Indiana Tribüne, Volume 29, Number 30, Indianapolis, Marion County, 27 September 1905 — Page 6
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ZNedizlnischtodt! Humoreske von Franceö Külpe (Likau). Betrübt und mißgestimmt schienbette ich durch die weniger belebten Straßen unserer Stadt. Der Regen sickerte in langen, dünnen Fäden gleichmäßig vom grauen Himmel, und ich gedachte meines Kameraden, des Professors Pawel Nikolajewitsch Chlabnikoff, den der Schnellzug nun schon viele Werst weiter ostwärts transportirt hatte, gedachte unserer gemeinsamen medizinischen Thätigkeit an der chirurgischen Klinik in Moskau und war traurig und niedergeschlagen. Ihn führte das dampfende Eisenroß einer ruhmvollen Thätigkeit auf dem Kriegsschauplatze entgegen, und ich saß in der kleinen nordischen Stadt,, die sich einer barbarischen Gesundheit erfreute und konnte Fliegen fangen! Während ich so mißmuthig vor mich hinschritt, trat ein alter Mann in abgetragenem Kaftan auf mich zu. Guten Tag, Euer Hochwohlgeboren," sagte er freundlich, machte einen tiefen Bückling und riß seine Mütze ab. Ich starrte ihn an. Sein Gesicht kam mir durchaus bekannt vor. Ein grauer Stoppelbart bedeckte die Oberlippe und Wangen, und unter dichten Augenbrauen lugten ein Paar graue scharfsichtige Augen pfiffig - freundlich he:vor. Guten Tag, Brüderchen," erwiderte ich, Du kommst mir in der That bekannt vor, aber ich weiß nicht, wo ich Dich zuletzt gesehen habe." Er lachte lautlos vor sich hin, stützte die beiden Hände, in denen er seine Mütze von Schafsfell hielt, auf seinen Knotenstock und blinzelte listig. .So setz doch die Mütze auf, Alterchen," sagte ich, und erzähle mir, wo wir uns getroffen haben." Wieder dieses lautlose Lachen, das, ich weiß nicht warum, einen spöttischen Anflug hatte. Kennen Sie noch den Iwan Jljitfch?" sagte er, schlau mit den Augen zwinkernd. Was?" rief ich überrascht und trat einen Schritt zurück. Du wärst Jljitsch, der Soldat, dem man den Fuß abgenommen hat und Du lebst noch?" Wie Sie sehen, Väterchen, gnädiger Herr," sprach der Alte, gemüthlich zwinkernd, und tausend Fältchen bilbeten sich um seine pfiffigen Aeuglein. Und was mehr ist der Fuß lebt auch noch und ist gesund." Aber' das ist ja unmöglich!" rief ich, starr vor Verwunderung. Medizinisch bist Du jedenfalls todt, und ich hatte Dich längst eingesargt und begraben." Vor'm Begrabenwerden war mir damals, als ich in Ihrem Hospital lag vor neun Jahren, auch höllisch bange, aber nun " er sah zärtlich auf seine beiden Füße nieder nun geht's schon noch eine Weile; die Füße halten sicher noch so'n Jahrer zchne vor. und wenn's der Tod nicht anders anfängt, kriegt er 'mich noch lange nicht." Ja, wie ist mir denn?" stotterte ich, noch immer ganz verdutzt. Wie bist Du denn aus dem Hospital entkammen?" Ich? Am Morgen vor der Operation bin ich durch's Fenster ausgerissen!" sagte der Alte'mit. breitem Lächeln. ' " Höre, Brüderchen," sagte ich streng, Lügen aufbinden lasse ich mir nicht. Wie solltest Du entkommen sein? Krank warst Du an demselben Tage sollte Dir . der Fuß