Indiana Tribüne, Volume 29, Number 32, Indianapolis, Marion County, 29 September 1905 — Page 5
Jndisua Tribüne, 29 September 10O5
In der dritten Volle.
Novellette von F. C. Philips. Äu3 dem Englischen von Sophie Spiegel. 1 Anstatt Jura zu studiren und sich auf seine richterliche Laufbahn vorzubereiten, verbrachte Gerard Singleton seine Zeit in Rom und huldigte dort den schönen Künsten. Eines Tages ward der junge Mann nicht wenig überrascht, als ihm sein Vater, dessen einziges Kind er war, kurz und bünbig mittheilte, er verheirathete sich wieder. Gerard saß gerade mit einem Maler, den er in Paris kennen gelernt hatie, beim Frühstück, da wurde ihm der väterliche Entschluß in Form eines Briefes erbracht. Dies ist eine unangenehme Ge schichte. Singleton", tröstete ihn sein Gegenüber, es wird Ihnen aber nichts übrig bleiben, Sie mütn zur Hochzeit hinreisen." Leider", seufzte Gerard, da ich nun einmal meines alten Herrn Sohn bin, darf ich im seinem Ehrentag nicht fehlen.' - Ich reise morgen ab. Jetzt aber kommen Sie, Pratelli wollte uns sein Bild zeigen, sonst wird es zu spät." Dies Bild und die daran anknüpfende Unterhaltung waren so interessant, daß des jungen Mannes Gedanken erst am späten Abend wieder zu dem Brief zurückkehrten. Da sah er, daß er ihm schon drei Wochen nachgeschickt worden war und die Hochzeit längst vorüber sein mußte. Dennoch reiste er ab und an einem trüben, 'regnerischen Januarnachmittag kam er. unangemeldet, auf seines Vaters Besitzung an. Ein alter Die ner öffnete ihm die Hausthüre und. ohne viel zu fragen, eilte der junge Mann an ihm vorbei in das Wohnzimmer. Die Lampen brannten noch nicht, und im ersten Augenblick hielt Gerard den Raum 'für leer."dann sah er beim Schein des Kaminfeuers, daß eine Dame, mit auf dem Rücken verschränk ten Handen, am Fenster stand und aus die tropfenden Bäume hinausschaute. Sein Eintritt war. unbeabsichtigt, so lautlos geschehen, daß sie ihn erst horte, als er zu sprechen anfing. Mit den Äugen suchte er seinen Vater, konnte ihn aber nirgends entdecken nothgedrungen mußte er sich also selbst vorstellen. Ich bitte um Verzeihung'', begann er. ich hm ich dachte. Papa wäre hier." Oh." rief sie aus. wandte sich um und streckte ihm freundlich die Hand entgegen. Welch eine Ueberraschung! Sie konnte kaum zwanzig Jahre sein kaum zwanzig Jahre und ebenso schön als jung. Der Mann, der von Rom hergereist war. Um seiner neuen Mutter seinen Sgen.zu ertheilers, .starke .sie ganz verwirrt an. Bitte, nimm Platz", sagte sie herzlich, ich werde sofort Licht bringen lassen und einen Kognak, oder was' du wünschest. Wie drollig, daß gerade ich dich bewillkommnen muß." Ein nervöses Zittern durchrieselte jhn. Du bist sehr gütig. Hoffentlich findest du mich immer brav ich werde mir Mühe geben. Aber ich weiß gar nicht, wie ich dich nennen soll; ich muß gestehen, du hast mich überrascht, ich kann doch unmöglich .Mutter" zu dir sagen." Eine Sekunde lang sah sie ihn erstaunt an, dann lachte sie lustig auf. Natürlich, die Leute könnten darüber spotten. Nenne mich schlankweg Käthie." Da uns keine große Wahl bleibt und du es erlaubst also Käthie." Hoffentlich gefalle ich dir", entgegnete sie schelmisch. Du mußt doch schon gemerkt haben, daß ich dich entzückend finde." Mit anderen Worten, du hältst mich für ein Juwel." rief sie fröhlich, und deinen Vater für einen sehr glück lichen Menschen. )h, mein lieber Gerad. was bist du für ein vortrefflicher Stiefsohn!" Wo ist Papa?" fragte er. wann wird er nach Hause kommen?"Er ist geschäftlich verreist," erklärte sie mit leiser Verwunderung, und wird wohl noch vierzehn Tage fortbleiben. Wie träumend begab sich Gerard auf sein Zimmer. Dort las er seines Vaters Brief zum dritten Male durch. Aber die väterliche Epistel enthielt nichts, was auf Narrheit schließen ließ, sie war kurz und fachgemäß. Mein lieber Sohn! Ich möchte Dich bitten. Deinen ewigen Kunstenthusiasmus auf einige Tage zu unterbrechen, um hierher zu meiner Hochzeit zu reisen. Ja, mein Junge, ich will mich, wieder verheirathen. Die Dame ist nicht so alt wie ich, und wenn mich der verfl Gicht wieder, packt, kann sie mir die Kissen zurechtrücken. Aber, Spaß beiseite, es ist meine feste Ueberzeugung, daß sie Deinen Beifall finden und Du Dich gut mit ihr stellen wirst. Und ich glaube Mit Sicherheit annehmen zu dürfen, daß sie uns eine angenehme Häuslichkeit zu bereiten versteht. Die Trauung findet in vierzehn Tagen statt, also beeile Dich. ' Dein Dich liebend Vater.In heller . Betäubung kleidete er sich um und ging hinunter. Seine Stiefmutter war bereits im Eßzimner und , Webber stand zum Serviren beieit. Hoffentlich habe ich dich nicht warten lassen."
