Indiana Tribüne, Volume 29, Number 31, Indianapolis, Marion County, 28 September 1905 — Page 7
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; (Fortschimg.) Er tritt aus den schmalen Vorsprunz binauZ. hebt den Arm, faßt mit packendem Griff in den blühenden Busch hinein und wendet fo mit einem blitzschnellen Drehen des Halses den Blick nach Frau Jutta herum. Die ist ihm gefolgt, sieht hinter ihm, dicht hinter ihm auf dem gefährlichen Pfade, und ihre Hand hat sie erhoben gegen Horst Hardinger und ihr Blick ist wie ein dämonisch wilder Schrei: Hinunter hinunter! Er sieht ihr fest in die Augen. Ein spöttisches Lächeln spielt um seine Lippen. , Da strauchelt ihr Fuß. Ihre erhobene Hand findet keinen Halt. Sie wankt. Ein dumpfer Ruf des Entsetzens vor der Gefahr, in der er sie sieht, entringt sich seinen Lippen. ..Bleib bleib siehen!" - Sie hört nur den Laut, den drohenden Laut, sieht nur die Hand, die nach ihr packen will die Nächerhand. Schwarz senkt sich's vor ihren Augen hernieder, ihre Arme schlagen in dfc leere Luft hinein, und lautlos stürzt Jutta hinab in die gähnende Tiefe über starrende Klippen in's brandend; Meer hinab. Mit entsetzten Augen starrt Horst Hardinger ihr nach, seine Hand, die sie hatte halten sollen und in die leere Luft gepackt hat, ist noch erhoben. . Auch von anderen Punkten aus ist der Absturz bemerkt worden. Schreiend und gcstikulirend drängen sich die Leute zusammen, eilen nach der Unglücksstatte.. Hardinger sieht noch immer auf demselben Platze und starrt hinab auf die Menschen, die ihm zuwinken. Endlich folgt er ihren Rufen, gibt auch Auskunft, soweit er's vermag. Ein paar Myrthenbüschel, die seine Finger umklammern, helfen ihm dabei. Also beim Vlumenpflücken abgestürzt! Das war nichts Neues auf Capri. Die Fremden sinö nun einmal so tollkühn, sogar die Damen! , Im Hotel herrscht große Aufregung. Der Fremde, in dessen Gesellschaft die Dame verunglückt ist, wird umringt, befragt, ob er verwandtschaftliche Beziehungen zu ihr habe, ob sie ihm nahe stünde, ob er sie schon länger kenne. Er schüttelt den Kop dazu. Rein, nein nur eine Reisebekanntschaft, wie man sie so macht im Leben." Drei Tage später verläßt in, Neapel das Schiff den Hasen, das Horst Hardinger in seine ferne Welt zurückträgt über's weite Meer. Ueber's Meer, das keinen zurückgibt! 27. K a v i t e l. f rster Frühlings - Sonnenschein & r a XsZ 44a 4jf Jm f-Z A yuuijic vuiiif ine vuciucn uuu schmeichelte süße Düfte aus dem . Veilchenstrauß, der aus dem Fenstersims stand, darauf Liane herniederblickte. Missis Eoldridge hatte ihr die Beilchen geschenkt. Sie war sehr gut zu ihr, die reiche Amerikanerin, deren beiden erwachsenen Töchtern sie deutschen Unterricht ertheilte. Die Töchter behandelten sie mehr wie eine Freundin, als wie eine bezahlte Lehrerin und Gesellschafterin. . Nur ein wenig heiterer sollte sie werden und lachen. Nelly und Alice lachten so gerne. Sie aber hatte die hellen Töne der Daseinsfreude so ganz verlernt! Doch wenn sie auch nicht lachte, dankbar war sie von ganzem Herzen für die Freundlichkeiten, die man ihr erzeigte. Das Kleid, an dessen knapper Taille sie die lebten Knövfe schlok. war solch eine neue Freundlichkeit. Ein .Neithaott, öamtt sie sich den Zungen Damen auf ihren Spazierritten' anschließen konnte. ' Ist's nicht herrlich?" hatte Min Nelly ihr zugerufen, als Liane nach x t - . n rrn , r ayien zum eisien üiiaiz rvieoer aus dem Rucken eines Pferdes saß. Ja. herrlich