amputirt werden und durch ein Fenster des Hospitals sagst Du? Sie liegen ja wenigstens zwölf Fuß hoch llöer'm Boden und Niemand hätte das gemerkt?" Ich bin aber doch durch's Fenster gesprungen," sagte der Alte beharrlich. Das mußt Du mir genau erz'ählen," sagte ich. auf's Höchste gespannt, komm, wir gehen hier in die nächste Kneipe und trinken ein paar Gläschen miteinander, und wenn Du mir nichts verschweigst, bekommst Du einen Rubel." Wieder schüttelte den Alten dasselbe lautlose Lachen." . Der Rubel wäre leicht verdient, gnädiger Herr," sagte er. Wir gingen also in die nächste Branntweinschenke und fetzten uns an einen fleckigen, noch vom Scheuern feuchten Tisch. Mit dem breiten Handrücken fuhr sich der Alte über den Stoppelbart und begann bedächtig: Also am Vorabend des letzten Tages im Hospital ?amen der Herr Professor Pawel Nikolajewitsch ürib Sie, gnädiger Herr, mich besichtigen. Ich hatte arge Schmerzen und stöhnte, ja die Bettdecke lastete mir sogar zu schwer auf dem kranken Fuß. Ich sah, wie Pawel Nikolajewitsch Ihnen einen Blick zuwarf, und hörte ihn ein Wort sagen in einer Sprache, die ich nicht verstand. Da kam der Krankenwärter Akim Petrowitsch herein. Wir nannten ihn unter uns den Unglücksraben, weil er uns immerzu von traurigen Dingen vorkrächzte. Nun, Bruder," sagte er gemüthlich,' mach Dich nur auf eine Trennung gefaßt." Trennung?" frag ich verwundert. Nun ja,"- sagt Akim Petrowitsch, von einem alten Kameraden, Deinem kranken Bein da."
Herr, mir stand das Herz sttll vor Schreck. Ich brummte etwas und schloß die Augen. Alter Narr!" krächzte da der Akim Petrowitsch verdrießlich. Der versteht schon nicht mehr, was man redet!" und aina hinaus. Ich aber lag da mit Fieber in Herz und Hirn. Wie? Morgen sollte ich. der ich gegen die Türkm bei Plewna mitgfochten und heil und ganz geblieben war, nur noch mit einem Bein daliegen hilflos ein Krüppel? Das durfte nicht sein! Ich lag die ganze Nacht wach und grübelte und dachte. Um fünf Uhr Morgens hörte ich leise die Thür gehen draußen sangen die Vögel in den Lindenzweigen, und ich wiederholte mir nur immer: In drei Stunden bist Du ein Krüppel, kannst am Grabenrand sitzen, einen Leierkasten drehen und betteln. Gab es denn gar keine Rettung? Ganz sachte richtete ich mich auf in meinem Bett, alle Kranken ringsum schliefen. Ich machte mich aus dem Bett; auf Händen und Knieen rutschend, kroch ich an's Fenster, schwang mich auf das Fensterbrett und schaute hinaus. Unten stand ein großer Bottich mit Lehmwasser, daneben lag Geräth aller Art man hatte wohl einen Schaden an der Mauer ausgebessert. Ich bekreuzigte mich dreimal. Im Namen Jesu Christi!" seufzte ich, schloß die Augen und warf mich hinaus. Es war ein glücklicher Fall, Euer Hochwohlgeboren. Ich war direkt in den Zuber mit Lehmwasser gestürzt. Das Wasser spritzte hoch auf, dann hob es mich fo gelang es mir, mit dem gesunden Fuß über den Rand des Kübels zu kommen, und den kranken schleppte ich in dem nassen Verbände hinterher, wie eine fremde Sache. Halb hüpfend, halb kriechend gelangte ich auf die