Indiana Tribüne, Volume 29, Number 36, Indianapolis, Marion County, 5 October 1905 — Page 5

Jndiana Tribüne, 3. Oktober 1903

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Ankunft d e r Dele g a ten. Beinahe alle Züge brachten gestern Delegaten zur National Konvention.' Vom fernen Osten und vom Westen trafen die Delegaten ein. Die Mitglieder des aktiven GmVfangS'ComiteS thaten ihre volle Schul digkeit. Sie waren pünktlich zur Stelle, führten die geehrten Gäste in da? Denifo': Hotel, wo. der Reisestaub abgewaschen wurde und schon um 12 Uhr konnten gegen 25 Delegaten der Mittagstafel im Deutschen Hause bei wohnen. Alle sprachen sich lobend über die vortreffliche Empfang -Vorberei tungen aus und bewunderten den stol

zen Bau, unser Deutsches Haus". Später begaben sich die Delegaten wieder in das Denison Hotel zurück, wo inzwischen weitere KonventionZgüste eingetroffen waren. Gegen drei Uhr Nachmittags unternahmen die Gäste mit ihren Damen unter Führung des Herr H. O. Thudium. einen Tuöflug und kehrten dann, nachdem sie den Herr lichen Nachmittag im Freien genoffen hatten in'S Deutsche HauS zum Abend brot zurück. Die gestern eingetroffenen KonventionSgäfte sind: Dr. C. I. Hexamer, Philadelphia. Adolph Timm, Philadelphia. Herman AbramS, Milwaukee, WiS. Max Griebich, Milwaukee, WiS. C. W. Brutt, Wheeling, W. Va. ' Karl Schultz, Baltimore, Md. A. Meyer, Mt. Carmen. Max Guter, Newark, N. I. A. Lankering, Hoboken, N. I. Hy. Lueddecker, Jersey City Heightö, N.J. 6. C. Lienau, Newark, N. I. Gustav Bender, Washington, D. C. Kurt Voelckner, Washington, D. C. Arno Leonhardt und Frau, Phila delphia. HanS Weniger, Philadelphia. ChaS. Neumeyer, LouiZville, Ky. Rudolf Cronau, New York City, N. Y. John SparkS, Baltimore, Md.. Frau Elizabeth Denhardt, Salti more, Md. H. MarkwitzS und Frau, Fort Wayne. Ind. LouiS CurdiS und Frau, Fort Wayne, Ind. ChaS. G. Schmidt, Clncinnati, O. Guft. Donald, Davenport, Ja. Frau Dr. George Richter (Cdna Fern), St. Louis. Leo OsthauS und Frau, St. Louis. O. Horn und Frau, St. Louis. Heute in aller Frühe trafen Herr Dr. Karl Bark und Frau sowie die Dele gaten von PittSburg ein. Einige . Worte über den geschätzten Präsidenten deS Deutsch'Amerikanischen National'VerbandeS, dessen wohlge troffeneS Bild wir veröffentlichen, dürs teu unseren Lesern willkommen fein. Die Familie, welcher Herr Charles John Hexamer entsproß, führt ihren Stammbaum bis ins 9. Jahrhundert zurück. Sein Vater war ein Deutscher, 1848, der im Jahre 1849 als Flücht ling nach Amerika kam. Der Vater und Onkel beteiligten sich nach ihrer Ankunft in Amerika an dem Kriege für persönliche Freiheit und Abschaffung der Sclaverei. Em Onkel. Namens William Hexamer war Kommandant der HexamerVatterie" von New Jersey. ChaS. I. Hexamer wurde am 9. Mai 1862 in Philadelphia geboren. Er wurde in einer Privatschule erzogen. trat dann in die Eaftburn Akademie und schließlich in die Pennsylvania . i 9 m unlverntat, öle er beide ab oivme. um dann als Civil Ingenieur auSzu treten. Später bereiste er die Welt und besuchte unter anderem auch da Innere von Syrien. Er studirte sein ganzes Leben lang, erwarb sich die Grade A. 1. K., Ph. D. und L.. L. D., und spricht etwa 1012 Sprachen. Herr Hexamer ist prominentes Mitglied, verschiedener wissenschaftlicher und UnterstützungZ Vereine und ist wie alle, die'ihn persönlich kennen ein liebenswürdiger Gesellschafter und ist unermüdlich im Interesse der Bestrebungen deS Deutfchen Nationalbundes thätig und hat die Förderungen desselben zu feiner LebenSaufgabe gemacht. Ihm thatkräftig zur Seite in unver drossener Pflichterfüllung steht Herr Rudolph Timm, dessen Porträt wir ebenfalls abgebildet haben. Herr Timm hat als fähiger Journalist einen weit über die Grenzen seiner Heimathsstadt Philadelphia reichenden Ruf erworben. Er sowohl wie Präsident Hexamer ge