Nicht im geringsten", lächelte sie, und . Begann die Suppe auszutheilen.". J&u siehst, aAsgezeichnet aus, -Gerard, du kannst es'noch zu'etwas bnn gen, es fehlt dir nur noch eine Blume ins Knopfloch." ' , Und sie wählte mit aroßer Bedachtsamkeit eine Rosenknospe und befestigte sie an seinemRockaufschlag. Nun komm, jetzt ' werde ich ..dir etwas vorsingen." . ; Als sie vor dem Flügel saß, fragte sie ihn nach seinen Lieblingsliedern, doch bei seiner Antwort zog sie die Stirne kraus. Du sollst etwas Besseres hörerr!" Schon nach den ersten Takten sprang sie jedoch vom Musikstuhl herunter, sang die folgenden Strophen ohne jede Begleitung weiter und gab ihm eine Jmpromptü-Vorstellung. . . Käthie saß am Tisch und las einen Brief. ,Sie sah .blaß und verstört aus, und um sich gegenseitig eine Frist zu geben, blickte der junge Mann anscheinend auf die neben seinem Teller liegende Correspondenz. Hoffentlich keine schlechten Nachrichten?" Nein", erwiderte sie erregt, nein." Sie versank in Nachsinnen, und als sich ihre Augen begegneten, eröthete sie ' affee?" .Ja. bitte." Langsam rührte er in seiner Tasse, und ein langes Stillschweigen erfolgte, dann fingen sie beide zu gleicherZeit an: Gerard!" ..Käthie!" Bitte du zuerst.' ' Nein, du." Es war. nach dir." Ich wollte dir sagen", flüsterte er mit Anstrengung. ..daß ich auf unbestimmte Zeit in die Stadt muß. drin gender Geschäfte wegen." ' Jetzt gleich?" .Ja. sofort." Wirst du zeitig genug zurück sein, um deinen Vater zu begrüßen?" Sobald mir seine Ankunft mitge theilt wird, , komme ich wieder auf einen Tag." Ich möchte dir gerne etwas fagen." stammelte, sie endlich, -.ich weiß kaum wie. aber es muß geschehen, ich ich schäme mich so." Es ist,". begann sie. einen Anlauf nehmend, es ist ein Bekenntniß." Um Gottes willen nicht weiter Käthie Mrs. Singleton gestehe nichts, was du nachher bereuen würbest, ich bitte dich." Oh", stöhnte sie, oh!" Und dann, noch ehe er begriff, was sie eigentlich meinen könne, hatte sie ihr Gesicht mit den Händen bedeckt und stürzte aus dem Zimmer. Der Diener," der -den Tisch .braumen kam, näherte sich von draußen. Rasch setzte sich Gerard wieder hin und winkte dem Eintretenden weg. Dabei fiel sein Blick auf die noch uneröffneten Briefe, und er sah. daß der oberste die Handschrift seines Vaters trug. Mechanisch öffnete er ihn und begann zu lesen. Er war aus Algier datiert und enthielt Vorwürfe, weshalb er nicht zur Hochzeit gekommen sei. Kaum den Inhalt verstehend, las der Sohn, da leuchtete ihm plötzlich aus der Nachschrift ein Satz entgegen, der ihn aufspringen ließ: Er lautete: Solltest du vor uns nach Hause kommen, so fürchte keine Langeweile. Ich weiß nicht, ob ich in meinem vongen Schreiben erwähnte, daß die Wittwe. die ick aebeirathet habe, eine Toch-
l ter besitzt, die natürlich bei uns leben wird. S:e ist ein großer Wnöfang, aber sehr gutmüthig und liebenswürdig." Käthie war im Wohnzimmer und dort entdeckte er sie. ' Darf ich fragen, ob dein Brief vorher aus Algier war?" Ja." sagte sie kleinlaut. Und mein Vater theilt dir seine be vorstehende Ankunft mit?" Er kommt morgen", stotterte sie. Das war also der Grund, weshalb du dein Schuldbekenntniß ablegen wolltest. Mein Vater ist auf seiner Hochzeitsreise und du bist ein Betrügerin." Bist du mir böse, Gerard?" Mehr als böse, erwiderte er streng, du hast mich