Indiana Tribüne, Volume 29, Number 30, Indianapolis, Marion County, 27 September 1905 — Page 5

Jndlana Tribilne, 27 Scptembe 2903

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'Der Traum.

; Von T. H. Der Fkgen rauscht ur Erde, Die Nebel zich'n elnher, 2hm find verstummt die Lieder, T-ie Welt ist still und leer. Da eilen die Gedanken Äum fernen Schähelein, Und führen durch die Träume Mich selber bei ihm cm. Dort möcht' ich lange weilen, frenx von der Wirklichkeit; Denn nur im Reich der Träum Wohnt wahre Seligkeit. Aas Wdcl aus dem Zandl Ein Seebad'abenteuer nach dem Englischen. Es war am Sonnabend. Am Montag sollte mein Urlaub von zehn Tagen zu Ende sein. Mein Geld war es schon beinahe. Ich wollte mich noch einmal recht im Seebad amüsiren, aber kosten durfte es nicht viel. Villiges Vergnügen gab es nur. am Strand. Dort suchte ich es. Auf dem weiten Sand war es schwarz von Leuten. Vor allen Buden wimmelte es von Volk, und der Lärm war betäubend. ' Ick hatte all', diese Amüsements schön durchgekostet, wollte aber noch einmal auf den Pier" gehen, wo es am' vornehmsten ist und am buntesten zugleich. Das kostete nur zwei Pence Entree. - Da begann mein Abenteuer. In Gestalt eines Mädels. Sie hatte nichts Besonderes an sich. Wenigstens nicht in ihrer Kleidung. Trug ein einfaches, braunes Leinwandkleid und hatte eine Mütze mit Schirm auf. Ein blaues Vändchen als " Schlips. Keine Handschuhe. Schwarze Schuhe. Nichts war modisch an ihr. Taschen im Rock. Ein sonderbar geschnittener Nock, so kam es mir vor. Sie hatte die Hände in den Taschen. So stand sie auf dem Sand und blickte um sich mit stillem Lächeln. Ich stand ein Weilchen neben ihr, um das Terrain zu rekognosziren. Ich blinzelte sie an. Sie sah mir gerade in's Gesicht und lächelte. Da begann ich natürlich die Unterhaltung. Schön Wetter heute", sagte ich, um doch anzufangen. Sie blickte mir immer gerade in's Gesicht. Wirklich, so gerade hatte mich noch nie jemand angeschaut. Dann sagte -sie zu mir: VergangenenMonat hat es geregnet!" Es war etwas in ihrem Ton, das mich stutzig machte. Ich gab dem Gesprach eine andere Wendung und bemerkte: Viele Leute am Strand!" Sie sah mir noch immer fest in's Gesicht, mit ein Paar Augen, die ganz besonders daiu taugten. Ich habe bis jetzt zehn Menschen gezählt", sagte sie. Sie sind der elfte!" Aha, ich merkte: Sie machen gern Spaß!" rief ich. Ich liebe den Spaß. Gewiß!" Dabei lächeltesie nochnehrIiis man die schönsten Zähne in ihrem Munde seh. Gestatten Sie mir," sagte ich, Ihnen Herrn Samuel VriggS vorzustellen!" Damit nahm ich meinen Panama ab und spielte den Galanten. Sie wohnen hier?" Sie nickte. Ein fideler Ort, was?" sagte ich. Zu dieser Jahreszeit, ja!" Sie sah immerfort in der Menge umher und lächelte vergnügt. Ich plauderte weiter, über Winter- -und Sommerfreuden. Aber an der Natur liegt mir nichts!" fügte ich hinzu. Ich halte mich an das Studium der Menschen! Das ist mein Steckenpferd. Freilich, man kriegt auch das zuletzt satt. Ich bin nun schon zehn Tage hier!" So lange?" ZehnTage am Montag. Dann geht's wieder heim zu den Trauben und Apfelsinen!" Trauben und Apfelsinen?" Ja, ich bin in einem Obst- und Südfruchtgeschäft. En gros. Bin da vier Jahre. Habe mit fünf Schilling die Woche angefangen. Jetzt gibt mir der Alte 120 den Monat. Bring's aber noch auf -250, und das bald!" 250 den Monat?" Ja! Und vorher wird nicht geheirathet! Ein Mädchen, das den Mann wahrhaft liebt, das wartet auch auf ihn. Ich sag's Ihnen, wie jeder anderen: Ich halte nichts von dem alücklich liebenden Paar in der kleinsten Hütte!" Wie alt sind Sie denn, Herr Briggs?" Ich? In zwei Jahren werde ich 21! Bin bis jetzt noch nie verlobt gewesen. Wie alt sind Sie?" Es ist nicht viel Unterschied zwischen uns!" Das dachte ich mir! Darf ich fragen, ob Sie verlobt sind?