nießen das volle Vertrauen der wei testen Kreise., . Herr Weniger der Schatzmeister des Bundes ist eln hervorragender ,,e fchäftZmann von Philadelphia und der geschätzte Präsident deS Teutschen ClubS dieser Stadt. Die vollständige und ossizielle Liste der Delegaten ist wie folgt: Delegaten-Lifte. Alabama Militär und Krieger Verein, Cullman, Ala.; Dr. Karl Bark.

Californien DeutschAmerikanischer Verband von Calisornien, August F. Trappe und Gustav Bender. Colorado Oft Denver Turnverein, Wm. Stecher. Connecticut Lessing Loge No. 5, O. d. H. S., Seymour, Harry O. Thudium. Distrikt Columbia Deutscher Jen tral.Verein im Distrikt Columbia, Washington, Kurt Voelckner und Wm. FeldhauS. Deutsche Historische Gesell schaft für den Distrikt Columbia, Gu stav Bender. Georgia FreundschastZ-Bund, At lanta, Ga. Jdaho Deutsch Amerikanischer Zentral.Bund von Jdaho, C. C. Eisse. Illinois OrganisationS-Versamm lung Deutscher Vereinigungen und Bürger von Chicago, John Knoelling. Jndiana Verband deutscher Ver eine von Jndiana, Joseph Keller, Hermann Mackwitz, Robert Nix und Jacob Loeper. Iowa Davenport Turngemeinde, Gustav Donald. Kentucky LouiSville Turngemeinde, Carl Neumeyer. Louisiana Turnverein von' New Orleans Wm. RieSS. Maryland Unabhängiger Bürger verein von Maryland, John TjarkS und Karl A. M. Scholtz. Massachusetts Deutscher Zen tral'Verband von Boston und Um gegend, Carl Eberhard und Philip Rappaport. Michigan Germania, Saginaw, Mich., A. Meier. Minnesota Deutsch Amerikanischer Zentralbund von Minnesota. 'Missouri Ztieig Verband sür Missouri und da? südliche Illinois. Fernande Richter, August H. Hoff mann. Nedra-ka Deutsch Amerik. Unt. Verein, Omaha, LouiS F. CurdeS und Rudols Cronau. Omaha Plattdütscher Vereen, Gustav Donald. New Jersey Staats Verband von New Jersey, AlphonS HeinS und E. C. Stahl. Zeutral'Verein von Newark, C. C. Lienau und Noah Guter. Zen tral-Verein von Hoboken, Mayor Adolph Lankering von Hoboken und H. F. Lüdecke von Jersey City. Zentral Verein von Elizabeth, C. C. Lienau. New York Vereinigte Deutsche Ge sellschasten der Stadt New York, Dr. A. I. W. Kern und Rudolph Cronau. Ohio Staats Verband von Ohio, Richter A. H. Bode und Leopold Ein stein. Deutsch'Amerikanischer Lehre: Bund, H. H. H. Fick. Oregon Verein Eintracht, Port land, H. A. Rattermann. Pennsylvanien Deutsch'Amerikani scher CentralBund von Pennsylvanien, Dr. C. I. Hexamer,. HanS Weniger. Adolph Timm. Zweig Philadelphia, Arno Leonhardt, ChaS. Breitbarth und Prof. M. D. Learned. Westlicher Zweig, PittSburg Allegheny, Henry Arnold, H. C. Bloedel und John Jenny. Turnverein von Allegheny, Prof. H. M. Ferren. Zweig Reading, I. Weiler. Washington Deutscher Krieger Verein von Tacoma, A. Schilling. Weft.Virginia Deutsch'Amerikani scher Central.Bund von Weft-Virgi nien, Wheeling, C. W. Bente und Ja cob Korn. Wisconsin Deutsche Vereinigungen von Milwaukee, Emil Court. Deutsch Amerikanischer Seminar-Verein, Max Griebsch und B. A. AbramS. 21 e r g e u r i g e A o e n o lm - . ? rw & .Deutschen Hause. Nach dem Abendessen fanden sich die Delegaten und deren Damen sowie auch die Konventionsbummler zu -unge zwungener Unterhaltung im Säulen räum des Deutschen HauseS zusammen. Die Veranstaltung erfüllte völlig ihren Zweck, nämlich den, Die Herren, die einander noch nicht kannten, -mit ein ander bekannt zu machen. Herr Joseph Keller, der'Präsident unseres StaatSverdandeS, begrüßte in