zum Gelächter zvon ganz London gemacht, Miß Käthie."' Nein, das hast du selbst besorgt," erwiderte sie trotzig und trocknete sich die Augey, mich für deine Mutter zu halten, solch eine Dummheit!" Freut es dich, daß du nicht meine Mutter bist?" Sie nickte. Du warst eine schreckliche Last."' Vielleicht gefalle ich dir besser als Bruoer?" Du bist abscheulich, ich kann dich nicht leiden." Nicht als Bruder?" Sie schüttelte den Kopf. Auch nicht als Sohn?" "Ich sage dir, ich kann dich in keiner Nolle ausstehen. Laß mich gehen." Da schlang er den Arm um sie und drückte sie an sich. .Käthie, du hast mich in jjwe! Rollen gesehen, und in beiden war' ich nichts werth. Willst du mich nicht wenn ich sehr brav" bin , eines Tages w einer dritten Rolle annehmen?" Vielleicht eines Tages",- stammelte sie erglühend. r-'-... Und ohne auf Widerstand zu stoßen, küßte 'er steltt der dritten "Rolle.'
Zla, warum denn nicht? Humoreske von Adolf Thiele. Ihr Kinder wißt gar nicht, was Eurem Besten dient! Wenn wir Eltern nicht immer die Hände über Euch breiteten. Kurzum, Klaras Du wirst einsehen, daß ich recht habe. Wenn Herr Schober kommt und um Deine Hand anhält, dann sage ich Ja und Amen!" 'Liebe Mutter, Du weißt, ick achte und ehre ihn, aber Franz und ich, wir lieben uns, und da kann ich nicht, ich kann nicht!" Ach. Liebe. Liebe! Von der Liebe könnt Ihr nicht leben!" Aber Mutter, Franz hat doch sein Auskommen " Auskommen, was Rechtes, als Beamter! Aber Herr Schober ist mehrfacher Hausbesitzer, ist ein reicher Mann, er könnte Dir ein ganz anderes Leben bieten, als Dein Franz mit all seiner Liebe". Kurz, es bleibt dabei, und nun kein Wort mehr!" Damit ging Frau Hartig zur Thür hinaus. " Traurig blieb Klara zurück. Die alte Geschichte: Sie konnten' zusammen nicht kommen, dieMutter war viel zu klug .... Und Herr Schober kam, sah und siegte. Der noch immer stattliche Mann, den seine achtundfünfzig Jahre niH! drückten, hielt um Klaras Hand an. , - Er war mit Mutter und Tochter allein. v Nicht wahr, liebe Frau Hartig." soschloß er in freundlichem Tone, Sie vertrauen mir Ihre Klara an. Ich kenne sie ja schon seit Jahren; als sie noch so klein war," er streckte die Hand in Tischhöhe aus .hatte ich sie schon so gern; na, warum denn nicht? Sie war immer so nett und hübsch und artig, und so habe ich sie denn immer lieber gewonnen. Gut soll sie's haben bei mir; mich kennen Sie ja, und das andere, was zum Leben aehört. ist ja auch da na, warum denn nicht? Gut und freundlich ist sie ja auch stets zu mir gewesen nicht wabr, Fräulein Klara, wir waren immer gute Freunde?" Klara nickte traurig und stumm. Der Jüngste bin ich ja freilich nicht mehr," fuhr Herr Schober fort. Sie hätten vielleicht lieber einen Jüngeren aber mein Herz ist noch nicht verwöhnt. Lange habe ich auf Sie gewartet, und nun bin ich da." ,, Ihre Werbung, Herr Schöner, ehrt uns sehr, eiwiderte '-Frau' 'Hartig. Klara kann sich glücklich schätzen." Also geben Sie mir die Hand Jhrer lieben Klara?" Na, warum denn nicht? Gern und mit meinen Segenswünschen." Und was sagen Sie, mein liebes Klärchen?" fragte Schober 'etwas schüchtern.' Sie wird Ihr Glück zu schätzen wissen," fiel die Mutter ein. Sie verzeihen einige Minuten, HerrSchober!" sagte sie dann in liebenswürdigsiem Tone und entfernte sich," um den Beiden Gelegenheit zur Aussprache zu geben. Wenn