- Nicht daß ich wüßte! Bis jetzt noch nicht!" Wird schon auch noch kommen! Er wird Sie .schon finden. Und Sie werden merken, wenn er da ist! Hat auch noch Zeit!" Das meine ich auch!" sagte sie. Reichlich! Ich verstehe mich auf diese Dinge. Das sagen alle, die mich kennen. In welcher Branche sind Sie?" In welcher Branche?" Nun ja! In was für einem Geschäft?" Sie schien zu seufzen. Ah außer Stellung also? Das ist hart! So ist es meiner Schwester das ganze vorige Jahr ergangen.. Ich sage Ihnen, die hat sich abgegrämt! Es ist auch nicht nett für ein Mädchen, so gar nichts selbst ' zu verdienen,' wenn sie auch schon ein gutes Heim hat!" Sie seufzte wieder. Da kam mir ein Gedanke. Ich hatte zwar eigentlich nichts dergleichen vorgehabt, aber es war etwas an dem Mädel, was mir gefiel. Ich sagte also: Es' ist ziemlich gemischt hier. Möchten Sie nicht mit auf den Pier kommen? Ich bezahle e3!" Sie wollen bezahlen?" Sie blickte mich mit ihren munteren Augen lange an. Dann rief sie: Das ist sihr nett von Ihnen! Ich bin noch

nie .auf - dem Pier - gewesen. Ist es hübsch dort? Viel los?" Ihre Erregung, ihre. Begehrlichkeit machte mir Spaß, und sie that mir leid. Wahrscheinlich hatte sie, wie so manche Leuie. nicht das Geld, um auf den Pier 311 aeben. Denn da ist alles theuer. Sie werden was erleben," sagte tch, wenn Sie noch nie dort waren. Mein Wort darauf! Es ist auch nobler dort als hier. ' Nach meinem Geschmack kann man nirgends einen vergnügteren Nachmittag oder Abend verbringen als auf dem Pier!" Wir gingen. Ich bezahlte für uns beide. Ich hatte zwar nichts usgeben wollen, aber als ich sah, wie das Mädel vergnügt wurde, da war mir nichts zu viel. Kaum waren wir ein Stückchen vorwärts gekommen, so ging ihr Lächeln in Helles Lachen über. Ich wußte zwar nicht, worüber sie eigentli h lachte, aber es hörte sich so famos an. man merkte ihre Freude. Wir gelangten an die Automaten. Wie sie da außer sich girieth man hätte glauben solle!., sie hätte so etwas in ihrem ganzen Leben noch nicht gesehen! Sie machte sich erst an einen, dann an den anderen knacks knacks ging Penny auf Penny in die Automaten. Schon hatte ich sechs ausgegeben, und sie wollte an alle und da stand ein ganzes Regiment von ihnen auf dem Pier. Das wäre eine verwünschte Geschichte , geworden. Besonders wo ich nur noch vier Schilling übrig haben würde, wenn ich meine Rechnung bezahlte, und die vier Schilling sollten mir zu Haus noch für die ganze Woche langen, für Mittagbrot und Alles. Als sie sich an den zwölften Automaten machte, sagte ich zu ihr: Haben Sie vielleicht zufällig Kleingeld für einen Schilling bei sich?" Sie schüttelte den Kopf. Leider nein!" Das ist schade!" Die Automaten nehmen nur Pennys an. und ich habe kein kleines Geld mehr!" So mußte sie aufhören, und wir zogen weiter. Ich bekam es mit der Angst zu thun. Das Mädel nahm gar keine Rücksicht. Sie wollte alles mitmachen, alles sehen alles haben.' Und ich mußte selbstverständlich alles zahlen. Ich konnte nicht ungalant, nicht geizig sein. Mir wurde übel und weh. Sie aber lachte und amüsirte sich, als wäre es das erste Vergnügen in ihrem Leben. Es war köstlich, ihr zuzusehen, aber zum Verzweifeln. So gelangten wir an's Ende des Piers. Dort war ein Restaurant. Die Leute saßen und tranken Thee und blickten auf's.Meer hinaus. Ich möchte Thee trinken!" rief sie. Können wir uns nicht auch hinsetzen?" Das war ein Schlag für mich. Ich fühlte in meiner Tasche herum, um mich zu vergewissern, daß noch etwas darin