Vertretung des Präsidenten des Lokal

Verbandes, Herrn Francke (der mit einer Hochzeltseier, nämlich der seiner Nichte, Fräulein Ludorff, beschäftigt war) die Anwesenden mit herzlichen Worten, die auten Beifall fanden. Dann fanden sich die Herren und Damen in Gruppen zusammen. Vor stellungen fanden in informeller Weise statt und beim schäumenden Glase wur den die neuen Bekanntschaften gemacht und alte erneuert.. Mayor Lankering von Hoboken rief das Neidgefühl der ihm Zuhörenden aus anderen, temperenzgeplagten Etüd en wach, indem er erzählte, welch' gute Erfolge feine freisinnige Administra tion in Hoboken erzielt habe. Selbst die fanatischen Methodiftenprediger wären schon auf dem Wege Zugeständ nisse zu machen. Präsident Dr. Hexamer war natür lieh stets von seinen vielen alten und neuen Freunden in Anspruch genom. men, und er hielt, trotzdem er ermüdet schien, tapser aus. Frau Dr. Richter aber schien darüber nachzusinnen, welche Fülle köstlichen Materials ihre Busenfreundin, die ge schätzte Schriftstellerin und geistreiche Plauderin Edna Fern, während der KonbentionStage in Indianapolis schöpfen könntet Qui vivra verra. Herr Adolf Timm, der BundeSfekre tür, war nur manchmal und dann auf nur kurze Minuten zu sehen, die ihn nicht kannten, glaubten, ler gebrauche die Luftkur, aber Eingeweihte wußten besser der Unermüdliche arbeitete schon in dem ihm im Deutschen Hause eingeräumten Sanktum hinter vn schlossenen Thüren. Frau Joseph Keller und Frau Harry O. Thudium schmiedeten in Gemein schaft mit Frau Mackwitz aus Fort Wayne Pläne für den Ausflug nach Shelbhville schade, daß man nicht mit kann. Dr. Scholtz aus Baltimore fertigte eine ellenlange Liste ver ihm befreunde ten deutschen Vereine in Baltimore aus, die alle auf vier Tage den Tele graph erhalten sollten. Die New Jersey'er Herren aber zier ten die Knopflöcher der Anwesenden mit den mitgebrachten Eichenzweigen. Schmidt von Cincinnati aber träumte still vor sich hin über das große Sän gerfest von 1907, welches ihn wieder nach Indianapolis bringen würde, bis das allgemeine Gute Nacht sagen ihn erweckte. Zur Lage in Teutschland und den Folgen der Colonialpolitik schreibt die Franlsurter Zeitung": Einem'Winter deS Mißvergnügen? steuern wir entge gen, wie er trotz vieler bitterer Erfah rungen noch nicht dagewesen ist. Zu der Fkeischnoth gesellen sich Steuern, zu den Steuern neue Zölle, ... w - n. . w vx oen neuen .louen lancaie anoeis vertrüge. Und dazu gleichen die Reich? finanzen dem Faß der Danaiden; je mehr der frondende Steuerzahler hin einschöpft, desto leerer wird eö. Mili tür und Marine auf der einen Seite dieColonien auf der anderen erheben immer wachsende Ansprüche und dem armen Consumenten wird mit einer RüsichtSlosigkeit begegnet, die sich nur eine Nation mit Engelsgeduld auf die Dauer gefallen lassen könnte. . ES paßt zu dem Gesammtbild, daß unsere Colonialpolitik sich immer un glückseliger entwickelt 'und eine asrika nische UnglückSbotschaft die andere ab löst. Bald wird . eS kein Sc'zutzgebie mehr geben, in dem nicht der Teufel los ist und die Heimathbehörde kann gar nicht schnell genug die nöthigsten Truppennachschübe ausbringen, wobe dann natürlich aus das Bewilligung? recht deS Reichstages nicht ängstlich Rücksicht genommen wird. Ist man sich doch in den entscheidenden Aemter! selbst niazt recht klar darüber, ob diese' Recht der VolkSvertrtung noch gewahr worden oder abermals schwer beriefe worden ist. Wie dann aber bei dieser Politik des Drunter und Drüber in Afrlka mtt den Millionen umge sprungen wird, wie da unvermeid bare und vielleicht auch undermeidlicki Verschwendung getrieben wird, davon erfährt man ab und ni unerireulickie Einzelheiten, die .scharf zu beleuchten Ausgabe des Reichstages sein wird Nach dreißig Jahren colonialvolitiscke B:strebungen und nach zwanzig Jahren amtlicher Colonialförderung stehen wir deute vor emem Resultat, daß in jeder Bttiehuna trostlos aenännt werden miifc und das denen Recht gibt, die da vor der Betretung dieser bedenklichen Bah nen warnten. In finanzieller wie mili tärischer Hinsicht gestalten sich die Kolo nien zur Achillesferse deS Reiches und man sieht nicht zum wenigsten im Hinblick auf Kiautfchäu der Mög lichkeit einer Massenbewegung der Fa blgen gegen die Weißen mit ernster Sorge e,tgegen.