Straße. Ach. Herr leicht war die Strecke nicht! Da saß ich nun. am Graben und wartete. Eine junge Bäuerin fuhr zum Markte. Ha, Mädel!" rief ich sie an willst Du einem Kranken ein gutes Werk thun, so nimm mich auf in Deinem Wägelchen und fahre zurück, woher Du gekommen bist nach Jwanowka, in's nächste Dors. Ich will Dir's reichlich lohnen. Du bekommst drei Rubel von meinem Bru der ausbezahlt, wenn Du Deinen Mund hältst und.nichts ausplauderst." Und ich erzählte ihr meine ganze Geschichte. Mit ihren runden, kohlschwarzen Augen sah mich die Dirne an. Da soll mich Gott behüten," sprach sie, daß ich von einem armen Kranken Geld nehme!" Und sie half mir in den Wagen. So fuhren wir friedlich nach Jwanowka. Es stellte sich heraus, daß Aniutka da zu Hause war. Mein Fuß glühte und brannte wie Feuer. Als ich im Dorfe war, holte mir die Aniutka ein altes, runzliches Kräuterweiblein und da war ich einmal in die rechten Hände gerathen, Euer Hochwohlgeboren. - Lehmwasserumschläge machten mir die beiden guten Weiberchen, LehmWasserumschläge Tag und Nacht, und von Tag zu Tag wurde es besser mit meinem Fuß. Und was ebenso gut war, und jedenfalls eine seltene Sache ist sie haben beide geschwiegen, die Weiblein geschwiegen wie die Gräber und das Ende vom Liede die Aniutka ist mein Weib geworden, Euer Hochwohlgeboren." Er schwieg und leerte schlürfend das vierte Gläschen. Aber das ist ja eine ganz unglaubliche Geschichte!" sagte ich ganz verstört und ein wenig in Verlegenheit gesetzt. Ja, ja es sind kluge Leute, die Herren Doktoren," murmelte der Alte. Sehr kluge Leute, aber diesmal haben sie sich doch versehen." Ich drückte ihm den versprochenen Rubel in die Hand und sagte: Grüß Deine. Frau von mir, Jljitsch alle Hochachtung vor Deiner Aniutka!" Hastig schritt ich zur Thür hinaus. Immer noch strömte der, Regen in dünnen Fäden vom grauen Himmel. Hinter mir aber hörte ich wieder das leise, wohlgefällige Lachen unseres medizinischen Todten". . Die Neigung zu meyr oder minder geschmackvollen" Tätowirungen an Armen, Nacken undBrust findet sich bekanntlich in besonders stark ausgeprägtem Maße bei Leuten, die mit dem Strafrichter in Conflikt gerathen sind. Davon legen die Steckbriefe Zeugniß ab, die auf Tätowirungen als leicht erkennbare besondere Merkmale" der gesuchten Verbrecher hinzuweisen pflegen. Wie weit es so ein Mann in seiner Sucht, sich zu tätowiren, treiben kann, zeigt ein soeben von der Staatsanwaltschaft in Aachen hinter dem Fabrikarbeiter Heinrich Krämer erlassener Steckbrief, in dem die besonderen Kennzeichen wie folgt dargestellt sind: Beide Unterarme tatowirt; eine Tätowirung besteht aus einem mit einem Dolch durchstochenen Herzen. In dem Herzen sieht: Rache ist süß." Der 27jährige Mann hat sich des Diebstahls und Betrugs schuldia gemacht. Diese Frauen! Warum machen Sie mit Ihrer Frau keine Landpartie mehr?" Neulich machte ihr ein Herr das Compliment, daß sie zwischen die Wiesenblumen so wunderbar hineinpasse, darauf, ging sie mir
zwei Tage aus dem Wiesengras nichtl
edr heraus!
ZUeik Mversack's Schreibebrief.
l. 11.
