kuß aus ihre Stirn war so frostig, daß sie scheu jede nähere Berührung vermied. Der Jubel der ersten Tage hatte einer bangen Schwermuth Platz gemacht. Sie konnte jcht auch stundenlang müßig am Fenster sitzen. Aber was früher Sehnfucht gewesen, war jetzt Kummer. Sie hatte sich nach jemand gesehnt, der sie befreite und jetzt fürchtete sie ihren Befreier, zweifelte oft, ob das wirklich ihr Befreier war. Und doch, wer konnte es anders sein? Manchmal schlich sie sich zum Vater hinüber, Als sie früher nie gethan hatte. Er sprach immer von Fritz förmlich mit Begeisterung. Das war ein Treffer. Und so tüchtig im Geschast, so verlaßlich. Kein Schwieger söhn konnte ihm lieber sein. Dabei' wurde er zärtlich, klopfte Johanna aus die Wange, fragte nach der Ausstattung und erkundigte sich nach den verflixten Schneiderinnen. Sie sollte nur nichts sparen, Johanna, nur nichts sparen. Sie sollte sich nur recht schön herausputzen. Diese jungen Leute .'. ." Und da lachte er geräuschvoll und rutschte gutgelaunt auf seinem Schreibsessel herum. Einmal, wie sie gerade wieder bei ihrem Vater saß. ging die Thür auf. und ein junges blondes Mädchen trat mit einigen Papieren herein. Siehst Du, Hannel. das ist meine Buchhalterin. An Fritzens Stelle. Tüchtiges Mädel. Na. was gibt's?" Herr Ende schickt mich mit zwei Briefen." Johanna sah das Mädchen scharf an. Ein feines, hübsches Gesichtchen, blaß, aber noch nicht ermüdet vom Le ben, eine schlanke, biegsame Gestalt, 'noch nicht gekrümmt von der Arbeit. Sie war tief schwarz gekleidet. Ruhig, furchtlos stand sie dem gestrengen Herrn gegenüber, ohne neugierig das lhr noch fremde Zimmer zu mustern. Ihr habt jetzt, eine Buchhalterin im

Kontor?" fragte Johanna Abends

ihren Bräutigam. Ja." antwortete er trocken. Ich wundere mich, daß ein anständigss Mädchen so unter all die Männer geht, daß sie sich traut" Sie ist eine Waise ohne Vermögen, aber aus sehr gutem Haus, das kannst Du mir glauben." Du bist ja merkwürdig gut orieniirt " Er blickte auf, überrascht, beinahe verletzt. Ich weiß noch mehr. Ich weiß, daß sie eine durch und durch anständige Person ist. Sie hat diese untergeordnete. Stellung angenommen, um nicht den Antrag eines reichen Mannes anzunehmen, den sie nicht liebt." Sie verkauft sich eben nicht . . . sie" Aber gleich darauf bereute Johanna diesen leidenschaftlichen Ausruf. Sie steht ganz allein," anwortete er ruhig, so ruhig, daß es beinahe unnatürlich klang. Sie hat für niemanden zu forgen als für sich. Sie darf hungern . . . sie!" Er ging aus dem Zimmer. Johanna blieb wie vernichtet sitzen, das Antlitz in den Händen vergraben . . . Und dann stand sie ihrem Vater gegenüber. leidenschaftlich, erregt bis zur Bewußtlosigkeit. Sie wolle ihn nicht heirathen, sie wolle ihn mqt sehen. Sie liebe ihn nicht . . . Sie wiederholte es zu oft, zu heiß, zu schmerzlich. Selbst der Vater durchschaute sie. Er schlug mit der Faust auf den Tisch, daß die Papiere herumflogen. Ueberspanntes Mädel. Du heiratest ihn, oder er fliegt. Dann kann er sehen, wo er unterkriecht. Seine Mutter ist in einer Nervenanstalt jetzt . . . das kostet Geld. Gönnst's ihm nicht? Nein? Oder ist er schlecht zu Dir . . . ja? Ist er schlecht . . . schlecht zu meinem Kind? Dann fliegt er . . . dann fliegt er!" Sie wankte aus dem Zimmer. Wenn der Vater sich etwas in den Kopf setzte da war nichts zu machen ... gar nichts. Und doch es war wie eine Erlösung für sie, daß er sie zu der Heirath zwang. Sie wollte ja gezwungen sein . . . ' Sie liebte ihn . . . Er war höflich und rücksichtsvoll zu ihr, und sie betete ihn an. Er war alles in ihrem armen, kargen Leben. Alle Schönheit kam von ihm, alle Wärme. Er war der Inhalt ihres Daseins, er war ihr das Dasein selbst. Sie dachte an die Ehe mit ihm, wie an ein ftändiges, beseligendes Dienen. Sie würde ihm Kinder schenken, schöne Kinder, die ihm ähnelten, und für diese Kinder würde er sie lieb haben, ihr den Zwang verzeihen, ihr seine Ruhe und das Glück seiner Muter danken. Und sie würde ganz demüthig, ganz hingebend sein wieder sah sie ihren Befreier in ihm, wenn er sie auch viel, viel später befreien würde, erst wenn er sie ganz erkannt haben würde . . . Diese Demuth und Hingebung gab ihrem Wesen etwas Weiches, Zartes und doch zugleich Sicheres, in sich Gefestigtes. Ihr Vater selbst empfand dies und wurde weicher, gütiger mit ihr, voll brummender Zärtlichkeit, wie ein Lustspielpapa. Mit jedem Tag kamen Vater und Tochter sich näher. Sie suchten sich, als fürchteten sie, einander bald zu verlieren, und immer inbrünstiger, immer heißer war der Kuß, den Johanna Abends auf ihres Vaters Hand drückte .... Mir ist nicht, aut, hol' mir den Fritz," sagte Herr Gröger eines Tages. Johanna warf ein Tuch um und lies Über den Hof in's Kontor. Die Säle waren schon leer, nur in den letzten zwei Zimmern brannte noch Licht. Ohne Berechnung, ganz zufällig na hcrte sich Johanna langsam dem er'leuchteten Vllreauzimmer. Die Buch halterin saß aus ihrem hohen Sitz, den Kopf in die .Hand gestützt, mit der anderen die Feder haltend. Fritz Ende stand vor ihr, die Brauen finster zusammengezogen Ich kann Sie nicht halten, Fräulein Weber, vielleicht . . . darf ich Sie auch nicht einmal halten. Ich muß Sie nur beneiden, daß Sie so frei sind, über sich verfügen zu können. Nur eines müssen Sie mir versprechen: machen Sie nie. nie Konzessionen. Da, wo Sie alles verlangen dürfen. Begnügen Sie sich nicht mit Halbem. Verkaufen Sie Ihre Zeit, Ihre Arbeit . . . aber sich selbst verkaufen Sie nie! Hören Sie nie! Wenn Sie . . . den nicht erringen können, den Sie lieben und der . . . der Sie wiederliebt, dann . . . dann haben Sie den Muth, .ganz zu verzichten. Nur der Mann, der Sie liebt und den Sie lieben, wird ein Befreier fein können für Sie, nur der ist ein Befreier jeder andere ist ein Sklave oder ein Tyrann ..." Fritz, der Vater wünscht Dich zu sprechen . . ." . Der junge Mann zuckte zusammen, als er die Stimme hörte und in das todtenblasse grobe Gesicht blickte, aus dem ein paar todestraurige Augen ihn ansahen. Ich komme ..." Er raffte die Papiere zusammen, und schritt, ohne sich umzusehen, aus dem Zimmer. Sie wollen uns verlassen?" fragte Johanna die Buchhalterin. Ja," antwortete sie leise. Ich bitte Sie . . . warten Sie . . . 'thun Sie's nicht .. ' Sie legte ihre große, grobknochige Hand auf den Arm des Mädchens, das voller Verwirrung die Augentsenkte..