herrlich hatte sie es 'sich aedacht. an seiner Seite dabinzureiten, über seine Scholle, über ihres Glückes Boden! .Der auftobende Schmerz des ZurückerinnernZ hatte sich plötzlich über Liane geworfen, und um ihm. zu entfliehen, hatte sie sich auf den Hals des Pferdes hinabgebeugt, die Zügel zurückgerissen, und ließ sich in wildem Jagen dahintragen, daß die jungen Damen zunächst in Entsetzen und dann in entzücktes Bewundern ausbrachen. Wie auf dem Pferderücken geboren! Ja, das hatte ehedem, als sie noch ein Kind war, auch der Vater zu ihr gesagt. Aus ihren Augen, in denen noch glühte, was sie durchrüttelt hatte, zuckte ein Flackern erwachender Leidenschaft, die sich von sich selbst befreien möchte. Allein, wenn ihr auch kein gleich heftiger Gefühlsausbruch wieder kam, was ihn hervoraerufen. blieb. Jetzt die Äeilchen, die sie aus dem Glase nahm und zwischen den Knöpfen ihrer Taille befestigen wollte sie schob dieselben voll heimlich bebende.? Hast wieder zurück, denn es fiel ihr ein. was vor ein paar Tagen Tante Mathilde über die-
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f ff 44 44 A Roman von Scd,vZg . (GrünSriznieckebier Ä 4m& H H 4f H 4Hp 4"r tv sen ungewöhnlich schönen März gesagt hatte.' Bei uns in Lindensiedt ist im Garten alles voU Veilchen!" Bei uns in Lindensiedt! Sehnsuchtsvoll dachte sie an den stillen, sonnigen Garten, in dem der Frühling blühte. Wenn sie. dort seiir dürfte, wenn es ihr Herz vermöchte, dort zu bleiben! Fest schlössen sich ihre Lippen aufeinander, eilender vollendete sie ihren Anzug. setzte das kleine Filzhütchen auf. steckte die Schleppe des Reittleides hoch, warf einen Mantel darüber und verließ das Haus. Für Wilibalds und des Rothkopfs Schneeabenteuer hatte Frau Mathilde nur die verächtlichsten Worte gehabt. Gin abgekarteter Plan! Na. sie hat's ja nun erreicht." Und als Liane wissen wollte, was denn das schlaue Miezelchen erreicht, hatte die Doktorin schluchzend von der Schande gesprochen, die auf ihre alten Tage über sie hereingebrochen wäre. Ihr leibhaftiger Sohn, ihr ehemaliger Stolz, hatte es durchgesetzt, von der Gesevschaftsstufe, die er selbst als durchgefallener Student noch einnahm, herabzusteigen und sich für die künftige Gärtnerlaufbahn vorzubereiten! Und durchgebrannt war er, einfach durch-, gebrannt. Als am Tage nach der Komödie sein Vater in die Stadt kam, hatte er die Bude leer gefunden. Fort war der Bengel, nur mit ein paar Groschen in der Tasche, hatte sich Gott weiß wie lang als gemeiner Gartenarbeite? durchgeschlagen und erst als Schüler einer sogenannten höheren Gärtnereischule hatte der irregeleitet: Mensch geschrieben. Ja, Frau Mathilde war sehr unglücklich gewesen, als sie zum ersten Male 'das ihr widerfahrene Leid geklagt hatte. Je öfter sie dann aber gekommen, je ruhiger, so hatte es Liane scheinen wollen, war sie geworden. Sie trug ihren Schmerz mit Größe zumal sie jüngst irgendwo gelesen hatte, daß gerade die Gärtnerlaufbahn neuerlich von Söhnen der vornehmsten Familien, die sich zum Gelehrtenstudium nicht recht eigneten, erwählt werde. Die höhere Gärtnerkarriere" natürlich! Liane aber freute sich für Wilibald der Wendung der Dinge und hatte aus ehrlichem Herzen heraus Trostes- und Ermuthigungsworte für dfc vom Schicksal heimgesuchte Tante. An all dies denkend, hatte Liane das vornehme Hotel erreicht, in welchem Frau Eoldridge mit ihren Töchtern für mehrere Monate Wohnung genommen hatte. Als sie in das