Indiana Tribüne, Volume 29, Number 35, Indianapolis, Marion County, 3 October 1905 — Page 7

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ede Stadt hat irgend etwas,

worauf sie besonders stolz ist. und in jeder Stadt findet sich

etwas Geheimnißvolles, von dem alle Leute sprechen und das die Wenigsten kennen. Jenes ist oft nur ein kleines Wahrzeichen, gering an Werth, vielleicht nur durch eine Sage bedeutungsvoll geworden; und das Andere irgend eine dunkle, Geschichte oder ein spukhaftes Haus, das ein phantasievoller Mensch in's Gerede brachte. j In W. ift beides in einem Tir.g vereinigt. Das Geheimnisvolle bildet zugleich den Stolz der Stadt, d. h. in dem Sinne, daß Jedermann davon wie von einer besonderen Merkwürdigkeit spricht. Der Wahrheit gemäß muß aber gesagt werden, daß sehr Viele recht abfällig über diese MerkWürdigkeit urtheilen und es am liebsten sehen würden, wenn die Polizei derselben , ein Ende machen wollte. Diese vielbesprochene Besonderheit ist der Klub der Dreizehn. W. hatte eins andere Dinge stolz sein können, auf seine glanzvolle geschichtliche Vergangenheit als ehemalige Reichsstadt, auf seine herrliche Lage in einer gesegneten Landschaft mit mächtigen Wäldern, köstlichen Gärten und fruchtbaren Saatfeldern, auf den Reichthum seines Bodens, den man nach schwarzen Diamanten" durchwühlte, und auf den Reichthum seine: Bewohner. Es hätte stolz sein können auf die prächtigen Villen, welche außerhalb des Weichbildes der alten Stadt entstanden waren; auf die gewaltigen Gewerkschaftsanlagen, welche nach der anderen Seite hin, längs des Fluffes lagen; es hätte sich auch rühmen können seiner Lebenslust, welche die Stadt zu gewissen Zeiten zum Sammelplatz der Landherren aus der Umgebung machte, auch dieser und jener großstädtischen Einrichtung. Doch all' dies wax für einen Bewohner von W. etwas Gewöhnliches, er sah es tagtäglich mit eigenen Augen unddarum hatte es keinen Reiz. Der Klub der Dreizehn aber ja, das war etwas Anderes. Das war das Geheimnißvolle, von dem man nichts Genaues wußte und daher sich ungeheuerliche Vorstellungen machen konnte. In W. zu leben' stand Jedem frei; hier reich zu werden, dazu bedurfte man nur Thatkraft und ein wenig Glück, doch in den Klub der Dreizehn aufgenommen zu werden, war fast etwas Unerreichbares. Mit dem Geheimniß war es eigentlich nicht so schlimm bestellt, die Klubräume waren zu gewissen Zeiten auch für Richtmitglieder geöffnet, es wurden in denselben kleine Feste veranstaltet, an welchen die beste Gesellschaft theilnahm. Man kannte den Vorstand des Klubs, nur wußte man nicht genau. wie viele und welche andere Persönlichkeiten noch wirkliche" Mitglieder seien. Es gab Manche, die von dem Ansehen des Klubs der Dreizehn für sich Nutzen ziehen wollten und mit halben Andeutungen und geheimniß-, vollen Anspielungen den Glauben an ihre Mitgliedschaft zu erwecken bemüht waren. Es war selbstverständlich, .daß dem Klub nur Herren aus der guten Gesellschaft angehören konnten, die auch reich waren; und ebenso selbstverständlich, daß die abenteuerlichsten Geschichten von dem Treiben im Klub erzählt wurden. Je toller diese Geschichten waren, desto eher fanden sie Glauben. Am 15. Januar 187 . war geheime Sitzung" im Klub der Dreizehn. Der Präsident' verkündete den Gegenstand der Tagesordnung. Es handelt sich um die Aufnahme eines neuen Mitgliedes, welches wir, ich und meine beiden Herren Kollegen vom Vorstand. Ihnen vorschlagen." Eine Stimme unterbrach den Präsidenten: Das wievielte Mitglied?" Der Vorgeschlagene wäre der Fünfunddreißigste, erhält also die Rangnummer IX. c." Es gab nämlich im Klub der Dreizehn allerdings , nur dreizehn Nummern. jede Nummer aber konnte mehrere Inhaber zählen, die zusammen jedoch nur eine Stimme hatten. Der Präsident fuhr fort: Der 'Herr, welchen wir Ihnen zur Au? nähme empfehlen, ist der Premierlcunant v. Liebenstein. Ich setze voraus, daß der Lorgeschlagene den Herren bekannt ist und schreite zur Ballotage." Nicht nöthig. Akklamation!" rief man. Es ist Wahl durch Akklamation vorgeschlagen; wird Widerspruch dagegen e.rhoben?" Niin! nein! Angenommen!" Ich erkläre somit Herrn Premier'leutnant v. Liebenstein als Mitglied bt Klubs der Dreizehn und werde irnir gestatten, den Herrn zu unserer nächsten Zusammenkunft einzuladen.'' Damit war die Tagesordnung der geheimen Sitzung erschöpft. Alleridings verließen die Herren den Klub erst mehrere Stunden später, da ja .noch ein Mahl, ein kleines Spielchen