ycsrtjicrjfc üc5 ctutos.

Dir Entwicklung des Automobilbauö vom Alterthum bis zur Neuzeit. 2c: erste Eelbstsatzrer-Nutomobil mit 2c eelbctrieb Cimon LtevinS Vrfipdung. Seltsaure F-akzrzeuge 2er Papinsche Tampswagen. In dem ??achblatt .Motorwaaen" veröffentlicht der deutsche Inaenieur Conrad einen interessanten Artikel über die beschichte des Automobils. Er beginnt mit der Behauptung, daß der Automobilbau nicht, wie von verschiedenen Seiten geltend gemacht wird, den jüngsten Zweig der Technik bilde, fondern in Wirklichkeit schon sehr alt ser und führi dann weiter aus: Die älte sten Nachrichten rühren von Heliodor her, welcher berichtet, datz ein Wagen :m athenischen Tempeldienste vorhan? den war, der von zwei Menschen, die im Innern des Fahrzeuges saßen, be wögt wurde. Von Heliodor bis zum 145abrkundert hörte man nichts von einem Selbstfahrer. bis rn dem 14. und 13. JahrHundert die Chinesen emen einfachen vierrädrigen Waaen erfanden, der in seiner Mitte ein Segel hatte, in das sich der Wind setzte, der dann den Wagen ohne Menschen- und Thierkraft fortbewegte. Einige Zeit spater, um das Jahr 1600, wurde in Holland von dem berühmten Mathematiker. Snnon Stevin ein Segelwagen in Betrieb gesetzt, der bei gutem Winde eine' Geschwindigkeit von etwa 21 Meilen die Stunde erreichte. Im Jahre 1649 wurde ein von dem NürnöeraerUhrmacherJohannHautzsch erbauter Selbstfahrer fertig. Derselbe soll 200 Schritt in der Stunde zurückgelegt haben. Diese Geschwindigkeit entspricht dem Gang eines alten Mannes. Der Antrieb dieies seltsamen Wagens erfolgte durch zwei in seinem Innern verborgene Leute, die mit Hilfe von Kurb?in und eines hölzernen Schaltwerkes den Wagen bewegten. Hautzsch hatte auch an seinem Wagen die erste Huppe, so daß er euch Erfinder der . ersten Warnungssignale ist. Einige Jahre später kam Hautz's Kollege, der labme Uhrmacher Stephan Schafler mit einem Dreirad, das er mit Kurbeln, die er drehte, in'. Bewequng setzte und so fortbewegte, wie es bei den Jnvalidendreirrädern geschieht. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts kam der Fußbetrieb auf, bei dem der Fahrer, der den Wagen steuerte, auch die Pedale treten mußte, die mittelst Hebel Übertragung die Treibräder bewegten. Bei dem Bau von Dampfwagen warcn die Chinesen wieder die ersten; denn im Jahre 1665 hatten sie schon einen Damvfturbinenwaqen: 30 Jahre später konstruirte Denis Papin' einen Wagen, der eine Dampfmaschine hatte. die Mit Cylinder und Kolben ausge rüstet war. - In den folgenden Jahren wurde der Dampfwagen von den verfchiedenen Seiten in den verschiedensten Variationen.,1 umgebaut. Im Jahre 1801 wurde die. von Trevithik erfundene Dampfkutsche fertig. ' Vom Jahre. 