In derselben Nacht machte ein Schlazünfall dem Leben des Herrn Gröger ein Ende. Vor feinem Tode hatte er noch einen kurzen lichten Augenblick, und er starb, krampfhaft JoHannas Hand haltend. Seine letzten Worte waren: Fritz weiß alles Ge-schäfte-" Johanna war wie niedergeschmettert. Sie warf sich über die Leiche und überließ sich einem verzweifelten Schmerzensausbruch. Der einzige Mensch auf der Welt, der sie liebte, war von ihr gegangen. Sie küßte sein kaltes Gesicht, seine starren Hände. Sie schickte Fritz aus dem Zimmer. Sie wollte allein sein, allein die Nacht am Todtenbett durchwachen. ' Sie fürchtete sich nicht; das , wachsbleiche Gesicht des Todten sah milder aus, als je das stark geröthete Antlitz des Lebenden. Seine Sehnsucht hatte sich erfüllt. Seine Sehnsucht nach dem Tode . . . Sein Befreier war gekommen. Sein Befreier . . . War er nicht auch der ihre? Ter Tod, der das Leben für den Vater geschlossen hatte er es für sie nicht geöffnet? Sie war . . . frei . . . frei . . .!! Frei über sich zu verfügen, frei sich zu geben frei aber auch sich zu ner) men. Es schwindelte ihr bei dem Gedanken. Als hätte man ihr kaiserliche Macht verliehen so war ihr plötzlich.' Sie erhob sich und verließ das Zimmer. Die Kerzen flackerten auf beim Gehen der Thür. Sie wendet sich nicht um. In einem Lehnstuhl im Arbeitszimmer des Vaters lag zurückgelehnt Fritz und schlief. Vor ihm lag ein angefangener Brief. Johanna warf einen Blick hinein. Sie las: Liebste Mutter! Soeben ist JoHannas Vater gestorben. Wenn Dein Gesundheitszustand es erlaubt, komm sogleich. Das arme , Mädchen bedarf eines Zuspruchs, " Johanna strich die Zeilen durch und setzte darunter ein festes, großes Nein." Und dieses Nein," dieser erste entschlossene Protest, war ihre erste Willensbethätigung. Und sie ging weiter, immer gleich festen Schrittes, wie gehoben von einer inneren Macht. Bis zur Beerdigung ihres Vaters blieb sie unsichtbar für alle auch für ihren Verlobten. Während des Begräbnisses stand sie still, mit hocherhobenem Haupte, ohne ein? Thräne zu vergießen, sehr blaß. Fritz sagte ihr einige warme Worte, sie nickte ernst, ohne ihm zu antworten. Am nächsten Tage kam der Hausdiener in's Kontor. Fräulein Gröger läßt den Herrn Prokuristen zu sich bitten." Befremdet, unruhig eilte Fritz Ende hinüber in's Wohnhaus. Man wies ihn in das Arbeitszimmer des Versiorbenen. Johanna saß auf demselben Platz, von dem aus Herr Gröger sein strenges Regiment geführt. Sie begrüßte ihn mit einer ernsten Neigung des Kopfes, bot ihm aber nicht Platz an, so daß er vor ihr stehen mußte, wie er früher in geschäftlichen Angelegenheiten vor seinem Schwieaervater gestanden hatte. Das Blut stieg ihm zu Kopf, und ein heftiges Wort wollte ihm von den Lippen, aber sie hob mit fester Stimme zu sprechen an: Ich verreise auf einige Zeit. Der Notar hat mich über meine Vermögensverhältnisse orientirt. Ich weiß durch ihn, daß ich wohlhabend bin, und weiß durch meinen Vater" ihre Stimme kippte nicht um dabei daß das Geschäft in den besten Händen ruht. Mein Vater glaubte durch eine eheliche Verbindung zwischen uns das Wohlergehen des Geschäftes zu . . . konsolidiren ... so sagt man doch, Nicht wahr? Ich glaube aber . . . daß es im Interesse des . . . Geschäftes besser ist. einen so vorzüglichen Prokuristen zu haben, als einen Gatten, dem die Ehe nicht alles Glück geben würde. auf das er ein Anrecht hätte," , Johanna ..." Er wollte über den Tisch hinweg ihr? Hand ergreifen, aber sie zog sie ruhig zurück. Nicht, Fritz . . . nicht oder besser Herr Ende. Zum Tyrannen taugen Sie nicht, zum Sklaven sind Sie mir zu gut. Bleiben Sie mein Geschäftsfreund dabei kommen wir beide wohl am besten fort. Darauf geben Sie mir Ihre Hand, ja?" Johanna ... ich verehre Sie von ganzem Herzen . . ." Fräulein Gröger. wenn ich bitten darf, Herr Prokurist. Ich bin jetzt Chef der Firma und verlange Gehorsam." Sie versuchte zu lächeln und fuhr dann fort: Ich sehnte mich nach' dem Leben und dachte es in Ihnen zu finden. Das war ein Irrthum. Jetzt das. Leben nicht sehen, das offen vor mir liegt wäre jedoch ein Verbrechen. Ich will mich ein wenig in der Welt umschauen. Für ein so häßliches Frauenzimmer, wie ich eines bin ist das nicht gefährlich. Auf Sie kann ich mich ja während meiner Abwesenheit verlassen." Wie auf sich ftlbst!" betheuerte dr. junge Mann und preßte in heftiger Be wezung feine Lippen auf Johannas Hand. Wie auf sich selbst," wieder holte er. Sie können auf mich bauer. bis zu meinem Tode." Johanna fuhr sich mit der Hand leicht über die Augen. Ter warme Ton ging ihr doch zu Herzen. Aber sie bezwang die weiche Regung, und kühl und glatt sac,te sie: Schön, Sie kön nen gehen."