sie zurückkehrt war ja doch alles im Reinen. . ,; Schober hatte sich erhoben und wandte sich Klara zu; er -wußte zunächst nicht, wie er anfangeri" sollte. Nach einer Pause begann er: Nun, mein liebes Fräulein Klara, was sagen Sie? Wollen Sie die Meine werden?" Klara blickte noch immer stumm vor sich nieder. Na, warum denn nicht?" fragte Schober' freundlich. Da erhob sich Klara, trat zu ihm und reichte ihm die Hand, während Thränen ihren Blick umhüllten. Herr Schober," begann sie zitternd, Sie sind gütig und freundlich, Sie wollen mich glücklich sehen " Sie stockte, und Schober unterbrach sie: Ja. natürlich, Fräulein Klara" Und ich kann Ihnen doch nicht angehören " Wie?" rief Schober. Ich liebe einen andern!" Schober machte ein erstauntes Gesicht und ließ erschreckt ihre Hand los. Wie. Sie lieben einen andern? Ja. was wird denn das? Ist denn die Sache so schlimm?" Klara nickte stumm. Also wirklich? Können Sie denn den nicht laufen lassen? Na, warum denn -nicht?" Herr Schober," sagte Klara ernst, es ist unmöglich, daß wir voneinander lassen, wir haben uns Treue gelobt und wir werden stets zueinander halten. im Glück und im Unglück!" Es war, als ob Schober einen Stoß erhielte, er sank plötzlich auf denStuhl zurück und blickte vor sich hin. Nach einer Weile sagte er: Nun gut, gut! Soll sein! Eins gestatten Sie mir aber, liebes Fräulein Klara: Daß ich den Betreffenden erst einmal vornehme, ob er Sie wirklich verdient! 'Das ist nicht so einfach!" O, Sie werden nur Gutes erfahren," rief Klara aus. Es ist Herr Franz Treuner." Schön, schön!" erwiderte Schober mit einem tiefen Seufzer. Ich komme wieder. Treuner soll übrigens ein anständiger Mensch sein! Aber erst muß er her; na, warum denn nicht?" Damit verbeugte er sich und verließ Klara, die nicht wußte, was sie denken sollte, und, von Zweifeln gequält, zurückblieb.... .Mein Name ist Schober, ich komme
in einer eigenartigen Angelegenheit!" . Bitte, nehmen Sie Platz!" , Danke. hm hm! .Eine Frage im Vertrauen. Sie wollen Fräulein Klara Hartig heirathen?" ,' Ja, aber wie kommen Bitte, lassen Sie mick ausreden! Ich habe heute Vormittag Fräulein Hartig um Ihre Hand gebeten " Wie?" Na. warum denn nicht? Sagen Sie mir nun offen und ehrlich: Ist es Ihnen Ernst, können Sie von ihr nicht mehr lassen?" Aber tnein Herr, wie kommen Sie" ' Bitte. Herr Treuner, gestatten Sie einem älteren Manne, daß er Ihnen in aufrichtiger Weise entgegenkommt! Werden Sie Fräulein Hartig glücklich machen, glauben Sie, daß Ihnen dies gelingen wird?" . Nun, wenn Sie es absolut wissen wollen: Ich bin nicht geneigt, mir den Besitz des Fräulein Hartig streitig machen zu lassen." Bitte, seien Sie doch ruhiger! Es handelt sich ja gar nicht um mich " Nicht um Sie?" ' Natürlich spreche ich nur in Fräulein Hartig's Interesse. Ist Ihre Neigung ehrlich, sind Sie der Treue sähig. halten Sie Ihren Charakter für geeignet, sie glücklich zu machen?" Sondttbare Fragen! Haben Sie" ein Recht, sie zu stellen?" Na, warum denn nicht?" ' Nun denn, ja, Klara und ich bleiben zusammen, komme, was da wolle; wir kennen uns nur zu gut, als daß wir eine Trennung durch irgend wen für möglich halten könnten!" Bravo! Wenn dies Ihr Ernst ist, verzichte ich. Aber. Herr Treuner, Sie bürgen für das Glück diesesMädchens, denn Sie nehmen sie einem " Der ältere Mann blickte zur Seite, da er sich