teppichbelegte Vestibül eintrat, kam ihr der Portier mit der Meldung entgegen, die Damen ließen das Fräulein bitten, im Wintergarten auf sie warten zu wollen. Sie hätten unverhofften Besuch bekommen und der gemeinsame Spazierritt werde sich wohl noch ein wenig verzögern. Liane schritt in den Wintergarten hinein, der sich an das Vestibül anschloß und eine Art Vorraum für die unteren, 'eleganten Speiseräume bildete. Liane nahm in einer Ecke hinter einer Epheuwand Platz, lehnte sich in ihren Korbsessel zurück und schloß dio Augen. Der ziemlich weite Weg bis zum Hotel in der angreifenden Frühlingsluft hatte sie müde macht. Noch immer hinterließ jede Art von körperlicher Anstrengung eine gewisse Schlasshen bei ihr. Oder war's nicht fo sehr der Körper,, als die Seele? Zuweilen war es ihr, als wohne ihres eigentlichen Wesens Seele überhaupt nicht mehr in ihr. Und dennoch rauschte es ihr plötzltY) vom Herzen empor. Kerzengerade im Sessel aufgerichtet saß sie, starrte mit weitgeosfneten Augen um sich, als se' sie aus lanqem Schlafe erwacht. Detlef Palmer! Hatte sie im Traum seine Stimme gehört träumte sie noch? Die Stimme klang noch immer deut lich zu ihr heraus, und andere mischten sich hinein. Da sah Liane, wie sich die Tbür in einem der Nebenräume geöffnet hatte, wie mehrere Herren im Nahmen derselden erschienen. Sie waren erregt und suchten die frischere Luft des Wintergartens auf, ohne von der Anwesenheit der Dame m ihrer Ecke Notn zu neh men, vielleicht auch ohne sie überhaupt zu bemerken. Der eine der Herren war Liane bekannt. ein flotter, ziemlich abgewirthschafteter Rittergutsbesitzer -aus de Umgegend Lindenstedts; die beiden anderen schienen ähnlichen Kreisen anzugehoren. Zwei von ihnen warfen sich in das Polster des Rondells, streckten die Beine von sich und fächelten mit den Taschentuchern sich Kühlung zu. Ein anderer, eine kleine, dicke Gestalt mit rothem Gesicht, hob und senkte sich vor ihnen auf den Fußspitzen auf und nieder und rief in das offenstehende Fruhstuckszimmer hmem: He, Pal mer, Schulzendorf, 'raus in den Sazat
en 'kühler 'Denkart! Drinnen ist'S ja
zum Kochen!" Und er kam. Aber war er das wirrich er. Detlef Palmer? Dieser dort. dem in dem fahlen verfallenen Gesicht zwei flackernde Augen standen, die sie nie gekannt, dem ein Lächeln die Lippen theilte, vor dem sie erröthete, der die mächtige Gestalt mühsam, schwerfällig vorwartsschob, dessen Kleidung der früheren Sorgsalt entbehrte, der aussah wie einer, der sich selbst verloren hat war das. Detlef Palmer? Fort wollte sie! Hinaus, ihn mch! mehr sehen müssen! Alles, was todt in ihr gelegen, regte sich, das Einst rüttelte an ihr, jagte, ihr glühende Wogen über Stirn und. Wangen. Aber sie mußte an ihm vorüber. wenn sie ging! Palmer hatte sich ebenfalls auf das Rondell in der Mitte des Wintergartens geworfen, die Hände in die Taschen seiner losen grünen Jop? versenkt, die Eigarette im Mundwinlel, den Kopf hintenüber geneigt, als ob er sich's für eine längere Siesia behaglich mache. Liane rührte sich Nicht auf ihrem Platze. Und wenn . sie Tag und Nacht hatte so sitzen sollen, an ihm vorüber trugen sie ihre Füße nicht. Da schlug seine Stimme wieder an ihr Ohr. Aber. Trekow, was reden Sie da vom Nachhausegehen! Was wollen Sie denn zu Hause? Ich meinestheils wüßte das absolut nicht. Ob ich mich abrackere, oder mer Sekt kneipe, das bleibt sich einerlei. Den Tempel schließen sie mir demnächst auf alle Fälle!" Und er lachte voll