sei. " Noch anderthalb Schilling. Sott sei Dank! Das war tröstlich. Natürlich trinken wir Thee!" rief ich. Ich bezahle! Suchen wir einenTisch!" Wir ' fanden ein prächtiges Eckchen und setzten uns an dem runden Marmortischchen zurecht. Wir warteten ein Weilchen. Die Kellnerinnen schienen uns z'l übersehen. Jch'wollte das als gute Ausrede nehmen, um weiterzugehen. Die Aufwartung ist miserabel! Ich lasse mich nicht chikaniren! Gehen wir wieder!" ' Da kam ich schön an! Mein gewöhnliches Pech. Sie ließ sich nicht fangen. Ich möchte Thee trinken! Ich habe Hunger und Durst! Und die Theezeit ist längst vorüber!" Ich sah ich der Uhr! Richtig! In meinem Logirhaus mußten sie jetzt beim Thee sein. Andere tranken meine Portion, die ich zu bezahlen hatte, ob ich da war oder nicht. Und obcnein sollte ich auch noch den Thee hier bezahlen. Na! Das nächste Mal, wenn ich wieder ein Mädel auf den Pier führe, gebe ich ihr vorher zu verstehen, daß ich kein lebendiges Portemonnaie bin. Ich hätte es der hier auch rundweg gesagt, aber sie hatte etwas an sich ich kriegte es nichts fertig. Endlich kam die Kellnerin. Ich hoffte, mein Mädel würde bescheiden sein. Sie aber bestellt: drauf los. Thee," sagte sie. und Kuchen! Bringen Sie allerlei! Etwas Gutes!" Das konnte schön werden! Ich ließ meine 18 Pence durch meine Finger gleiten und überlegte wieder, ob ich ihr nicht lieber sagen sollte, wie es um meine Kasse stünde. Ehe ich mich entschließen konnte, war die Kellnerin schon da mit einem großen Theebrett und darauf ein Teller voll der theuersten Dinge. ; ' Darf ich Ihnen einschenken?" sagte mein Mädel mit süßem Lächeln und einer Ungenirtheit, als sei sie die Gastgeberin. :MUch? Zucker?" Sie reichte mir die Tasse. Ich hatte keinen Thee trinken wollen. Es war genug, wenn ich für das bezahlen mußte, was sie consumirte. Allein .sie. hatte eine so freie Art und Weise, daß ich schon am Schlürfen war, ehe ich es recht wußte. Sie nabm den Teller mit Kuchen. Was für schnurriges Gebäck!" sagte sie. Ich knurrte: Die werden wohl zwei Pence das Stück kosten!" Ich wollte ihr damit einen Wink geben. Zwei Pence das Stück? Wahrhaftig?" fragte sie. Ein paar Kinder hatten sich um uns versammelt und schauten uns zu, wie Kinder das thun, wenn wo schnabulirt wird. Eßt ihr gern Kuchen?" sagte sie zu ihnen. Wollt ihr welchen?" Sie gab jedem Kind einen Kuchen. Ich hätte beißen mögen. Sechs Pence dahin an fremde Jähren! Schon wolltt ich meine acht-

zehn Pence herausholen, sie auf den Tisch werfen und sagen: Da, das ist alles, was ich habe! Mehr krieaen Sie aus mir nicht heraus!" Und dann aufstehen und sie ihrem Schicksal überlassen. Da kamen die Kinder zurückgesprungen und brachten drei andere mit. Mein Mädel lachte. Die mLchten wohl auch Kuchen haben?" Und damit gab sie jedem emen. Wieder vier Pence dahin! Nun hatte ich noch acht. Sie sah sich um. Was doch

:er viel Klnder sind! Und.alle sehen o sehnsüchtig her! Ob sie wohl auch uchen mochten? Soll ich sie fragen? Sie fragte und gab allen Kuchen. Bald war der Teller leer. Ich war sorachlos. Nur einen Augenblick. Dann brach ich los. . . Pardon!" saate ich.' Ich möchte nicht ungemüthlich sein. Aber ich weiß nicht, wer für Ihr Spendiren aufkommen soll? Ich habe nur achtzehn Pence im Vermögen!" Die Kellnerin mußte das gehört haben, sie legte die Rechnung auf den Tisch. Vier Schilling und acht Pence!" sagte sie. Ich erwiderte: Hier sind achtzehn Pence a konto! Den Rest hole ich aus meinem Logis. Die Sache ist ein Mißverständniß." Mein Mädel lachte laut auf. Worüber nur? Sie mußte schnurrige Begriffe von Spaß haben. Ich fühlte mich so klein, so beschämt, so blamirt wie noch nie. Ich