So hatte sie es vom Vater geh'irk. . Der junge Mann verneigte sich tief und ehrerbietig. Halt, noch eins." hielt sie ihn zurück ich wünsche nicht, daß Sie vorläufig ohne mein Winen eingreisende Aenderungen im Personal vornehmen. Da ist die Buchhalterin z. B. Fräulein Weber . . . mein Vater lobte sie sehr . . . suchen Sie uns die junge Dame zu erhalten . . ." Fritz Ende stand da wie erstarrt. Dann aber wie in spontaner Bewewegung stürzte er zurück zum Schreibtisch. Johanna ... Sie sind ein . . ." , Sie lächelte mit zuckendem Munde. Ein humaner Ch?f bin ich . . . weiter nichts . . . aber Sie . . . seien Sie kein pflichtvergenener Angestellter . . . sondern gehen Sie an die Arbeit! . . ." Er ging . . . Sie aber lehnte den Kopf zurück und schloß die Augen, um die Thränen zurückzuhalten. Sie war doch schwer gewesen, die Befreiung! Militärisch geehrte Frau. In Paris wurde letzthin Frau Jarrethout. die Marketenderin der Franktireurs bei der Vertheidigung von Chateaudun im deutsch-französi-schen Krieg war. zu Grabe getragen. Sie hatte daZ 5creuz der Ehrenlegion für Tapferkeit vor dem Feind erhalten und wurde darum unter Erweisung von militärischen Ehren -begraben.

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