atzenden Hohnes. In das Lachen hinein fielen ablenkend seines Nachbars Worte: Sitzt der Schulzendorf da drinnen nicht etwa gar über 'ncr'Zeitung? Na, das nenne ich beruhigte Eemuthsart. Sie. Schulzendorf, edle Stütze der Regierung. kommen Sie mal 'raus!" Der Regierunzsasse ssor hob den tadellos gescheitelten Kopf nicht von seiner Zeituna. Es mußte ihn etwas interessiren. Pardon, meine Herren hier steh: etwas " Was ist denn los?" empfingen ihn die draußen. Losschießen! Sie zittern ja förmlich!" Nun, wenn man Jemand gekannt hat. so ist's " Weiter," ermunterte Treskow. Also wer ist sie, und was ist los mit ihr?" Regierungs -Assessor Schulzendorf entfaltete seine Zeitung und sagte, noch ehe er zu lesen begann: Vielleicht intercssirt Sie die Neuigkeit auch, meine Herren, denn wahrscheinlich ist Frau Jutta Gerland doch auch Ihnen keine Fremde."., . Todienstille folgte d:n Worten. Jeder auer dem Assessor wußte, was Jutta Gcrland Palmer gewesen. Blicke flogen hin und her, doch ehe noch ein Warnungssinal den Ahnungslosen erreichte, begann der Assessor zu lesen. Telegramm aus EaprtV Auf der herrlichen .:sel, die mit Vorliebe von Deutschen aufgesucht wird, geschah gestern e:n beklagenswerthes Unglück. Eine Dame, die erst am Tage vorher im Hotel Quillsana eintraf, Frau Jutta Gerland. Wittwe des bekannten Malers Werner Gerland, stürzte beim Myrthenpfluaen von einem schroffen Felsenhang in das Meer. An eine Bergung der Leiche war bei dem Herrschenden Schirokko nicht zu denken. Ein Bekannter der Dame, ein Mister Hardinoer aus Amerika, war Zeuge des Unfalls." Da tönte dumpf ein Laut auf, der fast keinen menschlichen Klang mehr hatte, und taumel.id, todtenbleich, mit irren Blicken sprang Palmer von seincm Sitz empor, riß dem Leseaden die Zeitung aus der, Hand und schleuderte nach einem kurzen Blick in dieselbe das zusammengeballte Blatt zu Boden, stürzte in den Speiseraum zurück, riß Mantel und Kopfbedeckung an sich und eilte durch den direkten Ausgang hinaus. Durch den Wintergarten aber, an den ihr betroffen nachschauenden Herren vorüber, floh Liane in das Vestibül zurück, winkte abwehrend dem Portier, der ihr irgend eine Mittheilim 3 machen wollte, und eilte auf die Straße ohne Denken und Empfinden fast, nur mit dem einen Fühlen und Wissen: so wie er aussah in dem Augenblick, da er Frau Juttas Ende erfuhr, so sieht einer aus, der selber hingeht und ein Ende macht. Die lange Straße hinauf und hinab irrte ihr Blick. Wo war er nur? Da plötzlich gewahrte sie ihn. Um die Ecke der Seitenstraße kam er, ging hart an ihr vorüber und sah sie nicht, ging achtlos an ihr vsrbci, alL wäre sie ein Stein am Wege am Weg die erste Beste! Es schrillte auf in ihr und seine Hand war's, die sie fühlte, die grausam hineinschlug . in ihr Herz, die alte Wunde wieder voneinanderriß. dr. alten blutigen Jammer, den Schrei bitterster. Scelennoth: was hast Du mir gethan! Und doch. über alles hinweg fluthete in ihr ein anderes: sein starrer, leerer Blick, der nichts mehr sah, was auf seinem Wege war, der keinen Weg mehr hatte, keinen suchte, als nur den einen allerletzten! . Und sie hielt die Hand vor ihm enu vor, daß er nicht weiter schreite auf diefern letzten Pfad, und stieß es hervor: Bleiben Sie! Das dürfen Sie nicht thun!" ffix war stehen geblieben, als sei ein
Gespenst vor ihm "aus dem Boden gewachsen. Liane Li ane!" . Er stammelte es, , faßte es nicht, daß sie leibhaftig bor ihm stand, sah noch