1802 ab entwickelte sich der Dampfwagen sehr schwer weiter. In Frankreich waren die ersten Er bcruer von Dampfwagen die Mechaniker de Dion und Bouton. welche ihren er sten Wagen 1883 fertigstellten. Von diesem Jahre bis zu 1900 bauten Dion und Bouton die verschiedensten Tampf wagen, welche man heute noch als musterqiltlq betrachtet. Als Erfinder des Zwei- und Viertakt - Motors kommen hauptsächlich Deutsche in Betracht. Als erster war dies , im Jahre 1873-1878 der bekannte Gasmotoren-Otto." der mit Leuchtaas seine Maschine speiste. Daimler baute in denselben Jahren den Ottoschen Motor so um. dan er mit Benzin-Gas und bei sehr hoher Tourenzabl dennoch betriebssicher arbeitete. Auf Daimler .folgte 1885 wieder ein Deutscher. Karl Benz. . Er erfand den Viertaktmotor und rüstete denselben gleich mit elektrischer Zündung aus. Bezüglich des Unterschiedes der Geschwindigkeiten in den letzten 10 Iahren genügen zur Erläuterung folgende Thatsachen. Im ersten Automobilrennen (1895) auf der Strecke Paris-Vor-deaux war die Gesammtlänge 737.8 Meilen. Diese Strecke wurde in 48Z Stunden zurückaclegf mit einer Durch-schnitts-Ceschwindigkeit von etwa 14.8 Meilen die Stunde. Vier Jahre spater. bei dem Nennen Paris-Berlin. wurde die Geschwindigkeit aus 43.4 Meilen die Stunde und beim Gordon-Bennett-Rcnncn auf fast 74.4 Meilen per Stunde hinaufgeschraubt.' Ein Engelmacher." Einer schrecklichen Unthat hat sich neulich m Montreal. Kanada, ein offensichtlich Wahnsinniger Namens I. Albert Marim schuldig gemacht. Nachdem Albert in seinem Heim längere Zeit mit seinen drei Kindern aespielt hatte, nahm er sein jüngsies. fünf Jahre altes Töchterchen nack emem an tonenoen xim mer und erwürgte es dort. Als die entsetzliche That entdeckt wurde, zeigte sich Martin vollkommen ruhig und gefaßt, und sagte nur: Ich habe noch einen Enael für den Himmel gemacht Er wurde behufs Untersuchung seines Geisteszustandes einem Jrrenasyl über wiesen. ... . D i e S t a d t O s a k a in Ja pan hat ein städtisches Elektxizitäts Werk, das in Schenectady. N. A.. gebaut worden ist.