Geöhrter Mister Edithor! Wie mich der Dackter in den Haspattel gesagt Hot, ich hätt so en ferchterliche Äff gehabt, do hen ich awwer en Kick gerehst. wie noch gar keiner erlebt worde is. Ich hen gesagt: das duht awwer doch einiges biete. Ich soll en Äff gehabt hen? Wei Mann, ich sin so sauwer gewese wie Sie; ich hen doch nur an e paar Gläscher genippt un enMann von meine Seis kann doch e ganze Latt mehr siende. Jehs Hot er gesagt, das is gut genug. Der Differenz is auch nur, daß Sie den Wein im Keller gedrunke hen; das nimmt en ausgepichte Mage, wo so ebbes stende kann. Er Hot mich noch wehr Ecksplennehschens gewwe un do hen ich off Kohrs sattisfeiht sein müsse. Awwer es Hot mich doch keinder geposselt; ich hen nit sehn könne, daß en Keller so e Riesolt bringe kann. Well, ich sin bald Widder ahlrecht ge-, wese un do hen ich gedenkt, die frische Luft duht mein Schwell Hett gut un do sin ich an e Boot un sin den Rhein erunnergefahre. Das hen ich gegliche. Awwer off Kohrs hen ich mich auch hier Widder ärgern müsse. Do is e Partie an Bord gcwese un ich hen reiteweg ausgefunne, daß das Berliner Ware. Die hen davon gesproche, daß mer bald an die Lorelei Vorbeipässe dehte. ' Bei Galle hen ich gedenkt, die mußt du awwer auch einnemme. Ich hen mich so e wenig an den Schlei informt, ob das werklich e Konn'eckfchen mit den schöne Lied hätt.'wo mer früher immer gesunge hen un wo's sage duht: Die schönste Jungfrau sitzet dort owwe wunnnerbar. Schuhr Ding Hot der Mann gesagt, passe Sie nor emal acht. Es Hot nit lang genomme, do hen se all gesagt, hier is die Lorelei. Ich hen mei Augedeckel uffgerisse, wie alles, awwer eckzept en hohe Berg hen ich nicks sehn könne. Ich hen doch schuhr gedenkt, do owwe deht e junge Lehdie sitze mit Teits an un deht ihre Haar mit en goldene Kohm kohme. Wie ich so gar nicks davon gesehn hen, do hen ich ein von die Berliner gefragt: Wo is dann die Lorelei?" Do Hot er gesagt Aber liebster bester Mann, da oben is ja die Lorelei!" Ich hen noch emol geguckt un hen mich dabei puttienier mein Kopp fascht aus den Tscheunt gebracht. Awwer ich hen nicks gesehen. Do hen ich awwer nit mehr länger still sein könne.. Ich hen gesagt: Horche Se emol, das is en ganz verdollter Humbuck, wann Jemand in die Juneited Stehts dehre deht, die Piebels so zu suhle, dann deht die ganze Schuhtingmätsch zu Kindlingwutt verschmisse wer'n. Awwer hier sin die Piebels zu schloh un duhn einiges siende. Do hätte Se awwer emol den Landsmann von Berlin höre solle! Er Hot gesagt, ich sollt mei freche Schnautz abschotte, fönst deht ich iwwer Bord geworfe wer'n. Wann ich so wenig von die Naduhrgeschicht wllßt, daß ich noch nit emol verstehn könnt, daß uff so en hohe Berg keine Lehdie in. Teits sitze -könnt, dann sollt ich noch emol in die Schul gehn. Wann die nämliche Lehdie noch do wär, die der Heinrich Heine befunge hätt, dann wär se schon längst e Gränd Grändmah. Ich sollt emol e Matsch anstecke, daß ich bische Jnleitement kriege deht; dn Weg Hot er mich daungttahlt for sehr un ich sin so bei un bei zu die Jwwerzeugung komme, dafr ich en kolossale Fühl aus'mich gemacht gehabt hen. Ich hen mich ecksjuhst un hen die Schentelmänner inweitet, e Battel Wein mit mich zu drinke. Se hen äckzeptet un mer hen dann noch e paar vergnicgte Stunde verlebt. Awwer puttienier hätt ich vergesse, Ihnen noch e Disepeunten:ent zu verzähle wo ich gehabt hen. Mer sin an unsern Tripp auch-nach Binge komme un do hen mich die Schentelmänner verzählt, daß hier das Binger Loch wär. Well, was is die Juhs zu