immer bor sich die andere Jutta wie sie. mit emienicn Augen oen jnaeye. anstarrte. Liane aber sprach weiter zu ihm. schritt dabei an seiner Seite vorwärts, so auch ihn zwingend, daß er weiterging. Ich weiß, was geschah jetzt im Hotel habe ich alles mit angehört. Und ich weiß auch, was Sie nun selbcr thun wollen. Aber das das sollen Sie nicht thun das dürfen Sie nicht thun! Um alles, was mir durch Sie gekommen, verlange ich, daß Sie mir geloben, es nicht zu thun!" Kein Tropfen Blut war mehr in seinem Gesicht. Aus der furchtbaren seelischen Erschütterung, die minutenlang wie geistige Umnachtung über ihm gelegen, hatte Lianes Stimme ihn herausgerizjen, ihn wieder zum klaren Erfassen und Begreifen der Wirklichkeit gebracht. Und er verstand auch, was sie von ihm wollte, was sie glaubte, daß er selber hatte thun wollen. Hatte er es gewollt? War er vielleicht wirklich drauf und dran gewesen, hinzugeben und das Ende zu beschleunigen, dem sein schiffbrüchiges Dasein zusteuerte? Und Liane, die den Sinkenden zu halten suchte, Liane, die an seiner Seite ging in dieser Stunde an seiner Seite! Er fand kein Wort, das er ihr hätt: sagen können, wagte nicht, sie anzusehen, die neben ihm schritt. Und sie wußte es, daß sie so mit ihm schreiten werde. Stunden um Stunden, und nicht eher von seiner Seite weichen, als bis er ihr das Wort gegeben, das sie von ihm forderte. Da wandte er den Blick ihr zu und übermächtig drängte eS von seinen Lippen: Liane trotz allem, was ich Ihnen angethan " Ihre Hände winkten ihm Schweigen. Nichts davon! Nur antworten, geloben sollen Sie mir, daß " Was fordern Sie von mir, Liane?" Sie wissen, was ich von Ihnen verlange! Leben sollen Sie leben wollen, wie es auch komme!" Er antwortete nicht sogleich, sah sie nur an, sah die tiefen Leidensspuren in ihrem Gesicht, die ihn anklagten. Ein Zittern ging durch seine hohe Gestalt. Was Sie von mir verlangen, Liane, ist vielleicht das 'Schwerste für mich. Wissen Sie denn, was " Was das für Sie bedeutet?" Sie fäh ihn schlicht und ergreifend an. Ich weiß es." Da, unbekümmert um das lärmende, hastende Getriebe ringsum, gab er ihr voll tiefen Ernstes das Gelübde: Die Herrschaft über mein Leben, fliegt in Ihrer Hand. Liane." S blieb dicht vor ihm stehen und ihre Augen fragten: Lügst Du nicht wieder vor mir. wirst Du auch halten, was Du sprichst?" Er verstand die stumme Frage. Ich halte mein Ehrenwort, Liane!" Sie winkte, sich verabschiedend, mit der Hand. Ihre Kraft war zu Ende. Sie eilte durch die Straßen, und wußte nicht, wohin. So still war es plötzlich um sie geworden, so ganz verstummt das laute Getriebe, daß sie endlich den eilenden Schritt einhielt und um sich schaute. Nur an der einen Seite lief noch eine lange, hohe Mauer, und die dahinter wohnten, das waren stille Leute. Die Pforte des FriedHofes stand offen. Sie schritt langsam hinein, ging den sanft ansteigenden Weg hinauf, den die weinen Marmor steine und die schwarzen Kreuze säum ten. und blieb vor einem dieser Kreuze stehen, von dem es golden auf fchwa?zem Grunde leuchtete: Die Lieb glaubet alle?, sie hoffet alles, sie duldet alles die Liebe höret nimmer auf. Und bor dem fremden Grab sank Liane in die Kniee, hielt um d.