habe etwas Geld bei mir!" sagte sie, fuhr mit der Hand in die. Tasche und brachte ein Goldstück heraus. Mir traten- die Augen aus dem Kopf. Sie bezahlte und gab der Kellnerin einen Schilling Trinkgeld. . Sm!" murmelte ich. Sie scheinen nicht abgebrannt zu sein. Ein bißchen viel für. Jemand, der außer Stellung ist!" O!" sagte sie leichthin. Ich habe mein Geld aus anderer Leute Taschen!" Wie ich sie derblllfft anstarrte, lachte ste wieder laut auf. , Dies Lachen! Und worüber, zum Henker? Ja!" sagte sie. Das ist leichter als Geld verdienen!" Das klingt ja wie ein Taschendiebstahl?" Mancher mag's wohl so nennen! Es kommt alles auf den Namen an!" Mir gefiel das gar nicht. Ich sah sie scheu von der Seite an und wünschte, ich hätte nie ihre Bekanntschaft gemacht. Sie schien mir ein sauberes Früchtchen zu sein. Als wir gingen, sagte sie: Mr. Briggs! Ich danke Ihnen für den köstlichen Nachmittag, den Sie mir bereitet haben! Und um ihn recht hübsch zu beschließen,'' schlage ich noch eine Spazierfahrt vor!" Thut mir leid, aber ich selbst, habe nur achtzehn Pence und bin nicht gewöbnt, junge Damen für mich bezahlen zu lassen!" Die Fahrt, die ich meine, kostet nichts.'. Drüben am Strande wartet mein Automobil auf mich!" Ihr Automobil?" Nun denn, das meines Alten"!" : Sie lächelte wieder. Ihres Alten? Jch dachte, Sie seien stellungslos?" Meines Vaters meine ich!" . Ist Ihr Vater in der Automobilbranche?" Das gerade nicht. Aber kommen Sie nur, Mr. Briggs! Sie werden doch mit mir fahren?" Sie hatte etwas Unwiderstehliches an sich, daß ich folgen mußte. Mir fielen . zwar die Taschendiebereien ein. Lch fürchtete, ich sei in schlechte Gesellschaft gerathen und könnte meine Reputation schädigen. In einem Badeorte giebt es schlimme Charaktere. Ich paßte ihr scharf auf die Finger, als wir uns durch die Menge drängten. Sie behielt aber ihre Hände, so weit ich sehen konnte, in den eigenen Taschen. Ueber ihr Automobil hatte ich meine Zweifel, wie über sie selbst. Doch richtig, da stand ein kleiner Motorwagen an der Straße, ein junger, wohlgekleideter Herr saß darin. Wie wir uns nahten, sprang er eilfertig heraus. Steigen Sie ein, Mr. Lriggs!" Und Ihr Herr Freund? Kann der nicht auch noch mit, wenn wir uns Ausammenquetschen?" Mein Freund? Ach so! Der weiß schon Bescheid!". Sie setzte sich neben mich. Sitzen Sie bequem!" Ja, ja! Aber ich möchte doch lieber nach Haus. Es ist Essenszeit. Und ich habe Hunger. Ich verl'.ere meine Mahlzeit. Und dann Sie könnten mich am Ende behandeln, wie Ihren jungen Freund da und das paßte mir nicht!" Aber nurn lieber Mr. Briggs!" Wie sie das sagte! So, wie man so was auf dem Theater sagt! Und lächelte mich dabei an ich konnte nichts weiter sagen. Es wäre auch zu spät gewesen. Wir sausten schon dahin. Die Bäume flogen nur so an uns vorüber. Fahren wir nicht ein bißchen schnell?" fragte ich ängstlich. Ich hatte noch nie in einem Auto gesessen. Schneller, als eigentlich erlaubt ist," sagte sie. Aber ich rase immer so! Sonst macht es mir keinen Spaß. Es muß. um Tod und Leben gehen und jeden Augenblick eine Katastrophe drohen. Lieben Sie das nicht, Mr. Briags? Es ist doch so glorios!" Ich fand, das nicht. KönnenSie auch gut fahren?" So ziemlich! Aber wollen Sie vielleicht das Steuer nehmen, Mr. Briggs?" Ich . bedankte mich. Ich bat sie, umzukehren. Es sei nun Zeit für mich, nach Haus zu gehe::. Ich fühlte mich auch höchst ung'.müthlich, wie wir so dahinflogen und donnerten. Umkehren?" lackte sie. Das ist auögeschlossen. Wir .fahren weiter und tveiter und immer so fort!" Na ja! Sie haben mir ja gesagt daß Sie ein Späßchen' Neben.' Aber das hier geht zu weit! Ich will nach Haus:!