einer Thräne schämte. ' Treuner trat auf ihn zu und drückte ihm die Hand. Ich bin Ihnen verpflichtet, Sie sollen keinen Unwürdigen gefunden haben!" Schon gut, schon gut!" sagte Schober barsch, und nun gehen Sie mit mir zu Fräulein Hartig!" Wie, Sie wollen mich selbst zu ihr führen?" Na. warum denn nicht? Kommen Sie nur!" Drei .Tage später, am Vexlobungsabend, trat. Herr Schober ein, von Klara und ihrem Bräutigam herzlich begrüßt. Mit' einem merkwürdigen Mienenspiel' wühlte er in seiner Rocktasche und brachte daraus ein Kästchen hervor. ,?'. 'Liebes Fraulein Klara, hier ein kleines Andenken von Ihrem treuen Verehrer." -; Das Brautpaar dankte unl Klara öffnete das Käpchen. Erstaunt entnahm sie ihm ein silbernes Täfelchen, auf dem die Worte eingravirt-waren: Für Aufrichtigkeit und treue Liebe"; darunter aber lag ein kostbares Geschenk, ein Heirathsgut von Tauscnden an Werth. Auch' Treuner- kam vor Erstaunen nicht zu Worte; Schober aber trat an's Fenster, und trommelte einen Marsch. Endlich . faßten sich beide an und traten an ihn heran. ., Aber Herr Schober " begann Treuner. . . , Es' ist doch viel zu viel, selbst von Ihrem Ede!muth," sagte .Klara gerührt. Ach' was, zu viel?" erwiderte Schober barsch. Ich bin nun einmal Ihr alter Verehrer und damit bastä! Na, warum denn nicht?" Auch, ein Jubiläum. Es war im Jahre 1805, daß die Berliner-Akademie der Wissenschaften, gestiftet bekanntlich auf Veranlassung von Gottfried Wilhelm v. Leibniz, aus dem von ihr herausgegebenen Jahresalmanach den letzten Rest des astrologischen Aberglaubens strich, der sich bis dahin in den -Spalten des Kalenders breitgemacht hatte. Schon einmal. 1779. hatte die Akademie den Versuch gemacht und alles aus dem Kalender entfernt, was von dem vermeintlichen Einfluß der planetarischen Constellation auf - die Geschicke der Menschen handelte. Aber sie hatte die Rechnung ohne die Leser des Kalenders gemacht. Diese waren es gewöhnt, in dem Kalender, ihrem Freunde und Rathgeber, zu lesen, wann beispielsweise gut Pflanzen und Säen, wann gut Holzfällen, gut Aderlässen und Schröpfen sei. Und da sie dies im 1779er Almanach nicht fanden, kauften sie den Kalender gar nicht oder nur wenig. Aüs geschäftlichen Gründen sah sich die Akademie nun gezwungen, zu dem ehemaligen astrologischen Krimskrams zurückzukehren, ließ dann aber Jahr für Jahr einen Aberglauben nach dem andern fort. Im Almanach des Jahres 1805 war auch der letzte. astro logische Aberglaube, der vom guten Holzfällen, nicht mehr zu finden. Und es ging auch so! Diagnose. Frau: Der Doktor sagt, daß meine Krankheit von Ueberarbeitung kommt. Mann: Ja, ich hörte, wie der Doktor Dich bat. Deine Zunge zu zeigen. F r a u e n f r a g e. Fräulein (das einen Band Schiller" . in der Hand hält, zum jungen Dichter): Dichten Sie auch in solchen rothen Einbänden. Herr FederlZ
Der - grüßte Goldklumpen,