und einige andere Amüsements aus dem Programme der zweiten, nicht geHeimen. Abtheilung standen. Premierleutnant v. Liebenstein, wa? aus der Kaftrne heimgekommen, etwas müde und durchkältet, und wollte daher bis zum Speisen ein wenig aus ruhen. Er hatte eZ sich eben kaum etwas bequem gemacht, als es klopfte, und ehe er noch ein unwirsches: Herein!" gebrummt hatte, war schon die Thüre geöffnet worden. Ay, err Fenelon! Was verschafft m' das Vergnügen. Sie bei mir zu sehen?" Bleiben Sie nur liegen, Herr v. Liebenstcin," erwiderte der Besucher, da der Premierleutnant aufsprana. gestatten Sie nur. daß ich den Pelz ablege so! Und eine Eigarette darf ich wohl auch nehmen?" ' Herr Fenelon hatte d:n Pelz aus einen Stuhl geworfen, einen andern für sich herangerückt und aus einer Kassette auf dem Tische eine Eigarette genommen, die er sich ansteckte. Ich sah." begann er. beim Vorüberfahren Ihren Burschen unten und erkundigte mich nach Ihnen. Da er sagte, Sie seien eben nach Hause gekommen, so ging ich de:m gleich mit herauf. Ich wollte Ihnen nur mittheilen, daß' Sie gestern in den Klub der Dreizehn aufgenommen wurden." In den Klub der Dreizehn?" Der Premierleutnant fuhr aus seine? behaglichen Lage auf. Nach Allem, was ich über den Klub gehört habe, ist das ja eine besondere große Ehre!'' Herr Fenelon lächelte. Nun ja; wir sind etwas zurückhaltend in den Aufnahmen. Ich habe mir erlaubt. Sie vorzuschlagen, und man hat' Sie mit Akklamation zum Mitglied erwählt. Ein Beweis, welcher Sympathien Sie bereits genießen!" Sehr schmeichelhaft in der That! Daß Sie aber mich gar nicht darauf vorbereiteten " Klubsatzung, mein lieber Herr v. Liebenstein! Wir theilen immer eft die vollendete Thatsache mit. Geschieht aus Vorsicht; es könnte doch einmal Einer, der vorgeschlagen wird, in der Ballotage durchfallen, und der wäre natürlich sehr gekränkt, wenn er dies erführe. Das wollen wir vermeiden." Wenn nun aber ein Aufgenommener ablehnen würde?" Kommt nicht vor! Die Mitgliedschaft des Klubs lehnt Keiner ab! Natürlich wählen wir auch nur Persönlichkeiten, die für uns geeignet sind." Welchem Umstände verdanke ich diese Auszeichnung?" Eigentlich verdanken Sie es Ihrem Obersten!" Nicht möglich! Meinem Obersten? Ist der auch Mitglied?" Herr Fenelon mußte wieder laut auflachen. Gott bewahre! Aber er hat Sie bestens empfohlen, noch ehe Sie hierherkamen." Das verstehe ich nicht." ES ist in der That so. Sie waren, wie gesagt, noch nicht hier, da sprach Ihr Herr Oberst in einer intimen Gesellschaft von Ihnen, beiläufig so: ,Ta hat man mich wieder von einer netten Bescheerung verständigt. Man versetzt wieder einmal einen Menschen zu meinem Regimente, der nichts als tolle Streiche im stopfe hat. Na, hier ist erst der rechte Boden dazu, meine Herren sind ohnehin lebenslustig gemig, und wenn dann noch Einer dazu kommt, der den Teufel im Leibe ha, wie dieser tolle Liebe.istein, dann kann man sich auf schöne Geschichten gefaßt machen " Jetzt lachte auch der Premierlcutnant. Das war allerdings sehr empfeh!:nd!" . Im " vollen Ernst, das hat Sie empfohlen. In den - paar Wochen, welche Sie nun schon in W. verlebt