tahke, ich hen kein Loch sehn könn?.' Ich sin schon Widder nah dazu komme, en gehörige Kick zu rehse, awwer do hen ich mich zuerscht e wenig mehr Jnformehfchen gewwe losse. Wei Hot der Berliner gesagt, das Loch is in den Rhein, awwer Se derfe nit denke, daß do e Loch unne is, wo alles Wasser eraus laufe duht, denn das is nit der Kehs. Es is nur e schrecklich tiefe Stell, un in Konsekwenz en regeller Wörlpuhl un wenn do e Boot enei kommt, dann gubei, dann is seine Guhs gekocht. Do unne liege wenigstens .dausend Schiffe un so viel Mensche, wie in die ganze ittie von Neujork lewe. Gasch. do hen ich awwer doch keinder oniesig gefühlt. Ich hen gesagt, das Boot werd doch nit nier zu den Platz komme? O, no, Hot mein Freund gesagt, da is keine Dehnscher. Die Leut sin artg kehrfull un se wisse auch warum; wann" en Käpten von e Boot do hin fahre deht . ,
un mit Mann un Maus unnergehu deht, dann müßt er sich nachher befor die Kohrt verantworte un deht schuhr genug nach die Pennitenscherie geschickt wer'n. Well ich sin froh gewese, wie mer den Platz gepaßt hatte un ich hen for lauter ftreud noch emol uffaelent. O, ei tell juh, wann mer e Reis mache duht, dann kann mer ebbes verzähle. Wann ich Widder heim komme, dann solle Se emol ebbes erlewe; ich mache e Halmes Dutzend Leckschers uff un do solle Se emol ausfinne, wie die Leut do hin geströmt komme. Ich kann gar nit abwarte, bis ich Widder heim sin. Die Baldrians die reiße schuhr genug sämmtlicheMäuler uff un der scmarte Christ, der is im Stand un glaubt mich gar nicks. Awwer das is auch so einer von die, wo das ganze Jahr nit aus dem Nest auskomme un wann's Jahr iwwer is, auch nit. Der Tripp kost mich off Kohrs e schmales Fohrtschen, awwer ich geb nicks drum; ich -hen in die Zeit mehr gesehn un gelernt, als wie ich in mei ganzes Lewe lang aus Bücher lerne kann Mit beste Riegards Juhrs trulie Meik Habersack. Eskweier un Scheriff von Appel Jäck, Holie Terrer Kauntie. Drei Berliner und ein Münchener bestiegen unlängst .den Hochfeiner (3487 Meter). In der Nähe des Gipfels suchte der Bankbeamte Siedenburg einen geeigneten Standplatz für eine photographische Aufnahme. Er. entdeckte weiter unten eine vorspringende Felskanzel, auf die er sich am Seil hinab ließ. Der Münchener folgte ihm. Während Siedenbürg den Apparat einstellte,' verzog ihm ein Windstoß das Decktuch. Als er es zurechtrücken wollte, glitt er aus. Der Münchener, der seinen gefährdeten Begleiter festhalten wollte, wurde mitgerissen und beide fielen 6 Meter ties hinunter. ZumGlück waren sieaneinander angeseilt und das Seil blieb in der Mitte an den Felsen hängen. Der Münchener war nur leicht verletzt worden. Siebenburg aber hatte ganz bedeutende Verletzungen erlitten, ie oben Stehenden seilten die zwei Abgestürzten herauf und brachten sie in's Pfitschthal. Allgemein bekannt ist die Thatsache, daß viele Kraftwagenfahrer, die fern von ihrer Maschine die ruhigsten Leute sind, vom Schnelligkeitskoller befallen werden, sobald sie ihr Gefährt besteigen. Daß jedoch, der Abwechselung halber, auch einmal eine Schafheerde von dieser Raserei ergriffen werden kann, dürfte neu sein. In Weiskirchen (Regierungsbezirk Trier) wollte dieser Tage ein Kraftwagen, auf offener Landstraße dahinrasend, eine solche Heerde. die mit Schäfer und Hund friedfertig ihres Weges zog, überholen. ' Der Wagen suchte vorbeizugelangen, hatte aber seine Rechnung ohne die. Hammel gemacht, die plötzlich wie vom Schwindel ergriffen in geschlossener Reihe mit dem Kraftwagen um die Wette dahinflogen und alles in eine