-.s'Kr:uz die Hände gefaltet und schluchzte laut. L3. K a p i t e l. m nächsten Morgen mit der erstcn Post erhielt Liane einn Brief. Detlef Balmers Schrift trug er. Hochauf schlug ihr Herz. Eine ganze Weile erst hielt sie das geschlossene Schreiben in der Hand, bevor sie es öffnete. Eilende, dränaende Buchstakn, als habe sie sich eine in fliegender Hast aus der Feder, aus der Seele aeiw-unaen. Liane, ich kann diesen Tag nicht zu Ende aeben lassen, ohne noch emmal zu Ihnen zu sprechen. Ob ich Ihnen danken soll, weiß ich nicht, aber in tiefster Reue bitte ich Sie um Vergebung für alles, was ich Ihnen zufügte. Was ich Ihnen anthat, das habe ich gebüßt, Sie selbst fühlen das wohl, und wären Sie eine rachsüchtige Natur. Sie durften zufrieden sein. Aber Sie sind es nicht. Sie haben m Ihren dunkelur Stunden nicht an Rache gemacht. I" war nicht blind. Liane, ich habe Sie wohl gekannt, aber zu spät erkannt. An unserem Verlobungsabend kannte ich Sie Nicht, sonst me und nimmer. Das weiß ich und das schwöre ich fernen trok allem! Und auch das schwöre ich Ihnen. Liane, ich hatte kein frevelhaftes Spiel mit Ihnen neiden wollen, hatte es ernst gemeint tro'allem! Als ich Sre bat. meine Fra. zu werden, da wollte ich den Schluß vunkt seken hinter eine alücklose Lei denschaft. an der ich Halt und Weg verlor. Sie ist todt, die es noch besser . . - . v;- crr weig ais icy, wie icg ieyi oic uaqiycil spreche und wie es trotzdem möglich wurde, daß, ein verhanLMvMerlu
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genblick mich zum Betrüger' vor Ihnen werden ließ. -
Noch . einmal bitte ich Sie aus der bittersten Erkenntniß meiner Schuld an Ihnen um Verzeihung. Möchte Ihnen Vergessen kommen über alles. ! Was in Ihrem Leben meinen Namen trägt. Ich werde Moorheide binnen Kurzem verlassen. Mein Besitz kommt unter Verwaltung der Glaubiger. Sie wissen. -was das für mich bedeutet. Allein ich werde trotzdem des Wortes eingedenk bleiben, das ich Ihnen gab. Gebe der Himmel, daß noch einmal die Stunde kommt, in der ich Ihnen danken kann, daß Sie es von mir forder ten. Bis bahrn leben Sie wohl!" Der Brief entsank ihrer Hand. Dann nahm sie den Bogen wieder empor und las ihn noch einmal Wort für Wort. Er selber war dieser Brief er selber! So wie sie ihn gekannt, geliebt hatte! Und die Wände, - die ihr den klaren Blick verstellt hatten, den Blick in seine Seele hinein sie fielen! Nicht um sich die geliebte Frau zu gewinnen, um seinen letzten Trumpf gegen sie auszuspielen, hatte er die erste Beste' am Wege gefreit, hatte er Wochen um Wochen ein betrügerisches Spiel mit ihr getrieben nein, fo frevelhaft grausam, so niedrig war er Nicht gewesen! Ihres Herzens Glaube, der nicht hatte sterben wollen, der Glaube an das Gute, Wahrhafte in feiner Natur hatte sie doch nicht völlig genarrt. Um sich aus einer unseligen Leidenschaft heraus zu retten, aus innerer Wirrniß, aus Kampfesmudigkelt heraus, nicht um Jutta Gerland zu gewinnen, nein, um sich von ihrer Macht zu befreien, hatte Palmer die Hand nach einer anderen ausgestreckt, die hilfesuchende Hand, nicht die wissentlich frevelnde! Darum also, darum sem Weigern, mit der Braut am Arme die Wege Frau Juttas zu kreuzen, die sich doch Nicht gescheut hatte, den ihren in letzter Stunde nach Moorheide zu nehmm. Doch sie war todt! An ihren Schreibtisch setzte sich Liane, griff zur Feder, als wollte sie Detlef Palmer auf der Stelle antworten. Aber sie that es nicht. Und Tage, Wochen folgten dem Morgen, da sie sein Schreiben empfangen. Sie hatten Liane völlig verandert. Alles Müde. Trostlose war von ihr abgefallen wie welkes Laub. Sie klagte nicht mehr an, sie richtete, sie verachtete nicht mehr. Nichts Bitteres mehr war in ihr. Nur ernstes, gesundes