.r ."- Interessante Abtheilung derLevis- . und Clark-AuSstellung. Gewicht, Werth nv ufftndg des Srz, ftü5K Ingeniöse Aufbewahrung NomeS Soldproduktion Moderne ArbeitSmetho, de nd Oerithe Riesenprofit. 'Der größte je gefundene Goldklumpen ist. so viel man weiß, ein Golderzstück, 'das auf einem Claim am Anvil Creek .im Nome-Distrikte in Alaska entdeckt ward. Der Klumpen wiegt 182 Unzen und besitzt einen Werth von $3276. Ein Gräber stieß mit seiner Schaufel auf das Erzstück, als er ein Loch für das Einrammen eines Pfostens grub. , Der der Pioneer Mining Company gehörende Klumpen ist gegenwärtig in der Territorial-Abtheilung des Ber. Staäten-Regierungsgebäudes auf der Lewis- und Clarkausstellung in Portland, Ore., zur Schau gebracht. Er bildet einen Theil der von der Nomer Handelskammer in Portland veranstalteten und von I. I. Underwood beaufsichtigten Ausstellung. Eine ingeniöse Einrichtung ist getroffen worden, um eine genaue Besichtigung dieses Erzstücks, sowie einiger anderer Goldklumpen zu gestatten. Man hat die Erzstücke. die insgesammt einen Werth von $8000 verzeichnen, in einem Drahtkäfig derart untergebracht, daß eine Person zwar ihre Hand durch eine Oeffnung in dem Drahtgeflecht stecken und den Goldklumpen heben kann, diesen aber nicht aus dem Käfig zu nehmen. vermag. . Eine Aufschrift über dem Hauptgoldklumpen bedeutet dem Besucher, daß er das Erzstück zwar heben, aber nicht entfernen darf. Ein Mann mit einem mächtigen Revolver .T- -WV ' M&ß&J -i .j twrxWx MMM ' 0ßfaff ' ' ' W .r i I. I. Undkrwood und der Goldklumpen. im'Gürtel bewacht außerdem den Käfig. Nach der Aussage dieses Wäch.ters hat zwar noch Niemand den Goldklumpen . zu stehlen versucht, doch komme es nicht selten vor, daß Besucher mittelst Fingernagels oder eines Federmessers sich Späne des gleißenden Metalls anzueignen trachteten. Die Goldgewinnung im Nome-Di-strikte hatte in den Jahren 1899 bis incl. 1904 einen Gesammtwerth von $29,350,000. Diese Produktion ist auf der Portländer Ausstellung durch einen Haufen vergoldete Blöcke von .15 Fuß Höhe veranschaulicht. Die Größe jedes Blocks entspricht dem Umfang der Goldproduktion des Jahres, welches er repräsentirt. Der größte, auf dem Boden befindliche Block hat 31 Zoll im Durchmesser, und seine Maße korrespondiren mit dem Kubikgehalt von wirklichem Gold zum Betrage von $6.200,000, der Produktion Nomes und der Seward-Halbinsel im Jahre 1904. Nahe diesen vergoldeten Blöcken befindet sich ein solider Goldklumpen in Form eines Backsteins. Er ist 12 Zoll lang und wiegt etwa 90 Pfund. Sein Werth beläuft sich auf $25.000. Die Einführung moderner. Methoden der Goldgewinnung in Nome hat bewundernswerthe Resultate aezeitigt. Wo ftüher Arbeiter, bei $3.50 Tagelohn und freiem Board, täglich 10 bis 12 Kubikyards KieS schaufelten, entfernen hydraulische Elevatoren jetzt 2500 Kubikyards. Baggermaschincn arbeiten beinahe mit 'demselben Erfolge. Am Solomon River befindet sich seit einem Jahre eine Stampfmühle mit 20 Stampfern im Betriebe. Da, wo Schachte eingetrieben werden müssen, ist der Winterbetrieb mit weNiger Unkosten- verknüpft, als bzi Bergbau im Sommer, weil während der kalten Jahreszeit wegen des artgefrorenen Bodens weniger Grubeneinstürze und Ueberfluthungen durch schmelzenden Schnee drohen als in der warmen Periode. Der Sommerbetricb dauert gemeiniglich 100 Tage. Auf der Portland Bench Claim förderten sieben Arbeiter und ein Koch innerhalb 60 Tagen iin verflossenen Winter für $421,000 Gold zu Tage. Hiervon kamen . nur $8200 für. Betriebskosten, Arbeitslöhne und Kohlen in Abzug. Uraltes Ehepaar. Die75. Wiederkehr ihres Hochzeitstages feierte in Verieux im französischen Depa'rte-' ment ' Säone der 100jährige Bürger Farion mit semer 52jährigen Gatm. , , . -T's . '? 5 ,!' . '- r-,
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