undurchdringliche Staubwolke hüllten. Die ehrsamen Bürger von Weiskirchen trauten lhren Augen nicht, als sie die wie toll dahinspringenden Thiere auf das Dorf zuHetzen sahen, mitten drunter das schnaubende Töff - Töff. Rasch bewaffneten sie mit Stangen und Stecken und brachten die außer sich gerathenen Schafe wieder zur Ruhe. Der nach einer halben Stunde keuchend eintreffende Hirte meinte triumphirend: so wären nun einmal seine Hammel, die ließen sich nicht mal von so einer Teufelsmafchine einholen. Eine geheimnitzvolle Angelegenheit, der es an einem romantischen Anstrich nicht fehlt, beschäftigt zur Zeit die Pariser Kriminalpolizei. DieHauptpersonen stnd eine reicheAusländerin und eine arme Fabrikarbeiterin. Vor einigen Wochen war die letztere, die von ihrcm Liebhaber verlassen worden war. in eine Anstalt gebracht worden. Hier erzählte sie 'ihre traurige Geschichte einer Frau, welche die Insassinnen der Anstalt zu r chen pflegte, und diese versprach ihr zu helfen und und dem zu erwartenden Kinde ein Heim. Sie kenne eine iö'.che Ausländerin in Paris, die in Kürze auch Mutterfreuden erwartet habe, aber infolge eines Unfalls sei diese Hoffnung zerstört worden. Ihr Gatte aber dürfe davon nichts wissen, und sie wolle das Kind der Arbeiterin annehmen und als das ihrige ausgeben. Die Mutter solle eine Abfindungssumme von 30,000 Mark erhalten, und das Kind gehe einer glücklichen Zukunft entgegen. Anfänglich wollte die Arbeiterin nichts von diesem Plan wissen, aber die Rücksicht auf ihr Kind bestimmte sie schließlich, der Versucherin Gehör zu schenken, und sie wurde in ein Privathaus geschafft. Ihre Gespräche waren aber belauscht worden, und der Polizei wurde Anzeige von der geplanten Kindesunterschiebung gegemacht. Es gelang, die Arbeiterin und die Vermittlerin zu entdecken. Die letztere verrieth, daß sie im Auftrage eines Ausländers gehandelt habe. o s y e ? t. Dame (den Mcyter Düftler treffend): Sehen ja recht verdrießlich aus, Herr Düftler?" Dichter Düftler: Furchtbaren Aerger gehabt, neulich Manuskripte abschicken wollen, heute seh' ich, daß die noch in meiner Mappe liegen, habe wahrscheinlich leeres Papier- eingesandt." Dame: und wurde accevtirt?'"
Der R.o man einer Danzigerin, deren Schicksal im vorigen Winter großes Aufsehen erregte, hat jetzt durch eine zweite Heirath seinen Abschluß gefunden. Frau Elfe Jäncke, geb. v. Busse, ließ sich im vorigen Winter von ihrem Gatten, dem Weinhändler Acker in Wiesbaden, einem bekannten Lebemanne, scheiden und zog nach Zoppot, wo die Familie Jäncke ein herrliches Besitzthum ihr eigen nennt. Kurz vor der endgültigen Trauung bat Acker, den ältesten Sohn noch einmal sehen zu dürfen und schlug eine Zusammenkunft bei einemBerlinerRechtsanwalt vor. Der Knabe wurde dorthin gebracht, und nach kurzem Zusammensein erschoß Acker erst seinen Sohn, dann sich selbst. Nunmehr hat vor einigen Tagen bereits in aller Stille die Wiederverheirathung der Dame mit einem Freiherrn aus Darmstadt Pattgefunden. Aufeinerder jüngsten Reisen der Dampfers des Norddeutschen Lloyd Frankfurt" von Bremerhaven nach Baltimore wurde außerhalb des englischen Kanals eine Brieftaube gefangen und mitgenommen. Da der Dampfer nach Galveston weiter ging, gab man das Thier dem? Lloyddampfer Chemnitz" mit, der es auf der Heimreise im englischen Kanal auf der Höhe von Dover am 14. August, Mattags, in Freiheit setzte. Bereits am 15. August, Vormittags gegen 8 Uhr, kam die Taube in ihrem Heimathsort South Shields an. Bereits am 17. August hatte der OberMaschinist des Dampfers