Wollen, das um seines Mitleids willen von dem einstmals geliebten Manne wegdrängte, weil Mitleid keine Brücke schlagen sollte von ihr zu ihm, weil sie ihm so nicht wieder begegnen wollte im Leben. Ein glücklicher Zufall kam ihr zu Hilfe. Die Damen, bei' denen Liane ihre Stellung als Gesellschafterin ausfüllte, machten ihr eines Tages die Eröffnung, daß sie den Frühling und Sommer auf Reisen zubringen, im Herbst aber nach Amerika heimkehren würden. Wenn Liane, die sie lieb gewonnen, sich ihnen anschließen wolle, so sei sie ihnen herzlich willkommen. Ohne Besinnen nahm Liane das Anerbieten an. Föhrenbachs theilte sie ihren Entschluß alsbald durch einen ausführlichen Brief mit. Und auch ihrem neugewonnenen Freunde Robert Sanden-Warnebrook schrieb sie darüber. Dann wollte sie auch ihm, Detlef Palmer, schreiben. In ihrem Herzen drängte es: Thu's, sag ihm ein gutes Wort, ihm, der auf seinem einsamen Moorheide sitzt und des Tages wartet, der ihn heimathlos macht. Sprich zu ihm wie ein Mensch zum anderen nicht wie das Weib zum Manne. Oder auch so. Warum nicht? Hast Du. das gedemüthigte Weib, ihm nicht in schwacher Stunde die Hand zum Halt ge reicht, hältst Du sein Leben nicht in Deiner Sand?" DM (Fortsetzung folgt). Ein e eigenthümliche Pflanzmethode hat man in vielen Gegenden Sachsens. - Dort Kktrhtn hit 9nnhmribt htim Nflanxen erst mit dem Pflanzholz die Locher, gietzen it voll watx uno pflanzen oann tn die mit Wasser gefüllten Pflanzlöcher. Dieses Verfahren hat vor dem r n "tf:i. .x..r.: st!.ia tm UUllUJCIl lUUillUCllCI VUii UUK au8: besonders wiro durch die eiatn thümliche Verwendung des Wassers die Krustenbildung verhindert, die bei nachträglichem Begießen unvermeidlich ist. Weitere Bortyeile viele: mees Nerfabren insofern, als Sie Pflanz linge nicht mehr nachsinken können und mm m m m man demgemäß Sie Pslanzuese genau berechnen kann, daß sie, wie beim nach' träalicken Gienen. losaesvült und die Wurzeln entblößt werden, und daß die Feuchtigkeit, in dieser Weise gereicht, dauernder ist als bei dem Gießen nach dem Pflanzen. Der Gaucho - (Rinderhirte) Südamerikas mackt lieber einen Umweg von 20 Meilen zu Pferde als eine . . ern-t. nv..r. yazoe 'jjtiut zu Hun. D i e Stadt New Fork beschäftigt in runder Zahl 15.000 Leh rer in ihren öffentlichen Schulen. Die Ausbeute der heurigen Lachssaison am Puget Sund wird auf 800.000 bis 900.000 Kisten berechnet. Den größten DattelPalme nwald Europas besitz Elche, ; Spanien. Er enthält 60.000 Baume.
Feuer - Signale.
icrnföl xx statt Gngliff' Oa-Hau I Eayund5ttVork t Noble und Vichigan 3L Jersey u. Stoff SW Pine und Norty Rarket und Pine 1 Vermont nahe Eaft 13 9i$. 8 Cpritzenhau Vaff.Lvenahe Noble U9 Carl A und 19. 212 Capital v und 17. 115 Pennstzlv. a. Vichias 14 JMnoii und 29. 216 Senate Ave und 21. 1 Pennsvlvania und X 217 eridian nd 16. 219 Eavital Ave und 26. 219 vroadway und 19. 231 JllinoiS und McLea J34 No. 14 Spritzenhaus envood und 30. 235 JllinoiS und 85 38 Annetta und 8, 237 No. 9. Spritzenhau Udell und Rad. 253 Udell Lad der WorS 2S9 Jsabel und 27. 241 rlcridian und 24. -242 JllinoiS tt St ats, 245 Tldridge und 23. 12 West uud WaKmt 13 West und 12. 514 Howard und 16. 515 ZexUt und Pa 316 kapital Ave trnl 1 517 Northwestern Qx. tt 21 818 Sent und 18. 819 Kanal und 10. 521 Eenaline Works 824 Vermont und Lvn 25 ViSnuack u Srandö 323 No. 29 Spritzenhaus Haughville. 