Mein Essen wartet auf mich!" Lassen Sie es warten. Sie werden heute nicht zu Hause speisen. Ich fahre weiter. - Sie müßten mir denn das Steuer aus der Hand nehmen. Nur rathe ich Ihnen davon ab. Es giebt dann sicher ein Unglück!" Was thun? Ich ergab mich in mein Geschick. Sie war die Herrin der Situation. Sie weidete sich - an meiner Qual. Ich saß mäuschenstill und schloß die Augen. Wir waren schon meilenweit in's Land hineingefahren, es war keinHaus mehr zu sehen. Wie sollte'ich wieder beimgelangen? Etwa zu Fuß ' nach Hause wandern? Und es fing schon an zu dämmern. Da plötzlich schleuderte der Wagen in einer kurzen Kurve herum, durch ein offenes Thor hindurch, in einen großen, herrlichenPark hinein, eine prächtige Allee, entlang, und ruck! hielt er vor dem Portal eines Schlosses, und Hopp! war auch mein . Mädel schon herausgesprungen. Ein vornehmer, hochgewachsener, alter Herr, einen Stock unterm Arm,'- die Hände in den Taschen, stand vor der Thür. In der Halle sah ich galonirte Diener. Väterchen!" rief das Mädel dem Alten zu. . Das hier ist Herr Briggs! Er hat mich auf den Pier geführt und freigehalten, weil ich doch noch nie so was gesehen. War das nicht hübsch von ihm? Ich habe mich köstlich amüsirt. Zum Lohn dafür habe ich ihn spazieren gefahren und mit hierher gebracht!" Wohl ein alter Freund von Dir?" fragte der alte Herr und musterte mich von oben bis unten. Mir wurde ganz heiß. I wo!" rief sie. Machte seine Bekanntschaft auf dem Sand! Er ist ein so gutes Kerlchen! Du mußt lieb zu ihm sein, Väterchen, und ihn zu Tisch laden! Ich mache jetzt Toilette! Unterhalte ihn inzwischen! Adieu einstweilen!" Und sie sprang die Stusen hinauf wie ein Reh. Komm zurück!" donnerte der Alte. Was fällt Dir ein? Mich allein lassen mit Herrn Briggs, daß ich ihn langweile." O, den langweilt keiner so leicht!" Du bleibst, Mädel!" und er drohte ihr mit dem Stock. Aber weg war sie wie der Wind. Ich hörte nur noch ihr helles Lachen aus dem Schloß herausschallen. Ich will die Sache kurz machen. Ich unterhielt mich famos mit dem alten Herrn. Er wollte mich erst im Schloß und im Park umherführen, nahm mich aber dann mit in's Billardzimmer, und wir spielten ein -paar Partien. Der konnte spielen! Ich war ein Waisenknabe gegen ihn. Und die Pracht im Schlosse, alle die betreßten Diener. Wo war ich nur? Wer war der Alte? Wer das Mädel? Da ertönte eine tiefe Glocke: Zum Diner, hörte ich melden. Ein Lakai

führje mich in ein .Prunkgemach, wo t i 's .ii . - rvi. v 1 icy lnerionelie macyen jouie. cy Toilette! Wie ich aussah, ich schämte mich ordentlich, als ich mich in all den wandhohen 4 Spiegeln erblickte. Als ich dann. in. den Speisesaal geführt wurde, sah ich das Mädel wieder. Die hatte Toilette . gemacht! Wie eine Prinzessin strahlte sie! Ja, wenn sie so auf dem Sand ausgesehen hätte! Ich Idiot, der ich gewesen! Sie lächelte mich wieder an, nahm meinen Arm und ich führte sie zu Tisch. Das Essen dauerte zwei Stunden. Die Lakaien kamen und gingen. Gerichte gab es! Und Wein! Ich war wie im Himmel neben ihr, und wir unterhielten, uns tip top! Nachher kam der Ab ßen stand ein Wagen chied.' Drauür mich, ein elektrischer Brougham; der