Chemnitz" ein freundliches Dankschreiben von dem Präsidenten der Harton Homing Society" in Shields. Der Obermaschinist hatte der Brieftaube eine Mittheilung über Fang, Verbleib u. s. w. mitgegeben. Der Präsident bedankte sich für die vorzügliche Pflege", die das Thier aus dem Dampfer genossen hatte. Da der 14. August ein regnerischer und nebliger Tag in England war, so ist die Leistung dieser Taube ganz erstaunlich. Nach23jährigerHaftin Sibirien ist der Schweizer Marc Sechaud als Flüchtling jetzt in feine Heimath zurückgekehrt. Sechaud, der im 53. Lebensjahre steht, war in der Schweiz erzogen worden, während seine Mutter als Wirthschafterin im Hause des polnischen Obersten Jinsky in Bucholaz (Bessarabien) lebte. Als junger Mensch begab er sich auf die Reise, um seine Mutter aufzusuchen, und diese Reise wurde für ihn zum Verhangniß. Als er im Hause des Obersten anlangte, war dieser gerade wegen politischer Umtriebe verhaftet worden, auch seine Mutter fand er nicht mehr vor. Nur ein paar Diener waren noch da, die im Begriff waren, zu fliehen. Da wurden auch diefe festgenommen und mit ihnen ohne zu wissen warum auch Sechaud. Nach einer oberflächlichen GerichtsverHandlung wurde Sechaud nach Sibirien deportirt. Eine unendliche Reihe von Leiden hatt: er dort durchzumachen. Nach achtundzwanzigjähriger Haft gelang es schließlich Sechaud, mit einem Kameraden zu fliehen undWladiwosiok zu erreichen, von wo er sich nach der Schweiz begab. Niemand erkannte ihn in der Heimath wieder; als seine Geschichte in einem kleinen Schweizer Lokalblatt veröffentlicht wurde, las den Bericht eine jüngere Schwester .Sechaud's, die auf diese Weise den Weg zu ihrem Bruder fand. Sechaud ist durck die mannigfachen Leiden überaus rasch gealtert und sieht wie ein 70jähriger aus. Er ist nicht mehr im Stande, sein Brot zu verdienen und wird wahrscheinlich die ösfentliche Wohlthätigkeit in Anspruch nehmen müssen. Eine lustige Strohwittwergeschichte macht im Osten Berlins viel von sich reden. Der Held derselben ist ein mehrfacher Hausbesitzer, der früher auch bei Stadtverordnetenwahlen kandidirte. Vor einigen Wochen war die Gattin des genannten Herrn nach Tirol in die Sommerfrische gereist,, während Herr der, wie die böse Welt behauptet, etwas unter dem Pantoffel steht, Geschäfte halber" in der Reichshauptstadt zurückblieb. Der lebenslustige Mann faßte sein Strohwittwerthum von der heiteren Seite auf und amüsirte sich im KreiseGleichgesinnter nach Kräften. Um das Symbol der ehelichen Treue nicht zu beschädigen, hatte Herr X. den Trauring, wie dies auch anderweitig vorkommen soll, ab und zu in die Westentasche gesteckt. Vor einigen Tagen erhielt nun der Hausbesitzer eine Depesche, worin die Gattin ihre Rückkehr für den nächsten Abend anzeigte. Herr 5. schrnückte das trauliche Heim, um den Seinen ein herzliches Willkommen zu bieten. So war der Abend herangekommen und Herr . holte, wie es sich geziemt, die Gattin mit der Droschke von der Bahn ab. Als nach herzlicher Begrüßung die Ehegatten das Haus betraten, machte Herr X. seine Eheliebste auf das hübsch ausgeführte Transparent über der Korridorthür aufmerksam. Im nächsten Augenblick aber soll es Ohrfeigen gesetzt haben. Wuthentbrannt zeigte Frau X. nach dem Transparent, an dem der Trauring ihres Mannes an emem Bindfaden höhnisch herunterbaumelte. Der Ring muß irgendwie in ruchlose Hände gerathen sein, und die schlechten Menschen hatten ihn in dieser wenig christlichen Weise verwendet. Frau . will . nun nicht mehr allein in die Sommerfrische fahren.