27 Michigan u. o!ait8 828 Michigan tt. Cencotd 541 West und eJntvr , 412 Missouri u. Maryland 415 Missouri und )h io 415 Capital Avi,Leorgia 416 Missouri u entuSh S. 417 Senate Sv u. Sash. 421 P und S srundbaul . SB. Washington. 425 Irren-Hospital. , 424 Wi!ey Lve u.JDM 425 Wash. und Harp 426 No. IS Spritzacha,. W. Washmgtoe 427 Oliver und köirch 428 Olwer und OSgood 429 Nordhke und &ort 431 Hadletz Ave n. ttttttt 432 Sklver Ave . Morris 454 River Ave 5 Kstz 435 Harding u. SSig 4 R ? 436 Harding nd Cltt U7S!o. 19 exripz niS und asta H6ö55EIJ 439 etcaVdä. 61 Kcitnex nd CS ZSH Howard rJk L , 5 RoniS ab tetttt 6 Samt trnd rcfcsoaFl 457 Nordsßk fJtt . SS Rn WorkS 512 West und Sisy 613 enwektz Ave 614 Meridian und MorrZ Kl JllinoiS V3& anssS 517 Morris end Dekoia 618 MorriS und hurch ei9 kapital & a Stcffcrv 621 Meridian und Pcunes 63 Pin und Lord 24 MadismAvuL!za! iH Meridian und 27 Carlos und Ray 62 Meridian und Arijrz 029 Vridian tu?lav?dd 831 Meridian u. M:Cak.l 63 No. 17 Spritzenhaus Morris nahe tt'ch 6 2 McSeraanund 5Drt, 613 Saft u. Lincoln hrst 14 Saft und Secch eii Wnght unv Sans 617 MrEarty und Deaitz IS New Jersey t;'s Tjk Tit Spruce und Pre?pt V Eitglish Ave. . cjcA 714 eUkZbu.PUS3i 716 Säy uud Zecher l State Ave und Dtdüff. 713 Orange und Laurel Yl Shell,!, u. Cxticßf t-1 7Z1 LerwgtonA.. Lautz 5 FletchAv.Opr ru Etat Ave u. PKasa? NS Prospekt und ?I',S W OranO und Harlc? 728 Liberty nd Mea 72 Nvble und Ssut; 1 No. 15 SpritzenhcaS Ost Sashingto V 15 Market und Noble 814 Ohio u. Highland Ad 21 ?pichigan u. tzighlme 16 Market Arsenal A5 617 Oft 6 Ctair und Union Bahn Gelns. 1 Pau Handle Shop, 23 Lammt und WaKeL L24 Wash. und Stau Atz 5 Vaddm'sLoungtLsd , Zocker und Dorsey 27 Wash. und LeviL TU 29 0. 11 SpritzhauL vediLe nade Vichia '51 Southeafter ce!5 oodsid. 32 Wa?h. und XtccAan U4 Ettlheasler S ArsenckI v6. 5i New Zork ld Zts$x 12 Mnois und Karvl 13 IM und Rartct tu Pcta. nd Ls 916 Delaw, ta 3 DeUUvre und Walnut i Sk. Jersey u Sentral . 5 Nah. und (tarne! tt 1 Lsh m d 11. 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Highland Ave und IS. 45 Tecumseh und 10. 45 New Jersey und 22. 46 AKord und 17. 47 No. 8 Spritzenhaus Hikside Ave und 16. 48 Kollege Ave und tx. Lsllege Lve und 7. 5L Park Ave und ftft. 55 LSu. 3 Sehnn., 54 NamZey Ave und 19. :k Etsuehton u Newma 7 Atlas und Pike. 55 Blotzd und PUrpaw ss No. 21 Spritzenhaus Srightwsod 4i Ar den und Depot CS Brigotwood und 84. 54 Rural und Slohd 36 5 t. Clatx it. chstone 7 Sr'enal Ave und 13. 13 ZScllefontai und tt4. Spezial'Oizuale. ttfUn 9 Schlöge, tzweite? Alarm, zweiten Schläge, dritter Alarm, krittm Schläge, dierta Alarm, '.'-l, Feuer aus und Schlauch usgeroW. Schläge, Wasserdruck ab. j Schläge, 11 Uhr Mittags. Die so bezeichnete Signale nxrde t&tt do Xurn ichier aggbm da an dm betreZfezch Ctefra reuzungeA keine AlatiiiköKev Ungetvach Rnd '"X . wwm GkdanKensplittrr. Nicht die Originale sterben auS, aber die Menschen, die Sinn für sie haben. Die unverstandene prau ift gewöhnlich eine unverständige Frau. Frauen wollen . Z:el5 nach d-.r neuesten Fasson selig werden. Wer es mit sew.cr Pslick! genau nimmt, dem gilt auch Geuauigkcit iix Pflicht. Pedanten glaulen, alleZ r2ndttch zu nehmen, aber gerade ai den Gründ der Dwge kommen, sie fast nie. nu r v f e n uno tnfen fmo von allenFuttermittklnals die stickstoffreichsten anzusehen, abe auch ziemlich schwer zu verdauen, und deshalb Hühnern mit einiger Vorsicht zu geben. Immer aber geben Erbsen- und Linsenmehl einen werthvollen Zusatz zu anderem Mutter.