führte m:ch in kurzer Zeit nach Hause. Ich hatte in all dem Wirbelwind keine Zeit gehabt, den Lenker zu fragen, wo ich eigentlich gewesen. Wer . der Besitzer des Schlosses sei. Ich mochte auch nicht fragen und mir eine Blöße geben. Am Montag früh, kurz vor, meiner Abreise, erhielt ich ein Paket. Darin war eine Photographie, ihr Bild, und ein Briefchen dazu. Auf dem Papier war ein großmächtiges Wappen. Das des Herzogs von Belmont. Das Briefchen lautete: Mein lieber Herr Briggs! Einliegendes als eine Erinnerung an ein schönes Nachmittagsvergnllgen! ' Von Lady Adeline Veaumanoir." Jch habe mir Bild und Briefchen einrahmen lassen und in meinem Zimmer aufgehängt. Wenn ich einmal derheirathet sein werde, kommt beides in meinen Salon! Sommerabend. Von Hermann Hesse. Es singt ein Schnitter auf der Rast, -.Im Dufte schwelgt der reife Klee du. daß du das alte Weh Mir wieder wachgesungen hast! Volkslieder, Kinderlieder yeb'n Lcistömg auf im Abendwrnd, Und wieder schmerzen alle Weh'n, Die doch vernarbt, vergessen sind. 'Spätabendwolkcn segeln zier. Die Erde athmet warm und weit .... Was willst du heute noch von mir, Verlorene Jugendzeit? Ein Gewissenhafter. Lehrer: Was, heute auf den Sonntag finde ich Sie betrunken, Sepp?" Sepp: Ja, in der Woche habe ich keine Zeit!" JmmerKaufmann. Commercienrath: Se wollen also met' Tochter?" ' Freier: Ja, um jeden Preis!" Commercienrath: .Nu, machen Se e' Angebot!" , ...

Eine Gllcrgkschichte." Zwei bulgarische epiritifte von iem uvrlässign Geist" sassührt. Wie tief der Spiritismus in die abergläubischen Schichten des bulgarischen Volkes eingedrungen, ist beweist folgende Begebenheit, die sich vor Kurzem in Sofia ereignet hat und allgemeines Aufsehen erregte. Zwei jungen Leuten, die sich eingehender mit dem Spiritismus befaßten, soll der Geist" eine Stelle im dortigen Zigeunerviertel bezeichnet haben, an der reiche Schätze vergraben seien. . Dies: Stelle mußte nun sobald wie möglich ausgedeZt werden. Da einer der Unternehmer über gewisse Baarmittel rer-

fugte, verwandte er sie ohne weiteres zu diesem Zwecke. Auch der andere verstand es, sich das. nöthige Geld in kur- !' er Zeit zu verschaffen, um sich unbemgt an dem sicheren Vortheil versprechenden Unternehmen seines Freundes betheiligen zu können. Acht Arbeiter wurden gedungen, die unter der Aufsicht von zwei Polizeibeamten Tag und Nacht graben mußten. Ein Zigeunerhäuschen, das in dem von dem Geiste bezeichneten Flecken stand, wurde um den hohen Preis von $5250 angekauft. Sonst hätte wohl niemand $25 dafür gegeben, weil aber der Geist es verlangte, scheute man keine Unkosten. Täglich holte man sich bei ihm neuen Rath, und seiner unsichtbaren Macht war es zu verdanken, daß noch vier weitere Arbeiter gedungen und einige andere wieder entlassen werden mußten, die er als unheilbringend und als einziges Hinderniß, an den Fund zu gelangen, bezeichnete. So hatte man in beständiger Fühlung mit dem Geiste einen ganzen Monat gegraben. Endlich stieß man wirklich auf ein Grab. Vorsichtia wurde es geöffnet, -doch man fand mchts weiter als einen türkischen Säbel und einige Gebeine. Immerhin aber war die Freude über diesen Fund, dem