haben, wird Ihnen wohl klar gewor-

den sein, daß man .hier Leute wie Sie zu schätzen weiß. Sie haben durchaus die Erwartungen gerechtfertigt, die man auf Sie setzte. Der Klub d?r Dreizehn mußte unter solchen Umständen natürlich auf einen Mann aufmerlsam werden " Den man als den tollen Liebensiein vorgestellt hatte!" fiel lachend der Prcmierleutnant ein. In Ihrem Klub soll es ja auch, wie man sich erzählt, toll hergehen." Erwarten Sie nichts Außerordentliches. Wir sind einfach Leute, welche fröhlich sein und das Leben genießen wollen. Wer Witz, gute Laune, vielleicht auch etwas Uebermüth mitbringt, ist uns willkommen." Na, jedenfalls ist es für mich eine Ehre und ein Vergnügen " In erster Linie soll es ein Vergnügen sein!" warf Fenelon ein. Ich danke Ihnen herzlich für diesen Beweis Ihrer Zuneigung." Uebermorgen werde ich Sie cinführen, paßt es Ihnen?" Gewiß! Ich siehe zur Verfügung." Also abgemacht, und verzeihen Sie. daß ich Sie störte." Herr Fenelon warf seinen Pelz über. Noch Eins: haben Sie den heutigen Abend frei?"Leider nicht, ich bin eingeladen, soll