Die Instl Sachalin.

Ausdehnung, Vcvohner, Produkte und Oer kehrsisegc-Japans Anthett. Die südliche Hälfte der Insel Sachalin, die nach einer Bestimmung des russisch - japanischen Fricdensvertrags an Japan fällt, hat 14.595 englische Quadratmeilen Flächengehalt und entspricht in ihrer Ausdehnung derjenigen Bayerns, Badens und Rheinhessens zusammengenommen. Auf dem Gebiete leben aber nicht mehr als 2000 bis 2300 Einwohner, fast ausschließlich Ainos. während die russische Hälfte zumeist von Glliaken und Orotschonen besetzt ist. Die Nordspitze liegt in der Breite von Kiel, die Südspitze auf dem Parallel von Trieft; daraus folgen natürlich große Verschiedenheiten tm Klima und in der Pflanzenwelt zwischen Nord und Sud, doch ist ersteres, wenigstens un Norden, viel rauher als in den entsprechenden europäischen Breiten, während im Süden die wame Japanströmung ihren mildernden Einfluß ausübt. Die Pappeln, Birken, Eschen und Lärchen der Urwälder des Nordens treten füdlich vom 50. Britengrad, der künftigen russtsch-japanischen Grenze,' immer mehr hinter den Fichten und Tannen und der Laubbaumflora (z. V. Korkeichen) der Subtropen zurück, ja es kommen auf den Wiesen bereits an di: Tropen gemahnende Gräser vor, so auch Bambus. Mit dem Ackerbau steht es aber im Süden, wie im Norden schlimm: die europäischen Getrcidearten ' r ff. C 4. A. .ff .f reisen jcnroer, uno me nariosiei gioi nur dürftigen Ertrag. Die Russen haben Pferde, Rinder und Kleinvieh eingeführt, und es scheint namentlich das Rmd nicht schlecht zu gedeihen. Die- große einheimische Säugethierfauna umfaßt außer dem großen braunen Bären, den die Eingeborenen häufig fangen und für ihre Opferfesie verwenden. Wölfe. Füchse. Luchse. Moschusochsen. Rennthiere. Marder und Zobel. Es wird ferner der große, langbehaarte Tiger Ostastens angetroffen: er wandert im Winter über das Eis vom Fesilande her ein, scheint aber wenig gefürchtet zu werden. Von den Vögeln geHort der 8. Theil den Sub tropen an. An Mineralschätzen ist, außer Petroleum im nuttleren (russischen) Theil des Ostens, die Steinkohle zu nennen, die besser als die japanische ist. Die Kohlengruben von Dui und an der Jo nauierebai, wo es Lager von mehreren Quadratmeilen Umfang und bis zu 5 Yards Mächtigkeit gibt, werden Ruß land verbleiben. An Verkehrswegen mangelt es noch fast ganz, in dem Grade, daß man, um von der Westzur Ostküste zu gelangen, am besten über die japanischen Häfen reist, nicht quer durch die Insel. Jsolirt in dieser Beziehung ist auch das künftig japanische 5iorsakowZk am Südende. Die Flüsse sind hier und da mit Kähnen zu benutzen, soweit dieBarrieren aus ge fallenen Bäumen nicht die Fahrt unter brechen und zu Umgehungen zwingen. Es ist ferner mit dem .gebirgigen Eharkkter Sachalins zu rechnen. Reich sind das Meer und die Flüsse an Fischen, besonders an Lachsarten. Dieser Reichthum ist von den Japanern schon von Aliers her ausgebeutet wor den. In großen Mengen werden die Lachse 'gefangen, nach mpamscher Art konservirt eine Schicht Fische, eine Schicht Salz. , dann zu Ballen gepreßt und-nach Japan als beliebtes VolksNahrungsmittel verkauft. Auch wird Heringsfang betrieben, doch nur zur Herstellung von Dünger. Der Wal, der geleaentlich an die Küste kommt. wird von Booten eingekreist, in ein aroßes Netz aejaqt und da harpunirt. Die Zahl der Robben, die ehemals in qewaltigen Scharen an s Land gingen. ist, wie überall in den benachbarten Meeren, infolge des schonungslosen chlagens arg zusammengeschmolzen. Ein ,ZöllnerstreiÄ." Ein Zollkuriosum haben jüngst österreichische Finanzer" an der sächsischen Grenze verbrochen. Zur Beerdigung des verstorbenen Abgeordneten Bareuther wollten sich einige Herren aus Plauen, Sachsen, zu Wagen nach Asch, Oesterreich, begeben. An der Grenze wurden sie der üblichen Zollre Vision unterzogen. Mit ruhigem Gewissen antworteten sie auf die Frage des revidirenden Beamten nach Steuerbarem mit Nein." Dieser aber deutete auf die beiden großen Kranze, die die Herren mit sich führten, und erklärte, die müßten versteuert werden. Diese Kränze hatten nämlich je eine Schleife mit gedruckter oder gestickter Widmung. Die Schleifen aber bestanden aus Stoff, waren also Webwaaren und mußten deshalb verzollt werden. Die Herren hatten sich dessen nicht versehen, sträubten sich aber nicht lange, da die eine Schleife nur 14, die andere 15 Gramm wog, und fragten nach der Gebühr für die beiden Schleifen. Da kamen sie aber schön an. Für die beiden Schleifen? Die Schleifen fammt den Kränzen mußten verzollt werden, denn es handle sich um die Position des Tarifes: nicht besonders benannte Waaren in. Verbindung mit anderen Webwaa ttn " Svrack's. woa die Kränze sammt den Schleifen .und erleichterle die Herren um die. Zollgebühr von fünf Mark. . . . Die erste eiserneBrücke in Amerika ließ im Jahre 1840 Earl Trumbull .bei Frankfort. N. Y.. über den Erie-anal lcylagen.

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