nun bestimmt der andere folgen sollte, so groß, daß die Arbeiter bei einem Fäßchen Wein, das ihnen gespendet wurde, einen Tag feiern durften. Der Geist gab ihnen nun den richtigen Weg an, und man nahm die Arbeit mit verdoppelten Kräften und den größten Hoffnungen wieder auf, aber diesmal leider ohne jeden Erfolg. Nach zweimonatiger ununterbrochener Arbeit mußten die Schatzsucher ihr Werk aufgeben, weil das freie Gelände schon gänzlich aufgewühlt war und man nun an ein großes Gebäude kam, dessen Ankauf wegen Mangels an Geldmitteln unausführbar schien. Auch der Geist wurde in der letzten Zeit so wortkarg, daß man schließlich nicht mehr wußte, ob man sich noch auf der rechten Fährte befinde. Einer von den beiden jungen Leuten hatte sich diesen Mißerfolg so sehr zu Herzen genommen, daß man eine Zeitlang für sein Leben fürchtete. Leichenschändung aus Aberglauben. Ein aufs ehenerregender Bauernaberglaube ist von der Gendarmerie unter den rumänischen Bauern Südungarns entdeckt worden. Vor Kurzem war der Bauer Thodja Vesza gestorben, und da sein plötzlicher Tod unaufgeklärt schien, wurde seine Exhumirung angeordnet. Die Gendarmerie fand ihn im Sarge angenagelt. Hände, Füße und Hals waren durch lange Nägel an den Sargbrettern befestigt, und ein Nagel war durch das Herz getrieben. Die Nachförschungen ergaben, daß eine alte Frau, Olga Jokan, die Operation" ausgeführt hat. Sie gestand beim Verhöre, daß sie über Auftrag der Dorfbewohner schon häufig Leichen Verstorbener an den Särgen fesigenagelt habe. Das sei nothwendig, sagte sie, weil die Verstorbenen, die, einer unbekannten Krankheit erlegen seien, stets in ihr Haus zurückkehrten und ihre Verwandten mit der gleichen Krankheit ansteckten; das Festnageln sei eine alte Sitte in den rumänischen Bauerndörfern. Die alte Frau wurde verhaftet. Vesza war einem Herzschlage erlegen. . Geld im Bauche cincö Fisches. Ein Fischer aus Gerardmer, Frankreich, fing dieser Tage in dem dortigen See einen prächtigen Hecht, der 31 Pfund wog. Er verkaufte ihn für $2 an den Besitzer des dortigen Hotels, und dieser brachte ihn sofort in die Küche. . Als der Koch den Fisch aufschnitt, zog er aus seinem Bauch ein Portemonnaie mit $36 Inhalt, das er sofort dem Hotelbesitzer brachte. Einige Zeit vorher Jfjaiie in dem Hotel der Schatzmeister der Union musicale" von Thillot gewohnt, der bei einer Fahrt auf dem See sein Portemonnaie hatte fallen lassen, das nun so wunderbar wiedergefischt und ihm zugestellt wurde. Seltene Ehrung einer Dame. In einem Gebäude in Bad Kirnhalden, Baden, brach ein Schadenfeuer aus, das eine große Ausdehnung anzunehmen drohte. Bis die Feuerwehr aus den entlegenen. Orten zur Stelle war. betheiligten sich die Kurgäste mit Erfolg an den Löscharbeiten. Besonders that sich hierbei eine junge Berlinerin, Fräulein Margarethe Gärtner, hervor. Das Kommando der freiwilligen Feuerwehr in Keutingen, in deren Rayon Bad Kirnhalden fällt, hat die erfolgreiche Hilfeleistung des Fräulein Gärtner dadurch geehrt, daß ver muthigen Dame ein künstlerisch ausgestattetes Ehrendiplom durch ' eme Abordnung feierlichst überreicht wurde. -

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