Toteoer einmal in einer FamMe vorge

stellt werden bei Herrn v. Lolling." Ah. bei Löllings! Vornehmes.' feines Hauö! Dort brauchen Sie gerade nicht zu erwähnen, daß Sie dem Klub d:r Dreizehn angehören." Der Leutnant lächelte. Das kann ich mir wohl denken. Sind Sie auch in der Familie eingeführt?" Nein! Vor diesen Kreisen steht der Engel mit dem Flammenschwerte, welche? solch' sündige Menschenkinder, wie ich eines bin, nicht einläßt. Sie werdn es übriaens dort aaiu bebaalicb finden, ab und zu mag es ja ganz wohl thun, im ara'ciese der frommen Sitte zu wandeln, mit grscheidten Leuten gescheid! zu reden, zarte Frauen zu ehren und die ritterliche Galanterie der alten Schule u üben." Soll das Alles vielleicht eine Umschrciöung für Langeweile sein?" Bahre! Ein geistreich?? Mann wird überall angenehme Unterbaltung finden. Klares frisches Wasser ist auch ein köstliches Getränke, besonders wenn man viel Sekt im Leibe hat. Beides schmeckt zur rechten Zeit. Doch jetzt muß ich fort. Adieu!" Der Premierleutnant streckte sich wieder auf seinem Ruhcbctte auS, nachdem er sich eine frische Eigarette angesteckt hatte, und dachte nach. Klares Wasser! Hm! Eigentlich bat er Recht, es thut wohl, ab und zu in reine Luft zu kommen. Wenn nur das lustige Leben nicht gar so reizend wäre. Freilich einst wird kommen der Tag, wo daS heilige Jlion hinsinkt, und d:r ganze tolle Spuk ein Ende nimmt. Na, warten wir es ab, vielleicht bringe ich es dann fertig, auch ein ernster Mensch, braöer Gatte, zärtlicher Familienvater und so weitem zu weiden. Na, was. gibt es schon wieder?" Die letzten Worte waren an den Burschen gerichtet, der die Thüre geÖffnet hatte und durch den Spalt den Kopf hereinsteckte. Herr Baron Prettau läßt fragen, ob er eintreten darf." Natürlich! Sehr willkommen!" Der Premierleutnant sprang auf und ging stlbst zur Thüre, um den Besucher hereinzuholen. Baron Prettau war weder eine auffallende, noch imponirende Erscheinung, sein Wesen hatte jedoch etwas Angenehmes, ein gewisser melancholischer Ausdruck nahm für ihn ein, man fühlte, daß man es mit einem Manne zu thun habe, der redlichen Charakter und jenes Wohlwollen besitzt, welches mehr Rückficht auf die Andren, als auf die eigenen Interessen nimmt. Kenntnißrcich war er. durch viele Reisen mit d'n Verhältnissen fremder Länder vertraut; bei aller vornehmen Zurückhaltung doch gefällig und entgegenkcmmend. aber auch, wenn es sein müßte, im Stande, eine ungeahnte Energie zu entwickeln. Solche Persönlichkeiten werden geschätzt, aber auch zurückgesetzt; die Rücksichtslosen verdrängen sie. die Schlauen nützen sie aus, und die Frauen spielen mit ihnen. Nun, mein lieber Baron. Sie machcn ein so ernstes Gesicht! Haben Sie unangenehme Nächrichten erhalten?" fragte Herr v. Liebenstein. Der Baron nickte. Ist es Ihnen noch nicht bekannt?" Was denn?" Käthe Sendling hat sich verlybt." Der Premierleutnant bezwäng sich, um nicht zu lächeln, nur ein mitleidigcr Blick streifte den Baron. Ah? Die! Ich habe die Verlobungskarte noch nicht erhalten. Ihnen hat man wohl die allererste gesendet?" Es scheint in der That so. Keiner der Bekannten hat noch eine in Händen. Es scheint fast, als ob man sich nur einen Scherz mit mir machen wollte." Eine kleine Bosheit! Weiter nichts!" bemerkte im ernsten Tone Liebcnstcin. ,.Jch hatte Sie aber doch gleich gewarnt, kaum daß ich die Dame kennen gelernt hatte; Sie wollten mir jedoch nicht glauben." Der Baron zuckte die Achseln. Sie irren, wenn Sie glauben, daß mir die Sache sehr nahe 'gehe. Mir wäre es ja gar nicht eingefallen, mich heranzudrängcn " Weiß es; ich konnte ja die ganze Geschichte beobachten. Sie wurden herangelockt, Fräulein Käthe that so, als ob sie ihr Herz Ihnen geschenkt hätte, und Sie gaben sich aus reiner Gutmüthigkcit zu dem Spiele her." Wozu aber ein solches Spiel? Ich begreife wahrhastig den Zweck nicht." "Zweck? Ich hatte es Ihnen doch schon einmal gesagt, Verehrtester. Sie mußten eben .Mauer machen.' " Mauer machen? Was heißt daS?" Das ist jo ein Ausdruck aus dem Nothwelsch., Wenn Zwei stehlen gehen, dann mußder Eine die Aufmerksamleit ablenken, damit der Andere seinen iebstahl ausführen kann. Sie waren die Mciier, hinter welcher Fräulein Käthe mit dem jungen Regierungsrath mit dem hat sie sich ja verlobt, nicht wahr?" Ganz richtig," bestätigte der Varon. Nun also! Ich weiß zufällig, daß der Negierungsrath den Eltern gar nicht sympathisch war. und es wird nicht leicht gewesen sein, die Zustimmung zur Verlobung zü erhalten. Dazu muß irgendwie ein Hochdruck ausgeübt worden sein. Jedenfalls wußte Fräulein Käthe, daß sie sehr vorsichtig sein müsse, sonst wäre die Familie vielleicht gleich anfangs energisch eingeschritten. Um nun jeden Verdacht abzulenken, mußten Sie als Deckung dienen. Sie waren, wie ge-

sagt, -die Mauer. Ich hatte Sie auf s.:.r m. . . , . . . .

uiqcu negierung-raiy ;a ausmertjam gemacht, da ich so halb und halb das Geheimniß durchschaute. Trösten Sie sich, verehrtester Freund, damit. daß Käthe Sendling diesen Mann verdient. Der rücksichtslose, glatte und kalte Sireber paßt für diese junge Dame, welche Alles, besitzen mag. nur kein Herz." Das war eigentlich nicht hübsch." sagte der Baron nachdenklich. . Nein, hübsch war es nicht. Sie sind nehmen Sie mir den Ausdruck nicht übel, Verehrtester eben einmal hereingefallen." Wieder einmal, wollten Sie wohl sagen. Nicht wahr?" Ein melancholisches Lächeln begleitete die Frage. Ich muß doch versuchen, mir dieses .Hineinfallen' abzugewöhnen." Das sollten Sie in der That," erwiderte lebhaft der Premierleutnant. Sie sind ja doch älter, als ich. Fünf Jahre Ersahrungen mehr das will etwas bedeuten. Ich habe auch mit

heißem Bemühen die Frauen studirt

und das Eine gelernt: Voriicht! Vorsicht! Vorsicht!" Und ich soll wohl Einsicht lernen?" Braucht man auch," sagte der Leutnant in trockenem Tone,' man kommt zu derselben aber meist erst dann, wenn man nicht vorsichtig genug gewesen ist." Es ist für mich ein peinlicher Gedanke, mißtrauisch werden zu sollen. Mißtrauen wirkt wie eine Art Stickluft, es tödtet alles Leben, alle Freudigkeit und Freundlichkeit. Sie haben jedoch Recht, man muß Mißtrauen hegen." Haben Sie noch ein wenig Geduld, lieber Baron; warten Sie ruhig zu, es wird doch noch die Rechte kommen, der Sie sorglos vertrauen können." Das sollte aber bald geschehen, sonst wird es zu spät." Das Glück kommt nie zu spät." Der Premierleutnant suchte das Gespräch auf einen anderen Gegenstand zu lenken, da er wünschte, den Freund seiner trüben Stimmung zu entreißen. Wollen wir zusammen speisen?" fuhr er daher fort. Wenn Sie nichts Anderes vorhaben, wäre eö mir angenehm, Ihre Gesellschaft zu genießen." Mit Vergnügen. Sie kommen meinen Wünschen entgegen, Herr v. Liebenstein." Der Premierleutnant stand auf. um sich anzukleiden. Für den Abend kann ich mich allerdings Ihnen nicht zu? Verfügung stellen; ich bin eingeladen." Auch ich muß in eine Gesellschaft gehen; zu Löllings." Das trifft sich ja herrlich, eben dorthin gehe ich auch. Ich bin etwas neugierig auf dieses Haus;, man hat mir viel davon gesprochen. Was i I h r aufrichtiges Urtheil. Herr Baron?" , Das ist mit wenigen Worten gesagt: es ist mir das liebste Haus, und ich habe mich nirgends wohler gefühlt, als dort." Sie sind also dort noch niemals 'reingefallen?" Das muthwillige Scherzwort war dem Premierleutnant halb unwillkürlich entfahren, und er bereute es, kaum daß es gesprochen, war. Doch Baron Prettau nahm es nicht übel, er lächelte vielmehr darüber, zur großen Beruhigung Liebensteins, der den Freund um keinen Preis hätte verletzen mögen. Nein! Vielleicht ist mir deshalb eben die Familie so lieb. Auch Sie werden dieselbe liebgewinnen, deen bin ich gewiß. Der Vater: ein Kavalier alier Schule, von einer Feinheit und Vornehmheit, die echt sind; ein Charakter, fest und doch milde. Die Mutter: das Urbild einer edlen Frau, ein Herz überreich an Güte und Siebe." Nun weiter! Die Söhne und Töchter?" forschte der Premierleutnant, aW der Varon schwieg. Die beiden Söhne sind außer dem Hause, der eine steht bei der Garde, der Jüngere ist Finanzrath. Beide tüchtig wie der Vater und hochgeschätzt. Von den öcht'.rn sind die beiden älteren hier in W. vermählt. Nur die Jüngste. Melanie, lebt noch bei den Eltern. Sie müssen aber doch die Damen schon kennen gelernt haben?" Allerdi'igs." erwiderte lächelnd Liebenstein. Ich wollte aber gern Ihr Urtheil hören." Der Premierleutnant m? inzwischen fertig geworden, und die Herren machten sich' auf den Weg nach dem Speisehause. Auf der Straße schien dem Baron ein Gedanke gekommen zu sein, dem er sofort Ausdruck gab durch die Frage: Weshalb legten Sie so großen Wtrih auf mein Urtheil übe" die Familie Lölling? Sie wünschten wohl vor Allem mehr zu erfahren über Fräulein Melanie?" Ter Leutnant lachte. O, Sie wollen mir jet beweisen, daß Eie meine guten Lehren beherzigt haben und mißtrauisch werden! Sie sehen mich auch wahrhaftig in diesem Augenblick so eigenthümlich an. Verehrtester!" Von Mißtrauen kann keine Red sein; im Gegentheil, wenn ich Ihnen nützlich sein könnte " Nützlich? Sie glauben also doch, daß ich vielleicht so einen kleinen Hintergedanken habe!" , (Fortsetzung folgt.) Vrreieizt. .Was sagen Sie. der Advokat Winkler wird steckbrieflich verfolgt?" .Ja. endlich ist er ein gesuchter Advokat."

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